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Antibiotika

12. Februar 2008
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Schwere Nebenwirkungen von Moxifloxacin (Avalox)

Der Einsatz des Antibiotikums Moxifloxacin (Handelsname Avalox/Avelox) kann zu schweren Leberschädigungen führen. Zudem bestht ein Risiko von lebensgefährlichen Hautreaktionen.

Moxifloxacin zählt wie Trovafloxacin zur vierten Generation der sogenannten Gyrasehemmer. Trovafloxacin war 1998 zugelassen worden, musste aber im folgenden Jahr wieder vom Markt genommen werden, nachdem 14 Patienten an einem schweren Leberversagen erkrankt waren. Sechs Patienten starben damals.

Moxifloxacin wurde 1999 eingeführt. Eine Kontraindikation besteht bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion. Eine fulminante Hepatitis ist als seltene Komplikation bekannt. Dass sie zu einer realen Gefährdung für die Patienten werden kann, ergab eine kürzlich durchgeführte Sicherheitsbewertung, auf die der Hersteller jetzt hinweist. Die Leberschädigungen traten in der Regel drei bis zehn Tage nach Beginn der Anwendung auf. Es wurden aber auch einzelne Fälle einer verzögerten Hepatotoxizität beobachtet, bei denen die Leberschädigung (fast immer) fünf bis 30 Tage nach Beendigung der Moxifloxacin-Therapie auftrat.

Nach Aussage des Ärzteblatts informierte Bayer Healthcare über acht Berichte tödlich verlaufender Leberschädigungen. Für einen Kausalzusammenhang sprach, dass es in einigen Fällen nach erneuter Anwendung wiederum zur Leberschädigung kam. Eine genaue Häufigkeitsangabe könne aus den vorliegenden Meldungen jedoch nicht abgeleitet werden.

Ebenfalls beobachtet werden Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) oder die toxische epidermale Nekrolyse (TEN), die ebenfalls Gegenstand einer Sicherheitsbewertung waren. Nach Angaben des Herstellers standen mehrere Fällen einer TEN in einem "zumindest möglichen Kausalzusammenhang" mit der Einnahme des Medikaments. Darunter waren zwei Todesfälle. Zusätzlich wurde mehr als 35 Einzelfälle von SJS berichtet, darunter drei tödlich und sieben lebensbedrohlich verlaufende Fälle. Bei drei der letztgenannten zehn Patienten mit schwerwiegendem SJS wurde eine Progredienz des SJS zur TEN dokumentiert.

Avalox wird aufgrund der massiven Werbekampagnen des BAYER-Konzerns massenhaft verschrieben. Während die dänischen Krankenkassen das Antibiotikum wegen seiner Nebenwirkungen und sich immer mehr ausbreitenden Resistenzen lediglich in Ausnahme-Fällen bezahlen, gehört die Substanz in der Bundesrepublik zu den Mitteln erster Wahl.

Im Jahr 2001 hatte BAYERs Antibiotikum CIPROBAY den Patentschutz verloren, womit es der Konkurrenz von billigeren Nachahmer-Produkten ausgesetzt wurde. Deshalb hatte der Pharma-Konzern mit AVELOX ein Antibiotikum auf den Markt gebracht, das auf einer geringfügig abgewandelten Rezeptur basierte (Moxifloxacin statt Ciprofloxacin als Wirkstoff). Bayer konnte konnte daraufhin wieder den profitablen Patentschutz in Anspruch nehmen. Beide Substanzen gehören zur Gruppe der Fluorochinolone.

Sehnen-Risse und weitere Nebenwirkungen von Avelox