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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 1. Januar 2000

Bienensterben

CBG Redaktion

23. Februar 2001

Bienensterben durch BAYER-Pestizid Gaucho:

Französische Imker besetzen BAYER-Zentrale in Paris

Mitglieder der französischen Bauerngewerkschaft Confédération Paysanne besetzten gestern die Zentrale des Unternehmens Bayer in Paris. Imker brachten Bienenstöcke mit zahlreichen Bienenvölkern in das Gebäude im Stadtteil La Defense, welches daraufhin geräumt wurde.

Die Imker werfen dem Unternehmen vor, mit dem Verkauf des Pestizids Gaucho das größte Bienensterben der letzten Jahrzehnte verursacht zu haben und die französischen Zulassungsstellen systematisch zu belügen. Die Bienenzüchter fordern ein vollständiges Verbot von Gaucho sowie strengere Zulassungskritierien für Pestizide. Nach einem Gespräch mit Bayer-Direktoren zog ein Demonstrationszug vor das Landwirtschafts- ministerium.

Gaucho wird zur Behandlung von Mais- und Getreide-Saatgut eingesetzt. Der Inhaltsstoff des Pestizids dringt in alle Teile der behandelten Pflanze und in die Pollen ein - eine tödliche Gefahr für die Bienen. Da das Mittel bis zu drei Jahren im Boden verbleibt, können auch unbehandelte Pflanzen eine für Bienen tödliche Giftkonzentration enthalten. Der Imker-Verband Union National d´Apiculteurs (UNAF), der 50.000 Imker vertritt, fordert ein vollständiges Verbot von Gaucho.

Das französische Landwirtschaftsministerium hatte kürzlich ein seit 1999 bestehendes Verbot von Gaucho in Sonnenblumenkulturen verlängert, ein weitergehendes Verbot auf Druck der Pestizidhersteller jedoch abgelehnt. Seit der Einführung des Pestizids im Jahr 1994 sind rund 50% aller Bienenvölker abgestorben.

Informationen vor Ort: Jean-Paul Mahé 0033-2-51872125
Gerne senden wir Ihnen weiteres Material zu.

Tierantibiotika

CBG Redaktion

24. Januar 2001

Nach dem Skandal in bayerischen Mastbetrieben:

Umweltschützer fordern Verbot von Antibiotika in der Tiermast

Nach den jüngsten Skandalen in bayrischen Mastbetrieben forderten heute Vertreter der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) ein generelles Verbot von Antibiotika in der Tiermast. Nach Meinung der Umweltschützer sollen Antibiotika künftig nur im Krankheitsfall und ausschließlich durch Tierärzte verabreicht werden.

Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG: „Die Hälfte der Antibiotika-Produktion landet heutzutage im Tierstall - Jahr für Jahr allein in der EU 10.000 Tonnen. Die Pharmaindustrie hat daher ein vitales Interesse an der tierquälerischen Massentierhaltung und trägt Mitverantwortung für die Gefährdung der Verbraucher.“ Mimkes weist auf die zunehmende Belastung des Grundwassers durch Veterinärprodukte und die steigende Zahl resistenter Keime hin.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert seit Jahren ein Verbot des Einsatzes von Antibiotika in der Tierzucht, da resistente Bakterienstämme, etwa von Salmonellen, über die Nahrungskette in den menschlichen Körper gelangen und unbehandelbare Infektionen auslösen können. Krankheiten wie Tuberkulose, die längst besiegt schienen, breiten sich wieder aus.

In Dänemark, wo die Beimischung von Antibiotika in das Futter von Kälbern, Schweinen und Geflügel untersagt wurde, stieg die Zahl erkrankter Tiere nach dem Verbot nicht an. In den USA wurde kürzlich die Verwendung von Fluoquinolonen in der Geflügelzucht verboten, da nach Auffassung der Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration durch die Verfütterung dieser Antibiotikaklasse resistente Keime entstehen, an denen jährlich rund 5.000 Amerikaner erkranken.

Die deutsche Firma Bayer vertreibt Fluoquinolone unter dem Markennamen Ciprobay für Menschen und unter dem Namen Baytril für Tiere. Das Leverkusener Unternehmen ist weltweit der drittgrößte Hersteller von Veterinär-Produkten, der jährliche Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Mark. Die Hälfte davon entfällt auf den Bereich „Nutztiere“.

OSHA

CBG Redaktion

12. Januar 2001

Nach Unfall mit krebserregenden Chemikalien:

US-Aufsichtsbehörde verhängt Strafe gegen BAYER-Tochter

Die amerikanische Occupational Safety and Health Administration (OSHA) hat eine Strafe von $135.000 gegen die US-Tochter des Leverkusener Bayer-Konzerns verhängt. Hintergrund der Verurteilung ist ein Unfall im texanischen Baytown im vergangenen Sommer, bei dem Mitarbeiter des Unternehmens mit krebserregendem Methylendianilin (MDA) kontaminiert wurden. Die OSHA kontrolliert die Sicherheit in amerikanischen Werken und untersucht die Hintergründe von Unfällen.

Im Juli 2000 waren im Werk Baytown große Mengen MDA ausgetreten. Die Aufsichtsbehörden wurden nicht von der Werksleitung, sondern durch den Hinweis eines Mitarbeiters auf den Fall aufmerksam gemacht und starteten unmittelbare Untersuchungen über den Hergang des Unfalls. Dabei wurden insgesamt sechs schwerwiegende Verstöße des Unternehmens gegen bestehende Sicherheitsverordnungen festgestellt: Die Werksleitung versäumte es, ihre Mitarbeiter mit angemessener Schutzkleidung auszurüsten und stellte zur Beseitung der ausgetretenen Chemikalien keine spezielle Ausrüstung bereit, nach dem Unfall wurden die Beschäftigten weder ärztlich untersucht noch auf die Risiken einer Kontamination mit MDA hingewiesen.

Vergiftungen mit Methylendianilin bewirken Leberschäden, Augenprobleme und Veränderungen der DNA. Die Aufsichtsbehörde OSHA bewertet die Verstöße als besonders ernst, da „eine reale Gefahr schwerer oder tödlicher Vergiftungen bestand, die der Werksleitung bekannt war oder hätte bekannt sein müssen.“ Bayer beschäftigt in Baytown rund 1.200 Mitarbeiter, hinzu kommen 1.300 Arbeiter von Fremdfirmen.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Wir beobachten, dass bei Bayer aus Kostengründen an der Sicherheit gespart wird. Wir verlangen von dem Unternehmen, der Unfallvorsorge in den Werken absolute Priorität einzuräumen.“ Mimkes fordert strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen im Bayer-Management.