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Veröffentliche Beiträge in “Presse-Infos”

Jan Pehrke
Chefredakteur SWB
+49 178 3359268
presse@cbgnetwork.org

Pressestimmen: Die Arbeit der Coordination im Spiegel der Medien.

[Bewertungsmängel] Presse-Information CBG vom 13.06.22

CBG Redaktion

Studie weist gravierende Mängel bei der Bewertung nach

Glyphosat: EU übergeht Krebs-Risiken

Die Europäische Union hat bei der Bewertung von Glyphosat eindeutige Belege für eine krebserregende Wirkung nicht zur Kenntnis genommen. Zu diesem Urteil kommt der Bericht „How the EU risks greenlighting a pesticide linked to cancer“ der „Health and Environment Alliance“ (HEAL). Er stützt sich dabei auf eine Analyse der elf Studien, die im Herbst 2017 zur Zulassungsverlängerung führten. Von diesen elf Untersuchungen attestieren zehn dem Herbizid einen kanzerogenen Effekt, den die BegutachterInnen mittels vielfältiger Operationen schnöde weginterpretiert haben, wie die VerfasserInnen nachweisen.

So bereiteten die EU-ExpertInnen die Rohdaten mittels statistischer Methoden auf, die dem Gegenstand nicht angemessen waren. Auch sortierten die EU-Agenturen klare Befunde wegen angeblicher Überdosierungen der Test-Substanz aus, obwohl es dem HEAL-Report zufolge ein Maß dafür gar nicht gibt. Überdies beachteten die Behörden Hinweise auf einen von Glyphosat ausgelösten, Krebs begünstigenden oxidativen Stress nicht. Damit nicht genug, akzeptierten sie Expertisen zum Ausschluss von Zell-Schädigungen, die nicht dem wissenschaftlichen Standard entsprachen und ignorierten Kontroll-Daten von Reverenz-Studien.

„Die wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Glyphosat Krebs verursachen kann und daher gefährlich für die menschliche Gesundheit ist, häufen sich – aber die EU-Bewertung stützt sich weiterhin hauptsächlich auf die Argumente der Industrie, was dazu führt, dass schädliche chemische Substanzen wie Glyphosat als für die Vermarktung sicher betrachtet werden. Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten dürfen sich bei ihren Entscheidungen nicht länger auf diese dysfunktionale wissenschaftliche Bewertung stützen. Die Mission der EU, den Krebs zu besiegen, beginnt hier und jetzt mit einem Verbot von Glyphosat“, erklärte die HEAL-Autorin Angeliki Lyssimachou.

Sie und ihr Co-Autor Peter Clausing vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) haben die Ergebnisse ihrer Recherchen auch in den von der EU initiierten Konsultationsprozess zur Entscheidung über eine neuerliche Glyphosat-Zulassungsverlängerung eingebracht. „Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Europäische Behörde für Lebensmittel-Sicherheit, die bei der Glyphosat-Evaluation das letzte Wort hat, die Resultate des Berichts zur Kenntnis nimmt. Und das Ergebnis kann dann nur lauten: keine erneute Genehmigung für das Pestizid“, hält Marius Stelzmann von der Coordination gegen BAYER-Gefahren fest.

Pressekontakt:
Jan Pehrke 0211/33 39 11

Schul-Lehrpläne

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 14. April ´99

BUND Landesverband NRW
Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

Protest von Umweltverbänden:

Schul-Lehrpläne verharmlosen Gentechnik

Die Umweltverbände BUND und Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) kritisieren die nordrhein-westfälischen Schul-Lehrpläne wegen ihrer undifferenzierten Parteinahme für die Gentechnik und andere Risikotechnologien. Der Einsatz von Gentechnik in Medizin und Pflanzenzucht, die Kernenergie und die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft werden in den Lehrplänen für die Sekundarstufe II verharmlost dargestellt. Eine Analyse der Gefahren findet ebensowenig statt wie eine Beschreibung ökologischer Alternativen. Der BUND hat sich mit seiner Kritik an die Landtagsfraktionen und an die Lehrplankommission gewandt. Die CBG ruft ihre Mitglieder auf, bei der Landesregierung zu protestieren.

Claudia Baitinger vom Vorstand des BUND NRW: „Der Biologie-Lehrplan darf nicht als Instrument zur Akzeptanzbeschaffung profitorientierter Hochrisikotechnologien herhalten. Zitate wie „Eingriffe in genetische Informationen eröffnen zukunftsweisende Möglichkeiten für Medizin und Landwirtschaft“ gehören wohl eher in die Werbebroschüre eines Chemie-Unternehmens als in einen Lehrplan“. Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG ergänzt: „Offensichtlich ist es der mächtigen chemischen Industrie gelungen, Einfluss auf die Lerninhalte an den Schulen zu erlangen. Die Schulen müssen jedoch unabhängig von Profitinteressen eines Wirtschaftszweiges bleiben und eine distanzierte Sicht auf die Gentechnik beibehalten.“

75% der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen Gentechnik im Nahrungsmittelbereich strikt ab. Die Verbände befürchten, dass durch frühzeitige Einflussnahme auf die Schüler dieses für die Chemie-Multis unerfreuliche Ergebnis verändert werden soll und daher Alternativen wie der ökologische Landbau in den Lehrplänen ausgeblendet werden.

Phosgen

CBG Redaktion

gemeinsame Pressemitteilung vom 19. März 2003

„Bayer verweigert Auskunft über Giftgas-Produktion“

BUND und Coordination gegen BAYER-Gefahren kritisieren Erweiterung der Phosgenproduktion

Düsseldorf: Der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Coordination gegen BAYER- Gefahren e.V. kritisieren in einem Brief an die Landesregierung die Erweiterung der Phosgenproduktion im Bayer-Werk Uerdingen. Die Umweltverbände fordern Informationen über die umstrittene Anlage und Einblick in die Sicherheitsanalyse des Unternehmens.

Phosgen gehörte im 1. Weltkrieg zur ersten Generation von Giftgasen und zählt heute zu den giftigsten Industrie-Chemikalien überhaupt. Der Stoff wird hauptsächlich von der Bayer AG als Vorprodukt in der Kunststoffproduktion eingesetzt. Die Phosgenproduktion gehört nach Atomkraftwerken zu den risikoreichsten Industrie-Anlagen in Deutschland.

Im vergangenen Jahr hat die Bayer AG am Standort Krefeld-Uerdingen die Produktion der Kunststoffe Polycarbonat und Methyldiisocyanat um 100.000 bzw. 24.000 Tonnen/Jahr erhöht. Hiermit einher geht eine Erhöhung der Phosgenproduktion um 60.000 Tonnen/Jahr. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung oder Öffentlichkeitsbeteiligung fand nicht statt.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Wir kritisieren die Genehmigung dieser Erweiterung, da es technisch möglich ist, Polycarbonat phosgenfrei herzustellen. Für das Unternehmen Bayer ist es aber offenbar preisgünstiger, die bestehenden Verfahren weiter anzuwenden. Bei einer Lebensdauer der Anlagen von 25-30 Jahren wird diese hochgefährliche Produktionsweise damit für Jahrzehnte festgeschrieben.“

Die Bayer AG und die zuständigen Behörden weigern sich bislang, Fragen nach den Risiken der Anlage zu beantworten. BUND und CBG hatten erfolglos nach freigesetzten Phosgen-Mengen im Falle eines worst case, Notfallplänen, zwischengelagerten Phosgen-Mengen und den Gefahren bei Flugzeugabstürzen gefragt. Mit Hinweis auf „Terrorgefahr“ blieben die Nachfragen jedoch unbeantwortet.

Angelika Horster, BUND-Chemieexpertin: „Die Anwohner haben ein Recht auf Informationen, welcher Gefahr sie im Falle eines Störfalles ausgesetzt sind und wie sie sich vor dem Giftgas schützen können. Die Erweiterung der Anlagen war schon vor über zwei Jahren in Planung. Für uns ist damit klar, dass der Gewaltakt vom 11. September 2001 dazu missbraucht wird, unangenehmen Informationspflichten aus dem Wege zu gehen.“ BUND und CBG haben Umweltministerin Bärbel Höhn deshalb gebeten, diesen Missbrauch nicht zu unterstützen.

[HV] CO-Pipeline

CBG Redaktion

Bau-Stopp der Bayer-Pipeline
Keine Risiko-Leitung durch Wohngebiete in NRW

Pressemitteilung vom 27. April 2008

CO-Pipeline-Gegner auf der Bayer-Hauptversammlung - soll der NRW-Landtag Wennings Rechtstreit regeln?

Marlis Elsen, Dieter Donner und Harald Jochums von der Bürgerinitiative „Baustopp der Bayer-Pipeline“ sowie Axel Köhler-Schnura von der CBG stellten dem Vorstand zahlreiche sachlich fundierte Fragen zum Bau der CO-Pipeline.
Werner Wenning blieb uns die Beantwortung der Fragen schuldig, seine Ausfüh-rungen zur Begründung der Notwendigkeit der Pipeline beinhalteten nichts neues. Man kann sie fast wortgetreu den Bayer-Broschüren entnehmen und sie waren nahezu identisch mit den Ausführungen des Projektleiter Werner Breuer auf den früheren Informationsveranstaltungen.
Interessant auch das Demokratieverständnis von Wenning. Axel Köhler-Schnuras Fragen bezogen sich auf die demokratische Legitimation, diese Leitung zu bauen. Bei der Beantwortung kristallisierte sich ein eigentümliches Demokratie- und Rechtsverständnis des Vorstandes heraus. Herr Wenning sieht in der Entschei-dung des Landtages begründet, dass der Bau der Leitung von einer großen demokratischen Mehrheit getragen wird. Ein Jahr Protest, Demonstrationen, Reden und Gegenargumente, Mahnwachen und über 83 000 Unterschriften sieht er nicht als das richtige Mittel einer demokratischen Kultur und wollte dazu auch keinen Kommentar geben. Seiner Meinung nach wird die Frage des Allgemein-wohls der CO- Leitung im Landtag noch einmal behandelt werden und lediglich dessen Votum wird für ihn wegweisend sein. Dass die zwangsweise Inanspruch-nahme von fremdem Eigentum für private Bayer-Zwecke spätestens beim Bundes-verfassungsgericht kassiert zu werden droht und solange der Betrieb der Leitung blockiert wird, scheint ihm gleichgültig zu sein.
Ähnlich realitätsfern ist seine Aussage, dass er angeblich auf eine offene Dialogkultur setzt. Den Beweis dafür ist er bisher schuldig geblieben.
Angebote zum Dialog mit den Bürgerinitiativen waren stets damit verbunden, dass die Presse und Öffentlichkeit ausgeschlossen bleiben sollte.
Zwei interessante Begebenheiten noch:
Zum Ersten war es bemerkenswert, dass während des Redebeitrags von Marlis Elsen im Presseraum bereits nach kurzer Zeit der Strom ausfiel; wobei diese technische Störung in der ansonsten perfekt organisierten Veranstaltung an diesem Tag die einzige war. War dies Absicht oder „gewollter Zufall“? Jeder möge sich selbst dazu seine Gedanken machen.
Zum Zweiten überraschten uns mehrere Kleinaktionäre nach unseren Redebei-trägen mit der Überlassung ihrer Stimmkarten. Das konnte das Stimmenverhältnis nicht wesentlich verändern. Aber es zeigt doch, dass wir mit unseren Argumenten zumindest bei einem Teil der Aktionäre Zustimmung fanden.

Stand der Unterschriften am 25.04.08: 83.500
Dieter Donner (Pressekoordinator der Initiativen Monheim, Hilden, Langenfeld, Erkrath, Ratingen, Solingen, Düsseldorf)
Telefon (02103) 65030 dietersdonner@arcor.de

BAYER-Hauptversammlung am 25. April in Köln:

Einladung zur Protestaktion gegen die CO-Pipeline

Jetzt den neuen Protest-Aufkleber „Stop BAYER-Giftgasleitung!“ bestellen

Das Groß-Feuer im Kölner Norden hat einmal mehr gezeigt, dass Lecks an Rohrleitungen nie ganz ausgeschlossen werden können. Ein hochgiftiges Gas wie Kohlenmonoxid darf daher niemals durch dichtbesiedelte Wohngebiete geleitet werden!

Am 25. April wird der Vorstand der Bayer AG vor rund 7.000 Aktionären und zahlreichen Medienvertretern die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres präsentieren. Kritische Aktionäre haben bereits in den vergangenen Jahren dieses Forum genutzt, um gegen den Bau der CO-Pipeline zu protestieren.

Auch in diesem Jahr werden die Aktionäre vor den Kölner Messehallen mit Flugblättern und Transparenten empfangen. Alle Gegner der Pipeline sind aufgerufen, sich an diesem öffentlichkeitswirksamen Protest zu beteiligen.

Treffpunkt: Freitag, 25. April 2008, ab 9 Uhr
Köln-Deutz, Messehalle 7, Eingang Nord, Deutz-Mülheimer-Straße 111

Ein Gegenantrag von Axel Köhler-Schnura zur Hauptversammlung, in dem der Bau der Pipeline kritisiert wird, wurde auf der homepage von Bayer veröffentlicht: http://www.hv2008.bayer.de/de/Gegenantraege-2008.pdfx (ab Seite drei). Auch in der Hauptversammlung werden Kritiker das Wort ergreifen und einen Baustopp der Pipeline fordern.

Um die Pipeline zu stoppen, muss der Widerstand weiter verstärkt werden. Sie können helfen. Bestellen Sie Aufkleber und Flugblätter und verbreiten Sie diese im Freundes- und Bekanntenkreis.

Aufkleber gibt es einzeln für 1,50 Euro
ab 10 Exemplare 11,00 Euro
ab 50 Exemplare 40,00 Euro
ab 100 Exempalre 60,00 Euro
zzgl. 2,50 Porto/Verpackung
Flugblätter und Unterschriftenlisten gibt es gegen freiwillige Spende.

email an bestellung@j5a.net
Fon 0211 - 26 11 210 / Fax 0211 - 26 11 220

Weitere Informationen zur Kampagne unter http://www.cbgnetwork.de/1968.html

[Risiko Pille] Presse-Information CBG 23.10.19

CBG Redaktion

ARD zeigt Fernsehfilm über die gefährlichen Verhütungsmittel von BAYER & Co.

... denn sie wissen, was sie tun

Am heutigen Mittwoch strahlt die ARD einen Fernsehfilm über die Risiken und Nebenwirkungen von Verhütungsmitteln aus. Im Mittelpunkt von „Was wir wussten – Risiko Pille“ steht dabei die erhöhte Thromboembolie-Gefahr, die von den neueren Kontrazeptiva ausgeht. „Wie solche Risiko-Präparate auf den Markt kommen und was in den Leuten vorgeht, die für die Markt-Einführung verantwortlich sind“ – dieser Frage geht das Werk nach Auskunft der Drehbuch-Autoren Eva und Volker A. Zahn nach. Zudem widmet es sich den perfiden Marketing-Methoden von Herstellern wie BAYER, welche die Pharmazeutika mit Versprechungen wie „Gewichtsabnahme“ oder „wirkt gegen Akne“ als Lifestyle-Präparate bewerben. Volker A. Zahn kritisiert das scharf: „Diese Strategie muss man den Konzernen vorwerfen, die nur den Erfolg sehen. Noch heute sind die Pillen der 3. und 4. Generation die meistverkauften Kontrazeptiva in Deutschland. Der BAYER-Konzern hat in den letzten Jahren mit diesen Produkten mehr Umsatz gemacht als mit ASPIRIN.“ Auf 639 Millionen Euro belief sich dieser allein mit den Erzeugnissen aus der YASMIN-Familie.

Der Film basiert auf akribischen Recherchen. Die AutorInnen nahmen Kontakt mit Geschädigten von der Selbsthilfe-Gruppe risikoPILLE auf und konnten sich bei der Darstellung der „Gegenseite“ auf InformantInnen aus der Industrie stützen. So ist es dann auch keine bloße Drehbuch-Idee, wenn die „Was wir wussten“- Hauptfigur Dr. Carsten Gellhaus die Pille, deren Markt-Eintritt er vorbereitet, seinen eigenen Töchtern nicht in die Hand geben will – es beruht auf Tatsachen.

Hunderte von Toten haben die Pharmazeutika schon gefordert. Allein zu drospirenon-haltigen Pillen wie YASMIN, YASMINELLE und YAZ registrierte die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA in den letzten zwölf Monaten fast 37.000 Meldungen über unerwünschte Arznei-Effekte.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) warnt bereits seit zehn Jahren vor YASMIN & Co. Immer wieder setzte sie die von diesen Verhütungsmitteln ausgehenden Gesundheitsgefährdungen auf die Tagesordnungen der BAYER-Hauptversammlungen und gab Betroffenen die Möglichkeit, den Vorstand direkt mit ihrem Leiden zu konfrontieren. Die ManagerInnen ließ das jedoch kalt. Sie stehen nach wie vor in Treue fest zu den Millionen-Sellern. So bescheinigte ihnen Konzern-Chef Werner Baumann noch auf dem letzten AktionärInnen-Treffen am 26. April „ein positives Nutzen/Risiko-Profil“. Auf den Beipackzetteln heißt es derweil lapidar: „Alle Frauen, die kombinierte hormonale Kontrazeptiva anwenden, haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in den Venen (venöse Thromboembolie (VTE)) oder Arterien (arterielle Thromboembolie (AT))“. Das spezifische Risiko findet sich nur im Kleingedruckten, wenn der Leverkusener Multi eine Aufstellung präsentiert, die für YASMIN deutlich mehr Thromboembolie-Fälle ausweist als für Wirkstoffe der 2. Generation wie Levonorgestrel. Während sich unter YASMIN bei 9-12 von 10.000 Frauen pro Jahr ein Blutgerinnsel bildet, kommt es BAYER zufolge unter Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat nur bei 5-7 von 10.000 Frauen dazu.

„Wir hoffen, dass der Film noch einmal zu einer Diskussion über das besondere Gefährdungspotential von YASMIN & Co. führt. Die Politik muss endlich reagieren und die Pillen verbieten, damit nicht noch mehr Menschen durch BAYERs Profit-Sucht sterben“, so Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der CBG abschließend.

Pressekontakt:
Jan Pehrke 0211/30 58 49

[Ratspräsidentschaft] BAYER & Co. raus aus Brüssel!

CBG Redaktion

Appell zu Deutschlands Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft

Am 1. Juli wird Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Das CORPORATE EUROPE OBSERVATORY (CEO), LOBBYCONTROL, die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) und zahlreiche andere Organisationen haben die Befürchtung, dass dabei die großen Konzerne die Marsch-Richtung vorgeben werden. Diese haben nämlich einen enormen Einfluss in Berlin, wie die von den Initiativen verfasste Studie „Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft – Industrie in der Hauptrolle“ zeigt.

Ob BAYER, BASF & Co., die Auto-Branche, die Finanzwirtschaft oder die Erdgas-Industrie – sie alle widmen sich in der Hauptstadt mit großem Erfolg der Pflege der politischen Landschaft. Darum appellieren die Gruppen in einem gemeinsam verfassten Statement an die Bundesregierung: „Die EU-Ratspräsidentschaft darf Konzern-Interessen nicht über das öffentliche Interesse stellen. Es muss Schluss sein mit privilegierten Zugängen großer Konzerne und einseitigen Klüngelrunden mit mächtigen Lobby-Gruppen.“

Hier findet Ihr die Studie von LobbyControl zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Hier findet Ihr das Statement zivilgesellschaftlicher Organisationen zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft, welches die Coordination mit unterzeichnet hat.

[Nur noch zwei Tage bis zu den Protesten] Vollständiges Programm der Präsenz- und Online-Proteste

CBG Redaktion

Hier vor dem Hintergrund der turbulenten Ereignisse im Vorfeld der BAYER-HV am 27.04.2021 das vollständige Programm aller Proteste zur BAYER-Hauptversammlung am 27. April 2021.

Nachdem die Coordination geen BAYER-Gefahren (CBG) als Vertreterin Zehntausender BAYER-Aktien dem Vorstand- und Aufsichtsrat wegen der andauernden Glyphosat-Verbrechen mit mehreren Gegenanträgen (siehe www.BAYER.de) die Entlastung verweigert, hat sich nun die DEKA als Großaktionär der Nicht-Entlastung angeschlossen. Nach 2019 droht damit Baumann, Wenning und Co nun die zweite Nicht-Entlastung.

Was BAYER aktuell in Mexico und USA treibt ist skandalös: Der Konzern versucht mit schmierigen Winkelzügen aus der juristischen Rechenschaftspflicht zu entkommen.

Zur Hauptversammlung selbst betreibt der Konzern weiterhin die Flucht vor der Kritik in die virtuelle Irrealität und behindert kritische Stimmen und Proteste mit bürokratischen Stolpersteinen und Schwierigkeiten.

„In vollkommener Verblendung verkennen die Verantwortlichen des Konzerns, Baumann, Wenning & Co, die Zeichen der Zeit. Die Welt ist nicht mehr bereit, die Verbrechen, die die Gesundheit der Menschen Tag für Tag im Namen der Profite millionen- und abermillionenfach schädigen und die Umwelt und das Klima im Weltmaßstab ruinieren, hinzunehmen“ “ so Axel Köhler-Schnura, Mitglied des Vorstands der CBG (seit 1978) zu den anstehenden HV-Aktionen.

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Präsenz-Protest-Kundgebung vor der BAYER-Konzernzentrale in Leverkusen 27. April 9.30 -11.00 Uhr

Protest-Kundgebung vor der BAYER-Konzernzentrale in Leverkusen mit verschiedenen Aktionen, Redner*innen und Kulturbeiträgen.

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Live: Internationale Online- Proteste zur BAYER HV 2021


  • StopBAYER/MONSANTO

Diese eMail enthält das vollständige Programm des internationalen Protest Livestreams zur BAYER HV 2021.

INFOS FÜR PRESSE

Die Hauptversammlung 2021 von BAYER/MONSANTO findet rein online statt. Auch in diesem Jahr hat die Coordination ein internationales Programm mit Geschädigten und Kritiker*innen der Konzernverbrechen BAYERs zusammen gestellt. Zu Wort kommen Glyphosat-Geschädigte aus Lateinamerika, Agent Orange-Geschädigte aus Vietnam und den USA, sowie Duogynon-Geschädigte aus Großbritannien und Deutschland.

+++Noch Fragen? Alle Infos auf +++

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mailto:info@cbgnetwork.org
0211/33 39 11

Hier geht es zum Programm des Livestreams

[Abrechnungsbetrug] Presse-Information CBG vom 13.07.21

CBG Redaktion

Prozess in Italien wegen Abrechnungsbetruges

BAYER vor Gericht

Morgen, am Mittwoch, beginnt in Mailand der Prozess gegen ManagerInnen der Pharma-Unternehmen BAYER, NOVARTIS und MYLAN sowie des Krankenhaus-Konzerns SAN DONATO. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten gemeinschaftlich begangenen Abrechnungsbetrug zu Lasten der öffentlichen Gesundheitssysteme vor. SAN DONATO hatte beim regionalen Gesundheitsdienst der Lombardei Arznei-Rechnungen der drei Pillen-Riesen eingereicht, die nicht die wahren Preise auswiesen, da die Firmen der Hospital-Kette unter der Hand Rabatte gewährten. Mehr als zehn Millionen Euro kostete das die Krankenkasse in dem Zeitraum von 2013 bis 2019.

„BAYER ist Wiederholungstäter. Der Global Player fällt immer wieder durch solche Delikte auf. Das ‚Business as usual‘ allein kann seine Profitgier offenbar nicht stillen. Es müssen immer auch ein paar Kapitalverbrechen her“, konstatiert Marius Stelzmann von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG).

Anfang der 2000er Jahre hatte der Leverkusener Multi die beiden staatlichen Gesundheitsprogramme der USA – Medicaid und Medicare – in Tateinheit mit anderen Medikamenten-Herstellern, Krankenhäusern, ÄrztInnen und Apotheken auf ähnliche Weise geschröpft. Den Einrichtungen, die Bedürftigen Arzneien zur Verfügung stellen, entstanden so jährliche Mehrkosten von rund einer Milliarde Dollar. Im Jahr 2000 musste die Aktien-Gesellschaft dafür 14 Millionen Dollar Strafe zahlen und 2003 sogar 250 Millionen Dollar.

Pressekontakt:

Marius Stelzmann 0211/33 39 11

[Zapatistas] Besuch der Zapatistas bei BAYER/MONSANTO

CBG Redaktion

Am vergangenen Dienstag konnte die Coordination gegen BAYER-Gefahren besondere Gäste begrüßen. Eine Abordnung der zapatistischen Delegation, sowie der Medios libres und der Frente de Pueblos en defensa de la Tierra y el agua, welche momentan Europa bereisen, um die europäische Linke und ihre Kämpfe kennenzulernen, trafen sich mit uns, um mit uns über die Gefahren, welche von BAYER/MONSANTO für ihre Heimat drohen, zu sprechen.

Wir begrüßten die Delegation vor dem Carl Duisberg-Park direkt neben der Konzernzentrale des Giganten. Zunächst machten wir mit allen Anwesenden eine Vorstellungsrunde, dann begaben wir uns auf einen Spaziergang Richtung Park. Wir erläuterten den GenossInnen, dass es sich bei dem friedlichen Park um das stille Herz eines weltweiten Imperiums handele, in dem die Profite gebündelt werden, die mit der Vergiftung ihrer Heimat mit Glyphosat, genetisch veränderten Pflanzen und Agrarchemikalien erwirtschaftet wurden. Am Beispiel der herrschaftlichen Ästhetik der Anlagen des Parks, seiner Statuen und Bauten zeigten wir die Ideologie, die BAYER/MONSANTO verkörpert.

Eine Rast auf unserem Spaziergang legten wir am Floratempel im Park ein, welcher vom Bildhauer Professor Fritz Klimsch nach dem Vorbild des Apollotempels in Versailles gestaltet wurde. Die Kosten in Höhe von 122.660 Reichsmark trug Duisberg 1921 größtenteils selbst. Dieser Tempel diente dem Entwickler und Lieferer von Chemiewaffen an die Regierung des deutschen Kaiserreiches auch als letzte Ruhestätte. Hier sprachen wir über die komplette Geschichte der Verbrechen des BAYER/MONSANTO-Konzerns, von Chemiewaffen in beiden Weltkriegen, Zwangsarbeit im KZ Monowitz, Medikamentenversuche an Heimkindern in der Nachkriegszeit, Produktion von Agent Orange für die US-Kriegsmaschine in Vietnam bis hin zu den modernen Problemen: Vergiftung der Erde, besonders Lateinamerikas mit Glyphosat und anderen Ackergiften, Produktion von hormonellen Verhütungsspiralen wie YASMINELLE, welche Trombosen hervorrufen und Verschärfung des Klimawandels durch CO2-Ausstoß. Danach stellten wir die Arbeit der Coordination vor und deren Ziel: Alle Kämpfe gegen BAYER/MONSANTO zu vereinigen, damit eine Vergesellschaftung, eine demokratische Kontrolle des Konzerns erreicht werden kann. Wir erläuterten, wie die Coordination durch Halten von Aktien des BAYER-Konzerns ermöglicht, dass KritikerInnen der BAYER-Konzernverbrechen ihre Stimme direkt für Vorstand und AktionärInnen hörbar machen können.

Dann sprachen die Companeras, damit wir aus ihren Erfahrungen und Kämpfen lernen konnten. Sie erzählten von vielfältigen Krankheiten, die sich Menschen in ihrer Heimat durch Glyphosat und andere Ackergifte in ihrer Heimat zuzogen und stellten Fragen zu Kämpfen, die in Europa gegen BAYER/MONSANTO stattfanden.

Den Abschluss fand die Begegnung zweier Welten des Widerstandes vor der BAYER/MONSANTO-Konzernzentrale. Hier präsentierten wir den GenossInnen unser Geschenk für ihre weitere Reise: Ein Transparent, welches in deutscher und spanischer Sprache ein Ende des Agrarkolonialismus von BAYER/MONSANTO fordert. Die GenossInnen waren begeistert und wir nutzten die Gelegenheit für ein gemeinsames Foto mit dem Transparent vor der Konzernzentrale selber. Laut erschallte der Ruf „Zapata vive, la lucha sigue!“ über den Vorplatz und jagte den Securities des Konzerns einen solchen Schrecken ein, dass sie uns auf unserem Rückweg fast bis zu unseren Autos zurück begleiteten. Dort angekommen dankten wir den Zapatistas noch einmal von Herzen für ihren Besuch, verabschiedeten uns und wünschten gute Weiterreise.

Wir blicken zurück auf ein Zusammentreffen, welches uns sehr bewegt hat und hoffen auf einen weiteren gemeinsamen Kampf!

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USA

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 18.12.98

Aufarbeitung der Geschichte gefordert:

Amerikanische Initiative attackiert BAYER

Die amerikanische Gruppe Committee for Appropriate Acknowledgment hat sich heute mit einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden des BAYER-Konzerns, Manfred Schneider, gewandt. Die jüdische Initiative wirft dem Unternehmen vor, seiner Verantwortung, die aus der Beteiligung an dem Holocaust resultiert, nicht gerecht zu werden. Der Sprecher des Vereins, David Rosenberg, fordert: „Die Geschichte von BAYER ist eng mit der der IG Farben verbunden. Indem Sie sich der Vergangenheit stellen und den noch lebenden Opfern der IG Farben Gerechtigkeit zukommen lassen, können Sie auch zu diesem späten Zeitpunkt einen Rest an Moral demonstrieren.“ Die Gruppe aus Pittsburgh, dem Stammsitz der amerikanischen BAYER-Tochter, erinnert daran, daß Tausende von Zwangsarbeiter bis heute keinerlei finanzielle Kompensation erhalten haben.

Der offene Brief ist Teil einer internationalen Aktion, die am heutigen Freitag mit Demonstrationen in mehreren Städten auf die Rolle der IG Farben im Dritten Reich hinweist. Neben einer Auflösung der bis heute existenten IG Farben in Liquidation wird eine Haftung auch der Nachfolgegesellschaften BAYER, BASF und HOECHST gefordert. Hierzu Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „BAYER darf die IG Farben i.L. nicht weiter als Blitzableiter benutzen. Das Unternehmen muß sich zu seiner Schuld bekennen und den Opfern von Zwangsarbeit und Menschenversuchen eine offene Entschuldigung aussprechen.“

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren war in den 80er Jahren einer der Initiatoren der Proteste gegen die IG Farben. Die IG hatte in Auschwitz ein eigenes Werk betrieben und etwa 300.000 Zwangsarbeiter ausgebeutet, auch an den Standorten Leverkusen und Krefeld gab es Arbeitslager. Bis heute weigert sich der Leverkusener Multi aber, den Opfern Entschädigungen zu zahlen. In den USA mußte der Konzern auf den Druck des Committee for Appropriate Acknowledgment reagieren. Helge Wehmeier, Vorsitzender der amerikanischen BAYER-Niederlassung, sprach eine „tiefe Entschuldigung dafür aus, was mein Land und die IG Farben Millionen von Opfern angetan haben“. In Deutschland bleibt das Unternehmen den Opfern eine ähnliche Erklärung bis heute schuldig.

Pestizide

CBG Redaktion

gemeinsame Pressemitteilung vom 25.11.98

Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) e.V.
GRÜNE LIGA Berlin e.V.-Netzwerk ökologischer Bewegung
Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) e.V.
Naturschutzbund NABU Landesverband Berlin e.V.

Offener Brief gegen Ausstellungs-Sponsoring

In einem offenen Brief äußern heute die Umweltverbände Grüne Liga, Coordination gegen BAYER-Gefahren, Naturschutzbund NABU und Pestizid Aktions-Netzwerk Kritik an der Ausstellung „Naturfotos des Jahres“. Im Berliner Museum für Naturkunde werden ab dem 1. Dezember die „schönsten Naturfotografien der Welt“ präsentiert - mit finanzieller Hilfe der Pestizidabteilung des Chemie-Konzerns Bayer. Die Ausstellung, die „die Schönheit und gleichzeitige Gefährdung unserer natürlichen Umwelt bewußt machen“ soll, wird von der Zeitschrift natur organisiert.

Philipp Mimkes von der CBG: „Das sinnvolle Anliegen, die Vielfalt und die gleichzeitige Bedrohung der Natur zu zeigen, wird durch die Zusammenarbeit mit einem Brunnenvergifter wie der Bayer AG völlig konterkariert. Ausgerechnet die engagierte Zeitschrift natur legitimiert somit den Einsatz von Pestiziden - obwohl dieser zu den großen ökologischen Problemen unserer Zeit gehört.“

Die Leverkusener Bayer AG gehört weltweit zu den fünf größten Pestizid-Herstellern. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erleiden jährlich mehr als eine Million Menschen schwere Pestizid-Vergiftungen, rund 20.000 Fälle verlaufen tödlich. Die Welternährungsorganisation FAO spricht von einer „Umwelttragödie“. Die schleichende Vergiftung von Böden und Gewässern, die Ausrottung nützlicher Pflanzen- und Tierarten und die Zunahme pestizidresistenter Schädlinge stören das ökologische Gleichgewicht empfindlich. Pestizide gelten daher als ein wesentlicher Verursacher des Artensterbens. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 35.000 to Ackergifte versprüht, rund 30% unseres Grundwassers sind mit Pestiziden belastet.

Die Umweltverbände fordern das Museum für Naturkunde und die Zeitschrift natur auf, diese Zusammenarbeit mit der Bayer AG einzustellen. Eine solche Kooperation schadet dem Umwelt- und Naturschutz.

Zwangsarbeit

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 22.10.98

Nach dem Treffen von Gerhard Schröder mit den Spitzen der Industrie:

BAYER-Konzern muß angemessene Entschädigungen leisten

Anläßlich des gestrigen Treffens des designierten Kanzlers Schröder mit den Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Konzerne erklärt die Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. (CBG): Das Chemieunternehmen BAYER muß endlich seine ehemaligen Arbeitssklaven gerecht und individuell entschädigen. Alle IG Farben-Zwangsarbeiter und ihre Hinterbliebenen müssen eine angemessene Entschädigung erhalten, notfalls müssen die Konzerne von der Regierung zu einem gerechten Verhalten gezwungen werden. Jetzt ist die letzte Chance, den Betroffenen noch zu helfen.

Jan Pehrke von der CBG: „Die Verantwortlichen bei BAYER handeln in dieser Frage völlig gewissenlos. Sie setzen auf die „biologische Lösung“ und warten den Tod des letzten Zwangsarbeiters ab. Gerade die IG Farben - Nachfolger BAYER, BASF und HOECHST tragen eine große historische Schuld, der sie endlich entsprechen müssen. Die neue Regierung ist gefordert, den notwendigen Druck auf die Verantwortlichen in den Unternehmen auszuüben.“ Ein diesbezüglich von der CBG initiierter Aufruf wird von Auschwitz-Komitee, Aktion Sühnezeichen, Gewerkschaften und Kritischen Aktionären unterstützt.

Die IG Farben hatte in Auschwitz ein Werk betrieben und etwa 300.000 Zwangsarbeiter ausgebeutet. Auch an den Werksstandorten Leverkusen und Krefeld gab es Arbeitslager. Hierzu Jan Pehrke: „BAYER profitiert noch heute von den Entdeckungen aus den IG-Laboren. Die Entwicklung zahlreicher Kunststoffe und Pharmazeutika fällt in die NS-Epoche und ist daher unauflöslich mit der Ausbeutung von Zwangsarbeitern und den unwürdigen Menschenversuchen in den KZ verbunden. BAYER, BASF und HOECHST müssen die Opfer ihrer skrupellosen Geschäftspolitik individuell und angemessenen entschädigen.“

Offener Brief

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 19.8.98

Nach Zahlungen von VW und der Schweizer Banken:

BAYER-Konzern zu Entschädigungen aufgefordert

In einem offenen Brief fordert die Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. das Chemieunternehmen BAYER auf, seine ehemaligen Arbeitssklaven finanziell zu entschädigen. Wörtlich heißt es: „Die IG Farben-Firmen BAYER, BASF und HOECHST müssen mit ihrer historischen Schuld konfrontiert werden. Wir fordern eine angemessene Entschädigung aller IG Farben-Zwangsarbeiter und ihrer Hinterbliebenen durch die Nachfolgefirmen“. Das Auschwitz-Komitee, die Aktion Sühnezeichen, Gewerkschafter und Kritische Aktionäre unterstützen die Forderungen. Der Druck auf den BAYER-Konzern verstärkt sich, seit die Volkswagen AG die Ansprüche ehemaliger Zwangsarbeiter kürzlich anerkannte und sich zu Zahlungen bereiterklärt hat.

Jan Pehrke von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „BAYER profitiert noch heute von den Entdeckungen aus den IG-Laboren. Das Unternehmen bekennt sich unbefangen zu seiner Tradition, wenn es darum geht, „60 Jahre Polyurethan-Chemie“ oder „60 Jahre Perlon“ zu feiern. Die Entwicklung zahlreicher Kunststoffe und Pharmazeutika fällt in die NS-Epoche und ist daher unauflöslich mit der Ausbeutung von Zwangsarbeitern und den unwürdigen Menschenversuchen in den KZ verbunden. BAYER, BASF und HOECHST müssen sich zu ihrer unrühmlichen Geschichte bekennen und die Opfer ihrer skrupellosen Geschäftspolitik mit einer angemessenen Summe entschädigen.“

Die IG Farben hatte in Auschwitz ein Werk betrieben und etwa 300.000 Zwangsarbeiter ausgebeutet. Auch an den Werksstandorten Leverkusen und Krefeld gab es Arbeitslager. Bis heute weigert sich der Leverkusener Multi aber, den Opfern von Menschenversuchen und Sklavenarbeit eine Entschuldigung auszusprechen. In den USA hingegen mußte der Konzern auf Druck von jüdischen Organisationen reagieren: Helge Wehmeier, Vorsitzender der amerikanischen BAYER-Niederlassung, sprach eine „tiefe Entschuldigung dafür aus, was mein Land und die IG Farben Millionen von Opfern angetan haben“. Hierzu Jan Pehrke: „Die Verantwortlichen bei BAYER handeln in dieser Frage völlig gewissenlos und setzen auf die „biologische Lösung“, das heißt, sie warten den Tod des letzten Zwangsarbeiters ab. Der Konzern reagiert nur auf äußeren Druck, und jetzt ist die letzte Chance, den Betroffenen noch zu helfen“.

Störfall Dormagen

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 29.6.98

Ein Jahr nach dem Großunfall im BAYER-Werk Dormagen:

Fragen bleiben bis heute offen

Am 30. Juni 1997 platzte im BAYER-Werk Dormagen ein Reaktor zur Herstellung des Kunststoff-Vorprodukts Toluylendiamin (TDA). Die betreffende Anlage war erst wenige Monate zuvor in Betrieb genommen worden. 12 Tonnen des krebserregenden Stoffes traten aus, gerieten teilweise in Brand und gelangten bis über die Werksgrenzen. Trotz mehrmonatiger Untersuchungen durch den TÜV konnte die Unfallursache bis heute nicht zweifelsfrei ermittelt werden! Am 10. April diesen Jahres kam es wegen eines geplatzten Ventils erneut zu einer Freisetzung von 5 Tonnen TDA.

Folgende Fragen bleiben nach Meinung der Coordination gegen BAYER-Gefahren ungeklärt:

· BAYER führt die Explosion auf eine ungewöhnlich lange und verwinkelte Zuleitung zurück, in der sich Ablagerungen gebildet hätten. Warum wurde diese Leitungsführung gewählt? Wie konnte es zu der Sicherheitsabnahme der Anlage nur wenige Monate vor der Explosion kommen?
· Wie kann BAYER heute einen sicheren Betrieb garantieren, wenn die Gefahren seinerzeit nicht vorhergesehen wurden und die Ursache der Explosion noch immer nicht zweifelsfrei feststeht?
· Wie sieht die Zusammensetzung der entstandenen Brandgase aus? Welche Risiken (auch langfristig) gehen von ihnen aus? Warum wurden die Anwohner des Werkes nicht ärztlich untersucht?

Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG: „Risikoreiche Anlagen müssen mit einer zusätzlichen Hülle gesichert werden. Denn obwohl Leckagen in druckführenden Rohren zu den häufigsten Ursachen von Störfällen gehören, bleibt bei BAYER eine Ummantelung von Anlagen und Leitungen die Ausnahme. Außerdem müssen die Anwohnerinnen und Anwohner gründlich über Gefahren risikoreicher Anlagen informiert werden, wie es auch §11 der Störfallverordnung verlangt. Hierzu gehört unter anderem eine detaillierte Aufzählung aller produzierten und gelagerten Stoffe, mit Mengenangaben und potentiellen Gesundheitsgefahren. Auf die lange Sicht muß es aus Sicherheitsgründen das Ziel sein, gefährliche Anlagen und Wohngebiete räumlich voneinander zu trennen.“