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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 1. Januar 2000

Schul-Lehrpläne

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 14. April ´99

BUND Landesverband NRW
Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

Protest von Umweltverbänden:

Schul-Lehrpläne verharmlosen Gentechnik

Die Umweltverbände BUND und Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) kritisieren die nordrhein-westfälischen Schul-Lehrpläne wegen ihrer undifferenzierten Parteinahme für die Gentechnik und andere Risikotechnologien. Der Einsatz von Gentechnik in Medizin und Pflanzenzucht, die Kernenergie und die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft werden in den Lehrplänen für die Sekundarstufe II verharmlost dargestellt. Eine Analyse der Gefahren findet ebensowenig statt wie eine Beschreibung ökologischer Alternativen. Der BUND hat sich mit seiner Kritik an die Landtagsfraktionen und an die Lehrplankommission gewandt. Die CBG ruft ihre Mitglieder auf, bei der Landesregierung zu protestieren.

Claudia Baitinger vom Vorstand des BUND NRW: „Der Biologie-Lehrplan darf nicht als Instrument zur Akzeptanzbeschaffung profitorientierter Hochrisikotechnologien herhalten. Zitate wie „Eingriffe in genetische Informationen eröffnen zukunftsweisende Möglichkeiten für Medizin und Landwirtschaft“ gehören wohl eher in die Werbebroschüre eines Chemie-Unternehmens als in einen Lehrplan“. Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG ergänzt: „Offensichtlich ist es der mächtigen chemischen Industrie gelungen, Einfluss auf die Lerninhalte an den Schulen zu erlangen. Die Schulen müssen jedoch unabhängig von Profitinteressen eines Wirtschaftszweiges bleiben und eine distanzierte Sicht auf die Gentechnik beibehalten.“

75% der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen Gentechnik im Nahrungsmittelbereich strikt ab. Die Verbände befürchten, dass durch frühzeitige Einflussnahme auf die Schüler dieses für die Chemie-Multis unerfreuliche Ergebnis verändert werden soll und daher Alternativen wie der ökologische Landbau in den Lehrplänen ausgeblendet werden.

Gegenanträge

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 23. März ´99

Chemie-Unternehmen BAYER in der Kritik:

Kritische Aktionäre reichen Gegenanträge ein

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) übergibt heute 25 Gegenanträge zur Hauptversammlung des BAYER-Konzerns. Gefordert werden darin wirksame Schritte zur Schaffung von Arbeitsplätzen, ein Programm zum vollständigen Verzicht von Schadstoff-Emissionen sowie ein Produktionsstop risikoreicher Stoffe wie Pestizide. Außerdem schlägt die CBG die Schaffung einer unabhängigen Stiftung durch den Konzern für alle Geschädigten von chemischen und pharmazeutischen Produkten vor.
Auf der Hauptversammlung am 30. April wird die CBG die Gegenanträge ausführlich begründen. Zudem werden Augenzeugen über den Missbrauch von BAYER-Pestiziden in brasilianischen Kaffee-Plantagen berichten. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde in Pittsburgh/USA fordert von BAYER eine gerechte Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter und einen ehrlichen Umgang mit der Firmengeschichte - auch der im Dritten Reich.
Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG: „Das Unternehmen muß daran erinnert werden, daß es in unsere Gesellschaft eingebettet ist und dieser zu dienen hat. Das Allgemeinwohl ist höher zu bewerten als die Interessen von Aktionären und gutverdienenden Vorstandsmitgliedern.“ Mimkes fordert von dem Chemie-Konzern eine drastische Einschränkung des Energie- und Rohstoffverbrauchs, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie einen Produktionsstop risikoreicher Produkte.
Die CBG, die den BAYER-Konzern seit 20 Jahren kritisch begleitet, vertritt über 200 Kritische Aktionärinnen und Aktionäre. Jahr für Jahr lädt sie Wissenschaftler, Ärzte, Journalisten und Betroffene ein, die auf der Hauptversammlung für Umwelt- und Arbeitsschutz eintreten.

USA

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 17. März ´99

USA: Leverkusener Unternehmen wegen Betrugs schuldig gesprochen

Bluter gewinnen Prozess gegen BAYER

Der Leverkusener BAYER-Konzern ist von den Geschworenen des Zivilgerichts in New Orleans/USA des Betrugs und der groben Fahrlässigkeit schuldig befunden worden. Die Jury sieht es als erwiesen an, dass das Unternehmen wissentlich Blutprodukte in Verkehr brachte, die mit dem Aids-Virus infiziert waren. Damit wurde der Klage von Eltern eines Betroffenen stattgegeben, der mittlerweile an Aids gestorben ist. Die Geschworenen sprachen ihnen eine Entschädigung von 35,3 Mio US$ zu.
Die Präparate wurden aus Kostengründen aus dem Blut von Risikospendern wie Gefängnisinsassen und Drogenabhängigen gewonnen-nach Meinung der Geschworenen eine grobe Fahrlässigkeit. Der Vorsitzende Richter bestätigte den Schuldspruch, setzte jedoch die Strafe wegen Verjährung aus. In einem zweiten Schritt muss nun geklärt werden, ob die Verjährung, wie in Betrugsfällen üblich, aufgehoben wird. Neben BAYER wurde auch das Unternehmen ALPHA THERAPEUTICS schuldig gesprochen.
Mehrere Tausend Bluter sind weltweit durch BAYER-Produkte fahrlässig mit HIV infiziert worden, ein Großteil ist mittlerweile gestorben. Todd Smith, amerikanischer Betroffener: „Die Aids-Gefahr für Bluter war frühzeitig bekannt, aus Kostengründen wurden aber damals die bestehenden Sicherungsverfahren nicht eingesetzt. Tausende von Blutern mußten dieses Versäumnis mit ihrem Leben bezahlen. Wir fordern eine Entschuldigung von BAYER und eine gerechte Entschädigung!“
Obwohl die Kontamination hätte vermieden werden können, weigern sich die beteiligten Konzerne bis heute, den Betroffenen eine angemessene finanzielle Entschädigung zu zahlen. In den USA erklärten sich die Unternehmen lediglich dazu bereit, den Infizierten eine Pauschale von 100.000 US$ zu bezahlen. Da diese Summe aber nicht einmal die Behandlungskosten deckt, zogen zahlreiche Betroffene vor Gericht. Ihren Klagen werden nun höhere Chancen eingeräumt. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert, daß gegen die Verantwortlichen bei BAYER auch strafrechtlich vorgegangen wird.

Aspirin

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 4. März ´99

100 Jahre ASPIRIN am 6. März:

Virtuelle Protestaktion am BAYER-Hochhaus

Anläßlich der Jubiläumsfeier zum einhundertsten ASPIRIN-Geburtstag am 6. März weist die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) auf die zahlreichen Risiken des „Jahrhundert-Pharmakons“ hin. In einer virtuellen Protestaktion befestigte der Verein ein Transparent mit der Aufschrift „ASPIRIN tötet Kinder“ an der BAYER-Zentrale in Leverkusen, womit auf die anhaltende Vermarktung von ASPIRIN JUNIOR in Lateinamerika hingewiesen wird.
ASPIRIN kann bei Kindern mit Fiebererkrankungen das meist tödlich verlaufende Reye-Syndrom auslösen. Die internationale Fachwelt warnt daher vor der Anwendung von Azetylsalizylsäure bei Kindern, in Deutschland wurde ASPIRIN JUNIOR in den achtziger Jahren vom Markt genommen. Die Sicherheitsbedenken, die in Europa zu erheblichen Anwendungseinschränkungen geführt haben, schlägt BAYER jedoch in der „3. Welt“ in den Wind. Ein typisches Beispiel für doppelte Sicherheitsstandards. Allein in Lateinamerika werden Millionen Kinder gravierenden Gesundheitsrisiken ausgesetzt, denn dort ist ASPIRIN ein Umsatzrenner mit riesigem Werbeetat und Allheilmittel-Image. Von den gefährlichen Nebenwirkungen erfahren die VerbraucherInnen in der Regel nichts. Und das, obwohl es unbedenklichere Alternativen gibt.
Hubert Ostendorf vom Vorstand der CBG: „ASPIRIN JUNIOR tötet Kinder! In Lateinamerika dürfen keine niedrigeren Sicherheitsstandards angelegt werden als bei uns. Das Unternehmen BAYER muß seiner Verantwortung gerecht werden und dieses gefährliche Medikament weltweit vom Markt nehmen!“ Ostendorf betont, dass Azetylsalizylsäure keineswegs harmlos sei und fordert eine Rezeptpflicht für ASPIRIN, um den unsachgemäßen Gebrauch einzudämmen.
Auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft weist darauf hin, dass der Wirkstoff tief in den biochemischen Haushalt des Körpers eingreift und Schleimhautreizungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt und Magengeschwüre verursachen kann.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir zur Verfügung! Gerne senden wir Ihnen die Fotomontage zu, mit der die CBG auf die Gefahren von ASPIRIN hinweist.

Nepal

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 18. Februar ´99

Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.
Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) e.V.

Studie über den Einsatz von Pestiziden in Nepal belegt:

Hochgiftige Pestizide weiter im Handel

Das Khoj Research Institute aus Lahore/Pakistan hat eine Studie über den Einsatz von Pestiziden in Nepal vorgelegt. Die Untersuchung belegt, daß hochtoxische und selbst international geächtete Wirkstoffe nach Nepal gelangen und dort frei gehandelt werden - sogar solche, die in westlichen Ländern nicht oder nur eingeschränkt zugelassen sind wie Aldrin, Endosulfan, Lindan, Paraquat und das als grundwasserschädigend bekanntgewordene Atrazin. Hieraus resultieren zahlreiche gesundheitliche und ökologische Probleme in dem südasiatischen Land.
Unter den Herstellern und Lieferanten der umstrittenen Wirkstoffe finden sich multinationale Unternehmen wie BAYER, Rhone-Poulenc, Ciba-Geigy und Hoechst. Von den deutschen Pestizidherstellern vermarktet besonders BAYER in höchstem Maße problematische Pestizide, so z.B. unter dem Handelsnamen Metacid 50 EC den Wirkstoff Parathion Methyl, den die Weltgesundheitsorganisation WHO als „extrem gefährlich“ (Toxizitätsklasse IA) einstuft. Damit bricht der Konzern das auf seiner Hauptversammlung 1996 gegebene Versprechen, sämtliche Pestizide der WHO-Klasse I vom Markt zu nehmen.
Uwe Friedrich, Mitglied des Vorstands der Coordination gegen BAYER-Gefahren sowie des erweiterten Vorstands des Pestizid Aktions-Netzwerks: „Es ist dringend notwendig, den Einsatz dieser hochgefährlichen chemischen Pestizide in Nepal einzuschränken. Die Unternehmen müssen den Export von international geächteten Wirkstoffen von sich aus stoppen, da eine sichere Handhabung in Nepal nicht gewährleistet ist. Der BAYER-Konzern muß endlich seine Ankündigung umsetzen, die gefährlichsten Pestizide weltweit vom Markt zu nehmen.“
Die Leverkusener Bayer AG gehört international zu den sechs größten Pestizid-Herstellern. Nach Angaben der WHO erleiden jährlich mehr als eine Million Menschen Pestizid-Vergiftungen, rund 20.000 Fälle verlaufen tödlich.

Pyrethroide

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 2. Februar ´99

Gutachter attackiert Bayer-Studie:

Gefahren von Pyrethroiden verharmlost

Der Chemiker Dr. Tino Merz wirft der Bayer AG fahrlässigen Umgang mit Pyrethroiden vor. Pyrethroide dienen der Ungeziefer-Bekämpfung und werden durch das Leverkusener Unternehmen weltweit vertrieben. Die Bayer AG behauptet, die Verwendung von Pyrethroid-Produkten sei für den Menschen ungefährlich und stützt diese Aussage auf ein eigenes Gutachten. Dr. Merz weist in einem Gegengutachten nach, daß die Bayer-Studie die Grenzwerte für einen gefahrlosen Umgang mit Pyrethroiden bewußt verfälscht und die Risiken der Stoffe verharmlost.

Wörtlich erklärt Dr. Merz: „Zusammenfassend kann man sagen, daß es der Bayer AG trotz fleißiger Labortätigkeit nicht gelungen ist, toxikologische Daten zu schaffen, die eine Unbedenklichkeit von Pyrethroiden im Innenraum auch nur annähernd plausibel machen. Die eigenen Daten wurden von Bayer bei den Berechnungen entweder übergangen oder schöngerechnet, die Risikobewertung ist letztlich aus der Luft gegriffen. Der in der Studie ermittelte Unbedenklichkeits-Nachweis hätte grundsätzlich nur auf der Basis von Langzeitversuchen abgeschätzt werden können, das Bayer-Papier hingegen ignoriert diesen toxikologischen Grundsatz und stützt seine Ergebnisse lediglich auf Kurzzeitversuche. Was hier entwickelt wurde, könnte man als toxikologischen GAU - größten anzunehmenden Unfug - bezeichnen.“

Desweiteren schreibt Dr. Merz in der Zeitschrift „Stichwort BAYER: „Schon die alten Römer wußten: quod est in acta, est in mundo - was in den Akten steht, ist auch in der Welt - sprich: ist existent. Ob der Inhalt Unfug oder Wissenschaft ist, bleibt dann für Öffentlichkeit, Verwaltung und Gerichte „Expertenstreit“. Ein solch umfassendes Täuschungsmanöver wie in der von Bayer vorgelegten Studie kann kaum adhoc erfunden werden. Man benötigt dafür langjährige Übung und die Möglichkeit, auf eine entwickelte Tradition zurückgreifen zu können, die immer wieder kreativ und damit bewußt gegen besseres Wissen fälscht.“

Die attackierte Studie von Bayer spielt eine zentrale Rolle, da mit ihrer Hilfe regelmäßig Klagen von Pyrethroid-Geschädigten abgewiesen werden. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert Bayer auf, den Verkauf von Pyrethroiden an private Verbraucher weltweit zu unterbinden.

Den vollständigen Text von Dr. Merk senden wir Ihnen gerne zu!

Beirat

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 28. Januar ´99

Prominente unterstützen Konzernkritiker:

Coordination gegen BAYER-Gefahren gründet Beirat

Am morgigen Freitag konstituiert die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) ihren neuen Beirat. Prominente aus verschiedenen Bereichen unterstützen mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Fachwissen die Arbeit des Vereins.

Dorothee Sölle, international bekannte Theologin und Publizistin arbeitet ebenso im Beirat mit wie der Chemiker und Umweltpolitiker Prof. Dr. Jürgen Rochlitz. Wissenschaftliche Unterstützung erfährt die CBG durch die Pharmakologin Dr. Sigrid Müller, den Baubiologen Prof. Dr. Anton Schneider, den Designer Prof. Jürgen Junginger und den Historiker Dr. Janis Schmelzer. Weitere Mitglieder des Beirats sind Eva Bulling-Schröter (MdB), der Rechtsanwalt Wolfram Esche sowie die Ärztin Dr. Erika Abczynski.

Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Die öffentliche Unterstützung durch Wissenschaftler, Politiker, Ärzte und Rechtsanwälte wird unsere Kompetenz deutlich stärken. Der geballte Sachverstand des Beirats wird unsere Schlagkraft weiter erhöhen. Es ist erfreulich, dass sich Prominente für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit engagieren - ohne Aussicht auf Ruhm und finanziellen Vorteil, aber in der Gewissheit, wirksames Korrektiv in der Auseinandersetzung mit einem der größten deutschen Konzerne zu sein.

Die CBG beobachtet den Multi BAYER seit über 20 Jahren. Mit konsequenter Öffentlichkeitsarbeit werden die Bereiche Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Produktgefahren, Probleme in der Dritten Welt und Einflussnahme auf die Politik beleuchtet. Zahlreiche Erfolge wurden verbucht, so zum Beispiel ein Sieg vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Leverkusener Multi sowie die Verhinderung mehrerer umstrittener Werke.

Bienensterben

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 15. Januar ´99

Nach dramatischem Rückgang der Bienen-Populationen:

Französische Imker protestieren gegen BAYER - Pestizid

Am heutigen Freitag entscheidet das französische Landwirtschafts-Ministerium über die weitere Zulassung des Pestizids Gaucho. Der französische Imker-Verband Union National d´Apiculteurs (UNAF), der 50.000 Imker vertritt, fordert das Verbot von Gaucho. Das Spritzmittel, das von dem deutschen Unternehmen Bayer hergestellt wird, wird für das Absterben von 40% aller französischen Bienenvölker verantwortlich gemacht. Gaucho wird in Frankreich seit 1994 im Sonnenblumen-Anbau eingesetzt.

Imker aus ganz Frankreich protestierten in Paris gegen die weitere Verwendung von Gaucho. Allein 800 Imker demonstrierten unter dem Eifelturm, um ein Verbot des Mittels zu erreichen. Naturschützer befürchten infolge des Rückgangs der Bienenpopulationen das Aussterben von bis zu 30.000 Pflanzenarten.

Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Die Bienengefährlichkeit von Gaucho ist seit langem bekannt, von einer weiteren Zulassung profitiert lediglich der Produzent. Wir fordern Bayer auf, das Mittel zurückzuziehen. Das französische Landwirtschaftsministerium sollte den Umweltschutz höher einstufen als das Gewinninteresse der Giftproduzenten“. Die Zulassung der französischen Aufsichtsbehörde ist besonders wichtig, da sie von zahlreichen afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern übernommen wird, die keine eigenen Aufsichtsbehörden unterhalten.

Die Leverkusener Bayer AG gehört weltweit zu den sechs größten Pestizid-Herstellern. Nach Angaben der WHO erleiden jährlich mehr als eine Million Menschen schwere Pestizid-Vergiftungen, rund 20.000 Fälle verlaufen tödlich.

Brasilien

CBG Redaktion

Pressemitteilung vom 11. Januar ´99

Nach dem Bericht der ARD - Tagesschau:

BAYER - Konzern zur Rücknahme von Pestiziden aufgefordert

Die ARD berichtet heute, daß die Staatsanwaltschaft des brasilianischen Bundesstaats Minas Gerais gegen das deutsche Unternehmen Bayer ermittelt. Hintergrund für die Untersuchung ist die Vergiftung hunderter Kaffeebauern durch das Pestizid Baysiston. Mindestens zwölf Fälle verliefen tödlich. Alleiniger Hersteller von Baysiston ist der Leverkusener Bayer-Konzern. Obwohl seit Jahren Hinweise auf die Gesundheitsschäden des Pestizids vorliegen, weigert sich der Konzern, das Mittel vom Markt zu nehmen.

Hierzu Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Der Konzern muß seiner Verantwortung endlich gerecht werden und den Verkauf dieser hochgiftigen Agrochemikalien einstellen. Von dem Pestizideinsatz profitieren lediglich Produzenten wie Bayer sowie skrupellose Plantagenbesitzer; die Gesundheit der Landarbeiter bleibt auf der Strecke. Es ist zynisch, wenn das Unternehmen den Betroffenen die Schuld für die Vergiftungen mit dem Hinweis zuschiebt, sie müßten selbst für wirksame Schutzkleidung sorgen. Die Verantwortung liegt beim Hersteller, denn ein effektiver Schutz gegen diese Gifte existiert nicht, schon gar nicht in armen Ländern. Alle Pestizide, die die Weltgesundheitsorganisation WHO als „extrem gefährlich“ einstuft, müssen sofort vom Markt genommen werden.“

Auch die Gesellschaft für staatliche Zusammenarbeit (GTZ) spricht sich in der ARD gegen den Verkauf von Baysiston aus. Die Leverkusener Bayer AG gehört weltweit zu den sechs größten Pestizid-Herstellern. Nach Angaben der WHO erleiden jährlich mehr als eine Million Menschen schwere Pestizid-Vergiftungen, rund 20.000 Fälle verlaufen tödlich.

Genverschmutzung

CBG Redaktion

Pressemitteilung des Vereins zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse

Egmondstraße 5
47608 Geldern
Tel. 02831-980281
0177-3561237
Fax 02831-980290

Bayerwerk Wuppertal-Elberfeld belastet Wupper mit gentoxischen Stoffen

Abwasser des Bayerwerkes in Wuppertal-Elberfeld ist gentoxisch und belastet die Wupper extrem. Es enthält Stoffe, die in der vorhandenen Zusammensetzung krebserregend, fruchtschädigend und erbgut­verändernd sein können. Dem Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR) liegen offizielle Meßprotokolle vor, die das gesamte Ausmaß der Belastungen erahnen lassen. Die Umweltschützer können nur alle Angler, Kanuten und Anwohner raten die Wupper unterhalb der Einleitung des Bayerklärwerks in Rutenbeck zu meiden. Es besteht das Risiko eine langfristige Schädigung durch den Kontakt mit dem Wupperwasser zu bekommen. Diese hohe Gentoxizität erfordert sofortige Sanierungsmaßnahmen im Abwassersystem von Bayer.

Durch die ständige Weiter- und Neuentwicklung von Substanzen verändert sich stetig die Zusammensetzung der Industrieabwässer. Somit steigt auch die Gefahr der Einleitung krebserregender, fruchtschädigender und erbgutverändernder Stoffe in unsere Gewässer. Daher werden zunehmend Verfahren entwickelt die es gestatten, entweder schadhafte Veränderungen der Erbinformation (DNA) zu messen oder die möglichen Folgen von DNA-Schädigungen auch für höhere Organismen nachweisbar zu machen oder abzuschätzen. Die Desoxyribonukleinsäure (DNA) ist als Informationsträger für die Steuerung sämtlicher Lebensfunktionen verantwortlich. Gentoxische Substanzen verursachen Schädigungen der Erbsubstanz bei allen Lebewesen.

Das gentoxische Potential beim umu-Test wird in GEU-Werten gemessen. Bereits bei einem GEU-Wert von größer als 1,5 werden die untersuchten Wasserproben als gentoxisch bewertet. Die Werte im Abwasser des Bayerwerkes liegen aber wesentlich höher. Im letzten Sommer wurden mehrmals GEU-Werte von 768 nachgewiesen. Deutlich ist das stetige Ansteigen der Werte zu erkennen. Lagen 1997 und 1998 nur jeweils 17% der durchgeführten Messungen bei einem GEU-Wert von 384 oder höher, so stieg diese Zahl 1999 auf fast 50%. Bei Messungen durch das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen und dem Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg konnte kein weiterer Betrieb mit einer derart hohen Belastung im Abwasser gefunden werden. Durch die Einleitung von Bayer ist auch die Wupper gentoxisch belastet. Untersuchungen mit dem gleichen Verfahren führten bei Lippe, Ruhr, Emscher, Neckar, Donau und Rhein zu keinen kritischen Ergebnissen. Die Wupper ist daher der einzige Nebenfluß des Rheins mit einer so hohen Gentoxizität.

Durch das Eindringen von Wasser aus der Wupper in die Grundwasserleiter kann es zu einem gentoxischen Potential im Grundwasser kommen. Dies zeigt sich am Beispiel der Arzneimittelrückstände im Grundwasser. Auch diese traten zuerst im den Flüssen und erst später im Grundwasser auf. In der Regel sind die Konzentrationen in den oberirdischen Gewässer eine Größenordnung höher als in den entsprechenden Grundwässern. Damit stellt die Wupper ein erhebliches Belastungspotential für das Grundwasser dar.

In Wuppertal-Elberfeld werden im wesentlichen Wirkstoffe für Pharmazeutika und für Pflanzenschutz-Produkte hergestellt. Außerdem gehört zum Bayerwerk auch ein Pharma-Forschungszentrum, in dem Forschung und Entwicklung der pharma­zeutischen Präparate von Bayer in Europa konzentriert sind. Im Abwasser der chemischen/pharmazeutischen Produktion fallen immer unerwartete Abbauprodukte von chemischen Substanzen an. Hier im Wuppertaler Werk von Bayer kommen zusätzlich noch die Abfälle der Forschung und Entwicklung neuer Produkte hinzu. Während die Produkte der chemischen Industrie in der Regel hinsichtlich ihrer Toxizität und ihres Umweltverhaltens gut untersucht sind, fehlen entsprechende Angaben für Abbauprodukte oft vollständig. Noch weniger weiß man über die Reaktionen und Wirkungen dieses extrem komplexen Abwassergemisches.
Direkteinleitungen von gentoxischen Abwässern in Oberflächen­gewässer müssen unter dem Gesichtspunkt der Risiko­vermeidung unterbleiben. Die Verantwortlichen von Bayer müssen umsetzen, was sie selbst auf ihrer Internetseite vertreten: „Wenn es die Vorsorge zum Schutz vor Gefahren für Gesundheit und Umwelt erfordert, ist - ungeachtet wirtschaftlicher Interessen - die Vermarktung von Produkten einzuschränken oder die Produktion einzustellen.“

Geldern, im März 2000
Dipl.-Phys. Harald Gülzow

Gegenanträge

CBG Redaktion

16. März 2000

Zur Bilanzpressekonferenz der Bayer AG:

Kritische Aktionäre kündigen Protest auf Hauptversammlung an

Anlässlich der heutigen Bilanzpressekonferenz der Bayer AG kündigen Kritische Aktionäre Proteste gegen die Geschäftspolitik des Unternehmens an. Die Kritiker wollen auf der Hauptversammlung am 28. April die “Kehrseite der Gewinn-Milliarden” beschreiben und in den nächsten Tagen rund 20 Gegenanträge einbringen.
Schwerpunkt der Aktionen wird die Forderung nach einem Verkaufs-Stopp hochgefährlicher Pestizide sein. Die Bayer AG, Nummer 6 auf dem Weltmarkt für Pestizide, hatte 1996 angekündigt, bis zum Jahr 2000 die Produktion der gefährlichsten Wirkstoffe einzustellen. Doch bis heute sind risikoreiche Pestizide in aller Welt frei erhältlich. Jährlich sterben mindestens 20.000 Landarbeiter an Vergiftungen, im vergangenen Jahr dokumentierten philippinische Ärzte schwere Vergiftungsfälle durch Bayer-Pestizide rund um Bananen-Plantagen. In Peru starben 24 Schulkinder – wahrscheinlich durch Parathion, enthalten im Bayer-Produkt Folidol. Auf der Hauptversammlung werden Vertreter des Pestizid Aktions-Netzwerks und ausländische Gäste zum Thema sprechen.
Philipp Mimkes von den Kritischen Bayer-Aktionären: “Der Konzern muß seiner Verantwortung endlich gerecht werden und den Verkauf dieser hochgiftigen Agrochemikalien einstellen. Die Verantwortung für die zahlreichen Vergiftungen liegt beim Hersteller, denn ein effektiver Schutz existiert nicht, schon gar nicht in armen Ländern.” Mimkes fordert, dass alle von der Weltgesundheitsorganisation WHO als “extrem gefährlich” eingestuften Pestizide vom Markt genommen werden.
Ein weiteres Thema auf der Hauptversammlung wird der Verkauf verunreinigter Tier-Arzneien sein. In Holland erkrankten Rinder in 7.000 Betrieben, nachdem sie gegen Grippe geimpft wurden. Tausende Tiere starben, der Schaden beträgt bis zu 100 Millionen Mark. Am Montag dieser Woche forderte ein Gericht Bayer auf, die betroffenen Bauern zu entschädigen.

Sponsoring

CBG Redaktion

15. März 2000

Zur morgigen Ausstellungs-Eröffnung ”Naturfotos des Jahres”:

Protest gegen Sponsoring durch Umweltverschmutzer

Scharfe Kritik an dem Sponsoring der Ausstellung ”Naturfotos des Jahres” durch die Pestizidabteilung der BAYER AG äußern die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) und der Dachverband der Kritischen Aktionäre. Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG: ”Das sinnvolle Anliegen der Ausstellung, die Vielfalt und die gleichzeitige Bedrohung der Natur zu zeigen, wird durch die Zusammenarbeit mit einem Brunnenvergifter wie der BAYER AG konterkariert. Die früher sehr engagierte Zeitschrift natur legitimiert dadurch den Einsatz von Pestiziden - obwohl die Ackergifte zu den großen ökologischen Problemen unserer Zeit gehören.”
Im Insektarium des Kölner Zoos werden ab morgen die ”schönsten Naturfotos der Welt” präsentiert - mit finanzieller Hilfe der Pestizidabteilung von BAYER. Die Ausstellung, die ”die Schönheit und gleichzeitig die Gefährdung unserer natürlichen Umwelt bewußt machen” soll, wird von der Zeitschrift natur organisiert.
Die Leverkusener BAYER AG gehört zu den größten Pestizid-Herstellern weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erleiden jährlich mehr als eine Million Menschen schwere Pestizid-Vergiftungen, rund 20.000 Fälle verlaufen tödlich. Die Welternährungsorganisation FAO spricht von einer ”Umwelttragödie”. Die schleichende Vergiftung von Böden und Gewässern, die Ausrottung nützlicher Pflanzen- und Tierarten und die Zunahme pestizidresistenter Schädlinge stören das ökologische Gleichgewicht empfindlich. Pestizide gelten daher als ein wesentlicher Verursacher des Artensterbens. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 35.000 to Ackergifte versprüht, rund 30% unseres Grundwassers sind mit Pestiziden belastet.
Die beiden Verbände fordern den Kölner Zoo und die Zeitschrift natur auf, die Zusammenarbeit mit der BAYER AG einzustellen. Eine solche Kooperation schadet dem Umwelt- und Naturschutz.

Offener Brief

CBG Redaktion

14. März 2000

Wegen tödlicher Pestizid-Vergiftungen in Peru:

Offener Brief an BAYER AG

Die Informationsstelle Peru e. V. und das peruanische Instituto de defensa legal (idl) befürchten, dass ein Pestizid der BAYER AG für den Tod von 24 Kindern in Tauccamarca/Peru verantwortlich ist. Die beiden Initiativen wenden sich mit einem Offenen Brief an die deutsche BAYER AG und an die peruanische Niederlassung. Darin fordern sie eine würdige Entschädigung für die Hinterbliebenen, die Übernahme der Behandlungskosten für die Überlebenden und eine Stellungnahme des Konzerns. Nach Angaben beider Stellen weist vieles darauf hin, dass es sich bei dem Pestizid um Parathion handelt. Dieses Mittel wird in Peru von der Firma BAYER unter dem Namen Folidol verkauft, in Deutschland ist das Pestizid unter dem Namen E 605 erhältlich.
Die Kinder wurden am 22. Oktober 1999 mit einem Pestizid vergiftet, weitere 22 Kinder überlebten mit schweren inneren Verletzungen. Folidol wird in Peru ohne Kontrolle auf den Märkten verkauft. Die meisten Bauern und Bäuerinnen können die Gebrauchsanweisungen nicht lesen, da sie Analphabeten sind.
Die Informationsstelle Peru vertritt die Meinung, dass das Unternehmen BAYER diese Tatsachen nicht ignorieren kann, obwohl die Verantwortung dafür, dass das Pestizid bisher nicht verboten wurde, der peruanische Staat trägt. BAYER muss die Verantwortung für die Konsequenzen übernehmen, die der Verkauf des Produktes in Peru mit sich bringt.
Die Informationsstelle Peru ist überzeugt davon, dass der Verkauf von Folidol in Peru und anderen Ländern, in denen dieselbe Gefahr für Menschenleben besteht, eingestellt werden soll.

Nähere Information bei der Informationsstelle Peru e.V.
Tel: 0761-7070840

Kuhsterben

CBG Redaktion

9. März 2000

“Tod durch BAYER”

Verfahren gegen protestierende Bauern in Leeuwarden/Holland

Mit einer einstweiligen Verfügung möchte das Chemie-Unternehmen Bayer Proteste von holländischen Landwirten stoppen. Die Bauern machen das Leverkusener Unternehmen für den Tod von 2000 Kühen und Schäden in Millionenhöhe durch verunreinigte Impfstoffe verantwortlich. Am morgigen Freitag verhandelt das Gericht von Leeuwarden, ob das Aktionskomitee “Krank durch Bayer”, das 7.000 Geschädigte vertritt, weiterhin den Slogan “Tod durch Bayer” verbreiten darf. Zum Prozesstermin werden mehrere hundert Bauern erwartet.
Das Komitee hatte im Januar das Bayer-Werk im holländischen Mijdrecht besetzt und eine Demonstration vor der Niederlassung in Antwerpen organisiert. In der letzten Woche wurden an der Autobahn Amsterdam-Den Haag Plakatwände mit der Abbildung toter Kühe und der Unterzeile “Tod durch Bayer. Es könnte auch Ihr Kind sein” aufgebaut. Bayer verlangt eine Zwangssumme von 100.000 Gulden, falls die Stellwände nicht entfernt werden. Jan Adams, Sprecher des Komitees, reagiert gelassen: “Bayer möchte uns mundtot machen. Aber hier geht es um die Meinungsfreiheit.”
Das Leverkusener Unternehmen hatte vor zwei Jahren einen Impfstoff geliefert, mit dem der gesamte holländische Rinder-Bestand gegen Rindergrippe geimpft wurde. Im Frühjahr 1999 stellte sich heraus, dass ein Drittel der 3,4 Millionen Impf-Chargen mit einem Durchfall-Erreger infiziert war. 7.000 Züchter meldeten den Behörden Erkrankungen ihrer Rinder. Mit 11 Großbetrieben einigte sich Bayer auf die Zahlung einer Entschädigungssumme von mehreren Millionen Mark – ohne jedoch eine Schuld einzugestehen. Der niederländische Landwirtschaftsverband LTO, der mehr als 110.000 Landwirte vertritt, fordert den Chemie-Multi auf, die Haftung für den Gesamtschaden zu übernehmen. Die Zulassung für die Tierarznei wurde bis auf weiteres aufgehoben.

Strafzahlung

CBG Redaktion

3. März 2000

Wegen ungenehmigtem Export von Chemikalien:

US Handelsministerium verhängt Strafe gegen Bayer AG

Das Bureau of Export Administration, Teil des US-Handelsministeriums, hat am Mittwoch eine Strafe von 200.000 US$ gegen die amerikanische Bayer Corporation verhängt. Die Diagnostika-Abteilung des Unternehmens hatte zwischen 1994 und 1997 Glukose und andere Chemikalien exportiert, ohne die hierfür erforderlichen Ausfuhrgenehmigungen einzuholen. Die US-Regierung reglementiert den Verkauf von Glukose, da diese für den Bau chemischer und biologischer Waffen verwendet werden kann. Insgesamt wurden 57 Fälle beanstandet, u.a. Exporte nach Malaysia, Süd Korea, Taiwan und Südafrika. Das Handelsministerium greift ein, wenn es die nationale Sicherheit gefährdet sieht oder wenn ein Verdacht auf Weitervergabe von Waffentechnologie vorliegt.
Die amerikanische Bayer Corporation ist eine 100%ige Tochter der Leverkusener Bayer AG. Kritiker werfen dem Konzern seit Jahren vor, risikoreiche Chemikalien bedenkenlos zu exportieren. Das Unternehmen wollte die Strafe zunächst nicht kommentieren.
Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren: “Die Firma Bayer ist die Erfinderin chemischer Waffen und hat in beiden Weltkriegen Kampfstoffe entwickelt. Bayer trägt daher eine besondere Verantwortung, die Herstellung von Chemiewaffen zu unterbinden. Der Fall zeigt, dass Exportkontrollen dringend verschärft werden müssen – auch in Europa.” Die neueste Generation chemischer Kampfstoffe, die sogenannten VX-Gase der US Armee, gehen ebenfalls auf ein Patent von Bayer zurück.

UNO-Report

CBG Redaktion

20. Dezember 2001

Bericht der UNO bekräftigt Vorwurf:

Bayer-Tochter H.C. Starck bezieht Rohstoffe aus Bürgerkriegsgebiet

Ein zweiter Bericht der Vereinten Nationen bestätigt den Verdacht, dass die Bayer-Tochter H.C. Starck Rohstoffe aus dem kongolesischen Bürgerkriegsgebiet bezieht und damit den mörderischen Konflikt am Leben erhält. Nach Angaben der UN wird der Krieg in Zentralafrika wegen des Zugangs zu fünf strategischen Rohstoffen, darunter das in der Elektronik-Industrie verwendete Metall Tantal, geführt. H.C. Starck ist der weltweit größte Produzent von Tantal. Das International Rescue Committee schätzt, dass in Folge der Kriegshandlungen seit 1997 rund 2,5 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben.

Das Mineral Tantalit wird im Osten des Kongo abgebaut, der von der Rebellenarmee RCD kontrolliert wird. Die UN hatte bereits im Frühjahr in einem ersten Bericht ein Embargo gefordert, da sich alle Kriegsparteien mit dem Verkauf von Rohstoffen finanzieren. Nun haben die Vereinten Nationen einen Folgebericht („Addendum“) vorgelegt, der erneut auf die deutsche Mitverantwortung bei der Tantalit-Ausbeutung hinweist und ein Importstop fordert.

H.C.Starck hatte erst im Oktober zugegeben, Tantalit aus dem von Rebellen besetzten Teil des Kongo zu beziehen. Die Bayer-Tochter weigert sich jedoch, ihre Zulieferer zu nennen. Händler und Unternehmen im Osten des Kongo zahlen hohe Abgaben und Zölle an die RCD, die hiermit Soldaten rekrutiert und Waffen kauft. Philipp Mimkes, Sprecher der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „H.C. Starck macht im Kongo blutige Profite. Die Firma trägt Mit-Verantwortung für Umweltzerstörung und grauenhafte Kämpfe. Wir fordern Starck auf, den Tantal-Import aus Zentralafrika umgehend einzustellen.“

Werner Paczian, Sprecher von Rettet den Regenwald, warnt: „Mit den Menschen sterben auch die einzigartigen kongolesischen Urwälder, die von sämtlichen Kriegsparteien rücksichtslos geplündert werden. Als Nahrung dient den Milizen vor allem so genanntes bushmeat, darunter Gorillas, Elefanten und Schimpansen.“
Das Addendum der UN weist zudem darauf hin, dass große Mengen Tantalit aus dem Kongo nach Kasachstan geliefert werden und dort von staatlichen Atomfirmen verarbeitet werden. H.C. Starck kooperiert seit Anfang der 90er Jahre bei der Verarbeitung nicht-eisenhaltiger Metalle eng mit der kasachischen Atomindustrie, was in der Vergangenheit zu großen Umweltschäden führte.

UN-Report: www.un.org/Docs/sc/letters/2001/1072e.pdf

Rettet den Regenwald e.V.
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Aufspaltung Bayer

CBG Redaktion

6. Dezember 2001

Zur angekündigten Aufspaltung der Bayer AG:

Konzernkritiker fordern langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen

Kritiker der Bayer AG befürchten, dass die geplante Aufteilung des Konzerns in mehrere unabhängige Unternehmen Nachteile für die Belegschaft nach sich zieht. Der Aufsichtsrat der Bayer AG will nach seiner heutigen Sitzung Details der geplanten Aufspaltung bekannt geben.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Die Erfahrung bei der Zerschlagung der Hoechst AG zeigt, dass die angekündigten Rationalisierungsgewinne zu Lasten der Beschäftigten gehen - Tausenden Bayer-Mitarbeitern drohen Einkommensverluste oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Und erfahrungsgemäß wird durch die Atomisierung des Unternehmens die Arbeit von Betriebsräten und Gewerkschaften erschwert“. Mimkes kritisiert zudem, dass der Gesamtkonzern nicht mehr für Störfälle oder gefährliche Produkte haftet.

Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der CBG ergänzt: „Die Belegschaft zahlt die Zeche für die Fehler des Managements - gleichzeitig haben sich die Gehälter der Vorstandsmitglieder in den letzten Jahren mehr als verdoppelt.“ Nach dem Lipobay-Desaster im Sommer hatte der Vorstand allein im Bereich Pharma die Vernichtung von rund 4.000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Die CBG fordert eine dauerhafte Beschäftigungs- und Gehaltsgarantie für alle Angestellten des Unternehmens. Betriebsräte im Bayer-Werk Leverkusen rufen für kommenden Montag zu einer Protestdemonstration auf.