SWB 01/03 - Ticker

STANDORTE & PRODUKTION

Weniger Zuschuss für Römer-Therme
Nach der BAYER-Entscheidung, das Leverkusener CD-Bad zu schließen (Ticker 4/02), sorgte jetzt in Dormagen die Ankündigung des Konzerns für Empörung, die Römer-Thermen nicht weiter zu bezuschussen. Nach einigen Verhandlungen gelang es jedoch, den Bestand des Bades zu sichern. Der Chemie-Multi zahlt in Zukunft zwar weniger, aber der zu ihm gehörende Sportverein, der TSV BAYER DORMAGEN, führt künftig das Schwimmbad.

25 Hektar Freifläche in Leverkusen
Das Leverkusener BAYER-Werksgelände führt die jüngsten Veränderungen bei dem Chemie-Multi plastisch vor Augen. Durch Fertigungsstopps, Produktionsverlagerungen und Ausgliederungen liegt eine Fläche von 15 Hektar brach. Durch den anstehenden Abriss kaum noch genutzter Hallen und Gebäude werden noch einmal 10 Hektar dazukommen. Die Neuansiedlung von Fremdfirmen im Rahmen des Chemie„park“-Konzepts hat die Lücke bisher nicht schließen können. Um die Anwerbung von Unternehmen zu professionalisieren, hat BAYER jetzt eine Imobilien-Agentur gegründet - allzugroße Erfolgsaussichten dürfte sie nicht haben.

BIS wirbt für Chemie„parks“
Die BAYER INDUSTRY SERVICES (BIP) verwaltet die Chemie„parks“ an den bundesdeutschen Standorten des Konzerns. Da bislang nur wenig Firmen in den Parks parken wollen und der Leverkusener Chemie-Multi die riesigen Lücken auf den verschiedenen Werks-Arealen nicht schließen kann, setzt die BIP jetzt an der Wurzel an und zieht sich die potentiellen Mieter selbst heran. Die neue „BAYER-Chemie-Start- Up-Initiative“ berät Firmen-GründerInnen, stellt für sie Finanzierungs- modelle zusammen, weist sie auf spezielle Förder-Programme des Landes hin und bringt sie mit BankerInnen und Investoren in Kontakt. Dabei hofft BAYER nicht nur auf zusätzliche Pacht-Einnahmen, sondern auch auf die viel beschworenen Synergie-Effekte - wahrscheinlich vergeblich.

Mehr Aprotinin aus Wuppertal
BAYER baut in Wuppertal die Produktion von Aprotinin aus. Der Konzern will die Kapazität der Anlage zur Herstellung des Wirkstoffes für das Medikament TRASYLOL, das angeblich bei Operationen am offenen Herzen die Zahl der benötigten Blut-Transfusionen senkt und den MedizinerInnen so die Arbeit erleichtert, um 30 Prozent erhöhen.

Stadt pflegt BAYER-Park
Der Chemie-Multi legt sich kräftig ins Zeug, um Leverkusen und den anderen Standort-Städten durch 1.000 ganz legale Steuertricks die nötigen Gewerbesteuer-Einnahmen vorzuenthalten. Die Kommune hingegen erbringt nach wie vor viele freiwillige Leistungen für das Unternehmen. So sorgen z. B. Stadt-Bedienstete für die Pflege des Wiesdorfer BAYER-Parks. Weil dies jährliche Kosten in Höhe von 40.000 Euro verursacht, hat SPD-Ratsherr Wolfgang Pockrand gefordert, künftig dafür den Konzern aufkommen zu lassen. Dieser Vorschlag zur Entlastung der öffentlichen Haushalte passte dem Pharma-Riesen natürlich gar nicht.

Rhein-Anleger: BAYER zahlt nicht
Die Lastkähne, die BAYER vom Rhein aus mit giftigen und explosiven Chemikalien beliefern, sind in den letzten Jahren immer länger geworden. Deshalb ist der Sicherheitsabstand zwischen dem BAYER-Anleger und der Rhein-Station für Fahrgast-Schiffe nicht mehr gewährleistet. Linien wie die KÖLN-DÜSSELDORFER SCHIFFSFAHRTSGESELLSCHAFT können sie deshalb nicht mehr ansteuern. An den Kosten für den Bau von neuen Pontons will sich der Leverkusener Chemie-Multi aber nicht beteiligen, obwohl nur sein Güter-Verkehr diese Maßnahme erforderlich gemacht hat. Jetzt übernimmt das Land 70 Prozent der Investitionssumme von 850.000 Euro; den Rest trägt die Stadt Leverkusen.