SWB 02/2003 - Ticker

PROPAGANDA & MEDIEN

Springer schreibt an Wirtschaftswoche
Als die Milzbrand-Briefe die US-amerikanische Öffentlichkeit im Jahr 2001 in Panik versetzten, war BAYER mit dem Antibiotikum CIPROBAY der Monopol-Anbieter des Gegenmittels. Entsprechend selbstbewusst pokerte der Konzern mit RegierungsvertreterInnen um den Preis. Das brachte die Ministerial-BeamtInnen so auf, dass sie dem Leverkusener Chemie-Multi sogar das Patent aberkennen wollten. Ein “Image- Desaster”, wie die Wirtschaftswoche befand. Diese Wertung wollte der bis vor kurzem noch für die Unternehmenskommikation des Konzerns verantwortliche Heiner Springer nicht auf sich sitzen lassen. “Der Beitrag zeichnet ein Bild, das den Tatsachen nicht gerecht wird”, schrieb er an das Magazin. Zum “Beweis” präsentierte er eine ominöse Umfrage, nach der 58 Prozent der US-BürgerInnen BAYER bescheinigten, die Vereinigten Staaten entscheidend unterstützt zu haben und 81 Prozent an der Preis-Politik des Konzerns nichts auszusetzen hatten.

Pressehaus BAYER
Der Leverkusener Chemie-Multi investiert viel Geld und Mühe darein, seine Version der Dinge unter die Leute zu bringen und spekuliert erfolgreich darauf, dass es Medien-Organe an beidem fehlen lassen.
So bietet der Konzern auf seiner Presse-Seite im Internet fertig geschnittene Radio-Beiträge mitsamt Ö-Tönen der BAYER- ManagerInnen an und hält PR-Artikel vor, bei denen die Zeitungsredakteure nicht einmal mehr eigene Bild-Unterschriften entwickeln müssen.