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Veröffentliche Beiträge von “CBG Redaktion”

Gentech

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 26. April 2002

Tumulte auf BAYER-Hauptversammlung:

Gentechnik-Gegner stürmen Podium

Englische Gentechnik-Kritiker stürmten auf der heutigen BAYER-
Hauptversammlung das Podium. Mit Transparenten und Rufen wie „BAYER out of GM crops“ forderten sie den Stopp von Freisetzungs-
versuchen mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Der Saalschutz schleifte die Protestierenden unter Anwendung körperlicher Gewalt aus dem Saal, einer Aktivistin wurde der Mund zugepresst.

Elf Kritische Aktionäre wiesen in der Diskussion auf die Kehrseiten der BAYER-Bilanz hin. In der abschließenden Abstimmung verweigerten knapp 10 Prozent der Aktionäre (entsprechend rund 21 Millionen Aktien) dem Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren:
„BAYER wird bei der rücksichtslosen Ausbringung gentechnisch veränderter Pflanzen weiterhin auf großen Widerstand stoßen.“

BAYER steigt durch die Übernahme der AVENTIS CROPSCIENCE AG zum führenden Gentechnik-Unternehmen Europas auf. AVENTIS ist verantwortlich für den Großteil der in ganz Europa umstrittenen Freisetzungsversuche. Die Mehrheit der Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab.

Unter www.bayerhazard.com haben englische Gentechnik-Kritiker eine homepage zu BAYER veröffentlicht. Weitere Hintergrund-Informationen finden sich unter www.CBGnetwork.de.

Hauptversammlung

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 25. April 2002

BAYER-Hauptversammlung: Proteste gegen Steuergeschenke für Konzerne

Kritische Aktionäre kündigen an, auf der morgigen Hauptversammlung der BAYER AG gegen die milliardenschweren Steuergeschenke an Großkonzerne zu protestieren. BAYER hatte im letzten Jahr gerade noch 150 Millionen Euro Ertragsteuern gezahlt - trotz eines Gewinns von rund einer Milliarde Euro. Im Jahr zuvor zahlte der Konzern noch 1,15 Milliarden Euro Steuern, ein Rückgang um 87%.

Während die Lohnsteuer in den letzten Jahren beständig stieg, hat sich die Besteuerung großer Konzerne und Banken im letzten Jahr glatt halbiert. Verantwortlich für diese Umverteilung von unten nach oben ist Finanzstaatssekretär Heribert Zitzelsberger, der vor seinem Eintritt in die Politik Leiter der Steuerabteilung der BAYER AG war. Zitzelsberger hat die Senkung der Körperschaftssteuer, die Steuerfreistellung beim Verkauf von Unternehmensbeteiligungen und die teilweise Streichung der Gewerbesteuer durchgesetzt.

So erhielt das Land NRW im vergangenen Jahr keinen einzigen Euro Körperschaftssteuer - allein an den BAYER-Konzern wurden 250 Mio Euro zurücküberweisen. Die Stadt Leverkusen erlitt Einbußen der Gewerbesteuer von rund 45 Mio Euro. Nach Ansicht der Kritiker trägt die Allgemeinheit somit die Kosten des LIPOBAY-Desasters - die Folge sind immer neue Einschnitte in das soziale Netz.

Hubert Ostendorf von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „In der Person von Heribert Zitzelsberger manifestiert sich die unerträgliche Verquickung von Politik und Wirtschaft. Als Vertreter der Wirtschaft sorgt er für die umfangreichsten Steuergeschenke an die Industrie in der Geschichte der Bundesrepublik. Kein Wunder, dass BAYER-Chef Manfred Schneider die Berufung von Zitzelsberger zum Staatssekretär seinerzeit “als unseren Beitrag zur Steuerpolitik„ bezeichnete.“

Mitglieder der Organisation attac beteiligen sich an den morgigen Protesten.

PCB

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 23. April 2002

Auf der BAYER-Hauptversammlung am 26. April:

Norwegische Umweltschützer fordern Entgiftung des Osloer Hafens

Norwegische Umweltschützer haben angekündigt, auf der Haupt-
versammlung der BAYER AG am kommenden Freitag eine Beteiligung des Unternehmens an der Reinigung des Osloer Hafens zu fordern. Weite Teile der norwegischen Küste sind stark mit polychlorierten Biphenylen (PCB) verseucht. Chemische Nachweisverfahren zeigen, dass der größte Teil der gefundenen Gifte aus der Produktion von BAYER stammt.

Tom Erik Okland von Norges Naturvernforbund (Friends of the Earth Norway): „Norges Naturvernforbund und die Stadt Oslo erwägen eine Klage gegen BAYER und andere PCB-Hersteller. Die Entgiftung des Hafens von Oslo wird etwa 26 Millionen Euro kosten. Wir fordern eine Beteiligung des Unternehmens BAYER an diesen Kosten!“

Die in Oslo gefundenen PCB stammen hauptsächlich aus alten Schiffs-
Anstrichen. BAYER hatte die Hersteller von Schiffsfarben bis Ende der 70er Jahre mit PCB beliefert, jedoch keine Informationen über deren Giftigkeit und Persistenz veröffentlicht - obwohl dem Unternehmen die Gefahren für die Umwelt bereits Mitte der sechziger Jahre bekannt waren. Okland weiter: „Wenn BAYER die Risiken von PCB rechtzeitig bekanntgegeben hätte, hätte die Kontaminierung weiter Teile der norwegischen Küste verhindert werden können!“

Axel Köhler-Schnura von der Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.: „Bereits 1983 habe ich von BAYER die Entgiftung aller PCB-Fundorte gefordert. Doch der Konzern hat sich rücksichtslos über seine Verantwortung hinwegsetzt: Die Profite wurden eingestrichen, die Haftung für die Folgen wird nun verweigert.“

Tom Erik Okland wird auf der Hauptversammlung der BAYER AG am 26.4. in den Messehallen Köln-Deutz sprechen.

Ab 9 Uhr steht er vor den Messehallen für Presse-Gespräche zur Verfügung.

Hintergrund-Informationen unter: http://www.naturvern.no/gift/index.en.html

USA

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 3. April 2002

= Klage von 11 ehemaligen Angestellten: ==

US-Gericht verurteilt BAYER-Konzern zu Zahlungen von 3,8 Mio US Dollar ==

Der BAYER-Konzern ist in den USA zur Übernahme von Pensions-
zahlungen an elf arbeitsunfähige Chemiearbeiter verurteilt worden.
Die Betroffenen sind ehemalige Mitarbeiter der Firma SpecialtyChem Products, die BAYER im vergangenen Jahr verkauft hatte, ohne mit den Käufern die Fortzahlungen der Renten zu klären. Die ehemaligen Arbeiter hatten seit dem Besitzerwechsel keine Pensionen mehr erhalten.

BAYER hatte vor dem Verkauf erklärt, alle Verbindlichkeiten der Tochterfirma zu übernehmen, wozu auch Pensionsansprüche gehören. Die Firma Chestnut, Käuferin von SpecialtyChem Products hatte sich daher geweigert, die Renten weiter auszuzahlen. Nach Angaben des Gerichts belaufen sich die Zahlungen auf insgesamt 3,8 Millionen US Dollar.

Lewis Kaplan, Richter am District Court of Southern New York in der Urteilsbegründung: „Man sollte meinen, dass die beteiligten Parteien angesichts der teilweise schweren Erkrankungen der Betroffenen eine vernünftige Übereinkunft getroffen hätten. Leider trügt diese Hoffnung. Die Angestellten wurden von den Firmen regelrecht im Regen stehen gelassen.“ Kaplan kritisiert, dass die Konfliktparteien bis zur juristischen Klärung des Falles keine Übergangslösung schufen, die eine Versorgung der ehemaligen Mitarbeiter sicher stellte.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren:
„Wir beobachten seit Jahren eine Verschlechterung der Arbeits-
bedingungen bei BAYER, der Fall SpecialtyChem Products ist nur die Spitze des Eisbergs. Es steht zu befürchten, dass der gegenwärtige Umbau von BAYER zu einer Holding zu noch unsichereren Arbeits-
verhältnissen führt.“

Fenthion

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 6. Februar 2002

Vogelsterben durch Bayer-Pestizid

Amerikanische Vogelschutz-Verbände fordern ein Verbot des Pestizids Fenthion, dessen Anwendung zu dramatischen Vogelsterben im Bundesstaat Florida führt. Mindestens 16 seltene Vogelarten werden durch das von der Firma Bayer hergestellte Pestizid in ihrem Bestand gefährdet. Die American Bird Conservancy (ABC) reichte Klage gegen die Umweltbehörde EPA ein und ruft zu Protesten gegen Bayer auf - hierfür wurde unter www.BanFenthion.org eine neue homepage eingerichtet.

Fenthion wird in Florida zur Bekämpfung von Moskitos sowie in der Fischzucht eingesetzt. Die EPA wird in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Zulassung von Fenthion verlängert wird.
Gerald Winegrad (ABC): „Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Zulassung zu verlängern. Alle anderen amerikanischen Bundesstaaten verwenden mit Erfolg weniger gefährliche Chemikalien.“

Axel Köhler-Schnura (Coordination gegen BAYER-Gefahren):
„Wir begrüßen die Aktion der ABC und schließen uns der Forderung nach einem Stop der Zulassung an.“

Bayer stellt Fenthion seit über 40 Jahren her. Forscher des Unternehmens hatten die Substanzklasse der Organophosphate in den 30er Jahren bei der Suche nach Chemischen Kampfstoffen entdeckt. Bayer vermarktet die Gifte seitdem als Pestizide - neben Fenthion die von der Weltgesundheitsorganisation als „extrem gefährlich“ klassifizierten Wirkstoffe Azinphos-Methyl, Fenamiphos, Isofenphos und Tribufos.

Organophosphate stören das menschliche Nervensystem und können Schwindel, Sehstörungen und Atemlähmungen auslösen, bei hohen Konzentrationen den Tod. Entsprechend fordert Philipp Mimkes von der CBG: „Weltweit sterben jährlich bis zu 200.000 Menschen an Pestizidvergiftungen. Die Hersteller müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und sämtliche Organophosphate vom Markt nehmen.“

UK

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 28. Januar 2002

GENTECHNIK-GEGNER BESETZEN BRITISCHE BAYER-ZENTRALE

Anlässlich des Börsengangs der Bayer AG an der New Yorker Wall Street haben Gentechnik-Gegner die britische Zentrale des Unternehmens besetzt. 60 Aktivisten blockierten rund sechs Stunden den Eingang des Firmengebäudes in Newbury. Auf Transparenten wurde der Ausstieg aus der Gentechnik gefordert.

John Locke, Sprecher der Demonstranten: „In der langen Bayer- Geschichte sind Profite stets wichtiger gewesen als die Sicherheit der Verbraucher. Sollen wir ausgerechnet diesem Unternehmen bei der Herstellung von Nahrungsmitteln trauen?“ Die Mehrheit der britischen Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Unter www.bayerhazard.com haben die Kritiker eine neue homepage mit Informationen zu Bayer veröffentlicht.

Bayer steigt durch die Übernahme der Aventis Cropscience AG zum führenden Gentechnik Unternehmen Europas auf, Aventis ist verantwortlich für den Großteil der umstrittenen Freisetzungsversuche in England.

Die Coordination gegen BAYER- Gefahren e.V. hat sich im Sommer 2000 an einer Blockade der Bayer- Zentrale in Leverkusen durch Gentechnik-Kritiker beteiligt. Die CBG begrüßt die Aktionen in England ausdrücklich.

Patentraub

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 9. Januar 2002

Wende im Patentraub-Prozess gegen BAYER AG

Verfahrenstermin: Donnerstag, 10. Januar 2002, 10 Uhr
OLG Düsseldorf, Saal A 107, Cecilienallee 3
Pressegespräch ab 9.30 Uhr und nach der Verhandlung

In der längsten gerichtlichen Auseinandersetzung seit Bestehen der Bundesrepublik ist eine sensationelle Wende eingetreten: Der BAYER- Konzern widerruft gegenüber dem OLG Düsseldorf eine Behauptung, mit der die Weltfirma 34 Jahre lang die Patentansprüche des Düsseldorfer Unternehmers Heinz Süllhöfer abwehrte.

Seit den frühen 60er Jahren verwendet BAYER eine von Süllhöfer entwickelte Maschine zur Weiterverarbeitung von Schaumstoffen zu Dämmplatten. Um die Rechtmäßigkeit dieser Nutzung zu begründen, berief sich der Konzern auf eigene Konstruktionspläne, die vor der Patentanmeldung von Süllhöfer entstanden sein sollten. Damit sei das Süllhöfer-Patent nichtig.

So heißt es beispielsweise im Schriftsatz eines zentralen Verfahrens vom 31. Mai 1983: „Dazu ist auf ... Werkstattzeichnung 13/465.02 ... zu verweisen.“ Auf der Basis dieser Behauptungen konnte BAYER das milliardenschwere Süllhöfer-Patent für die eigene Kunststoff-Herstellung lizenzfrei einsetzen. Die bisherigen Versuche von Süllhöfer, den Patentraub des Konzerns zu stoppen, scheiterten.

Jetzt aber schreibt BAYER an das Gericht: „.... dass der Umbau ... nicht nach Maßgabe der Werkstattzeichnung 13/465.02 .. vorgenommen worden ist.“ Der überraschende Rückzug erfolgte unter dem Eindruck neuer Beweise:

1. Ein Gutachten der TH Aachen
2. Staatsanwaltschaftlich beschlagnahmte Dokumente
3. Benennung von Zeugen aus dem BAYER-Konzern durch Süllhöfer

Das Patentamt, die Gerichte bis hinauf zum europäischen Gerichtshof, die Staatsanwaltschaft und die Öffentlichkeit wurden augenscheinlich durch BAYER vorsätzlich getäuscht. Süllhöfer: „Die BAYER-Verant-
wortlichen sind vor keiner kriminellen Hürde zurückgeschreckt.“ So seien von BAYER nicht nur Dokumente verfälscht und falsche Behauptungen aufgestellt worden, sondern es seien von BAYER auch Zeugen benannt worden, die aufgrund verfälschter Urkunden vor Gericht falsche Aussagen machten. Der Konzern habe in der Öffentlichkeit den Ruf des Unternehmers geschädigt, ihn um Lizenzgebühren in Milliardenhöhe betrogen und ihn persönlich und gesundheitlich ruiniert.

Die von BAYER eingeräumten wahrheitswidrigen Vorträge haben Süllhöfer veranlasst, Strafanzeige beim Generalstaatsanwalt Düsseldorf und bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf einzureichen.
Die „Coordination gegen BAYER-Gefahren“ (CBG) begleitet das Verfahren seit fast 20 Jahren. Axel Köhler-Schnura, Vorstand der CBG: „Die Macht der Konzerne beruht wesentlich auf Patenten. Rücksichtslos und mit offenkundig erheblicher krimineller Energie begehen die Verantwortlichen des BAYER-Konzerns Patentraub im Interesse ihrer Profite und der eigenen Vormachtstellung.“

Ein interessanter Nebenaspekt: Der Vorsitzende Richter, Gisbert Steinacker, wohnte einst in Leverkusen Opladen Haus an Haus mit dem im Fall Süllhöfer federführend tätigen BAYER-Justitiar und heutigen Leiter der Rechtsabteilung des Konzerns, Charbonnier. Es gab Gerüchte, dass die von ihm verhängten Süllhöfer-Urteile „bei BAYER gefällt“ worden seien. Kurz nach dem letzten Urteil im Sinne des Konzerns bezog er eine neue Villa in Wittlar. Wohin mag er nach seinem nächsten Urteil im diesem Verfahren ziehen??

Weitere Informationen erhalten Sie von:
Heinz Süllhöfer: 0211 - 43 40 80 / mobil 0177 - 43 40 801

Ten Worst Corporations

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 7. Januar 2002

„Ten Worst Corporations of 2001“

Bayer in Negativliste ganz oben

Die amerikanische Fachzeitschrift Multinational Monitor hat die Bayer AG in die Liste der „10 schlechtesten Unternehmen des Jahres 2001“ aufgenommen. Die Aufstellung umfasst Firmen, die „Verbraucher betrügen, die Umwelt verseuchen und Arbeiterrechte mißachten“.
Das Unternehmen erhält die zweifelhafte Ehrung knapp drei Wochen vor dem mehrmals verschobenen Börsengang an der New Yorker Wall Street am 24. Januar.

Der Multinational Monitor nennt mehrere Skandale, die zu der erstmaligen Nominierung des Konzerns führten: nach den Milzbrand-
Anschlägen in den USA verlangte Bayer von der amerikanischen Regierung Milliardenbeträge für Antibiotika, obwohl die Herstellungs-
kosten nur Bruchteile dieser Summe ausmachten. Gleichzeitig zahlte das Unternehmen mehrere hundert Millionen Dollar an Konkurrenzfirmen, damit diese keine billigeren Alternativen auf den Markt bringen. In der US-Öffentlichkeit steht Bayer seitdem als „Kriegsgewinnler“ da.

Im August des vergangenen Jahres zog Bayer den Cholesterinsenker Lipobay vom Markt, weil dieser mit mindestens 52 Todesfällen in Verbindung gebracht wird. Bayer hatte die Gefahren jahrelang gekannt, jedoch erst auf eine Drohung der amerikanischen Aufsichtsbehörden hin den Verkauf gestoppt. Die anschließende Talfahrt des Aktienkurses führte zur Verschiebung der Notierung an der New Yorker Börse.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA fordert von Bayer einen Verkaufsstop von Tierantibiotika, welche identisch mit Antibiotika sind, die in der Humanmedizin eingesetzt werden. Bayer weigert sich, der Forderung nachzukommen. Verbraucherschützer und Ärzte befürchten, dass die Substanzklasse in wenigen Jahren wegen Resistenzbildungen in der Humanmedizin nicht mehr eingesetzt werden kann.

Als vierten Grund für die Aufnahme in den Index wird der Umgang von Bayer mit Kritikern genannt: im Sommer hatte der Leverkusener Konzern der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) wegen Verbreitung kritischer Informationen im Internet einen Prozess und hohe Strafen angedroht. Die Anwaltskosten bedrohen bis heute die Existenz des Vereins. Nach Ansicht des Multinational Monitor werden solche „juristischen Einschüchterungsversuche die Reputation des Unternehmens nicht wieder herstellen.“

Die vollständige Auflistung des Multinational Monitor findet sich unter: www.essential.org/monitor

BUND

CBG Redaktion

Pressemitteilung des BUND NRW vom 07.12.2001

Salpetersäure-Unfall bei BAYER in Krefeld

BUND erstattet Strafanzeigen

Nach eingehender Prüfung der zugänglichen Informationen über den Tankerunfall bei Krefeld-Uerdingen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt bei der Staatsanwaltschaft Duisburg zwei Strafanzeigen gegen die Firma BAYER sowie Unbekannt erstattet.

Der BUND wirft der BAYER AG u.a. eine schwere Gefährdung von Mensch und Umwelt durch die Freisetzung hochkonzentrierter Salpetersäure, das unerlaubte Betreiben von Anlagen und Gewässerverunreinigung vor. Wegen der Einleitung von über 1.000 t Salpetersäure in den Rhein erstattete der Umweltverband zudem Anzeige gegen Unbekannt.

Ein ähnlicher Unfall hatte sich bereits vor zwei Jahren an der Verladebrücke der Firma EC in Dormagen - einem Tochterunternehmen der BAYER AG - ereignet. Damals kam es bei einem Beladungsvorgang mit Kohlenwasserstoffen zu einer Explosion und erheblicher Umweltverschmutzung. Zwei Menschen starben. Die Gutachter empfahlen daraufhin umfangreiche sicherheitstechnische und organisatorische Verbesserungen.

„Offenbar hat die BAYER AG keinerlei Lehren aus dem damaligen Vorfall gezogen. Die Überwachungstechnik der Druckleitung in Krefeld-Uerdingen scheint mangelhaft gewesen zu sein. Darüber hinaus war das Abpumpen in den Rhein zur Gefahrenabwehr unseres Erachtens nicht nötig“, so Angelika Horster, Sprecherin des BUND-Arbeitskreises Umweltchemikalien. Bis heute sei unklar, ob die BAYER AG den Stand der Technik bei Rohrleitungsanlagen, wie z.B. Doppelwandigkeit oder Not-aus-Armaturen, eingehalten habe.

Hochkonzentrierte Salpetersäure wirkt sehr stark ätzend auf Haut und Schleimhäute. Bei Einatmen von Nitrosen Gasen und Säuredämpfen besteht Lebensgefahr. Die sogenannte rauchende oder rotrauchende Salpetersäure wird als wassergefährdend (Was-sergefährdungsklasse 2) eingestuft. Bei Eindringen größerer Mengen in Untergrund und Gewässer ist eine Trinkwassergefährdung möglich.

Für Rückfragen: Angelika Horster, BUND Arbeitskreis Umweltchemikalien,
Tel.: 02151 / 47 56 86 oder Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter, Tel.: 0211 / 30 200 5-22

Peru

CBG Redaktion

31. Oktober 2001

Zwei Jahre nach dem Tod von 24 Kindern in Tauccamarca:

Peru: BAYER auf Entschädigung verklagt

Zwei Jahre nach der tödlichen Pestizid-Vergiftung von 24 Schulkindern im peruanischen Tauccamarca reichten Eltern der Opfer beim Zivilgericht Lima eine Schadensersatz-Klage gegen die Firma BAYER ein. Zu der Tragödie am 22. Oktober 1999 war es gekommen, als die Lehrerin von Tauccamarca ein von Bayer hergestelltes Pestizid mit Milchpulver verwechselte. 22 Kinder überlebten mit schweren Nervenschäden.

Nach Auffassung der KlägerInnen ist es erwiesen, dass die Kinder durch das Bayer-Pestizid FOLIDOL ums Leben kamen. Bayer trägt Mitverantwortung für die Vergiftungen, da die ungenügenden Sicherheitsstandards, unter denen FOLIDOL in den peruanischen Anden vertrieben wurde, der Firma bekannt waren: FOLIDOL wurde in unbeschrifteten Tüten am Straßenrand verkauft, was zu häufigen Verwechslungen mit Milchpulver führte. Informationen zur Gefährlichkeit der Produkte - sofern vorhanden - waren in Spanisch abgefasst.
Die Bewohner des Hochlandes sind jedoch überwiegend Analphabeten, die Quetschua sprechen.

Weitere Klagen richten sich gegen die zuständigen Behörden des Landwirtschafts- und Gesundheitsministeriums. Der Prozess wird von der Menschenrechtsorganisation IDEELE (Instituto para la Defensa Legal) unterstützt.

BAYER hatte den Handel mit FOLIDOL in Peru vor einem Jahr eingestellt und war damit Forderungen von kirchlichen Organisationen und Umweltschutzgruppen aus aller Welt nachgekommen. Die Protest-
aktion in Deutschland wurde von der Informationsstelle Peru e.V. koordiniert. Die Infostelle Peru und die Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. solidarisieren sich mit der Forderung der KlägerInnen.

IDEELE und die peruanische Umweltorganisation RAAA (Red de Acción en Alternativas al Uso de Agroquímicos) fordern zudem, weitere gefährliche Pestizide wie FOLQUE (BASF), GRAMOXONE des englischen Unternehmens AGROKLINGE sowie TAMARON und TEMIK von BAYER zu verbieten.

Informationsstelle Peru e.V.
Tel: 0761-7070840

Tierversuche

CBG Redaktion

29. Oktober 2001

Aktionstage zu „Huntingdon Life-Sciences“

Protest gegen BAYER-Tierversuche

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren unterstützt die heutigen „Huntingdon-Aktionstage“ von Tierschützern aus aller Welt. Das britische Unternehmen Huntingdon Life Sciences/HLS, das auf Tierversuche spezialisiert ist, unterhält die weltgrößten Tier-Labors. Jährlich verenden dort 75.000 Nagetiere, Hunde und Affen unter schrecklichen Qualen.
Die heutigen Demonstrationen richten sich gegen Kunden und Geschäftspartner von HLS, Aktionen finden in England, Argentinien, Deutschland, Australien, Japan, Holland und Italien statt. In den USA wird die größte Demonstration von Tierversuchsgegnern aller Zeiten vorbereitet.

Auch das Unternehmen BAYER gehört zu den Großkunden von HLS. Gemeinsam mit anderen Global Playern gab der Konzern bei Huntingdon eine auf zwei Jahre angelegte Tierversuchsreihe zur Untersuchung der Industrie-Chemikalie Tri-n-butyl-Phosphat (TBP) in Auftrag. Kommen die Versuchstiere nicht direkt durch das Chemie-Gift um, so werden sie eingeschläfert, um ihre inneren Organe zu examinieren. CBG-Vorstandsmitglied Axel Köhler-Schnura:
„Diese Tier-Experimente sind nicht nur grausam, sondern auch überflüssig. Die toxischen und Krebs erregenden Eigenschaften von TBP sind seit langem bekannt und in der Literatur ausführlich beschrieben.“

Aus Protest gegen die BAYER-Versuche bei HLS stürmten Tierversuchsgegner im Frühjahr dieses Jahres die BAYER-Versuchs-
labors in Wuppertal-Aprath. In den Labors des BAYER-Konzerns in aller Welt werden Jahr für Jahr mehr als 1 Mio. Versuchstiere zu Tode gequält, darunter auch Großsäuger wie Rinder und Hunde.

Tierversuchsgegner argumentieren, dass die Versuche in erster Linie der Absicherung gegen Schadensersatz-Forderungen dienen. Wissenschaftlich sind sie unsinnig, da die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind. Axel Köhler-Schnura von der CBG: „Tierversuche dienen nicht der Sicherheit von Verbrauchern sondern der Sicherheit von Herstellern hochgefährlicher Chemikalien.“

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert den Stopp von Tierversuchen und die Einstellung der Verfahren gegen 80 britische Tierversuchsgegner.

Weitere Informationen: www.shac.net

Ciprobay

CBG Redaktion

26. Oktober 2001

Anwälte bereiten Sammelklage vor

US-Behörde ermittelt gegen Bayer AG im Fall Ciprobay

Die amerikanische Bundesbehörde Federal Trade Commission (FTC) ermittelt im Fall Ciprobay gegen die Bayer AG wegen möglicher Kartellvergehen. Das Leverkusener Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehr als 100 Millionen US$ an Konkurrenzfirmen gezahlt, um diese vom lukrativen Antibiotika-Markt fernzuhalten - ein durchaus übliches Vorgehen in der Pharma-Branche. Die Anwaltsfirma Gilman and Pastor hat eine Sammelklage gegen Bayer wegen überhöhter Ciprobay-Preise angekündigt.

Auf der homepage von Gilman and Pastor heisst es: „Die Bayer AG hat im Januar 1997 mit den Firmen Barr Laboratories und Hoechst Marion Roussel ungesetzliche und wettbewerbswidrige Vereinbarungen getroffen, nach denen Barr und Hoechst Marion Roussel gegen eine jährliche Zahlung von 50 Millionen US$ darauf verzichten, eine Generika Version von Ciprobay herzustellen oder zu vermarkten. Mit Hilfe dieser Vereinbarungen erhielt Bayer ein Monopol über den Markt mit Ciprofloxacinen.“

Die FTC untersucht zur Zeit mehrere ähnlich gelagerte Fälle. Zudem wurde in der vergangenen Woche ein Gesetzentwurf in den amerikanischen Senat eingebracht, der Pharma-Unternehmen zwingen soll, Abmachungen mit Herstellern von billigeren Generika zu veröffentlichen. Hierdurch sollen Preisabsprachen und überhöhte Preise unterbunden werden.

homepage von Gilman and Pastor: www.gilmanpastor.com

Baygon

CBG Redaktion

26. September 2001

Hochgefährliche Inhaltsstoffe in Insektensprays:

BAYER hält Zusage nicht ein

Die BAYER AG vertreibt in Mittelamerika Insektensprays der Marke BAYGON mit dem giftigen Inhaltsstoff Dichlorvos. Die vor fünf Jahren gemachte Zusage, Dichlorvos durch ungefährlichere Substanzen zu ersetzen, wurde bis heute nicht umgesetzt. In Deutschland vertriebenes BAYGON enthält kein Dichlorvos, die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet die Chemikalie als „hochgefährlich“.

BAYER hatte in Guatemala mit dem Slogan „Der plötzliche Tod ist eine Spezialität aus Deutschland“ für BAYGON geworben. Angesichts breiter Kritik entschuldigte sich das Unternehmen für den geschmacklosen Anzeigentext und stoppte die Kampagne. BAYER-Sprecher Thomas Reinert versprach zudem, Dichlorvos auch in Zentralamerika durch ungefährlichere Substanzen zu ersetzen. Aktuelle Testkäufe belegen jedoch, dass der risikoreiche Inhaltsstoff in guatemaltekischem BAYGON bis heute enthalten ist. Die Zusammensetzung (1% Propoxur, 0,015 % Cyfluthrin und 1% Desmethyl-Dichlorvos) blieb völlig unverändert. Zudem brachte BAYER unter dem Namen „Oko“ ein neues Mittel auf den Markt, das ebenfalls 1% Dichlorvos enthält.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Ein typischer Fall für doppelte Sicherheitsstandards. Gerade in einem Land wie Guatemala, wo 40% der Bevölkerung nicht lesen können, sind solche hochgefährlichen Produkte völlig fehl am Platz. Die Menschen sind mit den Risiken dieser frei verkäuflichen Pestizide wenig vertraut und können sich nur schlecht schützen.“ Die CBG fordert einen Verkaufs- Stopp für BAYGON.

BAYER wirbt in Lateinamerika mit dem Slogan „Si es BAYER, es bueno“ (wenn es von BAYER ist, ist es gut). Da Deutschland und deutsche Produkte in Mittelamerika hohes Ansehen genießen und die Gesundheitsvorsorge nur ein Randthema darstellt, ist die Schädlichkeit von BAYGON in Guatemala fast unbekannt. Gifte wie BAYGON werden in Küchen und Schlafräumen angewendet, Rückstände der langlebigen Inhaltsstoffe werden eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen.

Kongo

CBG Redaktion

28.08.01

„Schwarzbuch Markenfirmen“ von Klaus Werner u. Hans Weiss zeigt:

Bayer-Tochter H.C. Starck finanziert Bürgerkrieg im Kongo

Recherchen der Autoren Klaus Werner und Hans Weiss zeigen, dass die Bayer-Tochter H.C. Starck große Mengen des wertvollen Minerals Tantalit aus dem Kongo importiert und hierdurch den grausamen Bürgerkrieg in Zentralafrika mitfinanziert. Die kongolesischen Kriegsparteien finanzieren mit den Rohstofferlösen den Kauf von Waffen und die Rekrutierung neuer Kämpfer. Der „erste afrikanische Weltkrieg“ hat bislang etwa 2,5 Millionen Menschen das Leben gekostet.

Werner und Weiss stellen heute in Berlin das „Schwarzbuch Markenfirmen“ vor, in dem sie die Geschäftstätigkeit großer Unternehmen unter die Lupe nehmen. In „Schwarzbuch Markenfirmen“ zitieren sie Rohstoffhändler, die Starck als Hauptabnehmer der exportierten Mineralien angeben, wodurch mehrere Hundert Millionen Dollar an die Kriegsparteien flossen. Werner hatte sich für die Recherchen als Tantal-Händler ausgegeben und an mehrere Firmen, darunter H.C. Starck, gewandt. H.C. Starck ist weltweit größter Anbieter von Tantal, welches in der Elektronik-Industrie Verwendung findet.

Die UNO hatte im Frühjahr festgestellt, dass der Krieg im Osten des Kongo um „Zugang zu, Kontrolle von und Handel mit fünf mineralischen Ressourcen“, darunter Tantalit, geführt wird. Auch die UNO, die ein befristetes Embargo fordert, nennt Starck als Abnehmer des wertvollen Rohstoffs.

Philipp Mimkes, Sprecher der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „H.Cc Starck trägt Mit-Verantwortung für die grauenhaften Kämpfe, denen bereits Hunderttausende zum Opfer fielen. Wir fordern die Firma auf, ihre Rohstoffquellen offen zu legen und den Tantal-Import aus dem Kongo umgehend einzustellen.“

H.C. Starck gab im Frühjahr zunächst an, die Herkunft der gekauften Rohstoffe nicht zurückverfolgen zu können. Nach der Herausgabe des UN-Reports bestritt die Firma, Tantal aus dem Osten den Kongo zu beziehen - ihre Bezugsquellen will sie aber aus Wettbewerbsgründen nicht nennen.

DAS SCHWARZBUCH MARKENFIRMEN KANN DIREKT BEI DER COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN BESTELLT WERDEN

Aventis/Bayer

CBG Redaktion

27. August 2001

Kauf von AVENTIS CROP-SCIENCE durch die BAYER AG:

Umweltverband fürchtet Risiken für Verbraucher und Belegschaft

Der Umweltverband Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) befürchtet durch die Übernahme von AVENTIS CROP-SCIENCE durch die BAYER AG negative Auswirkungen für Verbraucher und Belegschaft. Die Initiative kündigt Widerstand gegen den von Bayer forcierten Ausbau der „grünen Gentechnik“ an.

Philipp Mimkes von der CBG: „Die zahlreichen Pannen und Skandale bei AVENTIS haben gezeigt, dass ein sicherer Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Pestiziden nicht möglich ist. Neben der Umwelt wird aber auch die Belegschaft zu den Verlierern gehören, denn die viel beschworenen Synergie-Effekte werden mit Entlassungen und Ausgliederungen erkauft.“

In einer Erklärung der CBG heißt es: „Gerade nach dem LIPOBAY- Skandal sollte sich BAYER auf umweltverträgliche Geschäftsbereiche konzentrieren. Durch den Kauf von AVENTIS CROP-SCIENCE werden Risiko-Technologien zum tragenden Standbein der BAYER AG.“ Untersuchungen zeigen, dass durch den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen die Menge der eingesetzten Pestizide nicht sinkt.

Der Gentechnik-Bereich von AVENTIS verursachte in der Vergangenheit zahlreiche Skandale, die ein wesentlicher Grund für den jetzigen Verkauf sind:

In den USA wurden Spuren eines nur als Futtermittel zugelassenen AVENTIS-Produkts in Taco-Chips entdeckt. Reste der gentechnisch manipulierten Getreide-Art wurden in 297 Nahrungsmitteln nachgewiesen. Da allergische Reaktionen zu befürchten waren, musste allein der Lebensmittel-Konzern Kraft 2,5 Mio. Packungen Chips zurückrufen, woraufhin die Mais-Exporte der USA rapide sanken. AVENTIS war schließlich gezwungen, die gesamte Ernte aufzukaufen. Der Konzern sieht sich mit Schadensersatz-Ansprüchen in Höhe von 300 Mio. Dollar konfrontiert.

Frankreich untersagte die Freisetzung gen-manipulierten Rapses, weil eine Bestäubung natürlicher Kreuzungspartner mit Pollen des Gen-Getreides möglicherweise nicht rückholbare Folgen für das Ökosystem hätte. In Kanada hat eine solche Übertragung schon stattgefunden: Forscher entdeckten wilden Raps, der gegenüber dem AVENTIS-Herbizid Liberty resistent ist.

Da Gen-Raps mit einem Antibiotika-Resistenz-Gen ausgestattet ist, verhängte Griechenland ein Import-Verbot für gentechnisch veränderten Raps von AVENTIS. Resistente Bakterien, die mit der Nahrung aufgenommen werden, können mit Antibiotika nicht mehr behandelt werden.

In Brasilien musste AVENTIS einen schon begonnenen Freisetzungsversuch mit Gen-Reis abbrechen, weil der Agrar-Multi gegen Sicherheitsbestimmungen verstoßen hatte. Einen weiteren Versuch ließen die Behörden des südamerikanischen Landes nicht mehr zu. Die eingereichten Unterlagen hätten keine ausreichende Gewähr für die Unbedenklichkeit geboten.

Der Geschäftsbereich „Landwirtschaft“ der BAYER AG wird durch den Zukauf über die gesamte Produktpalette der „grünen Gentechnik“ verfügen und zur Nr. 2 im internationalen Agro-Business aufsteigen. Der Weltmarkt für Pestizide wird von nur fünf Unternehmen dominiert, die das geringe Wachstum des Marktes durch hohe Endpreise wettmachen.
Zusätzlich zu den ökologischen Risiken lässt sich eine massive Arbeitsplatzvernichtung voraussagen. Überall dort, wo das AVENTIS- Sortiment nicht Lücken im BAYER-Angebot füllt, wird es zu so genannten Produkt-Bereinigungen kommen, wobei eine Arbeitsplatzvernichtung die komplette Wertschöpfungskette entlang zu erwarten ist: von der Forschung & Entwicklung und der Produktion über die Verwaltung bis hin zur Werbung und dem Vertrieb.

Die Mitarbeiter von AVENTIS CROP-SCIENCE sind die Übriggebliebenen einer Odyssee, in deren Verlauf immer mehr Belegschaftsangehörige über Bord gingen. Seinen Ausgang nahm sie mit der Zerschlagung von HOECHST. Ihre Fortsetzung fand die unfreiwillige Reise im Zusammenschluss mit SCHERINGs Landwirtschaftssparte zu AGREVO. Weiter ging sie nach der Fusion HOECHST/RHONE-POULENC mit der Umstruktierung zu AVENTIS CROP-SCIENCE; nun folgt der Verkauf an BAYER.

Ob die Rest-Besatzung damit einen neuen Heimathafen gefunden hat, steht noch längst nicht fest. Da der Leverkusener Multi im Segment „Insektizide“ bereits jetzt die Spitzen-Position auf dem Weltmarkt inne hat, könnte die Zustimmung der EU-Kartell-Behörden an die Auflage gebunden sein, die Sparte weiterzuverkaufen. Die BASF und andere Agro-Riesen haben bereits Interesse signalisiert.

Ciprobay

CBG Redaktion

31. Juli 2001

Nach Anzeige des britischen Chirurgen Prof. Dr. Stephen Karran:

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BAYER AG

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln ermittelt die Düsseldorfer Kriminalpolizei gegen die Leverkusener Bayer AG (AZ: 34 JS 169/01). Das Unternehmen steht im Verdacht, mindestens 300 englische Patienten bei Pharmatests schweren Gesundheitsrisiken ausgesetzt zu haben. Die Ermittlungen wurden initiiert durch eine Strafanzeige des britischen Chirurgen Dr. Stephen Karran.

Im Auftrag der Firma Bayer war zu Beginn der 90er Jahre in mehreren englischen Krankenhäusern das Antibiotikum Ciproxin nach Operationen getestet worden, obwohl Hinweise für ein erhöhtes Infektionsrisiko vorlagen. Die Patienten wurden auf die Gefahren nicht aufmerksam gemacht. Bei rund der Hälfte der Probanden entwickelten sich schwere und lebensbedrohende Infekte.

Dr. Karran wörtlich: „Die Tests von Bayer waren ein krimineller Anschlag auf die beteiligten Patienten. Wissenschaftlich und klinisch müssen sie als Betrug gewertet werden.“ Dr. Karran, der eine verminderte Absorption des Antibiotikums nach Operationen nachgewiesen hatte, informierte die englische und die deutsche Bayer-Zentrale rechtzeitig über die Risiken. Trotzdem führte Bayer im Krankenhaus von Southampton eine zweijährige Testreihe mit Ciproxin durch.

Nach Angaben von Karran machte Bayer gegenüber der Zulassungsstelle Medicines Control Agency falsche Angaben und zahlte knapp zwei Millionen Mark an die beteiligten Ärzte, um Bedenken gegen die Tests auszuräumen. Die Medicines Control Agency hat unterdessen auf Anweisung des britischen Gesundheitsministeriums Untersuchungen begonnen.

FTSE4Good

CBG Redaktion

30. Juli 2001

Presse-Information des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre:

Kritische Aktionäre demaskieren “ethischen” Aktienindex FTSE4Good

Als eine „extreme Mogelpackung“ bezeichnet der Dachverband der Kritischen Aktionäre den angeblich ethischen Aktienindex FTSE4Good, den die Financial Times und die Londoner Börse am Dienstag weltweit einführen wollen.

Die im Index angelegten Aufnahmekriterien beträfen im Wesentlichen nur Selbstverpflichtungen und Selbstauskünfte von Unternehmen, statt von unabhängiger Seite überprüfte Leistungsdaten, kritisiert der Geschäftsführer des Dachverbands, Henry Mathews.

„Umweltvergifter wie Bayer und BASF wurden in den FTSE4Good aufgenommen“, entrüstet sich Mathews. Auch die im Index verzeichneten Automobil-Konzerne BMW und Volkswagen seien „grundsätzlich nicht umweltverträglich“ und hätten „nichts in einem ethischen Aktienindex zu suchen.“ Gleiches gelte für die Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa, die zudem „die gewaltsame Abschiebung von Flüchtlingen in ihren Maschinen duldet“.

Die Kritischen Aktionäre halten es für überfällig, dem Missbrauch der Begriffe „Ethik“, Verantwortung„ und “Nachhaltigkeit„ ein Ende zu bereiten. Der Index FTSE4Good unterstreicht aus ihrer Sicht diese Notwendigkeit - zumal die darin aufgenommene Volkswagen AG im Haus des Hannoveraner Instituts “imug", das in die Bewertung der deutschen Firmen einbezogen war, auch als Beratungskunde verkehrt.

Hintergrund: http://www.kritischeaktionaere.de/Aktuelles/FTSE4Good/FTSE-Hintergrund/ftse-hintergrund.html

Baygon

CBG Redaktion

30. Mai 2001

Studie der Universität Edinburgh zeigt:

Insektenspray BAYGON kann Leukämie bei Kindern auslösen

Schottische Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen der Verwendung des Insektenmittels BAYGON und dem Auftreten von Leukämie bei Kindern festgestellt. Eine von der Fachgesellschaft American Association for Cancer Research veröffentlichte Studie zeigt, dass Neugeborene, deren Mütter mit dem Inhaltsstoff Propoxur in Berührung kamen, zehnmal häufiger an Leukämie erkranken, als Kinder, die den Stoffen im Mutterleib nicht ausgesetzt waren.

Die Krankheit verläuft in etwa 25% der Fälle tödlich. BAYGON wird von der Leverkusener Bayer AG weltweit für Anwendungen im Haushalt vertrieben. Der Inhaltsstoff Propoxur gehört zur Substanzklasse der Carbamate, die zur Bekämpfung von Moskitos, Kohlfliegen, Motten und Käfern verwendet werden.

Ein von der Professorin Freda Alexander von der Universität Edinburgh geleitetes Team hatte 136 Kinder aus vier Kontinenten mit akuter Leukämie untersucht. Vergleichsdaten von 266 Müttern mit gesunden Kindern legten eine Verbindung zwischen den Erkrankungen und dem Kontakt mit BAYGON nahe. Hierzu Prof. Alexander: „Wir haben diesen Zusammenhang zunächst nur für BAYGON gefunden, aber wir müssen die gesamte Substanzklasse der Carbamate im Auge behalten. Wenn ich schwanger wäre, würde ich mich von allen Pestiziden dieser Art fern halten.“ Da BAYGON und andere Pestizide auf Carbamat-Basis weit verbreitet sind, hält Alexander umfassende Untersuchungen der Gefahren dieser Substanzklasse für notwendig.

Dr. Richard Dixon vom Umweltverband Friends of the Earth fordert ein präventives Verbot der Pestizide. „Dieses Ergebnis ist sehr besorgnis-
erregend“, so Dixon, „man sollte aus Vorsorgegründen alle Chemikalien dieser Substanzklasse vorläufig verbieten und unter den selben Bedingungen testen.“ Britische Experten vermuten, dass die Untersuchungsergebnisse das gehäufte Auftreten von Leukämie bei Kindern in mehreren Teilen des Landes erklären können.

Hierzu Dr. Dixon: „Leukämie von Kindern hat wahrscheinlich mehrere Auslöser. Aber wir sollten diese Chemikalien nicht mehr verwenden, bis wir ihre Ungefährlichkeit bewiesen haben.“

Die Studie finden Sie unter http://cancerres.aacrjournals.org/cgi/content/full/61/6/2542