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Beitrag veröffentlicht im November 2017

[Glyphosat] Fatale Glyphosat-Entscheidung

CBG Redaktion

EU verlängert die Zulassung um fünf Jahre

DIE COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) kritisiert die Entscheidung der Europäischen Union, die Zulassung für das Herbizid Glyphosat um fünf Jahre zu verlängern. „Noch nicht einmal ein Ausstiegsszenario hat die EU beschlossen. Damit droht Glyphosat zu einer unendlichen Geschichte zu mutieren. Das spricht dem Vorsorge-Prinzip Hohn“, so CBG-Geschäftsführer Jens Wegener.
Den Ausschlag bei der Sitzung des Brüsseler Berufungsausschusses gab das Votum der Bundesrepublik. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den LandwirtInnen schon Ende Juni auf dem Deutschen Bauerntag in Berlin versichert: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass Sie – da, wo das notwendig ist – diesen Stoff auch weiterhin anwenden können.“ Nicht zuletzt haben auch industrie-politische Gründe das Abstimmungsverhalten geleitet. Merkel & Co. wollten dem BAYER-Konzern, der gerade die Übernahme von MONSANTO plant, nicht die Aussicht auf das Millionen-Geschäft mit dem Top-Seller des US-Multis nehmen.
BAYER-Chef Werner Baumann lässt deshalb nichts auf das umstrittene Produkt kommen, auf das der Global Player seinen BALANCE-Soja und die Baumwoll-Sorten GLYTOL und FIBERMAX maßgeschneidert hat: „Ein sehr gutes und auch gut erforschtes Herbizid von MONSANTO, das auch weiterhin seine Daseinsberechtigung haben wird.“
Gesundheitliche Risiken, die von dem Pestizid ausgehen, stellt der Manager in Abrede. Dabei belegen unzählige Studien solche Effekte. So stuft die Weltgesundheitsorganisation WHO den Stoff als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Besonders häufig löst Glyphosat Lymphdrüsen-Krebs aus. In den USA sieht MONSANTO sich deshalb schon Tausenden Enschädigungsklagen gegenüber. Aber auch die Nieren kann das Mittel angreifen. Zunächst als Substanz zur Wasser-Enthärtung zugelassen, bindet es nämlich Kalzium, Magnesium und andere Metalle, welche die Funktion dieses Organs stören. Zudem machen zahlreiche MedizinerInnen das Total-Herbizid für Schwangerschaftskomplikationen verantwortlich, die zu Fehlgeburten führen oder Kinder mit massiven gesundheitlichen Problemen wie etwa Speiseröhren-Anomalien auf die Welt kommen lassen. Die Erklärung: Glyphosat wirkt auf die Retinsäure ein, einen Stoff, der bei der Embryonal-Entwicklung eine bedeutende Rolle spielt.
Auf dem MONSANTO-Tribunal, das Mitte Oktober letzten Jahres in Den Haag stattfand, bezeichnete der argentinische Mediziner Damian Verzeñassi aus diesem Grund das, was MONSANTO mit der Agro-Chemikalie in dem südamerikanischen Land macht, als einen Anschlag auf das Leben seines Volkes. Von einem „Ökozid“ sprach Verzeñassi. Und damit nicht genug, hat das Ackergift nicht nur negative Folgen für die Menschen, sondern auch für die Tiere und die Umwelt.
Dass das Mittel überhaupt eine so dominante Stellung erobern und halten konnte, obwohl es schon 40 Jahre auf dem Buckel hat, ist nicht zuletzt den innovationshemmenden oligopol-artigen Strukturen auf dem Agro-Markt geschuldet. Der Leverkusener Multi selbst weiß das ganz genau. „Seit über 25 Jahren hat die weltweite Pflanzenschutz-Industrie kein wirtschaftlich bedeutendes Herbizid mit neuem Wirkmechanismus mehr für Flächen-Kulturen entwickelt und auf den Markt gebracht – unter anderem eine Folge der Konsolidierung der Industrie, die mit einer deutlichen Reduktion der Forschungsaufwendungen für neue Herbizide einherging“, so der BAYER-Forscher Dr. Hermann Stübler. Warum denn auch nach Neuem suchen, wenn es kaum Konkurrenz gibt und der Zugang zu dem, was Stüblers Boss Werner Baumann „den Profit-Pool der Branche“ nennt, so bequem ist?
Mit BAYERs Versuch, MONSANTO zu schlucken, droht sich diese Entwicklung noch zuzuspitzen. „Nicht zuletzt deshalb macht die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN massiv gegen den Mega-Deal mobil. Und dass damit auch das Teufelszeug Glyphosat in Leverkusener Hände zu kommen droht, weil die EU es nicht aus dem Verkehr zu ziehen wagte, wird unserer Kampagne weiteren Aufschwung geben“, hält Jens Wegener abschließend fest.

[Klimakiller] BAYER & Co. killen das Klima!

CBG Redaktion

Die CBG zum Bonner Klima-Gipfel:

BAYER & Co. killen das Klima!

Die Bundesrepublik droht ihre selbstgesteckten Klimaschutz-Ziele zu verfehlen. Das liegt nicht zuletzt an der Industrie, die ungerührt Tag für Tag das Klima weiter killt. Immer nach dem Motto: Zuerst der Profit.
Allein der BAYER-Konzern hat im letzten Jahr 9,87 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen – 160.000 Tonnen CO2 mehr als 2015!!! Auch über einen längeren Zeitraum betrachtet hat sich beim Pharma-Riesen nichts getan: 2006 betrug der Wert 9,38 Millionen Tonnen. Zudem setzt das Unternehmen immer noch auf die besonders klima-schädliche Kohle. Beim selbsterzeugten Strom betrug deren Anteil 32,6 Prozent; beim zugekauften Strom dürfte er noch höher liegen. „Diese Klima-Verbrechen des BAYER-Konzerns müssen ein Ende haben. Es muss endlich Schluss sein damit, dass für private Profite das Klima und der Planet ruiniert werden“, so Jens Wegener von der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG).
Bislang haben es die Global Player vermocht, noch jede Energiewende-Regelung aufzuweichen. So gelang es ihnen etwa, den Emissionshandel zu einem wirkungslosen Instrument zu machen und eine Reform zu verhindern. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel räumte ganz offen die gnadenlose Macht der Konzerne ein: Eine Verschärfung sei „gegen die geballte deutsche Wirtschaft“ nicht realisierbar, lautete im Mai 2013 ihre Ansage. Damit steht bereits jetzt der Erfolg des neuerlichen Vorstoßes der EU, den Emissionshandel wirksamer zu gestalten, mehr als in Frage.
Überdies erreichten die energie-intensiven Betriebe eine weitgehende Befreiung von Abgaben zur Förderung alternativer Energien im Rahmen des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes“. Darüber hinaus schafften sie es mit ihren Interventionen, die Vorgaben des Klimaschutz-Plans zur CO2-Reduzierung abzuschwächen und einen Passus in der Versenkung verschwinden zu lassen, der einen Kohle-Ausstieg „deutlich vor 2050“ vorgesehen hatte.
„BAYER & Co. haben im Namen ‚Goldener Bilanzen‘ einzig und allein ein Interesse an maximal billigen Energie-Trägern. Egal wie dreckig und umweltschädlich sie auch immer sein mögen. Dafür halten sie auch so lange wie nur irgend möglich an Dinosaurier-Technologien fest. Dass die Konzerne damit die Zukunft des Planeten mehr und mehr in Gefahr bringen, ficht sie nicht an“, konstatiert Wegener.
So hat der Leverkusener Multi in der Vergangenheit immer wieder über die Energie-Wende im Allgemeinen und deren Auswirkungen auf die Strom-Preise im Besonderen geklagt. „Die Energiewende ist der größte Einschnitt in die Wertschöpfung der deutschen Industrie, den es je gegeben hat“, hielt etwa BAYERs Aufsichtsratsvorsitzender Werner Wenning fest. Der einstige
Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers drohte gar mit Abwanderung, sollte sich in dem Bereich nichts tun: „Ansonsten kann sich ein globales Unternehmen wie BAYER überlegen, seine Produktion in Länder mit niedrigeren Energiekosten zu verlegen.“ Damit nicht genug, drängte jüngst noch der beim Konzern für „Environment & Sustainability“ zuständige Wolfgang Große Entrup: „Angesichts explodierender Kosten ist eine marktwirtschaftliche und europäische Neuausrichtung der Energie- und Klimapolitik zwingend notwendig.“ Der Manager, der praktischerweise auch dem CDU-Wirtschaftsrat angehört und dort der Bundesfachkommission „Umweltpolitik“ vorsteht, fordert deshalb eine „marktwirtschaftliche und europäische Neuausrichtung der Energie- und Klimapolitik“.
„Eine ‚Neuausrichtung der Energie- und Klimapolitik’ ist tatsächlich notwendig“, aber eine solche, die die Klima-Verbrecher endlich stoppt und sie für die von ihnen angerichteten Katastrophen blechen lässt“, so Jens Wegener. Der CBG-Geschäftsführer wird seine Kritik auch in einem Rede-Beitrag auf der Bonner Demonstration „Schluss mit dem faulen Zauber – wir treiben die bösen Geister des Klimawandels aus“ am 11. November vortragen. Schon an den „Klima schützen – Kohle stoppen!“-Protesten eine Woche vorher hatte sich die Coordination aus gegebenem Anlass beteiligt.