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Beitrag veröffentlicht im Juli 2001

Ciprobay

CBG Redaktion

31. Juli 2001

Nach Anzeige des britischen Chirurgen Prof. Dr. Stephen Karran:

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BAYER AG

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln ermittelt die Düsseldorfer Kriminalpolizei gegen die Leverkusener Bayer AG (AZ: 34 JS 169/01). Das Unternehmen steht im Verdacht, mindestens 300 englische Patienten bei Pharmatests schweren Gesundheitsrisiken ausgesetzt zu haben. Die Ermittlungen wurden initiiert durch eine Strafanzeige des britischen Chirurgen Dr. Stephen Karran.

Im Auftrag der Firma Bayer war zu Beginn der 90er Jahre in mehreren englischen Krankenhäusern das Antibiotikum Ciproxin nach Operationen getestet worden, obwohl Hinweise für ein erhöhtes Infektionsrisiko vorlagen. Die Patienten wurden auf die Gefahren nicht aufmerksam gemacht. Bei rund der Hälfte der Probanden entwickelten sich schwere und lebensbedrohende Infekte.

Dr. Karran wörtlich: „Die Tests von Bayer waren ein krimineller Anschlag auf die beteiligten Patienten. Wissenschaftlich und klinisch müssen sie als Betrug gewertet werden.“ Dr. Karran, der eine verminderte Absorption des Antibiotikums nach Operationen nachgewiesen hatte, informierte die englische und die deutsche Bayer-Zentrale rechtzeitig über die Risiken. Trotzdem führte Bayer im Krankenhaus von Southampton eine zweijährige Testreihe mit Ciproxin durch.

Nach Angaben von Karran machte Bayer gegenüber der Zulassungsstelle Medicines Control Agency falsche Angaben und zahlte knapp zwei Millionen Mark an die beteiligten Ärzte, um Bedenken gegen die Tests auszuräumen. Die Medicines Control Agency hat unterdessen auf Anweisung des britischen Gesundheitsministeriums Untersuchungen begonnen.

FTSE4Good

CBG Redaktion

30. Juli 2001

Presse-Information des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre:

Kritische Aktionäre demaskieren “ethischen” Aktienindex FTSE4Good

Als eine „extreme Mogelpackung“ bezeichnet der Dachverband der Kritischen Aktionäre den angeblich ethischen Aktienindex FTSE4Good, den die Financial Times und die Londoner Börse am Dienstag weltweit einführen wollen.

Die im Index angelegten Aufnahmekriterien beträfen im Wesentlichen nur Selbstverpflichtungen und Selbstauskünfte von Unternehmen, statt von unabhängiger Seite überprüfte Leistungsdaten, kritisiert der Geschäftsführer des Dachverbands, Henry Mathews.

„Umweltvergifter wie Bayer und BASF wurden in den FTSE4Good aufgenommen“, entrüstet sich Mathews. Auch die im Index verzeichneten Automobil-Konzerne BMW und Volkswagen seien „grundsätzlich nicht umweltverträglich“ und hätten „nichts in einem ethischen Aktienindex zu suchen.“ Gleiches gelte für die Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa, die zudem „die gewaltsame Abschiebung von Flüchtlingen in ihren Maschinen duldet“.

Die Kritischen Aktionäre halten es für überfällig, dem Missbrauch der Begriffe „Ethik“, Verantwortung„ und “Nachhaltigkeit„ ein Ende zu bereiten. Der Index FTSE4Good unterstreicht aus ihrer Sicht diese Notwendigkeit - zumal die darin aufgenommene Volkswagen AG im Haus des Hannoveraner Instituts “imug", das in die Bewertung der deutschen Firmen einbezogen war, auch als Beratungskunde verkehrt.

Hintergrund: http://www.kritischeaktionaere.de/Aktuelles/FTSE4Good/FTSE-Hintergrund/ftse-hintergrund.html