SWB 04/2003 - Ticker

ERSTE & DRITTE WELT

Annan zensiert Kongo-Bericht
Entgegen den Darstellungen in den Medien handelt es sich bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Kongo weniger um einen Bürger- denn um einen Wirtschaftskrieg. Die Intensität der Kampfhandlungen ist wesentlich von den Weltmarkt-Preisen für Coltan-Erz, Gold und Diamanten bestimmt. Als großer Nachfrager des für Handy-Kondensatoren benötigten Coltan trat die BAYER-Tochter HC STARCK auf und erhöhte so den Blut-Zoll. Zu diesem Ergebnis kam auch eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen. In ihrem Abschluss-Bericht fehlt aber jeder Hinweis auf das Kriegsprofitlertum. Kofi Annan verhinderte die Veröffentlichung des betreffenden Kapitels. Was keine Überraschung ist, denn Annan suchte schon im „Global Compact“, dem BAYER als einer der ersten Multis beitrat (Ticker berichtete mehrfach) den Schulterschluss zwischen UN und Global Players. Nun schonte er sie durch den Zensur-Akt, weil er laut Faz die für den Wiederaufbau benötigten Investoren nicht verschrecken wollte. Die in Gesprächen abgegebene Versicherung von HC STARCK und den anderen Unternehmen, so ein Geschäftsgebahren würde „nicht mehr vorkommen“, reichte Annan & Co. aus, Milde walten zu lassen. Nicht einmal die Überstellung des unveröffentlichten Kapitals an den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, der gegen HC STARCK und andere ermittelt, ist sichergestellt. Die BAYER-Tochter nutzt den Kotau Annans sofort und erwägt eine Wiederaufnahme der Geschäfte im Kongo. Firmen-Sprecher Manfred Bütefisch wartet nur noch auf grünes Licht von der Bundesregierung, „dass man da wieder bedenkenlos kaufen kann“.

3, 2 Mio. ASPIRIN-Tabletten verteilt
Im Rahmen des „Null Hunger“-Programms des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula das Silva hat BAYER im Bundesstaat Minas Gerais 3,2 Millionen ASPIRIN-Tabletten verteilt. Wirkt ASPIRIN jetzt auch bei Hunger oder hat die Nahrungsmittel-Knappheit den Armen so viele Kopfschmerzen bereitet, dass sie in Massen zum „Tausendsassa“ greifen mussten? Darüber hinaus gab der Konzern 190.000 Aqua-Tabs ab, die angeblich Keime im Trinkwasser unschädlich machen (siehe auch Ticker 2/03).