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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 7. Dezember 2007

[Müll] Müllverbrennung

CBG Redaktion

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren unterstützt den Widerstand gegen die geplante Müllverbrennungsanlage auf dem Gelände von Bayer Brunsbüttel und ruft zu Einwendungen auf. Einwendungen können bis zum 3. Januar eingereicht werden. Anbei ein Muster-Text:

Einwendung gegen das „Industrieheizkraftwerk“ auf dem Gelände der Bayer AG

Durch die geplante Müllverbrennungsanlage werde ich in meinem Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt.
Über den Kamin werden große Mengen an Staub, Schwermetallen, aromatischen Kohlenwasserstoffen bis hin zu Dioxinen und Furanen freigesetzt. Sie werden eingeatmet und gelangen über die Nahrungskette (Garten, landwirtschaftliche Produkte) in den Körper. Sie verursachen Krebs, Allergien, Asthma, Herz-Kreislauf-Beschwerden, schädigen die Atemwegsorgane, das Immunsystem, das Nervensystem und das ungeborene Kind im Mutterleib.
Die Effektivität der Rückhaltesysteme ist weit unterhalb der best verfügbaren Technik. Es ist skandalös, dass sich der Bayer Konzern, der auch Arzneimittel verkauft, von einer derart gesundheitsschädlichen Anlage mit Wärme beliefern lassen will. Wärme, die von den geplanten Kohlekraftwerken ungenutzt in die Elbe geleitet wird.
Für die Müllverbrennungsanlage besteht kein Bedarf. Sie wird nicht für die Entsorgung norddeutschen Mülls benötigt. Sie wird Müll aus dem Ausland verbrennen.
Besonders gefährliche Umweltgifte werden bei Störfällen frei: Brand im Müllbunker, Freisetzen von Ammoniak, Platzen der Filterschläuche, unvollständige Verbrennung.
Die vorgesehene Kontrolle des angelieferten „Brennstoffs“ ist unzureichend.
Die Messung der frei werdenden Schadstoffe muss, so weit wie technisch möglich, kontinuierlich erfolgen; insbesondere von Quecksilber und Dioxinen.
Die Messung der Vorbelastung ist äußerst lückenhaft, die Wetterdaten unzutreffend, das Ausbreitungsmodell fehlerbehaftet, der zusätzliche LKW-Verkehr erheblich.
Weitere Einwendungen behalte ich mir vor. Es ist dringend erwünscht, eine ganz persönliche Einwendung zu schreiben.
Als Ansprechpartner für die Behörde benenne ich (falls nötig) K. Hinrichsen, Dorfstr. 15, 25576 Brokdorf. Die ausgefüllten Listen spätestens bis zum 31.12. 2007 zurück an K. Hinrichsen.

Name, Vorname Anschrift leserliche Unterschrift

[Köhler Schnura] Gründer CBG

CBG Redaktion

Presse Information vom 7. Dezember 2007

Gründer der Coordination gegen BAYER-Gefahren

Axel Köhler-Schnura für Talcid-Preis für Bürgerengagement nominiert

Axel Köhler-Schnura, Gründer der konzernkritischen Coordination gegen BAYER-Gefahren, wurde für den Talcid-Preis für Bürgerengagement nominiert. Der Förderpreis soll „Projekte auszeichnen, die zum Gemeinwohl beitragen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken“. Der Preis wird von der Bayer Vital GmbH sowie der Stiftung Bürger für Bürger gestiftet. Köhler-Schnura hat angekündigt, das etwaige Preisgeld für BAYER-kritische Kampagnen einzusetzen.

In der Nominierung heißt es: „Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vom BAYER-Konzern ausgehenden Risiken weltweit zu dokumentieren und durch öffentlichen Druck soweit wie möglich abzustellen. Axel Köhler-Schnura hat den Verband, der weltweit mit 10.000 Partnern in mehr als 40 Ländern kooperiert, 1978 gegründet und hat in den vergangenen 30 Jahren zahlreiche Verstöße des Konzerns gegen Gesetze und Selbstverpflichtungserklärungen publik gemacht. Gemeinsam mit den Betroffenen setzt er sich für sichere Produkte und Produktionsbedingungen bei BAYER, für Umweltschutz und finanzielle Wiedergutmachung von Geschädigten ein.“

Axel Köhler-Schnura ist zudem Mitgründer des Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), des Pestizid Aktions-Netzwerks (PAN), des Dachverbands Kritischer Aktionäre sowie der Stiftung ethecon.

In einem bundesweit beachteten Prozess verteidigte Axel Köhler-Schnura das Recht auf freie Meinungsäußerung gegen den Zugriff großer Unternehmen. Das Urteil in dem sechsjährigen Verfahren sprach das Bundesverfassungsgericht 1992 unter dem damaligen Vorsitzenden Roman Herzog. Roman Herzog ist Schirmherr der Stiftung Bürger für Bürger, die den Förderpreis vergibt.

DER SPIEGEL: Darf dem Bayer-Konzern grenzenlose Profitgier vorgeworfen werden? Das Verfassungsgericht sagt ja