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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 2. Dezember 2005

[No Pesticides] Day of No Pesticides

CBG Redaktion

PAN Germany, Presse-Information vom 2.12.2005

Deutsche Pestizidexporte – die globalisierte Gefährdung

Rund 37.000 Tonnen problematischer, teils hochgiftiger Stoffe wurden 2004 ins Ausland verkauft – Empfänger unbekannt.
Anlässlich des Day of No Pesticide Use am 3. Dezember fordern das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) und Brot für die Welt die neue Bundesregierung auf, für mehr Transparenz im Pestizidexport zu sorgen.

Die deutschen Meldedaten über Pestizidexporte geben zwar Auskunft über Menge und Art der exportierten Pestizide, das jeweilige Empfängerland bleibt jedoch unbekannt. Die neue Kurzstudie „Deutsche Pestizidexporte – die globalisierte Gefährdung“ von PAN Germany belegt die hohen Risiken, die deutsche Pestizide insbesondere bei einer Anwendung unter Armutsbedingungen bergen. PAN Germany und Brot für die Welt fordern die Regierung mit Nachdruck dazu auf, die aktuelle Novellierung des Pflanzenschutzgesetzes dahingehend zu nutzen, mehr Transparenz zu schaffen, indem die Meldedaten um die Nennung der Empfängerländer erweitert werden.

Von den im Jahr 2004 insgesamt exportierten 106 Pestiziden, sind 84 Stoffe als umweltgefährlich, 42 Stoffe als krebsverdächtig und 14 Stoffe als extrem bzw. hoch gefährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingestuft. Darüber hinaus gelten 13 Wirkstoffe als hormonell wirksam.

„Bei der Frage des Risikos exportierter Stoffe muss bedacht werden, dass die Ausbringung in Entwicklungsländern oft ohne jegliche Schutzkleidung, mit nackten Armen und Beinen und oft barfuss erfolgt,“ so Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany.

So hat zum Beispiel das häufig im Baumwollanbau eingesetzte Insektenbekämpfungsmittel Endosulfan im afrikanischen Benin zwischen 2001 und 2003 zu 400 Vergiftungen geführt, 53 verliefen gar tödlich. Dieser Pestizidwirkstoff wird unter anderem vom deutschen BAYER-Konzern hergestellt. Über 1000 Tonnen des Wirkstoffs passierten 2004 die deutschen Grenzen.

Die Studie „Deutsche Pestizidexporte – die globalisierte Gefährdung“ ist als Download unter http:www.pan-germany.org/globale_gefaehrdung.pdf erhältlich.

Die ausführliche Broschüre „Für einen gläsernen Pestizidexport“ ist bei PAN Germany zu bestellen oder als Download unter http:www.pan-germany.org/download/pestizidexport.pdf (5,92 MB) kostenlos erhältlich.

Weitere Informationen: Carina Weber, Tel. 040-399 19 10-23 (carina.weber@pan-germany.org)

Filago/Italien

CBG Redaktion

Presseerklärung vom 2. Dezember 2005

Wegen drohender Entlassungen:

Streik bei BAYER Italia

Im italienischen BAYER-Werk Filago legen in den kommenden Tagen die rund 500 Beschäftigten zeitweise die Arbeit nieder, um gegen drohende Entlassungen zu protestieren. In einer Betriebsversammlung am 22. November wurde ein Streik von insgesamt acht Stunden beschlossen, verteilt über mehrere Arbeitstage. Wie die Zeitung „L`Eco di Bergamo“ berichtet, unterstützen die großen Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL den Ausstand. Es beteiligen sich daran sowohl die Belegschaft der BAYER-Tochterfirmen als auch die Mitarbeiter der ebenfalls in Filago ansässigen Unternehmen Lanxess, Pemco und Polimerlatex.

Die angekündigten Entlassungen sind eine Spätfolge des Verkaufs der Marke „Autan“ im Jahr 2001 an die Firma Johnson. Johnson kaufte den entsprechenden Betriebsteil, übernahm jedoch nicht die Belegschaft. Die Anlagen werden nun geschlossen.

Nach Angaben der Gewerkschaften konnte der Großteil der Betroffenen in andere Betriebe wechseln. Die übrig gebliebenen neun Personen, überwiegend Frauen um die 50, hätten jedoch auf dem Arbeitsmarkt keine Perspektiven. BAYER ist nicht bereit, sie zu übernehmen. Elisabetta Giglio von der Gewerkschaft CGIL: „Einen derartigen Fall hat es hier noch nie gegeben. Wir müssen in jedem Fall auch für die übrig gebliebenen Angestellten eine würdige Lösung finden.“

Jan Pehrke von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Die Leidtragenden der andauernden Ausgliederungen bei BAYER sind die Mitarbeiter. Wir solidarisieren uns mit der Belegschaft in Filago und fordern den Konzern auf, allen Betroffenen dauerhafte Arbeitsplätze zu garantieren. Dies muss auch für Ausgliederungen in Deutschland und anderen Teilen der Welt gelten.“ BAYER hat in den vergangenen Jahren die angestrebte Rendite beständig angehoben. Betriebsteile, die zwar Gewinne machen, jedoch unter einer Umsatzrendite von 14% bleiben, wurden ausgegliedert oder verkauft. Die Zahl der Mitarbeiter des BAYER-Konzerns ging daher drastisch zurück - von 143.000 vor zehn Jahren auf heute nur noch 93.000.

Tausende Mitarbeiter erlitten starke Lohn-Einbußen oder verloren ihren Arbeitsplatz ganz. So ging in diesem Jahr die vor fünf Jahren ausgegliederte Firma Agfa-Foto pleite - für die mehr als 1000 Betroffenen übernimmt BAYER keinerlei Verantwortung. Bei der Firma Lanxess, in die BAYER seine Chemie-Aktivitäten ausgliederte, wurden mehr als 1000 Arbeitsplätze vernichtet. Und bei der BAYER-Tochter Industry Services sind Tausende Arbeitsplätze bedroht – Anfang November kam es daher zu der größten Demonstration der Leverkusener Geschichte, als 3.500 Mitarbeiter gegen Ausgliederungen, Lohnkürzungen und drohende Entlassungen protestierten.

Lesen Sie zu dem Streik in Filago auch den Artikel des „L`Eco di Bergamo“