SWB 03/2002 - Ticker

FORSCHUNG & LEHRE

Nano-Kooperation
BAYER hat mit der CAPSULUTION NANOSCIENCE AG eine Forschungszusammenarbeit vereinbart. Die Firma hat eine Technologie entwickelt, mit der sich Nano-Kapseln, d. h. winzig kleine Partikel, herstellen lassen, die biochemische, elektrische oder magnetische Eigenschaften besitzen. Eine Machbarkeitsstudie soll nun klären, ob sich die Kapseln auch als Träger von Wirkstoffen eignen.

ASPIRIN-Awards verliehen
Alljährlich verleiht der Leverkusener Chemie-Multi die ASPIRIN-Awards für Forschungsarbeiten zur Acetylsalizylsäure, dem Wirkstoff des Schmerzmittels. In Ermangelung von Arznei-Neuentwicklungen versucht der Konzern damit, dem Bestseller neue Anwendungsgebiete zu erschließen. Den ”Senior Award” erhielt Dr. Aaron J. Marcus für Forschungen zur Entstehung von Gefäß-Verschlüssen. Unbeabsichtigte Nebenwirkung seiner Arbeit war leider auch der Nachweis, dass die Acetylsalizylsäure nicht in alle biochemischen Reaktionen der Blutzellen untereinander eingreifen kann und ihre Herzinfarkt- und Schlaganfall- vorbeugende Wirkung deshalb höchstens beschränkt ist. Auch bei den Studien von WissenschaftlerInnen unter 40 Jahren, die sich für den Junior-Award bewarben, hielten sich die Erträge versprechenden Forschungserträge in Grenzen. Gerade einmal 14 Studien von MedizinerInnen über ASPIRIN erschienen 2001 in Fachzeitschriften.
Der Leverkusener Chemie-Multi prämierte die Untersuchung von
Dr. Michael A. Saunders über die angeblich hemmende Wirkung von Acetylsalizylsäure auf den Stoffwechsel eines Enzymes, das in Krankheitsprozesse wie Entzündungen, Gewebe-Verletzungen und Tumor-Bildungen involviert ist. Saunders teilte sich die Auszeichnung mit Dr. James K. Hennan, der die dankenswerte Aufgabe übernommen hatte, Konkurrenz-Wirkstoffen von ASPIRIN wie den COX-2-Hemmern Celecoxib und Rofecoxib einen das Herzinfarkt-Risiko erhöhenden Effekt zu bescheinigen.

BAYER-Preis in China
Im April 2001 hat BAYER mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) einen Kooperationsvertrag geschlossen. Diese Vereinbarung ermöglicht dem Leverkusener Chemie-Multi den Zugang zum ”Rohstoff” Wissen und zum entsprechenden ”Humankapital”. Um die chinesischen ForscherInnen noch enger an den Konzern zu binden, vergibt er gemeinsam mit der Akademie jährlich die ”CAS-BAYER Research Awards”.

Kaum neue Katalysatoren
Katalysatoren regen chemische Prozesse an und sorgen für gleich-
mäßige Reaktionsabläufe. Sie sind für BAYER & Co. immens wichtig: 80-90 Prozent der Wertschöpfung in der Chemie geht auf sie zurück. Darum suchen die Unternehmen ständig nach neuen Katalysatoren.
Viel Hoffnung setzten sie in die neuen Synthese-Roboter, die täglich zigtausend Substanzen zusammenkochen können. Aber die so genannte kombinatorische Chemie erfüllte nicht die in sie gesteckten Erwartungen. Das vom ”Bundesministerium für Bildung und Forschung” großzügig mit Steuer-Millionen geförderte Forschungsvorhaben ”Katalyse ConNeCat” hat bislang kaum verwertbare Ergebnisse produziert, wie das Handelsblatt berichtete.