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STANDORTE & PRODUKTION
BAYER zahlt weniger Gewerbesteuer Seit geraumer Zeit gelingt es dem
Chemie-Multi, sich so arm zu rechnen, dass er entweder gar keine oder nur eine weit geringere Gewerbesteuer als früher zahlen muss. Bei den alljährlichen Steuer- Gesprächen zwischen der Stadt Leverkusen und dem
Konzern hatte der Finanzdezernent Rainer Häusler mal wieder eine bittere BAYER-Pille zu schlucken. Der Pharma-Riese teilte ihm mit, für das Geschäftsjahr 2003 statt der angekündigten 59,1 Mio. Euro Gewerbesteuer
lediglich 51,1 Mio. zu zahlen. Für 2004 korrigierte das Unternehmen die geschätzte Summe von 75,8 Mio. auf 58,8 Mio. und für 2005 von 95,3 Mio. auf 58,3 Mio. nach unten. Dem Kämmerer blieb daraufhin nichts anderes
übrig, als umgehend eine Haushaltssperre zu verhängen.
Höherer Eintritt für Römer-Therme BAYER hatte den Zuschuss für das
Dormagener Schwimmbad „Römer- Therme“ gekürzt und die Führung dem TSV BAYER DORMAGEN übergeben (Ticker 1/03). Das hat eine drastische Erhöhung der Preise zur Folge. Werksangehörige zahlen nun nicht mehr 2,30 Euro
Eintritt, sondern 3,50; andere Gäste nicht mehr 3,50 Euro, sondern vier. Die Jahreskarte kostet für Werksangehörige 150 Euro statt bisher 85, „NormalbürgerInnen“ müssen jetzt 190 Euro statt 170 zahlen.
Arbeitsplatz-Vernichtung in Uerdingen BAYER vernichtet an den meisten
Standorten kontinuierlich Arbeitsplätze. Waren im Uerdinger Werk Ende 2001 noch 6.120 MitarbeiterInnen beschäftigt, so schrumpfte die Zahl bis Ende 2002 auf 5.900 zusammen. Und es kommt noch ärger. Auf der Jahres-
Pressekonferenz im Frühjahr kündigte Werksleiter Dr. Wolfgang Bieber an, die Produktivität des Standortes weiter verbessern zu wollen. Konsequenz: „Leider sind deshalb Personal-Anpassungen unausweichlich“. Wenn die
Jobs nicht durch natürliche Fluktuation wegfallen, will BAYER die Stellen vorzugsweise durch Altersteilzeit reduzieren. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Bieber nur bis Ende 2004 aus - solange, wie die
„Standortsicherungsvereinbarung“ noch gilt.
Leverkusen: neue Kunststoff-Zentrale BAYER steuert die Kunden-Betreuung
im Bereich „Kunststoffe“ für die Gebiete Europa, Mittlerer Osten und Afrika nicht mehr dezentral von Köln und Neuss aus. Der Leverkusener Chemie-Multi schloss die beiden Abteilungen und richtete ein neues
Hauptquartier in Leverkusen ein.
Kein DESMODUR W aus Leverkusen BAYER POLYMERE stellt im Leverkusener
Werk eine Kunststoff- Fertigung ein. Dafür sollte ursprünglich eine neue Anlage zur Herstellung von Isocyanate für das Plaste-Produkt DESMODUR W am Standort entstehen. Aber das Management ließ die Pläne fallen, weil
ein anderer Chemie-Multi eine größere Desmodur-Anlage plant. Stattdessen will BAYER jetzt eine Kooperation mit jenem eingehen.
BAYER gibt Kläranlage ab Der Leverkusener Chemie-Multi hat sich
entschlossen, seine Wuppertaler Kläranlage an den Wupperverband zu verpachten. „Zu hoher Personalaufwand“ und „zu geringe Auslastung“ führte der Konzern zur Begründung an. Der Wupperverband will nur 8-13 der 30
MitarbeiterInnen übernehmen - und das auch noch zu schlechteren Konditionen. Die BELEGSCHAFTSLISTE, eine alternative Gewerkschaftsgruppe im Wuppertaler BAYER-Werk, fordert in dem Belegschaftsinfo Nr. 147 den
Weiterbetrieb der Anlage zu unveränderten Bedingungen.
Energie-Probleme in China Nicht nur die USA, auch China hat Probleme mit
der Strom-Versorgung. Die Energie-Erzeugung kann nicht mit dem immensen Wachstum der Wirtschaft mithalten. Zudem beeinträchtigt die Trockenheit die Arbeitsleistung der Wasser-Kraftwerke. Auch die zukünftige
Belieferung von Shanghai, wo BAYER und die BASF riesige Produktionsanlagen bauen, mit Strom ist gefährdet. Es gibt nämlich politische Auseinandersetzungen um die im Bau befindliche Gas-Pipeline, da der Betreiber
PETROCHINA nach Meinung in- und ausländischer Unternehmen einen zu hohen Preis für die Energie-Versorgung verlangen will.
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