Lukrativer Rüstungsauftrag für BAYER
US-Armee bestellt weißen Phosphor
Der BAYER-Konzern hat in den USA einen großen Rüstungsauftrag erhalten. Das US-amerikanische Militär bestellte beim Leverkusener Multi für seine Waffenschmiede in Pine Bluff, Arkansas das Glyphosat-Vorprodukt Phosphor. Dabei handelt es sich um einen Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit und unbestimmter Liefermenge. „Der geschätzte Gesamtwert beläuft sich auf 5.637.600 US-Dollar“, wie es in dem offiziellen Vergabe-Dokument heißt.
US-Präsident Donald Trump hatte Phosphor und Glyphosat am 18. Februar als sicherheitsrelevant unter besonderen Schutz gestellt. Dem Dekret zufolge ist elementarer – also reiner – Phosphor „in den Lieferketten der Rüstungsindustrie weit verbreitet und daher von entscheidender Bedeutung für die militärische Einsatzbereitschaft und die nationale Verteidigung“.
An erster Stelle nennt die „Executive Order“ die Nutzung von Phosphor als Ausgangsstoff für Brand-, Leucht- und Rauchbomben. Nach Recherchen von Amnesty International schoss die israelische Armee IDF 2023 solche Bomben aus Pine Bluff im Südlibanon ab. Sie explodieren in der Luft und schaffen großflächige Nebelwände. Nach Angaben der IDF schützen die Artillerie-Geschosse auf diese Weise die eigenen Truppen. Aber auch bei dem Vorhaben, aus der Grenzregion eine menschenleere Pufferzone zu machen, spielen sie eine wichtige Rolle. Zu einem derartigen Einsatz kam es am 3. März in der Gegend um Yohmor, wie HUMAN RIGHTS WATCH berichtete. Dem Abfeuern ging eine Aufforderung an die BewohnerInnen der Stadt sowie von 50 weiteren kleineren oder größeren Ortschaften im Umkreis voraus, ihre Häuser zu verlassen.
Da sich der weiße Phosphor in Kontakt mit Sauerstoff zumeist sofort entzündet, verursachen die Geschütze nicht selten schwere Verbrennungen. „Die Brand-Wirkung von weißem Phosphor kann zum Tod oder zu grausamen Verletzungen führen, die lebenslanges Leid verursachen“, so Ramzi Kaiss von HUMAN RIGHTS WATCH. Zu den anderen Nebenwirkungen zählen Beeinträchtigungen von Nieren-, Herz- und Leberfunktionen. Hunderte Geschädigte gibt es bereits.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) fordert den Leverkusener Multi auf, Glyphosat und elementaren Phosphor nicht länger als Dual-Use-Güter zu vermarkten. „BAYER hat im Ersten Weltkrieg Chemie-Waffen produzieren, im Zweiten Weltkrieg die Waffenarsenale der Nazis gefüllt und auch danach noch mörderische Geschäfte nicht zu knapp betrieben. Es wird Zeit, dass der Konzern endlich mit dieser unheilvollen Tradition bricht“, hält Brigitte Hincha-Weisel von der CBG fest.
Am morgigen Samstag wird die Coordination gegen BAYER-Gefahren in Berlin an der Friedensdemonstration „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und & Krieg“ teilnehmen und dort die Rüstungsdeals des Agro-Riese thematisieren.
Presse-Information vom 02.10.26

