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CBG reicht Gegenanträge ein

CBG Redaktion

10 Einsprüche gegen BAYERs Profit-Jagd

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat zur Hauptversammlung des BAYER-Konzerns, die am 24. April stattfindet, zehn Gegenanträge eingereicht. 

Gleich zwei davon setzen die Verwendung von Glyphosat als Chemie-Waffe auf die Tagesordnung. Im Südlibanon will die israelische Armee mit Hilfe des Herbizids eine menschenleere Pufferzone schaffen. Sie gebraucht die Substanz, um Äcker zu zerstören und den LandwirtInnen so ihre Lebensgrundlage zu nehmen. Dem „Euro-Med Human Rights Monitor“ zufolge fielen dem schon Anbau-Flächen in einer Größenordnung von 9.000 Hektar zum Opfer. 

Das Glyphosat-Vorprodukt Phosphor dient ebenfalls dazu, aus dem Grenzgebiet im Südlibanon eine „Sicherheitszone“ zu machen. Zu weißem Phosphor verarbeitet, steckt es in Artillerie-Geschossen, die in der Luft explodieren und als Rauch- oder Brandbomben wirken. Human Rights Watch dokumentierte eine solche Detonation am 3. März in der Gegend um Yohmor, der eine Aufforderung an die BewohnerInnen der Stadt sowie von 50 Dörfern der Umgebung vorausging, ihre Häuser zu verlassen. „Die brandfördernde Wirkung von weißem Phosphor kann zum Tod oder zu grausamen Verletzungen führen, unter denen die Betroffenen ihr Leben lang leiden“, warnt die Organisation.

Der zweite Gegenantrag zum Thema befasst sich mit Brasilien als Einsatzort von Glyphosat als Chemie-Waffe. Dort lassen GroßgrundbesitzerInnen das Mittel von Flugzeugen oder Drohnen aus versprühen, um Indigene zu vertreiben und sich deren Land anzueignen.

Agrochemikalien widmen sich darüber hinaus noch zwei weitere Gegenanträge der CBG. Einer hat das Gefährdungspotenzial derjenigen Mittel zum Gegenstand, die zu den PFAS gehören, ein anderer beschäftigt sich konkret mit der Pestizid-Nebenwirkung „Parkinson“. Auch zur politischen Landschaftspflege des Leverkusener Multis bei der EU in Brüssel und dem vom Konzern mit besonderem Lobby-Einsatz bedachten EU-Mercosur-Vertrag legte die Coordination Gegenanträge vor. Zusätzliche stellte sie zu den von BAYER bis in die 1970er Jahre hinein betriebenen Arznei-Tests mit Heimkindern, den Aufsichtsratswahlen und den virtuellen Hauptversammlungen, zu denen die CBG keinen Anlass mehr sieht.

„Unsere Gegenanträge greifen die unterschiedlichsten Missstände auf, eines aber verbindet diese: Sie sind zurückzuführen auf BAYERs gnadenlose Profit-Jagd“, so Brigitte Hincha-Weisel vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren abschließend.