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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 13. Januar 2026

CBG bei „Wir haben Agrarindustrie satt“-Demo

CBG Redaktion

Gegen die Macht von Big Agro

Presse-Information vom 12.01.26

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) nimmt auch in dieses Jahr wieder an der „Wir haben Agrarindustrie satt“-Demonstration teil.  Sie geht am 17. Januar in Berlin gemeinsam mit VertreterInnen der bäuerlichen Landwirtschaft, Umweltinitiativen und VerbraucherInnen-Verbänden auf die Straße, um für eine Agrar-Wende einzutreten.

„Fast alle Bereiche der Agrar-Wirtschaft dominieren einige wenige Konzerne – mit fatalen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Dagegen gilt es am 17. zu protestieren“, erklärt Brigitte Hincha-Weisel vom Vorstand der CBG.

So beherrscht BAYER 23 Prozent des globalen Saatgut-Geschäfts und 15 Prozent des Pestizid-Geschäfts. Die Top 4 in beiden Bereichen kommen zusammen auf Marktanteile von 56 bzw. 61 Prozent. Auch bei den Tier-Arzneien, dem Mast-Geflügel, dem Lebensmittel-Einzelhandel sowie den Herstellern von Traktoren und anderer Landtechnik haben sich Oligopole herausgebildet. Überdies konzentriert sich der Besitz von Ackerflächen zunehmend.

Dieses agro-industrielle Modell sorgt für rund 30 Prozent aller Treibhaus-Emissionen, vergiftet die Gewässer, laugt die Böden aus und macht die Menschen krank. Seit „Parkinson durch Pestizide“ in Deutschland offiziell als Berufskrankheit bei LandwirtInnen anerkannt ist, registriert die „Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau“ (SVLFG) bereits 400 Fälle – und die Dunkelziffer dürfte noch um einiges höher liegen. Für das laufende Jahr rechnet die SVLFG mit Behandlungskosten von 63 Millionen Euro.

Zudem gefährden die oligopolistischen Strukturen die Existenzgrundlage der Bauern und Bäuerinnen. Als schwächstes Glied in der Nahrungsmittel-Lieferkette müssen sie die Preise akzeptieren, die die Lebensmittel-Produzenten sowie Aldi & Co. diktieren. Dementsprechend sieht auch die Monopolkommission Handlungsbedarf. „Diese Markt- und Machtveränderungen in der Lebensmittel-Lieferkette machen aus Sicht der Monopolkommission eine wirksamere Kontrolle gegen Machtmissbrauch erforderlich“, heißt es in der Pressemitteilung zum Sondergutachten „Wettbewerb in der Lebensmittel-Lieferkette“.

Aber die Politik geht den umgekehrten Weg. Sie knickt vor der Macht von BAYER & Co. ein und zeigt sich entschlossen, den Multis das Geldverdienen noch leichter zu machen. In einem atemberaubenden Tempo brachte die EU 2025 Bestimmungen zur Abschwächung bzw. „Vereinfachung“ von Gesundheits- und Umweltvorschriften auf den Weg. Dazu zählen unter anderem die Deregulierungen der Neuen Gentechniken, die Lockerung der Pestizid-Bestimmungen, die Abschwächung der Auflagen zum Schutz von Gewässern, Feuchtgebieten und Mooren sowie die Herausnahme von Rinderzucht-Betrieben aus der EU-Richtlinie für Industrieemissionen.

„Diesem Rollback stellen wir uns am nächsten Samstag entgegen“, so Hincha-Weisel abschließend.