SWB 01/2004 - Ticker

TIERE & VERSUCHE

Mehr Tierversuche durch Gentechnik
Durch die Gentechnik steigt die Zahl der Tierversuche an. Klon- Experimente, das so genannte Gene-Pharming mit Tieren als Produzenten von Arznei-Stoffen und das Studieren von Krankheitsverläufen z. B. an “Krebs-Mäusen” lassen den “Tier- Verbrauch” steigen. Aber auch die im Zuge der Gentechnik einsetzende Kommerzialisierung der Wissenschaft trägt dazu bei. Die EU- Patentrichtlinie (siehe auch AKTION & KRITIK) macht menschliche Gene zu Wirtschaftsgütern, weshalb das, was früher wissenschaftlicher Austausch hieß, heute dem Ausplaudern von Betriebsgeheimnissen gleichkommt. Als Folge davon profitieren ForscherInnen nicht mehr von Erfahrungen ihrer KollegInnen, weshalb in den Labors mehr und mehr Versuche doppelt und dreifach stattfinden - und natürlich auch zu doppelten und dreifachen Todes-Raten unter Mäusen, Ratten und Affen führen.

Forschung mit Gen-Mäusen
Der Leverkusener Chemie-Multi hat mit ARTEMIS, der Biotech-Firma des früheren BAYER-Managers Peter Stadler, einen Kooperationsvertrag geschlossen. Nach dieser geschäftlichen Vereinbarung wird ARTEMIS für BAYER transgene Mäuse züchten. Die WissenschaftlerInnen ersetzen bei den Tieren körper-eigene Gene durch menschliche und machen sie so zu Experimentierfeldern für die Arznei- Forschung. “Humanisierung” nennen die Dr. Frankensteins das Verfahren perverserweise. Die ARTEMIS-Maus ist sogar ein eingetragenes Warenzeichen: Sie hört auf den Namen “ArteMice (TM)”. BAYER kann auch auf eigene Erfahrungen beim Klonen von Versuchstieren zurückblicken. Der Pharma-Riese setzte Ratten ein Bluthochdruck-Gen ein und Mäusen eines zur Erzeugung eines hohen Blutfett-Spiegels. Zudem entwickelte er die so genannte Alzheimer- Maus. Aber die Versuche waren nicht nur grausam, sondern erwiesen sich auch als ungeeignet zur Entwicklung neuer Arznei-Stoffe. Wieder einmal hatte sich erwiesen, dass sich Tiere nicht als Studien-Objekte für Krankheiten des Menschen eignen.