SWB 02/2003 - Ticker

IMPERIUM & WELTMARKT

BAYER verkleinert Vorstand
Im Zuge der Umstrukturierung zu einer Holding hat der Leverkusener Chemie-Multi seinen Vorstand von acht auf fünf Personen verkleinert.
Im Februar gab Vorstandsmitglied Werner Spinner  seinen Posten auf - nach Insider-Informationen nicht ganz freiwillig. Die Konzern-Spitze machte ihn unter anderem für Pannen bei der Einführung der SAP- Betriebssoftware verantwortlich. Den leer gewordenen Vorstandsstuhl besetzte das Unternehmen nicht neu und teilte die Aufgaben stattdessen unter den verbliebenen vier Managern auf.

Neuer Aufsichtsratsposten für Wenning
BAYER-Chef Werner Wenning kann sich sein bescheidenes Manager- Gehalt von 1,3 Millionen Euro jetzt noch durch einen weiteren Aufsichtsratsposten aufbessern. Im April 2003 wurde er in den HENKEL-Aufsichtsrat gewählt. Einen entsprechenden Sitz hat er schon bei der DRESDENER BANK LATEINAMERIKA, bei der Versicherungsgesellschaft GERLING und bei der RHEINHYP, RHEINISCHE HYPOTHEKENBANK inne.

BAYER will CROPSCIENCE-Abschlag
Im Jahr 2001 hat BAYER von AVENTIS die Landwirtschaftssparte für 7,35 Milliarden Euro erworben. Jetzt wähnt sich der Leverkusener Chemie-Multi übervorteilt und will Geld zurück. Der Konzern wirft AVENTIS vor, falsche Angaben über den Wert der CROPSCIENCE- Abteilung gemacht zu haben und verlangt sogar Schadensersatz. Nach Informationen aus Banken-Kreisen belaufen sich die Forderungen auf bis zu 500 Millionen Euro.

Millionen gewagt, nichts gewonnen
Über so genannte Wagniskapital-Fonds hat BAYER bisher einen dreistelligen Millionen-Betrag in junge Firmen hauptsächlich aus dem Biotechnologie-Bereich investiert. Der Leverkusener Chemie-Multi hoffte so nicht nur von ihren Renditen zu profitieren, sondern über deren Forschungsergebnisse auch Synergie-Effekte für die konzern-eigene Gentech-Sparte zu erzielen. Weder das eine noch das andere ist jedoch eingetroffen. “Am Anfang hatte man teilweise falsche Erwartungen”, räumt BAYER-Manager Heinz Greve ein. Vor allem der Zugriff auf das biotechnologische Wissen der Jung-Unternehmen hat sich nach seinen Angaben als äußerst beschwerlich erwiesen. Deshalb hat der Gen-Riese schon seit über einem Jahr kein Geld mehr in eine Neu-Gründung gesteckt und arbeitet derzeit an einer neuen Investitionsstrategie.

Kooperation mit DEGUSSA
BAYER und DEGUSSA haben das Gemeinschaftsunternehmen COMLOG gegründet, das für die beiden Konzerne das ganze Transport-Wesen managet. Durch das Joint Venture hoffen die Unternehmen unter anderem, ihre Position gegenüber Speditionen verbessern zu können und bei Preis-Verhandlungen günstigere Konditionen eingeräumt zu bekommen. Zuvor scheiterten die Chemie-Multis mit dem Versuch, ihren Logistik-Bedarf über die Internet-Plattform E-CHEM-LOGISTICS einzukaufen.

Joint Venture mit BÜFA
BAYER hat mit der BÜFA BETEILIGUNGEN GmbH & Co. KG das Gemeinschaftsunternehmen BÜFA POLYURETHANE GmbH & Co. gegründet. Es will Kunststoffe für Spezial-Anwendungen vermarkten.

Deal mit HYCOR
Die US-amerikanische Diagnostika-Sparte von BAYER hat mit dem Unternehmen HYCOR BIOMEDIAL eine Zusammenarbeit vereinbart. HYCOR entwickelt künftig für das Diagnostika-System ADVIA Tests für Autoimmun-Krankheiten. Bislang konnten die in Großlaboren verwendeten Geräte nur nach Anzeichen für Krebs, Blutarmut, Unfruchtbarkeit, Infektions- und Herz/Kreislauf-Erkrankungen fahnden.

Joint Venture mit MATSUSHITA
BAYER hat mit dem japanischen Elektronik-Unternehmen MATSUSHITA das Joint Venture VITERION TELEHEALTTHCARE LLC gegründet. Es will technische Lösungen für die Übertragung von PatientInnen-Daten wie Blutdruck- und Blutzuckerwerte vom Wohnort zum Mediziner oder von der Praxis zu Kliniken anbieten. Das soll ärztliche Hausbesuche ersetzen und Krankenhaus-Aufenthalte abkürzen und so die Rationalisierung des Gesundheitssystems vorantreiben.

Joint Venture mit POLYONE
BAYER hat mit dem US-amerikanischen Konzern POLYONE COOPERATION das Joint Venture BAYONE URETHANE SYSTEMS LLC gegründet. Beide Firmen sind zur Hälfte an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt, das Spezial-Kunststoffe herstellen soll. Der Leverkusener Chemie-Multi hofft so, von dem POLYONE-Vertriebsnetz in den USA zu profitieren.