SWB 03/2002 - Ticker

POLITIK & EINFLUSS

Bundespräsident bei BAYER
Den ”Kultur-Räumen des Nordens” widmet sich das Programm der BAYER-Kulturabteilung in der neuen Leverkusener Spielzeit. Sie wurde am 15. September mit Reden des Bundespräsidents Johannes Rau und der finnischen Präsidentin Tarja Halonen feierlich eröffnet.

Spinner leitet Japan-Initiative
Das BAYER-Vorstandsmitglied Werner Spinner ist neuer Vorsitzender der ”Japan-Initiative der deutschen Wirtschaft”. Dieser Posten erlaubt ihm, Beruf und Ehrenamt in idealer Weise miteinander zu verbinden.
Die Organisation will nämlich ”die Zusammenarbeit mit Japan fördern und den Anteil deutscher Firmen auf dem japanischen Markt ausbauen helfen”, wie die Publikation Produktion weiß.

Gentechnik-Propagandist Schwanhold
Auf der Gentech-Messe ”Bio 2002” im kanadischen Toronto machte NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold unverhohlen Werbung für die ”grüne” Gentechnik. Sicherheitsbedenken angesichts der Auskreuzungen der Gen-Pflanzen mit konventionell oder ökologisch angebauten oder der jüngst von GREENPEACE nachgewiesenen Gentech-Rückstände in Bienen-Honig hatte er nicht. Überhaupt offenbarte er ein großes Unwissen. So war er der Meinung, vor der segensreichen Erfindung von gentechnisch manipuliertem Saatgut wären die LandwirtInnen Schadinsekten mit Pharmazeutika zu Leibe gerückt. Schwanhold kann wie sein Chef Wolfgang Clement nur Standort-Politik. ”Wir müssen aufpassen, dass wir nicht wieder zu spät kommen und aufholen müssen”, mahnte er auf der Messe. Würde es nicht so viele ”gesetzliche(n) Hemmnisse in der Bundesrepublik” geben, so hätte BAYER sein Gentech-Forschungslabor mit seinen 1.200 MitarbeiterInnen nicht in North Carolina, sondern in Nordrhein-Westfalen eingerichtet, bedauerte der Minister.

Partei-Spenden nur indirekt
BAYER unterstützt im Bundestagswahlkampf keine Partei durch finanzielle Zuwendungen. Dies teilte das Unternehmen auf eine Anfrage der Welt am Sonntag mit. Schon in der Vergangenheit hatte der Leverkusener Chemie-Multi stets erklärt, Parteien kein Geld zukommen zu lassen, da man nicht in den Ruch kommen wolle, politische Entscheidungen zu beeinflussen. Indirekt fördert der Konzern die politische Landschaft aber sehr wohl. Wie der WDR im Jahr 2000 herausfand (Ticker 1/00), laufen die BAYER-Spenden über den Verband der Chemischen Industrie (VCI) und werden so anonymisiert. In den USA agiert der Pharma-Riese offener. Den industrie-freundlichen George W. Bush stimmte er vor zwei Jahren mit einer Wahlkampf-Spritze in Höhe von über 120.000 Dollar noch ein bisschen freundlicher.