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DRUGS & PILLS
CIPROBAY für Harnwegsinfektionen In Ermangelung neuartiger Medikamente
versuchen die Pharma- Unternehmen unentwegt, die Anwendungsgebiete für ihre Alt-Arzneien zu erweitern. Sie verändern Darreichungsform und/oder pharmazeutische Zusammensetzung minimal und hoffen so, eine Zulassung zu
bekommen. Dadurch sichern sie sich einen erneuten Patentschutz, der dem Präparat eine Monopol-Stellung verschafft und es entsprechend teuer macht. BAYER ist es im Dezember 2002 gelungen, dem Antibiotikum CIPROBAY,
dessen Patent in diesem Jahr ausläuft, Markt-Anteile zu sichern. Der Leverkusener Chemie-Multi hat einfach die Dosierung auf 500 Milligramm erhöht, weshalb die PatientInnen es nicht mehr zweimal, sondern nur noch
einmal am Tag einnehmen müssen und bei der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Zulassung für die Behandlung leichter Harnwegsinfektionen beantragt. Nach Konzern- Studie erhöht das angeblich die Erfolgsquote von 93 auf 95
Prozent. Die - zudem noch zweifelhaften - zwei Prozent waren der FDA offenbar Innovation genug, um eine Genehmigung auszusprechen. Für die Therapie schwererer Harnwegsinfektionen mit der CIPROBAY-Variante hat
der Pharma-Riese bereits einen Antrag gestellt. Sollte auch dieser positiv beschieden werden, rechnet er durch die beiden neuen Indikationen mit einem jährlichen Umsatz von 350 Millionen Euro.
FDA genehmigt Blutzellen-Test Der BAYER-Konzern weitet sein Angebot an
diagnostischen Tests kontinuierlich aus. Jetzt hat das Unternehmen von der US-Gesundheits- behörde FDA auch die Zulassung für ein Verfahren zur Untersuchung von Blutzellen aus dem Gehirn und Rückenmark erhalten. Es
soll angeblich die Anfälligkeit für bestimmte Leukämie-Formen, Gehirn-Blutungen, Meningitis, Enzephalitis und einige neurologische Krankheiten bestimmen helfen.
LEVITRA-Nebenwirkungen Nicht einmal die von BAYER finanzierten Studien
zum neuen Potenz-Mittel LEVITRA können die Risiken und Nebenwirkungen des Präparats einfach übergehen. Die auf dem Hamburger Kongress der „European Society for Sexual and Impotence Research“ vorgestellte
Untersuchung nennt - natürlich nur im Kleingedruckten und nach der Präsentation der natürlich exzellenten Test-Ergebnisse - als solche Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen, Nasenschleimhaut-Entzündungen, Grippe-Symptome
und Verdauungsbeschwerden.
Erfolglose Arznei-Tests Im dritten und letzten Abschnitt der klinischen
Erprobung in den BAYER-Laboratorien erwies sich das Antibiotikum FAROPENEM dann doch als wirkungslos. Die zur Behandlung von Krebs vorgesehene Substanz Camtotecin überstand nicht einmal die erste Test-Phase (siehe
auch GENE & KLONE).
Erleichterte Zulassungen für Anthrax-Gegenmittel Als die
Milzbrand-Briefe die US-amerikanische Öffentlichkeit im Jahr 2001 in Panik versetzten, war BAYER mit dem Antibiotikum CIPROBAY der Monopol-Anbieter des Gegenmittels. Entsprechend selbstbewusst konnte der Konzern bei
Preis-Verhandlungen mit Regierungs- vertreterInnen auftreten. Um die Abhängigkeit vom Leverkusener Chemie-Multi zu verringern, fördert der US-Staat die Entwicklung neuer Medikamente auf diesem Sektor jetzt mit
Milliarden-Beträgen. Da er auf schnelle Ergebnisse setzt, hat er die Zulassungsbedingungen aufgeweicht. So brauchen die Pharma-Riesen keine erfolgreiche Anwendung bei Menschen mehr nachzuweisen, gute Resultate bei
Tier-Versuchen reichen für eine Genehmigung. Das Gefährdungs- potenzial durch Risiken und Nebenwirkungen der Arzneien dürfte deshalb beträchtlich zunehmen.
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