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ÖKONOMIE & PROFIT
BAYER Nr. 16 in Deutschland Der Leverkusener Chemie-Multi ist mit einem
Jahres-Umsatz von 30 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2002 die Nr. 16 im Club der größten bundesdeutschen Unternehmen und liegt damit knapp hinter ALDI.
BAYER sichert Kurs-Risiken ab Schwankende Wechselkurse stellen für ein
export-orientiertes Unternehmen wie BAYER ein großes Risiko dar. Darum informieren sich MitarbeiterInnen mit Hilfe von REUTERS-Monitoren sekunden-schnell über das Geschehen auf den weltweiten Finanzmärkten und
entscheiden dann Tag für Tag neu, welche Maßnahmen zur Minimierung des Wechselkurs-Risikos zu treffen sind. Eine Optionsvereinbarung mit einer Bank über den Umtausch eines bestimmten Dollar-Betrags zu einem vorher
festgelegten Euro-Kurs ist eines dieser Instrumente, das Kurs-Bewegungen z. B. zwischen 1,13 Dollar und 1,21 Dollar abfangen kann. Die Bank zerlegt dann die Option in ein Kurs-Risiko, ein Zins-Risiko und ein
Schwankungsbreiten-Risiko und macht darüber wiederum Sicherungsdeals mit anderen Geld-Häusern.
„Härtere Gangart“ bei Lieferanten Beim „Forum Innovation und
Produktion“, das die „Industrie- und Handelskammer“ Schwarzwald-Baar-Heuberg gemeinsam mit dem „Bundesverband Materialwirtschaft Einkauf und Logistik“ veranstaltete, plauderte der bei BAYER im Bereich des
Beschaffungswesen tätige Michael Hanrath aus der Schule. Er eröffnete dem Publikum, mit welchen Mitteln der Leverkusener Chemie-Multi die Preise seiner Lieferanten drückt, wie er darüber hinaus zu besseren
Zahlungskonditionen kommt - und empfahl das zur Nachahmung. So schrieb eine Tochter-Firma des Konzerns 300 Lieferanten lapidar, aus „organisatorischen Gründen“ könne das Unternehmen die Rechnung erst 14 Tage später
als vereinbart zahlen, wolle aber auf die Skonto-Abschläge nicht verzichten - die Zulieferer akzeptierten zähneknirschend. Da BAYER alle Waren- Sendungen im Voraus versichert hat, meinte der Konzern auch, die
Versicherungsaufwändungen seiner Lieferanten nicht mitbezahlen zu müssen, und zog den entsprechenden Anteil von den Rechnungen ab. Im Bereich des Stahlfässer-Einkaufs haben solche und andere Maßnahmen über einen
Zeitraum von vier Jahren Einsparungen in Höhe von fast 0,5 Milliarden Euro erbracht, brüstete sich Michael Hanrath. Was Hanrath als „etwas härtere Gangart“ bezeichnet, nennt Hans-Georg Sander, der Präsident der
Braunschweiger Handwerkskammer, einen „Verfall der Moral im Wirtschaftsleben“. Er warf unter anderen der BAYER-Tochter HC STARCK im vergangenen Jahr vor, Kleinbetriebe durch Verlängerungen der Zahlungsfristen in den
Ruin getrieben zu haben (Ticker 2/02).
Gute Chemie-Aussichten Der Markt für Kunststoffe und andere
Chemie-Produkte ist von einem Überangebot geprägt. Deshalb sinken die Preise - und die Gewinne. Als Folge davon investieren BAYER & Co. immer weniger in neue Anlagen. Steckten sie 1998 noch 45 Milliarden Dollar
in Bau-Maßnahmen, so waren es im Jahr 2002 nur noch 29,1 Milliarden Dollar. Auf Druck der Pensionsfonds und privater Investoren achten sie mehr denn je darauf, finanzielle Mittel nicht unnötig zu binden und über
eine hohe Liquididät zu verfügen. Die Finanz-AnalystInnen von MORGAN STANLEY rechnen aufgrund dieser Entwicklung schon ab Ende 2004 mit einem schrumpfenden Angebot und anziehenden Preisen, meldet das Handelsblatt
unter der Überschrift „Chemie-Industrie spart sich fit“. Die Arbeitsplatz-Vernichtung bei BAYER und den anderen Konzernen dürfte die besseren Preis-Aussichten aber nicht aufhalten.
Blut-Markt eingebrochen Im weltweiten Handel mit Blutplasma-Produkten
ist BAYER die Nr. 2; der Leverkusener Chemie-Multi kam im Jahr 2001 auf einen Markt-Anteil von 17 Prozent. Weil im laufenden Geschäftsjahr jedoch das Angebot die Nachfrage übersteigt, lassen die Profite zu wünschen
übrig. So sanken in den USA die Preise für Präparate mit Antikörpern oder Gerinnungsfaktoren zur Bluter-Behandlung seit Ende 2002 um 30 bis 50 Prozent, womit sie sich europäischen Verhältnissen anglichen.
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