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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 5. März 2026

Die Glyphosat-Bilanz

CBG Redaktion

Hohe Rückstellungen infolge der Entschädigungsklagen

Auch in diesem Jahr bestimmt Glyphosat wieder BAYERs Geschäftsbilanz. Während die Umsätze und Erlöse sich für 2025 auf dem Vorjahres-Niveau bewegen, verhageln die vorgenommenen Rückstellungen für die Prozess-Risiken das Ergebnis. Diese „Sonderaufwendungen“ in Höhe von rund 6,2 Milliarden Euro führen unter dem Strich zu einem Minus von 3,6 Milliarden Euro.

Jetzt aber wähnt sich der Konzern auf einem guten Weg zur Beilegung der Klagen und einer Vergleichslösung. So hofft er auf ein positives Urteil des Obersten Gerichtshof der USA in Sachen „Glyphosat“, denn laut BAYER-Chef Bill Anderson gab es „starke Unterstützung durch Stellungnahmen von der US-Regierung, von 15 US-Bundesstaaten, der US-Handelskammer und vielen anderen“. Überdies versucht der Agro-Riese auf bundes- und zentralstaatlicher Ebene mit einigem Erfolg Gesetze zu lancieren, die dem umstrittenen Herbizid Immunität verschaffen. Und zuletzt hat US-Präsident Donald Trump Glyphosat per Executive Order als systemrelevant eingestuft. „Wir teilen diese Ansicht und werden die Verordnung umsetzen“, bekundete Anderson. 

„Das wirft einige Fragen auf, denn die Verordnung gilt auch für den militärischen Gebrauch von Glyphosat und seinen Vorprodukten wie Phosphor“, erklärt Brigitte Hincha-Weisel von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG). Phosphor kann Hincha-Weisel zufolge zur Herstellung von Rauchbomben oder Blendgranaten dienen und das Herbizid selbst als Chemie-Waffe eingesetzt werden. Gegenwärtig tut das Israel im Südlibanon, um Ackerflächen zu zerstören. Zudem lassen lateinamerikanische GroßagrarierInnen das Mittel zur Vertreibung indigener Gemeinschaften versprühen.

„Unsere mehrgleisige Strategie kommt insgesamt gut voran“, resümierte Anderson indes. „Das alles hat der BAYER-Konzern nur einem extremen Lobbyeinsatz zu verdanken. Er will Glyphosat schlicht freikaufen“, kritisiert Hincha-Weisel. Bill Anderson war der einzige Vorstandsvorsitzende eines deutschen DAX-Unternehmens, der der feierlichen Amtseinführung Donald Trumps beiwohnte. Damit nicht genug, sponserte der Global Player den Event auch noch. Insgesamt hat er die politische Landschaft in den Vereingten Staaten mit mehr als neun Millionen Dollar gepflegt und baute dabei gezielt auf LobbyistInnen aus dem Trump-Umfeld. Dazu zählten unter anderem BeraterInnen aus der ersten Amtsperiode Trumps wie Daniel McFaul, Mike Rubino und Hunter Morgen sowie Brian Ballard, Fundraiser für den 2024er Wahlkampf.

Selbst die Klimabilanz BAYERs prägte Glyphosat. Neben allem anderen ist das Herbizid nämlich auch noch ein veritabler Klima-Killer. Weil der Produktionsprozess enorm viel Energie erfordert, hat das Mittel einen wesentlichen Anteil an den direkten Treibhausgas-Emissionen des Konzerns. „Besonders energie-intensiv ist unsere Rohstoff-Gewinnung einschließlich Aufbereitung und Weiterverarbeitung für die Herstellung von Pflanzenschutzmittel-Vorprodukten von Crop Science – daher entfällt der größte Anteil unserer Treibhausgas-Emissionen auf diese Division“, heißt aus diesem Grund ein ums andere Mal in den Geschäftsberichten der Aktien-Gesellschaft.

„Es gibt kein Pestizid mit so vielen Risiken und Nebenwirkungen wie Glyphosat. Deshalb muss es sofort vom Markt“, fordert Hincha-Weisel abschließend.