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Beiträge verschlagwortet als “Bisphenol A”

Smolka/PAN

CBG Redaktion

Susanne Smolka (Pestizid Aktions-Netzwerk) Pestizide und hormon-ähnliche Substanzen

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich heiße Susanne Smolka, bin Biologin und Referentin beim Pestizid Aktions-Netzwerk e. V. Ich möchte über hochgefährliche Pestizide sprechen und besonders auf die gefährlichen hormonschädlichen Pestizide eingehen.

Bei den hochgefährlichen Pestiziden handelt es sich um eine besondere Gruppe von Wirkstoffen, die so gefährliche Eigenschaften besitzen, dass eine weitere Verwendung mit den heutigen Anwender-, Verbraucher- und Umweltschutzstandards nicht vereinbar ist. Sie sind krebserregend, erbgutverändernd, stören die Fortpflanzung, sind stark umweltgefährlich oder sind hormonschädlich.

Die BAYER AG hat auch im Geschäftsjahr 2016 hochgefährliche Pestizide (HHPs) produziert und vermarktet. Wir vom Pestizid Aktions-Netzwerk PAN sind sehr besorgt über den Einsatz von hochgefährlichen Pestiziden im Pflanzenschutz und im Schädlingsmanagement. Hochgefährliche Pestizide führen weltweit zu Leid, besonders in Ländern des globalen Südens und unter Armutsbedingungen. Obgleich dort nur 25 % der Pestizid-Weltproduktion stattfindet, ereignen sich hier nach UN-Angaben die meisten Pestizidvergiftungen und 99 % der pestizidbedingten Todesfälle.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die FAO, plädiert bereits seit 2006 für einen Ausstieg aus der Verwendung von HHPs. UN-Sonderberichterstatter fordern ebenfalls den Ausstieg und kritisieren u. a. die Doppelstandards der deutschen Pestizidindustrie, deren wichtigster Vertreter die Bayer AG ist.

PAN hat eine Liste mit hochgefährlichen Pestiziden erstellt und auch eine Liste, die zeigt, welche HHPs in der EU nicht erlaubt sind, aber weiterhin für Nicht-EU-Staaten – auch von der Bayer AG – produziert werden. Erst im März hatte die UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung beim UN-Menschenrechtsrat, Professorin Hilal Elver, die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, einen verpflichtenden Vertrag zur Regulierung hochgefährlicher Pestizide zu entwickeln, auch weil die Staatengemeinschaft versagt, die Pestizidindustrie hierfür verantwortlich zu machen.

Ich frage, wann wird die Bayer AG ihre Verantwortung annehmen und endlich aus der Produktion und der Vermarktung von hochgefährlichen Pestiziden aussteigen und dies nicht nur in Deutschland, sondern weltweit?

Was wir sehen, ist aber das Gegenteil, und hier möchte ich jetzt den Blick auf das EU-Recht und die hormonschädlichen Pestizide lenken. In der EU sollen HHPs, also besonders bedenkliche Pestizide und Biozide, aus dem Verkehr gezogen werden. So steht es seit 2009 bzw. seit 2012 in den entsprechenden EU-Verordnungen. Wir kritisieren die Einflussnahme der Industrie, die versucht, die Umsetzung dieser Regelungen zu verzögern und aufzuweichen.

Was passiert, wenn es Regierungen wagen, sich gegen Industrie-interessen für strengere Schutzstandards einzusetzen, zeigt sich derzeit in der EU im Falle der Regulierung von hormon-schädlichen Stoffen. Nach der EU-Pestizidverordnung von 2009 und der Biozid-Verordnung von 2012 sollen hochgefährliche Substanzen, und darunter hormonschädliche, nicht mehr in der EU verwendet werden.

Wir wissen, dass sich die Bayer AG aktiv dafür eingesetzt hat, dass die Umsetzung dieser demokratisch vereinbarten Regelungen über Jahre von der EU-Kommission verschleppt wurden. So wurden die notwendigen Kriterien zur Identifizierung hormonschädlicher Stoffeigenschaften eben nicht fristgerecht zum Dezember 2013 von der EU-Kommission vorgelegt. Erst das Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat diesen illegitimen Verzögerungen Einhalt geboten. Dabei wird versucht, über Ausnahmegenehmigungen die vereinbarten Schutzstandards quasi durch die Hintertür aufzuweichen.

Keine Kriterien – keine adäquate Regulierung. Und so vergeht Jahr um Jahr, wo jede und jeder von uns und unsere Umwelt durch hormonschädliche Stoffe belastet werden.

Das ist besonders für Schwangere und Kinder eine Gefahr, denn hormonschädliche Stoffe wirken wie körpereigene Hormone bereits in sehr geringen Konzentrationen auf die Organ- und Hirnentwicklung von Mensch und Tier, die oft erst viel später im Leben erkennbar werden. Hormonschädliche Stoffe wirken in Kombination mit körpereigenen Hormonen. Tausende von wissenschaftlichen Studien und Umweltbeobachtungen setzen die Exposition mit hormonschädlichen Stoffen mit Missbildungen, hormonbedingten Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs, mit Unfruchtbarkeit, Diabetes oder neurologischen Störungen wie ADHS oder Autismus in Verbindung. Die Weltgesundheitsorganisation und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen sprechen von einer globalen Bedrohung. Die Experten der Internationalen Endocrine Society kalkulieren die Gesundheitskosten, die durch hormonschädliche Pestizide und Industriechemikalien (wie z. B. die Bayer-Produkte Bisphenol A und bestimmte Weichmacher, Phthalate) auf jährlich 157 Milliarden Euro in der EU.

Aus den Ergebnissen der von der EU durchgeführten Folgenabschätzung geht hervor, dass viele potentiell hormonschädliche Pestizide von der Bayer AG produziert werden, dabei wurden nur ein Teil der in der EU vermarkteten Pestizide bewertet. Von den dort gelisteten 32 als erwiesenermaßen hormonschädlich bewerteten Pestiziden stammen 11 von der Bayer AG. Das sind 34 %! Zu nennen sind 2.4-D, Desmedipham, Fenamidon, Flubendiamid, Ipropidon, Lenacil, Mancozeb, Metiram, Oxadizon, Sprodiclofen und Tebuconazol. Letzteres wird auch als Biozid in Farben, Holzschutzmitteln und Baustoffen eingesetzt. 25 weitere Bayer-Pestizide stehen unter Verdacht, hormonschädlich zu wirken, darunter auch das umstrittene Herbizid Glyphosat.

Bezüglich dieser Sachverhalte habe ich folgende Fragen an die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrats:

– Zu Doppelstandards: Bitte begründen Sie, wieso Sie annehmen, dass Pestizide, deren Genehmigung in der EU verwehrt wird, in anderen Regionen für Mensch und Umwelt weniger gefährlich oder risikobehafteter sein sollen, da Sie oder ihre Tochterfirmen solche Pestizide in Nicht-EU-Regionen weiter handeln.

– Mit welchen konkreten Maßnahmen setzen Sie sich für den Ausstieg aus Produktion und Handel von hochgefährlichen Pestiziden ein, welche Fristen setzen Sie sich zum Ziel?

– Mit welchen Prüfverfahren berücksichtigen Sie die Tatsache, dass es sich bei hormonschädlichen Auswirkungen i. d. R. um Kombinationswirkungen handelt.

– Mit welchen Prüfverfahren evaluieren Sie mögliche hormonschädlichen Effekte Ihrer Pestizide und Chemikalien auf den Metabolismus, auf die Hirnentwicklung und das Verhalten von Mensch und Tieren?

– Wann werden Sie alle Untersuchungsergebnisse, die human- und ökotoxikologische Befunde für die Stoffgenehmigung enthalten, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen? Bürgerinnen und Bürgern besitzen ein Recht auf diese Informationen.

– Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um bis zur Regulierung der in der Folgenabschätzung identifizierten hormonschädlichen Bayer-Pestizide eine Exposition von Anwendern und Verbrauchern zu verhindern? Eine aktuelle PAN-Auswertung zeigt, dass Rückstände von 2.4-D, Iprodion, Tebuconazol oder Dithiocarbamate (z.B. Metiram, Mancoceb) vergleichsweise häufig im Rahmen der Lebensmittelüberwachung nachgewiesen werden und zwar auch in Mengen, die nach heutiger Rechtsvorgabe ein Verwendungsverbot nach sich zieht.

Aus den erläuterten Sachverhalten empfehle ich den Aktionärinnen und Aktionären den Vorstand und Aufsichtsrat der Bayer AG nicht zu entlasten und bei der Abstimmung mit NEIN zu stimmen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Weichmacher

CBG Redaktion

19. März 2004

Neue Studie: Risiken für Hormonhaushalt höher als bisher angenommen

Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert Anwendungsverbot für Phthalate

Wissenschaftler der Universität Erlangen haben in einer von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderten Studie herausgefunden, dass die Bevölkerung deutlich mehr Weichmacher (sog. Phthalate) aufnimmt als bisher vermutet. Phthalate sind in der Umwelt weit verbreitet und gelten als höchst gesundheitsgefährdend, weil sie in den Hormonhaushalt eingreifen und die Fortpflanzung und Entwicklung schädigen. Die gestern veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass besonders Kinder in hohem Maß gefährdet sind.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Phthalate haben in Produkten des täglichen Bedarfs nichts zu suchen - alle risikoreichen Anwendungen müssen sofort verboten werden.“ Mimkes wirft den Herstellern, u.a. der Leverkusener BAYER AG vor, die Gefährdung der Bevölkerung billigend in Kauf zu nehmen. "Die Gefahren, die von hormonaktiven Substanzen wie Phthalaten oder Bisphenol A ausgehen, sind seit langem bekannt. Trotzdem verharmlost der BAYER-Konzern beharrlich die Risiken und verhindert mit seinem politischen Einfluss ein Verbot gefährlicher Anwendungen.

Weichmacher wie Diethylhexylphthalat (DEHP) gehören zu den wichtigsten Industriechemikalien. Von den jährlich weltweit produzierten 2 Millionen Tonnen DEHP werden 90 Prozent als Weichmacher für PVC eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Körperpflegemittel und Textilien. In Deutschland werden pro Jahr rund 250.000 Tonnen DEHP verbraucht.

Wissenschaftler und internationale Expertenkommissionen bringen die Phthalataufnahme der Bevölkerung in Verbindung mit dem seit Jahrzehnten beobachteten Rückgang der Spermienzahlen und damit der männlichen Fruchtbarkeit. Auch die Zunahme von Hodenkrebsfällen und Missbildungen männlicher Geschlechtsorgane werden im Zusammenhang mit der Phthalatbelastung diskutiert.

HV Gegenanträge

CBG Redaktion

Wir beantragen die Nichtentlastung des Aufsichtsrats.

Begründung:
BAYER vertreibt zahlreiche Produkte, die hormon-ähnlich wirken und deshalb die
Gesundheit schädigen. Das Vorhaben der EU, diese Stoffe aus dem Verkehr zu
ziehen, versuchte der Konzern durch massive Lobby-Arbeit zu hintertreiben. Diese
Geschäftspolitik ist verantwortungslos. Darum ist dem Vorstand die Entlastung zu
verweigern. Hormone sind die Botenstoffe des Körpers. Sie erfüllen damit eine wichtige Aufgabe in seinem Regulationssystem. Die biochemischen Substanzen steuern beispielsweise das Knochenwachstum, den Zucker- und Fettstoffwechsel, die Verdauung und die Sexualentwicklung. Stört nun etwas die Signal-Übertragung,
so kommen falsche Botschaften an, was die Abläufe gehörig
durcheinanderwirbelt. Und als solche „Störer“ – sogenannte endokrine Disruptoren
(EDs) – hat die Wissenschaft seit einiger Zeit bestimmte Chemikalien
ausgemacht. Viele dieser Substanzen gleichen in ihrem Aufbau nämlich
Hormonen und haben deshalb ein beträchtliches Irritationspotenzial. Die mögliche
Folge: Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Fettleibigkeit, Dysfunktionen des Nervenund Immunsystems sowie Herz-, Leber- und Gebärmutter-Leiden.

BAYER hat eine ganze Menge dieser Stoffe im Angebot. Und manche davon, wie
etwa das Antiraupen-Mittel RUNNER, sollen sogar hormonelle Effekte entfalten.
Es zählt nämlich zu den Insekten-Wachstumsregulatoren, die der europäische
Lobbyverband der Agro-Riesen, die „European Crop Protection Association“
(ECPA), wie folgt beschreibt: „Pheromone und Insekten-Wachstumsregulatoren
werden im Pflanzenschutz speziell wegen ihrer Wirkungsweise als endokrine
Disruptoren eingesetzt, um den Fortpflanzungsprozess zu stören oder den
Lebenszyklus der Insekten zu verkürzen.“

Bei anderen Agro-Giften des Konzerns fällt die Beeinträchtigung des
Hormonsystems hingegen eher in die Rubrik „Risiken und Nebenwirkungen“. Dies
ist auch bei den anderen Substanzen mit hormon-ähnlichen Eigenschaften aus
der Produktpalette BAYERs der Fall, wie z. B. bei Weichmachern oder der
Industrie-Chemikalie Bisphenol A, von welcher der Konzern allein im Jahr 2011
rund 1,2 Millionen Tonnen herstellte.
Bereits seit den 1990er Jahren warnen WissenschaftlerInnen vor den Gefahren,
die durch endokrine Disruptoren drohen. Die Politik erkannte allerdings erst in der Dekade nach dem Jahrtausendwechsel Handlungsbedarf. Bis Ende 2013 wollte
die Europäische Kommission genaue Kriterien zur Bestimmung der EDs
entwickeln. Dies rief jedoch BAYER auf den Plan. Mit allen möglichen Mitteln
versuchte der Konzern, in Brüssel Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen und
eine möglichst industrie-freundliche Lösung zu erwirken. So schrieb das
Unternehmen im Juni 2013 einen Brief an die stellvertretende Generalsekretärin
der EU-Kommission, Marianne Klingbeil, auf. „Die DG ENV (= Generaldirektion
Umwelt) favorisiert gegenwärtig ein Konzept, welches durchgängig auf der Basis
des Vorsorge-Prinzips konstruiert worden ist (Hazard assessment). Dies bedeutet
eine fundamentale Abkehr von den Prinzipien der Risiko-Bewertung und wird in Konsequenz weitreichende, gravierende Auswirkungen auf die Chemie-Branche
und Agrar-Industrie (vor allem wegen der bei Pflanzenschutzmitteln angewandten
Cut-off-Kriterien, die einen Verlust der Zulassung bedingen), nach sich ziehen“,
zeigte sich BAYER alarmiert. Mehr als 37 Pestizide sieht er von einem Verbot
bedroht. Allein der Bann der Antipilz-Mittel aus der Gruppe der Triazolewürde zu
einem Produktivitätsrückgang von 20 Prozent und zu Ernte-Verlusten bis zu 40
Prozent führen, rechnete das Unternehmen unter Bezugnahme auf zwei Studien
vor.

Und dieser ganze Lobbyismus von Seiten BAYERs und anderer Chemie-Multis
zeigte Wirkung. Die von der EU nach langer Verzögerung im Juni 2016 schließlich
vorgestellten Kriterien zur Bestimmung der EDs entsprechen weitgehend den
Vorstellungen der Industrie. Dementsprechend hart fiel das Urteil seitens der
Umweltverbände und der Fachwelt aus. „Das Vorsorge-Prinzip wird durch die
Vorschläge mit Füßen getreten“, konstatiert etwa das PESTIZID AKTIONSNETZWERK
(PAN). Hätte ursprünglich der Beleg einer hormon-schädlichen
Eigenschaft für eine Regulierung ausgereicht, so müsse nun die Relevanz eines
schädlichen Effekts beim Menschen tatsächlich nachgewiesen sein, moniert die
Initiative. Als „ganz im Sinne der Pestizid- und Chemie-Industrie“ ausgefallen
kritisiert PAN deshalb die Vorschläge der EU-Kommission zur Definition der EDs.
Die Verantwortung für das In-Verkehr-Bringen und -Halten der
gesundheitschädlichen endokrinen Disruptoren trägt neben dem Vorstand der
Aufsichtsrat. Darum ist ihm die Entlastung zu verweigern.

Um Mitteilung dieses Gegenantrags sowie der Begründung bitten wir gemäß §§ 125,
126 AktG. Die Aktionärinnen und Aktionäre werden gebeten, ihre Stimmrechte der
Coordination gegen BAYER-Gefahren zu übertragen.

Für den Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren e. V.

[Gegenanträge] Gegenanträge Bayer HV

CBG Redaktion

22. März 2011

Gegenantrag zur Hauptversammlung am 29. April 2011

Hiermit zeigen wir an, dass wir zu den Punkten 2 und 3 der Tagesordnung den Vorschlägen des Vorstands und des Aufsichtsrats widersprechen und die anderen Aktionäre veranlassen werden, für die folgenden Gegenanträge zu stimmen. Die Gegenanträge werden auf der BAYER-homepage veröffentlicht.

Gegenantrag zu TOP 2: Der Vorstand wird nicht entlastet

Begründung: Der BAYER-Konzern ist für massive ökologische und soziale Probleme verantwortlich. Der Vorstand trägt hierfür die Verantwortung. Es folgt eine Auswahl aktueller Problemfälle.

=> Der BAYER-Konzern gehörte zu den treibenden Kräften in Deutschland bei der Einführung der Kernenergie. Schon Ende der 50er Jahre, als das Atomprogramm konzipiert wurde, war BAYER im Präsidium des Deutschen Atomforums vertreten. Dieser Tradition blieb Werner Wenning treu, als er im vergangenen August den Aufruf an die Bundesregierung für längere Laufzeiten unterzeichnete. Aufgrund des Drucks der Industrie wurden die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke nur wenige Monate später drastisch verlängert.
Der mittlerweile abgelöste Vorstandsvorsitzende Wenning ist für die weitere Nutzung dieser unverantwortlichen Technologie daher mitverantwortlich.

=> Konsequent drängt BAYER die Gewerkschaften aus seinen US-Werken. Fabriken mit organisierter Arbeiterschaft wurden reihenweise geschlossen. Nur ein Siebtel der US-Belegschaft besitzt überhaupt einen Tarifvertrag. Und nur in einer Handvoll der rund fünfzig US-Werke sind die Gewerkschaften noch vertreten. In Berkeley gab es im vergangenen Jahr erneut Entlassungen, obwohl die umliegenden Städte kurz zuvor Subventionen in Millionenhöhe gewährt hatten. Das Muster wiederholt sich nun an der Ostküste der USA, wo mehrere Werke geschlossen werden: für den Fortbestand der übrig bleibenden Standorte erhält BAYER trotz des gewerkschaftsfeindlichen Handelns hohe Steuernachlässe. (weitere Infos)

=> Trotz gestiegener Gewinne führte sich der neue BAYER-Vorsitzende Marijn Dekkers mit der Ankündigung ein, rund 4.500 Arbeitsplätze zu vernichten. Schon jetzt ist die Belastung der Beschäftigten weit jenseits der Schmerzgrenze. Selbst sicherheitsrelevante Bereiche werden von den ständigen Stellenstreichungen nicht ausgespart. (weitere Infos)

=> BAYER hat im Herbst eine Rückstellung von 386 Mio Euro vorgenommen. Das Geld soll für Entschädigungszahlungen an US-Landwirte verwendet werden, deren Ernte durch GenReis kontaminiert wurde. Das späte Schuldeingeständnis des Konzerns ist zwar zu begrüßen - dieses kam aber nicht freiwillig zustande, sondern wurde durch eine Serie von Prozessen erzwungen, die BAYER ausnahmslos verloren hat. Allein in dem Verfahren, das die Koope-rative RiceLand angestrengt hat, wurde BAYER am 18. März 2011 zu Strafzahlungen in Hö-he von 136 Mio Dollar verurteilt.
Dennoch hält der Vorstand an dem Vorhaben fest, GenReis in die EU zu importieren. Die Kontamination in den USA zeigt jedoch einmal mehr, dass der Anbau von GenReis zwangsläufig zu Auskreuzungen führt; die Risiken eines großflächigen Anbaus wären schlicht unkalkulierbar. Der geplante EU-Import wäre mit unwägbaren Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden und muss daher gestoppt werden. (weitere Infos)

=> Einer der schrecklichsten Skandale der BAYER-Geschichte ist die wissentliche HIV-Infizierung Tausender Bluter. Bis 1986 wurden Hämophile durch Blutprodukte von BAYER infiziert, obwohl seit 1982 Methoden zur Inaktivierung des Virus vorlagen. Noch nach dem Verbot unbehandelter Chargen in Europa wurden diese nach Asien exportiert.
Im Januar machte die Coordination gegen BAYER-Gefahren bekannt, dass BAYER und drei weitere Firmen Entschädigungen in zweistelliger Millionenhöhe an Bluter aus 22 Ländern leisten. Dies ist das Ergebnis eines Vergleichs, der Ende vergangenen Jahres in den USA geschlossen wurde. Mehrere Tausend mit HIV und Hepatitis C infizierten Hämophile hatten die Firmen zuvor an einem Bundesgericht in Chicago verklagt. Im BAYER-Geschäftsbericht 2010 findet sich erstaunlicherweise keinerlei Hinweis auf diese Zahlungen, obwohl Konzern-sprecher den Vergleich auf Anfrage von Nachrichtenagenturen bestätigen mussten. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert, dass die Verantwortlichen strafrechtlich verfolgt werden. (weitere Infos)

=> Der BAYER-Konzern zahlte im Herbst 3,3 Millionen Dollar wegen unwahrer Behauptungen in Werbeanzeigen für Vitaminprodukte. Darin wurde behauptet, dass die Zusätze Selen und Zink das Prostatakrebs-Risiko senken könnten. In einer Klage mehrerer US-Bundesstaaten hingegen heißt es: „BAYER wusste, oder hätte wissen müssen, dass hohe Gaben von Zink und Selen das Risiko der Entstehung von aggressiven und tödlichen Prostata-Tumoren erhöhen können“. Die Klageschrift nennt die Werbeaussagen „irreführend und skrupellos“.
Ob bei Verhütungsmitteln, Schmerztabletten oder nun bei Vitaminpillen - immer wieder setzt BAYER auf unlautere Werbemethoden. Der Konzern gefährdet dadurch wissentlich die Gesundheit von Patienten und Konsumenten. (weitere Infos)

Gegenantrag zu TOP 3: Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet

Begründung: Der Aufsichtsrat kommt seiner Kontrollfunktion ungenügend nach und soll daher nicht entlastet werden. Es folgen Beispiele der verantwortungslosen Konzernpolitik, die vom Aufsichtsrat mitgetragen wird:

=> Der BAYER-Konzern hat im Dezember die Uralt-Pestizide Nemacur und Mocap an die US-Firma Amvac verkauft. Die WHO stuft beide Wirkstoffe als „extrem gefährlich“ ein (Gefahrenklasse I). Die Agrochemikalien sind für eine Vielzahl von Vergiftungsfällen verantwortlich. In Deutschland sind Nemacur und Mocap seit langem verboten. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert seit den 80er Jahren die Einstellung der Produktion beider Wirkstoffe sowie einen Verkaufs-Stopp für alle Klasse I-Pestizide. BAYER hätte die Produktion längst einstellen müssen, statt diese Ultragifte jetzt noch profitabel zu verkaufen.
Der Einsatz von Nemacur gehört im übrigen zu den wahrscheinlichen Ursachen des „toxischen Öl-Syndroms“, das 1981 in Spanien mindestens 300 Menschenleben und Tausende von gesundheitlich schwer geschädigten Opfern forderte. (weitere Infos)

=> Die US-Aufsichtsbehörde Chemical Safety Board (CSB) veröffentlichte im Januar die Untersuchung zum schweren Störfall im Werk Institute im Jahr 2008. Das CSB urteilt, dass gravierende Sicherheitsmängel zu der Explosion führten. Bei dem Störfall, der die Erde in einem Umkreis von 10km beben ließ, waren zwei Mitarbeiter getötet wurden. Die Fabrik galt als „Schwester-Werk“ von Bhopal, da dort das in Bhopal ausgetretene Giftgas MIC in großen Mengen produziert und gelagert wird.
Laut CSB waren beim Hochfahren einer Produktionsanlage die Sicherheits-Systeme vorsätzlich außer Kraft gesetzt worden. Nur glückliche Umstände hätten die Beschädigung eines benachbarten MIC-Tanks verhindert.
Dr. Rafael Moure-Eraso, Vorsitzender der CSB: „Ein Austritt signifikanter Mengen MIC hätte tödliche Folgen haben können. Diese Sorge wurde von Anwohnern legitimer Weise seit Jahrzehnten geäußert.“ Dr. Moure-Eraso bezeichnet den Tod der Arbeiter als „umso tragi-scher, als er hätte vermieden werden können“, wenn BAYER eine gewissenhafte Schulung der Mitarbeiter vorgenommen und die Anlage vor dem Hochfahren angemessen geprüft hätte. Der Untersuchungsbericht stellt zudem fest, dass die MIC-Messgeräte an der Anlage nicht funktionierten.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) forderte bereits vier Monate vor der Explosion in der BAYER-Hauptversammlung eine Beendigung der MIC-Produktion. Der BAYER-Vorstand hatte das Ansinnen abgelehnt. Erst am 18. März 2011 verzichtete BAYER nach einer Klage von Anwohnern endgültig auf den Einsatz von MIC im Werk Institute.
Der CSB-Bericht wirft insgesamt ein bezeichnendes Licht auf die Sicherheitslage in vielen BAYER-Werken. Wegen der hohen Risiken muss BAYER auf den großtechnischen Einsatz hochgiftiger Chemikalien wie MIC und Phosgen vollständig verzichten. Auch der Betrieb der Kohlenmonoxid-Pipeline quer durch NRW ist nicht verantwortbar. (weitere Infos)

=> Bei den Wahlen zum US-Kongress Anfang November gingen die Spenden großer Firmen überwiegend an Kandidaten, die jegliche Vorgaben für Emissions-Minderungen ablehnen. Von den europäischen Konzernen zeigte sich niemand so spendabel wie BAYER – nicht einmal Ölfirmen wie BP. Greg Babe, der Chef von Bayer USA, gehörte persönlich zu den Spendern. Die Unterstützung von Politikern, die den Klimawandel leugnen, zeigt einmal mehr, dass das BAYER Klima-Programm und der BAYER Climate Award reine Feigenblatt-Funktion haben.

=> Auf dem BAYER-Werksgelände in Krefeld soll ein gigantisches Kohlekraftwerk entstehen. Betrieben werden soll der Klimakiller von der BAYER-Tochter Currenta. Allein der jährliche Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid würde bei 4,4 Millionen Tonnen liegen. Gegen das Projekt wurden im vergangenen Jahr über 22.000 Einwendungen eingereicht. Trotzdem hält BAYER an dem Projekt fest. (weitere Infos)

=> Weiterhin weigert sich BAYER, die Opfer des hormonellen Schwangerschafts-Tests Duogy-non bzw. Primodos zu entschädigen. Tausende von Kinder hatten durch das Präparat in den 60er und 70er Jahren schwere Fehlbildungen erlitten. Der SPIEGEL veröffentlichte nun Dokumente, wonach firmenintern schon frühzeitig gewarnt wurde. So schrieb ein britischer Mit-arbeiter bereits 1967 an die Firmenzentrale: „Die offenkundige Korrelation zwischen der Zu-nahme angeborener Missbildungen und dem Verkauf des Schwangerschaftstests erscheint ziemlich alarmierend.“ Bei der Anwendung des Präparats bei Schwangeren „müssen wir extrem vorsichtig sein“. Beschämenderweise weist BAYER die Ansprüche der Opfer wegen angeblicher Verjährung zurück. (weitere Infos)

=> Der BAYER-Konzern ist einer der größten Hersteller von Bisphenol A. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass die Chemikalie das Hormonsystem schädigen kann. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert seit langem ein Verbot risikoreicher Anwendungen, z.B. in Le-bensmittel-Verpackungen, Wasserflaschen und Kinderspielzeug. Seit Anfang März hat die EU den Einsatz von Bisphenol A in Babyflaschen endlich verboten. Trotzdem leugnet BAYER weiterhin die Gefahren der Chemikalie, viele gefährliche Anwendungen bleiben auf dem Markt. (weitere Infos)

weitere Informationen finden sich unter: www.cbgnetwork.org/3720.html

[Gegenanträge] Hauptversammlung 2003

CBG Redaktion

GEGENANTRÄGE ZUR BAYER-HAUPTVERSAMMLUNG 2003

17. März 2003

BAYER AG
Gebäude Q 26 (Rechtsabteilung)
Kaiser Wilhelm Allee
51368 Leverkusen

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit zeigen wir an, dass wir zu den Punkten 2-4 der Tagesordnung den Vorschlägen des Vorstands und des Aufsichtsrates widersprechen und die anderen Aktionäre veranlassen werden, für die folgenden Gegenanträge zu stimmen. Um Mitteilung dieser Gegenanträge sowie der nachstehenden Begründungen gemäß §§ 125, 126 AktG dürfen wir bitten.

Gegenantrag zu TOP 2: Der Vorstand wird nicht entlastet

Begründung:
Der BAYER-Konzern war im vergangenen Geschäftsjahr für eine Vielzahl von Missständen verantwortlich. Die Entscheidungen des Vorstands haben diese verursacht oder nicht verhindert, weshalb wir eine Nicht-Entlastung fordern. Es folgt eine Auswahl aktueller Problemfälle, weitere Informationen finden sich auf der homepage der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN www.CBGnetwork.de
Unter info@cbgnetwork.org können weitere Hintergrundmaterialien angefordert werden.
* Erneut hat BAYER mit Konkurrenten illegale Preisabsprachen getroffen. Mit amerikanischen Wettbewerbern bildete die Firma ein Kartell für Kautschukchemikalien, die für die Produktion von Autoreifen verwendet werden, die EU-Kommission ließ daher die Konzernzentrale in Leverkusen durchsuchen. In der Vergangenheit wurde BAYER bereits mehrfach wegen Preisabsprachen oder manipulierter Preise verurteilt.
* Obwohl das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt, will der BAYER-Vorstand bis zum Jahr 2005 mindestens 12.000 Arbeitsplätze vernichten. Gleichzeitig ist die Zahl der Ausbildungsplätze bei BAYER in den letzten zwölf Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen (von 1.600 auf rund 1.000 Azubis, von denen in der Regel nur die Hälfte übernommen wird). Der Konzern wirft damit jegliche soziale Verantwortung über Bord und betreibt eine rücksichtslose Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Belegschaft.
* Die amerikanische Umweltbehörde EPA prüft gegenwärtig einen Antrag der Firma BAYER, Menschenversuche mit Pestiziden zuzulassen. Entsprechende Untersuchungen werden bislang aus ethischen Gründen nicht akzeptiert. Langfristiges Ziel solcher Experimente sind höhere Grenzwerte von Pestiziden in der Nahrung und im Wasser. BAYER hatte bereits 1998 in Schottland eine Studie durchgeführt, in deren Verlauf acht Personen Azinphos-Methyl, das von der Weltgesundheitsorganisation als „hoch gefährlich“ eingestuft wird, einnahmen (BAYER ist weltweit größter Hersteller des Wirkstoffs). Das Unternehmen BAYER scheint verdrängt zu haben, dass Menschenversuche seit den grauenvollen Experimenten im Dritten Reich geächtet sind - Auftraggeber war im übrigen schon damals die BAYER-Gruppe innerhalb der IG Farben.
* Ein Untersuchungsausschuss des peruanischen Parlaments kam im vergangenen Sommer zu dem Ergebnis, dass BAYER für die durch das Pestizid Parathion-Methyl verursachte tödliche Vergiftung von 24 Kindern in dem Andendorf Tauccamarca verantwortlich ist. Der Vorfall ereignete sich im Jahr 1999, als die Kinder in der Schule mit dem Pestizid verunreinigtes Milchpulver zu trinken bekamen. Trotz der Ergebnisse des Untersuchungsausschusses weigert sich das Unternehmen, die betroffenen Familien zu entschädigen.
* BAYER ist weltweit der größte Hersteller des Kunststoffes Bisphenol A. Dieser kann das Hormonsystem schädigen und Mißbildungen hervorrufen. Trotzdem findet sich Bisphenol A noch immer in risikoreichen Anwendungen wie Konservendosen und Babyflaschen.
* Nach der bisher größten Feldstudie zur Wirksamkeit von Medikamenten bei Altersdiabetes ist das Mittel Glucobay völlig wirkungslos. Ungeachtet dessen will BAYER das Anwendungsgebiet des Präparats erweitern und es auch noch zur Diabetes-Vorbeugung anbieten.
* Die Bayer AG hat am Standort Krefeld-Uerdingen die Produktion von Polycarbonat und Methyldiisocyanat (MDI) um 100.000 bzw 24.000 Tonnen/Jahr erhöht. Hiermit einher geht eine Erhöhung der Phosgenproduktion um rund 60.000 Tonnen/Jahr. Phosgen ist einer der giftigsten industriell eingesetzten Stoffe überhaupt, für den Menschen kann er schon in geringsten Dosen tödlich sein. Die Phosgenreaktoren in Uerdingen gehören zu den risikoreichsten Anlagen in Nordrhein Westfalen. Technisch ist es möglich, Polycarbonat phosgenfrei herzustellen. Für BAYER ist es aber offenbar preisgünstiger, die bestehenden Verfahren weiter anzuwenden - bei einer Lebensdauer der Anlagen von 25-30 Jahren wird diese hochgefährliche Produktionsweise damit für Jahrzehnte festgeschrieben.
* Ein im Herbst veröffentlichter Bericht der UN stellt fest, dass die BAYER-Tochter H. C. Starck noch immer Rohstoffe aus dem kongolesischen Bürgerkriegsgebiet bezieht und hiermit Waffenkäufe ermöglicht. Nach Angabe der UN verstößt Starck hiermit gegen den Code for Conduct of Multinational Companies der OECD.
* Im vergangenen Jahr haben weltweit mehrere tausend Personen wegen schwerer Nebenwirkungen des Cholesterinsenkers Lipobay Klage gegen BAYER eingereicht. Die Zeitung „New York Times“ berichtet über E-Mails und interne Notizen, die darauf hindeuten, dass BAYER-Manager lange vor August 2001 (dem Moment des Verkaufs-Stopps) von den Risiken gewusst haben. BAYER vertrieb in Japan und den USA eine Lipobay-Version mit der höchsten Wirkstoffdosis, obwohl interne Studien belegten, dass die behandelten Patienten häufiger an Muskelschwäche erkrankten als Konsumenten ähnlicher Medikamente.

Gegenantrag zu TOP 3: Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet

Begründung:
Der Aufsichtsrat kommt seiner Kontrollfunktion nur ungenügend nach und soll daher nicht entlastet werden. Es folgen Beispiele einer umweltfeindlichen Konzernpolitik, die vom Aufsichtsrat mitgetragen werden:
* In Frankreich, Österreich und Deutschland sind in den letzten Jahren rund 50% der Bienenvölker abgestorben. Untersuchungen in Frankreich und Österreich haben ergeben, dass das von BAYER vertriebene Pestizid Gaucho für die Vergiftungen mitverantwortlich ist. In Frankreich wurde im Herbst ein erneutes Anwendungsverbot für Gaucho auf Sonnenblumen verhängt. BAYER weigert sich jedoch, Gaucho aus Sicherheitsgründen vom Markt zu nehmen - stattdessen übt der Konzern Druck auf Imker-Institute aus, keine kritischen Informationen über Gaucho zu verbreiten.
* Weite Teile der norwegischen Küste sind mit polychlorierten Biphenylen verseucht. Chemische Nachweisverfahren zeigen, dass der größte Teil der gefundenen Gifte aus der Produktion von BAYER stammt. Obwohl die Stadt Oslo schriftlich eine Beteiligung des Unternehmens an den Reinigungskosten gefordert hat, verweigert BAYER bislang jegliche Unterstützung.
* BAYER ist größter europäischer Anbieter von gentechnisch veränderten Pflanzen. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ablehnt, drängt das Unternehmen die verantwortlichen Politiker, einen unkontrollierten Anbau zuzulassen. Bereits jetzt unternimmt das Unternehmen großflächige Freilandversuche, mit denen die Umwelt gefährdet wird: so sammelten bei Eickendorf (südlich von Magdeburg) Bienen in einem herkömmlichen Rapsfeld Honig. Rund 300 Meter entfernt lag ein Freiland-Versuchsfeld von Bayer CropScience mit Gen-Raps. Die Pflanzen waren gentechnisch gegen ein Herbizid resistent gemacht worden und haben EU-weit keine Zulassung für kommerziellen Anbau. In dem Honig, den die Bienen produziert haben, konnte der Umweltverband Greenpeace eindeutig gentechnisch veränderte Bestandteile aus dem BAYER-Feld nachweisen.
* In Swisttal bei Bonn hat BAYER eine Aussaat von Gen-Raps in unmittelbarer Nähe eines Naturschutzgebietes beantragt, womit das Unternehmen einen Präzedenzfall für die Umgehung des europäischen Naturschutzrechts schaffen will. Die Risiken solcher Freilandversuche sind nicht absehbar - Tests haben zum Beispiel gezeigt, dass sich gentechnisch herbeigeführte Herbizidresistenz auch auf andere Pflanzen übertragen und quasi Superunkräuter entstehen lässt, die selbst mit einer Vielzahl von Pflanzenvernichtungsmitteln nicht mehr bekämpft werden können. Bei Raps kommt hinzu, dass er als heimische Pflanze in Mitteleuropa in zahlreichen Sorten angebaut wird und eine Reihe verwandter Arten hat. Das erhöht die Gefahr, dass sich gentechnische Veränderungen auskreuzen.
* In England musste das Unternehmen einräumen, drei Jahre lang gentechnisch veränderten Raps, der nicht zugelassene Antibiotika-Resistenzen enthielt, gepflanzt zu haben.
* BAYER weigert sich, in den USA das Pestizid Fenthion vom Markt zu nehmen, obwohl dessen Anwendung im Bundesstaat Florida zu dramatischen Vogelsterben führte. Mindestens 16 seltene Vogelarten werden dadurch in ihrem Bestand gefährdet.
* BAYER ist mit einer Klage gescheitert, dem VEREIN ZUM SCHUTZ DES RHEINS UND SEINER NEBENFLÜSSE (VSR) die Einsicht in Abwasser-Daten des Krefelder Werks zu untersagen. Die Richter mochten sich dem Argument des Konzerns, die Mess-Daten fielen unter das Betriebsgeheimnis, nicht anschließen. Dem VSR ist es nun möglich, einen Überblick über die Abwasser-Frachten des zweiten Werkskanalnetzes zu nehmen. Dort fließen die Schmutz-Wässer von BAYER mit denen anderer Firmen zusammen und gelangen dann ungeklärt in den Rhein. Woher die Schadstoffe genau kommen, ist dann nur noch schwer nachzuvollziehen. Nur eine Mess-Station vor dem Entstehen des großen Einheitsbreis bietet Aufschluss darüber - weshalb BAYER sie offensichtlich unter Verschluss halten wollte.
* In West Virginia/USA wurde BAYER im vergangenen Jahr wegen Asbest-Vergiftungen angeklagt. Das Unternehmen stimmte einem Vergleich zu. BAYER weigert sich jedoch, Betroffene in Deutschland in ähnlicher Weise zu entschädigen oder auch nur für eine medizinische Betreuung der Erkrankten zu sorgen. Tausende Beschäftigte der Chemie-Industrie waren mit Asbest vergiftet worden, obwohl die Risiken des Stoffes seit Jahrzehnten bekannt waren.
* Britische Umweltorganisationen protestieren vehement gegen Freilandversuche des BAYER-Konzerns mit gentechnisch verändertem Raps, der sogenannte „Terminator Gene“ enthält. Terminator Gene schaffen sterile Pflanzen, deren Samen für die Aussaat nicht weiter verwendet werden können. Der Einsatz solcher Gene wurde seitens des Saatgut-Herstellers Bayer CropScience und der Aufsichtsbehörde DEFRA geheim gehalten. Verwandte Arten wie Broccoli, Senf, Blumenkohl und wildlebende Pflanzen könnten an der Fortpflanzung gehindert werden und schlimmstenfalls aussterben.

Gegenantrag zu TOP 4: Wir schlagen vor, Axel Köhler Schnura, Diplom Kaufmann, Düsseldorf, für die restliche Amtszeit des ausscheidenden Dr. Wolfgang Reitzle, d.h. für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2006 beschließt, als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat zu wählen.

Begründung:
Axel Köhler-Schnura kontrolliert den BAYER-Konzern seit nunmehr 25 Jahren. Er ist Gründer der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN e.V., Postfach 15 04 18, 40081 Düsseldorf, Telefon: 0211-333 911, und hat zahlreiche Verstöße des Konzerns gegen Menschenrechte und Umweltschutzauflagen publik gemacht. Somit ist er prädestiniert für eine gründliche, von Profitinteressen unabhängige Kontrolle des Vorstands der BAYER AG.

Für den Vorstand der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN e.V.

Philipp Mimkes
Axel Köhler-Schnura

taz

CBG Redaktion

taz vom 17.11.2005

Ghostwriter Chemieverband

Eine große deutsche Koalition bereitete die Abschwächung von REACH vor

AUS BRÜSSEL DANIELA WEINGÄRTNER

Vor den Europaabgeordneten steht an diesem Dienstagnachmittag ein Mann, der die Waffen gestreckt hat. Ein Mann, der nicht mehr über 1.200 Seiten Chemiegesetz streiten will, nicht mehr den Kurs halten will zwischen eintausend widersprüchlichen und komplizierten Änderungsanträgen. Guido Sacconi, der sozialistische Berichterstatter für die Richtlinie REACH (Registrierung, Evaluierung, Autorisierung chemischer Substanzen) hält einen grünen, verschrumpelten Apfel in die Höhe und fordert seine Kollegen auf, für seinen Antrag zu stimmen: „Mit Gesetzen ist es wie mit diesem Apfel. Wenn man ihn nicht rechtzeitig pflückt, verdirbt er.“

Vor zwei Jahren hat die damalige Umweltkommissarin Margot Wallström nach heftigen internen Auseinandersetzungen mit der Abteilung von Industriekommissar Erkki Liikanen den ersten REACH-Entwurf vorgelegt. Das Ziel: Informationen über die Verträglichkeit von rund 100.000 chemischen Substanzen, die ungetestet in Umlauf sind, für Mensch und Umwelt zu erhalten. Der Plan brachte die chemische Industrie und die Verarbeiter chemischer Produkte auf die Barrikaden. Noch mehr aber verschreckte sie der zweite logisch folgende Schritt: Wenn Substanzen erst einmal als Gesundheits- oder Umweltrisiko erkannt sind, müssten sie durch weniger gefährliche Stoffe ersetzt werden.

Jahrelang diskutierten die Kommissionsabteilungen Umwelt und Industrie intern über die Details. Im Rat stritten die Länder mit starken chemischen Industrien (ein Viertel des Jahresumsatzes von 440 Milliarden Euro wird in Deutschland erwirtschaftet) mit den ökologisch orientierten Nordländern. Im traditionell verbraucherorientierten Europaparlament beugten sich die Abgeordneten über Krebsstatistiken und Kostenrechnungen. Beidem ist mit den tröstlichen Kategorien Ursache und Wirkung nicht ohne weiteres beizukommen. Weniger Chemie, weniger Krebs, Aller-gien, chronische Müdigkeit, behaupten die Mediziner. Findet ihr ein winziges Problem in unserem Spezialmotoröl, können wir die ganze Autofabrik zumachen, sagen die Industriellen.

Nun sind sich plötzlich alle einig. Eine große Koalition im Europaparlament, vertreten durch den italienischen Berichterstatter Sacconi von den Sozialisten und den Deutschen Hartmut Nassauer, CDU, hat einen Vorschlag gestrickt, dem wohl die Mehrheit heute zustimmen wird. Industriekommissar Günter Verheugen findet den Text noch besser als den Vorschlag der Kommission. Die Chemieindustrie sagt, sie könne damit leben. Die britische Ratspräsidentschaft sieht plötzlich Chancen, ihr Halbjahr immerhin mit einem politischen Durchbruch zu schmücken.

Kurz gefasst beinhaltet der Sacconi-Nassauer-Vorschlag, die Zahl der Stoffe, die getestet werden müssen, drastisch zu verringern, die Anforderungen und die Zahl der Tests zurückzufahren und zugleich den bürokratischen Aufwand für Brüssel und die neue EU-Chemieagentur in Helsinki enorm zu steigern. Da die meisten Stoffe nicht getestet werden, wird man auch nicht erfahren, ob sie sich als Ersatzstoffe für Risikosubstanzen eignen würden.

In Brüssel erzählt man sich, Angela Merkel habe den neuen Vorschlag persönlich ihrem Parteifreund Nassauer in die Feder diktiert. Das ist natürlich übertrieben. Nassauers Ghostwriter sitzen im deutschen Chemieverband. Liest man aber den Passus aus dem Koalitionsvertrag, in dem es heißt, REACH müsse „mit dem Ziel verändert werden, die Chemikaliensicherheit zu verbessern, ohne dabei die Herstellung von Chemikalien zu verteuern oder ihre Anwendung zu behindern“, dann kann man daraus schließen, dass die Koalitionäre in Berlin mit der jetzt vom EU-Parlament ausgetüftelten Version zumindest zufrieden sein werden.

Der klassische Kompromiss zeichnet sich dadurch aus, dass er niemanden so richtig glücklich macht. Den neuen REACH-Text mögen alle - dabei steckt er voll Absurditäten. Der Ansatz, da ja über das Risiko zunächst nichts ausgesagt werden kann, diejenigen Stoffe am gründlichsten zu testen, die in großen Mengen hergestellt werden, ist vom Tisch. Die Bringschuld bezüglich Informationen sollte ursprünglich bei der Industrie liegen - nun muss die neue Chemieagentur den Details hinterherjagen. Die Beweislast für die Unbedenklichkeit, die eigentlich bei den Herstellern liegen sollte, landet auf Umwegen ebenso bei der Agentur.

Die Industrie bekommt eine Frist von elf Jahren, um die Daten abzuliefern, die sie jetzt schon vorliegen hat. Das Prinzip, dass jeder Stoff nur einmal registriert wird und die Basisdaten dann veröffentlicht werden, wird durchbrochen, was den großen Konzernen nutzt und die kleinen Anwender finanziell belastet. Da auch in Zukunft 90 Prozent der Substanzen nicht untersucht werden, wird es unmöglich, unbedenkliche Ersatzstoffe zu finden. Der Standort Europäische Union wird geschwächt, da Importeure noch weniger Auflagen erfüllen müssen als europäische Hersteller.

Kein Wunder, dass Berichterstatter Guido Sacconi mit seinem ramponierten grünen Bioapfel so erschöpft und unglücklich aussah. Sein Gewissen treibt ihn um, weil er zwischen Arbeitsplätzen und der Gesundheit seiner Wähler entscheiden soll. Vielleicht würde ein mutigeres REACH den Standort Europa mittelfristig stärken und die Gesundheitskosten dazu noch senken.

Aber „mittelfristig“ ist für Politiker wohl ein unvertretbares Risiko. Dass ihm seine ungarische Fraktionskollegin Edit Herczog zum Trost einen glänzenden roten Apfel neben sein verschrumpeltes grünes Exemplar legt, macht die Symbolik der Sache nicht besser. Da muss man doch sofort an Schneewittchen denken.

„Man hat starke Kopfschmerzen“

Der Toxikologe Hermann Kruse ist der Ansicht, dass schon geringe Mengen giftiger Stoffe in Infusionsschläuchen oder Kinderspielzeug krank machen. Daher seien umfassende Tests nötig

taz: Herr Kruse, wie viel Gift verträgt der Mensch?

Hermann Kruse: Das kommt auf den Stoff an. Schon kleine Dosen sehr giftiger Stoffe können etwa dazu führen, dass Männer unfruchtbar und Mädchen zu früh geschlechtsreif werden. Sehr bedenklich sind zum Beispiel Stoffe, die den Kunststoff biegsam machen. Weichmacher wie DEHP, die Sie in Infusionsschläuchen oder Kinderspielzeugen finden, wirken wie Hormone.

Wie stark ist die Belastung?

Sie ist schleichend. Die Stoffe gasen zum Beispiel aus dem Bodenbelag im Büro oder aus dem Sofa zu Hause aus. Sie reichern sich in der Umwelt an, wandern in die Nahrungskette. Irgendwann lagern sie sich im Fett, in der Niere und den Knochen des Menschen ab.

Wie krank macht das genau?

Das Immunsystem wird geschwächt, das Nervensystem angegriffen. Eines Tages hat man starke Kopfschmerzen, ist müde oder kann sich nicht konzentrieren. Die Schäden sind langfristig.

Verursacht die Chemie auch Krebs und Allergien?

Die Schadstoffe leisten garantiert ihren Beitrag dazu, dass ein Tumor entsteht oder schneller wächst. Allerdings ist der Zusammenhang - anders als beim Raucher, der Lungenkrebs bekommt - nicht so eindeutig nachweisbar.

Wie müsste ein vernünftiges Chemierecht aussehen?

Für jeden Stoff, der verkauft wird, muss ausgeschlossen werden, dass er Krebs auslöst, dass er Erbgut angreift oder Föten schädigt. Auch allergische Reaktionen müssen getestet werden.

Wie gut ist die EU-Chemiereform?

Wir bekommen ein bisschen Ordnung, weil erstmals alle Substanzen aufgelistet werden. Es gibt also viel Schreibtischarbeit, aber zu wenig wenig Laborinformationen. Das ist der Fehler.

Weil Sie um Ihren Arbeitsplatz fürchten?

Nein, es geht darum, mehr über die Giftigkeit von Chemikalien herauszufinden. Schon kleine Mengen können gefährlich sein. Und Stoffe wirken zusammen anders als allein. Das muss alles untersucht werden.

Mit welchen Tests?

Als Erstes braucht man eine gute Analytik - damit zum Beispiel hochgiftige Stoffverunreinigungen entdeckt werden. Zum Zweiten müssen wir Substanzen an Ratten, Mäusen und Affen testen - über Jahre. Bisher gibt es keine vernünftigen Ersatzmethoden.

Wie wurden bisher die Risiken festgestellt?

Das war immer reiner Zufall - und zumeist war es bei der Entdeckung bereits zu spät. Die Substanzen wurden dann schon im Blut oder im Urin des Menschen gefunden.

Wie können Verbraucher die chemische Mitgift vermeiden?

Der Konsument kann sich nicht schützen. Überall können giftige Stoffe stecken.

INTERVIEW: HANNA GERSMANN

HERMANN KRUSE, 63, ist stellvertretender Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Dort forscht er u. a. über Schadstoffe in Lebensmitteln und in Gebäudeinnenräumen.

Gift-Abc

Die schädigende Wirkung vieler Chemikalien, denen der Mensch im Alltag kaum ausweichen kann, ist längst bekannt. Verboten sind sie oft nicht - weil die letzte wissenschaftliche Bestätigung fehlt, die nur langfristige Tests liefern könnten.

Antimikrobielle Wischlappen gelten als hygienisch. Dafür stecken in ihnen Stoffe, die Bakterien abtöten - und Allergien auslösen.

Babyfläschchen aus Polycarbonat beinhalten Bisphenol A. Wird das Fläschchen erwärmt, gelangt der Stoff in die Milch und dann in den Körper. Er wirkt wie das weibliche Hormon Östrogen - und wird für Frühreife und Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht.

Computer dampfen bromierte Flammschutzmittel aus, die umweltschädlich sind. Sie verhindern, dass Elektrogeräte Feuer fangen.

Deos können synthetische Moschusdüfte enthalten, die die Haut reizen und Allergien verursachen.

Erdbeeren sind oft mit Giften vom Acker belastet.

Filzstifte enthalten Schwermetalle wie Antimon, das als Krebs erzeugend gilt.

Gummipuppen werden durch Phthalate biegsam. Weil diese Leber und Spermien schädigen, sind sie in Babyspielzeug verboten, sonst aber erlaubt.

Hamburger werden oft in fettundurchlässiges Papier gewickelt, das mit perfluorierten Substanzen behandelt ist. Diese stören den Stoffwechsel.

Isomatten sind schlecht für die Nerven, weil in ihnen phosphororganische Verbindungen stecken.

Jogginghosen werden gegen Schweiß geschützt. Als Anti-Mief-Stoff nehmen Hersteller oft Triclosan, das die Leber schädigt.

Kondome sind häufig mit Krebs erregenden Nitrosaminen belastet.

Lederschuhe werden mit giftigen Färbe- oder Gerbemitteln behandelt. Beispiel: Krebs erregende Chromsalze.

Muttermilch ist mit dem giftigen Pestizid DDT belastet, das schon seit gut 30 Jahren verboten ist.

Nachtlager: Aus Matratzen gasen gleich mehrere Stoffe aus, die einem den Schlaf rauben.

Orientteppiche werden mit synthetischen Pyrethroiden unappetitlich für Motten. Die Stoffe lösen Nervenschäden aus.

Plastiklatschen können Tributylzinn enthalten, das das Immun- und Hormonsystem schädigt.

Quietschenten weisen manchmal Kadmium auf, das die Knochen angreift und das Nervensystem schädigt.

Röcke werden häufig bügelfrei gemacht - mit Formaldehyd, das Allergien auslösen kann.

Shampoo kann den Riechstoff Lyral enthalten. Der wird verdächtigt, Allergien auszulösen.

Teflonpfanne: Damit das Ei nicht anpappt, sind sie mit umweltgefährdenden Antifluorchemikalien ausgestattet.

UV-Schutz in Sonnencreme: Chemische Filter stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken.

Vampirblut: Im Menschenblut sind etliche gefährliche Chemikalien nachweisbar.

Waschmittel: Häufig wird Nonylphenol eingesetzt, das den Hormonhaushalt schädigt und Allergien auslöst.

XXL-Hawaiihemden werden mit Organozinnverbindungen UV-beständig. Die Stoffe schaden Leber, Nerven und Immunsystem.

Yps und andere Zeitschriften: In der Druckerschwärze stecken Lösemittel, die die Nerven schädigen.

Zelte können Cyclohexan ausgasen, das Kopfschmerzen und Schwindel hervorruft.

Stopp BAYER, TTIP und CETA

CBG Redaktion

CBG bei den Protesten gegen TTIP & CETA

Über 300.000 Menschen haben am 17. September 2016 an den Demonstrationen gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA teilgenommen. So ging auch die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) auf die Straße, um gegen die von der EU geplanten Vereinbarungen mit Kanada und den USA zu protestieren, von denen sich BAYER massive Vorteile erhofft. Allein den TTIP-Effekt, der vor allem durch niedrigere Zölle und vereinheitlichte Regulierungsverfahren entsteht, beziffert der Leverkusener Multi auf einen dreistelligen Millionen-Betrag im Jahr. Auch von laxeren Standards für Pestizide, Gen-Pflanzen und hormonell wirksame Stoffe wie Bisphenol A sowie von den Schiedsgerichten hofft der Konzern zu profitieren. „Für Deutschland ist es ein Muss, hier dabei zu sein“, sagt BAYERs Aufsichtsratschef Werner Wenning deshalb. Für die CBG war es so ein Muss, bei den Protesten dabei zu sein.