SWB 04/02 - Ticker

FORSCHUNG & LEHRE

Hansen-Preis an Gen-Forscher
Den von BAYER verliehenen Wissenschaftspreis der „Familie-Hansen- Stiftung“ bekam im Jahr 2002 der Gen-Forscher Dr. Ralf Baumeister von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität für eine Arbeit über die Alzheimer-Krankheit. Nach seinen Untersuchungen stellen angeblich Mutationen der Presenilin 1 und 2-Gene die Ursache für die Erkrankung dar, falls sie erblich bedingt ist, da die Deformationen das Nervensystem schädigen. Die Rede über für Gesundheitsstörungen verantwortliche Gene und die Möglichkeit, spezielle Anti-Gene zu entwickeln, hat allerdings in letzter Zeit einen etwas kleinlauten Ton angenommen.
Die Gen-Lage stellt sich nämlich komplizierter dar als gedacht, und die ForscherInnen weckten Erwartungen, die sie nicht erfüllen konnten (siehe auch GENE & KLONE).

Neue Hämophilie-Forschungspreise
BAYER lobt einen neuen Preis aus, der Aktivitäten im Bereich der Blut-Erkrankungen prämiert. Das „Haemophilia Awards Programme“ honoriert nicht nur Forschungsarbeiten, sondern auch Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung von ÄrztInnen und Pflege-Personal. Durch die Auszeichnungen kann der Pharma-Riese, der eine breite Palette von Blut-Produkten anbietet, Verbindungen zu Hämophilie-SpezialistInnen knüpfen und sich Zugang zu neuesten Forschungsergebnissen verschaffen. Zudem ist das Programm geeignet, den Ruf des Konzerns in Bluter-Kreisen wieder zu verbessern. Durch AIDS- und bakterien- verseuchte Blut-Produkte sowie durch den Versuch, das durch Schlampereien in der Herstellung knapp gewordene Faktor VIII-Präparat KOGENATE nur noch an ausgewählte Patienten abzugeben (SWB 4/01), hatten den Unmut der Betroffenen ausgelöst.  

Deal mit Kölner Fachhochschule
BAYER lässt an der Kölner Fachhochschule erforschen, wie ChemikerInnen Substanzen analysieren können, ohne mit den gefährlichen Stoffen direkt in Kontakt treten zu müssen. Die praktische Erprobung findet dann an den Groß-Apparaturen der BAYER-Labore statt. So nutzt der Leverkusener Chemie-Multi gegen ein Almosen staatliche Bildungsressourcen, um sich Innovationen frei Haus liefern zu lassen.

Vertrag mit chinesischer Akademie
Selbst im fernen China sorgt BAYER schon dafür, dass Bildungs-
institutionen genau die AbsolventInnen produzieren, die der Chemie- Multi braucht. Der Konzern schloss mit der „Shanghai Petrochemical Academy“ (SPA) einen Partnerschaftsvertrag ab. Die Vereinbarung sieht die Einrichtung einer SPA-BAYER-Klasse sowie den Bau einer BAYER-Training-Plant vor, eines speziell auf die Anforderungen des Unternehmens zugeschnittenen Labors. Zudem müssen die SchülerInnen obligatorisch drei Monate lang zum Praktikum zu BAYER.