Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Beitrag veröffentlicht im Januar 2000

[Artikel] Permanent Peoples´ Tribunal 2011

CBG Redaktion

Greenpeace Magazin, 13. Dezember

Chemieriesen auf der Anklagebank

Die weltweit größten sechs Agrarchemie-Konzerne verletzen Menschenrechte. Das ergab jetzt ein Urteilsspruch des Permanent People’s Tribunal. Auch der Internationale Währungsfond, die Weltbank und die Welthandelsorganisation machten sich durch ihre Politik mitschuldig.

Monsanto, Syngenta, Bayer, Dow Chemical, DuPont und BASF verstoßen schwerwiegend, weitreichend und systematisch gegen Menschenrechte. Die Anklagepunkte betreffen die Verletzung von Gesundheit und Leben der Betroffenen, sowie die Missachtung der Rechte von Frauen, Kindern und indigenen Völkern.

Die 274 Seiten umfassende Anklageschrift wurde im Namen der Opfer aus Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika und Nordamerika durch das internationale Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) eingereicht. Es will den Opfern eine Stimme geben, die alleine machtlos gegen die Chemieriesen sind. Das Permanent People’s Tribunal verhandelte darüber an vier Tagen, bevor es seinen Urteilsspruch verkündete. Das internationale und unabhängige Tribunal ist mit 10 Richtern und 50 Experten aus aller Welt besetzt. Die Beschlüsse werden dem Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie nationalen und internationalen Institutionen vorgelegt.

Die Heimatländer der verurteilten multinationalen Konzerne sind neben Deutschland die Schweiz und die USA. Sie wurden von der Jury kritisiert, die Menschenrechte nicht zu fördern und zu schützen. Der Internationale Währungsfond und die Weltbank haben der Jury zufolge im Rahmen ihrer Vergabepraxis die Einhaltung der Menschenrechte nicht ausreichend berücksichtigt. Die Welthandelsorganisation wurde schuldig gesprochen, eine unausgewogene Politik zu betreiben, indem sie das Recht auf geistiges Eigentum der Konzerne stärker betone als den Schutz vor Langzeitgefahren, die die Unternehmen selbst verursachen.

Neues Deutschland, 14. Dezember

Giftmischer-Multis vor Gericht

Basso-Tribunal im indischen Bangalore prangert katastrophale Folgen des Pestizid-Einsatzes an

Im indischen Bangalore hat das »Permanente Tribunal der Völker« am 6. Dezember die Multis der Agrochemie verurteilt: Ihre Produktion von Umweltgiften gefährde die Gesundheit, die Biodiversität, das Wasser, die Luft, die Böden. Die Produktion von Pestiziden müsse sofort gestoppt werden.

Es ist eine schockierende Warnung, die der britische Imker Graham White im indischen Bangalore aussprach: Wenn wir es zulassen, dass die Weltmarktführer der Pestizidproduktion, nämlich Monsanto, Dow und DuPont aus den USA, Syngenta aus der Schweiz oder Bayer und BASF aus Deutschland wie bisher ihre Giftbrühe auf den Feldern versprühen, ist das große Bienensterben unvermeidlich.

Die etwa 300 Aktivisten aus dem »Pesticide Action Network International« werden von Whites Warnung nicht gänzlich überrascht gewesen sein. Sie wussten bereits, dass auch nützliche Insekten von den chemischen Keulen der Multis vernichtet werden. Die Blüten von Wildpflanzen, von Apfelbäumen und Tomatenstauden, von Bohnen und Mais werden nicht mehr bestäubt. Die Ernteerträge gehen zurück, die Nahrung wird knapp, die Hungerkrisen nehmen zu.

Der massive Pestizideinsatz reduziert die Biodiversität und verändert die Evolution des Lebens. Dass es nicht zum Besseren gereicht, ist ziemlich sicher. Auch die soziale Vielfalt auf dem Lande leidet. Die in Großplantagen mit viel Maschinerie betriebenen Monokulturen brauchen das in Jahrhunderten erworbene und von Generation zu Generation weitergegebene Wissen der Bauern nicht mehr. Über die Vielfalt der Agrikultur dominiert die Einfalt der Agromonokultur.

Die Folgen des Pestizideinsatzes in der Welt, für den zu 70 Prozent die sechs genannten transnationalen Konzerne verantwortlich sind, waren das Thema auf einem »Meinungstribunal« der Lelio Basso Stiftung aus Rom. Diese ist wegen der jahrzehntelangen Organisation des »Permanenten Tribunals der Völker« vom »Pestizid Action Network International« angerufen worden, weil Appelle an die Konzerne oder Demonstrationen gegen sie und die Einschaltung der Regierungen gegen den ungehemmten Pestizideinsatz auf dem Lande nicht viel gebracht haben.

Vorherrschend ist unter den politisch Verantwortlichen, in der Wissenschaft und in den Medien die Vorstellung, dass mit hohem Pestizid- und massivem Maschineneinsatz zusammen mit hohen Düngerzugaben die Ernteerträge gesteigert werden könnten, zumal wenn das gentechnisch modifizierte Saatgut, über das die Multis das Monopol besitzen, verwendet wird. Da haben es diejenigen schwer, die die Gefahren der industrialisierten Landwirtschaft für die Ernährung, für die Gesundheit der Landbevölkerung und der Konsumenten der Chemieprodukte oder für die Biodiversität schon erfahren haben und der inzwischen Jahrzehnte währenden Propaganda der »Grünen Revolution« auf dem Lande misstrauen.

Der Biologe Tyron Hayes von der Universität Berkeley beschrieb den politischen und sozialen Druck der Pestizidmultis, der auf diejenigen ausgeübt wird, die ihren schnellen Geschäften mit den Agrargiften im Wege stehen. Er schilderte dem Tribunal in Bangalore seine Forschungsergebnisse über die Wirkungen des Pestizids Atrazin von Syngenta. Dieses verhindert die Bildung des männlichen Hormons Testosteron. Männliche Frösche produzieren nur noch wenig Sperma und bilden stattdessen weibliche Geschlechtsmerkmale aus und werden unfruchtbar. Was Fröschen, anderen Amphibien und Vögeln passiert, kann auch Menschen geschehen. Für diese Warnung wurde Tyron Hayes in den USA gemobbt und fast hätte er seine Stellung an der Universität in Berkeley verloren. Sich mit den Multis anzulegen, ist gefährlich.

Es ist sogar lebensgefährlich für die Bauern dort, wo die Pestizide in den großen Monokulturen von Raps und Zuckerrüben, von Zuckerrohr und Palmen, von Mais und vor allem von Soja ausgebracht werden. Das musste Petrona Villasboa aus Paraguay erfahren. Ihr Sohn Silvino wurde, als er mit dem Fahrrad durch eine Soja-Plantage fuhr, mit Glyphosat von Monsanto, einem der giftigsten Pestizide, besprüht. Er starb an dem Gift wie sich vor Gericht herausstellte, obwohl im Krankenhaus Herzversagen als Ursache angegeben wurde. Obwohl die Verantwortlichen verurteilt wurden, haben sie die Strafe niemals antreten müssen. Mit Bitterkeit wurde dies von der Mutter von Silvino in Bangalore vermerkt.

Doch die Straflosigkeit der Verantwortlichen für Umweltverbrechen und Gesundheitsschäden ist ganz normal, wie auch aus Indien berichtet wurde. Das Insektizid Endosulfan, das von Bayer auf den Markt gebracht wird, ist verantwortlich für ein Desaster der öffentlichen Gesundheit, berichtete der für die Betreuung der Endosulfan-Opfer im indischen Bundesstaat Kerala Verantwortliche. Durch das Pestizid werden die Nervenzellen angegriffen, Hirnfunktionen werden lahmgelegt. Es beeinflusst die Fruchtbarkeit und es ist krebserregend. Trotzdem wird es auch in Indien auf dem Lande verwendet.

Aber selbst dort, wo Pestizide wie Endosulfan gar nicht ausgebracht werden können, leiden die Menschen unter den Langlebigen Organischen Schadstoffen (POPs). Einmal in den Naturkreisläufen bleiben die Pestizide darin und sie migrieren - von Meeresströmungen getragen bis in den hohen Norden des Planeten Erde, wo es eine Landwirtschaft gar nicht mehr gibt. Vor dem Tribunal bezeugte Vi Waghiyi, eine Yupik-Eskimo-Frau von der St. Lawrence Insel, in der Beringsee zwischen Alaska und der russischen Tschuktschen-Halbinsel gelegen, wie sehr auch ihre Nahrung, nämlich Fische und Robben bereits vergiftet sind, so dass sie sich nicht mehr auf ihre traditionelle Weise ernähren können und auf Lieferungen aus den USA angewiesen sind. Die sind teuer und passen nicht zu der jahrhundertealten Kultur der Eskimos.

Drei Tage nahmen die Sitzungen des Tribunals mit einer international zusammengesetzten Jury in Anspruch. Die fast 400-seitige Anklageschrift listet weltwirtschaftliche Zusammenhänge und die Folgen der Pestizide weltweit akribisch auf. Die Weltgesundheitsorganisation hat schon 2004 angegeben, dass fast 5 Millionen Menschen an Chemiegiften gestorben sind. Das Urteil der Jury verlangt ein sofortiges Ende der Pestizidproduktion der sechs angeklagten Multis.

Ob das Verbot befolgt wird, ist unsicher. Denn das Tribunal ist »nur« ein Meinungstribunal und kann, wie der Jury-Vorsitzende, der Inder Upendra Baxi hervorhob, nicht für die Vollstreckung eines Urteils garantieren, zumal die Regierungen der Länder mitverantwortlich sind, wo die Multis ihren Sitz haben. Die Regeln der globalen Agrarmärkte müssten geändert werden, damit nicht, so sagt es Vandana Shiva, Indien in Pestiziden ertrinkt. Das ist nicht nur dort so. Denn die Agrochemie-Multis sind nicht wählerisch. Die Regeln des Freihandels ermöglichen es, dass sie ihre tödlichen Cocktails überall dort verkaufen können, wo die notwendige Kaufkraft entsprechende Profite verspricht.

Doch nun können sich soziale Bewegungen, wenn sie ihren Kampf gegen Gentechnik und Pestizide und für Ernährungssouveränität fortsetzen, auf das Urteil und das vom Tribunal gesammelte belastende Material berufen.
Von Elmar Altvater, Bangalore Unser Autor ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft und nahm als Jury-Mitglied am Basso-Tribunal teil

Unterschriftensammlung

CBG Redaktion

Ich fordere, dass Carl Duisberg die Leverkusener Ehrenbürgerschaft entzogen wird. Auch sollen die nach Duisberg benannten Schulen und Straßen umbenannt werden.

[contact-form-7 id="13930" title="generisch kontakt"]

[Vita] Henry Mathews Preis

CBG Redaktion

Kurze Vita

Axel Köhler-Schnura, Dipl.Kfm., Düsseldorf, Jahrgang 1949, verheiratet, vier Kinder (eines gestorben); Studium der Betriebswirtschaftslehre, Soziologie, Informatik und verschiedener Sprachen; bis 1976 wirtschaftssoziologische Forschung im Rahmen der Deutschen Forschungsgesellschaft; danach in mehreren Unternehmen tätig, zuletzt in der Geschäftsleitung eines Großbetriebs der polygrafischen Industrie; seit 1988 mit ökologisch ausgerichteten Firmen selbstständiger Unternehmer; beteiligt an Gründung und Aufbau u.a. des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz, des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, des Pestizid-Aktionsnetzwerkes (PAN) und von UnternehmensGrün; ehrenamtlich aktiv im Vorstand der Edition Kunst gegen Konzerne, des alternativen Spar- und Rücklagefonds ProSolidar (www.ProSolidar.net) und des internationalen Netzwerkes der Coordination gegen BAYER-Gefahren (www.CBGnetwork.org); Gründungsstifter und ehrenamtlicher Vorstand von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie (www.ethecon.org); ehemals im Koordinierungskreis des Europäischen Sozialforums; regelmäßig publizistisch tätig; Träger mehrer Preise (Business Crime Control 1998/Zivilcourage 2000).
(zitiert u.a. nach „Who is Who“ Ausgabe Deutschland und Wikipedia)

[Laudatio] Henry Mathews Preis

CBG Redaktion

Henry Mathews Preis 2011

Laudatio für Axel Köhler-Schnura am 24.09. 2011 in Köln

Von Dorothea Kerschgens, Dachverband der Kritischen Aktionäre

Heute bist Du dran, Axel und erhältst den Henry Mathews Preis.

Axel, Du bist Urgestein bei den Kritischen Aktionären und bei der Coordination gegen Bayer Gefahren. Ich wäre ja gerne Mäuschen gewesen bei den damaligen Gesprächen in der Vorbereitung zu den Kritischen Aktionären vor mehr als 25 Jahren.

Du bist Gründungsmitglied der CBG und bis heute Vorstandsmitglied. Die CBG entwickelte sich seit 1978 aus einer deutschen Bürgerinitiative und vernetzte sich zunächst deutschlandweit, seit Anfang der 1980er Jahre auch international.

Bereits seit 1982 war und ist die CBG auf den jährlichen Aktionärsversammlungen der Bayer AG vertreten. Einmal hast Du für den Aufsichtsrat kandidiert, als sich ein Mitglied dieses Gremiums entschuldigte.

Eine beeindruckende Anzahl von Aktionen hat Eure konzernkritische Arbeit begleitet. Zum Beispiel im Jahr 2000, als Ihr auf dem jährlich stattfindenden Gedenktag „Day of no Pesticides“ an die Bhopalopfer des Giftgasunfalls in Indien 1984 erinnertet und mit Giftspritzen, Kreuzen und Transparenten vor Bayer aufgetreten seid.

Wenn Bayer jetzt Pestizide der von der WHO gelisteten höchsten Gefahrenklasse vom Markt nehmen will, ist das Euer Verdienst. Auch wenn dies aus Eurer Sicht zu spät kommt.

Die Aufdeckung der Zusammenarbeit der Uni Köln mit Bayer geht sicher zum Teil auch auf Euer Konto.

Neben den Hauptversammlungs-Auftritten und Aktionen begleitet Ihr Bayer mit kritischen Analysen. Daneben unterstützt Ihr weltweit Bürgerinitiativen, wenn sie in Euer Aufgabenfeld gehören.

Damit genug von dieser Seite. Du bist auch Wegbegleiter von Henry gewesen, hast ihn gut gekannt und für ihn und uns eine wunderbare Rede bei seiner Trauerfeier vor fünf Jahren gehalten.

Im privaten Umgang erlebe ich dich immer wieder als sehr freundlichen, zugewandten Menschen. Aber in der Kritik mit Konzernen bist du scharf wie eine rote Peperoni. Aus Deinen Reden bei den Bayer Hauptversammlungen lese ich immer wieder Deine tiefe Sorge um Gegenwart und Zukunft, was ökologische und soziale Fragen angeht. Dir sind Gerechtigkeit und Frieden wichtige Ziele. Du lieferst detaillierte Kenntnisse zu dem Konzern, den du schon lange begleitest und schmiedest sie zu einem scharfen Schwert, das du wortreich schwingst.

Dazu stellst du immer wieder auch die Systemfrage, was Kapitalismus, Profitgier anrichten für Mitarbeiter des Konzerns, Verbraucher und sonstige Stakeholder. Du gehst aber auch nicht schonend um mit Deinen Weggefährten, uns den anderen Kritischen Aktionären. Dies zeigt auch Dein Beitrag in der Festschrift. Da könnten wir schon in eine heftige Auseinandersetzung geraten, die ich heute aber nicht führen will.

Menschen wie Dich braucht die Welt, brauchen wir, die wir an gemeinsamen Zielen arbeiten. Ich sage oft, wir brauchen uns gegenseitig. Um uns Mut zu machen, uns zu bestätigen, wenn wir über die Situation verzweifeln und nach neuen Wegen suchen, um wenigstens Teilziele jetzt und hier zu erreichen.

Axel danke für Deine Ausdauer, Deinen Mut und Deine Beharrlichkeit.

[TDI Dormagen] Kritik an geplanter TDI-Anlage in Dormagen

CBG Redaktion

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hat eine Einwendung gegen die geplante TDI-Anlage in Dormagen veröffentlicht und die Kritik im 2-tägigen Erörterungstermin erläutert. Auch der BUND lehnt eine Genehmigung ab.

Kernpunkt der Kritik sind die Risiken giftiger Chemikalien, die in großen Mengen eingesetzt werden sollen. Als Vorprodukt sollen allein 360.000 Tonnen Phosgen zum Einsatz kommen - die Substanz wurde im 1. Weltkrieg als Kampfgas verwendet.

CBG reicht 6-seitige Stellungnahme ein

Presseberichte und weitere Infos:
=> Dez 2014 Eröffnung TDI-Anlage: Umweltverbände bekräftigen Kritik
=> Juli 2014 VDI Nachrichten berichten über Kritik an TDI-Anlage
=> November 2013 TDI: aggressives Lobbying in China
=> Jan 2013: Genehmigung erteilt / Einwendungen führen zu Auflagen
=> November 2012 China: Bayer und Dow zahlen Strafen wegen Dumping für TDI
=> Juni 2012 Staatliche Förderung durch KfW-Bank: BUND und CBG reichen EU-Beschwerde ein
=> Feb 2012 Bezirksregierung erteilt Vorgenehmigung für TDI-Anlage: „Bedenken nicht ausgeräumt!“
=> Feb. 2012 BAYER Dormagen: Coordination veröffentlicht Mengenangaben gehandhabter Chemikalien
=> Jan. 2012: Betonhülle zum Schutz vor Giftgas gefordert
=> Schaufenster Dormagen, 11. Oktober: TDI-Anlage: Bayer-Gegner fordern besseren Schutz und ein Leserbrief
=> Bericht vom Erörterungstermin
=> Rheinische Post, 6. Oktober: Bericht zum Erörterungstermin
=> Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 26. Juli: 60 Einwände gegen TDI-Anlage
=> WZ und NRZ, 12. Juli: Kritik an TDI-Anlage aus Monheim
=> Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 7. Juli: TDI-Anlage von Bayer: Kritiker rufen zu Protest per Brief auf
=> Rheinische Post, 28. Juni: Kritik an geplanter TDI-Anlage in Dormagen
=> „Tschernobyl an der Elbe“: SPIEGEL-Artikel zur Verwendung von Phosgen in der Kunststoff-Produktion

weitere Einwendungen:
=> Stellungnahme des BUND NRW
=> Einwendung der Monheimer Grünen
=> Einwendung der Stadt Monheim
=> Einwendung der Dormagener Grünen

Mehr als 12.000 Unterschriften gesammelt: http://www.regenwald.org/mailalert/686/bayer-bringt-hochgiftiges-phosgen-gas-nach-brunsbuttel

Die Umweltverträglichkeits-Untersuchung des TÜV Süd (191 Seiten)

Alle Infos zur Phosgen-Kampagne

[DJB] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Rede von Ingeborg Heinze, Deutscher Juristinnenbund e.V.

Frage 1
Welchen Grund gibt es , dass Ihr Ziel für die angemessene Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat bei nur 20% liegt und damit weit unter der vom djb geforderten 40 % Quote ?

Selbst von europäischer Ebene kommt die Forderung von 30 % bis 2015 und 40 % bis 2020. Sollten Sie da Ihre Ziele nicht etwas ehrgeiziger stecken, damit Sie auch in Bezug auf Frauen mit Ihrem Slogan „Bayer – operativ auf Kurs“ werben können ?

Was sind Ihre Kriterien für die Angemessenheit ?

Welche Eignungskriterien hat der Nominierungsausschuss für die Aufsichtsratsposition ?

Welche Überlegungen liegen den zeitliche Vorgaben zugrunde ?

Wie wollen Sie bei dieser Zeitvorgabe eine angemessene Beteiligung von Frauen in absehbarer Zeit erreichen, d.h. gibt es Zwischenschritte ?

Welche Maßnahmen haben Sie konkret ergriffen, um ihr Ziel zu erreichen ?

Frage 2
Der Corporate Governance Kodex sieht auch Diversity bei der Besetzung des Vorstands und bei der Besetzung von Führungspositionen vor. Das bedeutet, es soll insbesondere auch eine angemessene Berücksichtigung von Frauen angestrebt werden.

Sie haben eine uneingeschränkte Entsprechenserklärung abgegeben. Wie werden Sie diese Empfehlung umsetzen ?

Welche quantitativen Vorgaben haben Sie für Vorstand gewählt – bisher findet sich noch keine Frau im Vorstand. Für weitere Führungspositionen haben Sie die Zielgröße von 30 % konzernweit bis 2015 gewählt. Das begrüßen wir sehr und werden die Entwicklung beobachten.

Aus welchem Grund halten Sie nicht zumindest eine Beteiligung von 40 % für beide Geschlechter im Vorstand und weiteren Führungspositionen für angemessen?

Frage 3
Ist die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen ein Bestandteil der Zielvereinbarung für die Vorstandsvergütung im Rahmen der Bonuszahlung?

Frage 4
Wie haben sie sichergestellt, dass in den Besetzungsgremien auch Frauen vertreten sind? Werden Besetzungsentscheidungen für die Ebenen unterhalb des Vorstandes transparent gemacht? Wie geschieht dies ?

Frage 5
Wie hoch war der Frauenanteil auf den einzelnen Führungsebenen unter dem Vorstand in Deutschland 2010?

Ich finde in Ihrem Lagebericht Zahlen zu Frauen im Konzernführungskreis, außertariflich Beschäftigte und Fachkräfte. Sind das Ihre Führungsebenen oder wie viel Führungsebenen haben Sie ? Gibt es messbare Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ?

Frage 6
Haben Sie im letzten Jahr neue Frauenförderprogramme eingeführt oder bestehende ausgeweitet ? Gibt es spezielle Frauenförderprogramme für weibliche Führungskräfte ?

Frage 7
Haben Sie flankierende Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie/Privatleben und Beruf gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet/verändert ? Wenn ja, wie ?
Wie viele Frauen und wie viel Männer in Führungspositionen haben 2010 Elternzeit genommen ? Wie viele Monate durchschnittlich? Ist eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr festzustellen ?

Frage 8
Wie hoch ist die Entgeltdifferenz zwischen Männern und Frauen in Ihrem Unternehmen ? Haben Sie in Ihrem Unternehmen bereits einmal ein Entgeltscreening, d.h. eine Untersuchung zur Entgeltdifferenz durchgeführt ?

Unterschriftensammlung

CBG Redaktion

Westliche Unternehmen müssen in Thailand die selben Umwelt- und Sicherheits-Standards anlegen wie in Europa

[contact-form-7 id="13930" title="generisch kontakt"]

[NYT] New York Times

CBG Redaktion

December 19, 2009 NY Times

In Industrial Thailand, Health and Business Concerns Collide

By THOMAS FULLER

MAP TA PHUT, Thailand — Villagers here avoid walking in the rain because they say it burns their skin and causes their hair to fall out. They have trouble breathing at night when, they say, factories release toxic fumes. And they are terrified by what studies show are unusually high cancer rates.
Map Ta Phut is the heart of Thailand’s industrial underbelly, an area rarely seen by the millions of tourists who visit the country every year. Jutting out into the Gulf of Thailand, the industrial zone is on the scale of a midsize city — only instead of office buildings and apartments, there are block after block of tangled tubes of steel, vats of chemicals and towering, fire-breathing gas flares.
Two years ago, a group of residents decided to take their health grievances to the courts, a relatively rare move in Thailand, where street demonstrations are the preferred form of civil action. The lawsuit, filed by 27 villagers, has become a landmark in Thailand’s environmental movement, leading to a cascade of decisions that halted $9 billion worth of industrial projects, including at Japanese steel factories and German-owned chemical plants.
The judgments stunned foreign investors, infuriated powerful Thai companies and jolted an already shaky Thai government. The Thai Chamber of Commerce has warned that if the injunction against dozens of projects is not lifted soon, the Thai economy could suffer for the next decade.
But from the perspective of Srisuwan Janya, the lawyer who won the case, the injunction signaled a new dawn in the country’s development and the end of an era in which Thailand’s paramount objective was bolstering gross domestic product.
“From now on, industries will not only care about making money,” said Mr. Srisuwan, who comes from a family of rice farmers. “They have to care about the environment and the well-being of the people in the community.”
Even among critics of the court decisions, there is widespread agreement that Map Ta Phut is heavily polluted and unhealthy for those who live nearby. But environmental experts remain skeptical that the court decisions will fix the problem.
The injunction stopped new projects, but older, heavily polluting plants were allowed to carry on. The rulings require the government to write a new set of environmental laws. But what Thailand needs, experts say, is not new laws but better enforcement of existing ones.
“In rural areas, there is almost no enforcement at all,” said Anthony Zola, an American environmental consultant. “Water pollution, air pollution, noise pollution — you can make all the complaints you want, and no one pays any attention to you.”
Reports detailing how unhealthy this area is for those who live and work in the shadow of the refineries, plastics factories and other petrochemical facilities here have stacked up over the years.
Thailand’s National Cancer Institute found in 2003 that rates of cervical, bladder, breast, liver, nasal, stomach, throat and blood cancers were highest in Rayong Province, where Map Ta Phut and other industrial zones are located. A study led by Italian researchers and released in 2007 found that people living near Map Ta Phut had 65 percent higher levels of genetic damage to blood cells than people in the same province who lived in rural areas. Such cell damage, which is a possible precursor to cancer, was 120 percent higher for refinery workers than for residents of Rayong Province’s rural communities.
Marco Peluso, the lead author of the study, said it would be rare to see these levels of genetic damage in the West.
The main problem appears to be air pollution. The Thai pollution control department reported in September that it had found nine types of carcinogenic compounds in the air around Map Ta Phut.
In March, an initial court decision from the lawsuit by the 27 villagers declared Map Ta Phut a “pollution control zone,” obliging the authorities to measure soil and water quality regularly and to come up with a plan to reduce pollution if it is too high.
But the real sting for companies came in September, when another court ruled in a related lawsuit that 76 projects, most of them under construction, should immediately stop work because they were not in compliance with environmental provisions in the country’s new Constitution. The decision was upheld by a higher court early this month for all but 11 of the projects.
Among the companies affected are Bayer, the German pharmaceutical giant; Aditya Birla Chemicals, an Indian conglomerate; BlueScope Steel of Australia; and two dozen companies belonging to P.T.T., the Thai energy giant.
Lawyers for the companies say the most galling aspect of the injunction is that they could not possibly comply with the law because detailed regulations have yet to be written, a problem that the government acknowledges.
The generals who carried out Thailand’s 2006 military coup promulgated a new Constitution that strengthened environmental law, requiring detailed studies before the approval of any project that causes “serious impact” to the environment or people’s health.
But “serious” was never defined, and specific guidelines for companies were never drawn up, partly because government officials had been distracted by Thailand’s continuing political turmoil.
“Right now, companies don’t know which way to turn,” said Sivapong Viriyabusaya, a partner in Bangkok at the law firm Baker & McKenzie, which is representing companies affected by the injunction. “They want to comply, but they cannot because there are no rules.”
Mr. Srisuwan, the lawyer who won the injunction, is unapologetic about the potential economic effects of the decision. “I don’t care about investors,” he said. “I don’t care about losing employment and the economy. I just care that people’s lives will be protected.”
The frustration is echoed by Noi Jaitang, a 70-year-old fruit farmer. Over the past two decades, Mr. Noi says, he has lost six members of his family to cancer. Now his wife has a cancerous tumor below her left eye. In October, Mr. Noi walked barefoot to Bangkok — about 125 miles away — to protest the pollution, which he blames for the deaths.
“It’s not that I want to burn the factories down,” he said. “We just want to be able to live together.”
The government says it is moving as quickly as it can to pass the requisite laws that will allow the injunction to be lifted. But Mr. Srisuwan calls this lawsuit only the “tip of the iceberg.”
There are 181 other factories in Thailand that are not complying with the new Constitution, including paper, steel and petroleum companies, he says. “I will file lawsuits against all of them,” Mr. Srisuwan said.
Nice Pojanamesbaanstit contributed reporting from Bangkok and Map Ta Phut.

Thailand

CBG Redaktion

05. Januar 2010, junge Welt

Symbol eines Wandels

Im thailändischen Map Ta Phut sind zahlreiche Industrieprojekte gestoppt worden. Einhaltung von Umweltschutzvorgaben nun Pflicht

Umweltschutz bekommt auch in Schwellenländern ein deutlich höheres Gewicht. So feiern Aktivisten in Thailand derzeit einen wichtigen juristischen Sieg. Ende Dezember hatte der Oberste Gerichtshof 76 Bauvorhaben im Industrieprojekt Map Ta Phut vorläufig gestoppt; rund ein Viertel davon hat nur geringe Chancen, durch Nachbesserungen eine Revision des Entscheids zu erreichen. Dies hat der zuständige Minister Charnchai Chairungruang nach Angaben der Tageszeitung Bangkok Post vom Wochenende mitgeteilt.

Map Ta Phut ist ein Areal in der Provinz Rayong an der Ostküste Thailands, das bereits 1988 zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region eingerichtet worden ist. Unter dem Dach einer autonomen, semistaatlichen Verwaltung sind insgesamt vier große Einzelanlagen zu einem Gesamtkomplex zusammengewachsen, dessen Ausdehnung sich mit den Jahren von 1200 auf 3200 Hektar erweitert hat. Das Industriegebiet ist vorrangig für Betriebe der Chemie- und Petrochemie inklusive Raffinerien sowie der Metallurgie konzipiert.

Bürgerproteste
Die Anlagen des Wirtschaftskomplexes reichen teilweise bis unmittelbar an Wohngebiete heran. Dies hatte immer wieder zu Problemen und Konflikten geführt. So gab es zwischen 2000 und 2003 massive Proteste wegen der Geruchsbelästung durch einige Anlagen, über die sich Bewohner in der Nachbarschaft zuvor beklagt hatten. Im Jahr 2005 eskalierten dann die Auseinandersetzungen um lokale Wasserreserven rings um das Projekt. Industrie und Siedlungsbewohner bestanden gleichermaßen auf ihrem Recht zur Versorgung mit dem kostbaren Naß. Das erwies sich auch in den folgenden Jahren als dauerhafter Streitpunkt, allerdings in erster Linie wegen der Verschmutzung durch industrielle Einleitungen. Das Trinkwasser für die Bevölkerung um das Industriegebiet war kaum mehr als solches zu nutzen; Erkrankungen bei den Anwohnern wurden auf die Verschmutzung zurückgeführt.

2007 hatten Politiker und Behörden dann reagiert und ein Sonderkomitee eingesetzt. Das erarbeitete einen Maßnahmeplan, wonach bis 2011 die Emissionen verringert, die Unbedenklichkeit des Trinkwassers wiederhergestellt und die Gesundheitsfürsorge für die Anwohner von Map Ta Phut verbessert werden sollte. Außerdem wurden den Bürgern eine bessere Einbindung in die Kontrolle und eine stärkere Überwachung bei neuen Projekten versprochen.

Das aktuelle Gerichtsurteil zeigte auf, daß es immer noch erhebliche Probleme bei der Umsetzung dieses Programms gibt. Die gestoppten Projekte genügen demnach nicht den 2007 gesetzten Standards. Unter anderem hatte der halbstaatliche Ölkonzern PTT als eines der betroffenen Unternehmen erst dank Nachbesserungen an einem seiner Projekte die Genehmigung für den Weiterbau erhalten. Ähnlich steht es mit dem Vorhaben des Stahlkonzerns Siam Yamato Steel Corporation. Ein Betrieb für Plastikverarbeitung und ein Heizkraftwerk gehören zu den vier Projekten, die von den jeweiligen Firmen aufgrund des Richterspruchs gänzlich eingestellt werden sollen.

Das Urteil hat Signalwirkung für das ganze Land, was der Industrielobby und den Politikern ebenso bewußt ist. Umweltschützer indes feiern ihren Erfolg. Srisuwan Janya, Vorsitzender der Stop Global Warming Assocation, kündigte an, daß weitere 181 Projekte in verschiedenen Regionen Thailands nun eine Galgenfrist von einem Monat hätten, sich den knapp drei Jahre alten Richtlinien zu unterwerfen. Andernfalls könnten auch sie auf juristischem Weg gestoppt werden.

Gegen Panikmache
Janya und seine Mitstreiter treten medialer Panikmache hinsichtlich des Urteils und seiner Folgen offensiv entgegen. Politiker und Wirtschaftsvertreter hatten von einer massiven Verunsicherung besonders ausländischer Investoren gesprochen. Für Srisuwan Janya ist der Ausweg ganz einfach: Firmen müßten sich in der Planung von Beginn an die bestehenden Vorgaben zum Schutz von Umwelt und der Anwohner halten. Wer die Bevölkerung zudem frühzeitig einbeziehe und Transparenz walten lasse, laufe auch nicht Gefahr, an einer breiten Widerstandsfront zu scheitern. Map Ta Phut wird in diesem Sinne von vielen als Symbol einer Kehrtwende in Thailand betrachtet. Hier hatte in den vergangenen Jahrzehnten das Wirtschaftswachstum absolute Priorität, sehr oft auf Kosten von Mensch und Natur.

Zunächst für Map Ta Phut, prinzipiell aber auch für andere Konfliktzonen, soll jetzt zudem ein 13köpfiges Beratergremium gebildet werden. Somkhid Lertphaithoon, Juradozent an der renommierten Bangkoker Thammasat-Universität, hatte es vorgeschlagen: Er ist eines von vier Mitgliedern eines Komitees, das die Probleme in der Provinz Rayong überwinden will. Dem Gremium sollen ausdrücklich auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen angehören – ebenfalls ein Novum mit Vorbildwirkung. Von Thomas Berger, Bangkok

[PETA] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Rede von Christine Esch, PETA, zu Tierversuchen

Guten Tag, meine Damen und Herren, werte Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates.

Mein Name ist Christine Esch, ich bin Tierärztin und Kampagnenleiterin im Bereich Tierversuche bei PETA Deutschland e.V. PETA Deutschland ist eine Schwesterorganisation von PETA USA, der mit über zwei Millionen Unterstützern weltweit größten Tierrechtsorganisation. Ich möchte zum Thema Tierversuche sprechen. Herr Dekkers hat ja heute Mittag schon Stellung zu unseren Gegenanträgen genommen, darauf werde ich ebenfalls kurz eingehen.

PETA USA hat im letzten Jahr eine Undercover-Recherche in einem Auftragslabor für Tierversuche in den USA durchgeführt. Während des Zeitraumes der Ermittlung wurde in dem Labor unter anderem eine dreimonatige Studie an Hunden durchgeführt, deren Auftraggeber BAYER war. Der Zeitraum, in dem diese Studie stattfand, war November 2009 – Januar 2010. Die PETA-Recherche war im Sommer 2010 beendet, im September 2010 wurden die Ergebnisse veröffentlicht, also über ein halbes Jahr, nachdem die BAYER-Studie abgeschlossen war. Es ist deshalb sehr nett, dass Herr Dekkers sagt, man habe sofort nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe die Zusammenarbeit mit dem Labor abgebrochen, entspricht aber nicht ganz den tatsächlichen Verhältnissen, denn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war die von BAYER beauftragte Studie bereits beendet.

Die Bayer-Grundsätze zu Tierschutz und Tierversuchen besagen explizit, dass Tiere, die von dem Unternehmen für Experimente verwendet werden, unter Einhaltung von „allen nationalen, zwischenstaatlichen und lokalen Gesetzen und Bestimmungen“ „unter fachgemäßen Bedingungen“ gehalten und „respektvoll“ behandelt werden. Die Grundsätze bestätigen weiterhin: „Es wird nur ausgebildetes und qualifiziertes Personal zur Pflege und Behandlung der
Versuchstiere eingesetzt.“ In dem Absatz zu externen Laboren legen die Bayer-
Grundsätze zu Tierschutz und Tierversuchen fest: „Mit Tierversuchen, die wir
nicht selbst durchführen, beauftragen wir nur solche externen Vertragslabors, deren Arbeit mit unseren Grundsätzen in Einklang steht.“

Dennoch zeigt das Dokumentations- und Videomaterial von der PETA-Recherche in dem betreffenden amerikanischen Labor eindeutige Verstöße gegen die Grundsätze von Bayer, ich kann jedem nur empfehlen, sich auf www.peta.de/plrs selbst ein Bild von der Situation der Tiere in diesem Labor zu machen. Es konnte unter anderem dokumentiert werden, dass:

- kranken und verletzten Tieren regelmäßig tierärztliche Versorgung
verweigert wurde
- einem unzureichend anästhetisierten Hund von einem ungelernten Mitarbeiter mit einer Zange ein Zahn gezogen wurde, woraufhin der Hund heftig strampelte
- Katzen regelmäßig brutal in Käfige geworfen und geschleudert wurden
- Katzen und Hunde mit Hochdruckreinigern abgespritzt wurden, die unter anderem Bleichmittel enthielten
- Mitarbeiter die Tiere obszön beschimpften und anschrien
- Mitarbeiter die Tiere umherzerrten, schmissen und traten
- ein Angestellter mehrmals versuchte, die Krallen einer Katze herauszureißen, indem er die Katze gegen einen Gitterzaun drückte, so dass die Katze sich an die Abzäunung krallte, und er die Katze dann von der Abzäunung riss
- die Räume, in denen die Tiere untergebracht waren, verdreckt und ohrenbetäubend laut waren.

Ein erster Ermittlungsbericht, der vom US-Landwirtschaftsministerium erstellt wurde – das ist die zuständige Behörde für die Einhaltung von Mindesttierschutzstandards in den USA – bestätigt ernsthafte Gesundheitsprobleme bei den Tieren und unterdurchschnittlich schlechte Haltungsbedingungen in dem betreffenden Labor; eine umfassende Untersuchung läuft zur Zeit noch, das Labor hat mittlerweile geschlossen.

Ich möchte Sie dazu fragen:

Warum hat BAYER nicht dafür gesorgt, dass keines dieser Tiere unter mangelnder tierärztlicher Versorgung, schlechter Haltung oder sogar ausgesprochener Misshandlung leidet?

Warum hat BAYER die konzerneigenen Richtlinien und Selbstverpflichtungen nicht umgesetzt und eingehalten?

Warum wurde nicht dafür Sorge getragen, dass zumindest die gesetzlich vorgeschriebenen Mindesttierschutzstandards eingehalten wurden?

Und um auf Ihre Stellungnahme von vorhin einzugehen, Herr Dekkers: Wenn Sie – wie Sie sagen – Ihre Vertragslabore kontrollieren, wie kann es dann sein, dass Sie keine Informationen über die Zustände bei PLRS hatten? Ich möchte Sie erneut ermuntern, sich die Recherchevideos auf www.peta.de/plrs anzuschauen, dass man wirklich kein Experte sein muss, um den Tiermissbrauch und die Missstände im PLRS-Labor zu erkennen.

Und um den Bogen schließlich noch weiter zu spannen:

Wann wird BAYER endlich eine globale Selbstverpflichtung aussprechen, die
Verwendung veralteter Tierversuche zumindest für die Fälle, wo validierte tierfreie Alternativen bereits vorhanden sind, gänzlich auslaufen zu lassen?

Dutzende moderne tierfreie Testmethoden wurden von zuständigen Behörden in den USA, der Europäischen Union, Japan, Kanada und andernorts auf der Welt validiert.
Diese Methoden werden als vollständiger Ersatz für traditionelle, tier-basierte
Toxizitätstests anerkannt. Sie sind im Allgemeinen schneller, sensitiver, sicherer für den Verbraucher und günstiger als die traditionellen Tierversuche. In den EU-Ländern, in denen Bayer tätig ist, sind Unternehmen vom Gesetz her verpflichtet, diese Alternativ-Testmethoden anstelle von Tierversuchen zu
verwenden.

In den traditionellen Tierversuchen, von denen Bayer außerhalb der EU noch immer Gebrauch macht, werden Ratten, Meerschweinchen und Kaninchen rasiert, fixiert und reizende Chemikalien werden auf ihre nackte Haut aufgetragen.

Bei einem anderen Versuch werden Kaninchen in speziellen Vorrichtungen fixiert und ihnen werden Chemikalien injiziert. Sie können Auswirkungen von Fieber über Atembeschwerden bis zu Kreislauf- und Organversagen – und sogar einen tödlichen Schock – erleiden.

Bei Bayers oralen Toxizitätstests werden Hunde, Mäuse und Ratten dazu gezwungen,
gewaltige Mengen einer Testchemikalie zu schlucken. Die Tiere können akute
Bauchschmerzen, Durchfall, Krämpfe, Anfälle, Lähmungen und Blutungen aus Nase, Mund und Genitalien durchleiden, bevor sie letztendlich sterben.

Akkurate, humane, tierfreie Methoden stehen zur Verfügung, um diese Tests zu
ersetzen. Die globale Einführung von tierfreien Testmethoden, die wissenschaftlich validiert wurden und als für die menschliche Gesundheit relevant erachtet werden, in allen Bayer-Anlagen und Vertragslaboren würde dem Unternehmen dabei helfen, die Verwendung von Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen und anderen Tieren in schmerzhaften, veralteten Versuchen zu reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit von Bayer-Produkten zu gewährleisten.

Ich frage Sie:

Wann wird BAYER endlich ausreichende Schritte unternehmen, den gewaltigen
Einsatz von Tieren in schmerzvollen und antiquierten Versuchen durch das
Unternehmen zu stoppen? Damit würden auch die Medikamente aus dem Hause BAYER möglicherweise endlich sicher, denn wir kennen ja – und haben heute verschiedene aufrüttelnde Beiträge dazu gehört – leider sehr viele Beispiele von Medikamenten, die aufgrund von Tierversuchen zugelassen wurden, beim Menschen aber schreckliche Nebenwirkungen verursachen.

Meine letzte Frage also an Sie:

Sperren Ihre Kinder ihre Kaninchen und Meerschweinchen eigentlich weg, wenn Sie nach Hause kommen, Herr Dekkers?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

[Philipp Mimkes] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Rede Philipp Mimkes, Bayer HV 2011 (z.T. Stichpunkte)

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

mein Name ist Philipp Mimkes, ich bin von Beruf Physiker, und ich spreche zu den Gegenanträgen der Coordination gegen BAYER-Gefahren;

Ich beginne mit einem Thema, das viele von uns bewegt:

Atomkraft
Ich möchte daran erinnern: der BAYER-Konzern war schon in 50er Jahren eine der treibenden Kräften bei der Einführung der Kernenergie in Deutschland.
U.a. war BAYER im Präsidium des Deutschen Atomforums vertreten. Plan des Atomforums: bis zu 500 Reaktoren in Deutschland => dies blieb uns zum Glück erspart

· Dieser Tradition blieb Werner Wenning treu: im August unterzeichnete Wenning den Aufruf an Bundesregierung für längere Laufzeiten.
· Vor allem aufgrund des Drucks der Industrie wurden die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke drastisch verlängert.

Wir alle wissen: Laufzeitverlängerung war Fehler
BAYER trägt hierfür Mitverantwortung => auch deswegen lehnen wir die Entlastung des Vorstands ab

Liebe Aktionäre,
Fukushima zeigt: das Undenkbare ist (leider) möglich
Wir haben es häufig an dieser Stelle betont: auch hierzulande kann es Katastrophen geben: Erdbeben, Flugzeugabstürze oder Anschläge.

ð Daher fordern wir: Bayer muss aus der Phosgen-Chemie aussteigen.
ð Das Risiko, jährlich hunderttausende Tonnen eines Giftgases zu produzieren, ist schlichtweg zu hoch.
ð zur Erinnerung: Phosgen war im 1. Weltkrieg Kampfgas;
ð Insbesondere darf BAYER bei der geplanten Erweiterung der Produktion von MDI und TDI in Dormagen bzw. Brunsbüttel nicht auf Phosgen-Technik setzen

Zu jedem Zeitpunkt der Produktion befinden sich Dutzende Tonnen Phosgen in der Anlage

In der Kunststoff-Produktion bei Bayer gab es mehrfach schwere Explosionen, zuletzt 2x in Baytown/Texas

Der TÜV Rheinland kam in einem worst case Szenario zu dem Ergebnis: Falls derartige Explosion zu Austritt des gesamten Phosgens in einer Anlage führt => das Leben Tausender Anwohner und Mitarbeiter in Gefahr

Herr Dekkers: Sie sind Chemiker. Sie wissen: Kunststoffe lassen sich ohne Phosgen produzieren.

Konkurrent SABIC macht es vor: Polycarbonate werden mit phosgenfreien Verfahren hergestellt.
Das kann und muss Bayer auch hinkriegen!

Fukushima zeigt: wir müssen Risiken minimieren, wo es möglich ist
ð Polycarbonat ó phosgenfreie Herstellung schon jetzt möglich
ð Dies gilt natürlich auch für die Kohlenmonoxid-Pipeline (diese ist überflüssig – Steam Reformer lässt sich auch in Krefeld bauen)
ð Gilt auch für Polyurethan: Umstellung schwieriger, aber im Labormaßstab bereits möglich

Anfang März hat BAYER angekündigt, in Dormagen ein Polyurethan-Forschungslabor zu bauen.

Wir fordern Sie auf, alle Anstrengungen darauf zu konzentrieren, eine phosgenfreie Produktion von Kunststoffen zur Serienreife zu bringen.
Vorher sollten keine neuen Anlagen gebaut werden

Produktion Institute / West Virginia

Institute ist das einzige Werk in USA, in dem neben Phosgen auch große Mengen des Bhopal-Gas MIC gelagert werden
ð worst case Szenario der Behörden: im Falle eines GAUs in einem Umkreis von mehreren Kilometern tödliche Vergiftungen
unsere langjährige Forderung: in Institute auf Phosgen- und MIC-freie Verfahren umstellen.

Herr Dekkers,
Ihr Vorgänger, Herr Wenning, hat mir an dieser Stelle mehrfach entgegnet: die Produktion in Institute ist vollkommen sicher; die Verwendung von MIC und Phosgen problemlos.
Vor zwei Jahren: schwerer Störfall im Werk mit Todesopfern.

US-Aufsichtsbehörde Chemical Safety Board (CSB) hat im Januar den Untersuchungsbericht veröffentlicht:
ð demnach führten gravierende Sicherheitsmängel zu der Explosion.
ð Dr. Moure-Eraso, Vorsitzender der CSB: „Ein Austritt signifikanter Mengen MIC hätte tödliche Folgen haben können. Diese Sorge wurde von den Anwohnern legitimer Weise seit Jahrzehnten geäußert.“ Und weiter: „Der Tod der Arbeiter ist umso tragischer, als er hätte vermieden werden können.“

so falsch kann unsere Forderung also nicht gewesen sein, wenn sich nun auch US Kongress und das Chemical Safety Board unserer Bewertung anschließen.

vor einem Monat hat BAYER eine Kehrtwende bekannt gegeben: die Produktion von MIC und Phosgen in Institute wird beendet.
ð Herr Dekkers: ich beglückwünsche Sie zu dieser richtigen Entscheidung
ð Zugleich fordere ich Sie auf, den rund 200 betroffenen Mitarbeitern Ersatz-Arbeitsplätze anzubieten

Bayer ist hochprofitabel => die Arbeiter dürfen nicht die Fehler des Managements ausbaden!

Werk Krefeld

In Krefeld halten Sie an Ihren Plänen fest, ein gigantisches Kohlekraftwerk zu bauen.

Ethik-Kommission „Sichere Energieversorgung“ hingegen kommt zu dem Ergebnis: Gas ist der einzige fossile Energieträger, der als Übergangstechnologie in das regenerative Zeitalter taugt: Verhältnismäßig geringer CO2-Ausstoß + weniger Schadstoffe als andere fossile Energieträger

Hingegen: das in Krefeld geplante Kohlekraftwerk ist ein wahrer Klimakiller: 4,4 Mio Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr; hohe Emission von Schadstoffen wie Schwefeldioxid, Stickoxiden, Schwermetallen und Feinstaub.

Gaskraftwerk in Krefeld: Umsetzung wäre vergleichsweise schnell möglich,
Umweltverbände und Bürgerinitiativen würden zustimmen, sofern
ð Kraftwärmekopplung und
ð unter der Bedingung, daß alle alten Kohlekessel (z.T. länger als 50 Jahre in Betrieb) abgestellt werden.

Gaskraftwerk deutlich schneller zu bauen und deutlich günstiger.
Herr Dekkers: Unterstützen Sie eine solche umweltfreundlichere Planung?

Krefeld: Müllverbrennung
Schon jetzt: Bayer-Tochter Currenta verbrennt Müll in bestehenden Kohlekesseln
ð billige Müllentsorgung -- Kohlekraftwerke niedrigere Emissions-Standards als MVA
ð nun soll Müll-Anteil verdoppelt werden; bis zu 25% des Brennstoffs Gewerbemüll

Billig-Müllverbrennung führt zu erhöhtem Schadstoffausstoß und ist daher abzulehnen.
Herr Dekkers: wir fordern Sie auf, die Emissionen zu reduzieren und auf weitere Müllverbrennung zu verzichten

Fragen zu Entsorgung von PCB
Skandal um Firma „Envio“ in Dortmund: hunderte Arbeiter mit PCB kontaminiert

ehem. Envio-Mitarbeiter haben uns mitgeteilt: PCB-belastetes Öl wurde bei Bayer verbrannt
Ist dies zutreffend? Welche Mengen?

Wie viele Fremdfirmen haben im vergangenen Jahr welche Mengen Giftmüll an Bayer geliefert?
Welche Mengen Sondermüll wurden bei Bayer insgesamt verbrannt?

Klasse I Pestizide

Herr Dekkers
Ihr VorVorgänger Manfred Schneider, der heute neben Ihnen sitzt, hat 1995 versprochen, die gefährlichsten Pestizide (WHO-Gefahrenklasse I: extrem gefährlich) bis 2000 vom Markt nehmen
Das Versprechen wurde leider gebrochen.

Immerhin hat BAYER Ende 2010 den Verkauf von Endosulfan eingestellt => eine der gefährlichsten Agrochemikalien überhaupt. Besonders in Ländern des Südens beinahe täglich Todesfälle durch Endosulfan

Ebenfalls Ende 2010: BAYER hat Vertrieb der Uralt-Pestizide Nemacur und Mocap eingestellt
Beide: WHO-Gefahrenklasse I; In Deutschland seit langem verboten.

An dieser Stelle möchte ich daran erinnern: Nemacur ist die wahrscheinliche Ursache des sog. „toxischen Öl-Syndroms“ in Spanien, das Anfang 80er Jahre mindestens 300 Menschenleben forderte

Leider: Produktion von Nemacur und Mocap wurde nicht beendet. Die Anlagen wurden an die US-Firma Amvac verkauft.

Einzig verantwortliche Lösung => BAYER hätte die Produktion bedingungslos einstellen müssen, statt diese Ultragifte jetzt noch profitabel zu verkaufen.

Frage: welche Klasse I-Wirkstoffe sind bei Bayer weltweit noch im Sortiment?
Wann wird der Vertrieb endgültig eingestellt (bitte einzeln für jeden Wirkstoff)?

Forderung: Stellen Sie die Produktion aller Klasse I Pestide ein!
Anlagen schließen, nicht verkaufen!

Marketing-Kosten
Der BAYER-Geschäftsbericht ist an manchen Stellen sehr ausführlich, woanders erstaunlich knapp
Bsp. Seite 187, wo wir ganze acht Zeilen für den Posten „Vertriebskosten“ finden.

Immerhin handelt es sich um Kosten in Höhe von fast neun Milliarden Euro!
U.a. 2 Mrd Euro für Werbung und Kundenberatung, 4 Milliarden Euro für Innen- und Außendienst, eine Milliarde für Distribution.

25% Ihrer gesamten Kosten: auf acht Zeilen abgehandelt; nirgendwo im Geschäftsbericht werden diese Summen weiter aufgeschlüsselt!

in solch schwammigen Posten versteckt sich der gesamte Graubereich des Marketings, insb. im Pharmabereich:
· Kosten für Pharmareferenten;
· Anwendungs-Studien (deren Ergebnisse meist in der Schublade verschwinden);
· Zuwendungen an medizinische Fachgesellschaften und Selbsthilfegruppen.
· Medikamentenproben,
· Finanzierung von Ärzte-Kongressen, usw.

Ich möchte Sie daher – wie im Vorjahr - um eine detaillierte Aufstellung des Postens „Vertriebskosten“ bitten.
Alle Einzel-Posten oberhalb von 10 Millionen Euro offen legen; insbesondere
o Kosten von TV-Werbung,
o Werbung in Printmedien,
o Höhe der Spenden an Fachgesellschaften,
o Die eben genannten Posten: Medikamentenproben, Fortbildungen, Anwendungs-Studien, etc.

In diesem Zusammenhang: Nennen Sie uns alle Lobbyorganisationen, in denen Bayer weltweit Mitglied ist

Da es sich um umfangreiche Infos handelt, können diese auch nachgereicht werden

Herr Wenning hat die Angaben zu Marketingkosten im Vorjahr verweigert - wegen angeblicher Geschäftsgeheimnisse!

Herr Dekkers: Appell - Tun Sie es Ihrem Vorgänger nicht nach!
Andernfalls: Beschlüsse der HV anfechten lassen

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre
Wegen der Vielzahl von Missständen (nur einen kleinen Ausschnitt habe ich angesprochen), fordere ich Sie auf, gegen Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu stimmen

Falls Sie die HV vorzeitig verlassen:
Sie finden uns vorne links im Saal, wenn Sie Stimmrechte übergeben möchten
Gerne stehen wir für Rückfragen zu Verfügung

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Antworten von Dr. Dekkers

Die wenigsten Fragen wurden beantwortet. Da insbesondere eine detaillierte Aufstellung der Marketing-Kosten verweigert wurde, hat Philipp Mimkes nach der Versammlung Widerspruch zu Protokoll gegeben, um die Beschlüsse der Hauptversammlung ggfs. anfechten zu lassen.

Einige weitere Antworten:

Phosgen sei notwendig für die Produktion von Isocyanaten, die Produktion ist sicher, Phosgen wird vor Ort verbraucht und nicht gelagert.

Zum Kraftwerk: Bayer ist nicht der Betreiber (das stimmt nicht!! Betrieben werden soll das Kraftwerk von der Bayer-Tochter Currenta!). wir sollen uns mit den Fragen an den Investor Trianel wenden.

Dekkers bestätigt, dass Bayer/Currenta Giftmüll von rund 200 Kunden „entsorgt“, im vergangenen Jahr rund 35-40.000 Tonnen Sondermüll. Darunter hätte sich „in geringem Umfang“ Giftmüll von Envio befunden.

Die Frage nach den Lobbygruppen in aller Welt (dies wären wahrscheinlich mehrere Tausend) wird nicht beantwortet. Genannt wird nur eine Handvoll: VCI, BDI, VFA

[Mirena] Mirena Erfahrungsbericht

CBG Redaktion

Erfahrungsbericht mit der Mirena-Hormonspirale

Die erste Mirena-Hormonspirale ließ ich mir im Jahr 2000 legen. Nach Angaben meiner Frauenärztin sollte sie keine Nebenwirkungen haben, da sie nur lokal wirke. Einen Beipackzettel bekam ich nicht zu Gesicht.
Das Einlegen war extrem schmerzhaft und die Schmerzen hielten mindestens eine Woche an.

Schon nach kurzer Zeit begannen sich folgende Nebenwirkungen schleichend einzustellen:

- Pigmentstörungen im Gesicht (Braune Flecken)
- morgendliche Übelkeit
- Drehschwindel
- schwarze Barthaare am Kinn
2006 dann stand der Wechsel der Mirena-Hormonspirale an. Wieder wurde ich nicht über Nebenwirkungen aufgeklärt. Auch befragte mich meine Frauenärztin nicht über die einschlägigen Nebenwirkungen. Da die Fäden nicht auffindbar waren und ein „Rumstochern“ eines Frauenarztes beinahe zum Kreislaufzusammenbruch führte, musste der Wechsel unter Vollnarkose gemacht werden.

Ca 1 ½ Jahre später stellten sich folgende Nebenwirkungen ein:
- Unkontrollierbare Gewichtszunahme („Rettungsring“, Blähbauch, wie schwanger) von insg. 11 kg in 3 Jahren, die psychisch sehr belastend war und ist
- Wasseransammlungen in den Beinen, Venenprobleme
- Vermehrt Cellulite
- Libidoverlust
- Augenverschlechterung, Gedrucktes verschwimmt, Schleier vor den Linsen, plötzlich und vehement auftretende Altersweitsichtigkeit
- Lebensmittelunverträglichkeiten
- Kälte- und Hitzeempfindlichkeit
- Verdauungsprobleme
- Harte Lymphknoten unter den Achseln und in der Leistengegend
- Orangefarbener übelriechender Vaginalausfluß
- Verstärkte dunkle Behaarung an den Unterschenkeln
- Ischiasbeschwerden, Hexenschuß
- Migräne
- Nackenverspannungen
- Abendliche Wadenkrämpfe
- Rheumaähnliche Beschwerden in der linken Schulter
- Schmerzhafte juckende Pickel am Hals-Kinn-Bereich
außerdem litt ich unter:
- Panikattacken
- Enge- und Würgegefühle am Hals
- Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Depressivität

Im November 2010 ließ ich mir die Mirena-Hormonspirale ziehen.

Folgende Nebenwirkungen besserten sich spontan:

- Migräne,

- Libidoverlust

- Panikattacken (seltener, kürzer, weniger heftig)

- Depressivität

Aufgrund der gemachten Erfahrungen halte ich die Herstellung, den Vertrieb und die Anwendung der Mirena-Hormonspirale für äußerst problematisch.

Daß jahrelang seitens des Herstellers nicht über die Nebenwirkungen informiert wurde halte ich für fahrlässig.

Daß FrauenärztInnen bedenkenlos die Mirena-Hormonspirale setzten und darüber hinaus ihre Patientinnen nicht über die Nebenwirkungen informierten halte ich für verantwortungslos.

Geraldine

Geb.27.10.1967

[Heuvel] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Wortmeldung von Bernhard Heuvel zu Bienensterben

Hintergrund:
Den Aktionären der BAYER AG wird auf der Hauptversammlung ein Rederecht für eine Wortmeldung erteilt. In fünf bis zehn Minuten kann der Aktionär sein Anliegen an den Vorstand vorbringen und Fragen stellen. Die Redebeiträge werden angemeldet und in Blöcken von bis zu zehn Wortmeldungen vorgetragen. Der Vorstand beantwortet im Anschluss auf die in den Redebeiträgen gestellten Fragen.

Risiken der BAYER-Produkte und Planungsdefizite

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Bernhard Heuvel. Ich komme vom Niederrhein nördlich von Köln und bin als Landnutzer über die Landwirtschaft, der Jagd und der Imkerei mit der Landschaft dort verbunden. Ich spreche für mich selbst und den Naturhaushalt.
Ursprünglich wollte ich mit Ihnen über die Risiken der Pflanzenschutzmittel sprechen. Ich muss jedoch aufgrund der Schilderungen meiner Vorredner feststellen, daß die Gefahren und Risiken der Produkte von Bayer im Allgemeinen von der Firma BAYER falsch bewertet und eingeschätzt werden.
Grundsätzlich gehen haben alle BAYER-Produkte Chancen und Risiken, wobei die Pflanzenschutzmittel das Potential besitzen, den Naturhaushalt zu schädigen. Die pharmakologischen Produkte besitzen das Potential, dem Menschen direkt einen Schaden zuzufügen.
Meine erste Frage an den Vorstand betrifft die bis 2012 geplanten Zulassungen der sechs neuen Wirkstoffe im Bereich des Pflanzenschutzes. Wie ist der Stand?
Die Bewertung der Risiken der BAYER-Produkte durch die Behörden können durchaus unterschiedlich zur Bewertung durch die Firma BAYER ausfallen. Haben Sie für den Fall Vorsorge getroffen, daß eine der drei Säulen des Kerngeschäftes durch Nichterteilung der Zulassung wegfällt? Was ist, wenn Sie die Bewertung der Wirkungen der Produkte zu optimistisch sehen und dies von den Behörden anders bewertet wird?
Wie die vielen in den Vorreden vorgestellten Fälle von menschlichem Leid zeigen, scheint hier auch ein allgemeines Problem mit der Risikobewertung vorzuliegen. Meines Erachtens ist es für Mensch und Naturhaushalt besser, wenn Sie nicht erst ein Produkt erfinden, um erst danach das Risiko zu bewerten. Sondern, daß die Firma BAYER schon bei der Planung der Produkte die Ökoeffizienz und die Umweltwirkungen berücksichtigt. Eine gute Planung ist die halbe Miete. Gut geplant lässt sich all das hier geschilderten Leid vermeiden. Planen Sie ihre Produkte und berücksichtigen Sie schon bei der Planung die Umweltwirkungen.
In diesem Zusammenhang frage ich Sie, ob Ihnen das Konzept „cradle to cradle“ etwas sagt und ob Sie die Arbeiten von Professor Braungart kennen? Gut, ich sehe zumindest
bei einem Vorstandsmitglied ein Lächeln, woraus ich schließe, daß zumindest einem von ihnen zumindest der Name etwas sagt. Professor Braungart ist die treibende Kraft hinter dem Konzept „cradle to cradle“ und er lehrt an der Universität Rotterdam. Das Konzept setzt bei der Planung und Entwurf von Produkten an und sorgt dafür, daß Ökoeffizienz und Umweltwirkungen von Anfang an Berücksichtigung finden. Daher frage und bitte ich Sie, Herr Dekkers, daß Sie sich mit Herrn Braungart in Verbindung setzen und sich das Konzept vorstellen lassen? Professor Braungart ist von Haus aus Chemiker, was ihnen sympathisch sein müsste, da Sie die gleiche Sprache sprechen. Herr Braungart berät bereits andere Konzerne und Firmen, wie zum Beispiel Volkswagen, Nike und Trigema.
Bitte setzen Sie sich mit Herrn Braungart in Verbindung und studieren Sie das Konzept. Wenn Sie ihre Produkte von Anfang an unter Berücksichtigung der Ökoeffizienz und Umweltwirkungen planen, vermeiden und verringern Sie das Leid von Mensch und Naturhaushalt, das die Produkte zurzeit offensichtlich erzeugen.
Ich bedanke mich für die Möglichkeit einer Wortmeldung.

[Fotos2]

CBG Redaktion
[gallery]

[avaaz] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Rede von Stephanie Brancaforte, avaaz, zu Bienensterben

Sehr geehrter Vorsitzender des Vorstands, Herr Dr. Dekker, sehr geehrte Mitglieder der Konzernleitung und des Aufsichtsrats, hochgeachtete Damen und Herren Aktionäre des BAYER-Konzerns,

Mein Name ist Stephanie Brancaforte und ich repräsentiere heute 1.2 Millionen Mitglieder des weltweiten Kampagnen-Netzwerkes Avaaz.org, die seit Januar eine Petition unterzeichnet haben und Ihren Konzern auffordern, die für das weltweite Bienensterben mitverantwortlichen Pestizide vom Markt zu nehmen. Wir alle mögen und brauchen Bienen, denn sie spielen eine zentrale Rolle in der globalen Nahrungsmittelversorgung. Ein großer Anteil unserer Ernährung basiert auf Pflanzen, die von den fliegenden Arbeitern bestäubt werden.

Diese gewaltige Anzahl Unterschriften bringt das Ausmaß der öffentlichen Besorgnis - und gewiss auch der Empörung - zum Ausdruck. Entrüstung, vor allem über die Fortsetzung des Verkaufs von Pestiziden der Substanzklasse der Neonicotinoide, von denen Bayer einer der Hauptproduzenten ist.

Die UNO-Umweltbehörde UNEP bezeichnet die BAYER-Produkte „Poncho“, das Clothianidin enthält, und „Gaucho“, das Imidacloprid enthält, als ernsthafte Bedrohung für zahlreiche Tiere und Pollinatoren - und trotzdem verkauft BAYER weiterhin diese Produkte und profitiert von deren Umsatz. Eine Reihe von Studien belegen, dass das Bienensterben in den Gegenden stark zunimmt, wo Pestizide der Gruppe der Neonicotinoide eingesetzt werden. Es wird angenommen, dass diese Pestizide zu einer chronischen Vergiftung der Bienen führen und diese dadurch so stark schwächen, dass sie anfällig auf Krankheiten werden.

Heute steht das weltweite Kampagnen-Netzwerk Avaaz, mit seinen über 600.000 Mitgliedern in ganz Deutschland, Seite an Seite mit dem deutschen Imkerbund und übergibt diese 1.2 Millionen Unterschriften starke Petition für ein Verbot gefährlicher Pestizide, die das Leben von Milliarden von Bienen gefährden. Es sind solche weltweiten Proteste, die zu temporären Verboten von Pestiziden der Gruppe der Neonicotinoide geführt haben. Beispielsweise in Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien. Doch weshalb betreiben Konzerne wie Bayer aggressives Lobbying, um solche legitimen Verbote aufzuheben, um solche tödlichen Pestizide weiter verkaufen zu können?

Wenn Sie nach draußen schauen, sehen Sie wie Imker gemeinsam mit Avaaz-Mitgliedern in Bienenkostümen in einem symbolischen Akt das Bienensterben veranschaulichen. Unsere Botschaft ist ein Aufruf an Sie: Bitte stellen Sie die Interessen von Milliarden von Menschen - nicht nur die der Bienen - vor Ihren Konzerngewinn. Als Liebhaber der Natur, und noch viel wichtiger, als Nahrungsmittelkonsumenten, wissen Sie selber, dass der Verkauf und Einsatz dieser Pestizide nicht nur Ihre eigene Zukunft bedroht, sondern auch die Ihrer Familie.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit - Wir hoffen aufrichtig, dass Produkte wie Poncho und Gaucho - und alle anderen Produkte, die das Bienensterben vorantreiben  -- schon bald vom Markt verschwinden.

[Greenpeace] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Redebeitrag von Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, zur Jahresvollversammlung der Bayer AG am 29. April 2011 in Köln

Sehr geehrte Damen und Herren im Saal, Sehr geehrter Vorstand,

mein Name ist Philipp Strohm, ich bin Gentechnik-Experte und arbeite für Greenpeace. Meine Aufgabe ist es insbesondere, die Entwicklung der Gentechnik in der Landwirtschaft weltweit zu beobachten und sie mit Blick auf ihre Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, auf die Natur und natürlich auch auf ihre ökonomischen Auswirkungen auf die Landwirtschaft zu analysieren.

Ich möchte heute über drei Punkte zu Ihnen sprechen, sehr geehrte Damen und Herren.

1. über die ökonomischen Verluste, die die Gentechnik der Bayer AG inzwischen beschert hat - und damit natürlich leider auch der Dividende Ihrer Aktie, sehr geehrte Damen und Herren und
2. über die Risiken, die diese Technologie für Mensch und Natur mit sich bringt und weshalb sie in vielen Punkten der Atomkraft sehr ähnlich ist.
3. über Alternativen zur Gentechnik in der Landwirtschaft und die Frage: brauchen wir Gentechnik überhaupt und wie könnte eine Landwirtschaft der Zukunft aussehen

Und zu diesen drei Punkten, sehr geehrter Vorstand, habe ich drei ganz konkrete Fragen an Sie.

Mein erster Punkt: Der vermeintliche Wunderreis von Bayer und was er bereits gekostet hat:

In den Jahren 1998 bis 2001 experimentierte Bayer in den USA auf Testfeldern mit einem Gentech-Reis. Zur Vermarktung kam es nie. Dennoch aber verunreinigte der Reis ganze 30% des Anbaus in den USA. Im Jahr 2006 tauchte er plötzlich in 24 Ländern der Erde auf und sogar bis heute, 2011, wird das Bayer-Konstrukt immer wieder in Reislieferungen gefunden, erst kürzlich in Polen. Der Reis ist also völlig außer Kontrolle geraten und Bayer-Führung muss heute zugeben, dass sie keine Macht darüber haben, wo ihre einmal produzierten Konstrukte später einmal landen. Gentechnik ist nicht rückholbar!

Nach den ersten Entdeckungen im Jahr 2006 sperrte Europa sofort die Grenzen für Reisimporte aus den USA - um die Bevölkerung zu schützen. Der Handel mit den USA kam zum völligen Stillstand. Die Reisbauern aus den USA, die mit Gentechnik nichts am Hut hatten, verloren ihr Einkommen. Die Lebensgrundlage von Bauern war auf einmal bedroht, weil Bayer die Kontrolle über seinen Gentech-Reis verloren hatte.

Schätzungen zufolge verursachte dieser Vorfall einen Gesamtschaden von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar.

Daraufhin zogen viele US-Bauern gegen Bayer vor Gericht. Seit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren hier auf der Versammlung, sind inzwischen die ersten Urteile gefallen. Bayer hat sie bislang ALLE verloren und seither hageln fast monatlich Schadenersatzzahlungen auf Bayer ein.

Im Dezember 2009 musste Bayer an einen Bauern – 2 Mio. USD zahlen, im Februar 2010 an einen weiteren – 1,5 Mio. USD, im Juli 1 Mio. USD. Dann 48 Mio. und das letzte Urteil im März 2011 schlug mit 137 Mio. USD Schadenersatzzahlungen in der Bilanz von Bayer zu buche.

Und sehr geehrte Aktionäre, das war erst der Anfang. Noch knapp 6.000 weitere Kläger warten auf Schadenersatzzahlungen von Bayer. Momentan sieht es nicht danach aus, als würde die Bayer AG auch nur ein einziges gewinnen.

Und eine Versicherung hat Bayer für solche Vorfälle nicht, denn es gibt weltweit kein einziges Versicherungsunternehmen, welches Gentechnikanwender versichern würde. Und warum? Weil das Risiko unkalkulierbar ist!

Und nun meine Frage an den Vorstand:

Die Bayer AG ist eindeutig schuld an der Verunreinigung der weltweiten Reislieferungen mit Gentechnik und war in der Vergangenheit offensichtlich nicht in der Lage das zu verhindern. Welche Pläne haben Sie, damit die Gentechnik-Konstrukte, an denen Sie derzeit basteln, nicht wieder außer Kontrolle geraten und erneut ein enormer Schaden entsteht?

Nun zu meinem zweiten Punkt: die Risiken von Gentechnik-Pflanzen für Mensch und Umwelt und die Ähnlichkeit dieser Technologie mit der Atomkraft

Die Gentechnik hat in vielerlei Hinsicht Gemeinsamkeiten mit der Atomkraft. Die größte Gemeinsamkeit ist wohl, dass beide nicht wirklich kontrollierbar sind und das - wenn etwas schief geht - die Auswirkungen katastrophal und unumkehrbar sind.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte sie erinnern an die Katastrophe von Tschernobyl vor genau 25 Jahren. Wir noch heute kommen missgebildete Babies zur Welt. Und natürlich Fukushima in Japan. Die Kraftwerksbetreiber von Tepco mögen ihr Bestes versuchen, um die Katastrophe zumindest einzudämmen, doch in Wirklichkeit, sind sie völlig hilflos. Die Situation ist inzwischen völlig außer Kontrolle geraten.

Trotzdem gibt es Menschen die behaupten, die Atomkraft sei kontrollierbar und genauso gibt es Menschen, die behaupten, die Gentechnik sei kontrollierbar. Doch die Realität sieht anders aus. Auch die Gentechnik läuft bereits völlig aus dem Ruder. Verglichen mit der Atomkraft tut sie das allerdings unentdeckt von der Öffentlichkeit.

Wussten Sie, sehr geehrte Damen und Herren, dass sich in den USA, in jenem Land mit den weltweit größten Anbauflächen von Gentech-Pflanzen, bereits sogenannte Super-Unkräuter ausbreiten? Das sind Unkräuter, die die Resistenz gegen Unkrautgifte von den Gentechnisch veränderten Pflanzen übernommen haben. Das bedeutet, sie sind mit herkömmlichen Spritzmitteln nicht mehr zu bekämpfen. Die Folge ist ein steigender Einsatz von immer anderen und aggressiveren Unkrautvernichtern. Der Anbau von Gentechnik führt also dazu, dass inzwischen mehr und nicht weniger Spritzmittel zum Einsatz kommen. Alles chemische Stoffe, die in unserem Grundwasser und in unserer Nahrungsmittelkette landen.
Na dann, Mahlzeit!

Und wissen Sie, sehr geehrte Damen und Herren, weshalb Bayer seinen Gentech-Reis in Brasilien niemals vermarkten konnte? Weil die Bauern sich vor genau dieser Entwicklung, wie sie in den USA stattfindet, schützen wollen.

Und wussten Sie, sehr geehrte Damen und Herren, dass in Deutschland bereits fast 5% des beprobten Saatgutes Spuren von Verunreinigungen aufweist? Keiner weiß wo es herkommt, keiner weiß wie das geschehen konnte.

Ich kann Ihnen sagen wie es dazu kommen konnte, es ist nämlich ganz einfach: Menschen - machen - Fehler! Das ist normal und nichts Schlimmes. Wenn aber Menschen mit Risikotechnologien wie der Gentechnik oder der Atomkraft hantieren, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein kleiner Fehler in eine Katastrophe verwandelt.

Und wussten Sie, sehr geehrte Damen und Herren, dass es kaum unabhängige Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen der Gentechnik auf den Menschen gibt? Der Grund ist, dass Biotechnologie-Unternehmen wie die Bayer AG sich über Patentrechte absichern lassen, dass kein unabhängiger Wissenschaftler die Möglichkeit hat, die Sicherheit von Gentech-Pflanzen zu überprüfen. Fast alles was wir heute über die Risiken der Gentechnik wissen, wissen wir von jenen Unternehmen, die selbst ein finanzielles Interesse an ihrer Vermarktung haben. Sehr geehrte Damen und Herren, das ist, als würden Sie sich selbst die TÜV-Plakette für ihr Auto ausstellen.

Und darum frage ich Sie, sehr geehrter Vorstand, wann ist es endlich so weit, dass sie ihre Konstrukte für unabhängige Studien frei geben? Wovor fürchten sie sich denn? Was wissen Sie, was die Öffentlichkeit nicht erfahren soll?

Und nun zu meinem dritten und letzten Punkt, der Frage: brauchen wir die Gentechnik überhaupt und wie kann eine Landwirtschaft der Zukunft aussehen?

Gentechnikbefürworter sagen gerne, wir bräuchten die Gentechnik, weil sie durch höhere Erträge den weltweiten Hunger bekämpfen könne. Sehr geehrte Damen und Herren: das ist ein Märchen!

In den USA, hat die normale Landwirtschaft in den letzten 13 Jahren eine jährliche Ertragssteigerung von 1% erzielen können. Die Gentechnik hingegen konnte das bei weitem nicht und hat teilweise sogar Ertragsverluste verursacht. Bislang gibt es weltweit keine einzige Gentech-Pflanze, die einen höheren Ertrag bringen würde.

Hinzu kommt, dass die Gentechnik vor allem in industrialisierten Ländern mit großen Monokulturen eingesetzt wird. Die meisten Hunger leidenden Menschen aber, leben in unterentwickelten Ländern mit einer kleinstrukturierten Landwirtschaft. Das heißt es gibt dort hauptsächlich Kleinbauern. Denen würde die Gentechnik überhaupt nicht helfen. Was sie brauchen ist vor allem politische und soziale Stabilität, Zugang zu Bildung und Zugang zu Märkten.

Außerdem werden weltweit 80% der gentechnisch veränderten Pflanzen für Futtermittel für Tiere angebaut. Gentechnik wird angebaut, um die Fleischproduktion billig zu halten.
Es ist naiv zu glauben, dass die Fleischproduktion der reichen Länder auch nur einem einzigen hunger leidenden Kind in Afrika oder sonst wo zugute kommt.

Wenn man sich also auch nur ein bisschen mit der globalen Landwirtschaft auskennt, erkennt man sofort, wie schrecklich zynisch das Argument von der Gentechnik als Heilsbringer für die Armen ist. Sehr geehrte Damen und Herren, ich sage es ganz konkret: Das Argument dem Hunger wird nur vorgeschoben, um weltweit die Gentechnik durchzusetzen und daraus Kapital zu schlagen.

Man könnte sich auch anders entscheiden.
Man könnte sich für eine Landwirtschaft entscheiden, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie.
Man könnte sich für eine Landwirtschaft entscheiden die den Benachteiligten dieser Welt eine wirkliche Chance gibt und den Hunger endgültig beendet.
Man könnte…

Doch, sehr geehrte Damen und Herren, der verantwortliche Vorstand der Bayer AG hat sich anders entschieden. Diese Herren hier oben auf dem Podest haben sich dazu entschieden der Welt ihre gentechnisch veränderten Konstrukte aufzudrücken, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und das obwohl weltweit die Mehrheit der Menschen deutlich „Nein, zu Gentechnik!“, sagt.

Und daher ist meine letzte Frage an den Vorstand.

Sehr geehrter Vorstand, welcher Teil von „Nein zur Gentechnik!“ ist denn eigentlich so schwer zu verstehen?

[Karl Murphy] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Sehr geehrte Aktionäre und Bayer-Angestellte!

Mein Name ist Karl Murphy, ich komme aus Liverpool in England. Einige von Ihnen werden mich von den Hauptversammlungen 2009 und 2010 kennen, wo ich über das Präparat Primodos bzw. Duogynon gesprochen habe.

Bayer hat immer geleugnet, dass dieses Medikament uns irgendeinen Schaden zugefügt hat. Sie sagen, dass sie in den Forschungsergebnissen keine Beweise dafür gefunden hätten. Bayer hat auch im Internet verlauten lassen, dieses Produkt sei nicht die Ursache unserer Missbildungen. Ich frage Bayer, warum wurde diese Aussage von Ihrer website gelöscht? Warum ist Bayer nicht bereit, den deutsche Geschädigten seine Akten offen zu legen?

Ich bitte die Aktionäre und den Vorstand, sich anzuschauen, was ich hier mitgebracht habe: Dies ist Scherings 300seitiger, vertraulicher Bericht über Primodos bzw. Duogynon. Darin sind Briefe unter Firmenbriefkopf, unterzeichnet von dem medizinischen Leiter, Professor Michael Briggs, von Dr. Lachnit, Dr. Laudahn, Dr. Laengner, Dr. Dietrich, Dr. Matern, Dr. Pitchford und Dr. Bye.

Alle diese Leute haben für Schering gearbeitet, alle haben diese Briefe mit unterzeichnet. Alle diese promovierten Fachleute waren sich der Schäden bewusst, die Primodos verursacht. Prof. Michael Briggs schreibt in einem vertraulichen Brief vom November 1967: „Wir haben es hier mit einem pharmazeutischen Produkt zu tun, das von Frauen eingenommen wird und das in der Lage sein könnte, die chemische Umgebung des Fötus zu verändern. Ich denke, wir werden besonders vorsichtig in dieser Angelegenheit sein müssen”. Dieser Brief zeigt, dass Ihrem medizinischen Direktor bekannt war, dass Primodos/Duogynon den Fötus schädigen kann.

Warum hat Bayer Schering die Auslieferung dieses Produktes nicht bis zur Durchführung weiterer Tests ausgesetzt? Warum wurde das Produkt von 1967 bis 1975 immer noch Frauen als Schwangerschaftstest verabreicht, obwohl seine schädlichen Auswirkungen bekannt waren?

Ein weiteres Schreiben vom Januar 1974, unterschrieben von Dr. Laengner und Dr. Dietrich, besagt: „Primodos enthält Norethisteron-Acetat, das eine geringe androgene Wirkung hat. Dieses Hormon sollte nicht eingesetzt werden, wenn eine Schwangerschaft besteht und die Verwendung in einer kritischen Phase der Organ-Entwicklung erfolgen könnte“. Ich habe nur aus zwei Briefen dieser umfangreichen Akte zitiert. Es gibt eine ganze Menge weiterer solcher Schreiben. Die Firma Schering wusste, welche Schäden sie all diesen Opfern zufügte.

Auch bei heutigen Produkten von Bayer steht in den Beipackzetteln, dass Norethisteron einen Fötus schädigen kann und daher Schwangeren nicht verabreicht werden darf. Die hohen Hormondosen in Primodos entsprechen 156 Verhütungspillen, die eine Frau innerhalb von 12 h einnehmen würde, um zu testen, ob sie schwanger ist.

In einem Brief vom 23. September 2009 an mich sagt Bayer: “Schering änderte die Beschriftung von Primodos im Jahr 1970. Danach war Primodos ausschließlich für sekundäre Amenorrhoe indiziert“. In einem weiterer Brief auf Firmenpapier hier in den Akten, datiert vom Januar 1974, unterzeichnet von Dr. Mater, heißt es: „Anbei der Text des neuen Beipackzettels für Primodos Oral. Dieser Text wird ab sofort allen Packungen dieses Präparates beigefügt.“ Darin wird die Indikation geändert. Ich frage Bayer: warum sagen sie in dem Brief, den sie mir geschickt haben, die Änderung der Beschriftung sei 1970 erfolgt, aber ihre eigenen Papiere bestätigen, dass dies erst 1974 geschah? In diesen vier Jahren hätten viele Missbildungen verhindert werden können.

Den Herren Steve Painter und Oliver Renner von Bayer liegt diese Akte zur Einsichtnahme vor. In den letzten acht Wochen ist trotz mehrmaliger Nachfrage keine Antwort von Ihnen eingegangen.

2009 sagte Herr Werner Wenning, der ehemalige Vorstandsvorsitzende, er unterstütze behinderte Menschen. Das trifft aber nicht für uns Menschen zu, für deren Behinderung Bayer Schering verantwortlich ist. Im vergangenen Jahr haben mehrere Primodos-Opfer an dem 10km-Lauf teilgenommen, den Bayer in Newbury in England ausgerichtet hat. Wir sind diese Distanz mit gelaufen und erreichten das Ziel wegen unserer Einschränkungen nach zwei Stunden. Bayer sorgte dafür, dass die Organisatoren mit den Aufräumarbeiten begannen, ohne auf den Zieleinlauf der behinderten Teilnehmer zu warten. Wenn Sie wollen, können Sie das auf unserer Facebook-Seite über Primodos/Duogynon nachlesen. In diesem Jahr werden wir wieder an dem Lauf teilnehmen und Informationsmaterial an das Publikum und die Medien verteilen.

Meine letzte Frage an Bayer: warum verwenden Sie den Namen Schering nicht mehr? Ist Ihnen der Name peinlich geworden wegen dieses Medikaments und seiner Auswirkungen auf uns Betroffene?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

[Santiago] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Rede von John Santiago

Guten Tag!

Mein Name ist John Walmisley Santiago. Ich wurde 1968 in London geboren, bin also jetzt 43 Jahre alt. Ich bin eines der Opfer ihres Medikaments Primodos/Duogynon und habe Missbildungen durch das Mittel erlitten.

Wir haben überzeugende Beweise in der Hand, die von Ihnen selbst, von Bayer, stammen und die zeigen, dass Ihr Unternehmen fahrlässig gehandelt hat bei der Verschreibung dieses Präparats an schwangere Frauen. Das Mittel enthielt dieselben Bestandteile wie ihre heutigen Antibabypillen, aber in weit höherer Dosis.

Was ist aus diesen Babies geworben? Was glauben Sie? Tausende sind gestorben, und Tausende weitere wurden mit Missbildungen geboren. Die, die überlebt haben, sind heute erwachsen und müssen mit schrecklichen Missbildungen leben, ähnlich denen, die durch Thalidomid (Contergan) verursacht wurden.

Viele Regierungen haben Primodos verboten, Fachleute haben sie gewarnt, die Medien haben sie aufgefordert, den Verkauf zu beenden. Ihre eigenen Ärzte und Spezialisten haben empfohlen, die Medikamententests nicht fortzusetzen. Jetzt, 40 Jahre später, versuchen sie immer noch, ihre Verantwortung zu leugnen. Noch immer wollen sie keine Haftung übernehmen.

Glauben Sie, wir werden alle einfach verschwinden und still sein? Bei dem Gerichtsverfahren in Berlin vor ein paar Monaten hatten sie Gelegenheit, die Verantwortung zu übernehmen. Stattdessen fanden Ihre clevere Anwälte einen formalen Ausweg: Ansprüche müssen innerhalb von dreißig Jahren angemeldet werden, seien jetzt also verjährt. Diese Regel gilt aber nicht in England und auch nicht vor dem Europäischen Gerichtshof in Brüssel oder dem internationalen Gerichtshof für Menschenrechte.

Bayer hat einen Ruf zu verlieren und muss seine Aktionäre zufrieden stellen. Die Märkte verlangt Offenheit, Ehrlichkeit und Berechenbarkeit.

30 Jahre Leiden waren Zeit genug für Sie, reinen Tisch zu machen und den Opfern Ihrer Handlungen zu helfen. Wachen sie auf, Bayer. Helfen sie den Geschädigten!

Hat jemand eine Frage an mich? Ich beantworte sie gern.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

[Haefeker] Hauptversammlung 2011

CBG Redaktion

Rede von Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes EPBA (European Professional Beekeepers Association)

Sehr geehrter Vorstand,
sehr geehrter Aufsichtsrat,
meine sehr geehrten Damen und Herrn Aktionäre,

mein Name ist Walter Haefeker. Ich bin Berufsimker in Bayern und Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes EPBA.

Mit über 30 Milliarden Mitarbeiterinnen sind wir die größten Arbeitgeber in Europa. Mit einer weiblichen Führungskraft in jeder Produktionseinheit sieht es mit der Frauenquote in unserer Branche auch recht gut aus.

Ich selbst war einer der Imker, die Sie heute Morgen am Eingang begrüßt haben. Sie werden sich vielleicht gefragt haben, warum wir mitten in der Bienensaison nach Köln gekommen sind.

Wir möchten Sie, verehrte Aktionäre, auf unsere anhaltenden Probleme mit den Produkten von Bayer Crop Science aufmerksam machen.

Als Aktionäre erwarten Sie zurecht von der Bayer AG eine angemessene Rendite.
Als Aktionäre sind sich darüber hinaus bewusst, dass auch eine Verantwortung mit ihrer Anlageentscheidung verbunden ist.

Viele Anleger legen Wert darauf, dass nicht nur Rendite sondern auch Nachhaltigkeitskriterien erfüllt werden. Dazu ist es allerdings notwendig, dass das Management die Aktionäre nicht nur korrekt über die Finanzen informiert, sondern auch über die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt.

Leider haben Sie Herr Dr. Dekkers, hier heute die Chance verpasst, die Aktionäre korrekt über die Auswirkungen ihrer Produkte auf die Bienen weltweit in Kenntnis zu setzen.

Sie machten heute Morgen die Aussage „Studien belegen, dass es keinen Zusammenhang zwischen der sachgerechten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bienenverlusten gibt.“

Sie verwiesen dann weiter auf die Schäden durch die Varroa Milbe. Das ist etwa so, als würde die Tabakindustrie die Gesundheitsschädlichkeit von Zigaretten mit der Aussage abtun, dass es ja auch Menschen gibt, die bei Autounfällen sterben.

Die Tatsache, dass es auch andere Faktoren gibt, die die Bienengesundheit beeinflussen, bedeutet nicht, dass Sie aus der Verantwortung für Ihre Produkte entlassen werden können.

Sie haben heute mehrfach in ihren Antworten Ergebnisse aus dem Deutschen Bienenmonitoring wiedergegeben. Dieses Projekt wurde im Wesentlichen von Bayer, BASF und Syngenta finanziert.

Wie eine unabhängige Arbeit Anfang dieses Jahres überzeugend dargestellt hat, ist die wissenschaftliche Qualität des Monitorings so schlecht, dass daraus keinesfalls eine Absolution für ihre Pflanzenschutzmittel folgen kann. Im Interesse Ihrer Aktionäre sollten Sie ihr Geld zurückverlangen.

Herr Dr. Dekkers, Sie haben den Stand der Wissenschaft leider nicht korrekt und sehr selektiv wiedergegeben.

Sie haben es auch unterlassen zu erwähnen, dass für verschiedene Anwendungen in mehreren EU-Mitgliedsstaaten die Zulassung ihrer Produkte ruht.

Ich gehe davon aus, dass ihnen bekannt ist, dass die dort zuständigen Behörden der von Ihnen hier heute vorgetragenen Argumentation nicht gefolgt sind.

Vielleicht hätte es ihre Aktionäre auch interessiert, dass gestern nach massiven Bienenverlusten ein befristetes Verbot von neonicotinoiden Beizmitteln durch die Slovenischen Regierung verhängt wurde.

Bitte erklären Sie ihren Aktionären, welche Produkte der Bayer Crop Science zur Zeit in welchen Ländern wegen ihrer Bienengefährlichkeit nicht angewendet werden dürfen.

Nachdem in Deutschland die Zulassung für Poncho als Beizmittel verboten wurde, versuchten Sie zu verhindern dass die Österreicher diesem Beispiel folgen.

Sie versprachen beste Beizqualität und versuchten Österreich zum Musterländle der sachgerechten Anwendung ihrer Produkte zu machen. In jedem Jahr gab es Bienenschäden und weitere Verbesserungen wurden in Aussicht gestellt. Das von Ihnen in ihrer Antwort auf die Frage von Herrn Koch angesprochene „Mehrstufige Sicherheitskonzept“ wurde dort umgesetzt.

Soeben erreichte mich ein Anruf des Präsidenten des Österreichischen Berufsimkerverbandes. Es gibt aktuell wieder Bienenschäden. Nun also bereits im dritten Jahr. Das zuständige Institut AGES hat dies in einer Mitteilung heute bestätigt.

Sehr geehrter Herr Dr. Dekkers, bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass diese Produkte nicht fachgerecht angewendet werden können. Clothianidin, der Wirkstoff in Poncho, ist über 7000 mal toxischer für Bienen als DDT.

Eine bienenungefährliche Anwendung dieser Produkte ist offensichtlich in der Praxis nicht möglich. Imkerverbände weltweit fordern Sie auf, diese Produkte endlich vom Markt zu nehmen.

Die Demonstration heute Morgen sollte ihnen anschaulich machen, dass überall auf der Welt die Imker auf den Barrikaden sind, weil sie die Bienenverluste durch ihre Produkte nicht länger hinzunehmen bereit sind.

Wenn Sie so weitermachen wie bisher, beschädigen sie nicht nur unsere Bienen sondern auch ihre Marke.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit