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Beitrag veröffentlicht im Januar 2026

Supreme Court befasst sich mit Glyphosat

CBG Redaktion

Presse-Information vom 19.01.26

Das oberste Gericht der USA folgte am Freitag der Empfehlung des von Donald Trump eingesetzten Generalanwalts Dean John Sauer und nahm den BAYER-Antrag, sich mit Glyphosat zu befassen, an. 

„Das war zu erwarten. Der BAYER-Konzern hat die Republikaner massiv mit Wahlkampf-Spenden unterstützt, und sein Chef Bill Anderson war der einzige Vorstandsvorsitzende eines deutschen DAX-Unternehmens, der die Zeremonie zu Trumps Amtseinführung besuchte“, konstatiert Brigitte Hincha-Weisel von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG).

Die Verurteilungen zu Schadensersatz-Zahlungen in den meisten bisherigen Glyphosat-Prozessen erfolgten, weil der Leverkusener Multi es nach Meinung der RichterInnen versäumte, ausreichend vor den Risiken und Nebenwirkungen des Herbizids zu warnen. Als Rechtsgrundlage dafür dienten entsprechende gesetzliche Bestimmungen der Bundesstaaten. Die VerteidigerInnen des Global Players führten zur Entlastung regelmäßig die US-amerikanische Umweltbehörde EPA an, die das Pestizid nicht als krebserregend einstuft; sie konnten sich damit allerdings zumeist nicht durchsetzen. 

Jetzt erhofft sich der Agro-Riese vom Supreme Court, die Vorrangstellung der EPA zu bestätigen.  Zweimal scheiterte das Unterfangen bereits. So riet die von Joe Biden nominierte Generalanwältin Elizabeth Prelogar dem Gericht im Jahr 2022 davon ab, sich der Causa zu widmen. Es stehe den einzelnen Bundesstaaten frei, spezielle Vorschriften zu erlassen, wenn diese dem US-amerikanischen Pestizid-Gesetz FIFRA nicht explizit widersprächen, argumentierte sie. „Die Genehmigung der EPA für eine Kennzeichnung, die nicht vor bestimmten chronischen Risiken warnt, bedeutet nicht, dass eine amtliche Anordnung, die solche Warnungen vorsieht, außer Kraft gesetzt wird“, hielt die Juristin damals fest. Ein entsprechendes Urteil des Supreme Courts gibt es auch bereits. Es erging 2005 im Fall „Bates v. Dow Agrosciences“. 

Darüber hinaus ist die Position der Umweltbehörde zu Glyphosat so eindeutig nicht. Da das Mittel seine Zulassung 1974 auf der Basis von Studien des Unternehmens IBT Laboratorys erhalten hatte, das 1983 des Wissenschaftsbetrugs in zahlreichen Fällen überführt wurde, forderte die EPA zur Sicherheit eine neue Untersuchung von MONSANTO an. Das Ergebnis: Glyphosat erhöht das Nierenkrebs-Risiko signifikant. Die EPA reagierte und führte das Herbizid ab 1985 als „potenziell krebserregend für Menschen“. Aber der Agro-Gigant gab nicht auf. Er behauptete einfach, den WissenschaftlerInnen seien bei den Versuchen Fehler unterlaufen – und kam damit durch. MONSANTO hatte nämlich beste Beziehungen zum seinerzeit regierenden Ronald Reagan und seiner Administration. 

US-amerikanische Umweltgruppen reagierten alarmiert auf die Entscheidung. Die Initiative Earthjustice hat bereits angekündigt, sich am Verfahren zu beteiligen und vom Rechtsinstitut des „Amicus Curiae“ Gebrauch zu machen, das es in den Vereinigten Staaten auch Unbeteiligten erlaubt, Stellungnahmen zu laufenden Rechtsstreitigkeiten abzugeben.

CBG bei „Wir haben es satt“-Demo

CBG Redaktion

„Haltung zeigen! Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit“ – unter dieser Losung stand am 17. Januar die diesjährige „Wir haben es satt“-Demo. Rund 8.000 Menschen nahmen teil, darunter auch AktivistInnen der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG). Gemeinsam gingen sie in Berlin für eine Landwirtschaft auf die Straße, die nicht mehr Großkonzernen wie ALDI, BAYER & Co. ausgeliefert ist. „Dieses agro-industrielle Modell sorgt für rund 30 Prozent aller Treibhaus-Emissionen, vergiftet die Gewässer, laugt die Böden aus und macht die Menschen krank“, hieß es in der Pressemitteilung der Coordination. Eine dieser Gesundheitsgefährdungen stellte die CBG auf ihrem Transparent besonders heraus: die Pestizid-Nebenwirkung Parkinson, die bei Bauern und Bäuerinnen nunmehr offiziell als Berufskrankheit anerkannt ist.

CBG bei „Wir haben Agrarindustrie satt“-Demo

CBG Redaktion

Gegen die Macht von Big Agro

Presse-Information vom 12.01.26

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) nimmt auch in dieses Jahr wieder an der „Wir haben Agrarindustrie satt“-Demonstration teil.  Sie geht am 17. Januar in Berlin gemeinsam mit VertreterInnen der bäuerlichen Landwirtschaft, Umweltinitiativen und VerbraucherInnen-Verbänden auf die Straße, um für eine Agrar-Wende einzutreten.

„Fast alle Bereiche der Agrar-Wirtschaft dominieren einige wenige Konzerne – mit fatalen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Dagegen gilt es am 17. zu protestieren“, erklärt Brigitte Hincha-Weisel vom Vorstand der CBG.

So beherrscht BAYER 23 Prozent des globalen Saatgut-Geschäfts und 15 Prozent des Pestizid-Geschäfts. Die Top 4 in beiden Bereichen kommen zusammen auf Marktanteile von 56 bzw. 61 Prozent. Auch bei den Tier-Arzneien, dem Mast-Geflügel, dem Lebensmittel-Einzelhandel sowie den Herstellern von Traktoren und anderer Landtechnik haben sich Oligopole herausgebildet. Überdies konzentriert sich der Besitz von Ackerflächen zunehmend.

Dieses agro-industrielle Modell sorgt für rund 30 Prozent aller Treibhaus-Emissionen, vergiftet die Gewässer, laugt die Böden aus und macht die Menschen krank. Seit „Parkinson durch Pestizide“ in Deutschland offiziell als Berufskrankheit bei LandwirtInnen anerkannt ist, registriert die „Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau“ (SVLFG) bereits 400 Fälle – und die Dunkelziffer dürfte noch um einiges höher liegen. Für das laufende Jahr rechnet die SVLFG mit Behandlungskosten von 63 Millionen Euro.

Zudem gefährden die oligopolistischen Strukturen die Existenzgrundlage der Bauern und Bäuerinnen. Als schwächstes Glied in der Nahrungsmittel-Lieferkette müssen sie die Preise akzeptieren, die die Weiterverarbeiter sowie Aldi & Co. diktieren. Dementsprechend sieht auch die Monopolkommission Handlungsbedarf. „Diese Markt- und Machtveränderungen in der Lebensmittel-Lieferkette machen aus Sicht der Monopolkommission eine wirksamere Kontrolle gegen Machtmissbrauch erforderlich“, heißt es in der Pressemitteilung zum Sondergutachten „Wettbewerb in der Lebensmittel-Lieferkette“.

Aber die Politik geht den umgekehrten Weg. Sie knickt vor der Macht von BAYER & Co. ein und zeigt sich entschlossen, den Multis das Geldverdienen noch leichter zu machen. In einem atemberaubenden Tempo brachte die EU 2025 Bestimmungen zur Abschwächung bzw. „Vereinfachung“ von Gesundheits- und Umweltvorschriften auf den Weg. Dazu zählen unter anderem die Deregulierungen der Neuen Gentechniken, die Lockerung der Pestizid-Bestimmungen, die Abschwächung der Auflagen zum Schutz von Gewässern, Feuchtgebieten und Mooren sowie die Herausnahme von Rinderzucht-Betrieben aus der EU-Richtlinie für Industrieemissionen.

„Diesem Rollback stellen wir uns am nächsten Samstag entgegen“, so Hincha-Weisel abschließend.

Wir haben es satt-Demo 2026

CBG Redaktion

Berlin, Samstag, den 17.01.2026

11.45h: CBG-Treff vor dem Hotel Adlon, Unter den Linden 77
12.00h: Beginn der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor
13.00h: Start des Demonstrationszuges
14.00h: Abschlusskundgebung

„Das aktuelle Ernährungssystem ist weltweit für mehr als ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Zugleich setzt die Agrarindustrie auf Gentechnik und vereinfachte Pestizid-Zulassungen – und gefährdet damit unsere natürlichen Lebensgrundlagen“, heißt es im Aufruf zur diesjährigen „Wir haben Agroindustrie satt“-Demonstration. Da der BAYER-Konzern zu den Hauptgefährdern zählt, geht die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) auch diesmal in Berlin wieder mit auf die Straße.
Wer Interesse hat, zur Coordination zu stoßen, kann am 17. Januar direkt zum Treffpunkt vor dem Hotel Adlon kommen. Es wäre aber schön, uns vorher per Mail an info@cbgnetwork.org Bescheid zu geben.

Patentklage gegen Pfizer & Co.

CBG Redaktion

BAYER erhebt Anspruch auf die Coronaimpfstoff-Profite

Presse-Information vom 07.01.26

BAYER hat Klage gegen vier Hersteller von Corona-Impfstoffen eingereicht. Pfizer, Biontech und Moderna wirft der Konzern vor, bei der Produktion ein Patent seiner Tochter-Gesellschaft MONSANTO verletzt zu haben. Konkret handelt es sich dabei um ein gentechnisches Verfahren auf mRNA-Basis zur Stärkung der Widerstandskraft von Nutzpflanzen. Johnson & Johnson legt er einen anderen Verstoß gegen Vorschriften zum Schutz des geistigen Eigentums zur Last.

„Das ist unglaublich. Der BAYER-Konzern hat sich damals mit Verweis auf fehlende Antiifektiva-Kompetenzen nicht an der Entwicklung von Impfstoffen gegen Corona beteiligt, und jetzt macht der Pharma-Riese sich zum Urquell der Vakzin-Forschung – aus einem einzigen Grund: Er will etwas von den Milliarden abhaben, die die Konkurrenz mit den Mitteln verdiente. Der Vorgang zeigt wieder einmal, wie absurd die Patent-Bestimmungen sind. Sie gehören abgeschafft, weil sie den medizinischen Fortschritt behindern“, fordert Brigitte Hincha-Weisel von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG).