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IMPERIUM & WELTMACHT
Schneider einflussreichster Wirtschaftsmann In der Bundesrepublik kommt keiner auf
so viele Aufsichtsratsmandate wie der ehemalige BAYER-Chef Manfred Schneider. Die taz zählt ihn deshalb gemeinsam mit Karl-Hermann Baumann und Ulrich Hartmann zu den einflussreichsten Männern im bundesdeutschen
Wirtschaftsleben. Schneider ist Aufsichtsratsvorsitzender bei BAYER und LINDE und gehört den Kontroll-Gremien von ALLIANZ, DAIMLER CHRYSLER, METRO, RWE und TUI an.
BAYER verkauft MILLENIUM-Anteile Der Leverkusener Chemie-Multi hat Anteile an dem
US-amerikanischen Biotech-Unternehmen MILLENIUM für 300 Millionen Dollar an die Investment-Bank CSFB verkauft. Er hatte sie 1998 für 97 Millionen Dollar erworben und zahlte in den letzten fünf Jahre für einzelne
Forschungsprojekte 368 Millionen Dollar an MILLENIUM. Dafür suchte die Biotech-Firma im menschlichen Erbgut nach angeblich krankheitsrelevante Genen und stellte BAYER die Informationen zur Verfügung. Medikamente hat
der Pharma-Riese auf Basis dieser Erkenntnisse allerdings nicht entwickeln können. Nicht einmal die Phase klinischer Tests am Menschen hat ein aus der Kooperation hervorgegangener Wirkstoff bisher erreicht,
lediglich bis in die vorklinische Erprobung haben es zwei MILLENIUM-Funde geschafft. Es „wurde unterschätzt, dass das Wechselspiel zwischen den Genen ungeheuer komplex ist“, kommentiert die Financial Times
Deutschland das enttäuschende Ergebnis. BAYER räumte deshalb dem Schuldenabbau Priorität ein und trennte sich zu dem Zeitpunkt von MILLENIUM, da der Aktien-Kurs im Vergleich zum Jahres-Anfang um 95 Prozent gestiegen
war.
BAYER verkauft Blutplasma-Sparte Dem Leverkusener Chemie-Multi reichen die
Gewinn-Spannen im Geschäft mit Blutplasma nicht mehr. Überproduktion hat seit geraumer Zeit Druck auf die Preise ausgeübt (Ticker 3/03). Ursprünglich plante BAYER, die Renditen durch eine Fusion mit der
entsprechenden Abteilung von AVENTIS BEHRING zu erhöhen. Der Deal platzte aber, da der Pharma-Riese auf einer Anteilsmehrheit bestand. Jetzt plant der Gen-Gigant seine eigene Plasma-Produktion, die Präparate wie
Prolastin und Gamimune umfasst, zu verkaufen. Nur vom hohe Margen versprechenden, gentechnisch hergestellten Blutgerinnungsmittel KOGENATE will das Unternehmen sich nicht trennen. Mit der Entscheidung stellt BAYER
einen Großteil der 1.350 Arbeitsplätze in diesem Konzern-Bereich zur Disposition.
BAYER steigt bei GERLING ein In der Bundesrepublik gibt es mit ALLIANZ, HDI und
GERLING nur noch drei große Industrie-Versicherer. Der GERLING-Konzern ist seit geraumer Zeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Da BAYER, BASF, die OETKER-Gruppe sowie andere Multis bei einer weiteren
Konzentration in der Branche höhere Preise für die Policen befürchten, stiegen sie bei GERLING ein. Über die Höhe der Beteiligung schwanken die Presse-Angaben von 65 bis zu 75 Millionen Euro. Parallel dazu schloss
BAYER seine Haftpflicht-Versicherung auch wieder bei dem Unternehmen ab. Dem waren allerdings längere Verhandlungen vorausgegangen, da der Leverkusener Chemie-Multi nach einer Herabstufung von GERLINGs
Kreditwürdigkeit durch eine Rating-Agentur befürchtete, der Versicherer könnte bei einer Chemie-Katastrophe eventuell nicht in ausreichendem Maße haften.
Weitere Kooperation mit JERINI Der Leverkusener Chemie-Multi verlängerte im Mai den
Vertrag mit dem Berliner Biotech-Unternehmen JERINI (siehe auch GENE & KLONE).
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