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“Brecht die Macht der Konzerne!”
Florentiner CBG-Seminar erfolgreich
Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) demonstrierte in Florenz nicht nur, sie bot auch ein Seminar zur internationalen Strategie und
Taktik gegen multinationale Konzerne an, das sich regen Zuspruchs erfreute.
Von Axel Köhler-Schnura
Schon immer begriff die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) ihre Arbeit nicht als eine nur auf einen Einzelkonzern gerichtete, sondern als ein
Beispiel erfolgreicher Arbeit gegen multinationale Konzerne insgesamt. Ziel der Arbeit der CBG ist nicht der Ruin eines Unternehmens, sondern die Überwindung von Konzern-Herrschaft und Profit-System insgesamt.
Entsprechend arbeitet die CBG seit 24 Jahren zwar konkret und konzentriert zum BAYER-Konzern, verallgemeinert jedoch immer wieder die Erfahrungen ihrer Arbeit im Hinblick auf alle Multis und das gesamte
kapitalistische System und stellt diese Erfahrungen und Verallgemeinerungen der nationalen und internationalen konzernkritischen Bewegung zur Qualifizierung der Strategie und Taktik zur Verfügung.
Beispiele dieses Selbstverständnisses der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) sind die Gründung des DACHVERBANDS DER KRITSICHEN AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE (bereits in den 80er Jahren), die jährlich stattfindenden Jahrestagungen zu Querschnittsthemen wie “Konzerne und Gentechnik”, “Konzerne und Gesundheitswesen” oder in diesem Jahr “Konzerne und Krieg”, die Gründung der Kampagne “Nie wieder!” gegen die IG FARBEN sowie die Mitarbeit in internationalen Bündnissen wie CORPORATE WATCH oder CORPORATE EUROPE OBSERVER (CEO). Auch an Aufrufen und Aktionen wie gegen den Global Compact, das Konzernbündnis zwischen UNO und Multis, die WTO (Welthandelsorganisation), den Transatlantic Business Dialogue, das World Economic Forum und vielen anderen maßgeblichen politischen Schaltstellen von Konzernherrschaft sind wir maßgeblich beteiligt. Ja oftmals enthüllen wir die Machen-
schaften dieser Politik-Konzern-Scharniere überhaupt erst.
Nachdem die CBG auch aktiv an der Gründung eines europäischen Netzwerkes konzernkritischer Gruppen vor zwei Jahren beteiligt war, war es für uns
selbstverständlich, in der deutschen Vorbereitungsgruppe des Europäischen Sozialforums im November 2002 in Florenz den Bereich “Transnationale Konzerne” zu übernehmen. Und es war für uns auch selbstverständlich, im
Rahmen des internationalen Diskussionsangebots in Florenz ein Seminar und mehrere workshops zum Thema “Internationale Strategie und Taktik gegen transnationale Konzerne” auszurichten, sowohl im Rahmen des
offiziellen Programms als auch des “Autonomous Space”, des autonomen Raumes der europäischen autonomen Bewegung in Florenz.
Da das Seminarangebot in Florenz die vorhandenen räumlichen Kapazitäten weit überschritt, musste das zentrale CBG-Seminar kurzfristig mit einem
Seminar unserer FreundInnen von CEO/Nieder- lande und von ATTAC/Dänemark zum Thema “Konzerne und EU” zusammengelegt werden. Dennoch war die in fünf Sprachen gedol-
metschte Veranstaltung außerordentlich erfolgreich. Wir rechneten mit 300 TeilnehmerInnen, gekommen sind ca. 800. Kurzerhand mussten Nachbarräume und Flure mitbelegt werden, was allerdings aufgrund der
Infrarot-Übertragung der Dolmetscher-Anlagen nicht ganz einfach war. Insgesamt zeigte der unerwartet hohe Zulauf zu unserem Seminar das große Interesse an unserer Arbeit und unseren Erfahrungen.
Auch im Rahmen der großen Messe der politischen Bewegungen waren wir mit einem Stand und mit Info-Material in vier Sprachen über die gesamte Dauer
des Sozialforums hinweg vertreten. Hunderte neuer Kontakte - auch in zahlreiche BAYER-Betriebe hinein, waren das Ergebnis.
Unglücklicherweise litt ein workshop
der BELEGSCHAFTSLISTE, ein Verbund kritischer GewerkschafterInnen aus dem BAYER-Werk Wuppertal, zum Thema “Pharma-Politik” unter den Organisations- problemen vor Ort.
Schließlich an dieser Stelle unser ausdrücklicher und ganz herzlicher Dank an die DolmetscherInnen unserer Veranstaltung und auch an alle
DolmetscherInnen, die im Rahmen von Florenz als Projekt BABEL bis zum Nervenzusammenbruch ehrenamtlich und ohne jedes Entgelt übersetzten und auch bei der großen Demonstration einen von Lebenslust sprühenden
multinationalen BABEL-Block mit eigenen multinationalen Sprechchören und Transparenten bildeten.
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