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IG FARBEN & HEUTE
Fagan klagt für die IG Wie nicht anders erwartet, hört die Geschichte
der IG FARBEN in Auflösung (i. A.) mit dem Insolvenz-Verfahren nicht auf (siehe Ticker 4/03). Im Februar hat eine Stiftung von AktionärInnen den durch die Vertretung von ZwangsarbeiterInnen bekannt gewordenen
US-Anwalt Edward Fagan damit beauftragt, finanzielle Ansprüche in Höhe von 35 Milliarden Dollar gegen die schweizer UBS-Bank geltend zu machen, da sie sich angeblich widerrechtlich während des Faschismus in die
Schweiz transferiertes IG-Vermögen
angeeignet habe. Die Wahl Fagans erfolgte nicht zufällig. Ganz bewusst kaschieren die Blutaktien- BesitzerInnen ihre Geld-Gier mit der Versicherung, auch im Sinne der Entschädigungsansprüche der SklavenarbeiterInnen zu handeln, denen sie ein Drittel der zu erstreitenden Summe zur Verfügung stellen wollen. Aktien-HalterInnen der IG-FARBEN i. A., die im Dritten Reich 83.000 ZwangsarbeiterInnen bis zum Letzten ausgepowert und sich Kompensationszahlungen immer wieder erfolgreich widersetzt hat, instrumentalisieren jetzt die KZ-Überlebenden noch einmal, um ihre Geld-Interessen zu verfolgen - ein makaberes Spiel!
Universität verleugnet Vergangenheit Das ehemalige Hauptgebäude des von
BAYER mitgegründeten Mörder-Konzerns IG FARBEN ist im Jahr 2001 in den Besitz der Frankfurter Universität übergegangen. An die unrühmliche Vergangenheit des Baus will die Hochschule aber lieber nicht erinnern. Sie
spricht nicht von IG FARBEN-Haus, sondern vom “Poelzig- Ensemble” nach dem Erbauer Heinz Poelzig. Die in dem Haus gezeigte Dauerausstellung zum Thema “IG FARBEN” zeigt ein beschönigendes Bild, was bei einem Sponsor
wie dem “Verband der Chemischen Industrie” auch nicht weiter verwundert. Studierende kritisierten die Schau in einer Erklärung: “Ausgeblendet werden die auf rücksichtslose Expansion ausgerichteten
Funktionsmechanismen des Kapitalismus und ihr Preis, so dass nur von einigen klugen Chemikern und Managern gesprochen werden kann, die die IG FARBEN groß gemacht hätten und dann in die Fänge des Nationalsozialismus
geraten seien”. Als Reaktion auf diese Art von universitärer Vergangenheitspolitik haben sie die “Initiative Studierende im IG FARBEN-Gebäude” gegründet.
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