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CBG unterstützt die Antilobby-Aktion in Brüssel

CBG Redaktion

Extinction Rebellion blockiert Sitz von Chemie-Verband

Presse-Information vom 09.02.26

Am heutigen Montag hat Extinction Rebellion, unterstützt von der belgischen Greenpeace-Sektion, den Sitz des Europäischen Chemie-Verbandes CEFIC in Brüssel blockiert. „Sein toxisches Lobbying vergiftet unser Wasser, unsere Körper und unsere Demokratie“, erklärte die Gruppe zur Begründung. Auch der BAYER-Konzern ist von der Aktion betroffen, denn sein sogenanntes Verbindungsbüro befindet sich im selben Haus.

„Von dem Gebäude in der Rue Belliard 40 aus betreiben BAYER & Co. ihre Einflussarbeit mit viel Geld. Vor allem die Vereinfachungspakete der EU zur Aufweichung von Gesundheits- und Umweltschutzstandards prägten sie maßgeblich mit, ohne dafür durch demokratische Prozesse legitimiert zu sein. Darum hält die Coordination gegen BAYER-Gefahren das Protest-Mittel des zivilen Ungehorsams, zu dem Extinction Rebellion gegriffen hat, für angebracht“, so Brigitte Hincha-Weisel vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren.

Auf 45 Millionen Euro belief sich der Lobby-Etat der CEFIC im vergangenen Jahr. BAYER kam auf über sechs Millionen Euro. 61 LobbyistInnen arbeiteten für den Leverkusener Multi in Brüssel. Auf nicht weniger als 74 Politikfelder erstreckten sich 2025 ihre Tätigkeiten. Von der „Farm to Fork“- und der Biodiversitätsstrategie über die Wasser- und Industrieemissionen-Richtlinie bis hin zur PFAS-Regulierung und den „Vereinfachungspaketen“ reichte die Palette.

33 Mal trafen sich BAYER-EmissärInnen direkt mit EU-KommissarInnen oder deren KabinettsvertreterInnen. Auf der Tagesordnung standen dabei Themen wie BAYERs Afrika-Strategie, das Verhältnis der EU zu den USA, die Chemikalien-Regulierung, die Neuen Gentechniken, Künstliche Intelligenz, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Pharma-Industrie und der Clean Industrial Deal. 

Die meisten Meetings fanden jedoch zu den Vereinfachungspaketen statt. Und hier lieferte die EU dann auch im Rekordtempo. Im letzten Jahr hat sie zahlreiche Vorhaben zur Aufweichung von Gesundheits- und Umweltvorschriften auf den Weg gebracht oder schon beschlossen. Unter anderem nahm sich die Europäische Union die Regelungen zum Umgang mit Chemikalien, den neuen Gentechniken und dem Schadstoff-Ausstoß von Industrie-Anlagen vor. Auch die Bestimmungen zum Schutz von Gewässern, Feuchtgebieten und Mooren stehen zur Disposition. 

Mit dem bisher letzten „Omnibus-Vereinfachungspaket“ wollen von der Leyen & Co. sogar Ackergift-Genehmigungen entfristen und auf Dauer stellen. Da bleibt der Beifall von BAYER nicht aus. „BAYER betrachtet den Omnibus zur Vereinfachung der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit als eine willkommene Gelegenheit, den derzeitigen Rahmen für den Pflanzenschutz zu modernisieren und zu verbessern“, hieß es aus Leverkusen. „Wir sind der Ansicht, dass im Agrarsektor ein erhebliches Potenzial besteht, Verfahren zu straffen, Komplexität zu reduzieren und Innovationen in kritischen Technologien wie dem Pflanzenschutz zu fördern“, bekundete der Global Player. 

„Die EU hat sich auf Druck von BAYER & Co. vom Green Deal verabschiedet und dereguliert nun ohne Rücksicht auf Verluste für Mensch, Tier und Umwelt. Sie kann nicht erwarten, dass das einfach so durchgeht“, hält Hincha-Weisel abschließend fest.