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Beitrag veröffentlicht im Februar 2018

[FDA rügt BAYER] US-Gesundheitsbehörde FDA rügt Leverkusener Multi

CBG Redaktion

Schwere Mängel in BAYERs Pharma-Produktion

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat bei einer Betriebsinspektion von BAYERs Leverkusener Pharma-Anlagen gravierende Mängel festgestellt. Sowohl die Produktion von ADALAT als auch die von ASPIRIN CARDIO, AVELOX und LEVITRA beanstandeten die PrüferInnen. Von „signifikanten Verstößen gegen die gute Herstellungspraxis (CGMP)“ spricht die „Food and Drug Administration“. Und weil der Konzern der FDA gegenüber keine plausiblen Erklärungen für die Defizite fand, sandte sie BAYER einen „Warning Letter“ mit der abermaligen Aufforderung zu, die Missstände zu erläutern.

Unter anderem hat der Pharma-Riese verschiedene Medikamente in einem Raum produziert, ohne die benutzte Ausrüstung und die Arbeitsflächen nach den jeweiligen Durchläufen gründlich zu säubern. Das hatte Verunreinigungen von Medikamenten zur Folge. In dem blutdruck-senkenden Nifedipin (Markenname ADALAT) fanden sich Rückstände des Wirkstoffs Sorafenib, den BAYER eigentlich zur Behandlung von Krebs vertreibt. Darum mussten sowohl der Konzern selber als auch weitere von ihm mit der Substanz belieferte Unternehmen Rückrufe der entsprechenden Präparate starten.

Überdies kontrollierte der Multi der FDA zufolge die Stabilität der Zusammensetzung seiner Pharmazeutika nicht ausreichend. Die Mess-Geräte ließen ihrer Ansicht nach viel zu große Schwankungsbreiten zu. Die Apparaturen zur automatisierten Qualitätskontrolle stellte der Global Player ebenfalls so ein, dass sich der Ausschuss in Grenzen hielt. Zudem hat er nicht angemessen auf Probleme mit undichten Medikamenten-Packungen reagiert. Obwohl die Aufsichtsbehörden ihn schon gezwungen hatten, Chargen zurückzurufen, weil die Tabletten feucht zu werden drohten, zeigte das Unternehmen nur wenig Engagement bei der Fehler-Suche. „Ihre Firma hat es nicht geschafft, eine ordentlich arbeitende Qualitätskontrolle-Abteilung aufzubauen“, resümiert die US-Einrichtung in ihrem Schreiben.

„Die Zustände, die die FDA in der Pharma-Produktion von BAYER aufgedeckt hat, sind skandalös. Bei der Profit-Jagd vernachlässigt der Konzern seine Sorgfaltspflichten massiv und setzt so die Gesundheit der PatientInnen aufs Spiel“, hält Jens Wegener von der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) fest. Und die zuständigen Stellen in der Bundesrepublik hätten sich zu fragen, warum erst InspektorInnen aus den USA kommen müssten, um ein solches Unwesen zu bemerken, meint der CBG-Geschäftsführer.

Bei der FDA steht der Leverkusener Multi nicht das erste Mal in der Kritik. Schon 2009 stieß die Behörde bei einer Inspektion des Bergkamener Werkes auf unreine Pharma-Stoffe und solche, die in ihrem pharmakologischen Aufbau erhebliche Unregelmäßigkeiten aufwiesen. Zudem machte sie bereits damals Nachlässigkeiten bei der Reinigung und Wartung der Produktionseinrichtungen aus. Im Jahr 2000 spürten FDA-KontrolleurInnen sogar Bakterien in BAYERs Blut-Präparat KOGENATE auf. Und in den 1980er Jahren befand sich in diesem Produkt noch etwas viel Schlimmeres: der HIV-Erreger. Aus Kosten-Gründen nämlich hatte der Konzern sich lange erfolgreich gegen Virus-Inaktivierungsverfahren gesperrt.

[Bayer und Trump] Alte Freunde zusammen

CBG Redaktion

BAYER und Trump

„Thank you very much“, das waren am 25. Januar in Davos die Worte von US-Präsident Donald Trump an die Adresse des BAYER-Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann . Zuvor hatte der BAYER-Manager den umstrittenen Präsidenten mit dem Versprechen umgarnt , im Zuge der Monsanto-Übernahme mehrere Milliarden Dollar in den USA zu investieren.

Das Treffen in Davos war nicht die erste Unterstützung, die Trump durch den Chemiemulti erhält. Auf die Verbindungen zwischen dem Präsidenten und dem Konzern hatte die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) bereits in der Vergangenheit hingewiesen.

So flossen schon im Wahlkampf rund 80 % der BAYER-Spenden an das Wahlkampfteam von Donald Trump. 433 000 US-Dollar investierte der Konzern. Er versprach sich von dieser Investition eine Senkung der Unternehmersteuer in den USA sowie eine Einschränkung von Umwelt-Auflagen. Heute können wir festhalten, dass sich diese Investition gerechnet hat. Die neue Steuerreform, die die Trump-Administration verabschiedet hat, dürfte BAYER entgegenkommen und mit ein Grund dafür sein, dass Baumann in Davos versprach, zukünftig in den USA mehr zu investieren. Und dass Trump alle warnenden Zeichen einer Klimakatastrophe ignoriert, dürfte spätestens seit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen klar sein.

Schon am 11. Januar 2017 hatte die BAYER-Führung dem US-Präsidenten versprochen , in Zukunft nicht nur in den USA zu investieren, sondern auch zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Diese ungebrochene Unterstützung von Trump und seiner Politik macht klar, dass die CBG mit ihre Aussage nach dem Sieg von Donald Trump recht hatte, dass „Der Sieg Trumps auch ein Sieg für BAYER“ wäre.

Die Anbiederung an Trump zeigt, dass der BAYER-Konzern seine Profitinteressen mit allen Mitteln umsetzen will. Dabei scheut er nicht einmal davor zurück, die Nähe eines Präsidenten zu suchen, der sich immer wieder rassistischer Ressentiments bedient und der den Klimawandel leugnet. „Science for a better Life“ wird zur Farce, wenn man einen Mann wie Donald Trump unterstützt.
„Der BAYER-Konzern ist immer wieder vorne mit dabei, wenn es darum geht, reaktionäre, rassistische, ja sogar faschistische Machthaber zu sponsern. BAYER hat nachweislich nichts aus seinen Verbrechen im ‚Dritten Reich’ gelernt“, so CBG-Geschäftsführer Jens Wegener.