Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Beitrag veröffentlicht im “Tag: 27. April 2007

[Kohlekraftwerk] Kohlekraftwerk Uerdingen

CBG Redaktion

Niederrheinischer Umweltschutzverein (NUV), 27.04.07

Aktionärshauptversammlung des BAYER-Konzerns in Köln:

Pressemitteilung zur Kritik an der Planung eines umweltschädigenden Steinkohlekraftwerks im Bayer-Chemiepark Krefeld-Uerdingen

Etwa um das Jahr 2015 herum ist beabsichtigt, im BAYER-Werk Uerdingen zwei relativ kleine Kohlekessel, die jeweils 150 Tonnen Dampf pro Stunde produzieren, stillzulegen, während ein größerer Kohlekessel mit 400 to Dampf pro Stunde und vier gasbefeuerte Kessel weiter betrieben werden können. Durch eine Ausgliederung der Dampfproduktion in ein Kraftwerk der Firma Trianel (auf zu pachtendem BAYER-Gelände im Chemiepark Uerdingen) könnte dann auch der jahreszeitlich schwankende Bedarf an elektrischer Energie, der die Eigenproduktion übersteigt, gedeckt werden. Ein Kraftwerk mit 200 MegaWatt (MW) elektrischer Leistung wäre hierfür ausreichend. Berücksichtigt man noch den Wunsch der Stadtwerke Krefeld nach elektrischer Leistung in der Größenordnung von 100-150 MW, wäre ein umweltfreundliches Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit passender Kraft-Wärme-Kopplung von 350 MW elektrischer Leistung voll ausreichend. Zur Zeit wird in Hamburg-Tiefstack vom Energiekonzern Vattenfall ein GuD-Heizkraftwerk mit gut abgestimmter Kraft-Wärmekopplung gebaut, das einen Gesamtwirkungsgrad von 90 Prozent erreichen soll.

Die Firma Trianel plant hingegen mit massiver Unterstützung von BAYER ein großes, mit Importkohle befeuertes Kraftwerk mit ca. 750 MW elektrischer Leistung. Der elektrische Wirkungsgrad von nur 46% wird durch eine relativ geringe Dampfauskoppelung für den Chemiepark auf einen Gesamtwirkungsgrad von dann ca. 51% nur geringfügig erhöht. Da das Kraftwerk über Flusswasser gekühlt werden soll, wird somit die Hälfte der Energie, die mit hohen Umweltbelastungen aus Südafrika, Australien oder Kolumbien über die Weltmeere transportiert worden ist, dazu verwendet, den Rhein aufzuheizen. Aus Kostengründen verzichtet man auf den Bau eines Kühlturms und beabsichtigt die Kühlwasserentnahme von 25 000 l pro Sekunde aus dem Rhein. Dieses Wasser wird um bis zu 10 Grad erwärmt und gelangt dann wieder zurück in den Rhein.

In dem von BAYER und Trianel geplanten Kohlekraftwerk würden jährlich mindestens 4,4 Millionen Tonnen CO2 produziert! Zum Vergleich: Würden alle Bewohner Australiens ihre Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzen, würden jährlich 3 Millionen to CO2 eingespart!

200.000 to verbrannter Steinkohle pro Monat würden neben der gewaltigen Emission an CO2 auch zu einem hohen Ausstoß anderer Schadstoffe führen. Aus dem Schornstein würden bei Normalbetrieb trotz Filteranlagen jährlich über 500 kg Cadmium, 500 kg Thallium, 600 kg Quecksilber, 1000 kg Arsen, 2000 kg Nickel, 6000 kg Blei, 400 to Staub, 4000 to Schwefeloxide und 4000 to Stickoxide entweichen. Hinzu kommen dann noch die verkehrsbedingten Zusatzbelastungen (u.a. Feinstaub durch Lkw) für den Transport der Betriebsstoffe und die Entsorgung der Abfälle. Zudem sollen auf dem Gelände des Chemieparks gelagert werden: 2,5 Millionen l Heizöl, 280 000 to Kohle in einem offenen, mit Abwehungen verbundenen Kohlelager, bis zu 4900 to Gips, bis zu 4800 to Flugasche, bis zu 600 to Kesselasche und bis zu 720 to Kalksteinmehl.

Ablehnung des Stadtrats
Bezüglich der CO2-Freisetzung unterscheiden sich die verschiedenen Brennstoffe erheblich. Im Vergleich zur Steinkohle erzeugt Erdgas etwa die Hälfte des Treibhausgases (56 %). In Zukunft wird Biogas, das ins Erdgasnetz eingespeist werden kann, zunehmend die Abhängigkeit von fossilem Erdgas vermindern, das zur Zeit in Deutschland zu etwa 62% aus Norwegen, Dänemark, den Niederlanden und England importiert wird. Das Ergebnis einer Studie, die u.a. von den Stadtwerken Aachen in Auftrag gegeben wurde, zeigt auf, dass bis zum Jahr 2020 der gesamte Erdgasbedarf Europas durch eigenes Biogas ersetzt werden könnte und dabei 2,7 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen würden.

Die Umweltverbände NABU, BUND, NUV und das Umweltforum Duisburg lehnen das
Steinkohlekraftwerk in Krefeld zusammen mit dem „Werbering Krefeld-Uerdingen“ und der „Ärzteinitiative gegen das Kohlekraftwerk Uerdingen“ entschieden ab. Auch der Krefelder Stadtrat hat am 08. März 2007 dieses Steinkohlekraftwerk abgelehnt und damit ein bundesweit beachtetes Klimaschutzsignal gegen Kohlekraftwerke ausgesendet.

Trotz dieser breiten Ablehnung macht die BAYER-Werksleitung gebetsmühlenartig den Versuch, die Mitarbeiter des Chemieparks und deren Angehörige mit Arbeitsplatzverlustängsten zu verunsichern. Die IG Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) wird dabei instrumentalisiert. Auszubildende, die nur extrem wenig über die Gesamtproblematik informiert waren, wurden während der Arbeitszeit am 29. März 2007 mit Bussen zur Regionalratssitzung nach Düsseldorf gekarrt, um dort Gewerkschaftsfähnchen zu schwenken. Ein Gesprächsangebot der Umweltverbände an die Gewerkschaft wurde bis heute ignoriert. Noch schlimmer: Der Wunsch eines Umweltschützers, an einer Informationsveranstaltung der Gewerkschaft auf dem BAYER-Gelände als Zuhörer teilnehmen zu dürfen wurde explizit abgelehnt!
Eine inzwischen viele Jahre bewährte Diskussionskultur mit Anwohnern und Interessensvertretern wird heftig mit Füßen getreten!

Insgesamt stellt die Planung eines Steinkohlekraftwerks und die Ignoranz gegenüber umweltverträglicheren Alternativen einen Großangriff auf das Klima, Flora, Fauna und Mensch dar. Die Bürger in Krefeld und Umgebung werden sich dies aus Klimaschutzgründen einerseits und wegen der bereits sehr hohen Gesundheitsbelastung der Einwohner andererseits nicht gefallen lassen! BAYER riskiert mit dem Versuch einer hartnäckigen Gangart den Verlust der bislang recht hohen Akzeptanz in der Bevölkerung.

V.i.S.d.P.: Ulrich Grubert, Kreuzbergstr. 81, 47800 Krefeld (Tel.: 02151/594473)

Krefelder Ärzte lehnen Steinkohlekraftwerk in Krefeld-Uerdingen ab

Krefeld liegt am West-Rand des Ruhrgebietes. Durch die hier vorhandenen Industrieanlagen ist die Luftbelastung sehr hoch und gleichzeitig müssen wir Ärzte leider eine deutlich erhöhte Rate an neu auftretenden z. T. bösartigen Erkrankungen der Lunge und des Herz-Kreislauf-Systems feststellen !
In den Messungen des Umweltbundesamtes liegt der Messort Krefeld - Linn im Jahr 2006 an 5. Stelle im gesamten Bundesgebiet bei den Überschreitungen der Höchstgrenze für Feinstaubbelastung von 50µg/m³.
Die Lungenkrebsrate im Ruhrgebiet liegt erheblich über der des Bundesdurch -schnitts. Dabei ist Duisburg besonders stark betroffen.
Es ist gesichert, dass Schwermetalle und Feinstäube Entzündungen in der Lunge und im Gefäßsystem verursachen und kanzerogene Wirkung haben. Pope et. al. in den USA haben statistisch signifikant nachgewiesen, dass eine Erhöhung der Feinstaubkonzentration um nur 10µg pro m³ zu einer Erhöhung der allgemeinen Sterberate von 6 %, zu einer Erhöhung der Sterberate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen von 9 %, sowie zu einer Erhöhung der Sterberate an Lungenkrebs um 14 % !!! nach sich ziehen. Ebenso zeigen Untersuchungen, dass eine erhöhte Allergierate durch Luftverschmutzung ausgelöst wird. In letzterem Zusammenhang haben sich übrigens praktisch alle niedergelassenen Kinderärzte unserer Initiative angeschlossen.
Angesichts dieser Tatsachen müssen wir die Schadstoffkonzentration in der Luft soweit wie irgend möglich verringern, um die Erkrankungs- und Sterberate nicht weiter in die Höhe zu treiben !!!

136 Ärzte in Krefeld haben sich bislang zu einer Initiative zusammengeschlossen, um eine Verschlechterung der Krefelder Luft durch ein Steinkohlekraftwerk dieser Dimension zu verhindern. Wir müssen Alternativen für unsere Energieprobleme vorantreiben.
Falls die Firmen Bayer und Trianel ihr Projekt trotz Ablehnung durch den Stadtrat in Krefeld weiter durchzusetzen suchen, sehen wir uns gezwungen, die umliegende Bevölkerung umfassend über die drohenden Gefahren durch dieses überdimensionierte Steinkohlekraftwerk zu informieren, und werden hoffentlich diese Bedrohung der Gesundheit insbesondere von älteren Menschen, Kindern und Kranken durch die Interessenwahrung der betroffenen anwohnenden Menschen abwenden können.

Das hartnäckige Verfolgen - verständlicher - wirtschaftlicher Interessen auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung schadet dem Ruf der Firma Bayer - die für uns als Ärzteschaft eigentlich auch für Innovation und Forschung im Dienste der Gesundheit steht - in unseren Augen enorm.
Wir sind der Meinung, dass gesundheitliche Belange auch bei den Fragen der Energiegewinnung und Produktion vorrangige Beachtung finden müssen.

v.i.S.d.P.R.: Dr. Bernd Kaufmann, Facharzt für Allgemeinmedizin

[HV Protest] Protestaktionen Hauptversammlung

CBG Redaktion

Presse Information vom 27. April 2007
Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

BAYER-Hauptversammlung: Kritische Aktionäre protestieren gegen Giftmüll-Verbrennung, giftige Pestizide und CO2-Emissionen

Kunstaktion von Klaus Klinger / Übergabe von Offenem Brief

Kritische Aktionäre kündigen Proteste vor und in der heutigen Hauptversammlung der BAYER AG an. Schwerpunkte der Aktionen sind die umstrittene Verbrennung von Giftmüll, der Verkauf hochgiftiger Pestizide, der Neubau eines umweltschädigenden Kohlekraftwerks sowie gentechnische Kontaminationen. Die Aktionäre werden von einem 4 m hohen Gerippe begrüßt, das ein Giftfass transportiert. Der Aktionskünstler Klaus Klinger hat das Werk eigens für die Hauptversammlung angefertigt.

BAYER steht seit Monaten in der Kritik, da in Anlagen des Konzerns entgegen früherer Zusagen Giftmüll aus aller Welt verbrannt wird. Aktuell will BAYER rund 5.000 Tonnen krebserregendes Hexachlorbenzol aus Australien importieren und hiermit drei Millionen Euro erlösen. Gerade angesichts des jüngsten Unfalls auf dem Rhein halten die Kritiker den Transport solch gefährlicher Stoffe für unverantwortlich. „Die Verbrennung von Giftmüll ist mit einem erhöhtem Ausstoß von Schadstoffen verbunden. Giftige Filterkuchen müssen über Generationen hinweg deponiert werden. Immer wieder kommt es zu Unfällen beim Transport von Gefahrstoffen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Bevölkerung diese Risiken tragen muss, damit der BAYER-Konzern seine zu groß dimensionierten Anlagen auslasten kann“, so Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren.
Zweiter Schwerpunkt der Aktionen sind Treibhaus-Emissionen von BAYER. Der Konzern stellt sich zwar als ökologischen Musterknaben dar, verweigert aber die Veröffentlichung einer aussagekräftigen Klimabilanz. BAYER macht keinerlei Angaben zu den CO2-Emissionen seiner Energie-Zulieferer. Die von BAYER behauptete Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen basiert zum Teil auf der Ausgliederung der Energieversorgung – ein Bilanztrick, der dem Klima nicht hilft. In Krefeld-Uerdingen will BAYER zudem ein Steinkohle-Kraftwerk betreiben, das jährlich für über 4 Millionen Tonnen Kohlendioxid- und 4000 Tonnen Schwefeldioxid-Emissionen sorgen würde. Hierdurch würde eine klimaschädliche Stromproduktion für Jahrzehnte festgeschrieben. Nach Protesten von Umweltschützern sprach sich der Stadtrat von Krefeld gegen das Kraftwerk aus, BAYER hält aber an dem Projekt fest. Zu den Rednern in der Hauptversammlung zählt daher auch Ulrich Grubert, der aus Protest gegen die „CO2-Schleuder“ im Frühjahr in den Hungerstreik getreten war (siehe: www.cbgnetwork.de/1868.html).

Gemeinsam mit dem Eine Welt Netz NRW hat die Coordination gegen BAYER-Gefahren mehr als 2.800 Unterschriften für einen Offenen Brief gesammelt, der in der Versammlung dem BAYER-Vorstand übergeben wird. Hierin fordern die Verbände den Konzern auf, das Versprechen aus dem Jahr 1995 umzusetzen, alle Pestizide der Gefahrenklasse I vom Markt zu nehmen. BAYER hat die Ankündigung bis heute nicht eingehalten. Jahr für Jahr werden in Ländern des Südens Tausende Landarbeiter durch hochtoxische BAYER-Pestizide vergiftet.

Weitere kritische Redebeiträge befassen sich mit der geplanten Zerschlagung der BAYER-Tochter BIS, der Kontamination von Reis durch gentechnisch verändertes Saatgut und den tödlichen Nebenwirkungen des Medikaments Trasylol. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren wird in der Hauptversammlung die Nicht-Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat fordern.

Spektakulärer Kunstaktion
Klaus Klinger, ehemaliger Schüler von Top-Künstler Gerhard Richter, hat ein über vier Meter großes Gerippe gestaltet, das ein Giftfass transportiert. Die Arbeit des weltweit mit seinen großformatigen Arbeiten gegen Ausbeutung und Krieg aktiven Künstlers ist Teil des Protests gegen die geplante Verbrennung von hochgiftigem Hexachlorbenzol aus Australien in Anlagen des BAYER-Konzerns. Die Arbeit wurde eigens für die BAYER-Hauptversammlung geschaffen. Klinger gehört zu den führenden Vertreter von AgitPropArt. Der Künstler stellte viele Werke in Kooperation mit sozialen Bewegungen her, zum Teil unter Schirmherrschaft der UNESCO.

[Pestizide] Pestizidvergiftungen

CBG Redaktion

Eine Welt Netz NRW
Presse Info vom 27. April 2007

154 Organisationen fordern von Bayer: Stopp hochgiftiger Pestizide!

Das Eine Welt Netz NRW übergibt anlässlich der heutigen Bayer-Hauptversammlung in Köln einen Offenen Brief an den Vorstand der Bayer AG. Darin wird der Konzern aufgefordert, den Verkauf hochgiftiger Pestizide sofort einzustellen (vollständiger Text und Unterschriftenliste s.u.).

154 Organisationen aus 35 Staaten erinnern den Weltkonzern in dem Offenen Brief an sein Versprechen aus dem Jahr 1995, bis zum Jahr 2000 sämtliche Pestizide vom Markt zu nehmen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als extrem gefährlich (Gefährdungsklasse 1a) und hochgefährlich (1b) eingestuft werden. Über 2.600 Einzelpersonen haben diese Forderung ebenfalls unterzeichnet.
Bayer vertreibt noch mindestens acht dieser Pestizide, u.a. Thiodicarb (1a) und Methyl Parathion (1b). Viele dieser Wirkstoffe sind in Deutschland nicht mehr zugelassen, werden von Bayer aber in vielen Entwicklungsländern verkauft (www.bayercropscience.com).

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die Zahl der Menschen, die jährlich durch Pestizide vergiftet werden, auf bis zu 25 Millionen. (1) 40.000 Menschen werden jedes Jahr unbeabsichtigt durch Pestizide getötet. Die Dunkelziffer liegt noch weit höher.(2)

Die Bayer AG hat in der Sparte Pestizide einen Weltmarktanteil von 20 Prozent. „Durch den fortwährenden Bruch des Versprechens trägt Bayer daher eine Mitverantwortung an der Vergiftung tausender Arbeiter und Arbeiterinnen jährlich“, so Jens Elmer vom Eine Welt Netz NRW.

Die Forderung des vom Eine Welt Netz NRW initiierten Briefes wird unterstützt durch das Pestizid Aktions-Netzwerk Deutschland und die Coordination gegen Bayer-Gefahren. Weitere Unterzeichner sind die Katholische Frauengemeinschaft und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung im Bistum Münster, der Ärzte-Verband des indischen Bundesstaates Punjab, die polnischen Gewerkschaft Solidarnosc sowie mehrere große indische Gewerkschaften.

Die Pestizide sind nicht nur für die direkten Anwender gefährlich. Zahlreiche Studien beweisen, dass Rückstände der Gifte in Gewürzen, Tee, Obst, Gemüse, Fleisch und Textilien auch Konsumenten belasten.(3)

Offener Brief an die Bayer AG

Den Verkauf hochgiftiger Pestizide sofort stoppen!

Sehr geehrter Herr Wenning,

wir als Unterzeichner dieses Briefes fordern die BAYER AG auf, alle Pestizide, die durch die Weltgesundheitsorganisation WHO als extrem gefährlich 1a) und hoch gefährlich (1b) eingestuft wurden, unverzüglich in allen Staaten der Erde vom Markt zu nehmen.

Obwohl Sie in Ihrem Geschäftsbericht 1995 angekündigt haben, bis zum Jahr 2000 den Verkauf sämtlicher Pestizide der Gefahrenklasse 1a und 1b einzustellen, verkauft die Bayer AG weiter solche Pestizide in Entwicklungsländern.

Zivilgesellschaftliche Akteure haben Sie seit dem Jahr 2000 bereits mehrfach aufgefordert, den Verkauf zu beenden. Ungeachtet dieser Kritik und Ihres Versprechens verkauft die Bayer AG unter anderem noch Pestizide mit den folgenden Wirkstoffen: Ethoprop (1a), Methyl Parathion (1b), Methamidophos (1b), Triazophos (1b) Thiodicarb(1a), Oxydemeton-Methyl (1b), Fenamiphos (1b) und Azinphos-Methyl (1b) (www.bayercropscience.com, 20.März 2007).

Dies steht im klaren Widerspruch zu Ihren Ansprüchen, die Sie selbst im Vorwort Ihres Nachhaltigkeitsberichtes 2005 formulieren: „Deshalb möchten wir technologisch und wirtschaftlich in unserer Branche eine Spitzenposition einnehmen, aber auch beim Umweltschutz und sozialem Engagement Maßstäbe setzen.“

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Zahl der Menschen, die jährlich durch Pestizide vergiftet werden, auf 3 Millionen1 bis 25 Millionen2.
200.000 Menschen begehen jedes Jahr mit Pestiziden Suizid, weitere 40.000 Menschen werden jedes Jahr unbeabsichtigt durch Pestizide getötet. Die Dunkelziffer liegt noch weit höher.3

Die Bayer AG hat nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil in der Sparte Pestizide von 20 %. Durch die Einstellung des Verkaufs von Wirkstoffen der Gefahrenklasse 1 ließe sich die Zahl der Vergiftungsfälle signifikant verringern.
Die Pestizide sind nicht nur für die direkten Anwender gefährlich. Rückstände der Gifte belasten in Gewürzen, Tee, Obst, Gemüse, Fleisch und Textilien auch Konsumenten.

Wir fordern Sie daher auf:
Halten Sie Ihr Wort: Stoppen Sie den Verkauf hochgiftiger Pestizide!

Eine Initiative des Eine Welt Netz NRW
mit Unterstützung von
Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG)
Pestizid Aktions-Netzwerk Deutschland (PAN Germany)

weitere Unterstützer:

A
A SEED Europe/Netherlands
Abekra (Verband arbeits- und berufsbedingt Erkrankter e.V.)/Germany
ACCORD/India
ActionAid/India
Adivasi Aikya Vedika (Indigenous communities organisation Andhra Pradesh)/India
African Centre for Biosafety/South Africa
African Conservation Foundation/Tanzania
Afrikanischer Verein in Aachen e.V. /Germany
Aktionsgemeinschaft Eine Welt in Beckum/Germany
Aktionsgemeinschaft Minden/Germany
Aktion Selbstbesteuerung e.V. /Germany
ALGA, Rural Women‚s organisation/Kyrgyzstan
Alliance for a Clean Environment inc./Australia
Alliance of Women‘s Organizations/Philippines
Alter Vida/Paraguay
Andhra Pradesh Vyavasaya Vruthidarula Union - APVVU/India
ANTHRA (women veterinary scientists)/India
Appiko Movement/India
Armenian Women for Health and Healthy Environment/Armenia
Arnika Association - Toxics and Waste Programme/Czech Republic
ART at WORK/Germany
Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt (ISDE) Austria
Asociacion Argentina de Medicos por el Medio Ambiente, Argentina
Associazione Consumatori Utenti (ACU)/Italy
Asia Pacific Forum on Women, Law and Development/Thailand
B
Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V./Germany
Berliner entwicklungspolitischer Ratschlag (BER e.V.)/Germany
Bharat Krishak Samaj (Farmers‚ Forum India)/India
Botanischer Verein zu Hamburg e.V./Germany
BUKO Agrar Koordination/Germany
C
Calhoun county resource watch/USA
Centre for Sustainable Agriculture/India
COECOCEIBA-FoE/Costa Rica
Collective for Economic, Social and Environmental Justice/India
Community Environmental Monitoring/India
Convenor Forum For A Sustainable Environment/India
Coordination gegen Bayer-Gefahren/Germany
Corporate Accountability Desk/India
CROPS/India
D
DAKO Deutsch-Afrikanische Kooperation e.V./Germany
Decentralized cotton Yarn Trust/India
Deutsch Chilenischer Freundeskreis/Germany
Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Bistum Münster/Germany
DUGI e.V./Germany
E
Earthcare Books/India
Ecologistas en Acción/Spain
Eco-TIRAS International Environmental Association of River Keepers/Moldova
Edmonds Institute/USA
Eine Welt Forum Aachen e. V./Germany
Eine-Welt-Initiative der Ev. Kirchengemeinde Greven,Bezirk Christus-Kirche/Germany
Eine-Welt-Laden Hückelhoven e.V/Germany
Eine-Welt-Laden TeKaBana/Germany
Eine Welt Netz NRW/Germany
Ekogaia Foundation, Cape Town/South Africa
El grito de la tierra/Argentina
Erklärung von Bern - Berne Declaration/Switzerland
Environment Support Group/India
Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V./Germany
F
Federação dos Trabalhadores na Agricultura Familiar da Região Sul do Brasil (Fetraf-Sul)/Brazil
FIAN Deutschland/Germany
FIAN Gruppe München/Germany
Forum For A Sustainable Environment/India
Forum for Biotechnology & Food Security/India
G
GENE CAMPAIGN/India
Global March against Child Labour/Germany
Glocal Research/India
Gramya Resource Centre for Women/India
Greenpeace Gruppe Aachen/Germany
Greenpeace India/India
GRÜNE LIGA e.V. - Netzwerk Ökologischer Bewegungen/Germany
H
Hafengruppe Hamburg/Germany
I
Indian Medical Association (IMA) Punjab Chapter/India
Informationszentrum Dritte Welt Dortmund e. V/Germany
International Coalition to Protect the Polish Countryside (ICPPC)/Poland
International Union of Food and Allied Workers/Switzerland
Institute for Zero Waste in Africa/South Africa
Instituto Regional de Estudios en Sustancias Tóxicas (IRET)/Costa Rica
J
Jenaer Internationaler Studierendenkreis (JISK) der Friedrich-Schiller-Universität Jena/Germany
K
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, Diözesanverband Münster
Kheti Virasat Mission/India
Kolpingwerk Bezirksverband Wuppertal/Germany
Kolpingwerk DV Münster/Germany
Kooperation Brasilien e.V., Bundesweiter Zusammenschluß der Brasiliensolidaritätsgruppen/Germany
Koordination Suedliches Afrika (KOSA)/Germany
Kórima e.V., Verein zur Unterstützung der indigenen Völker in der Sierra Tarahumara/Germany
L
Light of Africa NRW e.V./Germany
Living Farms/India
La Bottega Solidale/Italy
M
Maharashtra Organic Farmers Association (Aahara)/India
Menopausal help line London/United Kingdom
Mexican Action Network on Free Trade/Mexiko
Milieudefensie (Friends of the Earth Netherlands)/Netherlands
Mythen-Post/Schweiz
N
NATIONAL ALLIANCE OF PEOPLE‘S MOVEMENTS/India
National Association of Professional Environmentalists (NAPE/Uganda
National Toxics Network Inc/Australia
Naturschutzbund (NABU) NRW/Germany
Navya Seema Development Society/India
Naz Foundation/India
Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V./Germany
O
Ökumenische Eine-Welt-Gruppe Cronenberg/Germany
OroVerde/Germany
P
Pax Christi - Gruppe Sendenhorst/Germany
PEACE/India
Pesticide Action Network Africa/Senegal
Pesticide Action Network Asia and the Pacific/Malaysia
Pesticide Action Network Europe/Bulgaria
Pesticide Action Network Germany/Germany
Pesticide Action Network in Mexico (RAPAM)/Mexiko
Pesticide Action Network United Kingdom/United Kingdom
Pesticide Action Network Uruguay/Uruguay
Pesticide Eco-Alternatives Center/China
Pesticide Eco-Alternatives Center (PAN China)/China
Pesticide Watch Group of Nepal Forum of Environmental Journalists/Nepal
Politischer Arbeitskreis Schulen e.V./Germany
Preet lari magazine/India
PRO WILDLIFE e.V./Germany
Programa Agroecologia/Paraguay
Pudhu Nilavu Organic Farm, Tamil Nadu Organic Agriculturists’ Movement/India
R
Red de Acción en Plaguicidas y sus Alternativas de América Latina, Cono Sur (RAP-AL Cono Sur)/Columbia
Red de Acción en Plaguicidas y sus Alternativas en México (RAPAM)/Mexiko
Red de Acción en Plaguicidas y sus Alternativas de América Latina (Rap-al)/Uruguay
Red de Accion en Plaguicidas y sus Alternativas para America Latina (RAP-AL)Costa Rica /Costa Rica
Referat Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat Münster/Germany
Rettet den Regenwald/Germany
ROBIN WOOD e.V./Germany
Rural Reconstruction Nepal/Nepal
S
SANSAD/India
Sarvodaya Youth Organisation/India
School of Rural Development Tuljapur (TISS)/India
Societe pour l‚Etude, la Protection et l‘Amenagement de la Nature dans le Sud-Ouest (SEPANSO)/France
Solidarische Welt e.V., Träger des Weltladens Gießen/Germany
Solidaritätsfonds Demokratische Medien in der Welt e.V./Germany
Solidarnosc-Gewerkschaft/Poland
South Durban Community Environmental Alliance (SDCEA)/South Africa
Sunray Harvesters India/India
Suzuzi Amadi/Brazil
Swedish Society for Nature Conservation, SSNC/Sweden
T
Tamil Nadu Organic Agriculturists’ Movement/India
Tamil Nadu Women‚s Collective/India
Thanal/India
U
União de Mulheres de São Paulo/Brazil
United Artists‘ Association (UAA)/India
V
Vamos e.V. Münster/Germany
Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN)/Germany
Vidarbha Jan Andolan Samiti, organisation against farmers suicide/India
Viva Amazoni Austria/Austria
Vollkornbäckerei Cibaria, Münster/Germany
W
Walter Sisulu Environmental Center/South Africa
WECF - Women in Europe for a Common Future/Germany
Welthaus Bielefeld/Germany
Weltladen Gießen/Germany
Weltladen-Team St. Martinus Kerpen/Germany
Weltladen Unterwegs Mainz/Germany
WWF-India/India
Y
Yakshi/India

_______________
1 Jeyaratnam J. Acute pesticide poisoning: a major global health problem. World Health Statistics Quarterly 43(3), 139-144, 1990.
2 I LO (2000): International Labour Conference, Report VI (1):Safety and health in Agriculture), 88th Session, 30 May-15 June 2000, International Labour Organization, Geneva
3 http://www.greenpeace.de/themen/chemie/pestizide_lebensmittel/