SWB 01/2004 - Ticker

TIERE & ARZNEIEN

Neuer Test für Maul- und Klauen-Seuche
Vorbeuge-Impfungen von Schweinen, Rindern oder Pferden gegen die Maul- und Klauen-Seuche oder andere Krankheiten sind für BAYER ein riesiges Geschäft, für die Tiere bedeuten sie allerdings oftmals ein Risiko (siehe SWB (4/03). Eine vorschriftsmäßige Impfung gegen die Maul- und Klauen-Seuche hat der Leverkusener Chemie-Multi allerdings bisher nicht durchsetzen können. Da die Seuchen-Tests nicht zwischen den Antikörpern infizierter und geimpfter Tiere zu unterscheiden vermögen, verbieten nämlich viele Länder die Einfuhr geimpfter Vierbeiner, weshalb die ZüchterInnen auf das Spritzen von Vakzinen verzichten. Jetzt hat der Konzern aber in Zusammenarbeit mit der “Bundesforschungsanstalt für Virus-Krankheiten” in Tübingen einen Test entwickelt, der zwischen den betreffenden Antikörpern differenziert. Die Chancen für lukrative Massen-Impfungen dürften damit nicht unwesentlich gestiegen sein.

RINTAL vergiftet 22 Pferde
Als Mittel gegen Parasiten-Befall bei Pferden bietet BAYER unter anderem RINTAL (Wirksubstanz: Fenbantel) und RINTAL PLUS (Wirksubstanzen: Metrifonat und Mebendazol) an. Diese Inhaltsstoffe haben es in sich. Metrifonat zum Beispiel wollte BAYER auch als Alzheimer-Präparat vermarkten. Aber bei der klinischen Erprobung erlitten 20 ProbandInnen eine plötzliche Muskelschwäche, weshalb die US-Gesundheitsbehörde einen Stopp der Tests veranlasste. In der Veterinär-Medizin dürfen Metrifonat und die anderen Wirkstoffe der RINTAL-Produktlinie jedoch ungestört Schaden anrichten. Bei 22 Pferden eines französischen Pferde-Halters traten nach Verabreichung der Mittel massive Vergiftungserscheinungen auf. Ein verunreinigter Impfstoff des Konzerns hatte im letzen Jahr sogar zum Tod von Pferden geführt (siehe SWB 4/03).