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Beitrag veröffentlicht im Februar 2011

Bisphenol A

CBG Redaktion

Presse Information vom 28. Februar 2011
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Bisphenol A: alle Risiko-Anwendungen verbieten!

Ab morgen EU-Verbot in Babyflaschen / Schäden bei Kleinkindern befürchtet / BAYER AG größter deutscher Produzent

Ab dem 1. März gilt EU-weit ein Verbot der Chemikalie Bisphenol A in Babyflaschen. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission, fordert jedoch weitergehende Verbote: „Bisphenol A muss endlich aus allen Produkten des täglichen Bedarfs verschwinden. Hormonaktive Substanzen haben in Produkten wie Trinkflaschen, Spielzeug und Konservendosen nichts verloren! Die Leugnung der Risiken durch die Hersteller darf nicht zur weiteren Gefährdung der Verbraucher führen“, so Philipp Mimkes vom Vorstand der Coordination.

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Bisphenol A (BPA) im Körper hormonaktiv wirkt. Schon geringste Dosen können das Nervensystem schädigen und bei Säuglingen zu Entwicklungs-Störungen führen. Zahlreiche Studien bringen die Chemikalie mit Übergewicht, Unfruchtbarkeit, Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen in Verbindung. Das Umweltbundesamt fordert seit Jahren, die Verwendung von Bisphenol A einzuschränken - konnte sich bislang jedoch nicht gegen die Interessen der Industrie durchsetzen.

Der Leverkusener BAYER-Konzern gehört neben den US-Firmen DOW CHEMICALS und HEXION, der saudiarabischen SABIC sowie zwei taiwanesischen Unternehmen zu den größten Herstellern von Bisphenol A. Weltweit wurden 2008 rund 5,2 Millionen Tonnen produziert – zwei Jahre zuvor waren es noch 3,8 Millionen. Allein in Europa wurden 2006 rund 1,5 Millionen Tonnen hergestellt, überwiegend von BAYER.

Die Kunststoff-Hersteller hatten jahrelang durch eigene Studien zu suggerieren versucht, dass ein wissenschaftlicher Konsens zu BPA fehlt. Tatsächlich stellten aber von weltweit rund 170 öffentlich finanzierten Untersuchungen mehr als 150 Studien negative Effekte schon bei niedrigen BPA-Konzentrationen fest. Dagegen kamen alle 13 von der Industrie geförderten Studien zu dem Schluss, Bisphenol A sei eher harmlos. Die jahrelang betriebene Kungelei von Herstellern und Behörden gipfelte in der Entscheidung der EU-Lebensmittelbehörde EFSA vor vier Jahren, den Grenzwert für Bisphenol A zu lockern. Hierbei berief sich die EFSA auf eine unveröffentlichte Studie, die das American Plastics Council in Auftrag gegeben hatte. Dem Lobbyverband gehören 13 Unternehmen an, darunter BASF, BAYER, SHELL und DOW CHEMICALS.

Kanada hatte Bisphenol A schon 2008 als „gefährliche Substanz“ deklariert und als erstes Land eine Verwendung in Babyflaschen untersagt. Dänemark, Schweden und Frankreich verhängten im vergangenen Jahr Verbote für alle Produkte, die mit Kindernahrung in Berührung kommen.

alle Infos zur Kampagne

MIC

CBG Redaktion

die taz greift unsere Kampagne zur MIC-Produktion von Bayer auf. Hier finden Sie alle Hintergründe.

26. Februar 2011, die tageszeitung

Urteil in den USA

Bayer muss auf „Bhopalgas“ verzichten

Ein US-Gericht hat dem Bayer-Konzern die Herstellung von Methylisocyanat erneut untersagt. In Indien führte es 1984 zum Tod tausender Menschen.

WASHINGTON taz | Ein US-Bundesrichter hat dem Bayer-Konzern erneut die Herstellung von Methylisocyanat (MIC), besser bekannt als „Bhopalgas“, per einstweiliger Verfügung untersagt. Joseph Goodwin ordnete am Mittwoch an, dass ein externer Gutachter die Fabrik in West Virgina inspizieren soll. Der Richter reagierte damit auf die Klage von 16 AnwohnerInnen. Sie versuchen seit der Katastrophe im indischen Bhopal, bei der im Dezember 1984 mehrere tausend Menschen ums Leben kamen, die Giftproduktion in Institute in West Virginia loszuwerden.

Die Anwälte von „Bayer CropScience“ haben bis zuletzt versucht, eine Verlängerung der erstmals Anfang Februar verhängten einstweiligen Verfügung zu verhindern. Noch in dieser Woche legten sie dem Richter ein von Bayer CropScience in Auftrag gegebenes Gutachten vor, das belegen soll, dass der Konzern alle Sicherheitsregeln für die Produktion von MIC einhält.

Ganz anders liest sich ein Brief von Rafael Moure-Eraso, Präsident der Aufsichtbehörde Chemical Safety Board. Er schreibt an Lisa Jackson, die Chefin der US-Umweltbehörde EPA, sowie an den Arbeitsschutz OSHA, dass Bayer CropScience lediglich 95 Prozent der Sicherheitsauflagen bei der MIC-Produktion erfülle. Unter anderem fehlten schriftliche Verhaltensregeln und sei die Ausbildung des Personals für den Umgang mit einer neuen MIC-Anlage noch nicht abgeschlossen.

Institute im Kanawha-Tal in West Virginia galt einmal als Chemiezentrum der Welt. Die Fabrik, in der unter anderem MIC hergestellt wird, existiert seit 1947. Und sie hat nacheinander den Großen der Branche gehört: Union Carbide, Rhône-Poulenc und Aventis. Seit 2002 wird sie von Bayer CropScience betrieben. Institute ist weltweit das einzige Bayer-Werk, das MIC produziert. Der deutsche Chemieriese benutzt MIC, um Aldicarb herzustellen, den Wirkstoff des Pestizids Temik. Letzteres wird in den USA unter anderem bei der Kartoffelzucht eingesetzt.

Im August 2008 kam es in dem Werk zu einer Explosion. Dabei kamen zwei Arbeiter ums Leben. Zwar war das MIC-Depot nicht von der Explosion betroffen. Doch die AnwohnerInnen verlangen seither umso stärker ein Ende der MIC-Produktion.
Ein Jahr nach der Explosion entschied Bayer CropScience, seine MIC-Lagerbestände um 80 Prozent zu reduzieren. Nach Umbauarbeiten für die verkleinerte Lagerhaltung sollte die MIC-Produktion in diesem Februar wieder aufgenommen werden. Allerdings nur noch für 18 Monate, wie der Konzern im Januar ankündigte. Bayer CropScience-Sprecher Ray Seneca begründet den für 2012 geplanten Ausstieg aus MIC damit, dass es „modernere Herbizide“ gäbe und dass Bayer CropScience keine Produkte der (toxischen) „WHO+1“- Kategorie mehr herstellen wolle.

Für die Inspekteure der US-Umweltbehörde EPA ist das Werk in Institute ein alter Bekannter. Seit 1982 mussten Bayer bzw. seine Vorgänger mehr als 200.000 Dollar Strafe zahlen und mehr als 1,3 Millionen Dollar für Verfügungen durch die EPA ausgeben. Auch die Umweltbehörde des Bundesstaats West Virginia hat zahlreiche Inspektionen in dem Werk durch geführt.

Am Mittwoch hat Richter Goodwin den Chemieingenieur Sam Mannan zum externen Experten bestimmt. Er soll die „Wahrscheinlichkeit eines Risikos eines Zwischenfalls mit MIC in der Bayer-Anlage“ prüfen. Am 14. März soll der Experte dem Richter empfehlen, ob erneut MIC produziert werden darf oder nicht. Anschließend ist ein öffentliches Hearing geplant.

Preisabsprachen

CBG Redaktion

23. Februar 2011

Kartoffelpreise

Preisabsprachen: Klage in den USA eingereicht

In den USA wurde eine Klage gegen die United Potato Growers of America, die rund 80% aller Kartoffel-Pflanzer vertritt, eingereicht. Die UPGA hat demnach die Kartoffelpreise künstlich hochgehalten und unabhängige Pflanzer bedroht. Die Firma Bayer wird in der Klageschrift als „Co-Conspirator“ genannt und ebenfalls verklagt.

Bayer ist seit 2008 Sponsor der UPGA und hat dem Verband Informationen zu Landwirten zu Verfügung gestellt, die für das Kartell notwendig waren. Mehr Infos: http://bit.ly/ggm9Cs

February 22, 2011
Huge Potato Price Fixing Lawsuit Heats Up

Potato growers belonging to the nation’s largest cooperative are facing a massive lawsuit challenging the organization’s antitrust exemption, which has been in effect since the 1920s. A class action case brought by potato purchasers alleges the United Potato Growers of America (UPGA) has used bribery, threats and coercion against independent growers to convince them to join the cartel.

There is so much money involved in this case that a case management session convened by presiding U.S. District Judge Lynn Winmill in December attracted 27 lawyers in person and another 15 on the phone. The complaint names 20 defendants, including well-known names such as General Mills and Dole. It also lists Bayer CropScience as a co-conspirator.

Once the case goes to trial, plaintiffs plan to argue that the UPGA, producer of 80% of the nation’s potatoes, should not be allowed to operate in this manner, which includes price fixing, because of the immunity it allegedly enjoys under the Capper-Volstead Act of 1922. Capper-Volstead exempted agricultural cooperatives from antitrust legislation—under certain circumstances.

Investitionsabkommen

CBG Redaktion

23. Februar 2011

CBG unterschreibt Aufruf gegen Investitionsabkommen

Internationale Investitionsabkommen sind eine Bedrohung für soziale und ökologische Errungenschaften! Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hat daher den Aufruf „Für eine gerechte EU-Investitionspolitik“ unterzeichnet.

Die zukünftige internationale Investitionspolitik Europas muss
- in Investitionsabkommen Pflichten für Investoren aufnehmen, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechte, Umweltschutz, und Sozialstandards);
- präzise und restriktive Formulierungen hinsichtlich der Rechte von Investoren beinhalten;
- die einseitigen und intransparenten Investor-to-State-Schiedsgerichtsmechanismen abschaffen;
- sicherstellen, dass staatliche Maßnahmen zum Schutz oder zur Förderung öffentlicher Interessen nicht als „indirekte Enteignungen“ von Investitionen angegriffen werden können;
- an sozialen und ökologischen Kriterien ausgerichtet sein.

Laufende Verhandlungen von EU-Mitgliedstaaten zu Bilateralen Investitionsabkommen (BITs) sollten gestoppt werden. Bestehende BITs sollten sorgfältig überprüft und ersetzt werden, um den Prinzipien der zukunftsfähigen Entwicklung, guter Arbeit und sozialer Gerechtigkeit zu entsprechen.

Machen Sie auch mit: http://power-shift.de/?p=290

[Portugal] Pharma Korruption

CBG Redaktion

Presse Information vom 14. Februar 2011
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Zur morgigen 100-Jahrfeier von BAYER Portugal:

„Pharma-Korruption endlich bestrafen“

Mit einem Empfang im Lissaboner 5-Sterne Hotel Tivoli feiert die portugiesische BAYER-Niederlassung am morgigen Dienstag ihr 100-jähriges Bestehen. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert die portugiesische Justiz zu diesem Anlass auf, den Konzern für die jahrelang praktizierte Bestechung von Ärzten endlich zur Rechenschaft zu ziehen.

BAYER hatte in Portugal über Jahre hinweg zwischen fünf und zehn Prozent des Umsatzes für schwarze Kassen verwandt, um das Verschreibungsverhalten von Ärzten zu beeinflussen. Zudem führte das Unternehmen in Portugal klinische Tests durch, die bei den Gesundheitsbehörden nicht angemeldet waren und bei denen es zu Todesopfern kam. Durch enge Verbindungen zur Staatsspitze gelang es dem Unternehmen, nur zu kleineren Geldstrafen verurteilt zu werden.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Durch korrupte Praktiken hat BAYER in Portugal öffentliche Kassen geplündert und Patienten geschädigt. Die Vorgänge in Portugal müssen endlich vollständig untersucht werden, die Verantwortlichen müssen bestraft werden. Politik und Justiz dürfen sich von großen Unternehmen nicht an der Nase herumführen lassen!“.

Ins Rollen gebracht wurden die Untersuchungen der portugiesischen Staatsanwaltschaft durch eine Anzeige von Alfredo Pequito, der jahrelang als Pharmareferent für Bayer Portugal gearbeitet hatte. Als Pequito in den 90er Jahren seine Arbeit aufnahm, wurde er von seinen Vorgesetzten darauf aufmerksam gemacht, dass ihm zur „Verkaufsförderung“ hohe Summen zu Verfügung stünden. Hiermit sollten Urlaubsreisen, Elektrogeräte und Geldgeschenke finanziert werden. Auch waren die Pharmareferenten von BAYER dazu angehalten, Dossiers über Ärzte anzufertigen, die u.a. die Zahl der Kinder, Hobbys, die politische Einstellung und sogar sexuelle Vorlieben enthielten. Pequito hatte sich geweigert, die schwarzen Kassen des Konzerns zu nutzen, und war deshalb von BAYER gefeuert worden.

Zum 25. Jubiläum der “Nelkenrevolution” war eine Amnestie verhängt worden, unter die auch die Vergehen der Pharma-Industrie fielen. Der Justizminister, der die Amnestie ausgearbeitet hatte, gehörte zur Kanzlei Jardim, Sampaio und Caldas, die auch BAYER vertrat. Auch Jorge Sampaio, langjähriger Präsident Portugals, ist Teilhaber der Kanzlei.

Auf Alfredo Pequito wurden mehrere Mordanschläge verübt, er steht seitdem unter Polizeischutz. Auf Einladung der Coordination gegen BAYER-Gefahren sprach er vor zwei Jahren in der Hauptversammlung des Unternehmens und forderte vom Vorstand die Offenlegung aller korrupten Praktiken.

Im Jahr 2005 war BAYER zusammen mit Johnson&Johnson und drei weiteren Pharmaunternehmen zu einer Kartellstrafe von 16 Millionen Euro verurteilt worden. Die Firmen hatten die Preise bei der Belieferung von portugiesischen Krankenhäusern künstlich aufgebläht.

Alfredo Pequito steht für Interviews zu Verfügung: pequito.alfredo(at)gmail.com

weitere Informationen:
·Rede von Pequito in der Hauptversammlung
·Artikel des Guardian zu Mordanschlägen auf Pequito
·Artikel der Zeitung Expresso zu tödlichen Pharmatests von Bayer (engl)
·Interview mit Alfredo Pequito
·Kartellstrafe: Portugal regulator fines Bayer, others for price fixing
·Artikel “BAYER-Gate und kein Ende“

MIC

CBG Redaktion

Presse Info vom 11. Februar 2011
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Herstellung von Bhopal-Gas in den USA

BAYER: Gericht verbietet MIC-Produktion

Ein Gericht in Charleston im US-Bundesstaat West Virginia hat gestern einer Klage von 16 Anwohnern des BAYER-Werks in Institute vorläufig Recht gegeben und eine Produktion der hochgiftigen Chemikalie Methyl Isocyanat (MIC) untersagt. Da die Klage „große Aussicht auf Erfolg“ habe, entschied der zuständige Richter Joseph Goodwin, ein Wieder-Anfahren der Anlage für zunächst 14 Tage zu untersagen. In einer Verhandlung am 25. Februar sollen die Bedenken der Kläger dann ausführlich erörtert werden.

Richter Goodwin begründete seine Entscheidung mit den zahlreichen Verstößen des Konzerns gegen Sicherheitsbestimmungen und den „katastrophalen Risiken der MIC-Produktion“. Goodwin nannte zur Begründung auch die „Falschaussagen von BAYER zu früheren Unfällen im Werk“. William DePaulo, Anwalt der Kläger, hatte dem Gericht eine ausführliche Aufstellung zu Störfällen im Werk Institute übergeben. Außerdem reichte DePaulo eine von BAYER selbst erarbeitete Analyse ein, wonach ein Austritt von MIC bis zu 300.000 Anwohner gefährde.

Im August 2008 war die Produktionsanlage bei einer Explosion zerstört worden, zwei Mitarbeiter kamen dabei ums Leben. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) fordert seit Jahren eine Beendigung der MIC-Produktion in Institute und hat hierzu wiederholt Gegenanträge zur BAYER-Hauptversammlung eingereicht. Der BAYER-Vorstand wies das Ansinnen bislang stets als „unbegründet“ zurück. In einer Kehrtwende kündigte BAYER Mitte Januar an, die MIC-Produktion bis zum Sommer 2012 zu beenden.

MIC erlangte durch die Bhopal-Katastrophe, bei der mindestens 15.000 Menschen ums Leben kamen, traurige Berühmtheit. Institute ist das einzige Werk in den USA, in dem MIC großtechnisch produziert wird.

Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG: „Die angekündigte Beendigung der MIC-Produktion und das jetzige Urteil sind ein großer Erfolg für Umweltschützer und Werks-Anwohner! Wir fordern, dass die chemische Industrie auf den großtechnischen Einsatz tödlicher Chemikalien wie MIC und Phosgen künftig vollständig verzichtet!“.

weitere Infos:
=> US Judge Blocks MIC Production Citing Safety Violations
=> Infos zum BAYER-Werk Institute

[Tagung GenFilz] Tagung zu GenFilz

CBG Redaktion

Seminar Ankündigung:

Gentech Mafia – die Seilschaften von Bayer, Monsanto und Co.

Zeit: Samstag, 5. November, 9.30 – 18.00 Uhr
Ort: Umweltzentrum Düsseldorf, Merowinger Str. 88
Eintritt: frei (Spende erwünscht)
Veranstalter: Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

Organisierte Unverantwortlichkeit“ heißt eine Broschüre, die der hessische Gentechnik-Kritiker Jörg Bergstedt verfasst hat und an deren Erstellung die Coordination gegen BAYER-Gefahren beteiligt war. Darin wird beschrieben, wie stark staatliche Aufsichtsbehörden, Forschungsinstitute, Konzerne und Lobbyverbände miteinander verfilzt sind. Gerade in vermeintlich unabhängigen Genehmigungs- und Kontrollbehörden sitzen engagierte Gentechnik-Befürworter, so zum Beispiel im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

In dem ganztägigen Seminar wird erläutert, wie die Gesetzgebungsverfahren von Lobbyorganisationen und Firmen beeinflusst werden, wie Genehmigungsverfahren ausgehebelt und Millionen an Forschungsgelder in Projekte der Gentech-Industrie umgeleitet werden.

Neben Jörg Bergstedt werden Vertreter der Coordination gegen BAYER-Gefahren auftreten und über das Gentechnik-Geschäft der Bayer AG, des größten deutschen Gentechnik-Anbieters, informieren. Die Tagung richtet sich an interessierte Laien und Aktivisten. Für Diskussionen wird es breiten Raum geben.

Das vollständige Programm:

ANMELDUNG:
e-Mail: CBGnetwork(at)aol.com
Fax 0211 - 33 39 40
Tel 0211 – 333 911

Programm (Änderungen vorbehalten)

ab 9.30 Uhr Anmeldung

10.00 Uhr Begrüßung
Uwe Friedrich, Stadtplaner, Coordination gegen BAYER-Gefahren

10.15 Uhr Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch - Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen“
Jörg Bergstedt, Ökoaktivist, Feldbefreier und Buchautor, Projektwerkstatt Saasen

12.00 Uhr Nachfragen und Diskussion

12.30 Uhr Mittagspause

14.30 Uhr Risiken und Nebenwirkungen: Die „grüne“ Gentechnik bei BAYER
Philipp Mimkes, Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

15.00 Uhr Nachfragen und Diskussion

15.30 Uhr Pause

15.45 Uhr Konzernkritik in Gefahr: Finanzkrise der CBG
Axel Köhler-Schnura, Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

16. 30 Abschlussdiskussion
Ende gegen 17 Uhr

[MIC] Bhopal Gas

CBG Redaktion

9. Februar 2011

Produktion von Bhopal-Gas:

Klage gegen MIC-Herstellung in den USA

Anwohner der BAYER-Fabrik in Institute (West Virginia/USA) haben Klage eingereicht gegen das Wieder-Anfahren der Produktionsanlage für MIC: http://www.cbgnetwork.de/3700.html

Erst im Januar hatte BAYER angekündigt, bis 2012 aus der MIC-Produktion auszusteigen. Institute ist die einzige Fabrik in den USA, in der das Bhopal-Gas noch hergestellt und gelagert wird.

alle Infos zur Kampagne: http://www.cbgnetwork.de/3052.html

[MCS] Multiple Chemical Sensitivity

CBG Redaktion

7. Februar 2011

Krank durch die Umwelt

Ein bewegendes Büchlein von Marlene Winands

Frau Winands (Zahnarzthelferin) wurde durch Amalgam vergiftet. Sie leidet u.a. in schwerster Form an Multiple Chemical Sensitivity (MCS), was sie zu einem Leben in Isolation zwingt.
In ihrem Büchlein bringt sie das brisante Thema gefühlvoll zum Ausdruck.
Betroffene finden sich wieder – Nichtbetroffene lernen verstehen.
Ein sehr geschätztes Büchlein, das Interesse weckt.
Hinweis: Es wurde MCS-gerechtes Papier verwendet.

Preis 5 € zzgl. Porto / Bestelladresse: Marlene Winands, Baumannstr. 76/22, 88239 Wangen/A., Tel: 07522 / 80156

Isolation

MCS ist noch weitgehend unbekannt
Kranke
werden Hypochonder genannt.

Krankheitsbedingt müssen Betroffene
in Isolation leben
und was man Lebensqualität nennt
aufgeben.

Bei der Aufklärung dieser Erkrankung
läuft man gegen Windmühlen
denn Ignoranz
kann nicht fühlen.

Welcher Nichtbetroffene
wird als Nächster spüren
was es heißt
ein Leben als MCS-Patient zu führen?

UMWELT–Erkrankungen

Ein Thema, das es offiziell nicht geben soll. Darüber kann ich als Schwerstbetroffene nicht schweigen!

Bezüglich der Realität nicht mehr zählbarer Amalgam–Geschädigter wird geschwiegen. Unglaublicherweise wird dieses hochgiftige Material nach wie vor in der „Zahnmedizin“ verarbeitet. Ein Zahnfüllstoff, der sehr effektiv seine Wirkung zeigt. Amalgamträger vererben das Gift ungewollt und unwissend noch an ihre Kin-der. Müsste man dieses verantwortungslose Schema etwa als eine Art „Vorsorgeprogramm“ verstehen?

Die flächendeckende Mobilfunktechnologie und schnurlose DECT–Telefone, WLAN Computer–Funkverbindungen sowie Handys haben Auswirkungen! Umfangreiches einprägsames Aufklärungsmaterial kann z.B. beim Dachverband Bürgerwelle e.V. bestellt werden.

Unverantwortlich wurden und werden überall Chemikalien eingesetzt. Unsere unmittelbare Lebenswelt ist von Giftstoffen geprägt. Zitat aus meinem Büchlein „KRANK DURCH DIE UMWELT“: „Die Menschen haben die Welt verseucht, kein Wunder, dass so mancher keucht. Chemikalien und Duftstoffe überall – in unbe-grenzter Zahl……“.

Mehrere Millionen Menschen leiden an Umwelterkrankungen wie z.B. an Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Die Zahlen der Betroffenen steigen weltweit in allen Altersgruppen stetig an!

Da Umwelterkrankungen den meisten Medizinern weitgehend unbekannt sind, müssen Betroffene eine jah-relange Odyssee durchlaufen! Hilfe suchend konsultiert jeder Betroffene zunächst den Hausarzt, den Arzt seines Vertrauens. Dieser verabreicht nicht selten kopfschüttelnd Psychopharmaka und legt den Patient in der „Schublade Psyche“ ab.

Menschen, die über Umwelterkrankungen nie richtig aufgeklärt werden, können einen gesundheitlichen Ab-sturz diesbezüglich nicht hinterfragen. Über das tatsächliche Ausmaß der Gesundheitsschädigungen durch unsere Umwelt dominieren in der Bevölkerung leider in der Mehrzahl Unwissenheit oder aber auch Interes-selosigkeit und Ignoranz nach dem Motto: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“
So bleiben Patienten „ungerechtfertigterweise“ auf der Psychoschiene hängen.
Damit diese traurige, bedauernswerte Realität eine Wende nimmt und Umweltgeschädigten zukünftig „hilf-reich“ weitergeholfen werden kann, ist es im Sinne der Menschheit von größter Notwendigkeit, dass sich alle Ärzte dem Thema Umwelterkrankungen öffnen.

Verzweifelt kämpfen Betroffene, da sie wissen, dass sie nicht psychisch krank sind. Zur Eigeninitiative ge-zwungen, suchen sie in ihrer Not Wege, auf denen sie weiterkommen. Sie wollen Klarheit über die Ursache für ihren gesundheitlichen Absturz haben. Solche Einzelkämpfer, die am Ziel ankamen, haben Selbsthilfe-gruppen, Vereine, Initiativen und Organisationen gegründet.

Damit Betroffene einen Arzt finden, der sich auf MCS spezialisiert hat, bieten der Deutsche Bund der Um-weltmediziner e.V. (dbu) sowie Chemical Sensitivity Network (CSN) z.B. eine Arztliste an. Diese beinhalten Adressen von Ärzten verschiedener Fachgebiete mit umweltmedizinischen Fachkenntnissen und Erfahrung mit Chemikaliensensiblen. Mediziner, die sich bereits seit Jahren intensiv mit der Problematik beschäftigen. Jetzt erst hören die Patienten nach Diagnosestellung dieser Fachärzte von ihren schwersten Gesundheits-schäden. Jetzt erfahren sie, worauf ihre zahllosen Beschwerden und die Vielfalt ihrer Symptome zurückzu-führen sind. Was sie allerdings auch hören ist, dass Krankenkassen keine Kosten übernehmen.

Bei MCS–Patienten werden die Erkrankungssymptome individuell, bereits durch kleinste Mengen von Che-mikalien (jeder Art) des Alltags, sofort oder verzögert ausgelöst. Leider aber auch durch die natürliche Um-welt wie z.B. Blumen, Nahrungsmittel …………
Das hat zur Folge, dass man sie allgemein als Hypochonder abstempelt. Sie werden häufig von Freunden und Bekannten im Stich gelassen. Oftmals werden die Betroffenen nicht einmal in ihren eigenen Familien ernst genommen. Ihren Alltag müssen sie mit enormen Schwierigkeiten täglich neu erkämpfen. Rücksichts-losigkeit und Diskriminierung sind sie ausgeliefert. Sie sehnen sich nach Verständnis und Unterstützung, worauf sie angewiesen sind. Sie erbitten sich Respekt, da die Würde des Menschen unantastbar ist. In völli-ger Isolation müssen viele ausharren, ohne gesellschaftliche Anerkennung. Das Nichtvorhandensein von Umweltkliniken müssen sie hinnehmen.
Sie benötigen MCS–gerechte, schadstofffreie Lebensräume in mobilfunkfreiem Umfeld, die es nicht gibt. Hilflos stehen sie da. Sie werden allein gelassen!

Wie geht es Geschädigten, wenn sie Rechtsanspruch erheben, weil sie nachweislich am Arbeitsplatz er-krankt sind?
Viele kämpfen über ein Jahrzehnt und länger.

Erfahren Vergiftungsopfer Rechtsprechung?
Klagen und Berufungen werden zurückgewiesen. Es ergehen keine Grundsatzurteile. Gutachter setzen sich willkürlich über Gebrechen und schwere Leiden der Patienten hinweg. Den Text des Hippokratischen Eides haben sie vergessen. Mit Standard–Gefälligkeitsgutachten lässt sich eben schneller und leichter Geld ver-dienen, als mit Gutachten, die ihren Namen verdienen.

Geschädigte stehen vor einer unüberwindbaren Mauer, die u.a. von Lobbyisten aus Chemiekonzernen und Industrie aufgebaut wurde. Sie versuchen auf langen, steinigen Wegen ihr Recht zu erkämpfen. Sie haben keine Chance. Dafür sorgt die Intrigenwirtschaft, deren stetige intensive Pflege gesichert ist. So fügt man bereits geschädigten Menschen mit „unglaublichen Unrechtsbehandlungen“ weiteres Leid zu!

Wie weit muss es in unserem „Rechtsstaat“ noch kommen?

Es gäbe nur dann Aussicht für eine bessere Welt, wenn in allen zukünftigen Generationen bereits in der Erziehung konsequent ETHIK und UMWELT–BEWUSST–SEIN gelehrt würde!
Autor Marlene Winands

Unverbindliche Kontaktadressen u.a.:

Chemical Sensitivity Network (CSN) – Tel. 06784-9839913 - www.csn-deutschland.de

Bundesverband der Beratungsstellen für Umweltgifte - Tel. 07240/7544 und 06171/9179014
www.amalgam-informationen.de

Bundesverband Elektrosmog e.V. (im Haus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes) - Tel. 089/30611-255

Bürgerwelle e.V. - Tel. 09631-795736 - www.buergerwelle.com

Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. (IGUMED) - www.igumed.de

Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner e.V. (dbu) - www.dbu-online.de

Schwäbische Zeitung, 17.08.2011

Die Umwelt macht Wangenerin krank

Wangen / kf Marlene Winands leidet an Multiple Chemical Sensitivity (MCS), einer Umweltkrankheit, bei der die Betroffenen auf alle möglichen Arten von Duftstoffe reagieren. Schon der Kontakt mit Menschen, die ein herkömmliches Shampoo benutzen und ihr T-Shirt mit Weichspüler waschen, kann deshalb Auswirkungen haben.
„Da reicht schon die geringste Menge – und es geht los“, sagt die 59-Jährige. Zuerst röten sich die Augen, die Nase läuft, das Herz schlägt schneller. Dann folgen Müdigkeit, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen.
Die ersten Symptome kamen vor rund zehn Jahren. Plötzlich taten beim Zeitung lesen die Zähne weh, und auch die Wohnung der Mutter konnte Marlene Winands nicht mehr betreten „Wahrscheinlich lag's am Schimmelpilz“, weiß die Wangenerin heute. Nach und nach kamen mehr und mehr Unverträglichkeiten hinzu.
Eine Belastung sei die Krankheit auch deshalb, weil der Kontakt zu anderen Menschen immer seltener und schwieriger werde. Menschenmassen gehen gar nicht. „Ich kann nicht einkaufen gehen. Keine Konzert, nicht einmal einen Gottesdienst besuchen“, sagt Marlene Winands.
Regelmäßig Besuch bekommt die Wangenerin von ihren beiden Schwestern. Außerdem hilft ihr eine Frau im Haushalt, putzt für sie und kauft ein. Alle drei haben sich auf die Umweltkrankheit eingestellt und benutzen die gleichen Produkte wie Betroffene. Auch für den Sohn, der regelmäßig aus Zürich anreist, liegt spezielle Naturfaser-Kleidung bereit.
„Regen Kontakt mit der Außenwelt habe ich nur am Telefon“, sagt die Wangenerin. Außerdem notiert sie ihre Gefühle und Gedanken auf Umweltpapier, oft in Form von Gedichten. Diese hat sie in einem Büchlein mit dem Titel „Krank durch die Umwelt“ zusammengefasst.
Wer das Büchlein „Krank durch die Umwelt“ von Marlene Winands bestellen will, kann die Autorin unter der Telefonnummer 07522-80156 anrufen. Der Preis beträgt fünf Euro plus Porto. Weitere Informationen zu MSC gibt es im Internet unter www.csn-deutschland.de.

[Coordination in Not] IN EIGENER SACHE

CBG Redaktion

Bitte sichern Sie das Überleben der Coordination

Die Arbeit der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) ist akut in Gefahr. Sozialabbau und Wirtschaftskrise haben die Spenden-Einnahmen stark sinken lassen. Wir sparen seit Jahren und sind nun gezwungen, weitere schmerzliche Maßnahmen einzuleiten. So haben wir beschlossen, das Büro aufzulösen und das Archiv zu schließen, das für viele Journalisten einen unermesslichen Schatz darstellt. Selbst unsere Aktionen geraten in Gefahr.

Ein weltweit arbeitendes Netzwerk kommt ohne Geld nicht aus, auch nicht bei weitgehend ehrenamtlicher Arbeit. Während andere Organisationen staatliche oder kirchliche Gelder erhalten, muss die Coordination gegen BAYER-Gefahren jeden Cent über Spenden und Beiträge einsammeln. Das ist der Preis konsequenter konzernkritischer Arbeit.

Bislang fanden sich stets Menschen, die sich hinter die CBG stellten und spendeten oder Förderbeiträge zahlten. Die CBG wurde zu einem Gegner, den BAYER und die anderen Konzerne, den die konzernfreundliche Politik - national und international- ernst nehmen musste. Und was noch wichtiger ist, die CBG half in aller Welt Betroffenen und Opfern, machte Mut und gab die Kraft, gegen einen Konzern aufzustehen.

Trotzdem geriet die CBG immer wieder an den Rand des finanziellen Ruins:

=> 1988 bis 1992, als BAYER die CBG mit Prozessen überzog (die wir übrigens letztendlich gewannen, die aber Unsummen verschlangen);
=> im Jahr 2004, als die meisten Spenden-Gelder an die Opfer des fürchterlichen Tsunami flossen;
=> und schließlich jetzt, weil seit drei Jahren die Spendengelder dramatisch einbrechen und die Mitgliedsbeiträge stagnieren – auch wegen der dauernden Umverteilung von unten nach oben, wegen der bei vielen Mitgliedern das Geld knapp wird.

Damit droht, was die Konzerne in 33 Jahren nicht geschafft haben: Das Aus für die Coordination gegen BAYER-Gefahren.

Da die CBG wegen ihrer konsequent konzernkritischen Arbeit jede institutionelle Förderung versagt ist, hat sie niemanden außer ihren Spender/innen und Mitgliedern, an die sie sich in dieser Not wenden kann.

Helfen Sie bitte. Spenden Sie. Werden Sie Mitglied. Prüfen Sie insbesondere eine Garantenschaft. Gewinnen Sie Freundinnen und Freunde für die CBG. Wir vertrauen auf das Engagement und die Hilfe der Menschen. Gegen die Macht der Konzerne setzen wir auf die Solidarität der Menschen.

Bitte spenden Sie online. Stärken Sie uns den Rücken, werden Sie Fördermitglied.

Um die Existenz und Arbiet der CBG dauerhaft zu sichern, braucht unser Netzwerk mindestens

> 200 neue AbonnentInnen unserer Zeitschrift Stichwort BAYER
> 300 zusätzliche SpenderInnen
> 200 zusätzliche Fördermitgleider
> 20 zusätzliche GarantInnen (GarantInnen sind Fördermitglieder, die mit einem Beitrag von mindestens 500 Euro die Arbeit der CBG „garantieren“)

Für Rückfragen: Tel 0211-333 911, eMail: CBGnetwork(at)aol.com

Nanotubes

CBG Redaktion

1. Februar 2011

Gefahren von Nanotechnik

Zum Ausdrucken und Weiterverteilen: Flugblatt zu den Risiken von Nanotubes

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren veröffentlicht heute ein Flugblatt zu den Risiken von sogenannten „Nanotubes“, winzigen Röhrchen aus Kohlenstoff. Deren Gefährdungspotential ist weitgehend unbekannt. Tierversuche zeigen jedoch, dass bestimmte Nanoröhrchen die Entstehung von Krebs ähnlich wie Asbestfasern begünstigen können.

=> Stuttgarter Zeitung und VDI Nachrichten berichten über Kritik
=> CBG und BUND schreiben an Umweltminister Remmel