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Beiträge verschlagwortet als “BAYER HV 2010”

[BAYER HV 2010] Hauptversammlung 2010

CBG Redaktion

Am 30. April fand in Köln die BAYER-Hauptversammlung statt. Wir dokumentieren die kritischen Redebeiträge, Gegenanträge, Pressestimmen sowie Fotos.

Gegenanträge zur Hauptversammlung
=> Gegenanträge zu Klima-Emissionen, CO-Pipeline und Preisabsprachen
=> Gegenantrag zu Störfällen und Wasserverbrauch
=> Nebenwirkungen von Antibaby-Pillen: Gegenantrag zur BAYER-Hauptversammlung

Medienberichte
=> Kritiker in der BAYER-Hauptversammlung
=> Leverkusener Anzeiger: Protest gegen Nano-Anlage
=> Rheinische Post: Bayer: Dividende und Protest
=> Neues Deutschland: Tod durch BAYER-Antibabypillen

Fotos von den Aktionen

Presse Infos
=> 50 Jahre Pille: Yasmin-Opfer sprechen in BAYER-Hauptversammlung
=> Neuer BAYER-Chef mit Karikatur begrüßt
=> Umweltverbände kritisieren Genehmigung für Nano-Anlage
=> Protest gegen Kohlenmonoxid-Pipeline
=> Dachverband Kritischer Aktionäre veröffentlicht Studie „Bayer – Nachhaltigkeit mit Hintertüren“
=> Bienensterben: Protest bei Bayer-Hauptversammlung
=> Primodos victims demand apology (engl)
=> Imker-Protest zur Bayer-Hauptversammlung
=> „Kraftwerkskritiker fühlen sich von Bayer hinters Licht geführt“

[Rede Philipp Mimkes] Rede von Philipp Mimkes, Coordination gegen BAYER-Gefahren (Stichpunkte)

CBG Redaktion

Thema 1: MIC-Produktion Institute
Vor zwei Jahren habe ich zu Störfall-Risiken im US-Werk Institute gesprochen.
Einziges Werk in USA: große Mengen Phosgen und MIC gelagert (Bhopal-Gas)
sogenanntes „Schwester-Werk“ Bhopal (damals Union Carbide)
ð 1985 und in den 90ern: schwere Störfälle
ð worst case Szenario: im Falle eines GAUs in einem Umkreis von mehreren Kilometern tödliche Vergiftungen
unsere Forderung: auf MIC-freie Verfahren umstellen; 1. Schritt: just in time-Produktion ohne MIC-Lagerung

Antwort Wenning damals: Forderung ist unbegründet, keine Konsequenzen notwendig; neueste Sicherheits-Standards vor Ort, ausgez. Störfall-Bilanz

Vier Monate später: riesige Explosion, Erschütterungen Radius 15km zu spüren, Dutzende Meter hoher Feuerball, zwei Todesopfer, Tausende Anwohner durften Häuser nicht verlassen,

im Auftrag US_Kongress: Untersuchungsbericht Chemical Safety Board:
· In MIC-Tank war 20 m von Explosionsort entfernt, darin waren 7 Tonnen Giftgas
· Aussage Bayer „keine gefährlichen Stoffe ausgetreten“: eindeutig falsch
· Fazit (Zitat): „Die Explosion in dem Bayer Werk war besonders beunruhigend, weil ein mehrere Tonnen wiegender Rückstandsbehälter 15 Meter durch das Werk flog und praktisch alles auf seinem Weg zerstörte. Hätte dieses Geschoss den MIC-Tank getroffen, hätten die Konsequenzen das Desaster in Bhopal 1984 in den Schatten stellen können.“

Ende August hat Bayer nun angekündigt: Anlage wird umgebaut. Oberirdische MIC-Tanks werden abgebaut. MIC-Lagerung um 80% reduziert

Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung!
Ganz so unbegründet waren unsere damaligen Forderungen offenbar doch nicht
Aber: Institute bleibt das einzige Werk in den USA, in dem große Mengen MIC (rund 20 Tonnen) gelagert werden.

Frage: wann stellen Sie Produktion auf MIC- und phosgenfreie Verfahren um?
Frage: in welchen Bayer-Werken in anderen Teilen der Welt kommt MIC in welchen Mengen zum Einsatz?
Forderung wiederholen: MIC-Tanks nicht um 80% reduzieren, sondern komplett abbauen. Dormagener Pestizid-Produktion kommt auch ohne solche Tanks aus
Weitere Infos: http://www.cbgnetwork.org/3052.html

GenReis (Liberty Link)
Schon 2004 haben wir gefordert: Verkauf von gentechnisch verändertem Reis-Saatgut beenden.
Anbau führt zwangsläufig zu Auskreuzungen => Kontaminierung von traditionellen, lokal angepassten Reis-Sorten, besonders in Asien, und deren Verdrängung
Besonders in Ursprungsländern (Indien, Thailand) ist dies eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit

Weltagrarbericht zur Zukunft der globalen Landwirtschaft bestätigt: Gentechnik in Nahrungsmitteln wird auch künftig bei der Versorgung der Weltbevölkerung keine tragende Rolle spielen

Einsatz von GenReis ist verknüpft mit der Verwendung des hochgefährlichen Herbizids Glufosinat => Glufosinat ist als „reproduktionstoxisch“ klassifiziert.
Großflächiger Anbau Liberty Link Reis => Einsatz großer Mengen gefährlicher Pestizide; führt zwangsläufig zu Vergiftungen

BAYER ist Unserer Forderung nicht nachgekommen
Die EU hat immerhin bis heute keine Import-Genehmigung erteilt. Aber: Bayer hält Antrag aufrecht

2006 ist genau das passiert, wovor wir gewarnt haben: weltweit gelang Reis in den Handel, mit LL Reis kontaminiert. Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch gar kein großflächiger Anbau stattfand (nur Versuchsfelder)
Der Schaden für Reisbauern: über eine Milliarde Dollar

In den USA: mehr als 6.000 Landwirte verlangen Schadenersatz
Wir kooperieren mit den Anwälten der Reis-Bauern

In den letzten Monaten erste Urteile:
ð Dezember: 2 Millionen Dollar Entschädigung
ð Februar: 1,5 Millionen
ð Heute vor zwei Wochen, Gericht in Arkansas: knapp 50 Millionen Dollar Strafe verhängt; Jury attestiert BAYER: „recklessness and negligence“ (grobe Fahrlässigkeit)
neben Schadensersatz von 6 Mio auch Strafgeld von 42 Mio
Wir können uns der Bewertung des Gerichts nur anschließen.

Unsere Forderung: umgehend alle betroffenen Landwirte entschädigen (viele mussten in der Zwischenzeit aufgeben).
Antrag auf eine EU-Importzulassung für herbizidresistenten Reis zurückziehen.

Frage: bitte nennen Sie alle Länder, in denen Sie eine Anbau- oder Import-Genehmigung für LL Reis beantragt haben

In diesem Zusammenhang:
Das Herbizid Glufosinat ist gekoppelt mit LL Reis. Der Wirkstoff gehört zu den 22 gefährlichsten Pestiziden, die keine erneute EU-Zulassung erhalten werden

ð Es ist schlicht unmoralisch: Bayer hat Glufosinat-Produktion im vergangenen Jahr erweitert! Offenbar: Glufosinat soll exportiert werden, selbst wenn es in der EU nicht mehr angewendet werden darf.
ð Klassischer Fall doppelter Standards

Frage: wollen Sie Glufosinat auch nach einem EU-Verbot weiter exportieren?
Wir fordern weltweiten Verkaufs-Stopp
Weitere Infos: http://www.cbgnetwork.org/1217.html

Thailand
Der Küstenort Map Ta Phut ist einer der weltweit größten und schmutzigsten Standorte der Petro- und Chemie-Industrie
Bayer stellt in Map Ta Phut Polycarbonat her
wegen hoher Emissionen: vergangener September => Umweltgruppen haben erreicht, dass 64 Fabriken schließen mussten bzw. Bauarbeiten stoppen mussten.
In der Presse wurde mehrfach auch Bayer genannt; der Vorgang wird im Geschäftsbericht jedoch nicht erwähnt

Frage: in welcher Weise war Bayer von Urteilen betroffen?
bitte veröffentlichen Sie die Liste der wichtigsten jährlichen Schadstoff-Emissionen in Map ta Phut in Luft und Wasser (Schwermetalle; Stickoxide, Schweldioxid, Feinstaub, Lösemittel etc)

Marketing-Kosten
Der BAYER-Geschäftsbericht ist an manchen Stellen sehr ausführlich, woanders erstaunlich knapp
Bsp. Seite 187: Die Vertriebskosten enthalten Aufwendungen für Distribution und Lagerhaltung in Höhe von 952 Mio €, Marketingaufwendungen in Höhe von 2.392 Mio sowie sonstige Vertriebskosten in Höhe von 4.579 Mio €.

Marketing und „sonstige Vertriebskosten“ betragen fast acht Milliarden Euro!
Immerhin 25% Ihrer Kosten, die nirgendwo im Geschäftsbericht weiter aufgeschlüsselt werden!
Ich wundere mich, dass Ihre Großaktionäre eine solch mangelnde Information hinnehmen

Ich nehme an, dass sich in diesen Posten der ganze Graubereich des Marketings versteckt: Kosten für Pharmareferenten; Finanzierung von Ärzte-Kongressen, Anwendungs-Studien (deren Ergebnisse meist in der Schublade verschwinden); Medikamentenproben, Fortbildungen von Ärzten, Zuwendungen an medizinische Fachgesellschaften, und und und.

Ich möchte Sie daher um eine detaillierte Aufstellung des Postens Marketing + „sonstige Vertriebskosten“ bitten.
Alle Posten oberhalb von 10 Millionen Euro offen legen; insbesondere Kosten von TV-Werbung, Werbung in Printmedien, Spenden an Fachgesellschaften, und die oben genannte Posten: Medikamentenproben, Fortbildungen, Anwendungs-Studien, etc.

Klima-Emissionen
anlässlich des Weltklimagipfels in Kopenhagen im Dezember wollten wir in Leverkusen einen Offenen Brief an Herrn Wenning übergeben: http://www.cbgnetwork.org/3164.html

Darin haben wir gefordert: Reduktion des CO2-Ausstoßes der BAYER AG sowie ein Verzicht auf neue Kohle- und Müllkraftwerke, die in mehreren BAYER-Werken geplant sind,

Zur Erinnerung: CO2-Ausstoß von Bayer liegt bei rund 9 Mio Tonnen jährlich.

Wir wurden vom BAYER-Werkschutz gehindert, den Brief zu übergeben.
Auf Anfragen der Medien sagten BAYER-Vertreter: „wir sind der falsche Ansprechpartner, da wir keine Kraftwerke bauen“
Zum Beispiel hieß es im Hörfunk: „Ein Bayer-Sprecher sagte dem WDR, der Konzern sei der falsche Adressat für solche Aufrufe.“

Herr Wenning, wollen Sie uns für dumm verkaufen? Natürlich baut Bayer die Kraftwerke nicht selbst

· ABER: die Kohlekraftwerke in Krefeld, Brunsbüttel und Antwerpen sowie Müllkraftwerke in Brunsbüttel und Dormagen sollen auf Gelände von Bayer errichtet werden
· In allen genannten Fällen hat BAYER langfristige Verträge über Strom- und Dampf-Lieferungen geschlossen
· Im Werk Krefeld-Uerdingen soll das Kohlekraftwerk (Emissionen: 4,3 Mio Tonnen CO2) sogar von der Bayer-Tochter Currenta betrieben.

Frage: Herr Wenning, sind Sie wirklich der falsche Adressat für diese Diskussion?

Wir wiederholen unsere Forderungen nach einem breitgefächerten Programm zur Reduktion der CO2-Emissionen um 80% bis zum Jahr 2050 (entsprechend der Forderung des Weltklimarats, in den Industrieländern bis zum Jahr 2050 den Kohlendioxid-Ausstoßes um 80% bis 95% zu verringern, um den Temperaturanstieg auf 2°C zu begrenzen).
Wir fordern zudem einen Bau-Stopp für Kohle- und Müllkraftwerke auf dem Gelände aller BAYER-Werke!

Letzte Frage geht an Herrn Dekkers als künftiger Vorstandsvorsitzender: Herr Dekkers: wir sind gespannt: sich der öffentlichen Diskussion stellen?
Oder wollen Sie ebenfalls Kritik mit Hilfe des Werkschutzes verhindern ?

Felicitas Rohrer

CBG Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Felicitas Rohrer, ich bin 25 Jahre alt und komme aus Bad Säckingen.

Zunächst möchte ich aus dem Begleitheft der Antibabypille Yasminelle, die von Bayer vertrieben wird, zitieren:
„Yasminelle – mehr als eine neue Pille. Die niedrige Dosierung soll für eine gute Verträglichkeit sorgen und das Drospirenon hat ein paar hilfreiche Zusatznutzen auf Lager:
- Smile-Effekt – und du fühlst dich rundum wohl in deiner Haut.
- Feel-Good-Faktor: Yasminelle verbessert körperliches und seelisches Befinden.
- Figur-Bonus: Yasminelle hilft, das Gewicht stabil zu halten.
Mit Yasminelle kannst du das Leben und die Liebe so richtig genießen. Mit Yasminelle kannst du zu jeder Zeit im Zyklus singen: I feel good…“

Ich bin im Juli des vergangenen Jahres fast an einer doppelten Lungenembolie gestorben. Ursache dafür war genau diese in dem Begleitheft so angepriesene Antibabypille Yasminelle. Von Ihrer Firma.

Am 11. Juli 2009 war ich zufällig mit meinem Freund in Freiburg. In der dortigen Universität wurde mir plötzlich schwindlig bevor ich ohnmächtig zusammengesackt bin. Mein Freund konnte mich gerade noch auffangen und es gelang ihm nach einiger Zeit mich aus der Ohnmacht zurückholen. Aber ich hatte furchtbare Schmerzen, ein enormes Druckgefühl auf dem Oberkörper und ich konnte kaum noch atmen. Jede Sekunde wurde es schlimmer und ich drohte zu ersticken. Den hinzugerufenen Rettungssanitätern gelang es nicht mich zu stabilisieren, da ich erneut ohnmächtig wurde. Der Notarzt ließ mich sofort in die Uniklinik einliefern.
Dort haben im Schockraum bereits etwa fünfzehn Ärzte auf mich gewartet. Mir wurden die Kleider vom Leib geschnitten. Die Schmerzen wurden so stark, dass ich nicht mehr liegen bleiben konnte. Dann weiß ich bis zum nächsten Tag nichts mehr.

Aus den Arztberichten weiß ich heute, dass mein Herz aufgehört hat zu schlagen und dass ich blau angelaufen bin. Zu diesem Zeitpunkt kannten die Ärzte die Ursache hierfür noch nicht. Sie sahen nur ein 25-jähriges Mädchen mit akutem Herzversagen vor sich liegen. Ich wurde vergeblich defibrilliert. Alle Reanimationsversuche scheiterten. Daraufhin entschlossen sich die Ärzte meinen Brustkorb zu öffnen. Durch einen 15cm langen Schnitt wurde mir das Brustbein geöffnet und zur Seite gebogen. Während ich operiert wurde, hielt ein Arzt mein Herz in seinen Händen und versuchte es auf diese Weise zu pumpen. Zwei Nierenschalen voller Blutgerinnsel befanden sich in beiden Lungenflügeln. Nachdem diese entfernt waren, wurde ich an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Weder mein Herz noch meine Lunge waren in der Lage eigenständig zu funktionieren. Ab dem Zeitpunkt, an dem mein Herz stehen blieb bis zur Eröffnung des Brustkorbes vergingen 20 min, in denen mein Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt war. 20 min, in denen mein Herz nicht schlug. Ich war 20min lang klinisch tot.
Nach der Operation lag ich einen Tag im Koma, bevor ich dann auf der Intensivstation aufgewacht bin. Ich war so erschöpft, hatte solche Schmerzen, dass selbst das stärkste Schmerzmittel, ein Morphinderivat, nicht ausreichte meine Schmerzen zu lindern. Die Sekunden, die das Schmerzmittel brauchte, um im Blut verteilt zu werden, kamen mir wie eine qualvolle Ewigkeit vor. Wissen Sie wie das ist, wenn man vor Schmerzen nur noch schreien kann? Wenn die Familie hilflos am Bett steht und alles, was sie tun können ist meine Hand zu halten, während ich schreie und weine?
Ich hatte sechzehn Infusionen und sechs schmerzende Narben am ganzen Körper. Mir fehlte die Kraft mich zu bewegen, ich konnte kaum sprechen, konnte nicht richtig essen, weil das Kauen und Schlucken zu anstrengend waren.
Währenddessen musste meine Familie hilflos mit ansehen, wie ihre 25 jährige Tochter, die kurz zuvor scheinbar kerngesund nach Freiburg fuhr, nun hier lag und um ihr Leben kämpfte. Sie wussten in den kommenden Tagen nie, ob ich diesen Kampf gewinnen würde.
Viele von Ihnen im Vorstand haben Töchter. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie vor einem Operationssaal warten müssten, stundenlang, während ihr Kind darin um ihr Leben kämpft?

Ich bin 25 Jahre alt. Ich habe fünfeinhalb Jahre Tiermedizin studiert, war gerade mit dem Studium fertig geworden und stand mitten im Leben. Mein Leben sollte endlich richtig beginnen und nun, völlig unerwartet, konnte ich mich nicht einmal mehr selbständig bewegen. Zu merken, dass mein ganzer Körper richtig kaputt war, war grausam. Als nach ein paar Tagen versucht wurde, mich in einen Stuhl zu setzen, fehlte meinem Oberkörper nach wenigen Minuten die Kraft sich aufrecht zu halten und sackte zur Seite weg. Ich konnte mich nicht selber waschen, nicht auf die Toilette gehen, mich nicht aufsetzen. Ich war auf einen Rollstuhl angewiesen und musste immer einen Apparat mit Blutverdünnern und Schmerzmitteln mit mir führen. Laufen musste ich erst wieder lernen. Es war die Hölle.

Und heute? Heute stehe ich hier vor ihnen. Ich stehe hier, weil ich das Glück hatte zu überleben. Wäre ich an dem Tag nicht in Freiburg sondern wie gewöhnlich an meinem Heimatort gewesen, wäre nicht mein Freund dabei gewesen, hätten die Ärzte nicht so schnell und vor allem richtig reagiert, wäre ich gestorben. Mit 25. Eine doppelte Lungenembolie überleben nur weniger als 20%. Patienten, die eine Operation über sich ergehen lassen müssen, wie sie bei mir durchgeführt wurde, haben eine Überlebenschance von 3%. Meine behandelnden Ärzte sprachen von einem Wunder, dass ich überlebt habe. Und es darf doch kein Wunder sein, es darf doch nicht vom Glück abhängen, ob man überlebt oder nicht!
Ich habe überlebt. Aber ich werde für den Rest meines Lebens geschädigt sein. Ich muss Marcumar nehmen, das mein Blut verdünnt. Die Nebenwirkungen sind heftig und vor allem ist es ein großer Einschnitt in mein Leben. Ich muss ständig meinen Blutgerinnungswert im Auge behalten und messen. Ich muss darauf achten, was ich esse und trinke und auf viele Dinge, die ich so gern hatte, muss ich ganz verzichten. Die Gefahr innerer Blutungen ist ständig gegeben und ich darf entgegen meinem großen Wunsch keine Kinder bekommen.
Meine Venen im linken Bein sind irreparabel zerstört und ich habe immer noch einen Thrombus in der Beckenvene, der nicht operabel ist. Aufgrund dessen kann mein Blut nicht richtig zurückfließen, weshalb ich einen Kompressionsstrumpf tragen muss, den Sie hier sehen können. Jeden Tag, mein Leben lang. Ich muss deshalb auf Sommerurlaube verzichten und muss neue Kleidung und neue Schuhe kaufen. Ich habe Lymphabflussstörungen im Bein, muss deshalb mindestens zweimal die Woche zur Lymphdrainage. Meine Herz- und Lungenfunktion ist eingeschränkt. Ich habe zahlreiche Narben, die größte von hier oben bis runter zum Bauch. Alle Narben müssen mit Ultraschall, Salben und Narbenpflastern behandelt werden. Können Sie es sich vorstellen, was es für eine junge Frau bedeutet in den Spiegel zu schauen und diese Narben zu sehen? Ich kann weder längere Zeit sitzen noch lange stehen, daher ist es fraglich, welchen Beruf ich einmal ausüben kann. Ich bin Tierärztin, aber es ist nicht daran zu denken in diesem Beruf zu arbeiten. Dazu kommt, dass ich aufgrund des instabilen Brustbeines körperlich nicht belastbar bin. Ich weiß nicht wie es mit mir weitergehen soll.

Bei mir ist es zweifelsfrei erwiesen, dass die Pille die Ursache für meine Lungenembolie war. Mein Blut wurde auf jede mögliche Gerinnungsstörung untersucht - ich habe keine. Ich habe nie geraucht, bin nicht übergewichtig und habe immer Sport gemacht. Es gibt keinen anderen Grund für die Embolie als die Pille. Die Pille, die von Ihnen so angepriesen wird, die doch so toll für den Körper sein soll und sich insbesondere an junge Erstanwenderinnen wendet wie ich es war. Sie ködern junge Mädchen mit der absurden Werbung sie würden nicht an Gewicht zunehmen, könnten ihr Hautbild verbessern und dass die Pille besonders gut verträglich sei. Dabei ist gerade Yasminelle wie die anderen Pillen der dritten und vierten Generation auch besonders gefährlich für Erstanwenderinnen unter 30 Jahre. Das Hormon Drospirenon, das die Yasminelle und andere Pillen dieser Generation beinhalten, entzieht dem Körper besonders viel Wasser. Dadurch verdickt sich das Blut und das Thromboserisiko erhöht sich enorm. Diese Thrombosen können zu solchen Embolien führen. Lungenembolie, Herzembolie, Hirnembolie.

Und ich bin bei weitem kein Einzelfall:
- Nach mir wird eine junge Frau sprechen, die ebenfalls durch die Pille dauerhaft geschädigt ist.
- In der Schweiz ist ein junges Mädchen nach der Einnahme der Pille Yaz gestorben. Yaz ist ebenfalls eine Pille der 3. Generation, die von Bayer vertrieben wird.
- Die damals 16-jährige Celine war gerade frisch verliebt und nahm deshalb Yaz. Heute, nachdem sie die Pille ganze 4 Wochen lang eingenommen hatte, ist sie spastisch behindert, an einen Rollstuhl gefesselt und wird nie wieder sprechen oder laufen können. An die Herren des Vorstandes: Gehen Sie ins Internet, geben Sie in eine Suchmaschine „Celine“ und „Pille“ ein und schauen Sie sich die Bilder an. Schauen Sie sich die Fotos an! Und dann sagen Sie noch einmal, dass Ihre Pille besonders verträglich sei, wie es Ihr Chef-Mediziner Dr. Malik sagt. Wenn Sie so überzeugt von Ihrem Produkt sind, dann besuchen Sie Celine, gehen Sie zu ihr hin und sagen Sie ihr ins Gesicht, dass sie ganz alleine Schuld an ihrem Schicksal ist. Wenn Sie so überzeugt von der Pille sind, warum haben Sie dann zwei Jahre lang die Krankenhauskosten für Celine bezahlt? Stillschweigend und unter der Hand? Das ist doch ein Schuldeingeständnis!
- In Deutschland ist im September 2009 eine junge Frau an einer Lungenembolie gestorben. Auch sie nahm die Pille ein.
- In den USA sind derzeit 50 Todesfälle bekannt, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Einnahme der Pille stehen.

Durch Berichte in den Medien auf mich aufmerksam geworden, melden sich immer mehr Mädchen bei mir, die das gleiche Schicksal erlitten haben. Die Dunkelziffer ist enorm hoch. Und es wird weiter gehen.
Deshalb frage ich Sie: Wann werden Sie etwas unternehmen und die Pillen der dritten und vierten Generation vom Markt nehmen? Wie viele Todes- und Erkrankungsfälle wollen Sie noch abwarten? Sie machen mit den Pillen Yaz, Yasmin und Yasminelle einen jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Euro und riskieren nicht nur das Leben von jungen Mädchen, nein sie zerstören auch die Zukunft vieler junger Frauen und Familien wie in meinem Fall.
Herr Dr. Dekkers, Sie werden ab Oktober der neue Vorstandsvorsitzende von Bayer sein. Sie haben drei Töchter. Würden sie Ihnen die Yasminelle guten Gewissens empfehlen?
Können Sie sich in die Lage der Väter und Mütter versetzen, die stundenlang vor dem OP warten müssen und jedes Mal, wenn ein Arzt den OP verlässt, müssen sie damit rechnen, dass der Arzt sagt, dass sie den Kampf verloren hat. Oder dass er ihnen sagt, dass, sollte Ihre Tochter überhaupt überleben, sie dann aufgrund des Sauerstoffmangels dauerhafte Gehirnschäden haben wird? Können Sie sich das vorstellen? Mein Vater musste das erleben, meine Mutter, meine Geschwister und mein Freund. Alle Menschen, die ich liebe und die mich lieben mussten damit rechnen, dass ich sterben würde. Ohne nochmal die Möglichkeit gehabt zu haben sich zu verabschieden. Und viele Mädchen hatten die Möglichkeit nicht mehr.

Sie haben es zu verantworten, dass das Leben junger Frauen zerstört ist oder nicht mehr existiert. Wie können Sie morgens überhaupt in den Spiegel schauen???

Ich stand mitten im Leben und Ihre Pille hat mich da herausgerissen, mir Qualen und unerträgliche Schmerzen zugefügt und mich geschädigt hinausgespuckt in ein neues Leben, in dem ich Schwierigkeiten habe zurecht zu kommen. Schon auf der Intensivstation habe ich deshalb psychologische Betreuung erhalten und ich brauche auch heute noch eine Psychologin.
Sie haben mir meine Gesundheit genommen und dazu hatten Sie kein Recht. Sie bewerben die Pille als Produkt, nicht einmal als Medikament, sondern als Produkt, das dem ganzen Körper wohltut. Stattdessen sterben Mädchen deswegen und Sie verdienen Unmengen von Geld damit. Das ist menschenverachtend. Warum stellen Sie eine Antibabypille her, die Nebenwirkungen hat, die für die Verhütung nicht notwendig sind?
Wie erklären Sie es sich, dass meine Frauenärztin nachdem sie über die ersten Zwischenfälle der Pille in der Schweiz gelesen hat ihren Bayer-Vertreter, einen ihrer Studienkollegen, diesbezüglich befragte, dieser jedoch abgewiegelt und die Unbedenklichkeit der Pille weiterhin angepriesen hat?

Ich fordere Sie auf Verantwortung zu übernehmen. Hören Sie auf so zu tun als gäbe es uns nicht. Hören Sie auf uns zu verhöhnen, indem Sie sagen, dass alle Geschädigten Einzelfälle sind, Vorerkrankungen hatten und dass die Schäden nicht von der Pille kommen. Bedenken Sie, dass auch sie Vater oder Mutter eines solchen „tragischen Einzelfalls“ werden könnten. Reagieren Sie auf die Opfer, nehmen Sie die Pillen vom Markt und sprechen Sie mit uns. Im Moment schweigen Sie uns im wahrsten Sinnen des Wortes tot. Lassen Sie keine jungen Frauen mehr sterben. Mein Leben haben Sie schon zerstört.

[Kathrin Weigele] Rede von Kathrin Weigele

CBG Redaktion

Meine Damen und Herren, werte Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates,

mein Name ist Kathrin Weigele und ich möchte zu dem Thema Nebenwirkungen von Antibabypillen der 3. und 4. Generation zu Ihnen sprechen. Bei der Diskussion um die Nebenwirkungen dieser Pillen geht es vor allem um die dort verwendeten Inhaltsstoffe und deren Auswirkungen auf die Häufigkeit venöser Thromboembolien. Pillen der dritten Generation beinhalten den Wirkstoff Desogestrel und Pillen der vierten Generation den Wirkstoff Drospirenon. Beide Stoffe bringen ein höheres Thromboserisiko gegenüber Pillen der älteren, zweiten Generation mit sich. Ich selbst bin von dieser Problematik in besonderer Weise betroffen und so bin ich froh und auch dankbar, heute hier stehen und von meinem Schicksal berichten zu können. Denn auch ich wurde im Alter von 24 Jahren nach einer etwa halbjährigen Einnahme der Pille Yasmin beinahe aus dem Leben gerissen.

Mein Frauenarzt hatte mir die Pille Yasmin, ein Präparat aus Ihrem Hause, das den Wirkstoff Drospirenon enthält, als besonders verträglich, schonend und besonders niedrig dosiert empfohlen und noch weitere positive Eigenschaften wie eine Verbesserung des Hautbildes oder Gewichtsregulierung angepriesen. So ermuntert entschied ich mich dann entgegen meiner ursprünglichen und generellen Skepsis gegenüber der Verhütung mittels Pille es doch einmal mit der Yasmin zu versuchen. Die Folgen dieser Entscheidung: eine schwere beidseitige Lungenembolie durch die sich ein lebensgefährlicher Lungenhochdruck entwickelte sowie eine damit verbundene Rechtsherzbelastung mit der Gefahr akuten Herzversagens. Die Ärzte bescheinigten mir angesichts der schwere meiner Erkrankung eine Lethalitätsrate von 95%, oder mit anderen Worten eine Überlebenschance von 5% in den nächsten 5 Jahren. Aus einem jungen, gesunden und aktiven Menschen wurde mit einem Schlag eine junge Frau, die ums Überleben kämpfen musste. Da bei mir – ebenso wie bei Frau Rohrer - keinerlei persönliche Risikofaktoren für die Entstehung der Embolien vorlagen (ich bin Nichtraucher, es besteht keine genetische familiäre Vorbelastung oder Übergewicht), ist die Pille Yasmin als alleinige Ursache anzusehen. Auch heute noch leide ich unter den Folgen meiner Entscheidung für Yasmin: Herz und Lunge sind gezeichnet von den Embolien. Schmerzen in Lunge, Herz und Brust sind keine Seltenheit. Es befinden sich zudem immer noch zahlreiche Mikroembolien in beiden Lungenflügeln, was eine sog. Diffusionsstörung zur Folge hat. Das ist eine Gasaustauschstörung, was bedeutet, dass die Aufnahme von Sauerstoff ins Blut zu großen Teilen eingeschränkt ist. Ich komme daher schneller ausser Atem und muss dementsprechend häufiger um Luft ringen. Die Anstrengungen des Alltages verlangen mir heute im Vergleich zu gleichaltrigen gesunden Frauen mehr Kraft, Einsatz und Kampfgeist ab.

Bleibende Folgeschäden, lebenslange Einnahme von Blutgerinnungsmitteln sowie Ungewissheit und Angst, ob einer Verschlechterung meines Gesundheitszustandes werden mich so für immer schmerzlich an die Einnahme der Pille Yasmin erinnern. Aus der Pille Yasmin ist für mich eine Pille fürs Leben geworden.

Ich bin heute hier, um auch anderen Betroffenen ein Gesicht zu geben und ich bitte Sie für mich und für all diejenigen Frauen und Mädchen, die als Endverbraucher durch die Nebenwirkungen Ihrer Pille betroffen sind, meine Fragen zu beantworten.

Es ist weitgehend bekannt, dass es bei der Einnahme der Pille in seltenen Fällen zur Bildung von Thrombosen oder Embolien kommen kann. Weniger bekannt ist den Anwenderinnen bisher bedauerlicherweise jedoch, dass das Thromboserisiko drospirenonhaltiger Pillen der Produktfamilie Yasmin- zu der auch die Präparate Yaz, Yasminelle und Petibelle gehören- dasjenige der Pillen der 2. Generation um ein vielfaches übersteigt.

Im August 2009 wurden hierzu in dem renommierten British Medical Journal zwei neue Studien unabhängiger Wissenschaftler aus Dänemark und den Niederlanden veröffentlich. Der niederländischen Studie zufolge erhöht der Wirkstoff Drospirenon das Risiko der Thrombosebildung um das Fünffache. In der dänischen Studie wurde ein doppeltes Risiko festgestellt.
Die Unbedenklichkeit und angebliche Sicherheit drospirenonhaltiger Kontrazeptiva sollte im Gegensatz dazu die sog. EURAS-Studie aus dem Jahr 2007 belegen. Danach ist das Thrombose- bzw. Embolierisiko mit Pillen der sog. 2. Generation vergleichbar, die meist das Hormon Levonorgestrel enthalten. Doch wieviel Vertrauen kann man dieser Studie wirklich entgegenbringen kann, wenn man in Betracht zieht, dass die Studie von (damals noch) Schering selbst in Auftrag gegeben, finanziert und darüber hinaus von einem ehemaligen Schering-Mitarbeiter, dem Leiter des Bereichs Gynäkologie bei Schering, durchgeführt wurde?

Mir ist bekannt, dass Bayer die Studien aus Dänemark und den Niederlanden anzweifelt. Es wird unter anderem beanstandet, die dänische Studie habe nicht zwischen Erst- und Langzeitanwenderinnen differenziert, was die Daten zuungunsten der neueren Präparate verfälsche. Eine Unterscheidung ist deshalb relevant, da das Thromboserisiko im ersten Anwendungsjahr am größten ist. Doch wie kann Bayer etwas als methodische Schwäche der dänischen Studie bemängeln, was bei der eigenen Studie selbst nicht befolgt wurde? Denn auch die EURAS-Studie lässt eine solche Differenzierung vermissen.

Auch nach Untersuchung der Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic im vergangenen Jahr ist das Risiko, bei Einnahme von drospirenonhaltigen Pillen ein Blutgerinnsel zu entwickeln, höher als bisher angenommen und vor allem höher als bei Anwendung von Pillen der 2. Generation. Dem hat sich nun auch das Deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte angeschlossen. Meine Damen und Herren, ist darin nicht eine Bestätigung der Studienergebnisse aus Dänemark und den Niederlanden zu sehen? Ist die EURAS-Studie mit dem Ergebnis eines vergleichbaren Thromboserisikos damit nicht ganz klar wiederlegt? Ich möchte Sie, Herr Wenning fragen: Warum werden die Hinweise und Studien unabhängiger Wissenschaftler und Behörden bei Bayer weiterhin nicht ernst genommen und einfach übergangen? Wie können Sie angesichts solcher Ergebnisse weiterhin von einem positiven Nutzen-/Risikoprofil von Yasmin ausgehen? Wie erklären Sie sich dann, dass nun auf Veranlassung europäischer Arzneimittelbehörden sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland der Beipackzettel geändert, d.h. um zusätzliche Risikohinweise ergänzt und auf die neuen Studien Bezug genommen werden muss? Ist dies nicht als Indiz dafür zu werten, dass Ihrerseits bisher unzureichend über die Risiken drospirenonhaltiger Präparate informiert und aufgeklärt wurde?

Bei Bayer hatte man noch im Jahre 2009 keinen Anlass zu einer solchen Änderung gesehen. Der Beipackzettel enthielt und enthält bisher keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risikoprofil der Pille Yasmin. Auch ich habe damals nichts davon erfahren, dass das in der Pille Yasmin enthaltene Hormon Drospirenon ein erhöhtes Thrombose- und Embolierisiko mit sich bringt.

Derartige Informationen werden von Bayer zurückgehalten. Ich möchte gerne wissen, warum Angaben zur Häufigkeit von schweren Nebenwirkungen und sogar Todesfällen vom Bayer-Konzern verschwiegen werden? Warum legen Sie nicht endlich alle Ihnen gemeldeten Nebenwirkungen und Ihnen vorliegenden Anwendungsstudien offen? Angeblich um die Kundinnen nicht zu verunsichern. Doch entsteht Verunsicherung nicht vielmehr durch unzulängliche Information, durch das Gefühl, es wird etwas Verschwiegen und nicht durch ehrliche Aufklärung? Wie lässt sich ein solches Verhalten mit Ihren eigenen Unternehmensmaximen wie Integrität, Offenheit und Ehrlichkeit vereinbaren?
Auch in den Bayer Werbekampagnen werden die Risiken mit keinem Wort erwähnt. Das Marketing zielt vielmehr auf Lifestyle-Anwendungen wie Aknebehandlung und Gewichtsreduzierung ab. Meine Damen und Herren, ist es denn wirklich erforderlich Frauen und Mädchen mit Werbeslogans wie „Verhütung ohne Gewichtszunahme“ zu ködern und sie dadurch einem erhöhten Thromboserisiko auszusetzen?

Die Pille soll verhüten. Und sonst nichts. Eben das tun auch die älteren Präparate der 2. Generation genauso wirkungsvoll. Ist die Verwendung des Wirkstoffes Drospirenon dann nicht völlig unnötig? Wie rechtfertigen Sie die Zunahme lebensgefährlicher Nebenwirkungen bei gleicher Verlässlichkeit der Verhütung, was letztlich Ziel und Aufgabe der Pille ist? Sollte durch Forschung und Fortschritt im Bereich hormoneller Verhütungsmittel, denen sich ihr Unternehmen als Weltmarktführer mit dem Leitbild „Science for a better life“ verschrieben hat, nicht vielmehr ein gegenteiliger Effekt hervorgerufen werden- nämlich eine Verbesserung neuer Präparate hin zu schonenderen und gesünderen Pillen mit immer weniger Nebenwirkungen?

Als Marktführer auf dem Gebiet der Antibabypillen tragen Sie mit die Verantwortung für etwa 100 Millionen Frauen und Mädchen, die weltweit mit der Pille verhüten. Ist Ihnen dabei bewusst, dass angesichts der großen Zahl von Anwenderinnen oraler Kontrazeptiva schon eine geringfügige Erhöhung der Nebenwirkung eine große Auswirkung auf eine Vielzahl von Frauen hat? Haben Sie als Hersteller von Medizinprodukten nicht die Pflicht alles zu unternehmen, um die Sicherheit derer, die Ihnen ihr Vertrauen aussprechen, indem sie Ihre Produkte kaufen, zu gewährleisten? Ich habe mich vertrauensvoll in die Hände von BayerSchering begeben und hätte fast mit dem Leben dafür bezahlt.

Im den USA sehen Sie sich derzeit einer Vielzahl von Klagen ausgesetzt. Mich als angehende Juristin würde daher interessieren: Wieviele Schadensersatzansprüche wurden gegenüber Bayer aufgrund dieser Problematik in Deutschland aber auch weltweit bereits gestellt? Sind vielleicht sogar schon gerichtliche Verfahren anhängig oder wurden außergerichtliche Vergleiche geschlossen? In welchen Fällen wurde bereits außergerichtlicher Schadensersatz geleistet?

Ich fordere den Bayer-Vorstand dazu auf endlich aktiv zu werden, die Verantwortung für Ihr Produkt zu übernehmen und ehrlich über die deutlich erhöhte Thrombosegefahr aufzuklären, um weitere Schicksale wie das meine und das von Frau Rohrer zu verhindern. Viele Frauen und Mädchen warten auf eine ehrliche Aussage von Bayer.

Ich wünsche mir fernen, dass Sie sich nach der heutigen Hauptversammlung mit Fällen wie meinem und dem von Frau Rohrer befassen, dass Sie auf die Betroffenen zugehen und diese in ihrer Situation bei der Problembewältigung unterstützen.

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.

[Christoph Koch] Bienensterben 2009 in Österreich – ein Zufall oder ein erneuter Skandal?

CBG Redaktion

Sehr geehrter Vorstand,
sehr geehrter Aufsichtsrat,
meine sehr geehrten Damen und Herrn Aktionäre,

mein Name ist Christoph Koch. Ich bin Berufsimker in Baden Württemberg und spreche zu ihnen im Namen des deutschen und europäischen Berufs- und Erwerbsimkerbundes und hatte schon 2009 Gelegenheit hier Fragen zu stellen.

Im Jahr 2008 wurden am Oberrhein und im Raum Passau weit über 12500 Bienenvölker nachweislich durch das BAYER Saatgut Beizmittel Poncho bzw. Poncho Pro vergiftet, was dazu führte, dass der Wirkstoff Clothianidin als Beizmittel am Mais die Zulassung bis heute verloren hat. Eben so in Italien, wo es die gleichen Probleme gab. 2009 gab es nun erneut große Vergiftungen in Österreich und der Schweiz.

Auf der BAYER HP wird zu den Vorfällen am Oberrhein in 2008 heute vorallem schlecht gebeiztes Saatgut als einer der Gründe genannt und an anderen Stellen schon früher oft auch als einer der Gründe die Varroa als Krankheit der Bienen angeführt. So auch auf der letzten Hauptversammlung.

Das zuständige Julius-Kühn-Institut (eine Einrichtung der Bundes Republik) das maßgeblich an der Aufarbeitung beteiligt war, kommt aber zu einem ganz anderen Grund, nämlich eindeutig Vergiftung und schließt Krankheiten der Honigbienen definitiv aus!

Ihre Hauseigenen Experten sprechen zur Frage der Ursachen im Frühjahr 2008 den Imkern gegenüber immer von Nosema-Krankheit als eine der möglichen Ursache für die Schäden an den Bienen, jedoch nie von Varroa. So auch in Italien und ganz Aktuell auch in Österreich. Auch die Bienenwissenschaftler sind sich einig, dass die Varroa für Frühjahrsschäden zum Zeitpunkt der Maisaat nie in Betracht kommen kann, schließen aber Nosema-Krankheiten nicht aus.

Auf der letzten Hauptversammlung 2009 habe ich den Vorstand schon einmal gefragt, welche der beiden Krankheiten es jetzt nun wirklich ist von der BAYER meint die Bienen vor allem im Frühjahr zu schädigen? Die Varroa oder die Nosema? Diese Frage wurde mir 2009 nicht beantwortet und ich stelle sie hiermit erneut und erwarte eine klare Aussage bzw. eine klare Korrektur.

Oder kann es sein, dass man hier wie schon oft versucht die wirklichen Vergiftungsprobleme der Öffentlichkeit gegen über mit dem verweis auf Krankheiten zu legitimieren?

Und weil es zu anderen Problemen in der Imkerei eben gut passt, die Varroa hier auch herhalten muss?

Sollten Sie dies jedoch abstreiten, stelle ich die Frage, warum Sie dann auf der HP dies nicht richtig korrigieren?

Dann hab ich da noch eine weitere Frage zur Toxität dieses Clothianidin. Stimmt es, dass dieser Wirkstoff 7000-mal giftiger für die Bienen ist als das berühmte DDT?

Wenn ja, warum streiten Sie dann das Vergiftungspotential immer noch ab und nennen ihre Saatgutbeizungen Bienenungefährlich ohne jeden Warnhinweis zu den Gefahren im subletalen Bereich? Warum versuchen Sie hier die Bienenkrankheiten bei Vergiftungen immer noch ins Feld zu führen?

Wenn nicht, dann möchte ich gerne wissen um wie viel dieser Wirkstoff Clothianidin den Bienen gegenüber giftiger ist als das bekannte DDT? 1000-mal? 500-mal? Oder gar weniger? Ich bin gespannt auf die Antwort.

Ja meine Damen und Herren Aktionäre,

man sollte eigentlich meinen, dass der Konzern aus dieser Katastrophe von 2008 etwas gelernt hat. Wie ich schon erwähnte fanden bei der Maissaat 2009 gerade in Österreich erneut Bienenvergiftungen nachweislich mit Clothianidin statt. Trotz bester Saatgut-Beizung und Sägeräten mit Abluft in den Boden den sogenannten Deflektoren. Man hat auch 2009 den Imkern gegenüber dort versucht die Probleme zunächst auf die Nosema-Krankheit abzuwälzen. Wohl gemerkt nicht auf die Varroa-Krankheit. Ja man hat die Chemischen Untersuchungen so lange hinaus geschoben und nur nach diesen Krankheiten gesucht bis aus Geldmangel die Untersuchungen eingestellt werden sollten. Der wahre Grund der Verzögerung, war doch nur der, mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Zulassung aufgehoben wird, um erneut ein Jahr weiter den Absatz zu sichern, ja sogar ein Aufheben der Zulassung in Deutschland zu erwirken! Und das nach all dem was 2008 hier geschehen war!
Im Zwischenbericht zum dortigen Monitoringprogramm „Melissa“ wird eindeutig Vergiftung durch Clothianidin als Ursache für die Bienenschäden genannt und keinerlei Zusammenhang mit Krankheiten genannt. Sie schreiben auf der HP, dass bei sachgerechter Anwendung diese Beizmittel Bienensicher sein sollen. Dass es Probleme mit den Sägeräten geben kann ist dem Konzern aber nicht gänzlich neu! Seit 2002 ist dies bekannt, dass mit dieser Beiz- und Säe-Technik Gefahr für die Bienen bestehen kann. Jedoch wurden von Ihnen immer die Bienenkrankheiten als Legitimation ins Feld geführt. Nun Frage ich Sie, wie Sie sich diese Vergiftungen von 2009 in Österreich noch erklären können? und was Sie dieses mal als Ausrede parat haben?
Ja warum haben Sie nicht dafür gesorgt, dass Ihr Beizmittel richtig angewendet wird? Wo liegen da denn nun die Fehlerpotentiale, dass es zu weiteren Vergiftungen der Bienen kommen kann?
Warum wurden diese nicht nach der Katastrophe von 2008 abgestellt?

Ich habe Sie schon 2009 gefragt, warum sich dieser Konzern von den Saatgut Firmen sein Image versauen lässt? und was Sie dagegen tun?

Oder zeigt Ihre Untätigkeit in dieser Richtung, dass es doch keine 100%ige Sichere Saatgutbeizung gibt?
Vor allem wenn es sich außerhalb ihrer Labore abspielt?
Ist man hier überhaupt Praxisgerecht?
Sind ihre Versuche hinsichtlich der Bienensicherheit wirklich Praxistauglich und entsprechen der Realität draußen auf dem Feld?

Oder war man bisher immer der sicheren Meinung den Imker eventuelle Probleme mit Krankheiten zu erklären?

Warum liegen heute 2010 also 2 Jahre nach der Katastrophe am Oberrhein immer noch Mais-Saatkörner auf den Feldern offen herum? Diese Frage ist zwar an die Landwirte zustellen, aber bedenken Sie, währen diese herum liegenden Maissaatkörner mit Clothianidin gebeitzt, dann könnten diese Körner in einer Pfütze die Bienen beim Wasser holen vergiften und töten. Ein einziges mit Poncho gebeiztes Maissaat-Korn aufgelöst in 2,5 L Wasser ist für eine Biene tödlich. Das müsste ihnen eigentlich bekannt und bewusst sein oder nicht?

Mir persönlich jedenfalls zeigen diese Vorgänge ganz eindeutig, dass man den Wirkstoff nicht im Griff hat und die so viel gelobte Sicherheit den Bienen gegenüber, es in der Theorie wohl geben kann, aber in der Praxis gibt es diese nicht. Clothianidin ist in meinen Augen damit nachweislich extrem Bienengefährlich und gehört somit nach heutigem Erkenntnis Stand als gesamte Stoffgruppe schnellstens vom Markt genommen.

Meine Damen und Herrn ich bin sehr gespannt, wie der Clothianidin Großversuch dieses Jahr in Österreich ausgeht. Die Maisaat hat dort gerade begonnen.

Ich bin auch sehr gespannt, was für Antworten der Vorstand mir dieses mal auf meine Fragen geben wird und bedanke mich für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

Wennings Antworten

Zunächst gab Wenning an dass es weltweit Bienenprobleme gibt und die Zahl der Bienenvölker stark zurückgegangen ist. Dies ist von allen Forschern mit der Varose als einen von vielen Faktoren und Hauptursache anerkannt. Er führte die großen Winterverluste von 2010 an und gab an keinen Zusammenhang zu Poncho zu sehen. Auch die Imker selber seinen in gewissem Umfang schuld an der Misere.

Warum er ausdrücklich die hohen Winterverluste in Frankreich anführte verstehe ich nicht ganz. Immer hin gibt es dort auch Einsatz von Neonicothinuiden in diversen Kulturen nur sind das zum Teil Produkte des Wettbewerbs.

Wenning erklärte weiter, dass im Abschlußbericht zu den Vorfällen in 2008 vor allem Fehlanwendungen verbunden mit besonderer Witterungssituation der Wirkstoff in die Umwelt ausgetragen wurde und so als Ursache für das Bienensterben verantwortlich war. Vor allem einzelne falsch gebeizte Saatgutpartien und eine Reihen von Verkettungen, sowie nicht richtig ausgerüstete Sähmaschinen löste diese größte je dokumentierte Katastrophe aus. Das BVL hat darauf hin am 15. Mai 2008 die Zulassung aller clothianidinhaltigen Beizmittel ausgesetzt, jedoch bald wieder und rechtzeitig aufgehoben. An Mais jedoch nicht. Wenning sieht nach wie vor die dringende Notwendigkeit den Maiswurzelbohrer mit dieser Beiztechnik zu bekämpfen, ja er haltet das sogar für unverzichtbar und führte die Milliarden Verluste dieses Schädlings weltweit an.

Anmerkung: Laut einem Bericht der Bundesregierung ist die beste und effektivste und nachhaltigste Maiswurzelbohrerbekämpfung die Fruchtfolge.

Laut Wenning wurden eine ganze Reihe an Maßnahmen getroffen um den Austrag in die Umwelt zu minimieren. BAYER hat nach seinen Angaben zahlreiche Unterlagen zur Bienensicherheit dem BVL vorgelegt die alle samt belegen, dass von Poncho keine Gefahr für Bienen aus geht und versteht absolut nicht die Blockadehaltung der Zulassungsbehörde.

Ich verstehe das BVL schon. Vertreter unseres Bundes hatten trotz großer Proteste von BAYER, es würde sich um Betriebsgeheimnisse handeln, Einsicht in die Zulassungsunterlagen bekommen. Was dort für einen Praktiker vorzufinden ist, sträubt einem die Haare zu Berge! Da sind Versuchsaufbauten drin die so nie und nimmer in der Praxis vorkommen, deren Bedeutung aber offensichtlich so enorm für eine positive Bewertung sein sollen. Andere Versuchsaufbauten, welche zu weit kritischeren Aussagen kommen werden nicht so bedeutend gesehen. Von wegen Betriebsgeheimnisse! Von daher verstehe ich die jetzige Haltung des BVL absolut.

Zu den Vergiftungen in Österreich sagte Wenning nichts.

Auch meine Frage zur Toxotät und dem Vergleich zu DDT findet er nicht angemessen und nicht so vergleichbar da es sich hier um 2 total verschiedene Dinge handelt.

Ich meldete mich daher erneut mit Fragen

Sehr geehrter Vorstand,
sehr geehrter Aufsichtsrat,
sehr geehrte Aktionäre,

ich habe eigentlich keine andere Antworten erwartet. Herr Wenning ich habe Sie nicht zu den Winterverlusten 2010 gefragt, sondern konkret zu den Vergiftungen 2009 in Österreich. Zu den Weltweiten Bienenproblemen kann ich ihnen nur entgegnen, dass es durchaus Länder gibt in denen es keine Bienenprobleme gibt, aber überall dort wo jedoch Neonicotinoiede verkauft werden gibt es Probleme mit den Bienen, was ich schon als eigenartig finde. Ich habe zu den Vergiftungen in Österreich keine Antwort bekommen. In dem Monitoring Programm Melissa wird eindeutig Vergiftung als Ursache für die Schäden im Frühjahr 2009 genannt und explizied keine Krankheiten. Ich frage nun erneut, wie es zu diesen Vergiftungen gekommen ist? Erneute Fehlanwendung? Herr Wenning Sie sagten zuvor Bayer verstehe sich als Partner der Saatgutindustrie und ich frage nun wie diese erneuten Vergiftungen dort in Österreich nun zu erklären sind, was ist da wirklich passiert?

Gut der Vergleich zu DDT mag in Ihren Augen Herr Wenning nicht passen daher meine Frage: In wie weit ist Clothianidin Kontaktgiftig und ab welchen Konzentrationen eben nicht mehr? und wie lange ist Clothianidin im Pollen peristent. Denn 2008 haben die Bienen ja giftigen Pollen in die Stöcke eingetragen, der ja mit einer groß angelegten Maßnahme entsorgt wurde. Ab welcher Konzentration ist nun Clothianidin nicht mehr Kontaktgiftig, so dass Bienen ihn sammeln können und in den Stock tragen können. Meine Damen und Herren Aktionäre, ich bin nun sehr gespannt auf die jetzigen Antworten und bedanke mich für ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

Da die Redezeit auf ja 10 Minuten beschränkt ist hier ein paar zusätzliche Anmerkung hierzu von meiner Seite:

Seit 1997 wissen Mitarbeiter der BAYER AG um die Probleme der Saatgutbeizung und dem Austrag aus den Pneumatischen Sämaschinen in die Umwelt. Wenning offensichtlich nicht? 2002 wurde diese Problematik ganz offiziell auf der Tagung der ICPBR in Bolonia sogar besprochen, hiervon gibt es Protokolle! Danach gab es auf drängen von BAYER zahlreiche Monitoringprogramme unter der Beteiligung von BAYER in Italien zu dieser Problematik. Alle waren zu der Erkenntnis gekommen, dass es nicht auszuschließen ist, dass die Nosema maßgeblich an den beobachteten Schäden beteiligt ist. Erst nach der Katastrophe von 2008 und nach der Aussetzung der Zulassung an Mais, wurden nun Maßnahmen ergriffen, welche sich dieser Problematik (Abdrift von Beizstaub) annehmen. Vorher hat man erfolgreich diesen Vergiftungsweg abgestritten und Krankheiten als Erklärung für die Schäden vorgebracht. Das hat wohl schon Tradition bei BAYER andern die Schuld in die Schuhe zu schieben, nur dass die Kasse stimmt?

Deshalb auch die seiner Zeit so großzügige und möglichst rasche, betont freiwillige Hilfe von 2,25 Mio. €, verknüpft mit der Bedingung den Schadensersatz an das Land Baden-Württemberg abzutreten und ohne Schuldanerkenntnis. In USA sind jüngste Vorgänge von der General-Staatsanwaltschaft als Sittenwidrig eingestuft worden!

Aus heutiger Sicht, war diese Zahlung sehr wohl ein Schuldanerkenntnis mit dem BAYER sich das Aufheben der Zulassung erkaufen wollte, weil die geschädigten Imker damit schnell ruhig gestellt werden sollten.

Clothianidin ist extrem giftig für Bienen, selbst in kleinsten Dosierungen. Mit der Frage zur Kontaktgiftigkeit zielte ich auf Spätfolgen ab, von denen ich durch einen E-Mail Kontakt zweier Bienenwissenschaftler mitbekommen hab, dass es diese Probleme gibt.

Wennings antworten auf die zweiten Fragen:

Wenning sagte zunächst, in Österreich hätte es ja nur eine geringe Menge von Bienenvölkern getroffen! Bei den Untersuchungen hat man dann „geringe Spuren verschiedener Wirkstoffe nachgewiesen“ und: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Maisbeizen“ darunter waren. Das schob Wenning dann aber wieder auf die technischen Probleme mit dem Staub und den Sähmaschninen. Dann sagte er noch, im Nektar hätten sich keine bienenschädlichen Konzentrationen befunden.

Mein Kommentar:

Ok das war klar, dass Wenning versuchen wird die Vergiftungen in Österreich herunter zuspielen, weil ja sonst diese scheinbare Bienensicherheit bei der so genannten Sachgerechten Anwendung eine Phars wären. Die Zahl der betroffenen Bienenvölker ist keines Wegs als gering einzustufen und liegt gut bei einem ¼ dessen was 2008 vom Oberrhein gemeldet wurde. Diese technischen Probleme lassen sich wohl nie ganz vermeiden Herr Wenning! Diese technischen Probleme gibt es schon seit 1997! Und nie wurden sie gelöst! Weil sie nicht lösbar sind!

Trotz noch besserer Beiztechnik und Top Sähmaschinen mit Deflektoren sind nun auch 2010 wieder in Österreich erneute Bienenvergiftungen in Zusammenhang mit der Maissaat gemeldet worden.

„im Nektar nichts gefunden“: klar findet man nichts im Nektar, wenn die vergifteten Bienen nicht heim kommen! Den Nektar müssen die Bienen in ihrem Honigmagen transportieren, also sie müssen ihn fressen und gehen so daran zugrunde, kommen auch sehr selten zurück ans Bienenvolk und können somit dort auch nicht weiter sagen woher der Nektar ist. Das Bienenvolk sammelt also nur dort, wo das Gift nicht abgedriftet ist.
Beim Pollen ist das anders den können Bienen sammeln, wenn die Konzentrationen des Giftes nicht all zu hoch sind, weil die Bienen den Pollen nicht verspeisen beim Sammeln. Den Pollen transportieren die Bienen an ihren Hinterbeinen. Der Imker nennt das Höseln. Und im Pollen der Österreichischen Fälle 2009 wurde Clothianidin gefunden! Deshalb hat Wenning auch zu dem Teil meiner Frage nichts geantwortet und lenkt auf den Nektar ab!

Ungeheuerlich.

Da schon um 16.30 die Redeliste geschlossen wurde, war ich nicht mehr in der Lage erneut nach zufragen. Gerade die ausgebliebenen Antworten zur toxität und Pollen hätte noch sehr interessiert.

Was diese scheinbar geringe Zahl der Vergiftungen in Österreich betrifft noch einen Anmerkung: 2007 als das Bundesland Baden-Württemberg zusammen mit BAYER seine Großversuche zur Maiswurzelbohrer Bekämpfung mit Poncho im Raum Lörrach durchführte, gab es auch nur ein paar vergiftete Bienenvölker. Das JKI konnte damals nichts finden (weil es zu dem Zeitpunkt überhaupt noch nicht in der Lage war). Ein Rosenzuchtbetrieb war im Fokus, aber dort konnten keine hinweise zu möglichen Ursachen der Vergiftungen gefunden werden. Die Maisbeizungen standen absolut außen vor trotz der bekannten Probleme aus Italien von den Jahren zuvor!

Diese Vergiftungen blieben also ungeklärt. Im Laufe der Untersuchungen von 2008 hat man die Fälle von 2007 aus Lörrach nachuntersucht und siehe da, man findet Clothianidin!

Dieser Lörracher Vorfall ist so traurig für alle vergifteten Bienen von 2008, 2009 und nun auch noch 2010. Zeigt aber auch wie brutal BAYER vorgeht. Die jüngsten Vergiftungen in Österreich und der Umgang von BAYER damit sind ein klarer Beleg dafür. Wenn Wenning nun bald geht, möge er doch bitte das Clothianidin zum Wohle aller Bienen und Blütenbesuchenden Insekten gleich mitnehmen. Aber auch um so dem neuen BAYER Chef vor künftigen Konflikten und peinlichen Fragen zu bewahren, aber auch auf das das Image von BAYER nicht mehr weiter mit den vielen toten Bienen belastet wird.

Christoph Koch
Karl-Friedrichstraße 15
D 77728 OPPENAU
vorstand@berufsimker.de
www.berufsimker.de

[Dieter Donner] Redebeitrag und Fragen von Dieter Donner auf der Bayer- Hauptversammlung am 30.04.2010

CBG Redaktion

Mein Name ist Dieter Donner und ich bin Pressekoordinator der Bürgerinitiative „Stopp Bayer- CO - Pipeline“. Einen Guten Tag, den Aktionären, dem Aufsichtsrat und dem Vorstand. Was Ihnen, Herr Wenning bald bevorsteht, einen Ausstieg aus der Verantwortung der Unternehmensführung, habe ich selbst schon erlebt; insofern kann ich Ihre Wehmut, die Sie heute morgen gezeigt haben, gut nachvollziehen. Aber es ist jetzt nicht nur Wehmut gefordert, Sie sollten auch dem Nachfolger keine Probleme hinterlassen, die Sie noch lösen können. Dazu später mehr.
Das Rederecht hier habe ich wieder von einem langjährigen, treuen Aktionär erhalten; der Grund? Die Art, wie Bayer dieses hochkritische Projekt managt, Fehler zu kaschieren versucht, sich in Widersprüche verwickelt oder Unwahrheiten herausposaunt, macht wohl nicht nur ihn, sondern immer mehr Aktionäre ärgerlich und wütend.
Die mit nun schon dreijähriger Verspätung vor der Baufertigstellung stehende Bayer CO- Pipeline hat sich für Sie, Herr Wenning, für den Aufsichtsratschef Schneider und für Bayer gesamt zu einem Menetekel entwickelt.
Hinter vorgehaltener Hand wird auch bei Bayer schon deutlich die „verflixte Pipeline“ angesprochen, mit der Sie einen großen Image-Schaden angerichtet haben. Dies schmerzt besonders, weil kaum jemand mehr Bayer etwas in dieser Frage glaubt.

1. Eine generelle Frage möchte ich an den Anfang stellen:
Wann lässt die Bayer-Konzernführung endlich wirtschaftliche und gesellschaftliche Vernunft sprechen und sich nicht mehr von den altvorderen BMS - Verantwortlichen die Gift-Pipeline als Quasi-Dogma auferlegen? Dies vor allem, weil die Inbetriebnahme in „unendliche Ferne“ gerückt ist!

2. Bayer hat schon im Dezember 2004 – zu einer Zeit, wo noch gar nicht klar sein konnte, ob und wie diese Leitung gebaut werden sollte – einen Vertrag mit der Firma Linde zur Lieferung von CO über 15 Jahre abgeschlossen.
Welche Rolle hat in diesem Deal der AR- Vorsitzende Schneider gespielt; er ist ja auch AR- Vorsitzender bei Linde und kassiert dort sogar mehr Tantieme als hier bei Bayer.
Linde hatte im Jahr 1999 noch Seite an Seite mit der Bundesregierung um Subventionen gekämpft, um keine solche Leitung selbst bauen und betreiben zu müssen.
In Leuna wurde der Reformer am Ort des Verbrauchs gebaut und bezuschusst, weil der CO – Transport wegen der Gefährlichkeit nicht möglich war!

Warum meinen Bayer und Linde jetzt in Uerdingen alles anders machen zu können und wollen partout das giftige CO-Gas von Linde 67 Kilometer durch dichtest besiedeltes Gebiet leiten?

3. Die Ungereimtheiten – man könnte es auch als Lügenmärchen bezeichnen – in dem CO-Pipeline-Projekt füllen mittlerweile bei uns, in der Presse und bei Gerichten schon haufenweise Ordner.
Lange haben Sie mehr als 150 Unterlassungen gegenüber Vorschriften der Planfeststellung zu vertuschen versucht:
- An 36 Stellen dünnere Rohre verbaut als angeliefert wurden ,
- an 10 Stellen anderer Stahl als beantragt, verwendet,
- an über 80 Stellen von der Trasse abgewichen, ohne eine Genehmigung zu haben und
- Mitte 2009 kam auch noch heraus, dass vorher keine richtige Bomben-untersuchung gemacht wurde.
Die politische Unterstützung war - bis auf die Grünen – bisher einhellig; jetzt bröckelt auch diese Front in CDU und SPD! Und im „neuen“ Landtag wird sich die Gegnerschaft zur Pipeline sogar immer mehr vergrößern.

War dies bisherige Zustimmung nur möglich, weil Bayer sich immer im Sponsoring von CDU, FDP und SPD getummelt hat und wie viel hat das gekostet?

4. Im vorigen Jahr haben Sie noch eine sündhaft teure Anwaltskanzlei bezahlt, um die vorzeitige Inbetriebnahme zu versuchen. Damit sind Sie grandios gescheitert: Nichts ist es mit der baldigen Inbetriebnahme und selbst ihren Ruf als erfolgreicher Prozesshansel haben Sie ruiniert.
Sehen Sie diese „Augen zu und durch –Strategie“, die das Unternehmen immer mehr Geld und Image kostet, mittlerweile als obsolet an, oder kommen Sie nur nicht aus Ihrer Grube heraus?

5. Ungereimtheiten zur Konzernstrategie:
- Im Jahr 2006 haben Sie in die Presse lanciert: „BMS modernisiert Makrolon® Produktion; Krefeld-Uerdingen ist damit die weltweit größte Produktionsstätte für das Polycarbonat von BMS.“
Das alles war vor der CO-Pipeline und jetzt soll der ganze Indiustriestandort ohne diese Gift-Röhre gefährdet sein?
- Zur angeblichen Begründung der CO-Pipeline wird noch immer gebets-mühlenartig auch noch heute von Ihnen im Internet heruntergeleiert:
Die CO- Überkapazität in Dormagen erfordert diese Pipeline. Vor kurzem wurde aber von dem bald nötigen Kapazitätsausbau der CO-Erzeugung in Dormagen.
für die TDI-Schiene gemeldet.
Ist das Verwirrung in Ihrem Haus oder politische Vernebelungstaktik?

6. Warum verweigert sich Bayer, mehr und konsequent auf „Green Chemistry“ statt weiter auf „Bad Chemistry“ zu setzen ?

Auf Seite 46 des Geschäftberichts für 2008 stellt BMS-Vorstand Dr. Gürtler unter dem Titel „CO2 – DER ROHSTOFF FÜR NEUE MATERIALIEN“ eine besondere Innovation vor:

„Wir wollen CO2 in Zukunft als Wertstoff für die Herstellung von Polyurethan-Komponenten nutzen“ Dazu hat Bayer gemeinsam mit der TH Aachen das
„cat Catalytic Center“ gegründet. Dort wollen die Forscher neue Katalysatoren entwickeln, die das Treibhausgas zum wertvollen Ausgangsstoff für
neue Materialien umwandeln.

Also, es geht doch und warum nutzen Sie ähnliche Innovationen nicht auch in
Uerdingen und setzen auf Produktion mit geringerem Risiko?

7. In unserem Aktionärsbrief 2009 haben wir prophezeit: Die Gefahr ist groß, dass auch die Inbetriebnahme letztlich schief geht! Genau das ist passiert

Die Folge wäre:
Die Zukunft von BMS hängt weiter in der Luft, obwohl diese doch schon Ende 2007 begonnen haben sollte.

Soll das Unternehmen – zumindest in der Kunststoffsparte - weiter
- gegen wirtschaftliche Vernunft,
- ohne genügendes Innovationstempo und
- nur dem Dogma CO-Pipeline nachhängend

und weiter Zukunfts-Chancen verpassen?

Also Herr Wenning, Sie haben noch einige Monate Zeit; kappen Sie die Pipeline, schneiden Sie ein Stück heraus und rauchen Sie darin symbolisch die Friedenspfeife mit über 110.000 Anwohnern! Wäre das nicht ein guter Abschluss und Abschied für Sie?

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

[Marlis Elsen] Rede auf der Bayer- Hauptversammlung am 30.4.2010 im Namen und im Auftrag der Familienheimsiedlung Lehmkuhler Weg e.V.

CBG Redaktion

gehalten von Marlis Elsen

Ein schlechter Plan, eine mehr als mangelhafte Durchführung, die fehlende Notwendigkeit der höchstgefährlichen Kohlenmonoxid-Pipeline und das nicht nachgewiesene Allgemeinwohl

Bei einem 54 Millimeter großen Loch wird nach Auskunft von Herrn Breuer mit bis zu fünf Tonnen Gasaustritt und einer Gaswolke in Form einer Keule von 800 Metern gerechnet.

Wer sich eine Karte des Kreises Mettmann ansieht, erkennt sehr schnell, dass man beim Bau der Leitung nur an wenigen Stellen den Abstand von 800 Metern zur Wohnbebauung einhalten konnte.

Die Leitung rahmt den Hildener Süden von zwei Seiten mit nur wenigen Metern Abstand von den ersten Häuser ein. Die Entfernung der Häuser in unserer eigenen Siedlung beträgt maximal 400 Meter. Deshalb haben wir Anwohner berechtigte Angst vor dieser Leitung, weil deren Betrieb für uns eine ständige Bedrohung bedeuten würde.

Äußerlich ist zwar bereits Gras über der Leitung gewachsen. Aber zum Glück darf diese Pipeline, in der ein extrem toxisches Gas transportiert werden soll, auf der Grundlage von gerichtlichen Beschlüssen bisher nicht betrieben werden.

Zwar verstehen wir die Sorge der Landespolitiker und Bayer-Vertreter um den Industriestandort NRW und um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Aber unser Kampf gegen die Kohlenmonoxid-Pipeline ist auf gar keinen Fall ein Kampf gegen diesen Wirtschaftsstandort, sondern ein Kampf um unsere Sicherheit.

Es wurden viele Gespräche mit den Abgeordneten geführt. Diese haben sich verständlicherweise bei der Verabschiedung des Enteignungsgesetzes darauf verlassen, dass der Bayerkonzern ein notwendiges und auch verantwortbares Projekt plante.

Eine nicht geringe Zahl unserer Volksvertreter brachte sogar zum Ausdruck, man hielte zum jetzigen Zeitpunkt die Leitung für nicht sicher und würde mit dem heutigen Wissensstand nicht mehr dem umstrittenen Gesetz zustimmen. Aber man wolle die Gerichtsurteile abwarten, weil man Angst vor Regressansprüchen habe.

Damit hat zwar der Gesetzgeber sich wieder elegant aus der Verantwortung gezogen, aber diese liegt ohnehin in der Hauptsache beim Bayer-Konzern als Antragsteller und Bauherr dieser Leitung.

Warum erwarten Sie Planungssicherheit vom Gesetzgeber, wenn dieser die Gefährlichkeit der Leitung zum damaligen Zeitpunkt gar nicht realisiert hat und nicht realisieren konnte?

Warum schieben Sie selbst immer noch die Verantwortlichkeit für die zahlreichen Pannen und Peinlichkeiten lediglich auf die Bezirksregierung oder die bauausführende Firma?

Wegen der Giftigkeit und Gefährlichkeit des Gases sollte es sich von selbst verbieten, Kohlenmonoxid durch eine Pipeline nur wenige Meter von Wohnsiedlungen entfernt leiten zu wollen. Ein Weltkonzern sollte den Anstand und die Moral besitzen, tragfähige und wirtschaftliche Alternativen zu entwickeln.

Gibt es in Ihrem Hause keine internen Kontrollinstanzen bei der Planung derartiger Projekte?

Man hätte von Beginn an mögliche Ursachen für einen Rohrschaden in Betracht ziehen müssen. Selbst der Bayer-Vorstand kann doch die Augen nicht mehr davor verschließen, dass die Leitung alles andere als sicher ist. Die Ursachen für mögliche Leckagen können vielfältig und die Folgen verheerend sein. Selbst eine planmäßig gebaute Leitung wäre vor äußeren Eingriffen nicht vollständig geschützt. Dazu kommen die vielen Pannen und Abweichungen bei der Bauausführung sowie eine mittlerweile peinliche Informationspolitik.

In der Neustädter Feldmark ritzte eine Tiefspatenfräse kürzlich eine Hochdruckgasleitung, die mit 16 bar betrieben wurde, zentimeterweit auf. Über dem zum Glück unbesiedelten Gebiet bildete sich sofort eine große Gaswolke. Ein solcher Vorfall könnte auch bei der CO-Pipeline passieren.

Kein Vertreter der Bayer AG hat uns bisher den Nachweis bringen können, wie bei einer Leckage durch einen Eingriff von außen die Rettung der Menschen in der Nähe der Pipeline möglich sein soll.

Natürlich gibt es Meldewege, die Möglichkeit die Schieber zu schließen und das Gas kontrolliert abzufackeln. Aber es würde Kohlenmonoxid unkontrolliert und in einer nicht vorhersagbaren Menge ausströmen und dies möglicherweise in wenigen Metern von Schulen oder Wohnsiedlungen entfernt. Die verwendete, aber im Pipeline-Bau nicht erprobte, Geogridmatte kann man wohl nicht zu den Standards höchster Sicherheit zählen. Und ehe die übrigen Warnsysteme greifen und die Feuerwehren vor Ort sein können, sind möglicherweise die ersten Menschen tot.

Warum bestreiten Sie nach wie vor, dass eine Leckage den Tod vieler Anwohner bedeuten kann?

Und dies obwohl die Feuerwehren wiederholt darauf hingewiesen haben, dass sie der Bevölkerung im Fall eines Bruchs der Leitung nicht helfen können.

Da der Nichttransport des Gases das Risiko für die Bevölkerung auf Null minimiert, bleibt als einzige Möglichkeit die Produktion am Ort der Verwendung. Dann hat man das Risiko auf dem Betriebsgelände und die geschulten Fachleute vor Ort können die Sicherheit deutlich besser gewährleisten.

Mit welchen tragfähigen Argumenten wollen Sie der Bevölkerung zum jetzigen Zeitpunkt noch vermitteln, Sie seien in der Lage, die Leitung sicher zu betreiben?

Dabei beweist Bayer selbst durch die Planung einer neuen TDI-Anlage im Chempark Dormagen die Überflüssigkeit der Leitung.

Zur Deckung des erhöhten Bedarfs an Kohlenmonoxid ist der Bau eines neuen Reformers erforderlich.

So könnte man auch in Krefeld-Uerdingen einen neuen Reformer bauen, anstatt das Werk von Dormagen aus zu versorgen und damit könnte man auf die Pipeline vollständig verzichten.

Herr Breuer wandte in Monheim ein, man könne in Krefeld den entstehenden Wasserstoff nicht verwenden. Dies erscheint bei der vielfältigen Verwendungsmöglichkeit u.a. als Energieträger und als Rohstoff in einem Chempark nicht glaubwürdig.

Trotz aller sachlichen Argumente der Pipeline-Gegner hält man nach wie vor an der umstrittenen Leitung fest:

„Wir brauchen in jedem Fall einen Leitungsverbund, der einen Austausch zwischen den Werken sicherstellt und es unter anderem ermöglicht, Reserven einzuspielen.“ Damit gibt der Bayer-Sprecher Jörg Brückner gegenüber der Rheinischen Post eindeutig zu, dass diese Pipeline zur Vorratshaltung also als Speicher dienen soll, was man bisher immer bestritten hat.

Aus privatwirtschaftlichen Gründen legt uns ein Weltkonzern eine höchst gefährliche Leitung vor die Häuser, um eine Vernetzung der Standorte zu gewährleisten und das sehr giftige Gas zu jeder Zeit zur Verfügung zu haben.

Wann endlich begreift der Konzern, dass es nicht darum geht, ob Bayer eine Vernetzung der Standorte braucht oder Wettbewerbsnachteile hat?

Es geht darum, dass die Erhöhung der Profite durch diesen Wettbewerbsvorteil auf Kosten unserer Sicherheit erfolgt.

Wir akzeptieren die grob fahrlässige Gefährdung unserer Gesundheit und unseres Lebens aus Gründen der Gewinnmaximierung auf gar keinen Fall.

Treibt es Ihnen selbst – Herr Wenning – nicht die Schamröte ins Gesicht, dass nach Ihrem Plan Kinder in 1,40 m Entfernung auf der Leitung spielen würden und dass sich Schulgebäude nur in wenigen Metern Entfernung von der Leitung befinden?

Dieses Projekt ist richtungsweisend. Es wird sich herausstellen, ob in Zukunft das Wohl der Menschen im Mittelpunkt auch der wirtschaftlicher Betrachtungen stehen wird oder ob uns das Rückrat gebrochen wird, um Profite ohne Rücksicht auf unser Leben und unsere Gesundheit erwirtschaften zu können. Wenn jemals CO durch die Pipeline fließen darf, werden die Verbündeten in Wirtschaft und Politik ohne jegliche Rücksichtnahme alles, was sie wollen, gegen die berechtigten Interessen der Menschen durchsetzen können.

Sie lassen Ihre Mitarbeiter ständig wiederholen: „Wir nehmen die Sorgen und Ängste der Bürger ernst“, „Die Sicherheit hat bei uns höchste Priorität“ Dies sind Phrasen, solange Sie nicht aus Anstand und Achtung vor unserer Menschenwürde das Projekt aufgeben und am Ort des Verbrauchs produzieren.

Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn die angebliche Sicherung von Arbeitsplätzen mit der grob fahrlässigen Gefährdung der Bevölkerung erkauft wird.

Ist es tatsächlich Ihr Verständnis von Recht und Gesetz und Demokratie, dass die Regierung und die Wirtschaft ein Bündnis gegen die Menschen bildet. Ist das Ihr Verständnis von Fair play?

Die Tatsache, dass Eigentum verpflichtet kann nicht heißen, dass es für die privatwirtschaftlichen Zwecke eines Konzerns zur Verfügung gestellt werden muss.

Warum sollten wir das Enteignungsgesetz als rechtmäßig empfinden?

Wir können es nicht als Recht empfinden, dass ein zwar starker, aber privatwirtschaftlicher Konzern private Grundstücksbesitzer enteignen darf.

Warum sollten die Grundstücksbesitzer durch den Wertverlust ihrer Grundstücke und Häuser das privatwirtschaftliche Risiko eines Konzerns tragen?

Im Jahre 2007 haben Sie sehr eilig mit dem Bau der Leitung begonnen, obwohl noch nicht alle Enteignungsverfahren abgeschlossen waren und Sie bereits mit gerichtlichen Verfahren rechnen mussten. Seit Dezember 2007 bauen Sie nach einem gerichtlichen Beschluss auf eigenes Risiko und trotzdem halten Sie unverändert und starr an dem Projekt fest. Dabei berücksichtigen Sie weder die 109 000 Unterschriften noch die eindeutige Haltung der verantwortlichen Kommunalpolitiker.

Und dies, obwohl die angebliche Sicherung von Arbeitsplätzen und besonders die Steigerung der Renditen für die Aktionäre durch ein hohes Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung und die nicht grundgesetzkonforme Enteignung erkauft wird.

Deshalb haben wir die berechtigte Hoffnung, dass in unserem Rechtsstaat die umstrittene, weil so gefährliche Leitung nie in Betrieb gehen wird.

Das gemeinsame Festhalten an der Leitung dokumentiert in unseren Augen einen reinen Machtmissbrauch der Bayer AG und der Regierung.

In unserer Demokratie als beste aller Staatsformen sollte der Mensch und weder die Macht noch die Rendite im Mittelpunkt aller wirtschaftlichen und politischen Entscheidung stehen.

Weder die Wirtschaft noch die Politik können außerhalb unserer Gesellschaft operieren. Es ist wichtiger denn je, dass beide ihre gesellschaftliche Verantwortung endlich übernehmen.

Marlis Elsen

Axel Köhler-Schnura

CBG Redaktion

Meine Damen und Herren, guten Tag,

mein Name ist Axel Köhler-Schnura. Ich bin ehrenamtlich im Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren. Auch bin ich Gründungsmitglied des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
Vorweg die Feststellung, meine Damen und Herren, wir alle haben gemerkt, wie schwierig es geworden ist, an die Eintrittskarten zu kommen und welche umfangreichen Fragebögen in welch’ knappen Fristen dafür eingereicht werden müssen. Die augenscheinlich deutlich geringer gewordene Beteiligung von KleinaktionärInnen an dieser HV ist eindeutig darauf zurück zu führen. Meine Frage: Wird BAYER im nächsten Jahr das Eintrittskartenverfahren wieder vereinfachen und sich auf eine simple Bestellung in komfortabler Frist umstellen?

Herr Wenning,
wir haben heute schon viel über Ihren Abgang als Vorstandsvorsitzender gehört. Es haben vorhin hier in mehreren weit über 10 Minuten langen Reden – übrigens ohne jede Ermahnung des Versammlungsleiters – gehört, was sich angeblich alles Tolles mit Ihrem Namen verbindet, welche Verdienste Sie hätten usw.. Sie selbst haben sich heute morgen für das Vertrauen bedankt, das Ihnen die AktionärInnen angeblich in Ihrer Amtszeit entgegen gebracht hätten.
Nun Herr Wenning, seien Sie doch ehrlich, Sie wissen, dass Sie das Vertrauen nur mancher AktionärInnen haben. Viele AktionärInnen bringen Ihnen nur wenig bis gar kein Vertrauen entgegen. Und das Vertrauen großer Teile der Belegschaft – mal abgesehen von solchen GewerkschafterInnen wie wir heute schon eine erleben durften - und das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung haben Sie schon gar nicht. Immerhin haben 110.000 Menschen allein im Bundesland Nordrhein-Westfalen gegen Sie unterschrieben. Mit Ihrem Namen verbindet sich nicht nur die Vernichtung von Arbeitsplätzen im großen Stil, sondern auch die Unglaublichkeit, in einem der am dichtesten besiedelten Ballungsräume Europas, in der sogenannten Rheinschiene, mit zahlreichen eng beeinander liegenden Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Duisburg mitten durch die Wohngebiete eine 65 Kilometer lange Pipeline für tödliches Gas zu verlegen. Und mit Ihnen verbindet sich u.a. auch, dass Sie in einem Spiegel-Interview Gier zu einer Qualität unternehmerischen Handelns erhoben haben.
Herr Wenning, ich kann nur sagen, Sie mögen sich für die Profite des Konzerns einen Namen gemacht haben, aber für die Belegschaften, für die Allgemeinheit und für die Umwelt haben Sie großen Schaden angerichtet. In insofern können Sie von mir keinen herzlichen Abschied erwarten. Aber das tun Sie ja sicher auch nicht.
Meine Damen und Herren,
ich möchte natürlich auch den neuen Vorstandsvorsitzenden, Herrn Dekkers, begrüßen. Auch er wurde ja heute bereits umfangreich gewürdigt.
Meine Damen und Herren,
mit Herrn Dekkers wird bei BAYER eine jahrhundertealte Tradition beendet. Es war seit Gründung des Konzerns in Wuppertal 1862 immer so, dass der Vorstandsvorsitzende aus dem „eigenen Stall“ kommt. Herr Dekkers kommt erstmals von außen.
Da fragen wir uns natürlich, warum?
Die Antwort ist klar: Mit Herrn Dekkers soll der Umbau des BAYER-Konzerns hin zu einer der großen internationalen Profit-Maschinen noch brachialer voran getrieben werden als das bisher schon der Fall ist.
Meine Damen und Herren,
in diesem Zusammenhang möchte ich in Erinnerung rufen, dass es inzwischen einige für die Öffentlichkeit anonyme Großaktionäre gibt, die an diesem Konzern fünf und zehn Prozent des Kapitals in einer Hand besitzen. Und die haben endgültig an nichts mehr Interesse außer an Profiten.
Vor diesem Hintergrund ist unser Gruß zu verstehen, der bereits vor der Halle auf den Transparenten und Flugblättern zu lesen war - niederländisch zwar nicht ganz korrekt, aber umso unmissverständlicher:
Opgepast Herr Dekkers,
Profijte sijn niet lekkers!
Herr Dekkers, Sie wissen, dass der profitorientierte Um- und Ausbau des BAYER-Konzerns – und darüber informieren wir als kritische AktionärInnen der Coordination gegen BAYER-Gefahren seit Jahren – verheerende Folgen für die Beschäftigten, die soziale Sicherheit der Bevölkerung, das internationale Rechtssystem, die Demokratie, die Umwelt und den Weltfrieden hat. Deshalb fordern wir Sie heute schon auf, sorgen Sie dafür, dass der BAYER-Konzern angesichts der Tatsache, dass diese unsere Welt am Rande des Kollaps steht, endlich einen wahrhaft zukunftsorientierten Kurs einschlägt. Einen Kurs, bei dem Solidarität, Umweltschutz, Menschenrechte, Frieden und soziale Gerechtigkeit Priorität vor Profit und Ausbeutung von Mensch und Umwelt haben! Andernfalls, Herr Dekkers, können Sie sich zwar im goldenen Schein der Profite sonnen, aber Sie werden den Zorn und die Wut der Beschäftigten, der Menschen und der Kinder und Enkel auf sich ziehen.
Ebenso wie ihren Vorgängern von Herrn Haberland über Herrn Grünewald, Herrn Strenger und Herrn Schneider bis hin zu Herrn Wenning werden wir Ihnen, Herr Dekkers, auf die Finger schauen und Ihnen nichts durchgehen lassen.
Meine Damen und Herren,
wenn ich die Vorstandsvorsitzenden der letzten 30, 40 Jahre gerade angesprochen habe, so gilt für Sie alle, wie für auch deren Vorgänger in den Jahrzehnten davor ein Satz, der sicher hart, aber leider doch wahr ist. Der Satz stammt aus Hollywood und lautet: Leichen pflastern ihren Weg!
Um diesen Satz zu belegen, erinnere ich daran, dass der BAYER-Vorstand Carl Duisberg wegen der BAYER-Massenvernichtungswaffen nach dem Ersten Weltkrieg auf die Liste der Kriegsverbrecher des Ersten Weltkriegs gesetzt wurde.
Ich erinnere daran, dass Fritz ter Meer und andere Vorstände mit Entwicklung und Lieferung von ZYKLON B an die Hitler-Nazis die Verantwortung für den Holocaust tragen. Dass Sie maßgeblich den Zweiten Weltkrieg vorbereiteten und deswegen als Kriegsverbrecher verurteilt wurden.
Ich erinnere daran, dass das bundesdeutsche Leitmedium „Stern“ im Zusammenhang mit dem Verbrechen, dass dieser Konzern noch bis in die 90er Jahre hinein HIV-verseuchte Bluterpräparate in vollem Wissen um ihre tödliche Wirkung vermarktet hat, von „vorsätzlichem Mord“ sprach.
Ich erinnere daran, dass dieser Konzern mit seinen sogenannten Holzschutzmitteln Tausenden und Abertausenden Menschen die Gesundheit und vielen davon auch das Leben raubte und es damit einmalig in der Nachkriegsgeschichte des Konzerns in den 80er Jahren zu staatsanwaltlichen Aktenbeschlagnahmungen in Leverkusen sowie mit vielen tausend Opfern zum größten Umweltprozess der Geschichte kam.
Ich erinnere daran, dass BAYER immer wieder im Zusammenhang mit tödlichen chemischen Waffen in die Schlagzeilen gerät.
Ich erinnere daran, dass es der BAYER-Konzern war, der die profitable aber tödliche Idee hatte, chemische Kampfstoffe in bunte Dosen zu packen, Insekten zu „Schädlingen“ zu erklären und diese chemischen Waffen bis zum heutigen Tag als Pestizide zu vermarkten. Mit der Folge in Summe aller Pestizideinsätze von jährlich tausenden Toten und hunderttausenden in ihrer Gesundheit Geschädigten in aller Welt.
In diesem Zusammenhang erinnere ich übrigens auch daran, dass Sie da oben von der Vorstandsriege, insbesondere Sie Herr Schneider, versprochen haben, die gefährlichsten Ihrer Kampfstoff-Pestizide bis zum Jahr 2000 vom Markt zu nehmen und bis heute dieses - Ihr eigenes Versprechen - Jahr für Jahr brechen.
Und um die Sprache in der langen Reihe der tödlichen Auswirkungen von BAYER-Produkten auf ein top-aktuelles Beispiel zu bringen: Meine Damen und Herren, der BAYER-Konzern vermarktet trotz seiner tödlichen und schweren gesundheitsschädigenden Wirkungen die Antibabypillen Yasmin, Yaz und Yasminelle.
Meine Damen und Herren,
erlauben Sie mir eine ganz persönliche Bemerkung. Was die Betriebsratsvorsitzende aus dem BAYER-Werk Wuppertal, Frau Kiesler, vorhin hier am Mikrofon angesichts des Leids der Opfer von Jasmin und deren Angehörigen von sich gegeben hat, und das auch noch im Wissen um die weltweiten Schlagzeilen zum BAYER-Medikament LipoBay, die vielen Todesopfer von ASPIRIN und die tödlichen BAYER-Bluter-Pharmazeutika, für das gibt es leider nur einen Kommentar: Unterste Schublade!
Ich spreche ausdrücklich allen Opfern von BAYER-Medikamenten, insbesondere den Opfern des Medikamentes Yasmin, meine Solidarität und mein Mitgefühl aus. Ich bin überzeugt, dass das viele meiner MitaktionärInnen hier im Saal ebenso tun.
Ist es bereits ein Skandal, tödliche Wirkstoffe als Medikamente zu vermarkten, so ist es geradezu - und Herr Wenning, auch wenn Sie nachher in Ihrer Antwort wieder Anstoß nehmen an dieser Vokabel - ist es geradezu menschenverachtend, die Zugangsschwellen für diese Stoffe über verharmlosende Werbung etc. herunterzusetzen.
Und noch schändlicher ist es, Herr Wenning, wenn der Konzern das Ganze noch regelmäßig toppt, indem er nach Eintritt der Schadens- und Todesfälle jede Verantwortung leugnet, die Opfer oftmals sogar verhöhnt und Entschädigungen für die Opfer und deren Angehörigen grundsätzlich verweigert.
Und bei der Gelegenheit: Herr Wenning, weshalb weigern Sie sich, die Entschädigungen für Opfer der tödlichen und gesundheitsschädigenden BAYER-Bluter-Produkte aufzustocken, nachdem der durch massivste öffentliche Proteste erzwungene erste Vermögensstock aufgezehrt ist?
Meine Damen und Herren,
damit komme ich zu meinen bzw. unseren Anträgen. Diese Anträge stellen mit mir die Coordination gegen BAYER-Gefahren und viele AktionärInnen, die mich bzw. uns beauftragt haben.
Zunächst zum Gewinnantrag:
Wir beantragen die Kürzung der Dividende von 1,30 Euro auf 10 Cent je Aktie. Die frei werdenden Milliarden sollen verwendet werden
- für Erhalt und Schaffung sicherer Arbeitsplätze und für die Zahlung sozial gerechter Löhne;
- für einen Fonds zum angemessenen Ausgleich von Schäden, die infolge der Geschäftstätigkeit an Mensch und Umwelt eingetreten sind;
- für den umfassenden ökologischen und sozialen Umbau des Konzerns ohne doppelte Standards.
- und schließlich für die Zahlung von Wiedergutmachungen für die Verbrechen von BAYER und des von BAYER mitbetriebenen IG FARBEN-Zusammenschlusses an die Opfer bzw. deren Angehörige und Nachkommen.
Es sei wie jedes Jahr angemerkt, daß wir durchaus auch den völligen Verzicht auf jede Dividendenausschüttung im Sinne der erläuterten Sozial-, Menschenrechts- und Ökologie-Leistungen beantragen würden, doch nach der Lage der Gesetze ist das nicht möglich.
Meine Damen und Herren,
wir stellen weiterhin die Anträge, den Vorstand nicht zu entlasten und auch dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Wir begründen diese Nicht-Entlastungen damit, dass beide Gremien ihrer Verantwortung im dargelegten Sinne in keiner Weise gerecht wurden und uns zudem hier im Saal in die Irre führen.
Meine Damen und Herren Kleinaktionäre und Kleinaktionärinnen,
sollten Sie die HV vorzeitig verlassen, aber dennoch mit uns stimmen wollen, so lassen Sie Ihre Aktien nicht von BAYER unten am Ausgang vertreten, sondern von uns. Lassen Sie sich auch nicht von BAYER-Mitarbeitern bedrängen, die Ihnen die Stimmrechte abfordern, wenn Sie den Saal verlassen. Es ist Ihr gutes Recht, uns Ihre Stimmrechte zu übertragen. Sie finden uns hier vorne, von Ihnen aus gesehen links.
Stärken Sie mit ihren Aktien das wichtige Signal für soziale Sicherung, Umweltschutz und Menschenrechte. Stimmen Sie bei ALLEN Tagesordnungspunkten als Ausdruck Ihres Einsatzes für Umwelt, soziale Sicherheit und Frieden mit NEIN!
Vielen Dank.

Antje Kleine-Wiskott

CBG Redaktion

Rede Antje Kleine-Wiskott
Bayer Hauptversammlung 2010

Sehr geehrter Herr Wenning, sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat, sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Name ist Antje Kleine-Wiskott. Ich bin vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

„Wir wollen Nachhaltigkeit erreichen – in allem, was wir tun.“

Das ist ein Zitat von Ihnen, Herr Wenning. Wir wollten wissen, was hinter dieser Aussage und den schönen Bildern und Ausführungen zu diesem Thema in Ihrem Nachhaltigkeitsbericht steckt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass irgendetwas in diesem Satz nicht stimmt.

Vielleicht müsste er eigentlich heißen:
„Wir wollen Profit erreichen – in allem was wir tun“ oder aber
„Wir wollen Nachhaltigkeit vortäuschen – in allem was wir tun.“ Vielleicht aber auch einfach
„ Wir könnten Nachhaltigkeit erreichen – in allem, was wir tun, wenn wir denn wirklich wollten, wir wollen aber gar nicht wirklich“

Ich denke, es ist von allem ein bisschen etwas Wahres dran, nur eben leider nicht Ihr eigenes Zitat, Herr Wenning. Zumindest kann man Ihnen das nicht abnehmen, wenn man Bayers Anspruch und die Wirklichkeit zum Thema Nachhaltigkeit mal etwas genauer anschaut.

Ich habe ein paar Fragen dazu formuliert.

Zum Thema rechtliche Verurteilungen: Im Geschäftsbericht liest man ab Seite 241 etwas zu rechtlichen Risiken. Dann wird von Auseinandersetzungen und Verfahren gesprochen. Das ist schon sehr beeindruckend, was da alles zu lesen ist und wie viele Klagen Sie am Hals haben. Und ich gehe stark davon aus, dass das nur ein Auszug ist. Meine Frage: Wo finde ich die zahlreichen Verurteilungen aufgelistet, die Bayer bereits erfahren musste?

Zum geplanten Kohlekraftwerk auf dem Bayer-Gelände in Antwerpen: Hier will E.on (wo Sie, Herrn Wenning ja auch im Aufsichtsrat sitzen) ein gigantisches Kraftwerk bauen. Der dortige Stadtrat hat im Herbst sein Einverständnis verweigert. Wir unterstützen die Haltung des Stadtrats wegen der immensen Umweltauswirkungen und fordern von Bayer, keine Energie aus Kohlekraftwerken (vor allem aus neu gebauten) zu beziehen. Meine Frage: Da Bayer das Gelände hier zu Verfügung stellt, können Sie mir bitte über den aktuellen Stand der Planungen zu diesem Kraftwerk Auskunft geben?

Zum Thema Pestizide: Nach wie vor sind zahlreiche hochgiftige Pestizide von Bayer auf dem Markt, vor allem in den Entwicklungsländern. Sie räumen selbst ein, dass ein sachgerechter Umgang mit Pflanzenschutzmitteln unter bestimmten Bedingungen in einigen Ländern nicht immer gewährleistet ist. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Zahl der jährlichen Pestizidvergiftungen auf 3 bis 25 Millionen, mindestens 40.000 Fälle pro Jahr verlaufen tödlich. Seit vielen Jahren versprechen Sie, die gefährlichsten Pestizide, nämlich die der Klasse 1, durch Präparate mit geringerer Giftigkeit zu ersetzen. Wann nehmen Sie endlich die Pestizide Klasse 1a („extrem gefährlich“) und 1b („hochgefährlich“) vom Markt? Auf was warten Sie denn da noch? Reichen denn diese Zahlen der WHO nicht aus, um endlich zu handeln? Oder geht es hier doch wieder nur um „Wir wollen Profit, in allem was wir tun“?

Zum Thema Wasserverbrauch: Bayer gibt im Nachhaltigkeitsbericht an, „drohender Wassermangel und die Verknappung fossiler Ressourcen können für Bayer mittelfristig möglicherweise ein Geschäftsrisiko darstellen. Deshalb sind wir bemüht, den Verbrauch von Wasser zu reduzieren.“ Wenn man sich die Zahlenreihe auf S. 83 anschaut, ist da keine deutliche Reduzierung des Wasserverbrauchs erkennbar. Allein der Verbrauch des Leverkusener BAYER-Werks ist rund doppelt so hoch wie der Trinkwasserbedarf der Millionenstadt Köln. Frage: Was tut Bayer ganz konkret, um diesen Verbrauch drastisch zu reduzieren? Welche Maßnahmen gibt es (z.B. Kreislaufverfahren) und welche Zielvorgaben geben Sie sich da selbst für die nächsten fünf Jahre?

Zum Thema Materialeinsatz und Recycling heißt es, Bayer forsch u. a. an neuen Anwendungsmöglichkeiten für nachwachsende Rohstoffe. Fragen hierzu: Können Sie hier Angaben dazu machen, wie viel Prozent des Umsatzes mit Produkten aus erneuerbaren Rohstoffen gemacht werden? Haben Sie für die nächsten fünf Jahre Zielvorgaben in diesem Bereich?

Zum Thema Biodiversität heißt es „Bayer bekennt sich klar zu den Zielen der internationalen „Konvention über die Biologische Vielfalt“ und es werden verschiedene Maßnahmen genannt. Wenn ich jetzt noch mal an Ihren Satz denke, Herr Wenning, „Wir wollen Nachhaltigkeit erreichen – in allem, was wir tun“, erscheint es mir wie Hohn, dass Sie hier Pestizid- und Herbizid-basierte Agrochemie als Artenschutz darstellen. In keiner Weise werden hier all die negativen Aspekte der industriellen Landwirtschaft erwähnt. Oder glauben Sie wirklich, dass pestizidbelastete Böden, Bodenerosion, Herbizide, genmanipuliertes Saatgut und Monokulturen einen positiven Beitrag zur Biodiversität leisten? Das glauben Sie nicht wirklich, oder?

Zum Thema Steuerzahlungen: da heißt es im Nachhaltigkeitsbericht auf S. 58: „Auch durch Steuerzahlungen tragen wir zum Gemeinwohl bei.“ Vergleicht man diese Aussage mit den Angaben zu den Ertragssteuern, die in den Jahren von 2005 bis 2008 gezahlt wurden, wird jedoch erkennbar, dass Bayer seine Steuerzahlungen um 1,6 Milliarden Euro reduziert hat. Frage: Können Sie mir bitte eine Aufschlüsselung der kommunalen, Länder- und Bundes-Steuern der letzten fünf Jahre geben? Und warum beteiligt sich Bayer so wenig an der Finanzierung öffentlicher Leistungen?

Dann habe ich noch eine Frage zum Erscheinungstermin des Nachhaltigkeitsberichts. Gibt es da die Möglichkeit, dass dieser in naher Zukunft ebenso wie der Geschäftsbericht auch schon einige Wochen VOR der Hauptversammlung veröffentlicht wird?

Herr Wenning, ich hoffe, dass Sie das zu Beginn genannte Zitat bald ernst meinen und Herrn Dekkers mit auf den Weg geben und das Prinzip der Nachhaltigkeit wirklich wollen und anwenden, in ALLEM was Sie tun. Wir haben diese und weitere Themen und Widersprüche im Bayer-Konzern in einer kleinen Studie zusammengefasst. Ich würde sie Ihnen gerne überreichen, Herr Wenning.

Vielen Dank

John Santiago

CBG Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist John Walmisley Santiago. Ich wurde 1968 in London geboren und bin 42 Jahre alt.

Viele von Ihnen haben Kinder. Es ist ein einzigartiger Moment, wenn man seinen Freunden und seiner Familie ein neugeborenes Kind vorstellt. Auf der Straße wird man von Passanten angelächelt. Sogar Fremde werfen gerne einen Blick in Ihren Kinderwagen.

Aber nicht, wenn Ihr Kind missgebildet ist.

Meine Eltern kamen mit einem behinderten Kind aus dem Krankenhaus. Der Grund hierfür ist, dass meine Mutter das Hormonpräparat Primodos von Schering eingenommen hatte. Schering gehört heute zu Bayer.

In den 60er und 70er Jahren haben Tausende von Frauen dieses Präparat eingenommen. Tausende von Kindern wurden mit schrecklichen Missbildungen und Behinderungen geboren. Die meisten von ihnen sind nach großen Qualen gestorben.

Wann wird sich Bayer Schering bei den Eltern entschuldigen, die in den 60er und 70er Jahren dieses Präparat eingenommen haben?

Wann wird Bayer Schering die Verantwortung für diesen Fehler übernehmen?

Einige von uns haben das Glück, noch am Leben zu sein. Aber wir müssen die von Schering verursachten Fehlbildungen ein Leben lang erdulden.

Ich frage Sie: wer von Ihnen möchte in meiner Haut stecken?

Wenn Sie Fragen an mich haben, sind Sie herzlich willkommen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Karl Murphy

CBG Redaktion

Rede Karl Murphy
Bayer HV am 30. April 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Karl Murphy. Ich bin 37 Jahre alt und stamme aus Liverpool. Einige von Ihnen erinnern sich vielleicht, dass ich im vergangenen Jahr an dieser Stelle zu dem Medikament Primodos gesprochen habe.

Ich bin Vizepräsident der Association of Children Damaged by Hormone Pregnancy Tests, einer Organisation, die sich um Betroffene kümmert, die nach der Einnahme des hormonalen Schwangerschaftstests Primodos von Schering dauerhafte Schäden erlitten.

Auch meine Mutter nahm während der Schwangerschaft Primodos ein. Ich wurde mit einer Reihe von Fehlbildungen geboten: ich habe eine Gaumenspalte und an meinen beiden Händen fehlen Finger. An meinem linken Fuß fehlen alle Zehen, an meinem rechten Fuß fehlt ein Zeh.
Mit mir sind heute mehrere Betroffene aus England angereist.

Hier in Deutschland wurde das Präparat unter dem Namen „Duogynon“ verkauft. Die Zusammensetzung war die selbe. Auch hierzulande gab es viele Fälle von Missbildungen.

Seit dem vergangenen Jahr haben ich mit anderen Geschädigten viele Informationen über Primodos und seine Inhaltsstoffe gesammelt. Nach der Hauptversammlung im vergangenen Jahr wurde ich von Bayer aufgefordert, darzulegen, wie dieses Medikament mich und andere geschädigt hat. Ich habe dem Unternehmen Bayer daraufhin umfangreiche Informationen zu Norethisteron, dem Inhaltsstoff von Primodos, zugesandt.

Norethisteron ist ein synthetisches Hormon, ein sogenanntes Progesteron, das auch in Antibaby-Pillen verwendet wird. Jede Primodos-Tablette enthielt 10 Milligramm Norethisteron. Für einen Schwangerschafts-Test nahmen die Frauen damals zwei Tabletten ein. Diese Hormon-Menge entspricht der Einnahme von zwei bis drei Packungen Antibaby-Pillen auf einen Schlag. Ich frage Sie: was würden Sie sagen, wenn Ihr Doktor Ihnen zwei bis drei Packungen Antibabypillen als Schwangerschafts-Test verschreiben würde? Ich denke, wir kennen alle die Antwort. Nur die Verantwortlichen von Bayer beharren darauf, dass diese Hormon-Menge unbedenklich für den Fötus ist.

Ich frage den Vorstand daher: Warum hat Schering damals solch große Mengen von Sexualhormonen in Schwangerschafts-Tests verwendet?

Ich frage den Vorstand: wo sind all die firmeninternen Informationen zu Primodos? Mir wurde gesagt, die Unterlagen wurden zerstört. Wenn das wirklich so ist, warum?

Herr Wenning sagte im vergangenen Jahr, dass Primodos nichts mit Antibaby-Pillen zu tun hat. Ich bin mit dieser Aussage in keiner Weise einverstanden. Dieses Hormon wird auch heute noch dazu eingesetzt, Störungen des Monatszyklus zu behandeln. Außerdem wird es bis heute in Antibaby-Pillen verwendet, und zwar in einer Konzentration von 0,03 bis 1 Milligramm pro Pille. All diese Produkte tragen einen Gefahrenhinweis. Demnach darf dieses Hormon nicht in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Sogar Packungsbeilagen von Bayer empfehlen, vor der Einnahme von Norethisteron eine Schwangerschaft auszuschließen.

Warum bestreitet Bayer bis heute, dass Norethisteron den Fötus schaden kann, wenn dies sogar in Packungsbeilagen zu lesen ist?

Norethisteron ist ein synthetisches Progesteron. Dieses hat viel stärkere Nebenwirkungen als körpereigenes Progesteron. Im vergangenen Jahr hat man sehr viel über Nebenwirkungen und sogar Todesfälle durch Antibaby-Pillen wie „Yasmin“ gehört. Ich frage daher den Vorstand, ob diese erhöhten Nebenwirkungen der Antibaby-Pillen von Bayer mit dem darin verwendeten Progesteron zusammen hängen?

Sie alle haben auch von der „Pille danach“ gehört. Diese Präparate führen einer schwangeren Frau große Mengen Progesteron zu, wodurch die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter verhindert wird. Auch hierfür kann Norethisteron verwendet werden. Es versteht sich wohl von selbst, dass ein solcher Wirkstoff nicht einer schwangeren Frau verschrieben werden sollte.

Die Firma Bayer hat mir versichert, keine wissenschaftlichen Unterlagen zu Primodos mehr zu besitzen. Nachdem ich all meine Materialien zu Fehlbildungen durch Norethisteron an Bayer gesandt hatte, wurden mir von Bayer Schering Unterlagen zu Antibaby-Pillen zugesandt. Diese enthalten aber eine viel geringere Hormon-Dosis, die zudem über 21 Tage verteilt wird. Sie können die Unterlagen von Bayer gerne bei mir einsehen.

Bayer hat mir gegenüber eingeräumt, dass in den 60er und 70er Jahren rund 25.000 Packungen Primodos als kostenlose Proben versandt wurden. Aber schon zu Beginn der 70er Jahre hat die britische Medikamenten-Behörde British Committee on Safety of Medicines empfohlen, Norethisteron nicht an schwangere Frauen zu verabreichen. 1971 änderte Schering die Packungsbeilage, ohne aber die Ärzte hierüber zu informieren. Daher wurde Primodos weiterhin in großen Mengen als Schwangerschafts-Test verschrieben.

Erst 1975, fünf Jahre nach der Empfehlung der britischen Behörden und acht Jahre nach Veröffentlichung der Studien von Dr. Isabel Gal zu Fehlbildungen durch Primodos, reagierte Schering und druckte einen Warnhinweis auf die Medikamenten-Packungen. Dieser lautete: „Es besteht die Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen der Verwendung von Primodos in der frühen Schwangerschaft und einer erhöhten Gefahr von Fehlbildungen. Wegen dieser möglichen Folgen darf Primodos nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden.“

Diese Warnung wurde von Schering erstmals auch in Warnschreiben an die Ärzte gesandt.

Ich erhielt von Bayer einen Brief, den Sie gerne einsehen können. Darin steht, dass Schering damals keine Hinweise zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Primodos und fruchtschädigenden Effekten vorlag. Auch steht darin, dass meine Fehlbildungen nicht auf die Einnahme von Primodos zurückzuführen sind. Wenn Sie bei Bayer so überzeugt sind, dass die Inhaltsstoffe von Primodos – Norethisteron und Ethinylestradiol – keine Fehlbildungen verursachen, warum wurden diese Warnungen auf die Primodos-Packungen gedruckt? Warum warnen auch andere Firmen schwangere Frauen vor der Einnahme von Norethisteron?

Wenn Sie im Bayer-Vorstand so überzeugt sind von der Sicherheit dieses Präparats, dann fordere ich Sie auf, eine schwangere Frau aus Ihrer Familie hier vor die Hauptversammlung zu stellen und vor dem Publikum zwei Primodos-Tabletten, von denen ich noch einige besitze, einzunehmen. Ich weiß, dass Sie dies nicht tun würden. Und weil ich ein mitfühlender Mensch bin, würde ich Ihnen die Tabletten natürlich nicht geben. Ich habe durchleben müssen, welche Auswirkungen diese für das ungeborene Kind haben. Niemand mehr soll durch diese Hölle gehen müssen.

Der Bayer-Vorstand wird wahrscheinlich nachher entgegnen, dass die Warnungen auf den Primodos-Packungen nur auf Veranlassung der Behörden angebracht wurden, obwohl tatsächlich gar kein Risiko vorlag. Ich habe aber hier den Original-Brief des Committee on Safety of Medicines, in dem es heißt: „Mehrere Studien zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Östrogenen und Progesteron zur Schwangerschafts-Diagnose und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Fehlbildungen“. Warum wurden die Warnungen erst auf die Packungen gedruckt, als bereits Tausende von Babies gestorben waren oder mit schweren Behinderungen geboren wurden?

Ich bin kein Wissenschaftler. Die wissenschaftliche Arbeit muss von einem Unternehmen wie Bayer durchgeführt werden. Warum aber bestreitet ausschließlich Bayer, dass Progesteron den Fötus schädigen kann, während andere Firmen dies zugeben?

Ich frage den Vorstand: als Sie die Firma Schering gekauft haben,
wie waren Ihre Pläne für den Umgang mit Schering-Opfern?

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Jeder, der Interesse hat, kann mich ansprechen und Einblick in meine Unterlagen nehmen.

Manfred Gerber

CBG Redaktion

Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Name ist Manfred Gerber, ich möchte Ihnen als Mitglied des Umweltbund e.V. einen Überblick zur Situation der Bienenvölker und Nutzinsekten sowie deren Umfeld in Deutschland verschaffen.

Leider ist das Wohl unserer Bienen mit dem Erfolg der Geschäftstätigkeiten der Firma Bayer AG eng verknüpft, denn unsere Bienen sammeln Nektar und Pollen die Ihre Produkte aus dem Pflanzenschutzmittelbereich enthalten.

Wie Sie, meine sehr verehrten Aktionärinnen und Aktionäre sicherlich ahnen können, sind diese Mittel sehr wirksam. So wirksam, dass Pestizidrückstände im Bienenbrot und im Honig unsere Bienen derart schädigen, dass ein Imkern in Koexistenz zur konventionellen Landwirtschaft nicht mehr möglich zu sein scheint.
In diesem Winter 2009/2010 sind nach Schätzungen von Fachleuten des Umweltbund e.V. in Deutschland je nach Region zwischen 30 und 60 % der Bienenvölker verendet. Das sind im Schnitt etwa 20 - 50 % mehr als üblich.

Diese Zahlen zeigen mehr als deutlich, dass die Faktoren, die zum Bienenvolksterben führen, heute andere sind, als vor 20 oder gar 100 Jahren.
Anfang des 20ten Jahrhunderts hielten Imker in Deutschland 4 Millionen Bienenvölker. Vor zehn Jahren war es noch eine Million. In diesem Frühjahr sank die Zahl auf knapp 500000 Bienenvölker. In Anbetracht dessen, dass die Biene als das drittwichtigste Haustier gilt, eine mehr als Besorgnis erregende Zahl.

Sehr geehrter Vorstand, ich möchte Ihnen nun aufführen, in wie weit die Firma Bayer Ag einen Hauptteil der Schuld an diesem Debakel trägt.

Untersucht man das Bienenbrot, also die Nahrung unserer Bienen, findet man einen Mix aus etwa 50 chemischen Substanzen. Zum größten Teil sind das Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, auch von der Firma Bayer AG.
Während vor einem Jahrzehnt diese Gifte gegen Insekten, Pilzkrankheiten, Nagetiere und Unkräuter auf die von Schädlingen betroffenen Pflanzenteile aufgebracht wurden, um bspw. Nutzinsekten nicht zu gefährden, gelangen heutzutage viele Pestizide bequemer Weise über den Boden in alle Pflanzenteile der Nutzpflanze.

Diese Gruppe der systemischen Pflanzenschutzmittel bereitet Bienenzüchtern und Naturschützern auf der ganzen Welt größte Sorgen und ist verantwortlich für eine der größten Umweltskandale durch die chemische Industrie in dieser Dekade.

Die Firma Bayer Ag hat in diesem Sektor die Nase vorn. Insbesondere von den so genannten Neonicotinoiden verkauft die Firma Bayer Ag mehrere Insektengifte mit verheerenden subletalen Nebenwirkungen und richtet damit weltweit erheblichen Schaden an.

Clothianidin, das giftigste dieser systemischen Pestizide war im Jahr 2008 nachweislich für ein Bienensterben in Süddeutschland verantwortlich, bei dem mehr als 12500 Bienenvölker verendeten. Die Dunkelziffer liegt weit höher.
Wer meint, dass dieses nachgewiesenermaßen sehr bienenschädliche Mittel inzwischen vom deutschen Markt genommen wurde, der irrt sich gewaltig und unterschätzt den Einfluss der Firma Bayer Ag auf die Landwirtschaftsminister der Bundesländer.

Wie konnte es dazu kommen, dass man in unserem Land durch einseitige Interessen einer Industriesparte die Interessen der Imker, deren Arbeit für die nachhaltige Entwicklung unserer Natur extrem wichtig ist, einfach unter den Tisch kehrt?

Vor einem Jahrzehnt war noch die Biologische Bundesanstalt für den Nachweis der Bienengefährlichkeit eines neu zugelassenen Pflanzenschutzmittels verantwortlich. So wurden zwar die Interessen der Industrie gerne gehört, die Prüfung der Schädlichkeit von chemischen Substanzen wurde aber durch den Bund durchgeführt und verantwortet.

Heutzutage erledigt die Firma Bayer Ag diese Aufgabe gleich selbst. Allerdings mit dem Haken, dass in Ländern, die diese Studien kritisch betrachten, diese Ergebnisse als unwissenschaftlich dargestellt werden und eine Zulassung verwehrt wird.
Es muss also keinen wundern, dass ein Mittel hierzulande als bienenungefährlich eingestuft wird, welches in Frankreich oder Italien verboten ist.

Warum haben sie weiterhin auf eine erneute Zulassung dieses Insektenkillers gedrängt, obwohl ihnen bekannt war, dass das Neonicotinoid Clothianidin eindeutig bienengefährlich ist und in Süddeutschland für mehr als 12500 tote Bienenvölker verantwortlich war?

Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus den USA belegt, dass im Schnitt 6,7 chemische Wirkstoffe in Bienen, Bienenwachs, Pollen oder Pflanzenproben gefunden werden. Wie diese unzähligen Giftkombinationen subletal auf Bienen und Nutzinsekten wirken, wird von dem Pflanzenschutzmittelhersteller nicht untersucht.

Meine Damen und Herren,
Hier ist der Fehler im System. Ein, zwei Flaschen Schnaps täglich bringen sie innerhalb von 48 Stunden nicht um. Macht sie auf Dauer aber sicher nicht überlebensfähig. So verhält es sich mit den Versuchen, die die Firma Bayer AG zur Bienengefährlichkeit durchführt und vom Julius Kühn Institut geheim halten lässt. Subletale Wirkungen und Kreuzwirkungen auf Nutzinsekten werden ignoriert und damit diese nützlichen Helfer gleichsam aus Profitinteressen geopfert.
Wen wundert da noch, dass sie in den USA als Werbung für Ihr neues Produkt Movento auf Feldversuche mit Bienenvölkern hinweisen, bei denen gerade noch 12,5 % der Versuchsvölker nach 8 Monaten überlebt haben.

Sehr geehrter Vorstand, sind das die Zustände, die wir Imker in Deutschland in Zukunft zu erwarten haben, wenn unsere Landwirte weiterhin zu Pflanzenschutzmitteln der Firma Bayer Ag greifen?

Auch in Nordamerika erlitten Sie mit Ihrer Zulassung für Movento Schiffbruch, nachdem durchsickerte, dass die Risiken für Bienen bei der Zulassung gar nicht berücksichtigt wurden.

Waren Sie da nicht etwas voreilig? Noch gibt es Bienen, die Sie im Interesse der Menschheit und unserer Nachkommen berücksichtigen sollten.

Doch zurück zum Nutzinsekten- und Bienenkiller Nummer 1, dem Clothianidin der Firma Bayer AG.
Während herkömmliche Pflanzenschutzmittel auf den jeweils befallenen Pflanzenteil gesprüht werden, um dort gegen bspw. Schadinsekten zu wirken, vergiftet man mit dem systemisch wirkenden Clothianidin zuerst den Boden, um den Wirkstoff in die Pflanze zu bekommen.
Zu Recht wurde diesem in kleinsten Dosen wirksamen Nervengift im letzten Jahr die Zulassung für den Maisanbau entzogen. Doch das nützte nichts.
Das Neonicotinoid wurde bei anderen landwirtschaftlichen Kulturen weiterhin angewendet. Eine Katastrophe für die Umwelt, denn Clothianidin reichert sich je nach Bodenart nach mehrmaligen Anwendungen im Boden an und wird nur sehr langsam abgebaut.
Hier lagert das Gift mit einer Halbwertszeit von bis zu drei Jahren, um alle nachwachsenden Pflanzen für Insekten wiederum in Giftpflanzen zu verwandeln.

Warum haben Sie, trotz der eindeutig nachgewiesenen Bienenvolkgefährlichkeit und aufgrund der schlechten Abbaueigenschaften, das Mittel nicht sofort vom Markt genommen?

Aufgrund des grenzenlosen Vertrauens unserer Landwirtschaftsminister in die deutsche Chemieindustrie wurde in diesem Frühjahr sogar eine Sonderzulassung für Santana, ein Clothianidingranulat erteilt, um dieses Insektengift wieder für den Maisanbau verfügbar zu machen.
Trotz Protest aller Imkerverbände, trotz Verbot dieser Insektizide in bspw. Frankreich und Italien und im Bewusstsein der extrem hohen Rückstandsgefahr, bieten Sie den Wirkstoff weiterhin als bienenungefährliches Insektizid an und nehmen zudem eine Verseuchung der Böden in Kauf.

Liebe Aktionäre, rechtfertigt der Profit, dass man die Natur dauerhaft mit Giftstoffen belastet und damit Umwelt und den Menschen Schaden zufügt?

In Gebieten in denen die Neonicotinoide der Firma Bayer AG sich seit mehreren Jahren im Boden angereichert haben, überleben Bienenvölker kaum länger als ein halbes Jahr. Hummeln und andere Nutzinsekten kann man an einer Hand abzählen, wenn man noch welche findet.
Wie es um das Leben unterhalb der Bodenkrume steht, können Sie sich denken.

Schießen sie nicht weit über das Ziel hinaus, wenn Sie ganze Landschaften mit Ihren Insektiziden fast Insektenleer machen, um einige Schadinsekten an Maispflanzen zu töten, die man auch mit simplem Fruchtwechsel vermieden hätte?

In den USA verursachen die seit 2006 alljährlich auftretenden Bienenvolkverluste von über 30 % einen volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von etwa 15 Milliarden Dollar. Mittlerweile deuten alle Untersuchungen darauf hin, dass das in der Nahrungskette der Nutzinsekten gefundene Grundrauschen aus Agrochemikalien letztlich für diese Unkosten verantwortlich ist.

Wenn wir in Europa in Zukunft weiterhin von den Vorzügen der Nutzinsekten und deren enormer Dienstleistung profitieren wollen, darf das Ministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Firma Bayer AG nicht weiterhin einen pauschalen Persilschein ausstellen, sondern muss wie unsere fürsorglichen Nachbarländer Gifte und deren Verträglichkeit selbst prüfen und darüber entscheiden.
Subletale Wirkungen und Kreuzwirkungen von Pflanzenschutzmitteln dürfen dabei nicht weiterhin ignoriert werden.
Die Biene, sowohl Wild- als auch Honigbiene muss als Leittier einer intakten Kulturlandschaft gelten.

Aus Sicht des Umweltbund e.V. ist es bereits 5 nach 12. Um in Zukunft ein großflächiges Aussterben der Bienen und des Nutzinsektenbestandes und ein damit verbundenes Artensterben zu verhindern, fordern wir daher das sofortige Verbot aller systemischen Pestizide, denn diese Erde gehört nicht uns, wir haben sie von unseren Nachkommen geliehen.

Danke

Claudia Baitinger (BUND)

CBG Redaktion

Claudia Baitinger, Sprecherin Landesarbeitskreis Technischer Umweltschutz des BUND NRW
30.4.2010, Bayer-HauptversammlungSehr geehrte Damen und Herren

Nanotechnik ist zu einem Zauberwort geworden: es verspricht seit Jahren die schöne neue Welt und lässt mit seinen unzähligen Heilsversprechen die Augen der Aktionäre glänzen. Es ist die Türöffnerin für milliardenschwere Fördermittel und Innovationspreise. Offenbar lassen sich damit auch Türen von Genehmigungsbehörden öffnen – aber dazu später.

Der medienwirksam dargestellte Siegeszug von Stoffen aller Lebensbereiche mit nanoskaligen Eigenschaften erinnert an die Anfänge der Atomkraftnutzung und der Gentechnik. Damit feiern wir also jetzt die 3. „schöne neue Welt“. In den beiden anderen Technologien ist inzwischen Ernüchterung eingetreten, sie werden mehrheitlich von der Bevölkerung in Deutschland und darüber hinaus abgelehnt und als irreversible Bedrohung der Biosphäre wahrgenommen. Und wie ist es mit der Nanotechnik?

Es gibt inzwischen praktisch keinen Lebensbereich, der nicht von ihr vereinnahmt wird: Ob bei Lebensmitteln, in der Landwirtschaft, bei Reinigungselexieren oder im Bekleidungsmarkt – nur um einige Beispiele zu nennen.
Und hier passiert genau das Gleiche wie bei der Atomkraftnutzung und der Gentechnik: Verblendet von den Sirenengesängen auf Hochglanzbroschüren und in Pressekonferenzen missachten mal wieder Politik und Rechtsprechung die unweigerlich auftretenden Risiken: Der im Artikel 2.2 grundgesetzlich verbriefte Schutz der Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit wird vor lauter Euphorie, die Entdeckertum, Forschergeist und steigende Gewinnmargen mit sich bringen, hintenan gestellt.

Und jetzt sind wir wieder bei den Genehmigungsbehörden und damit bei der neuen CNT – Fabrik der Bayer AG.
Wir fragen den Vorstand, ob es wirklich ihrer Rechtsauffassung entspricht, wenn sie sich die weltweit größte Produktionsanlage für Kohlenstoff-Nanoröhrchen (Markennamen Baytubes) – lediglich nach Baurecht genehmigen lässt und sich nicht den wesentlich umfangreicheren und strengeren Prüfkriterien des Immissionsschutzrechtes unterwirft, obwohl eine Produktionskapazität von 200 Jahrestonnen klar den Technikumsmaßstab überschreitet?

Ich zitiere aus einer Bayer-Veröffentlichung:
„STETIGE AUSWEITUNG DER PRODUKTIONSK APAZITÄTEN
Vor diesem Hintergrund hat Bayer MaterialScience bereits früh die Weichen
für eine industrielle Herstellung von Baytubes® gestellt und die Produktionskapazitäten auf die stetig wachsende Kundennachfrage ausgerichtet.
Neben den bereits in den Jahren 2006 und 2007 im badischen Laufenburg
in Betrieb genommenen Anlagen mit einer Jahreskapazität von 60 Tonnen
Baytubes® entsteht jetzt am Standort Leverkusen eine neue Produktionsstätte mit einer jährlichen Kapazität von 200 Tonnen. Weitere Kapazitätserweiterungen sind vorgesehen.“ (http://www.baytubes.com/downloads/bms_cnt_baytubes_de.pdf)

Diese Aussagen wurden heute vormittag von Herrn Wenning bestätigt und ergänzt, als er sagte „Wir sind in der Lage, im Industriemaßstab zu produzieren“. Er unterstrich dieses dadurch, dass er auf eine jährliche Steigerung von 25 % bis hin zum „Weltmarktführer in einigen Jahren“ verwies. Also eine genehmigungsrechtliche Salamitaktik?

Fürchtet die Firma Bayer, dass mit der im immissionsschutzrechtlichen Verfahren dann obligatorischen Umweltverträglichkeitsprüfung die Öffentlichkeit über die Gefahren und Risiken dieses neuen Produktes, das der liebe Gott beim Erschöpfen der Welt offenbar vergessen hat, informiert wird? Dass besorgte Bürger und Umweltverbände Einwendungen erheben und klagen? Dass es dann zu Verzögerungen beim Produktionsbeginn kommen kann?

Wenn Sie sich als die Verantwortlichen Bayer-Manager ihrer Sache so sicher wären, dass wirklich keine Risiken und Gefahren von dieser Anlage ausgehen werden: Warum stellen Sie sich nicht einem immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren mit öffentlicher Auslegung der Antragsunterlagen und einem öffentlichen Erörterungstermin?

Und was den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in dieser neuen Anlage angeht: Warum wird allen Beteiligten nicht transparent gemacht, welchen Risiken sie täglich am Arbeitsplatz ausgesetzt sein könnten? Noch nicht einmal die Haut eines Menschen bietet Schutz vor Kontamination, die Partikel können die Blut-Hirnschranke überwinden und dringen selbst bis zur DNA vor und können diese verändern – mit weit reichenden Folgen sowohl für die Körperzellen als auch für die Keimzellen der Menschen.

Immerhin verweist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf insgesamt 8 Gesetze, die beim Umgang mit Nanomaterialien zu berücksichtigen sind, als da sind:
· das Arbeitsschutzgesetz,
· die Gefahrstoffverordnung,
· das Chemikaliengesetz,
· die Altstoffverordnung,
· die Biozid-Meldeverordnung,
· die EU Biozid-Richtlinie
· die EU Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz und
· die EU Agenzienrichtlinie.

Sind die Verantwortlichen wirklich davon überzeugt, dass das alles im Baurecht abzuhandeln ist? Welcher Bauamtsleiter einer Kommune verfügt über solch ein spezielles Wissen?

Befürchten Sie nicht, dass Ihre Genehmigung nicht das Papier wert ist, auf dem sie steht, wenn das Verfahren auf den juristischen Prüfstand kommt?
Ist nicht Rechtssicherheit mehr wert als ein zweifelhaftes schnelles und geheimes Verfahren, um möglichst rasch die begehrten Röhrchen zu produzieren?

Bislang gibt es bei Freisetzungen von Nanomaterialien im Wasser-, Bodenschutz- und Abfallrecht noch keinerlei Regelungen. Wir halten deshalb den Umgang mit diesen Stoffen über den Labormaßstab hinaus für unverantwortlich, solange der Gesetzgeber mit drittschützenden Maßnahmen hinterherhinkt. Und sich dann noch einem „Schlichtverfahren“ zu unterwerfen, ist aus unserer Sicht verantwortungslos.
Profit auf Kosten des vorbeugenden Umweltschutzes – das darf’s nicht sein, meine Damen und Herren.

Jan Pehrke

CBG Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Name ist Jan Pehrke. Ich bin Journalist, gehöre dem Vorstand der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN an und möchte zum Thema „Arznei-Tests in der Dritten Welt“ sprechen.

BAYER führt immer mehr Medikamenten-Versuche in Entwicklungs- oder Schwellenländern durch. Dort locken ein großes Reservoir an potenziellen Teilnehmern, unschlagbare Preise, schnelle Verfahren und eine mangelhafte Aufsicht. In Indien beispielsweise laufen derzeit Tests mit einem Multiple-Sklerose-Präparat, einer Hautgeschwür-Arznei, einem Diabetikum, einem Antibiotikum und vier Krebsmitteln. Das Handelsblatt beschrieb diese Entwicklung 2007 so:

„Auch als Ressource wird Indien für die Pharma-Sparte interessant“.

Menschliche Versuchskaninchen als „Ressource“ - die findet BAYER auch anderswo in der großen weiten Welt, etwa in Kolumbien, Pakistan, Moldavien, Russland, auf den Philippinen und in China. Einen Grund dafür benennt die Beratungsfirma CENTERWATCH:

„Die Chinesen sind nicht so emanziert wie die US-Bürger. Sie zeigen sich eher bereit, Versuchskaninchen zu spielen“.

In diesem Zusammenhang habe ich zwei Fragen an den Vorstand:

1. Wieviele Medikamenten-Versuche führt BAYER derzeit in Entwicklungs- und Schwellenländern durch?

2. Plant BAYER, in Zukunft noch mehr Tests in diese Staaten zu verlegen?

Die Chinesen, Kolumbier, Pakistani und Moldavier sind nicht so emanziert, weil sie es sich nicht leisten können. Die pure Not treibt sie zu den Versuchen. Die ebenfalls auf Geld angewiesenen Kliniken und Ärzte lassen sich fast genauso leicht ködern. Und die betreffenden Staaten auch. Sie haben ein finanzielles Interesse an den Tests und kommen den Pharma-Konzernen deshalb entgegen. So haben Indien, Costa Rica und Peru jüngst die gesetzlichen Auflagen für Pillen-Erprobungen gelockert.

Damit nicht genug, betreibt BAYER auch noch Outsourcing und beauftragt externe Dienstleister mit der Durchführung der Tests. Denen geht es dann vordringlich um die Kundenzufriedenheit und nicht um das Wohl der Probanden. So prahlte ein Manager eines dieser Dienstleistungsunternehmen einmal:

„Bei der Rekrutierung von Probanden kann ich die Kriterien so setzen, dass es unmöglich sein wird, Nebenwirkungen zu identifizieren“.

Zu dem letzten Punkt habe ich jetzt zwei Fragen:

1. Wie hoch ist der Anteil der Tests, die BAYER ausgliedert?

2. Plant BAYER, diese Quote zu erhöhen?

Die zunehmende Kommerzialisierung von Arzneitests stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Schon bei Arzneitests in den Industrie-Nationen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, da sich Medikamente als gesundheitsschädlich erweisen. Im Jahr 2008 habe ich hier an dieser Stelle über schwere Gesundheitsstörungen bei US-amerikanischen ProbandInnen berichtet, die BAYERs Parkinson-Präparat Spheramine getestet haben. Bei Tests in der Dritten Welt, die kaum von Ethik-Kommissionen und staatlichen Stellen überwacht werden, ist diese Gefahr ungleich höher. Deshalb dazu zwei Fragen:

1. Wieviele Medikamente überstanden im letzten Jahr die Tests wegen zu vieler Risiken und Nebenwirkungen nicht?

2. Wieviele ProbandInnen wurden durch diese Mittel geschädigt und um welche Schädigungen handelte es sich?

Auch Arznei-Tests in Entwicklungsländern finden nicht in einem völlig rechtsfreien Raum statt. Die vom Weltärztebund verabschiedete „Deklaration von Helsinki“ gilt weltweit. In ihr heißt es:

„In der medizinischen Forschung am Menschen muss das Wohlergehen der einzelnen Versuchsperson Vorrang vor allen anderen Interessen haben“.

Nach der Deklaration muss die Forschung mit Benachteiligten immer auch den Benachteiligten selbst zu Gute kommen. Zudem lehnt sie in ihrer ursprünglichen Fassung die Verwendung von Placebos strikt ab, weil das bedeutet, kranken Menschen ohne ihr Wissen dringend benötigte Medizin vorzuenthalten. Ihr zufolge sollte das neue Medikament stattdesse mit dem besten verfügbaren alten verglichen werden. Und dafür sprechen nicht nur moralische, sondern auch pharmazeutische Gründe.

Dazu jetzt meine abschließenden Fragen:

1. Bekennt sich BAYER zur „Deklaration von Helsinki“?

2. Stellt BAYER den Probanden die Versuchsarzneien auch nach den Tests zur Verfügung?

3. Testet der Konzern in Entwicklungsländern nur Arzneien, die er später dort auch herausbringt?

4. Verzichtet BAYER auf Tests mit Placebos?

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

Rainer Kalbe

CBG Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Name ist Rainer Kalbe. Ich bin Mitglied der Bürgerinitiativen „Stopp - CO - Pipeline“.
Letztes Jahr hatte ich bei gleichem Anlass Gelegenheit zu Ihnen zu sprechen. Damals hatte ich meinen Vortrag mit folgender Feststellung etwa so begonnen:

„Die Art, wie Bayer das eigene Image durch dieses hochkritische und nach Ansicht Vieler menschenverachtende Projekt ruiniert, macht wahrscheinlich noch viele Aktionäre ärgerlich und wütend. Meine Auffassung hat sich in vielen persönlichen Gesprächen danach bestätigt.

Nun, Herr Wenning, Ihre Mitarbeiter im Backoffice, die natürlich Ihre Erwiderung auf meine Ausführungen für Sie formuliert hatten, was nicht kritikwürdig ist, waren sehr fleißig in dem Bemühen, meine Fragen und auch Feststellungen – dabei handelte es sich um Tatsachen, die sich auch beweisen lassen, schlicht weg auseinander zu nehmen. Es mag Ihnen gelungen sein, die damals Anwesenen, die teilweise von weit her angereist waren zu beruhigen. Das ist aber dem Umstand zu verdanken, dass sich kaum jemand im Vorfeld mit diesem Problem umfassend auseinandergesetzt hatte um zu verstehen, dass Ihre Worte vielfach nur bekannte Phrasen und Wiederholungen von Halbwahrheiten waren. Manches Mal klang auch in Ihren Erwiderungen durch, dass da jemand etwas vorgetragen hat, dass nur an den Haaren herbeigezogen ist, das jeder Grundlage entbehrt und dass nur subjektive Empfindungen wiedergegeben wurden. Alles hat Bayer richtig gemacht, behaupteten Sie. Auf Ihre fähigen und kompetenten Mitarbeiter seien Sie stolz und und und. Leider gibt es nach einem solchen Statement keine Möglichkeit, Ihnen und Ihren Argumenten spontan zu begegnen.

Ich komme daher – jetzt nach einen Jahr voller weiterer Pannen und Peinlichkeiten nochmals auf meinen Vortrag zurück und zitiere
:
„BMS ist bei dem in die Kritik geratenen Projekt stets nach geltendem Recht vorgegangen und hat alles unternommen, um die Öffentlichkeit umfassend zu informieren.“ - Zitat Ende

Dieser Satz stammt von Ihnen, Herr Wenning.

Nun begab es sich, dass zeitgleich, als die meisten von Ihnen in der Messehalle in Düsseldorf diese meine Worte hörten und Sie, Herr Wenning, anschließend wortgewandt versuchten klarzumachen, dass Ihre Aussage selbstredend über jeden Zweifel erhaben ist, also den Tatsachen entspricht und nichts, aber auch gar nichts an solchen Vorwürfen dran ist, dass also zeitgleich die Vertreter von BMS vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf – nur wenige Kilometer entfernt – sich anhören mussten, dass der Konzern gegen den Planfeststellungsbeschluss – sprich die Baugehmigung – gehandelt hat und zwar ohne vorherige Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf. Handlungen, die nicht auf den Vorgaben der Baugenehmigung basieren, sind zweifelsfrei Rechtsverstöße. Insofern können Sie Ihre Behauptung doch nicht mehr guten Glaubens aufrechterhalten. Hatten Ihnen Ihre hoch gelobten Mitarbeiter da etwas verschwiegen?

Nun, es geht weiter: Das Unternehmen BMS beantragte Änderungen des Planfeststellungsbeschlusses, so nennt man die Baugenehmigung, also man beantragte Dutzende von Änderungen, d. h. auch Dutzende von Abweichungen vom Baurecht mussten im Nachhinein sanktioniert werden.. Dieser so genannte Planergänzungsbeschluss brachte die Verwaltungsrichter zu einem niederschmetternden Ergebnis:

Die Genehmigungsbehörde hat viele Änderungen – sprich Verstöße gegen die Baugenehmigung – offensichtlich hinterher nur noch abgenickt. Es waren ja Tatsachen geschaffen worden, deren Änderungen sehr teuer werden würden. Nicht zuletzt haben die Richter den gesamten Planergänzungsbeschluss als offensichtlich rechtswidrig eingestuft.

Sind die für dieses Desaster verantwortlichen Mitarbeiter, die dem Unternehmen all diese Negativschlagzeilen eingehandelt haben, wenigstens nach dieser Blamage vor dem Verwaltungsgericht zur Rechenschaft gezogen worden oder können sie weiterhin selbstherrlich agieren, wie es einem Großkonzern offensichtlich zusteht?

Und als Letztes frage ich Sie noch einmal:

Ist Ihnen bewusst, dass die anhängigen Verfahren vor den Gerichten noch Jahre dauern können und dann am Ende irgendwann ein Urteil steht, das da heißt: keine Betriebsgenehmigung? Vielleicht reihen sich die Richter ja ein in die Schar derer, die nach den Worten der Politik und auch nach der Lesart Ihres Unternehmens industriefeindlich ist? Haben Sie dafür einen Plan in der Schublade, der diesem dann doch offensichtlichen Super-GAU Rechnung trägt und andere Lösungen Ihrer Probleme vorsieht? Ich vermute, nicht. Denn dann werden Sie ja nicht mehr im Amt sein.

Vielleicht ist auch ein Unternehmen, das ein solches Projekt wie die CO-Pipeline wie sagt man so schön: Auf Teufel komm raus! Und jetzt erst Recht, durchdrücken will, schon aus Prinzip, vielleicht ist man gerade mit einer solchen Gesinnung auf dem Holzwege?

Vielleicht ist es auch so, dass nicht die mehr als 110.000 Menschen in diesem Lande industriefeindlich sind, sondern ein Konzern, der so handelt, menschenfeindlich ist? Damit will ich nicht die hervorragenden Leistungen des Konzerns in vielen anderen Bereichen und Geschäftszweigen ignorieren oder gar in Abrede stellen. Eine Selbstherrlichkeit, wie sie seit mehr als drei Jahren an den Tag gelegt wird und Bevölkerung und Politik gleichermaßen immer wieder schockiert, wirft jedoch lange Schatten auf diese Positiva.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Ach, eins noch, Herr Wenning. Ich verzichte gerne auf Ihre Antwort zu meinen Ausführungen. Sie brauchen Ihre Mitarbeiter hinter der Bühne nicht zu bemühen. Wissen Sie, ich habe einfach keinen Bock mehr auf Märchenstunden.

[Harald Jochums] Rede Harald Jochums

CBG Redaktion

Rede von Harald Jochums, Niederrheinischer Umweltschutzverein

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,
sehr geehrte Dame und Herren vom Aufsichtsrat,
sehr geehrte Herren vom Vorstand,

ich bin und heiße Harald Jochums aus Duisburg-Rheinhausen, bin unter Anderem Architekt für Ökologisches Bauen und darüberhinaus noch direkter Anrainer sowohl an den Rhein als auch an den Chempark, den der Bayer Konzern betreibt, dortselbst aber nur noch mit ihrer Tochter Currenta (60% Anteil) in Verbund mit Lanxess (40% Anteil) produziert. Mitarbeiterzahl: ca. 1.300. /Gesamter Chempark: ca. 7.000.

Der Schwerpunkt meiner kleinen Rede ist die Informationspolitik der Bayer AG und ihre Glaubwürdigkeit. Dazu folgende Beispiele an Hand von konkreten Projekten, zu denen selbst ich aber auch noch Fragen habe:
1. Es wird seitens des Konzerns immer wieder gerne die „Gute Nachbarschaft“ zu den Nachbarn beschworen. Schade, daß ich als Nachbar nichts davon merke. Gute Nachbarn informiert man in der Regel. Das hat der Konzern aber weder in Sachen CO-Pipeline noch beim Fossilen Kohlekraftwerk getan. Die Info-Broschüren wurden bei uns z.B. nicht verteilt. Gleichwohl verkündete der Chemparkleiter für Anfang 2009 „geballte Informationen“, nachdem schon 2 Jahre lang emsig geplant wurde. Auch auf diese Informationen warten wir bis heute. Das ist insofern auch nicht verwunderlich, weigert sich doch der Konzern beharrlich, sogar seinen gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflichten aus dem § 11 der Störfallverordnung nachzukommen, obwohl ich diese jedesmal in meinen letzten beiden Reden angemahnt habe. Auch macht es sich schlecht, Briefe des Nachbarn nicht zu beantworten, bzw. sich auf ein einziges Mal zu beschränken. Erst als ich mich jeweils an Leverkusen gewand habe, bekam ich Antworten – so unbefriedigend sie auch waren. – Wohl haben 2 Gespräche unter 4 bzw. 6 Augen auf mittlerer Führungsebene stattgefunden, die aber an der Gesamtsituation nichts geändert haben.

2. Zwei haarsträubende Beispiele für die Informationspolitik des Konzerns sind die CO-Pipeline und das Fossile Kohlekraftwerk auf dem Gelände des Chemparks in Krefeld-Uerdingen:

Mit dem Bau der CO-Pipeline wurde begonnen, ohne daß eine eminent wichtige Bestimmung der Genehmigung vorlag: Der Nachweis der Kampfmittelfreiheit. Und das bei einem potentiell hochgefährlichem Projekt. – Und nun stellen Sie sich mal vor, liebe Aktionäre/innen, Sie würden einen Carport bauen wollen und müßten vor Baubeginn die Statik vorlegen, tun das aber nicht, sondern werkeln drauflos. Was geschieht dann? Ihnen wird der Bau stillgelegt bis Sie die Statik vorlegen, vielleicht müssen Sie noch ein Bußgeld bezahlen. Und bei der CO-Pipeline? Nichts dergleichen! Weder Bayer noch der aufsichtsführende Regierungspräsident legten etwas still. Gesagt darüber wurde nichts. Erst besorgte Bürger sind dahintergekommen. Eine Ungeheuerlichkeit, die auch den immer wieder vorgetragenen Beteuerungen von der Sicherheit und dem vermeintlich verantwortlichen Tun Hohn sprechen. – Und zu allem Überfluß will Bayer das überflüssige CO nunmehr in Dormagen in einer neuen Anlage nutzen.
Dazu Frage 1: Was wird in der neuen Anlage hergestellt und wird die CO-Pipeline dann nicht überflüssig?

Bei dem Fossilen Kohlekraftwerk hat sich Folgendes zugetragen: Die Kritiker haben seit dem Scopingtermin Ende 2006 als Alternative ein halb so großes GuD-Kraftwerk mit KWK gefordert. Von dem projektierten Betreiber Trianel und dem Nutznießer des Projekts, der Bayer AG, wurde immer wieder entgegnet, das wäre nicht möglich. Gas zu teuer und Abhängigkeit von Rußland und überhaupt. -
Seit 2007 wurde aber von der Fa. Wingas im Auftrag von Bayer eine Gaspipeline von Düsseldorf-Hubbelrath zum Chempark gebaut. In der Genehmigung stehen Ziel und Zweck der Gas-Pipeline.

Ich zitiere aus dem Planfeststellungsbeschluß (der Bezirksregierung Düsseldorf – 65.9 – 02/05 – vom 14.2.2007) für die Errichtung und den Betrieb einer Erdgas-Hochdruckanlage von Düsseldorf-Hubbelrath nach Krefeld-Uerdingen
4. Planrechtfertigung Seite 185, Absatz 5:
„Die Bayer-Werke beabsichtigen, innerhalb der nächsten 10 Jahre eine Gas – und Dampf – Kraft – Wärme – Koppelung (GuD – KWK – Anlage) zu bauen. Diese Anlage soll die derzeit vorhandenen kohlebefeuerten Kesselanlagen ersetzen.” (Zitatende)

Selbstverständlich soll auch dieses Projekt wie schon die CO-Pipeline dem
Wohle der Allgemeinheit dienen, „zu einer nachhaltigen Reduzierung der
CO2 -Emissionen“ führen und den Chempark auf eine „gasbasierte
Energieerzeugung“ umstellen. Wingas ist übrigens eine gemeinsame Tochter
von Gazprom und Basf/Wintershall.

Dazu dann Frage 2: Hat Bayer einen Vertrag mit dem Fossilen
Kohlekraftwerksbetreiber Trianel zur Abnahme von Strom und Dampf
geschlossen? Und wenn ja, um wieviel Strom und Dampf in MW handelt es
sich? Und hat Bayer die Umstellung auf eine „gasbasierte
Energieerzeugung“ aufgegeben und damit auch diese Pipeline überflüssig
gemacht?

3. Als Hauptargumente – nicht nur für diese beiden Projekte – werden die Sicherung der Arbeitsplätze und des Standortes angeführt. Dann hat sich jedoch ca. 14 Tage vor der Kommunalwahl im letzten Jahr Folgendes zugetragen: Bayer kündigte die Auflösung seiner Forschungsabteilungen im Chempark an. Grund : Man wolle die Forschung in Leverkusen bündeln. – Damit hat der Konzern sogar seine Mitstreiter aus Politik und Gewerkschaften kräftig ins Kreuz getreten, die auch sofort lautstark protestierten und sogar mit Liebesentzug drohten. Bayer versuchte ebenso sofort zu beschwichtigen, man wolle die Beschäftigten ja übernehmen – alle aber dann doch nicht – und einige aus der produktionsbegleitenden Forschung sollen nach Antwerpen, was für diese Mitarbeiter nicht gerade der Hit ist.

4. Nach all den unschönen Beispielen frage ich mich natürlich, wie seriös sind die Aussagen und Beteuerungen der Bayer AG noch?
Meine Herren vom Vorstand: Mit dieser Informations – bzw. Desinformationspolitik setzen Sie die Glaubwürdigkeit des Konzerns aufs Spiel bzw. haben sie bereits bei vielen Bürgern verspielt. Das belastet den Konzern. Und die Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen wird verdammt schwer werden.
Und nun zu meiner 3. und letzten Frage: Wollen Sie allen Ernstes so weitermachen mit dieser unredlichen Informationspolitik?

Ich habe noch eine Anmerkung genereller Natur:
Wir sind Kritiker einzelner Projekte, werden aber verbal erst zu „Gegnern“ und dann sogar zu „Feinden“ des jeweiligen Projekts gemacht. Und aus der Tatsache, daß wir ein einzelnes Projekt kritisieren wird gefolgert, daß wir „Gegner/Feinde“ der Chemischen Industrie und schließlich der gesamten Industrie seien, also „chemie – und industriefeindlich“; was überhaupt nicht stimmt, uns aber in der Öffentlichen Meinung zu ideologisch verblendeten Totalverweigerern macht, die alles kaputt machen: Die Arbeitsplätze, den Chemiestandort, den Wirtschaftsstandort – ja, an sich: alles.
Kein Mensch käme aber auf die Idee, einen Theaterkritiker, der ein einzelnes Werk kritisiert als Feind des Theaters, ja der ganzen Kunstwelt zu bezeichnen. -
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. -