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Beiträge verschlagwortet als “Ghostwriting”

Fachzeitschrift zieht Glyphosat-Studie zurück

CBG Redaktion

Ghostwriter MONSANTO

ie Fachzeitschrift Regulatory Toxicology and Pharmacology hat eine 1999 veröffentlichte Glyphosat-Studie, die eine wichtige Rolle in den Zulassungsverfahren spielte, zurückgezogen. Die VerfasserInnen haben nämlich nur ihren Namen hergegeben. Als wahrer Autor fungierte die jetzige BAYER-Tochter MONSANTO.

Von Jan Pehrke

m Jahr 1999 veröffentlichte das Medizin-Journal Regulatory Toxicology and Pharmacology die Glyphosat-Studie „Safety Evaluation and Risk Assessment of the Herbicide ROUNDUP and Its Active Ingredient, Glyphosate, for Humans“. 26 Jahre später zog das Fachblatt die Untersuchung zurück. Co-Herausgeber Martin van den Berg äußerte „ernsthafte ethische Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit der Autoren dieses Artikels sowie der akademischen Integrität der vorgestellten Karzinogenitätsstudien“.

Ausgelöst hatten diese Bedenken interne MONSANTO-Dokumente aus den Entschädigungsprozessen in Sachen „Glyphosat“. Diese weisen nämlich Beschäftigte des Unternehmens als Ghostwriter der Arbeit aus. Nicht von ungefähr stützt sich die Veröffentlichung dann auch nur auf Untersuchungen der jetzigen BAYER-Tochter MONSANTO; andere Langzeitstudien fanden keine Berücksichtigung. Van den Berg zufolge legen die Unterlagen des Gerichts zudem Geld-Zahlungen an die offiziell als Autoren firmierenden Wissenschaftler Gary M. Williams, Robert Kroes und Ian C. Munro nahe. 

Das alles ließ die Zeitschrift das Vertrauen in den Artikels verlieren – der nicht irgendeiner ist. „Dieser Artikel hatte jahrzehntelang einen erheblichen Einfluss auf die regulatorischen Entscheidungen in Bezug auf Glyphosat und ROUNDUP“, hält Berg fest.

Dementsprechend zufrieden zeigten sich damals die Verantwortlichen bei MONSANTO, den Text lanciert zu haben, wie das Webportal The New Ledge mit Verweis auf die Gerichtsquellen darlegte. Die einstige Chef-Lobbyistin Lisa Drake bedankte sich gleich bei mehr als einem dutzend Beschäftigten unter anderem  „für ihre harte Arbeit bei der dreijährigen Datenerhebung, dem Verfassen und Überprüfen der Texte sowie dem Aufbau von Beziehungen zu den Autoren des Artikels“. Und noch 15 Jahre später schlug der MONSANTO-Angestellte William Heydens erneut vor, sich willige WissenschaftlerInnen zu suchen, aber die Kosten wie bei Williams & Co. niedrig zu halten, „indem wir das Schreiben übernehmen und sie sozusagen nur redigieren und unterschreiben“.

Für den Leverkusener Multi ist dagegen alles im grünen Bereich. Die AutorInnen hätten doch unter „Danksagungen“  „wichtige Mitarbeiter von MONSANTO, die wissenschaftliche Unterstützung geleistet haben“ aufgeführt, so der Konzern scheinheilig. Außerdem würden tausende Studien dem Herbizid Unbedenklichkeit bescheinigen. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN forderte die zuständigen Stellen hingegen nach der Aufdeckung des Wissenschaftsbetrugs auf, die Glyphosat-Zulassungsverfahren zu überprüfen. ⎜