CBG fordert Maßnahmen zum Schutz des Rheins

Mit den historischen Niedrigständen steigt die Konzentration der Schadstoffe im Rhein, denn die Einleitungen von BAYER & Co. bleiben konstant. Zusätzliche Belastungen erwachsen durch die hohe Wassertemperatur. Sie lässt den Sauerstoff-Gehalt des Flusses sinken und erschwert so die Lebensbedingungen für Fische und andere aquatische Organismen. Darum fordert die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) Maßnahmen. „Landesumweltminister Oliver Krischer muss handeln und kurzfristig schärfere Beurteilungswerte für die Gift-Frachten ansetzen. Die bisherigen, die sich an Mittelwasserständen orientieren, reichen nicht mehr aus“, so Brigitte Hincha-Weisel von der Coordination.
Nach Ansicht der CBG gilt es hierbei zunächst, die besonders gefährlichen Substanzen in den Blick zu nehmen, die auf der D4-Liste des „Leitfadens Monitoring Oberflächengewässer“ aufgeführt sind. Dazu zählen unter anderem bestimmte Metalle, Pestizide, Arzneistoffe und PFAS.
Und wenn diese Produktionsrückstände die neuen Limits überschreiten, kommt für sie nur noch die Sondermüll-Verbrennungsanlage in Frage. Die Bezirksregierung Köln sieht eine solche Möglichkeit ausdrücklich vor. In ihrem Genehmigungsbescheid für den Umbau des Dormagener Pestizid-Werks von BAYER heißt es in Bezug auf die Agrochemikalien Pencycuron, Thiacloprid, Clothianidin sowie die Lösemittel o-Chlorphenol, Toluol und Aceton: „Sollte die Vorbelastung im Rhein bereits so hoch sein, dass keine weiteren Stoffe mehr eingeleitet werden dürfen, so sind diese Stoffe als Abfall zu entsorgen.“
Die Chemie-Industrie nutzt den Rhein nun schon im dritten Jahrtausend als das, was sie einmal als „Opferstrecke“ bezeichnet hat. Aber von Anfang an gab es auch viel Protest dagegen. Der aktuelle findet vom 27. bis zum 30. August beim Rheincamp in Monheim zusammen. Neben der CBG nehmen daran unter anderem das Wasserbündnis Rheinisches Revier, der BUND Düsseldorf und das Netzwerk Rechte der Natur teil.