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Veröffentliche Beiträge in “Allgemein”

Bienensterben

CBG Redaktion

18. Februar 2003

NABU und Berufsimkerbund fordern Anwendungsverbot für Imidacloprid

Der Naturschutzbund NABU und der Berufsimkerbund (DBIB) haben von Bundesverbraucherministerin Künast ein Anwendungsverbot für das Insektizid „Gaucho“ (Imidacloprid) gefordert. „Die neuesten Erkenntnisse über ein Massensterben von Bienenvölkern durch den Wirkstoff Imidacloprid müssen ernst genommen und die Zulassung der Chemikalie umgehend geprüft werden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Der Wirkstoff komme großflächig in dem Insektizid „Gaucho“ der Firma Bayer zur Saatgutbehandlung von Raps, Zuckerrüben und Mais zum Einsatz und wirke als Nervengift auf Insekten. Aufgrund der sehr schlechten Abbaubarkeit reichert sich Imidacloprid im Boden an und wird über den Pflanzensaft bis in die Blüte transportiert. Die Bienen tragen den belasteten Nektar und den Pollen in den Bienenstock ein, wo das hochgiftige Mittel auch die Brut direkt schädigt.

Untersuchungen in Frankreich hätten ergeben, dass das Mittel an einem Verlust von bis zu 50 Prozent der Bienenvölker beteiligt sein könne. Daher ist dort ein Anwendungsverbot für „Gaucho“ auf Sonnenblumen verhängt worden. Auch in Deutschland sei zu befürchten, dass sich das ganze Ausmaß des Bienensterbens verstärkt nach der Auswinterung der Bienenvölker zeigen werde. Im Sinne eines vorsorgenden Umwelt- und Verbraucherschutzes müsse nach Auffassung von NABU und DBIB auch in Deutschland die Zulassung des Mittels neu geprüft werden.

„Die Imkerei leistet einen unschätzbaren Beitrag zur Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen und darf nicht durch ein einzelnes Insektizid gefährdet werden“, sagte DBIB-Präsident Ulrich Hofmann. Mit über einer Million Hektar Anbaufläche sei Raps als wichtigste Frühjahrstracht für die Biene besonders problematisch. Daher müsse sichergestellt werden, dass der verstärkte Anbau von Raps zur Herstellung von Biodiesel nicht zu einem Bestandseinbruch bei Honig- und Wildbienen sowie weiteren Insektenarten führe. „Solange die Risiken und Gefahren für die Bienen nicht abschließend geklärt sind, darf Imidacloprid nicht weiter angewendet werden“, so die gemeinsame Forderung von NABU und DBIB.

ots Originaltext: NABU

[IG Farben] IG FARBEN

CBG Redaktion

18. Dezember 2002

Proteste auf IG FARBEN-Hauptversammlung

Coordination gegen BAYER-Gefahren stellt Gegenanträge

Zu Tumulten kam es auf der heutigen Hauptversammlung der IG FARBEN AG in Abwicklung im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim. Dreißig Kritische Aktionäre, die in gewaltloser Weise die Auflösung der Gesellschaft forderten, wurden vom Saaldienst brutal aus dem Gebäude entfernt. Versammlungsleiter Born heizte die Stimmung weiter an, indem er die Kritiker als „geistige Väter von Gewalt“ und „Psychopathen“ beschimpfte. An den Protesten gegen die IG FARBEN beteiligten sich auch ehemalige Zwangsarbeiter der Gesellschaft.

Axel Köhler-Schnura von der Coordination gegen BAYER-Gefahren kandidiert in der Versammlung für den Aufsichtsrat der IG FARBEN, um eine sofortige Liquidierung der Firma durchzusetzen. „Kein Unternehmen hat mehr Blut an seinen Aktien als die IG FARBEN. Jeder einzelne Tag der Weiterexistenz dieser Gesellschaft ist eine Schande für jeden demokratisch gesinnten Bürger dieses Landes“. Köhler-Schnura wirft Otto Bernhard, CDU Bundestagsabgeordneter und langjähriger Liquidator der IG FARBEN, vor, mit seiner Tätigkeit die moralische Integrität des Bundestags zu beschmutzen.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren kämpft seit 20 Jahren für die Entschädigung ehemaliger ZwangsarbeiterInnen. In der Versammlung stellten Vertreter des Vereins mehrere Gegenanträge, in denen eine Nicht-Entlastung der Liquidatoren und des Aufsichtsrats gefordert werden. Begründet wird dies mit der seit Jahrzehnten verschleppten Abwicklung der Gesellschaft und der Nicht-Einbeziehung der Opfer in den Prozess der Auflösung. Auch in die Entschädigungsstiftung der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft hat die Firma nicht eingezahlt.

Die IG FARBEN kooperierte im Dritten Reich eng mit dem national-
sozialistischen Regime und unterhielt in Auschwitz ein „werkseigenes“ Konzentrationslager für Zwangsarbeiter. Unmittelbar nach Kriegsende beschlossen die Alliierten die Zerschlagung des Konzerns. Bayer, BASF und Hoechst sind die drei größten von ursprünglich sechs Unternehmen, die übrig blieben. Mit rund zehn Prozent des Kapitals gründeten die Alliierten die IG FARBEN in Abwicklung. „In Abwicklung“ befindet sich die IG FARBEN nun allerdings bereits seit fast 50 Jahren.

IG Farben

CBG Redaktion

14. November 2002

IG Farben verschleppen weiterhin die Auflösung

Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. stellt Gegenanträge zur Hauptversammlung

Die IG Farben AG in Liquidation hat für den 18. Dezember in Frankfurt mit viermonatiger Verspätung ihre Hauptversammlung einberufen.
Auch in diesem Jahr steht die seit Jahrzehnten geforderte Auflösung der „Blutgesellschaft“ nicht auf der Tagesordnung. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren, die seit 20 Jahren für die Entschädigung ehemaliger ZwangsarbeiterInnen kämpft, hat daher heute die beigefügten Gegen-
anträge eingereicht. Überlebende Zwangsarbeiter und zahlreiche antifaschistische Organisationen kündigten bereits Proteste gegen das Aktionärstreffen an, das erneut in der Stadthalle des Frankfurter Vororts Bergen-Enkheim abgehalten wird.

In den Gegenanträgen wird eine Nicht-Entlastung der Liquidatoren und des Aufsichtsrats der IG FARBEN gefordert. Begründet wird dies mit der seit Jahrzehnten verschleppten Abwicklung und der Nicht-Einbeziehung der Opfer der IG FARBEN in den Prozess der Auflösung. In die Entschädigungsstiftung der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft hat die Firma nicht eingezahlt und verweigert dies auch für die Zukunft.

Die IG FARBEN war in die Verbrechen der Nazis verstrickt wie keine andere deutsche Firma. Das Unternehmen unterhielt in Auschwitz ein eigenes Konzentrationslager, in dem über 30.000 Menschen vernichtet wurden, und lieferte das ZYKLON B für die Gaskammern.

Im Folgenden dokumentieren wir die Gegenanträge im Wortlaut:

Zum Tagesordnungspunkt 2: Die Liquidatoren werden nicht entlastet.

Begründung: Die Liquidatoren haben die Auflösung des Unter-
nehmens, das im Dritten Reich als Kriegstreiber und Kriegsprofiteur auftrat, nicht vorangetrieben. Die überlebenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter werden in die Abwicklung nicht mit einbezogen. Auch wurden im vergangenen Geschäftsjahr erneut keinerlei Zahlungen an die Opfer der IG Farben geleistet – nicht einmal in die von der Bundesregierung eingerichtete Stiftung hat IG Farben eingezahlt.

Zum Tagesordnungspunkt 3: Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet.

Begründung: Der Aufsichtsrat ist seiner Kontrollfunktion gegenüber den Liquidatoren in keiner Weise nachgekommen und unterstützt die Verschleppungstaktik bezüglich der Auflösung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat widersetzt sich der Forderung, das etwaige Restvermögen der IG Farben aus der Schweiz vollständig den Opfern im Dritten Reich und ihren Hinterbliebenen zugute kommen zu lassen. Zudem ist die Auswahl des leitenden Personals durch den Aufsichtsrat dilettantisch, die IG Farben i.A. stand mehrmals kurz vor der Zahlungsunfähigkeit.

Tierversuche

CBG Redaktion

29. Oktober 2001

Aktionstage zu „Huntingdon Life-Sciences“

Protest gegen BAYER-Tierversuche

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren unterstützt die heutigen „Huntingdon-Aktionstage“ von Tierschützern aus aller Welt. Das britische Unternehmen Huntingdon Life Sciences/HLS, das auf Tierversuche spezialisiert ist, unterhält die weltgrößten Tier-Labors. Jährlich verenden dort 75.000 Nagetiere, Hunde und Affen unter schrecklichen Qualen.
Die heutigen Demonstrationen richten sich gegen Kunden und Geschäftspartner von HLS, Aktionen finden in England, Argentinien, Deutschland, Australien, Japan, Holland und Italien statt. In den USA wird die größte Demonstration von Tierversuchsgegnern aller Zeiten vorbereitet.

Auch das Unternehmen BAYER gehört zu den Großkunden von HLS. Gemeinsam mit anderen Global Playern gab der Konzern bei Huntingdon eine auf zwei Jahre angelegte Tierversuchsreihe zur Untersuchung der Industrie-Chemikalie Tri-n-butyl-Phosphat (TBP) in Auftrag. Kommen die Versuchstiere nicht direkt durch das Chemie-Gift um, so werden sie eingeschläfert, um ihre inneren Organe zu examinieren. CBG-Vorstandsmitglied Axel Köhler-Schnura:
„Diese Tier-Experimente sind nicht nur grausam, sondern auch überflüssig. Die toxischen und Krebs erregenden Eigenschaften von TBP sind seit langem bekannt und in der Literatur ausführlich beschrieben.“

Aus Protest gegen die BAYER-Versuche bei HLS stürmten Tierversuchsgegner im Frühjahr dieses Jahres die BAYER-Versuchs-
labors in Wuppertal-Aprath. In den Labors des BAYER-Konzerns in aller Welt werden Jahr für Jahr mehr als 1 Mio. Versuchstiere zu Tode gequält, darunter auch Großsäuger wie Rinder und Hunde.

Tierversuchsgegner argumentieren, dass die Versuche in erster Linie der Absicherung gegen Schadensersatz-Forderungen dienen. Wissenschaftlich sind sie unsinnig, da die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind. Axel Köhler-Schnura von der CBG: „Tierversuche dienen nicht der Sicherheit von Verbrauchern sondern der Sicherheit von Herstellern hochgefährlicher Chemikalien.“

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert den Stopp von Tierversuchen und die Einstellung der Verfahren gegen 80 britische Tierversuchsgegner.

Weitere Informationen: www.shac.net

Ciprobay

CBG Redaktion

26. Oktober 2001

Anwälte bereiten Sammelklage vor

US-Behörde ermittelt gegen Bayer AG im Fall Ciprobay

Die amerikanische Bundesbehörde Federal Trade Commission (FTC) ermittelt im Fall Ciprobay gegen die Bayer AG wegen möglicher Kartellvergehen. Das Leverkusener Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehr als 100 Millionen US$ an Konkurrenzfirmen gezahlt, um diese vom lukrativen Antibiotika-Markt fernzuhalten - ein durchaus übliches Vorgehen in der Pharma-Branche. Die Anwaltsfirma Gilman and Pastor hat eine Sammelklage gegen Bayer wegen überhöhter Ciprobay-Preise angekündigt.

Auf der homepage von Gilman and Pastor heisst es: „Die Bayer AG hat im Januar 1997 mit den Firmen Barr Laboratories und Hoechst Marion Roussel ungesetzliche und wettbewerbswidrige Vereinbarungen getroffen, nach denen Barr und Hoechst Marion Roussel gegen eine jährliche Zahlung von 50 Millionen US$ darauf verzichten, eine Generika Version von Ciprobay herzustellen oder zu vermarkten. Mit Hilfe dieser Vereinbarungen erhielt Bayer ein Monopol über den Markt mit Ciprofloxacinen.“

Die FTC untersucht zur Zeit mehrere ähnlich gelagerte Fälle. Zudem wurde in der vergangenen Woche ein Gesetzentwurf in den amerikanischen Senat eingebracht, der Pharma-Unternehmen zwingen soll, Abmachungen mit Herstellern von billigeren Generika zu veröffentlichen. Hierdurch sollen Preisabsprachen und überhöhte Preise unterbunden werden.

homepage von Gilman and Pastor: www.gilmanpastor.com

Aventis/Bayer

CBG Redaktion

27. August 2001

Kauf von AVENTIS CROP-SCIENCE durch die BAYER AG:

Umweltverband fürchtet Risiken für Verbraucher und Belegschaft

Der Umweltverband Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) befürchtet durch die Übernahme von AVENTIS CROP-SCIENCE durch die BAYER AG negative Auswirkungen für Verbraucher und Belegschaft. Die Initiative kündigt Widerstand gegen den von Bayer forcierten Ausbau der „grünen Gentechnik“ an.

Philipp Mimkes von der CBG: „Die zahlreichen Pannen und Skandale bei AVENTIS haben gezeigt, dass ein sicherer Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Pestiziden nicht möglich ist. Neben der Umwelt wird aber auch die Belegschaft zu den Verlierern gehören, denn die viel beschworenen Synergie-Effekte werden mit Entlassungen und Ausgliederungen erkauft.“

In einer Erklärung der CBG heißt es: „Gerade nach dem LIPOBAY- Skandal sollte sich BAYER auf umweltverträgliche Geschäftsbereiche konzentrieren. Durch den Kauf von AVENTIS CROP-SCIENCE werden Risiko-Technologien zum tragenden Standbein der BAYER AG.“ Untersuchungen zeigen, dass durch den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen die Menge der eingesetzten Pestizide nicht sinkt.

Der Gentechnik-Bereich von AVENTIS verursachte in der Vergangenheit zahlreiche Skandale, die ein wesentlicher Grund für den jetzigen Verkauf sind:

In den USA wurden Spuren eines nur als Futtermittel zugelassenen AVENTIS-Produkts in Taco-Chips entdeckt. Reste der gentechnisch manipulierten Getreide-Art wurden in 297 Nahrungsmitteln nachgewiesen. Da allergische Reaktionen zu befürchten waren, musste allein der Lebensmittel-Konzern Kraft 2,5 Mio. Packungen Chips zurückrufen, woraufhin die Mais-Exporte der USA rapide sanken. AVENTIS war schließlich gezwungen, die gesamte Ernte aufzukaufen. Der Konzern sieht sich mit Schadensersatz-Ansprüchen in Höhe von 300 Mio. Dollar konfrontiert.

Frankreich untersagte die Freisetzung gen-manipulierten Rapses, weil eine Bestäubung natürlicher Kreuzungspartner mit Pollen des Gen-Getreides möglicherweise nicht rückholbare Folgen für das Ökosystem hätte. In Kanada hat eine solche Übertragung schon stattgefunden: Forscher entdeckten wilden Raps, der gegenüber dem AVENTIS-Herbizid Liberty resistent ist.

Da Gen-Raps mit einem Antibiotika-Resistenz-Gen ausgestattet ist, verhängte Griechenland ein Import-Verbot für gentechnisch veränderten Raps von AVENTIS. Resistente Bakterien, die mit der Nahrung aufgenommen werden, können mit Antibiotika nicht mehr behandelt werden.

In Brasilien musste AVENTIS einen schon begonnenen Freisetzungsversuch mit Gen-Reis abbrechen, weil der Agrar-Multi gegen Sicherheitsbestimmungen verstoßen hatte. Einen weiteren Versuch ließen die Behörden des südamerikanischen Landes nicht mehr zu. Die eingereichten Unterlagen hätten keine ausreichende Gewähr für die Unbedenklichkeit geboten.

Der Geschäftsbereich „Landwirtschaft“ der BAYER AG wird durch den Zukauf über die gesamte Produktpalette der „grünen Gentechnik“ verfügen und zur Nr. 2 im internationalen Agro-Business aufsteigen. Der Weltmarkt für Pestizide wird von nur fünf Unternehmen dominiert, die das geringe Wachstum des Marktes durch hohe Endpreise wettmachen.
Zusätzlich zu den ökologischen Risiken lässt sich eine massive Arbeitsplatzvernichtung voraussagen. Überall dort, wo das AVENTIS- Sortiment nicht Lücken im BAYER-Angebot füllt, wird es zu so genannten Produkt-Bereinigungen kommen, wobei eine Arbeitsplatzvernichtung die komplette Wertschöpfungskette entlang zu erwarten ist: von der Forschung & Entwicklung und der Produktion über die Verwaltung bis hin zur Werbung und dem Vertrieb.

Die Mitarbeiter von AVENTIS CROP-SCIENCE sind die Übriggebliebenen einer Odyssee, in deren Verlauf immer mehr Belegschaftsangehörige über Bord gingen. Seinen Ausgang nahm sie mit der Zerschlagung von HOECHST. Ihre Fortsetzung fand die unfreiwillige Reise im Zusammenschluss mit SCHERINGs Landwirtschaftssparte zu AGREVO. Weiter ging sie nach der Fusion HOECHST/RHONE-POULENC mit der Umstruktierung zu AVENTIS CROP-SCIENCE; nun folgt der Verkauf an BAYER.

Ob die Rest-Besatzung damit einen neuen Heimathafen gefunden hat, steht noch längst nicht fest. Da der Leverkusener Multi im Segment „Insektizide“ bereits jetzt die Spitzen-Position auf dem Weltmarkt inne hat, könnte die Zustimmung der EU-Kartell-Behörden an die Auflage gebunden sein, die Sparte weiterzuverkaufen. Die BASF und andere Agro-Riesen haben bereits Interesse signalisiert.

AIDS

CBG Redaktion

23. November 2000

Entschädigung AIDS-kranker Bluter:

Bayer AG soll Stiftung finanzieren

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) fordert das Unternehmen Bayer auf, die Rentenzahlungen an HIV-infizierte Bluter vollständig zu übernehmen. Die im Jahr 1995 eingerichtete Stiftung für die Opfer von verseuchten Blutkonserven steht vor dem Aus, da ihr Grundkapital größtenteils aufgebraucht ist. Bayer war als Weltmarktführer für Faktor VIII-Präparate verantwortlich für die HIV-Infektion Tausender Bluter.
Hubert Ostendorf von der CBG: „Der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags hat eindeutig bestätigt, dass die Aids-Gefahr für Bluter frühzeitig bekannt war. Lediglich aus Kostengründen wurden die bestehenden Sicherungsverfahren damals nicht eingesetzt - Tausende von Blutern mussten dieses Versäumnis mit ihrem Leben bezahlen.“ Obwohl Mitarbeiter von Bayer intern bereits 1983 vor einer „gigantischen Epidemie“ warnten, weigerte sich das Unternehmen lange, entsprechende Tests und eine Hitze-Behandlung der Gerinnungspräparate einzuführen. Als diese Verfahren in den USA obligatorisch wurden, setzte Bayer die unbehandelten Produkte weiter in Japan und Lateinamerika ab. Ostendorf fordert daher neben der Übernahme der Rentenzahlungen durch die Bayer AG auch eine strafrechtliche Verfolgung der verantwortlichen Manager.
Während der Leverkusener Konzern allen japanischen Opfern auf Druck der dortigen Regierung 630.000 Mark Entschädigung, eine monatliche Rente und alle Behandlungskosten bezahlt, wurde in Deutschland lediglich eine Stiftung gegründet, die eine Minimalrente garantiert. Die Kosten dafür trägt zum größten Teil die Allgemeinheit - Bayer beteiligte sich lediglich mit 18 Millionen Mark. Der Leverkusener Konzern setzt jährlich fast eine Milliarde Mark mit Faktorpräparaten um, die Behandlung eines einzigen Patienten kann jährlich 300.000 Mark verschlingen.

Bienensterben

CBG Redaktion

25. Oktober 2000

Pestizide verursachen Bienen-Sterben

Französische Imker demonstrieren vor BAYER-Fabrik

1.500 Imker aus ganz Frankreich demonstrieren heute vor einer Fabrik des Unternehmens BAYER in Cormery nahe Tours. Sie fordern den Leverkusener Konzern auf, den Pestizid-Wirkstoff Imidacloprid vom Markt zu nehmen, da dieser für das größte Bienen-Sterben der letzten Jahrzehnte verantwortlich ist. 250 Imker reisen mit Traktoren an und werden vor dem Werk leere Bienenstöcke aufbauen. Imidacloprid, enthalten in den Produkten Gaucho und Confidor, wird für das Absterben von 40% aller französischen Bienenvölker in den vergangenen sechs Jahren verantwortlich gemacht.
Bereits gestern organisierte der Zusammenschluss der französischen Imker-Verbände Coordination des Apiculteurs de France Kundgebungen in über 30 Städten. Die Protestaktion wird unterstützt vom Französischen Verband der Agrargewerkschaften FNSEA sowie von der radikaleren Conféderation Paysanne. Die Imker-Organisationen fordern ein endgültiges Verbot von Gaucho und Confidor auf allen Kulturen - besonders im Mais-Anbau werden große Mengen Imidacloprid eingesetzt.
Im Januar 1999 war Gaucho für die Verwendung im Sonnenblumen-Anbau vorläufig verboten worden. Das Unternehmen Bayer scheiterte im vergangenen Dezember vor Gericht mit einer Klage gegen das Verbot. In den Niederlanden wurde Gaucho im Januar auf allen freien Flächen verboten. Die Zulassung der französischen Aufsichtsbehörde ist besonders wichtig, da sie von zahlreichen afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern übernommen wird, die keine eigenen Aufsichtsbehörden unterhalten.

USA

CBG Redaktion

18. Oktober 2000

Amerikanische Bluter stoppen Kooperation mit Pharmakonzern Bayer

Medikamente nur für Reiche?

Die amerikanische National Hemophilia Foundation (NHF), die die Interessen von 14.000 Blutern in den USA vertritt, beendet mit sofortiger Wirkung jegliche Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Bayer. Alle Spenden des Leverkusener Konzerns an die Stiftung wurden zurück überwiesen, eine Delegation von Bayer zum anstehenden Jahrestag der NHF wurde ausgeladen.
„In Zukunft entscheidet die teuerste Versicherung darüber, wer eine Behandlung erhält“, protestiert Mark Skinner, Präsident der NHF, „für Bayer scheint die Profitrate wichtiger zu sein als die Hilfe für schwerkranke Menschen.“ Hintergrund des Zerwürfnisses: Bayer zieht das Medikament Kogenate FS aus dem freien Handel zurück. In Zukunft soll das Blutfaktor-Präparat nur noch an Direktabnehmer verkauft werden, die dem Unternehmen Alter, Krankheitsgeschichte und die Art ihrer Krankenversicherung mitteilen müssen. Bayer ist Alleinanbieter für diese Art von Gerinnungsfaktoren, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.
Die NHF kritisiert in einem Offenen Brief an Bayer den Besitz vertraulicher Patientendaten durch das Unternehmen und die Risiken für Notfall-Patienten, die in Krankenhäusern keine Blutgerinnungsmittel mehr erhalten können. Die Stiftung befürchtet zudem höhere Preise aufgrund der Monopolstellung des Anbieters - schon heute geben Hämophile jährlich bis zu 150.000 US$ für ihre Behandlung aus. Besonders ältere Betroffene, die auf die staatlichen Programme Medicare und Medicaid angewiesen sind, könnten in Zukunft leer ausgehen.
Jan Hamilton, Vorsitzende der zweiten großen Bluter-Vereinigung Hemophilia Federation of America: „Niemand von uns vertraut Bayer“. In den 80er Jahren hatte sich die große Mehrheit der amerikanischen Hämophilen mit Hepatitis C infiziert. 40% der Patienten wurden außerdem mit HIV angesteckt, obwohl Experten jahrelang auf die Risiken hingewiesen hatten. Schon damals war Bayer Weltmarktführer für Blutprodukte.

Archiv

CBG Redaktion

24. August 2000

Trotz Verpflichtung im neuen Stiftungsvertrag:

Bayer AG verweigert Zugang zu Konzern-Archiv

Die Leverkusener Bayer AG verweigert Kritikern des Unternehmens den Zugang zum Werksarchiv, in dem sich umfangreiches Material aus der Zeit des Dritten Reiches befindet. Mitarbeiter der Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. (CBG) wollen dort Unterlagen einsehen, die die „Arisierung“ eines jüdischen Friedhofs in Krefeld betreffen. Außerdem sollen Briefwechsel zwischen dem Leverkusener Bayer-Werk und dem KZ Auschwitz, in dem im Auftrag der IG Farben Menschenversuche durchgeführt wurden, eingesehen werden. Erst im vergangenen Jahr hatte die Bayer AG das Archiv der skandalträchtigen IG Farben AG in Liquidation übernommen.
Im Gegensatz zu anderen Firmen beauftragte Bayer bislang keine unabhängigen Historiker mit der Niederschrift einer Konzerngeschichte. Nun antwortete das Unternehmen: „...ergibt sich keine Verpflichtung, Ihrem Antrag nachzukommen. Wir möchten Sie bitten, von weiterer Korrespondenz in dieser Angelegenheit abzusehen.“
In den Vertrag der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die die Entschädigung ehemaliger Sklavenarbeiter regelt, wurde auf Drängen amerikanischer Anwälte die Öffnung der Werksarchive festgeschrieben. In der Vergangenheit war Journalisten und Unternehmenskritikern der Zutritt meist verweigert worden.
Die CBG begleitet das Unternehmen Bayer seit über zwanzig Jahren und ist Herausgeber des Buches „IG Farben - Von Anilin bis Zwangsarbeit“. Im Juni organisierte der Verein eine Demonstration in Uerdingen, um an den zerstörten jüdischen Friedhof zu erinnern. Auf dem Gelände des Friedhofs befindet sich heute der Eingang zum Bayer-Werk Uerdingen, ein Hinweisschild oder ein Denkmal sucht man vergeblich.

Postkartenaktion

CBG Redaktion

12. Januar 2000

gemeinsame Aktion deutscher und amerik. Initiativen:

Protest-Postkarten an Bayer AG

In den vergangenen Tagen haben deutsche und amerikanische Initiativen mehrere Tausend Protest-Postkarten an den Chemie-Konzern Bayer gesandt. Darin fordern sie das Unternehmen auf, den Beitrag für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter drastisch zu erhöhen und sofort auszuzahlen. Außerdem soll sich der Konzern bei den Überlebenden entschuldigen und seine Archive allen Interessierten öffnen. B´nai B´rith, die weltweit größte jüdische Interessenvertretung, und mehrere amerikanische Zeitungen unterstützen die Aktion.
Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren: ”Die in der Stiftungs-Initiative zugesagten Beträge – ein bis zwei Promill eines Jahresumsatzes – sind beschämend. Die Unternehmen verzögern weiterhin die Auszahlung, täglich sterben Betroffene.” Köhler-Schnura weist auf den großen Erfolg der Basisgruppen hin: ”Ohne die unermüdliche Arbeit kleiner Initiativen wäre es den Konzernen gelungen, das Problem für immer zu leugnen.”
Seit mehreren Jahren üben deutsche und amerikanische Organisationen gemeinsam Druck auf den Bayer-Konzern aus. Im letzten Frühjahr protestierten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Pittsburgh auf der Hauptversammlung des Unternehmens gegen die jahrzehntelange Blockadehaltung des Konzerns. Pittsburgh ist Stammsitz der amerikanischen Bayer-Tochter.
Die CBG dokumentiert seit 15 Jahren die Geschichte der Chemischen Industrie im Dritten Reich und hat zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema vorgelegt. Der Verein setzt sich auch für eine Auflösung der IG Farben in Liquidation ein. Vertreter der Gruppe kamen kürzlich in den USA mit Betroffenen und ihren Anwälten zusammen.

WCM

CBG Redaktion

10. Januar 2000

Schützende Hand über den IG Farben dank Millionenspenden?

Im Zuge der CDU-Spendenaffäre wird jetzt die Rolle der IG Farben in Liquidation und ihres ehemaligen Mehrheitsaktionärs Karl Ehlerding untersucht. Der Hamburger Milliardär, Besitzer der Immobiliengesellschaft WCM, war lange Zeit Mitglied des Aufsichtsrats der IG Farben. Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass Ehlerding 1998 mehr als drei Millionen Mark an die CDU gespendet hat.
Die IG Farben i.L. widersetzt sich seit 50 Jahren ihrer Auflösung – trotz ihrer Verurteilung im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess. Axel Köhler Schnura von der Kampagne Nie wieder: “Es ist zu vermuten, dass der fehlende politische Druck auf die Gesellschaft auf üppige Parteispenden durch Ehlerding zurückzuführen ist.” Die WCM übernahm die IG Farben, da sie auf das ehemalige “Ostvermögen” des berüchtigten Chemie-Kartells spekulierte. Nachdem IG Farben alle Prozesse zur Rückerlangung ihres Grundbesitzes verloren hatte, trennte sich die WCM von der Beteiligung.
Karl Ehlerding gehören zwei Drittel der Immobiliengesellschaft WCM, in deren Besitz sich über 100.000 Wohnungen befinden. Der Börsenwert der WCM beträgt 7 Mrd DM, das Unternehmen soll als erste Immobilienfirma in den DAX aufgenommen werden. 1998 erhielt die WCM überraschenderweise von der Bundesregierung den Zuschlag für den Kauf von 31.000 Eisenbahnerwohnungen, obwohl ein um 1 Milliarde DM höheres Angebot aus dem Ausland vorlag. Kritiker sehen einen Zusammenhang mit den Spenden an die CDU.
Ebenfalls umstritten war die Übernahme von 800 städtischen Wohnungen in Hilden durch eine WCM-Tochterfirma. Ohne Ausschreibung und Wertgutachten wurde der Kauf innerhalb weniger Tage vom damaligen CDU-Stadtdirektor durchgesetzt. Nach nur einem halben Jahr wurden die Immobilien mit einem Gewinn von 20 Mio DM weiterveräußert. Hildener Ratsangehörige befürchten, dass der überhastete Verkauf mit geheimen Spenden zusammenhängt.

Brief an Joschka Fischer

CBG Redaktion

Außenminister Joschka Fischer
Auswärtiges Amt
11013 Berlin

20. Oktober 2003

Philippinen: Kriminalisierung von Umweltschützern und Journalisten

Sehr geehrter Joschka Fischer,

aus den Philippinen erreicht uns die Nachricht, dass Dr. Romy Quijano seitens philippinischer Regierungsvertreter juristischen Attacken ausgesetzt ist.

Dr. Quijano ist Arzt und lehrt Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Manila. Seit rund 20 Jahren arbeitet er u.a. zu Gesund-
heitsrisiken von Pestiziden. Er ist Vorsitzender der philippinischen Sektion des Pesticide Action-Network (PAN) und gehört zu den Leitern des International POPs Elimination Network (IPEN), einem Zusammenschluss von 300 Umweltorganisationen aus aller Welt. Zudem ist er NGO-Repräsentant im Intergovernmental Forum on Chemical Safety, dem mehr als 100 Regierungen angehören.

Seit 1997 hat Dr. Quijano eine Reihe von Untersuchungen in dem Dorf Kamukhaan auf Mindanao vorgenommen. In unmittelbarer Nachbarschaft des Dorfs befindet sich eine große Bananenplantage in Besitz der Lapanday Agricultural Development Corporation (LADECO). Auf der Plantage werden in großem Umfang Pestizide eingesetzt, darunter Wirkstoffe, die von der Weltgesundheitsorganisation als „extrem gefährlich“ klassifiziert werden. Sowohl bei den Arbeitern als auch in der benachbarten Gemeinde trat eine hohe Zahl von Vergiftungsfällen auf. Auch die umliegenden Felder und Gewässer sind stark vergiftet.

Dr. Quijano hat mit lokalen Helfern medizinische Untersuchungen der Dorfbevölkerung vorgenommen und sowohl Trinkwasser- als auch Urinproben auf Pestizidbelastungen hin untersucht. Im März 2000 veröffentlichte Dr. Quijano die Ergebnisse gemeinsam mit seiner an den Recherchen beteiligten Tochter Ilang-Ilang Quijano unter dem Titel Poisoned Lives in der Philippine Post (den Artikel finden Sie im Anhang). Auch der philippinische Fernsehsender ABS-CBN sowie mehrere internationale Medien berichteten über den Fall.

Die Firma LADECO besitzt 40 Plantagen im ganzen Land und ist der größte philippinische Produzent und Exporteur von Südfrüchten (besonders Bananen). Anwälte des Unternehmens reichten im August 2000 Strafanzeige wegen Verleumdung gegen Dr. Quijano und seine Tochter sowie vier Journalisten ein (Leti Boniol (Inquirer desk editor), Danilo Mariano (ABS-CBNnews.com editor), Carlos Conde (New York Times Korrespondent) und Nick Legaspi (Malaya deskperson)). Die Klage wurde im Frühjahr 2001 vom Gericht in Davao City/Mindanao abgewiesen, da die Veröffentlichung der Recherchen von „öffentlichem Interesse“ sei. Das Gericht bezeichnete die Veröffentlichung als „written in good faith to call the attention of the public to the present state of health and risks of the residents of Kamukhaan, and for the government to take appropriate action“.

LADECO befindet sich in Besitz der Familie Lorenzo, einer der wohlhabendsten Familien des Landes. Eine politische Wendung erhält der Fall dadurch, dass Luis Lorenzo Jr., seit langem Beraterin von Präsidentin Gloria Arroyo, im vergangenen Oktober zum Landwirtschaftsminister aufgestiegen ist. In dieser Funktion leitet Lorenzo auch die philippinische Pestizid-Regulierungsbehörde Fertilizer and Pesticide Authority (weitere Informationen zur Familie Lorenzo im Anhang).

Am 4. Juli 2003 entschied das philippinische Justizministerium überraschend, die Abweisung der strafrechtlichen Klage durch das Gericht in Davao City aufzuheben und den Fall neu zu verhandeln. Zwar wurde Dr. Quijanos Anwalt mitgeteilt, dass kein Haftbefehl vorliege. Dennoch wurde Romy Quijano am 8. September verhaftet und erst nach Zahlung einer Kaution wieder freigelassen. Der Haftbefehl bezog sich auch auf die mitangeklagten Journalisten, wurde jedoch nur bei Dr. Quijano vollstreckt.

Wir möchten Sie zunächst auf diesen groben Fall von Unterdrückung wissenschaftlicher und journalistischer Arbeit hinweisen. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Dr. Quijano zusammen und kennen ihn als engagierten und unbestechlichen Streiter gegen Risiken von Chemikalien und Pestiziden. Alles deutet darauf hin, dass die ungewöhnliche Wendung des Prozesses auf Druck des Landwirtschaftsministers und Mit-Besitzers der LADECO, Luis Lorenzo zustande kam. (Dr. Quijano ist im übrigen nicht das erste Mal juristischen Attacken ausgesetzt. Nachdem er zu Beginn der 90-er Jahre Gesundheitsrisiken des Pestizids Endosulfan veröffentlicht hatte, klagte die deutsche Firma Hoechst gegen ihn und verlangte 22 Millionen Peso Schadenersatz. Die Klage wurde abgewiesen, Endosulfan wurde kurze Zeit später in den Philippinen verboten.)

Wir möchten Sie bitten, alle Institutionen, mit denen Sie auf den Philippinen kooperieren, auf den Fall aufmerksam zu machen. Darüber hinaus möchten wir Sie bitten, bei der philippinischen Regierung gegen die Kriminalisierung unabhängiger Umweltschützer zu protestieren und eine sofortige Einstellung des (offenbar politisch gewollten) Verfahrens zu fordern.

Für eine möglichst umgehende Antwort wären wir dankbar.
Mit freundlichen Grüßen,

Philipp Mimkes
Coordination gegen BAYER-Gefahren
Postfach 15 04 18
40081 Düsseldorf

gez. Niklas Reese
Philippinenbüro e.V. Bullmannaue 11
D-45327 Essen

gez. Friedhelm Meyer
Solidarische Kirche im Rheinland
Borchemstr. 5
40597 Düsseldorf

Hintergrundmaterialien LADECO/Familie Lorenzo
LADECO is owned by Lapanday Holdings, one of the country‚s largest producers and exporters of fresh fruit, taking an 11% share of the total market. In 1999, Lapanday accounted for 33% of the total banana export market in the Philippines. Although bananas are the company‘s main product, they also produce pineapples, mangos, seafood and processed fruits.

Lapanday owns 40 plantations in Mindanao, which represent 6,200 hectares of land and employ 7,300 people. Luis Lorenzo Sr. acquired the Guihing, Lapanday, and Callawa farms from the Ayala-Aboitiz group in 1982. The Lapanday farms produced and packed Cavendish bananas for Del Monte. In 1997, Lapanday‚s expanded from being a grower and packer for multinational brands to being a exporter and regional produce supplier. The first Philippine brands of fresh fruit were introduced to the global market - „Mabuhay,“ „Estrella,“ and „Aloha“ - all grown and packed in farms owned and managed by Global Fruits Corporation, a fully owned Lapanday subsidiary.

On October 2001, Luis Lorenzo Jr. was appointed by Pres. Gloria Macapagal-Arroyo as Presidential Adviser for the Creation of One Million Jobs.

On October 2002, Lorenzo was appointed as Cabinet Secretary of the Department of Agriculture (DA) by Arroyo. According to Lorenzo‘s biodata in the DA's official website, he is the Chairman & CEO of Lapanday Holdings Corporation, and Chairman of Lapanday Foods Corporation.

Previous Positions/Affiliations
* Chairman, Philippine Banana Growers and Employers Association, Inc.

[Vorwort] Vorwort

CBG Redaktion

„Wir haben umfassende Beispiele industrieller Gefahren für Mensch und Umwelt gesammelt. Aus diesen Erfahrungen müssen wir lernen, damit das Leid und der Tod der Opfer nicht vollständig umsonst gewesen ist.“
Aus dem Richterspruch des Permanent Peoples´ Tribunal zu
Industriellen Risiken, Bhopal, Indien, Oktober 1992

Das Permanent People`s Tribunal (PPT) ist ein internationaler, unabhängiger Gerichtshof, der mit 7-11 Richtern aus aller Welt und 50 weiteren Experten aus verschiedenen Gebieten besetzt ist. Das PPT ,der unmittelbare Nachfolger des Russel Tribunals, ist ein unabhängiges Forum, das Verstöße gegen Menschenrechte untersucht und Abhilfe herbeiführen will. Die Beschlüsse werden dem Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie nationalen und internationalen Institutionen vorgelegt. In den letzten Jahren hat sich das Tribunal mit Menschenrechtsverstößen in Guatemala und anderen Ländern, strukturellen Problemen von Internationalem Währungsfonds und Weltbank sowie der Legalität der Eroberung Amerikas befaßt.

Das PPT ist besorgt wegen der Häufigkeit und Gefährlichkeit kleiner und großer Industrieunfälle. Die Städte Seveso, Tschernobyl, Bhopal und Basel wurden Symbole für die Gefahren, die von industrieller Produktion ausgehen. Daher befaßt sich das PPT mit mangelnden nationalen und internationalen Vorsichtsmaßnahmen gegenüber industriellen Risiken, dem uneffektiven Katastrophenschutz, fehlendem medizinischem und juristischem Schutz sowie mit solchen nationalen Gesetzgebungen, die die Verantwortlichen für Industriegefahren schonen und die Umwelt nicht wirksam schützen.

Das Permanent People´s Tribunal on Industrial Hazards and Human Rights hat sich seit 1991 zu vier Sitzungen in New Haven, Bangkok, Bhopal und London getroffen mit dem Ziel, Rechte auf Leben, Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Schadensbegrenzung gegenüber gefährlichen Produktionsbedingungen zu definieren. Nach vierjährigen Beratungen wurde am 2. Dezember 1994, dem zehnten Jahrestag der Katastrophe von Bhopal, ein vorläufiger Entwurf einer Charta verabschiedet, die die Rechte gegenüber Gefahren von industrieller Produktion festlegt. Nachdem ein weiteres Jahr Kommentare und Ergänzungen gesammelt wurden, wurde 1996 die vorliegende Endversion veröffentlicht.

Die vorliegende Charta orientiert sich an der Erklärung der Menschenrechte, der Erklärung der Völkerrechte, dem Internationalen Abkommen über Bürgerrechte, dem Internationalen Abkommen über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, der Konvention über die Rechte des Kindes und der Wiener Erklärun/g zu Menschenrechtsfragen. Außerdem wurde die Charta angelehnt an die Rio Erklärung zu Umwelt und Entwicklung, die Agenda 21, den Entwurf der Erklärung der Rechte von indigenen Völkern und verschiedenene Konventionen und Empfehlungen der International Labour Organisation.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren, die seit1979 den multinationalen BAYER-Konzern beobachtet, beteiligte sich bei der Entstehung der Charta. Die vorliegende zweisprachige Broschüre soll helfen, die Ergebnisse der Konferenz national und international zu verbreiten. Darin enthalten sind auch zwei Beispiele, die die Kritik an BAYER als Beispiel eines multinationalen Konzerns dokumentieren.

Wir unterstützen die Forderung des PPT nach neuen internationalen Regelungen zur Prävention und Minderung von industriellen Risiken. Ein schnelles Handeln ist erforderlich, um Mensch und Umwelt wirkungsvoll zu schützen!

Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

[Kohlekraftwerk] Steinkohlekraftwerk Krefeld

CBG Redaktion

Ich fordere den BAYER-Konzern und die Firma TRIANEL auf, die Planungen für das Steinkohlekraftwerk Krefeld-Uerdingen einzustellen und substantielle Schritte für die Reduktion von Treibhaus-Emissionen einzuleiten.

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[Protestaktion] Bayer Hauptversammlung

CBG Redaktion

Mitstreiter gesucht: Proteste zur BAYER-Hauptversammlung

Themen: tödliche Pharma-Studien in Indien, Tier-Antibiotika und gefährliche Antibaby-Pillen

ORT: Messe Köln-Deutz (Eingang Nord, Messehalle 7, Deutz-Mülheimer-Straße 111)
ZEIT: Freitag, 27. April, ab 8.30 Uhr
INFOS: http://www.cbgnetwork.org/4291.html

Am 27. April findet in Köln die Aktionärsversammlung der Bayer AG statt. Wir werden die Gelegenheit nutzen, um auf die Kehrseiten der Bilanzen des BAYER-Konzerns hinzuweisen – vor den Kölner Messehallen und auch in der Versammlung.

Schwerpunkte der Proteste in diesem Jahr sind tödliche Pharma-Studien in Indien, der Einsatz von BAYER-Antibiotika in der Massentierhaltung, Nebenwirkungen von hormonellen Kontrazeptiva, die geplante CO-Pipeline quer durch NRW, Fehlbildungen durch den hormonalen Schwangerschafts-Test Duogynon und Bienensterben durch BAYER-Pestizide.

Es werden Aktionsgäste aus dem In- und Ausland erwartet. Jede Unterstützung ist willkommen!

Unsere Gegenanträge finden sich auf der homepage von BAYER unter http://www.hv2012.bayer.de/de/Gegenantraege.aspx („download“). In der Versammlung werden wir eine nicht-Entlastung des Vorstands fordern. Neben Vorstand, Aufsichtsrat und Medien werden rund 4.000 Aktionärinnen und Aktionäre teilnehmen. Mehrere Hundert Aktionäre haben der Coordination gegen BAYER-Gefahren bereits ihre Stimmrechte übertragen.

Besitzen Sie BAYER-Aktien und möchten Sie diese übertragen?
Möchten Sie sich an den Protesten beteiligen?
Benötigen Sie weitere Informationen?

=> Dann bitte hier melden: info@cbgnetwork.org

Eine Wegbeschreibung findet sich unter: http://www.hv2012.bayer.de/de/anfahrt-wegbeschreibung.aspx

Mit herzlichen Grüßen
Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren

Kohle-Importe

CBG Redaktion

Wir fordern den BAYER-Konzern auf, den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch zu senken und den Einsatz regenerativer Energien zu forcieren. Bei den Zulieferern von Kohle müssen ökologische und soziale Standards garantiert werden. Alle Rohstoffquellen müssen offengelegt werden.

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[Rost] CO-Pipeline stoppen!

CBG Redaktion

Der BAYER-Konzern bestätigte gestern unsere Information, wonach das CO-Rohr unter dem Rhein verrostet ist. Nun soll flugs ein anderes (altes) Rohr verwendet werden weitere Infos

27. März 2014, Rheinische Post

Rost: Bayer wechselt CO-Transport-Rohr unterm Rhein

Leverkusen. Chemparkbetreiber Currenta und Bayer MaterialScience (BMS) hatten für Ende März die Überprüfung des Dükers, des ummantelten Rohrleitungsbündels unter dem Rhein, und der gesamten Versorgungspipeline zwischen Leverkusen und Dormagen angekündigt und sind bei der Untersuchung nun auf Rost gestoßen. Von Ludmilla Hauser
Es „wurde an der Kohlenmonoxid(CO)-Leitung innerhalb der Rheinunterquerung punktuell Korrosion identifiziert“, meldet BMS. „Diese entsteht durch Fehlstellen in der Isolierung, beeinträchtigt den sicheren und rechtmäßigen Betrieb der Leitung aber nicht.“ Flicken lassen sich die Schadstellen unter dem Rhein nicht so einfach. „Das ist einer der Gründe dafür, dass die Rheinunterquerung durch einen neuen Versorgungstunnel ersetzt werden soll“, erinnert BMS an das Projekt, das Chempark-Chef Ernst Grigat und Klaus Jaeger (BMS) im Januar vorstellten.
An Land musste im Kölner Uferbereich ein Zwölf-Meter-Stück der Pipeline ausgewechselt werden.
Bis der neue Düker gebaut ist, dauert es: Die Baugenehmigung soll laut Currenta im Sommer beantragt werden, mit dem Baustart wird vorsichtig für Anfang 2015 gerechnet. Currentas Wunschtermin zur Fertigstellung des neuen, größeren Tunnels (der jetzige ist 85 Zentimeter im Durchmesser, der neue soll 2,60 Meter haben): Ende 2015.
Bis dahin „wird im Bereich des Dükers der CO-Transport durch eine zuletzt für Erdgas genutzte Leitung erfolgen“, sagt BMS. In der nächsten Woche soll die Umleitung des Gases in die neue Röhre erfolgen. Das baugleiche ehemalige Erdgas-Rohr sei im August 2013 untersucht worden. Ein unabhängiger Sachverständiger habe keine Korrosion festgestellt und „damit eine intakte Isolierung“.
Das Thema Düker ist sensibel: Co-Pipeline-Gegner hatten zu Beginn des Jahres Akteneinsicht bei der Bezirksregierung verlangt. BMS versichert, es sei ein sicherer Betrieb auch in der bisherigen CO-Pipeline unter dem Rhein gegeben gewesen, „aus Gründen der äußersten Vorsorge“, werde aber unter dem Fluss die neue Leitung genutzt.

[Some of Us] Hauptversammlung 2014

CBG Redaktion

Sehr geehrter Vorsitzender des Vorstands, Herr Dr. Dekker, sehr geehrte Mitglieder der Konzernleitung und des Aufsichtsrats, sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

Mein Name ist Anne Isakowitsch und ich repräsentiere heute 4 Millionen Mitglieder der weltweiten Bewegung SumOfUs. SumOfUs ist ein Zusammenschluss von Aktionären, Verbrauchern und Arbeitnehmern, die sich für eine bessere und gerechtere Welt einsetzen.

Ich bin heute hier, um Ihnen eine Petition mit über 600,000 Unterschriften zu übergeben. Die Petition fordert Bayer auf die bienentötenden Pestizide vom Markt zu nehmen und die Klage gegen die Europäische Kommission zurückzuziehen.
Selbst wer nur ein rudimentäres Verständnis von Wirtschaft hat, weiß, dass ein Markt nur funktioniert, wenn Vertrauen zwischen Verkäufer und Konsumenten herrscht. Genau darüber möchte ich heute mit Ihnen sprechen: Vertrauen! Eine Pharmaziekonzern wie Bayer mit seiner langen und beeindruckenden Tradition in der Krankheitsbekämpfung ist sehr stark auf das Vertrauen seiner Kunden angewiesen. Wenn mein Kind krank ist, will ich natürlich sicher sein, dass ich dem Unternehmen trauen kann, dass die Medizin herstellt.

Jedoch ist es genau das Vertrauen seiner Kunden, das Bayer aufs Spiel setzt, indem der Konzern kurzfristige Profite über die Zukunft von uns allen stellt. Denn es gibt keine Zukunft ohne Bienen. Es ist wirklich sehr einfach -- jeder dritte Bissen Essen, den wir zu uns nehmen hängt von der Arbeit von Bienen ab. Das weltweite Bienensterben -- in manchen Gegenden bis zu 80% -- gefähredet unser Überleben und das unserer Kinder.

Wie können junge Eltern einem Konzern vertrauen, der so rücksichtslos mit der weltweiten Nahrungsmittelversorgung -- und damit auch unserer Zukunft -- umgeht?

Bayer möchte gern nachhaltig sein -- auf der Webseite steht. “Wir sind davon überzeugt, dass wir unternehmerisch auf Dauer nur erfolgreich sein können, wenn wir wirtschaftliches Wachstum mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung in Einklang bringen”. Im Fall der bienentötenden Pestizide, scheint Profit ganz klar wichtiger zu sein als diese Prinzipien.

Wie können wir einer Firma vertrauen, die jeden Tag ihr eigenes Versprechen in punkto Nachhaltigkeit bricht?

Letztes Jahr hat die Europäische Union auf das weltweite Bienensterben reagiert und den Verkauf von Bayers Pestiziden verboten, nachdem mehrere unabhängige Studien die Bayer Pestizide für das weltweite Bienensterben verantwortlich machten.

Anstatt jedoch Alternativen zu entwickeln, betreibt Bayer aggressives Lobbying, um solche gerechtfertigten Verbote aufzuheben und die tödlichen Pestizide weiter verkaufen zu können. Der Konzern gibt Millionen von Geldern der Aktionäre und Investoren von Bayer aus, um politische Entscheidungen zu beeinflussen und politische Entscheidungsträger zu verklagen.

Wie können Aktinäre einem Konzern vertrauen, der Milliarden von Euro für Lobbyismus und Gerichtsverfahren verschwendet?

Ein neuer Bericht von Friends of the Earth zeigt, wie Bayer ähnliche Strategien wie die Tabakindustrie nutzt, um die Öffentlichkeit und Politiker von der Harmlosigkeit dieser toxischen Pestizide zu überzeugen. Auch Tabakfirmen haben jahrelang versucht Zigaretten als gesund darzustellen. Wie lange wird Bayer weiter behaupten, dass seine Pestizide nicht für das Bienensterben verantwortlich sind?

Sehr geehrter Vorstand - wieviel hat das Gerichtsverfahren die Aktionäre von Bayer schon gekostet? Wie viel mehr wird es kosten? Wieviele weitere Mililonen von Geldern werden für Lobbyismus ausgegeben, um das Verbot der EU anzufechten?

In seinem langjährigen Bestehen hat Bayer wiederholt Lösungen für schwierige - ja aussichtslose Krankheiten finden können. Bayer sollte sich auf diese lange Tradition besinnen und Alternativen zu den Pestiziden entwickeln anstatt unsere Zukunft und die unserer Kinder weiter zu gefährden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

[BMS Ausgliederung] Unterschriften

CBG Redaktion

Ich fordere eine Sicherung der Arbeitsplätze bei BMS sowie eine Gleichbehandlung der Belegschaften im In- und Ausland.

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