Kritik an Nanotubes-Anlage in Leverkusen
Die Bayer AG hat im Januar 2010 in Leverkusen die weltgrößte Produktionsanlage für sogenannte Carbon Nanotubes (CNT) in Betrieb genommen. Nanotubes sind winzige Röhrchen aus Kohlenstoff, die u.a. in Lacken, beim Bau von Rotorblättern und in Sportartikeln eingesetzt werden sollen. Das Gefährdungspotential ist weitgehend unbekannt. Tierversuche zeigen jedoch, dass bestimmte CNT die Entstehung von Krebs ähnlich wie Asbestfasern begünstigen können.
Umweltverbände protestieren dagegen, dass die Anlage ohne reguläres Genehmigungsverfahren und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit genehmigt wurde. Die Anlage wurde von der Bezirksregierung Köln als Versuchsanlage eingestuft und deshalb von einem öffentlichen Genehmigungsverfahren nach den Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes befreit.
Angesichts der Größe der Anlage und der Tatsache, dass die produzierten Stoffe in den Verkauf gehen, ist eine Einstufung als „Technikum“ unzulässig. Rechtlich erforderlich wären ein Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit sowie eine toxikologische Bewertung der produzierten Stoffe.
=> Stellungnahme: Umweltverbände kritisieren Genehmigung für Nano-Anlage in Leverkusen
=> Artikel Nanotubes-Produktion in Leverkusen: Genehmigung ohne Risikoprüfung
=> Publik Forum Nanoteilchen: Das Asbest der Zukunft
=> Leverkusener Anzeiger Bayer: Protest gegen Nano-Anlage
=> Rede von Claudia Baitinger (BUND) zur Nanotubes-Produktion in der BAYER Hauptversammlung 2010
=> Carbon nanotubes introduced into the abdominal cavity of mice show asbestos-like pathogenicity in a pilot study: http://www.nature.com/nnano/journal/v3/n7/abs/nnano.2008.111.html#a2
=> A review of carbon nanotube toxicity and assessment of potential occupational and environmental health risks: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16686422
