Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

CBG ruft zu den Ostermärschen auf

CBG Redaktion

Glyphosat als Chemie-Waffe im Einsatz

Presse-Information vom 01.04.26

„Kriege verweigern – Frieden schaffen“ – unter diese Losung hat das Netzwerk Friedenskooperative die diesjährigen Ostermärsche gestellt. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), die dem Bündnis angehört, ruft zur Teilnahme auf. Sie selbst schließt sich am 4. April den Protesten in Bonn an.

„Die Coordination gegen BAYER-Gefahren war bei vielen Friedensdemonstrationen der letzten Zeit dabei und hat in diesem Jahr noch einen Grund mehr, auf die Straße zu gehen, denn Glyphosat kommt  im Nahost-Krieg als Chemie-Waffe zum Einsatz“, so Brigitte Hincha-Weisel vom Vorstand der CBG.

Die israelische Armee zerstört mit dem Herbizid im Südlibanon Ackerflächen, um aus dem Grenzgebiet eine große Pufferzone zu machen. Laut „Euro-Med Human Rights Monitor“ fielen dem schon 9.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zum Opfer. Nach Ansicht des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte stellt dieses Vorgehen „ein ernsthaftes humanitäres Risiko“ für die dort lebende Zivilbevölkerung dar.

Dem Zweck der Errichtung eines Niemandslandes zwischen dem Libanon und Israel dient auch die Verwendung des Glyphosat-Vorprodukts Phosphor. Zu weißem Phosphor verarbeitet, steckt es in Artillerie-Geschossen, die in der Luft explodieren und als Rauch- und Brandbomben wirken. Human Rights Watch dokumentierte einen solchen Angriff am 3. März in der Gegend um Yohmor, dem eine Aufforderung an die BewohnerInnen der Stadt sowie 50 Dörfern der Umgebung vorausging, ihre Häuser zu verlassen. 

„Der rechtswidrige Einsatz von weißem Phosphor durch das israelische Militär über Wohngebieten ist äußerst alarmierend und wird schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung haben“, hält Ramzi Kaiss von Human Rights Watch fest. „Die brandfördernde Wirkung von weißem Phosphor kann zum Tod oder zu grausamen Verletzungen führen, unter denen die Betroffenen ihr Leben lang leiden“, warnt er.

Auch 2023 und 2024 hat die israelische Armee im Libanon solche Operationen durchgeführt. Für 2023 wies Amnesty International die Herkunft der Artillerie-Geschosse detailliert nach. Sie stammten aus den USA. Und damit führt die Spur zum BAYER-Konzern, denn dieser ist dort der einzige Phosphor-Produzent. 

Aus ebendiesem Grund hat Donald Trump BAYERs Glyphosat-Produktion in Soda Springs und die nahe gelegene Phosphorerz-Mine am 18. Februar per Dekret unter besonderen Schutz gestellt. „Eine zukünftige Verringerung oder die Einstellung der inländischen Produktion von elementarem Phosphor und glyphosat-basierten Herbiziden würde die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten ernsthaft gefährden“, heißt es in seiner „Executive Order“.  Unter der Überschrift „Förderung der Landesverteidigung durch die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit elementarem Phosphor und Herbiziden auf Glyphosat-Basis“ bezeichnet sie Phosphor als „in Verteidigungslieferketten allgegenwärtig und daher von entscheidender Bedeutung für die militärische Einsatzbereitschaft und die nationale Verteidigung“.

„Immer noch betätigt sich der der BAYER-Konzern als Waffen-Lieferant. Das zeigt, dass er aus seiner unheilvollen Geschichte nichts gelernt hat“, konstatiert Hincha-Weisel.

Der Leverkusener Multi hatte 1914 mit Dianisidin eine der weltweit ersten Chemie-Waffen entwickelt. Es folgten weitere Kampfstoffe wie Chlorkohlenoxyd, Blausäure, Tabun, Sarin und Lost. Auch im Kalten Krieg liefen die Forschungen weiter, und zum „herbicidal warfare“ im Vietnam-Krieg leistete der Global Player ebenfalls seinen Beitrag. 

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren wird das Thema am 24. April auf die Tagesordnung der BAYER-Hauptversammlung setzen und vom Vorstand Antworten zur Chemie-Waffe Glyphosat verlangen.