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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 22. September 2015

[Flashmob Mirena] Mirena

CBG Redaktion

Risiko Hormonspirale

Die Hormon-Horrorspirale: Virtueller Flashmob

Am vergangenen Wochenende fand auf der Facebook-Seite vom Pharmaunternehmen Bayer ein virtueller Flashmob statt (Freitag, der 18. September bis Sonntag, der 20 Sept.). An diesem Flashmob beteiligten sich 80-100 Frauen verschiedener Nationalitäten, um sich gegen die gezielten Falschinformationen zu den Hormonspiralen Mirena und Jaydess zu wehren. Neben persönlichen Erfahrungsberichten, wurde der Pharmakonzern immer wieder zum Handeln aufgefordert.

1. Da der Wirkstoff (Levonogestrel) der Hormonspirale über den Blutkreislauf auf den gesamten Körper wirkt, muss die Aussage im Beipackzettel korrigiert werden, die Hormonspirale wirke nur “lokal“. Schon nach einer Stunde findet man Nachweise im Blut. Die Hormonspirale wirkt nicht lokal!

2. Der Wirkstoff ist in der Muttermilch nachweisbar, deshalb Hormonspiralen-Verbot für stillende Frauen!

Außerdem wurde eine Vervollständigung des Beipackzettels gefordert, da u. a. das Ärzteblatt schon seit 2009 über psychische Nebenwirkungen der Hormonspirale berichtet, darunter Panikattacken, Angststörungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Unruhe.

Gestartet wurde Freitag abend auf der Facebook-Seite von Bayer. Auf dieser Seite wurden im Lauf der Nacht alle Beiträge kommentarlos gelöscht, so dass es leider nicht mehr möglich war, dort den Flashmob fortzuführen. Somit wurde er auf der FB-Seite von Bayer HealthCare fortgesetzt. Es wurde dort bis Sonntag nacht geschrieben. Am Montag wurden dann auch hier Beiträge gelöscht.

Die Administratoren von Bayer HealthCare antworteten und äußerten Mitgefühl für die Patientinnen, unabhängig von den Ursachen ihrer Beschwerden. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wäre ein Arzt zu konsultieren. Außerdem baten sie um Verständnis, da aus rechtlicher Sicht, alle Kommentare zu verschreibungspflichtigen Medikamenten gelöscht werden müssten (Anmerkung: dies ist von besonderer Ironie, da eine Werbeagentur im Auftrag von Bayer hunderte positiver Kommentare zu Mirena im Internet gepostet hat, siehe hier). Weitere Informationen könne man dem Link entnehmen, jedoch war dieser Link für niemanden zu öffnen.

Mit dieser bisher einmaligen Aktion wollte man auf die fehlerhaften Informationen von Bayer bezüglich der Hormonspiralen hinweisen. Dieser Missstand dauert schon zu lange an. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte folgende Webadresse: www.risiko-hormonspirale.de
Dort sind Studien zur Hormonspirale und weitere Informationen zur Problematik der Hormonspirale zu finden.

Störfall Institute

CBG Redaktion

Presse Information vom 22. September 2015
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Tödliche Explosion im „Bhopal-Schwesterwerk“

USA: BAYER zahlt 5,6 Mio Dollar

Sieben Jahre nach der tödlichen Explosion in einer Pestizidfabrik im amerikanischen Institute zahlt BAYER CropScience 5,6 Millionen Dollar. Dies gab das amerikanische Justizministerium gestern bekannt. Wegen „schwerwiegender Sicherheitsmängel“ wurde eine Strafe von knapp einer Million Dollar verhängt; die restliche Summe wird für Sicherheitsmaßnahmen in mehreren Werken des Konzerns verwendet.

Die Fabrik in West Virginia gehörte ursprünglich zu Union Carbide und galt als „Schwesterwerk“ von Bhopal, weil dort ebenfalls die hochgefährliche Chemikalie Methyl Isocyanat (MIC) eingesetzt wurde. Selbst nachdem in Bhopal 1984 mindestens 20.000 Menschen durch austretendes MIC getötet wurden, lagerten in Institute Dutzende Tonnen der Chemikalie. Das Werk gelangte im Jahr 2002 in den Besitz von BAYER.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) und örtliche Initiativen warnten jahrelang vor den Risiken der Fabrik. Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG: „Die Explosion in Institute zeigt exemplarisch, welche Gefahren Konzerne wie BAYER auf der Jagd nach Profiten in Kauf nehmen. Wir fordern, dass die chemische Industrie auf den großtechnischen Einsatz tödlicher Chemikalien wie MIC und Phosgen grundsätzlich verzichtet. Auch müssen chemische Fabriken von unabhängigen und gut ausgerüsteten Behörden überwacht werden - auf freiwillige Maßnahmen ist kein Verlass, denn BAYER tolerierte auch die gravierenden Sicherheitsmängel in Institute über Jahre hinweg.“

Mimkes hatte vier Monate vor der Explosion in der BAYER-Hauptversammlung einen Stopp der MIC-Produktion in Institute gefordert. Der damalige BAYER-Chef Werner Wenning wies jedoch jeglichen Handlungsbedarf zurück: Die Anlagen entsprächen den „neuesten Sicherheitsstandards“ und hätten eine „ausgezeichnete Störfallbilanz“. Kurz darauf, im August 2008, kam es zu der folgenschweren Explosion, bei der zwei Arbeiter ihr Leben verloren. Die Flammen schlugen rund 50 Meter in den Himmel, die Detonation war in einem Umkreis von 15 km zu spüren.

Eine Untersuchung im US-Kongress kam zu dem Ergebnis: „Durch die Explosion flog ein mehrere Tonnen wiegender Rückstandsbehälter 15 Meter durch das Werk und zerstörte praktisch alles auf seinem Weg. Hätte dieses Geschoss den MIC-Tank getroffen, hätten die Konsequenzen das Desaster in Bhopal 1984 in den Schatten stellen können.“

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren kooperierte bei der Aufklärung der Unglücksursachen auch mit der US-Aufsichtsbehörde Chemical Safety Board (CSB). Ein Untersuchungsbericht des CSB urteilte, dass gravierende Sicherheitsmängel zu der Explosion geführt hatten. Laut CSB waren beim Hochfahren einer Produktionsanlage die Sicherheits-Systeme vorsätzlich außer Kraft gesetzt worden.

BAYER versuchte nach dem Störfall, Bürgerinitiativen und kritische Journalist/innen in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Vertreter von BAYER hatten unter Eid zugeben müssen, dass die Firma Anti-Terrorgesetze dazu missbrauchen wollte, die öffentliche Diskussion über die Sicherheitslage in Institute abzuwürgen. Der US-Kongress urteilte hierzu: „BAYER beteiligte sich an einer Geheimhaltungskampagne. Die Firma hat den Sicherheitskräften entscheidende Informationen vorenthalten, hat den Ermittlern der Bundesbehörden nur eingeschränkten Zugang zu Informationen gewährt, hat die Arbeit von Medien und Bürgerinitiativen unterminiert und hat die Öffentlichkeit unrichtig und irreführend informiert.“

ausführliche Informationen zur Kampagne