SWB 02/2002 - Ticker

FORSCHUNG & LEHRE

BAYER & Co. wollen mehr Subventionen
Mit 3,8 Milliarden Euro subventioniert der Staat die Pharma-Forschung von BAYER & Co.. Doch den Konzernen reicht das nicht.
Der Vorsitzende des von BAYER gegründeten „Verbandes der Forschenden Arzneimittel-Hersteller“ (VFA), Bernhard Scheuble, verlangte eine Erhöhung der Fördersumme um 1,5 Milliarden Euro.
Nur so könne die Bundesrepublik zum Forschungsprimus USA aufschließen, argumentierte Scheuble standort-politisch und wies auf Mängel in der biomedizinischen und klinischen Forschung hin, die eine vom VFA in Auftrag gegebene Studie ausgemacht haben will.

Forschungsgesellschaft „Proteom“ gegründet
Nach der Genom-Entschlüsselung konzentrieren die Pharma-Konzerne ihre Energie jetzt auf die Entschlüsselung der Bauweise der menschlichen Proteine, des so genannten Proteoms. Das genaue Wissen um das Innenleben der einzelnen Zelle soll angeblich Grundlagen für die Entwicklung neuer Medikamente schaffen. „Damit die deutsche Proteom-Forschung an der Weltspitze endlich sichtbar wird und wir in Deutschland das wirtschaftliche und wissenschaftliche Potenzial dieser Forschungsrichtung voll ausschöpfen“, haben BAYER und 23 weitere Pharma- und Gentech-Firmen gemeinsam mit öffentlichen Forschungseinrichtungen im Februar 2002 die „Deutsche Gesellschaft für Proteom-Forschung“ gegründet.

Nano-Kooperation
BAYER hat mit der CAPSULUTION NANOSCIENCE AG eine Forschungszusammenarbeit vereinbart. Die Firma hat eine Technologie entwickelt, mit der sich Nano-Kapseln, d. h. winzig kleine Partikel, herstellen lassen, die biochemische, elektrische oder magnetische Eigenschaften besitzen. Eine Machbarkeitsstudie soll nun klären, ob sich die Kapseln auch als Träger von Wirkstoffen eignen.