SWB 04/02 - Ticker

WASSER, BODEN & LUFT

BAYOXIDE gegen Arsen im Wasser
Im Aktionärsbrief für das 2. Quartal 2002 rühmt sich BAYER, mit BAYOXIDE E33 ein Eisenhydroxid-Granulat entwickelt zu haben, dass Arsen bindet und es so aus dem Trinkwasser filtert. Da „hohe Konzentrationen zu Haut-Veränderungen führen und schlimmstenfalls Hautkrebs auslösen“ können, stellt der Leverkusener Chemie-Multi das Produkt als Beispiel für Kompetenz und Verantwortung im Umwelt- Bereich dar. Dass das Unternehmen das Ökosystem selber mit Arsen belastet, verschweigt es dagegen geflissentlich.

BAYER-Lachgas klima-verändernd
In der Diskussion um die Erd-Erwärmung nimmt die klima-verändernde Wirkung von Kohlendioxid eine zentrale Rolle ein. 9,2 Millionen Tonnen davon stoßen die BAYER-Werke jährlich aus. Viel größer ist allerdings das schädliche Potenzial anderer Stoffe. So heizt das auch Lachgas genannte Distickstoffoxid die Atmosphäre 310 mal so stark auf wie CO2, 1,1,1,2 Tetrafluorethan sogar 1.300 mal so stark. Die Lachgas- Emissionen des Leverkusener Chemie-Multis belaufen sich auf 1.500 Tonnen pro Jahr, die von 1,1,1,2 Tetrafluorethan auf 33 Tonnen.

Gemeinschaftsklärwerk bis 2011
Das Gesetz untersagt seit geraumer Zeit den Betrieb von Gemein- schaftsklärwerken, da industrielle und kommunale Abwässer ganz andere Aufbereitungsformen verlangen. Trotzdem gelang es BAYER, dem Wupper-Verband eine Bestandsgarantie für das Gemeinschafts- klärwerk Leverkusen-Bürrig abzutrotzen (siehe Ticker 3/00). Jetzt geht die Ausnahme-Regelung nach der Lex BAYER sogar in die Verlängerung. Ende Oktober unterzeichneten der Leverkusener Werksleiter Heinz Bahnmüller und Bernd Wille vom Vorstand des „Wupper-Verbandes“ einen Vertrag bis 2011. Die NRW-Landes- regierung gab in Gestalt der Umwelt-Staatssekretärin Christiane Friedrich ihren Segen. Wichtig sei vor allem, dass die ökologische Belastung minimiert werde, sagte sie und versöhnte Ökologie und Ökonomie: „Und der Umweltschutz ist auch Voraussetzung für eine profitable Wirtschaft“. Bei so netten Worten sah Bahnmüller Unheil nur aus Brüssel dräuen und sprach sich noch einmal vehement gegen die Entflechtung von industriellen und städtischen Abwasser-Strömen aus. Die Tendenz, technische Lösungen vorzuschreiben anstelle eines zu schützenden Ziels, hält er - wenig überraschend - für falsch.