BAYER-Pestizid belastet Rhein
Hohe Rückstände eines in der EU nicht zugelassenen Wirkstoffs
Presse-Information vom 15.10.26
Anfang Oktober informierte der „Warn- und Alarmdienst Rhein“ über massiv erhöhte Werte eines Pestizid-Wirkstoffes in dem Fluss. Dabei handelte es sich um ein Vorprodukt des innerhalb der Europäischen Union nicht zugelassenen BAYER-Ackergifts Indaziflam.
Die Konzentration von 2,6-Dimethyl-1-Aminoindan überstieg den Orientierungswert von 0,1 Mikrogramm pro Liter um ein Vielfaches. Den Höchststand erreichte sie vom 2. bis zum 3. Oktober bei Bad Godesberg mit 0,43 Mikrogramm. Bis zu 23,8 Kilogramm pro Tag gelangten in den Rhein.
Die Substanz wirkt akut toxisch. Sie kann Haut- und Augenschäden verursachen und gilt als „deutlich wassergefährdend“. Dementsprechend warnte das „Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) die Betreiber von Trinkwasser-Gewinnungsanlagen bis nach Holland hin vor der Giftfracht.
Bereits 2024 gab es einen Indaziflam-Vorfall. Damals löste die Bezirksregierung Düsseldorf sogar Rheinalarm aus, weil vom Klärwerk des Leverkusener Chem„parks“ aus nicht weniger als 180 Kilogramm 2,6-Dimethyl-1-Aminoindan in den Strom geflossen waren.
„Ein Pestizid ohne EU-Zulassung darf in den Mitgliedsländern weiterhin Mensch, Tier und Umwelt gefährden, weil der BAYER-Konzern dafür anderswo Abnehmer findet. Das ist ein Unding. Darum fordert die Coordination gegen BAYER-Gefahren ein Export- und damit auch ein Produktionsverbot für solche Stoffe“, so Brigitte Hincha-Weisel vom Vorstand der Coordination.

