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Beitrag veröffentlicht im Oktober 2001

Peru

CBG Redaktion

31. Oktober 2001

Zwei Jahre nach dem Tod von 24 Kindern in Tauccamarca:

Peru: BAYER auf Entschädigung verklagt

Zwei Jahre nach der tödlichen Pestizid-Vergiftung von 24 Schulkindern im peruanischen Tauccamarca reichten Eltern der Opfer beim Zivilgericht Lima eine Schadensersatz-Klage gegen die Firma BAYER ein. Zu der Tragödie am 22. Oktober 1999 war es gekommen, als die Lehrerin von Tauccamarca ein von Bayer hergestelltes Pestizid mit Milchpulver verwechselte. 22 Kinder überlebten mit schweren Nervenschäden.

Nach Auffassung der KlägerInnen ist es erwiesen, dass die Kinder durch das Bayer-Pestizid FOLIDOL ums Leben kamen. Bayer trägt Mitverantwortung für die Vergiftungen, da die ungenügenden Sicherheitsstandards, unter denen FOLIDOL in den peruanischen Anden vertrieben wurde, der Firma bekannt waren: FOLIDOL wurde in unbeschrifteten Tüten am Straßenrand verkauft, was zu häufigen Verwechslungen mit Milchpulver führte. Informationen zur Gefährlichkeit der Produkte - sofern vorhanden - waren in Spanisch abgefasst.
Die Bewohner des Hochlandes sind jedoch überwiegend Analphabeten, die Quetschua sprechen.

Weitere Klagen richten sich gegen die zuständigen Behörden des Landwirtschafts- und Gesundheitsministeriums. Der Prozess wird von der Menschenrechtsorganisation IDEELE (Instituto para la Defensa Legal) unterstützt.

BAYER hatte den Handel mit FOLIDOL in Peru vor einem Jahr eingestellt und war damit Forderungen von kirchlichen Organisationen und Umweltschutzgruppen aus aller Welt nachgekommen. Die Protest-
aktion in Deutschland wurde von der Informationsstelle Peru e.V. koordiniert. Die Infostelle Peru und die Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. solidarisieren sich mit der Forderung der KlägerInnen.

IDEELE und die peruanische Umweltorganisation RAAA (Red de Acción en Alternativas al Uso de Agroquímicos) fordern zudem, weitere gefährliche Pestizide wie FOLQUE (BASF), GRAMOXONE des englischen Unternehmens AGROKLINGE sowie TAMARON und TEMIK von BAYER zu verbieten.

Informationsstelle Peru e.V.
Tel: 0761-7070840

Tierversuche

CBG Redaktion

29. Oktober 2001

Aktionstage zu „Huntingdon Life-Sciences“

Protest gegen BAYER-Tierversuche

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren unterstützt die heutigen „Huntingdon-Aktionstage“ von Tierschützern aus aller Welt. Das britische Unternehmen Huntingdon Life Sciences/HLS, das auf Tierversuche spezialisiert ist, unterhält die weltgrößten Tier-Labors. Jährlich verenden dort 75.000 Nagetiere, Hunde und Affen unter schrecklichen Qualen.
Die heutigen Demonstrationen richten sich gegen Kunden und Geschäftspartner von HLS, Aktionen finden in England, Argentinien, Deutschland, Australien, Japan, Holland und Italien statt. In den USA wird die größte Demonstration von Tierversuchsgegnern aller Zeiten vorbereitet.

Auch das Unternehmen BAYER gehört zu den Großkunden von HLS. Gemeinsam mit anderen Global Playern gab der Konzern bei Huntingdon eine auf zwei Jahre angelegte Tierversuchsreihe zur Untersuchung der Industrie-Chemikalie Tri-n-butyl-Phosphat (TBP) in Auftrag. Kommen die Versuchstiere nicht direkt durch das Chemie-Gift um, so werden sie eingeschläfert, um ihre inneren Organe zu examinieren. CBG-Vorstandsmitglied Axel Köhler-Schnura:
„Diese Tier-Experimente sind nicht nur grausam, sondern auch überflüssig. Die toxischen und Krebs erregenden Eigenschaften von TBP sind seit langem bekannt und in der Literatur ausführlich beschrieben.“

Aus Protest gegen die BAYER-Versuche bei HLS stürmten Tierversuchsgegner im Frühjahr dieses Jahres die BAYER-Versuchs-
labors in Wuppertal-Aprath. In den Labors des BAYER-Konzerns in aller Welt werden Jahr für Jahr mehr als 1 Mio. Versuchstiere zu Tode gequält, darunter auch Großsäuger wie Rinder und Hunde.

Tierversuchsgegner argumentieren, dass die Versuche in erster Linie der Absicherung gegen Schadensersatz-Forderungen dienen. Wissenschaftlich sind sie unsinnig, da die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind. Axel Köhler-Schnura von der CBG: „Tierversuche dienen nicht der Sicherheit von Verbrauchern sondern der Sicherheit von Herstellern hochgefährlicher Chemikalien.“

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert den Stopp von Tierversuchen und die Einstellung der Verfahren gegen 80 britische Tierversuchsgegner.

Weitere Informationen: www.shac.net

Ciprobay

CBG Redaktion

26. Oktober 2001

Anwälte bereiten Sammelklage vor

US-Behörde ermittelt gegen Bayer AG im Fall Ciprobay

Die amerikanische Bundesbehörde Federal Trade Commission (FTC) ermittelt im Fall Ciprobay gegen die Bayer AG wegen möglicher Kartellvergehen. Das Leverkusener Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehr als 100 Millionen US$ an Konkurrenzfirmen gezahlt, um diese vom lukrativen Antibiotika-Markt fernzuhalten - ein durchaus übliches Vorgehen in der Pharma-Branche. Die Anwaltsfirma Gilman and Pastor hat eine Sammelklage gegen Bayer wegen überhöhter Ciprobay-Preise angekündigt.

Auf der homepage von Gilman and Pastor heisst es: „Die Bayer AG hat im Januar 1997 mit den Firmen Barr Laboratories und Hoechst Marion Roussel ungesetzliche und wettbewerbswidrige Vereinbarungen getroffen, nach denen Barr und Hoechst Marion Roussel gegen eine jährliche Zahlung von 50 Millionen US$ darauf verzichten, eine Generika Version von Ciprobay herzustellen oder zu vermarkten. Mit Hilfe dieser Vereinbarungen erhielt Bayer ein Monopol über den Markt mit Ciprofloxacinen.“

Die FTC untersucht zur Zeit mehrere ähnlich gelagerte Fälle. Zudem wurde in der vergangenen Woche ein Gesetzentwurf in den amerikanischen Senat eingebracht, der Pharma-Unternehmen zwingen soll, Abmachungen mit Herstellern von billigeren Generika zu veröffentlichen. Hierdurch sollen Preisabsprachen und überhöhte Preise unterbunden werden.

homepage von Gilman and Pastor: www.gilmanpastor.com