AKTION & KRITIK
CBG bei „Wir haben es satt“-Demo
„Haltung zeigen! Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit“ – unter dieser Losung stand am 17. Januar die diesjährige „Wir haben es satt“-Demo. Rund 8.000 Menschen nahmen teil, darunter auch AktivistInnen der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG). Gemeinsam gingen sie in Berlin für eine Landwirtschaft auf die Straße, die nicht mehr unter dem Einfluss von Großkonzernen wie ALDI, BAYER & Co. steht. „Dieses agro-industrielle Modell sorgt für rund 30 Prozent aller Treibhaus-Emissionen, vergiftet die Gewässer, laugt die Böden aus und macht die Menschen krank“, hieß es in der Pressemitteilung der Coordination. Eine dieser Gesundheitsgefährdungen stellte die CBG auf ihrem Transparent besonders heraus: die Pestizid-Nebenwirkung Parkinson, die bei Bauern und Bäuerinnen nunmehr offiziell als Berufskrankheit anerkannt ist.
CBG bei Rosa-Luxemburg-Konferenz
Auch im Januar 2026 war die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) wieder mit einem Stand bei der Rosa-Luxemburg-Konferenz vertreten. Das Stichwort BAYER, die Hauptversammlungsberichte, Flyer und andere Auslagen stießen auf reges Interesse. Mit den BesucherInnen, darunter viele alte Weggefährten der Coordination, ergaben sich viele intensive Gespräche. Zudem kamen so einige Unterschriften für die CBG-Kampagne zum sofortigen Glyphosat-Verbot zusammen.
CBG beteiligt sich an EU-Konsultation
Die EU hat in den letzten Monaten zahlreiche Regelungen zur Aufweichung von Gesundheits- und Umweltstandards an den Start gebracht. Das reicht ihr jedoch nicht. Sie will nun auch dafür sorgen, dass diese Vorhaben in Brüssel schneller durchgehen. Das Mittel der Wahl dazu: die Initiative zu einer „besseren Rechtsetzung“.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) machte ihre Ablehnung im Rahmen des Beteiligungsprozesses, den das EU-Reglement bei legislativen Akten vorsieht, deutlich. „Die EU gibt damit dem Lobby-Druck der Industrie nach“, hieß es in der Eingabe der Coordination unter anderem. Auch die von der Europäischen Union angeführten Gründe für den Vorstoß akzeptierte die CBG nicht. „Die veränderte geopolitische Lage darf nicht als Vorwand dafür dienen, Vorschriften zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt zu deregulieren – und das auch noch mittels beschleunigter Verfahren“, hielt sie fest.
Die CBG schreibt dem Freitag
Selbst in linken Publikationen fehlt manchmal das Bewusstsein dafür, wie sehr Handelsverträge für ungerechte Welthandelsbeziehungen stehen. So bezeichnete der Freitag entsprechende Vorbehalte als Relikte „einer längst überholten Globalisierungskritik“. Dem widersprach die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) in einem Leserbrief. Sie beschrieb darin die Ungleichgewichte im Warenaustausch zwischen der EU und den vier Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. „Jetzt schon handelt es sich nämlich bei rund 84 Prozent der EU-Exporte in die Mercosur-Staaten um Dienstleistungen und hochwertige Industrieprodukte mit hohem Wertschöpfungsanteil, während sich die Exporte der vier lateinamerikanischen Länder in die Europäische Union zu drei Vierteln aus Rohstoffen und Nahrungsmittel-Grundstoffen mit geringem Wertschöpfungsanteil zusammensetzen“, hieß es deshalb in ihrem Schreiben: „Und die Zoll-Erleichterungen für Industrie-Waren auf der einen Seite und Soja, Mais & Co. auf der anderen Seite, die das Abkommen gewährt, werden dieses Muster fortschreiben und noch einmal forcieren.“ Der Deindustrialisierungsprozess im Mercosur, der in den 1980er Jahren begann, dürfte sich damit noch fortsetzen, warnte die CBG und wies auf das Beispiel Brasilien hin. Dort betrug der Anteil der Industrie-Produktion am Bruttoinlandsprodukt 1986 29 Prozent und schrumpfte auf elf Prozent im Jahr 2021.
Leider druckte der Freitag den Brief nicht ab.
Studierende fragen die CBG
Im März 2026 erhielt die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) eine Anfrage von einer niederländischen Studentin. Sie schrieb eine Arbeit über BAYERs EU-Lobbying im Zuge des letzten Glyphosat-Zulassungsverlängerungsverfahrens und bat um einige Informationen. Die Coordination gab bereitwillig Auskunft über die vielfältigen politischen Interventionen des Leverkusener Multis in der Sache und konnte der Frau so weiterhelfen.
SchülerInnen fragen die CBG
Immer wieder bekommt die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) Anfragen von SchülerInnen, die BAYER-relevante Themen im Unterricht behandeln und dazu Referate oder andere Arbeiten anfertigen müssen. Im Januar 2026 ging es um den Umgang des Leverkusener Multis mit seiner NS-Vergangenheit. Als konkretes Beispiel dienten dabei die Medizinversuche mit KZ-Häftlingen. Die SchülerInnen zeigten sich durchaus beeindruckt von BAYERs neuer Vergangenheitspolitik, die 2023 mit der Gründung der „Hans und Berthold Finkelstein Stiftung“ und der Errichtung eines ZwangsarbeiterInnen-Mahnmals nahe der Konzern-Zentrale einsetzte. Die CBG machte jedoch gerade in Bezug auf die Arznei-Tests in Auschwitz und anderswo deutlich, wie defizitär diese Aufarbeitung noch ist. Noch immer behauptet der Global Player nämlich, das Unternehmen habe der SS die Medikamente in bestem Wissen und Gewissen geliefert und gar nicht gewusst, wie die Erprobungen im Einzelnen abliefen. Und im Fall von Zyklon B lauten die Antworten ähnlich (siehe auch I.G. FARBEN & heute).
Brasil de Fato interviewt die CBG
Sowohl das Pestizid Glyphosat als auch sein Vorprodukt Phosphor kommt im Nahost-Krieg zum Einsatz. In einem Interview, das die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) dem brasilianischen Presse-Medium Brasil de Fato dazu gab, spannte sie einen weiten Bogen von den Anfängen des „herbicidal warfare“ in den 1940er Jahren bis zur Gegenwart.
Aktuell verwendet die israelische Armee nach Recherchen von Human Rights Watch weißen Phosphor in Artillerie-Munition. Laut Washington Post stammt dieser aus den USA. Und da dort nur der BAYER-Konzern in nennenswertem Umfang über die Substanz verfügt, führt die Spur zu ihm (siehe auch POLITIK & EINFLUSS).
Aber Israel nutzt nicht nur Phosphor, sondern auch Glyphosat selbst als Chemie-Waffe. Das Herbizid dient im Südlibanon zusammen mit anderen Mitteln dazu, Ackerflächen zu zerstören und so ein Niemandsland als Pufferzone zu schaffen. Laut „Euro-Med Human Rights Monitor“ machte die Armee auf diese Weise schon aus 9.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verbrannte Erde.
Soli-Erklärung zum Debanking
Seit einiger Zeit greift die Praxis des Debanking um sich. Die Banken kündigen politisch unliebsamen Organisationen oder Privatpersonen einfach die Konten wie etwa der Journalistin Gaby Weber, mit der die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) schon oft zusammengearbeitet hat. Darum hat die Coordination auf ihrer Webseite eine Solidaritätserklärung veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: „Gesellschaftliche Teilhabe ist unverzichtbar für ein demokratisches Land, und dafür wiederum ist der Zugang zum Finanzverkehr unabdingbar. Wird dieser erschwert oder gar verunmöglicht, so werden die Existenz, die Arbeit und die gesellschaftliche Wirksamkeit zivilgesellschaftlicher, politischer und oppositioneller Gruppen bedroht. Gleiches gilt für Einzelpersonen. Debanking ist ein Angriff auf demokratische Grundrechte.“
Debanking: CBG unterstützt Antrag
Bei einem der Geldhäuser, die Debanking betreiben, hat die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) nicht nur ein Konto, sondern hält auch Genossenschaftsanteile. Das ist bei der GLS-Bank der Fall, die der DKP ihr Konto kündigte. Das eröffnete der Coordination die Möglichkeit, zur anstehenden Genossenschaftsversammlung einen Antrag zu unterstützen, der eine Rücknahme der Konto-Kündigung fordert.
Saatgut-Festival in Düsseldorf
Das Düsseldorfer Saatgut-Festival fand am 14. März im Geschwister-Scholl-Gymnasium nahe des Düsseldorfer Volksgartens statt. Dort drehte sich alles um Vielfalt, Ökologie und Umweltschutz. Hobby-GärtnerInnen sollte der Zugang zu freiem Saatgut und zum Wissen rund um den Anbau und Erhalt von selten gewordenen und alten Sorten ermöglicht werden. Das angebotene Saatgut war frei von geistigen Eigentumsrechten und lässt sich, ohne seine Eigenschaften zu verlieren, weiter vermehren. Das Saatgutfestival war somit ein großer überregionaler Markt für freies Saatgut – ergänzt um eine Tauschbörse, um praktische Wissensvermittlung und weitere Informationsangebote.
Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) war mit einem Infostand vertreten und sammelte Unterschriften für einen „Glyphosat-Stopp jetzt!“. Auch auf die anstehenden Aktionen rund um die BAYER-Hauptversammlung am 24. April wies die Coordination hin. Das alles stieß auf reges Interesse, so dass die CBG ein positives Fazit ziehen konnte.
CBG beim Kölner Saatgut-Festival
Auch 2026 war die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) wieder mit einem eigenen Infostand auf dem Kölner Saatgutfestival vertreten, das diesmal zehnjähriges Jubiläum feiern konnte. Gemeinsam mit weiteren Organisationen wie GREENPEACE, der Verbraucherzentrale NRW sowie FIAN informierte die Coordination über ihre aktuellen Kampagnen-Themen und sammelte vor allem Unterschriften für einen „Glyphosat-Stopp jetzt!“. Aktueller Anlass war der von BAYER mit AnwältInnen von Glyphosat-Geschädigten ausgehandelte Vergleichsvorschlag. Demnach will der Konzern über einen Zeitraum von 21 Jahren hinweg 7,25 Milliarden Dollar zur Beilegung vorliegender und zukünftiger Klagen zahlen, wobei die Summen Jahr für Jahr abnehmen. Die CBG überzeugt dies nicht, denn der Vorschlag enthält einige heikle Regelungen und lässt viele Fragen offen.
Auch auf die anstehenden Aktionen rund um die BAYER-Hauptversammlung wies die CBG hin. Veranstalter des Saatgutfestivals waren unter anderem der VEREIN ZUR ERHALTUNG DER NUTZPFLANZENVIELFALT (VEN) und die Volkshochschule Köln. Neben einer Tauschbörse für selbst geerntetes Saatgut und Gelegenheiten zum Kauf alter Obst- und Gemüsesorten bot das Programm auch Vorträge rund um Sortenerhalt, Vermehrung und Aussaat an. Hinzu kamen Informationen über die aktuellen Deregulierungsbestrebungen in der Gentechnik und im Saatgutrecht, das große Konzerne begünstigt und die Vielfalt unserer Kulturpflanzen bedroht.
Blockade-Aktion gegen Lobbyismus
Am 9. Februar 2026 hat Extinction Rebellion in Brüssel den Eingang des Hauses blockiert, in dem der europäische Chemieverbands CEFIC seinen Sitz hat. „Sein toxisches Lobbying vergiftet unser Wasser, unsere Körper und unsere Demokratie“, erklärte die Gruppe zur Begründung der Aktion gegen den Lobby-Club, der unter anderem die Interessen von Bayer, BASF, ExxonMobil, Shell, Solvay und TotalEnergies vertritt. Nicht nur deshalb unterstützte die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) die Blockade, sondern auch, weil der Leverkusener Multi selbst in dem Gebäude residiert: Er unterhält dort sein sogenanntes Verbindungsbüro.
„Von dem Gebäude in der Rue Belliard 40 aus betreiben BAYER & Co. ihre Einflussarbeit mit viel Geld. Vor allem die Vereinfachungspakete der EU zur Aufweichung von Gesundheits- und Umweltschutzstandards prägten sie maßgeblich mit, ohne dafür durch demokratische Prozesse legitimiert zu sein. Darum hält die Coordination gegen BAYER-Gefahren das Protest-Mittel des zivilen Ungehorsams, zu dem Extinction Rebellion gegriffen hat, für angebracht“, hieß es in ihrer Presseerklärung.
CBG beim Vereinsjubiläum
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) kooperiert schon lange mit dem VEREIN EHEMALIGER HEIMKINDER SCHLESWIG-HOLSTEIN. Zu den vielen Martyrien, die die sogenannten Pfleglinge über sich ergehen lassen mussten, gehörten nämlich auch im Auftrag von BAYER & Co. vorgenommene Medikamentenversuche. Mehrmals stellten die Vereinsmitglieder den Leverkusener Multi auf den Hauptversammlungen deshalb schon zur Rede.
Darum gehörte die CBG auch mit zu den Gästen, mit denen der Verein am 14. März 2026 in Bad Malente sein 15-jähriges Bestehen nachfeierte.
Günther Jesumann hob zu Anfang seines Festvortrags erst einmal die Bedeutung des Vereins für die Vereinsmitglieder selbst hervor. In ihm haben viele von ihnen nämlich erstmals etwas gefunden, was es draußen in der Gesellschaft für sie nicht gab: Vertrauen, Verständnis und menschliche Wärme. Erst danach begann Jesumann seinen Rückblick auf die lange grausame Geschichte der Heimerziehung in Deutschland und die noch recht kurze Geschichte der Aufarbeitung.
BAYER & Co. nahmen in seiner Rede keine kleine Rolle ein, schlossen sie doch mit den Klinik-ÄrztInnen einen teuflischen Pakt, der aus den Heimkindern Versuchskaninchen für die Pharma-Industrie machte. Die MedizinerInnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig-Hesterberg zeigten sich hocherfreut darüber, dass „die Pharma-Industrie uns ermöglicht, ihre Medikamente zu erproben“ und der Leverkusener Multi darüber, dass die DoktorInnen ihm ihre Zöglinge so eilfertig auslieferten. Dafür revanchierte er sich auch entsprechend und lud schon mal zu exklusiven Bootspartien auf dem Rhein ein, mit einem kleinen Symposium im Schlepptau.
Das Ende der schwarzen Pädagogik läutete Jesumann zufolge erst die Studierenden-Bewegung von 1968 ein. Die Opfer allerdings gerieten erst im Jahr 2000 verstärkt in den Fokus, in das dann auch die Gründung des Vereins der ehemaligen Heimkinder fiel, wie Irene Johns vom Kinderschutzbund hervorhob.
Eines der damaligen Gründungsmitglieder, Günter Wulf, schilderte im Gespräch mit Günther Jesumann noch einmal seine schlimmen Erfahrungen, deren Ausmaß vielleicht am besten die Episode seiner Flucht verdeutlicht. Wulf seilte sich mittels Bettlaken aus der Psychiatrie ab, wurde aber schon kurz danach aufgegriffen. Er landete auf einer Polizei-Wache und musste die Nacht in einer Zelle verbringen, aber im Vergleich zu Hesterberg kam ihm die Behandlung dort wie Bullerbü vor. Ausdrücklich entschuldigte sich die Bischöfin Nora Steen als Repräsentantin eines der Träger der damaligen Einrichtungen an dem Tag noch einmal bei den ehemaligen Heimkindern für das ihnen dort zugefügte Unrecht.
Wulfs Leidensgenosse Frank Wagle nahm sich in einem Video-Einspieler BAYERs Ex-Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann vor, den er 2019 auf der Hauptversammlung des Konzerns erlebte. Noch immer war ihm dabei die Empörung über die Kaltschnäuzigkeit des Managers anzumerken, mit der dieser damals wider besseren Wissens bekundet hatte, in den Archiven des Unternehmens würde sich nichts zu den Medikamentenversuchen finden.
Und an Wagle war es zum Schluss auch, das zu formulieren, was ihn, Günter Wulf und alle anderen Vereinsmitglieder bei ihrer Arbeit leitet: „[D]ass nicht mehr vorkommt, was vorgekommen ist.“
Die Wort-Kosmetik von BAYER & Co.
Die Süddeutsche Zeitung hat einmal gesammelt, welchen Wortnebel die Unternehmen verbreiten, wenn es eigentlich um ganz schnöde Arbeitsplatzvernichtung geht. Bei MUNICH RE heißt das ominös „Ambition 2030“ und das entsprechende Programm „Sustain“ und bei MERCEDES „Next Level Performance“. Den Vogel aber schießt für die SZ BAYER ab: „Besonders rätselhaft ist das, was der Agrarchemie- und Pharmakonzern BAYER schon seit einiger Zeit an Rhetorik-Kunst anbietet. Es geht um ein Organisationsmodell, das BAYER-Chef Bill Anderson auf den Namen ‚Dynamic Shared Ownership‘ (DSO) getauft hat, also in etwa: Dynamisch geteiltes Eigentum. Nun ist es nicht so, als wären die Leverkusener jetzt zu einer Art sozialistischem Produktionsbetrieb geworden. Es geht um mehr Eigenverantwortung für alle, weniger Führungsebenen für den Konzern – und – man ahnt es schon: einen Stellenabbau für viele.
Geier BAYER
Die DEUTSCHE UMWELTHILFE (DUH) verleiht jedes Jahr den „Goldenen Geier“ für die dreisteste Umweltlüge. Dieses Mal unter den Nominierten: der BAYER-Konzern. Verdient hat er sich das durch die Behauptung, seine Pestizide hätten „außergewöhnlich wenige Umweltauswirkungen“, wo Glyphosat & Co. doch laut DUH „Bienen schädigen, Böden belasten und Gewässer kontaminieren“. Ein „dreistes Greenwashing im Namen der Biodiversität“ attestiert die Organisation dem Leverkusener Multi deshalb. Die Stimme der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN ist dem Agro-Riesen schon sicher.
MEZIS kritisiert hohe Pillen-Preise
Die ÄrztInnen-Initiative MEIN ESSEN ZAHL ICH SELBST (MEZIS), die keine kleinen Aufmerksamkeiten von der Pharma-Industrie annimmt, verortet die Finanzierungsprobleme des Gesundheitssystems nicht auf der Einnahmen-, sondern auf der Ausgaben-Seite. Sie nimmt hierbei besonders die von den Pillen-Riesen verlangten Mondpreise für neue Medikamente in den Blick. Der BAYER-Konzern etwa veranschlagt für eine Packung seines Krebsmittels NUBEQA mit 112 Tabletten rund 3.500 Euro.
„In schöner Regelmäßigkeit werden jedes Jahr neue Rekordausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel gemeldet – für 2024 ein weiteres Plus von fünf Milliarden Euro“, hält die Organisation fest. Der Bundesregierung wirft MEZIS in diesem Zusammenhang Tatenlosigkeit vor: „Wie bereits befürchtet, hat der letzte Pharma-Gipfel der Regierung wenig Konkretes gerade bei den wirklich dringlichen Fragen gebracht – z. B. warum die Versicherten immer höhere Beiträge zahlen sollen, gleichzeitig die Umsätze der pharmazeutischen Industrie verlässlich steigen“, konstatiert MEZIS.
I.G. FARBEN & HEUTE
81 Jahre Auschwitz-Befreiung
Am 27. Januar 2026 jährte sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 81. Mal. Über eine Millionen Menschen brachten die Nazis dort um.
Der BAYER-Konzern wirkte als wesentlicher Teil der I.G. FARBEN an der Tötungsmaschinerie mit, wie die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) in einem Beitrag zu dem Gedenktag auf ihrer Website darlegte. Das Chemie-Konglomerat unterhielt auf dem Gelände ein eigenes KZ, beschäftigte zahllose SklavenarbeiterInnen und führte Menschenversuche durch. Und auch zum industriellen Massenmord lieferte die I.G.-Tochter DEGESCH die Tatwaffe: Zyklon B.
Beim Nürnberger I.G.-FARBEN-Prozess sagten die verantwortlichen I.G.-Vorstände Carl Wurster, Wilhelm-Rudolf Mann und Heinrich Hörlein aus, von diesem Verwendungszweck nichts gewusst zu haben. Was die florierenden Auschwitz-Geschäfte mit dem Giftgas anging, seien sie von einer „Insektenplage im Osten“ ausgegangen, behaupteten die Manager – und kamen damit durch. Die RichterInnen sprachen sie vom Vorwurf der „Teilnahme am Massenmord“ frei.
Dabei gab es erdrückende Beweise für das Gegenteil. Die BASF stellt die „Teilnahme am Massenmord“ deshalb inzwischen nicht mehr in Abrede. Sie veröffentlichte im letzten Jahr, als sich die Gründung der I.G. FARBEN zum 100. Mal jährte, auf ihrer Webseite ein umfangreiches Dossier über „[e]in belastetes Kapitel deutscher Industrie-Geschichte“. Zu Zyklon B hieß es da: „Heute geht die historische Forschung davon aus, dass man im Konzern auf oberster Ebene hiervon wusste.“
Von BAYER hingegen fehlt ein solches Bekenntnis bis heute.
BITS & BYTES
Verkaufsförderung durch FIELDVIEW
Die digitale Landwirtschaft sammelt mit Hilfe von Drohnen, Sensoren und Satelliten-Bildern Informationen über das Wetter, die Bodenbeschaffenheit, Pflanzenkrankheiten und Schadinsekten. BAYER gehört mit „FieldView“ zu den größten Anbietern in diesem Bereich. Auf 120 Millionen Hektar Ackerboden – fast das 7-Fache der gesamten landwirtschaftlichen Flächen Deutschlands – in 24 Ländern der Erde kommt das System mittlerweile zum Einsatz. Wobei der Leverkusener Multi seinen KundInnen natürlich stets „die volle Kontrolle über ihre Daten“ lässt.
Dem Konzern zufolge hilft das Tool den LandwirtInnen, „Betriebsabläufe und Erträge zu optimieren“. Aber nicht nur das. „Die FIELDVIEWTM-Plattform liefert ihnen wertvolle Erkenntnisse und erhöht zugleich den Absatz von BAYER-Produkten, da die LandwirtInnen die Leistung der Produkte über die digitale Benutzer-Oberfläche erfassen und vergleichen können“, konstatiert der Agro-Riese. Er liefert sogar gleich die Zahlen dazu: „So hat BAYER in den USA fünf Prozent mehr Maissaatgut an Kunden verkauft, die FIELDVIEWTM Plus nutzen, als an solche, die das System nicht nutzen.“
POLITIK & EINFLUSS
Trumps Glyphosat-Order
Am 18. Februar 2026 wurde Donald Trump höchstpersönlich zum Schutzpatron von Glyphosat: Er stufte das Herbizid mitsamt seinem Vorprodukt Phosphor per Dekret als systemrelevant ein. „Förderung der Landesverteidigung durch die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit elementarem Phosphor und Herbiziden auf Gyphosat-Basis“ war seine „Executive Order“ überschrieben. Als „in Verteidigungslieferketten allgegenwärtig und daher von entscheidender Bedeutung für die militärische Einsatzbereitschaft und die nationale Verteidigung“ bezeichnet die Anordnung Phosphor. Unter anderem findet es in Rauchbomben und Blendgranaten sowie in Halbleitern, „die für zahlreiche Verteidigungstechnologien wesentlich sind“, Verwendung.
Und da es in den USA nur einen Produzenten von Phosphor und Pestiziden auf Glyphosat-Basis gibt – nämlich BAYER – würde die Schließung der Fertigungsstätte in Soda Springs Trump zufolge die nationale Sicherheit bedrohen. Bereits im November 2025 hat er Phosphor deshalb als „kritischen Rohstoff“ kategorisiert.
Auch die zivile Nutzung von Glyphosat in der Landwirtschaft gilt dem Dekret zufolge als systemrelevant, da ohne BAYER als Hauptlieferant angeblich eine Abhängigkeit von Importen aus China drohe.
Extrem-Lobbyismus in Brüssel
Der BAYER-Konzern schädigt durch seine Produktion und seine Produkte Mensch, Tier und Umwelt massiv. Um dieses zum Segen des Profits weiterhin tun zu können und in der Lage zu sein, Regulierungsversuche von Seiten der Politik abzuwehren, entfaltet der Global Player umfangreiche Lobby-Aktivitäten. Allein sein Brüsseler Verbindungsbüro verfügte 2025 über einen Etat von bis zu 6,4 Millionen Euro.
61 Personen gingen dort im letzten Jahr der Einflussarbeit nach, neun davon besaßen einen direkten Zugang zum Europäischen Parlament. Auf nicht weniger als 74 Politikfelder erstreckten sich ihre Tätigkeiten. Dazu zählten z. B. die „Farm to Fork“- Strategie, die Biodiversitätsstrategie, der Zero Pollution Action Plan, das Bodenschutz-Gesetz, die Wasser-Richtlinie, das EU-Klimagesetz, die Industrieemissionen-Richtlinie, die PFAS-Regulierung, die Chemikalien-Regulierung, das EU-Patentrecht, die Regulierung der Pestizid-Rückstände, das Exportverbot für innerhalb der EU verbotene Pestizide, die neuen Gentechniken, der EU-Mercosur-Vertrag und die Omnibus-Vereinfachungspakete.
33 Mal trafen sich die BAYER-LobbyistInnen dabei direkt mit EU-KommissarInnen oder deren Kabinettsmitgliedern. Auf der Tagesordnung standen dabei Themen wie die Omnibus-Vereinfachungspakete, BAYERs Afrika-Strategie, das Verhältnis der EU zu den USA, die Regulierung der neuen Gentechniken, die Chemikalien-Regulierung, die Gesundheitspolitik der EU und der Clean Industrial Deal.
Darüber hinaus gehört der Agro-Riese unzähligen Verbänden an, die ihrerseits Lobbyarbeit betreiben. Zu nennen sind hier etwa der europäische Verband der Chemie-Industrie CEFIC, Business Europe, „FluoroProducts and PFAS for Europe“, die „European Federation of Pharmaceutical Industries“ und CropLife Europe.
Damit nicht genug, engagiert BAYER zusätzlich auch noch PR-Firmen für Lobby-Aufgaben. So arbeitete PENTA für den Leverkusener Multi in Sachen „Green Deal“ und „Farm to Fork Strategy“, Rud Petersen Public Affairs in Sachen „Pestizide“ „Farm to Fork“ und „Gemeinsame Agrarpolitik“ und EUTOP unter anderem in Sachen „PFAS“, „Chemikalien-Regulierung“, „Bodenschutz-Gesetz“, „Arznei-Rückstände in der Umwelt“ und „Omnibus-Vereinfachungspakete“.
BAYER sponsort Sicherheitskonferenz
Zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) finden sich Jahr für Jahr wichtige PolitikerInnen ein. Das macht das Meeting auch für den BAYER-Konzern interessant. „Die Firmen wollen schlichtweg Zugang zu den Entscheidungsträgern“, zitiert Die Zeit ein ehemaliges Regierungsmitglied. Ganz billig ist das allerdings nicht. „Unter 200.000 Euro musst Du dich gar nicht erst blicken lassen“, versicherte ein Insider der Wochenzeitung. Aber der Leverkusener Multi kann das locker aufbringen. Manchmal kauft er sich sogar die Möglichkeit, unter dem Signet der MSC eigene Veranstaltungen durchzuführen wie im letzten Jahr eine zur Ernährungssicherheit. In der Task Force Ernährungssicherheit, die die MSC ins Leben gerufen hat, ist BAYER deshalb naturgemäß auch vertreten. Der oberste Öffentlichkeitsarbeiter des Unternehmens, Matthias Berninger, vertritt dort die Interessen des Global Players.
Kein einheitlicher „Benehmensstatus“
Seit Jahren fordert der BAYER-Konzern schnellere Genehmigungsverfahren für Pestizide bzw. „eine Entpolitisierung der Zulassung und mehr Wertschätzung und Realismus in der Debatte um Risiken und Nutzen von Pflanzenschutzmitteln“. In Sachen „Verschlankung der behördlichen Zusammenarbeit“ hatte der Agro-Riese auch schon eine Idee. Er schlug im Frühjahr 2025 vor, dem Umweltbundesamt (UBA) das Vetorecht bei den Verfahren zu nehmen und es stattdessen auf eine Ebene mit dem Julius-Kühn-Institut und dem „Bundesinstitut für Risikoforschung“ zu stellen. Einen einheitlichen „Benehmensstatus“ will der Global Player so generieren.
Die Politik zeigte sich dafür durchaus auch aufgeschlossen, aber die AgrarministerInnen-Konferenz votierte dagegen. Die Vetos der drei grünen LandwirtschaftsministerInnen aus Hamburg, Bremen und Niedersachsen gaben dabei den Ausschlag. Die Bundesregierung hat ebenfalls keine Pläne mehr, den Einfluss des UBA zu beschränken. „Es sind keine rechtlichen Änderungen hinsichtlich des Status des Bundesumweltamtes als Einvernehmensbehörde vorgesehen“, hieß es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen.
Neusprech im Agrar-Ministerium
„Pestizid“ ist ein schlimmes Wort für eine schlimme Sache. Darum spricht der BAYER-Konzern lieber von „Pflanzenschutzmitteln“. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) tut es ihm jetzt gleich und setzte im Bundeslandwirtschaftsministerium den Neusprech durch. „Dabei gibt es Sprachpuristen, die bereits den Begriff „Pestizid“ verharmlosend finden“, kommentierte die FAZ süffisant.
BAYER & Co. schreiben Warken
Im Dezember 2023 hat die damalige Bundesregierung eine „Pharma-Strategie“ beschlossen, um den Pillenstandort Deutschland zu stärken. Das demselben Zweck dienende Format des „Pharma-Dialogs“ existiert schon seit 2014. Das alles honorieren BAYER & Co. im Prinzip auch, dann jedoch kommt das große Aber: „Gleichwohl treibt uns die Sorge um, dass die einschneidenden globalen Herausforderungen (…) sich noch nicht in der Dialog-Arbeit widerspiegeln“, schreiben der von BAYER gegründete „Verband der forschenden Arzneimittelhersteller“ und andere Pharma-Organisationen in einem Brief an Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). „Zu unserer Enttäuschung nehmen wir zur Kenntnis, dass im Rahmen unterschiedlicher Arbeitsgruppen verschiedene Spar-Instrumente behandelt werden, welche die Arzneimittel-Versorgung treffen und die Zielsetzung des Dialogs konterkarieren würden“, heißt es darin. Konkret benennt die Industrie in dem Schreiben unter anderem Überlegungen zu einer Begrenzung der Mondpreise für patentgeschützte Präparate und zur Abschaffung einiger Sonderregelungen des „Arzneimittellieferengpass-Bekämpfungsgesetzes“. Die wachsenden Arzneimittel-Ausgaben – 2025 stiegen sie gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro – erweisen sich nämlich immer mehr als Gesundheitssystemsprenger. BAYER & Co. zeigen sich jedoch erwartungsgemäß nicht bereit, einen Beitrag zur Verringerung der Kosten-Explosion zu leisten.
Reform im Steuerparadies
Der BAYER-Konzern nutzt die hiesigen Steuer-Oasen Schönefeld und Monheim exzessiv für das, was der frühere Vorstandsvorsitzende Werner Baumann einmal „eine veränderte regionale Ergebnis-Verteilung“ genannt hat. In Monheim, wo der Gewerbesteuer-Hebesatz mit 250 Punkten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 437 Punkten liegt, hat der Global Player seine Patent-Abteilung angesiedelt. Dorthin müssen die Tochter-Gesellschaften für die Nutzung von geistigem Eigentum oder Marken-Rechten etwa an ASPIRIN Geld überweisen. Diese Ausgaben machen sie dann an ihren Standorten steuermindernd geltend, während sie in Monheim als Einnahmen finanzamtstechnisch kaum ins Gewicht fallen.
In Schönefeld (Hebesatz: 240 Punkte) haben gleich sechs Immobilien-Gesellschaften des Agro-Riesen ihre Briefkasten-Adresse. Und auch am Stammsitz Leverkusen sieht es für ihn gut aus. Die Stadt ist mit einem Hebesatz von 250 Punkten nämlich auch in den Steuersenkungswettbewerb eingetreten.
Aber jetzt ziehen über den Steuer-Paradiesen etwas dunklere Wolken auf. Mitte Januar hat sich das Bundeskabinett auf einen Mindest-Hebesatz von 280 Punkten geeinigt.
Haushaltsgesetz ohne Lex BAYER
Mit enormen Lobby-Aufwand versucht BAYER in den USA, Glyphosat per Gesetz Immunität zu verschaffen. In den Bundesstaaten Georgia und North Dakota ist das dem Konzern schon gelungen. Darüber hinaus wollte er im neuen Haushaltsgesetzes einen entsprechenden Passus unterbringen. Anfangs sah es auch gut aus. Appelle wie derjenige der Demokraten-Politikerin Chellie Pingree, die die MandatsträgerInnen aufgefordert hatte: „Lasst uns diesen Zusatz in Stücke reißen! Lasst uns eine klare Botschaft senden, dass wir nicht zulassen werden, dass umweltverschmutzende Unternehmen die Wahrheit über krebserregende Chemikalien verbergen, und dass wir immer für die öffentliche Gesundheit kämpfen werden statt für den Reichtum von Unternehmen!“, schienen wirkungslos zu verhallen.
Aber schlussendlich konnten Pingree und ihre MitstreiterInnen doch einen Erfolg verbuchen. Der BAYER-Paragraf flog raus. „Ich habe einfach eine Grenze gezogen und gesagt, dass dies nicht im Gesetzentwurf bleiben kann“, sagte Chellie Pingree gegenüber dem Guardian: „Es gab intensive Lobbyarbeit von BAYER. Das war ein ziemlich harter Kampf.“
Endgültig vom Tisch ist die Sache Pingree zufolge jedoch nicht. Ihrer Ansicht nach wird der Agro-Riese jetzt andere legislative Wege suchen. „Ich glaube nicht, dass es vorbei ist“, so die Demokratin.
Soja-Moratorium passé
In Brasilien erreichte die Agrar-Lobby eine Aufhebung des Soja-Moratoriums, mit dem sich die führenden Agrarrohstoff-Händler BUNGE, CARGILL, LOUIS DREFUS und COFCO – auf großen öffentlichen Druck hin – darauf verständigt hatten, kein Soja aus nach 2008 gerodeten Regenwald-Gebieten mehr zu vermarkten. Der Bundesstaat Mato Grosso, eine Landwirtschaftshochburg, erließ ein Gesetz, dass alle Unternehmen, die sich freiwillig zu höheren Standards als den vorgeschriebenen verpflichten, von staatlichen Förderungen ausnimmt. Der Präsident Luiz Inácio Lula da Silva reichte zwar umgehend eine Verfassungsklage gegen das Paragrafen-Werk ein, scheiterte damit jedoch.
Der Unternehmensverband Abiove, der BUNGE & Co. vertritt, zögerte nicht lange und erklärte seinen Rückzug aus dem Moratorium. Nun können die Kettensägen wieder loslegen, neuen Ackergrund erschließen und so auch den Verkauf von Soja-Pflanzen und Pestiziden aus dem Hause BAYER ankurbeln. Das Umweltforschungsinstitut für das Amazonas-Gebiet, IPAM, rechnet dadurch bis 2045 mit bis zu 30 Prozent mehr Abholzungen.
BAYER mit Merz in China
Der BAYER-Konzern betreibt in China fünf Produktionsanlagen und fünf sogenannte Innovationszentren; 7.000 Menschen beschäftigt er in dem Land. „Sowohl aus Innovations- als auch aus Marktperspektive ist China einer der wichtigsten strategischen Pfeiler von BAYER“, sagte BAYER-Chef Bill Anderson Anfang November 2025 in Shanghai auf der Messe „China International Import Expo (CIIE) dann auch. „Unser Engagement für Investitionen in diesem Markt ist unerschütterlich“, so der Verstandsvorsitzende. Selbstverständlich gehörte er deshalb der Wirtschaftsdelegation an, die Bundeskanzler Friedrich Merz Ende Februar 2026 auf seiner Reise ins Reich der Mitte begleitete. Vor Ort bezeichnete Anderson die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China als so umfangreich wie sonst kaum eine zwischen zwei Staaten auf der Welt. „Beide Staaten würden von einer weiteren Stärkung dieser Verbindung enorm profitieren und bei einer Schwächung viel verlieren“, hielt er gegenüber Table.Media fest. Dementsprechend sprach der US-Amerikaner sich gegen ein Zurückfahren des Handels mit der Volksrepublik aus, wie es De-risking-Strategien vorsehen.
PROPAGANDA & MEDIEN
Noch mehr Ghostwriting?
Im Dezember 2025 zog das Medizin-Journal Regulatory Toxicology and Pharmacology eine Glyphosat-Studie zurück, die es 1999 veröffentlicht hatte. Die Untersuchung, die bei den Verfahren zu den Zulassungsverlängerungen des Herbizids eine große Rolle gespielt hat und immer noch spielt, war nämlich von Geisterhand geschrieben – derjenigen von der jetzigen BAYER-Tochter MONSANTO. Dementsprechend wohlwohlend fiel ihr Urteil über das Ackergift aus.
Die beiden WissenschaftlerInnen, die die Fachzeitschrift zu diesem Schritt veranlassten – Sasha Kaurov und Naomi Oreskes – haben nach Informationen von Die Zeit eine weitere mehr als fragwürdige und ebenfalls sehr einflussreiche Studien-Arbeit zu Glyphosat entdeckt. Deshalb fordern sie das Wissenschaftsmagazin, das diese publiziert hat, nun auf, ebenfalls Konsequenzen zu ziehen. Der Verlag reagierte prompt. Er kündigte an, den Fall prüfen und „zeitnah reagieren“ zu wollen. BAYER beschwichtigt hingegen. MONSANTO habe an der „überwiegenden Mehrheit der Studien“ nicht mitgewirkt, erklärte Konzern-Sprecher Philipp Blank. Und überhaupt: „Weltweit herrscht unter führenden Regulierungsbehörden Einigkeit darüber, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung sicher und nicht krebserregend ist.“
PR in Sachen „Elinzanetant“
BAYER & Co. ist es gelungen, die Wechseljahre zu einer Krankheit zu erklären. KritikerInnen bezeichnen das als „die Medikalisierung körperlicher Umbruchphasen im Leben von Frauen“. Der Leverkusener Multi aber erschließt diesen Markt unverdrossen. So hat er im Jahr 2020 die Biotech-Firma KANDY gekauft, die ein ohne Hormone auskommendes Mittel gegen Hitzewallungen als häufige Begleiterscheinung der Wechseljahre in der Pipeline hatte: Elinzanetant. Nach Zulassungen in Großbritannien, Kanada, Australien und der Schweiz erteilten im November 2025 auch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA und die EU Genehmigungen für das Medikament.
Der Pharma-Riese will es unter dem Namen LYNKUET vermarkten und rechnet mit einem Umsatz von bis zu einer Milliarde Euro. Dazu muss er allerdings viel Werbung machen. Im Zuge dessen kaufte er sich in das US-Magazin The Atlantic ein. Dort verbreitete der Konzern unter dem Titel „A frank talk about menopause“ einen langen Artikel über eine – wiederum gemeinsam mit The Atlantic veranstaltete – ExpertInnen-Runde zum Thema „Hitzewallungen“. „Sponsor content by BAYER“ stand ganz klein über dem Text.
DRUGS & PILLS
Pharmaceutical-Umsatz steigt
Der Umsatz von BAYERs Pharmaceutical-Sparte erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 gegenüber 2024 um 1,7 Prozent. Dafür sorgten nach Angaben des Konzerns vor allem „signifikante Zuwächse“ durch das Krebs-Therapeutikum NUBEQA, das zur Behandlung von Nierenerkrankungen und Herz-Insuffizienz zum Einsatz kommende KERENDIA, das Langzeit-Kontrazeptivum MIRENA sowie der Röntgen-Kontrastmittel ULTRAVIST und CT FLUID DELIVERY. Das konnte zurückgehende Zahlen beim Gerinnungspräparat XARELTA und dem Augenmedikament EYLEA auffangen.
Der Gewinn vor Sondereinflüssen ging dennoch zurück, weil der Leverkusener Multi viel Geld in Werbemaßnahmen zur Produkteinführung neuer Mittel investierte (s. o.). Zudem stiegen die Forschungsausgaben. Darüber hinaus wirkte sich noch der hohe Dollar-Kurs negativ aus.
„Consumer Health“-Umsatz stagniert
Der Umsatz von BAYERs Sparte mit den nicht rezeptpflichtigen Mitteln wie etwa ASPIRIN betrug im Geschäftsjahr 2025 5,8 Milliarden Euro. Gegenüber 2024 veränderte er sich kaum. Einbußen musste der Konzern vor allem bei Nahrungsergänzungsmitteln und Präparaten gegen Allergien und Erkältungen hinnehmen. Der Gewinn vor Sondereinflüssen ging um 1,8 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro zurück.
ASKBIO stoppt Gentherapie-Versuche
BAYERs Tochterfirma ASKBIO hat Versuche zur Gentherapie von Morbus Pompe – eine durch einen Gendefekt ausgelöste Muskel-Erkrankung – abgebrochen. ROCHE stoppte eine entsprechende Erprobung ebenfalls. DENALI musste nach einer Intervention der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA sogar aufhören, weil schon die präklinische Phase zu viele Risiken und Nebenwirkungen erwarten ließ. Auch bei ASTELLAS wurde die Behörde aktiv, weil bei einem Probanten Nervenschäden aufgetreten waren. Aber nach einer Prüfung durfte das Unternehmen die Test-Reihe fortsetzen.
Antibiotika schädigen die Darmflora
Antibiotika können die Darmflora schädigen. Das fand ein ÄrztInnen-Team um den Epidemologen Gabriel Baldanzi von der Universität Uppsala heraus. Bei PatientInnen, die die Mittel eingenommen hatten, schrumpfte das Mikrobiom um bis zu einem Drittel, was den MedizinerInnen zufolge das Risiko für Darmkrebs, Diabetes und Übergewicht erhöht. Fluorochinolone, der Inhaltsstoff von BAYERs CIPROBAY, zählt dabei zusammen mit Clindamycin und Flucloxacillin zu den Substanzen, die die Mikroben am aggressivsten angreifen.
Aber auch sonst ist CIPROBAY nicht ohne. Besonders häufig kommen Lädierungen von Muskeln und Sehnen vor. Darüber hinaus zählen Herzinfarkte, Unterzuckerungen, Hepatitis, Autoimmun-Krankheiten, Leber- oder Nierenversagen und Erbgut-Schädigungen zu den Risiken und Nebenwirkungen. Störungen des Zentralen Nervensystems, die sich in Psychosen, Angst-Attacken, Verwirrtheitszuständen, Schlaflosigkeit oder anderen psychiatrischen Krankheitsbildern manifestieren, beobachteten WissenschafterInnen ebenfalls schon.
AGRO & CHEMIE
Pestizide als Chemie-Waffen
In Brasilien greifen die GroßagrarierInnen zu einem drastischen Mittel, um indigene und traditionelle Gemeinschaften zu vertreiben und deren Land in Beschlag zu nehmen: Dem Versprühen von Ackergiften per Flugzeug oder Drohne. Nach einem Monitoring-Bericht, den der Geograf Prof. Dr. Ronaldo Barros Sodré gemeinsam mit der LandarbeiterInnen-Gewerkschaft FETAEMA und dem Netzwerk für Agrarökologie von Maranhão (RAMA) erstellt hat, gingen 2025 allein im Bundesstaat Maranhão Pestizid-Salven über 110 Ansiedlungen von indigenen oder traditionellen Gemeinschaften und 29 Gemeinden nieder. Seit Januar 2025 darf dabei auch Glyphosat wieder zum Einsatz kommen: Ein Gericht hob das elf Jahre lang geltende Sprüh-Verbot auf.
Sodré und seine MitstreiterInnen sprechen in diesem Zusammenhang von „chemischer Gewalt“ als Teil einer Expansionsstrategie der GroßagrarierInnen. Sie reichten deshalb bei der UNO eine Beschwerde wegen „chemischer Kriegsführung“ ein.
Gift-Export boomt
Unter den von BAYER & Co. exportierten Pestiziden befinden sich zahlreiche, die innerhalb der Europäischen Union wegen ihrer Gefährlichkeit keine Zulassung (mehr) haben. 35 dieser Wirkstoffe führen die Hersteller in teilweise sehr hohen Stückzahlen in Nicht-EU-Staaten aus. Das ergab eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen. Der Leverkusener Multi ist mit 14 Ackergiften dabei: beta-Cyfluthrin, Clothianidin, Cyproconazol, Flubendiamide, Flufenacet, Flutamone, Imidacloprid, Mancozeb, Metribuzin, Oxadiazon, Penflufen, Probineb, Thiacloprid und Thiophanat-methyl. Mengenmäßig stechen Mancozeb mit 2.563 Tonnen und Probineb mit 1399 Tonnen heraus.
Gift boomt
Auf der Biodiversitätskonferenz der UN im Jahr 2022 haben sich die Mitgliedsländer darauf verständigt, den Pestizid-Einsatz bis zum Jahr 2030 zu halbieren, um den weltweiten Verlust der Artenvielfalt einzudämmen. Eine ForscherInnen-Gruppe um Ralf Schulz von der „Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau“ überprüfte jetzt, wie es um dieses Ziel steht. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Für sechs der acht genauer untersuchten Organismen hat die Belastung zugenommen. Als Ursache dafür nennen die WissenschaftlerInnen die zunehmende Verwendung von hochgiftigen Agro-Chemikalien. „Die Verringerung der Toxizität ausgebrachter Pestizidmischungen ist entscheidend für das Erreichen des UN-Reduktionsziels“, lautet ihr Resümee deshalb.
Als das Land mit der höchsten Toxizitätsrate machten Schulz und sein Team Brasilien aus, dann folgen China, Argentinien, die USA und die Ukraine. Vor allem die Soja-Plantagen sind dafür verantwortlich. Ihr Beitrag zur Gift-Last ist im Verhältnis zu der von ihnen eingenommenen Ackerfläche überproportional hoch, wie die Studie feststellt. Dabei handelt es sich zumeist um Gen-Soja, das nach den Versprechungen von BAYER & Co. eigentlich – ebenso wie alle anderen Laborfrüchte – eine Reduzierung der Pestizid-Anwendungen nach sich ziehen sollte. „Dies unterstreicht, dass Gentechnik nicht zwangsläufig zu einer Verringerung der TATs (total applied toxicity; dt.: insgesamt applizierte Toxizität, Anm. Ticker) führt und diese – wie in den USA beobachtet (…) – sogar erhöhen kann“, konstatiert die Untersuchung aus diesem Grund.
Die kontaminierteste Frucht ist die Kartoffel, dank Paraquat und des nicht zuletzt von BAYER vermarkteten Mancozeb. Rang zwei nimmt Zuckerrohr ein, hier sorgen hauptsächlich 2-Cyhalothrin und Diuron für die hohen Werte. Bei der Baumwolle auf dem Platz dahinter bewerkstelligen das Acetochlor und das – auch vom Leverkusener Multi verkaufte – Imidacloprid. Auf Position vier findet sich Soja und auf der Position fünf Mais (Hauptinput: Chlorpyrifos und Glyphosat).
Brasilien: 9.729 Pestizid-Vergiftungen
Brasilien ist das Land mit dem global gesehen größten Agrochemie-Verbrauch, was entsprechende Folgen hat. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden 9.729 Pestizid-Vergiftungen – eine Steigerung von 84 Prozent im Vergleich zu 2015. Der BAYER-Konzern hat daran gehörigen Anteil, denn viele der Mittel stammen von ihm. Der Pharma-Vorstand Stefan Oelrich bezeichnete den Staat jüngst als den weltweit zweitgrößten Markt für den Leverkusener Multi.
Parkinson als Berufskrankheit
Im März 2024 empfahl der „Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten“ (ÄSVB), „Parkinson-Syndrom durch Pestizide“ bei LandwirtInnen als Berufskrankheit anzuerkennen. Das „Bundesministerium für Arbeit und Soziales“ erlaubte der „Fachöffentlichkeit“ vor der formalen Einleitung des Verfahrens zur Aufnahme von Parkinson in die Berufskrankheiten-Liste noch, dazu Stellung zu nehmen. Im Herbst 2025 erschien dann eine aktualisierte Fassung der Empfehlung, die „vereinzelt Ergänzungen“ enthielt. Im Kern handelt es sich dabei um Abschwächungen. So lautet die genaue Bezeichnung der Berufskrankheit nun „Parkinson-Syndrom durch langjährig, häufig und selbst angewendete Pestizide“. Um die Definition von „langjährig“ und „häufig“ dürften bei den Anerkennungsverfahren so einige Kontroversen entstehen.
Glyphosat-Absatz steigt
Im Jahr 2022 belief sich der Glyphosat-Absatz in Deutschland auf 3.915 Tonnen. 2023 sank er um 40 Prozent auf 2.349 Tonnen, weil Ende des Jahres die Entscheidung über die Zulassungsverlängerung anstand und Zweifel über den Ausgang bestanden. 2024 hingegen war wieder Business as usual angesagt. 4.100 Tonnen des von der Weltgesundheitsorganisation als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuften Herbizids setzten die HändlerInnen ab.
Erneutes Comeback für Dicamba
Das Ackergift Dicamba, das hauptsächlich in Kombination mit Gen-Pflanzen Verwendung findet, verursacht Ernte-Schäden. Das Herbizid bleibt nämlich nach dem Ausbringen nicht einfach an Ort und Stelle, sondern verflüchtigt sich und treibt zu Ackerfrüchten hin, die gegen den Stoff nicht gentechnisch gewappnet sind und deshalb eingehen. 2019 geschah dies allein in den USA auf einer Fläche von mehr als 400.000 Hektar. Viele FarmerInnen zogen deshalb gegen die Hersteller vor Gericht. Ein erster Prozess endete für BAYER und BASF im Februar 2020 mit der Verurteilung zu einer Zahlung von 265 Millionen Dollar Schadensersatz. 2020 verbot der „U.S. Court of Appeals for the Ninth Circuit“ den weiteren Einsatz. Trotzdem ließ die Umweltbehörde EPA das Mittel vier Monate später wieder zu. 2024 erfolgte ein weiterer gerichtlicher Bann und im Februar 2026 nun eine erneute EPA-Genehmigung. Zusätze zur Reduzierung der Verflüchtigung sollen es nun richten, obwohl sich diese Instrumente in der Vergangenheit bereits als unwirksam erwiesen haben. Darüber hinaus gelten nur noch bei besonders hohen Temperaturen Beschränkungen. Dementsprechend hart fällt die Kritik von Umweltverbänden wie dem CENTER FOR BIOLOGICAL DIVERSITY aus. BAYER hingegen jubilierte – die Wahlkampf-Spenden an Trump & Co. haben sich wieder einmal als lohnende Investition erwiesen.
PFLANZEN & SAATEN
Neue Erdbeer-Sorte
Im Jahr 2023 hat der BAYER-Konzern die „Erdbeer Assets“ des britischen Unternehmens NIAB erworben. Daher stammt auch die erste Sorte, die er nun vertreiben will. „BAYA SOLARA bringt viele Vorteile für Landwirte, indem sie hohes Ertragspotenzial, Resistenz gegen Krankheiten und weniger Arbeitsaufwand kombiniert“, verspricht der Konzern. „Da die Arbeitskraft eine der größten Herausforderungen für die Züchter darstellt, ist es sehr wichtig, eine Sorte zu haben, die leicht zu ernten ist“, betont der Leverkusener Multi.
Er rechnet sich gute Absatz-Chancen aus. Die Nachfrage nach Erdbeer-Saatgut wächst nämlich, weil der Anbau nicht mehr an bestimmte Regionen gebunden ist. Infolge des Klimawandels gehen immer mehr AnbauerInnen dazu über, Erdbeeren in Treibhäusern zu kultivieren, wo den Früchten ungünstige Temperaturen nichts mehr anhaben können.
Neben Erdbeer-Saatgut bietet der Agro-Riese im Segment „Vegetable Seeds“ noch Tomaten, Gurken, Brokkoli, Karotten, Blumenkohl, Auberginen, Salat, Melonen, Zwiebeln, Paprika, Spinat, Zuckermais und Wassermelonen an.
WASSER, BODEN & LUFT
CO2 en masse
Im Geschäftsjahr 2025 stieß der BAYER-Konzern 3,37 Millionen Tonnen an Treibhaus-Gasen aus. 1,89 Millionen Tonnen fielen beim selbsterzeugten Strom an, 1,48 Millionen Tonnen beim zugekauften. Unter Berücksichtigung der vor- und nachgelagerten Lieferketten kommt der Leverkusener Multi auf 11,89 Millionen Tonnen CO2.
Fossil BAYER
Der Gesamtenergie-Verbrauch des BAYER-Konzerns lag 2025 bei 8,855 Millionen Megawattstunden (2024: 9,055 Millionen). Dabei entstammten 6,440 Millionen fossilen Quellen (2024: 7,058 Millionen). Das macht einen Anteil von 72,7 Prozent aus (2024: 77,9 Prozent).
Ausschreibung für Entsorgungsanlage
Millionen Tonnen Munition, Bomben, Minen und chemische Kampfstoffe aus zwei Weltkriegen lagern auf dem Grund von Nord- und Ostsee, darunter auch die einst von BAYER entwickelten Substanzen Lost, Tabun und Sarin. Da die Metall-Umhüllung der Chemie-Waffen mittlerweile korrodiert, treten die Gifte aus. Das stellt nicht nur für aquatische Lebewesen, sondern auch für Menschen eine große Gefahr dar. Trotzdem tat sich jahrzehntelang nichts. 2022 initiierte die damalige Bundesregierung aber endlich ein dreijähriges Sofort-Programm. Dazu gehörte nicht zuletzt ein Pilot-Projekt zum Aufspüren und zur Bergung eines kleinen Teils der Minen, Bomben und Kampfstoffe. Dieses fand im Herbst 2025 seinen Abschluss – mit alarmierenden Befunden. „Bei den Test-Bergungen waren manche Patronenhüllen schon stark verfallen, auch wurden gänzlich frei liegende Explosivstoffe gefunden“, so Bundesumweltminister Carsten Schneider. Teilweise spürten die ForscherInnen noch metertief im Meeresboden Altmunition auf. „Solche Funde unterstreichen, dass zeitnah gehandelt werden muss (…)“, so der SPD-Politiker. Darum will er den „Bau einer weltweit einmaligen schwimmenden Entsorgungsanlage für Munitionsaltlasten auf See“ auf den Weg bringen. Das Vergabe-Verfahren läuft bereits. Allerdings dürfte es Schwierigkeiten bereiten, dafür ein Unternehmen zu gewinnen. Und ob die gegenwärtige Finanzlage es zulässt, die Haushaltsmittel für ein solches Vorhaben bereitzustellen, steht auch noch in Frage.
Widerstand gegen Wasser-Richtlinie
Arznei- und Kosmetikarückstände verunreinigen die Gewässer stark. Rückstände von über 400 Substanzen spürten ForscherInnen auf. Die Konzentrationen überschritten die Orientierungswerte teilweise um den Faktor 10. Dagegen kommen die Klärwerke nicht mehr an. Deshalb brachte die EU im Herbst 2024 die Kommunale Abwasserrichtlinie auf den Weg, die bis 2045 den Einbau weiterer Reinigungsstufen vorschreibt. Da das immense Investitionen erfordert, sieht die Regelung vor, BAYER & Co. einen Großteil der Kosten – mindestens 80 Prozent – tragen zu lassen.
Dagegen wehren sich die Unternehmen mit allen Mitteln. So droht der von BAYER gegründete „Verband der forschenden Arzneimittelhersteller“ (VFA) mit massiven Konsequenzen. „Wird einem Pharmaunternehmen eine Zahlungspflicht auferlegt, sieht es sich für die betreffenden Medikamente mit einer veränderten Kostensituation konfrontiert. Es muss sich dann überlegen, wie es reagiert, was ggf. auch die Möglichkeit einer Marktrücknahme einschließt“, erklärte der VFA. Der „Verband der Chemischen Industrie“ fordert gemeinsam mit anderen Lobby-Organisationen indes eine Aussetzung der Richtlinie. Einige Hersteller zogen sogar vor Gericht. Mitte Februar 2026 wies der Europäische Gerichtshof die Klagen jedoch ab.
Baubeginn für RWEs Transportleitung
Die Pläne von RWE zur Rekultivierung der Tagebau-Regionen im Rheinischen Revier sehen vor, aus den Gruben Bade-Seen zu machen – mit Wasser aus dem Rhein. Im März 2026 begann der Konzern mit dem Bau einer 45 Kilometer langen Rheinwasser-Transportleitung und einer Pump-Station. Jährlich bis zu 400 Millionen Kubikmeter Wasser will der Strom-Gigant so befördern. Laut RWE handelt es sich dabei um das europa-weit größte Bau-Projekt; die Investitionssumme beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro. Wasserentnahme-Entgelt ist darin jedoch nicht enthalten. Mit Verweis auf eine „behördlich angeordnete Benutzung“ verweigert das Unternehmen die Zahlung.
Wegen des zunehmenden Wassermangels stößt das Projekt jedoch auf massiven Widerstand. Ein zusätzliches Problem stellt die Verunreinigung des Rheinwassers dar, das alles andere als ungetrübtes Bade-Vergnügen verspricht. Der BUND verweist dabei auf die Einleitungen von BAYER & Co. aus dem Leverkusener Chem-„Park“. „RWE muss das Rheinwasser aufbereiten und reinigen“, fordert die Organisation deshalb. Das will der Strom-Gigant allerdings lediglich prüfen.
STANDORTE & PRODUKTION
Leverkusen überschuldet
Seit Jahren zahlt der BAYER-Konzern an seinem Stammsitz Leverkusen kaum noch Gewerbesteuer, was den Etat der Stadt in arge Bedrängnis bringt und die Kommune bereits die Finanzautonomie gekostet hat. So steht sie unter Aufsicht der Bezirksregierung und muss einem auf zehn Jahre ausgelegten Haushaltssicherungskonzept folgen, um von den Schulden runterzukommen. Aber selbst das trägt jetzt nicht mehr. Die Gewerbesteuer-Einnahmen für 2025 beliefen sich nämlich nicht wie erhofft auf 180 Millionen Euro, sondern blieben um rund 30 Millionen Euro dahinter zurück. „Bedauerlicherweise haben sich bei einigen relevanten Gewerbesteuer-Zahlenden unterjährig erhebliche Veränderungen gegenüber der Einschätzung aus dem Frühjahr ergeben“, gab die Verwaltung im August 2025 laut Rheinischer Post bekannt.
Um wen es sich dabei genau handelt, sagte die Stadt mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht. „Klar ist jedoch, dass es vor allem Unternehmen aus dem Chem„park“ sind, die die Hauptsteuerlast tragen“, hält die Zeitung fest: „Deren Ertragslage hatte sich laut aktuellem Controlling-Bericht der Finanzverwaltung besonders auf die Steuerzahlungen ausgewirkt. Brachten 2022 noch 26 Chemie-Betriebe 131,9 Mio. Euro Gewerbesteuer in die Stadtkasse, so waren es 2024 nur noch 997.527 Euro von 21 verbliebenen Betrieben.“
Der Kommune blieb infolgedessen nichts anderes übrig, als bei der Bezirksregierung zu beantragen, das Haushaltssicherungskonzept auf 15 Jahre zu strecken. Das lehnte die Behörde allerdings ab.
Aber trotz allem weigerte sich der Rat der Stadt standhaft, den – hauptsächlich BAYER & Co. zuliebe – abgesenkten Gewerbesteuer-Satz wieder anzuheben und sich dem Bundesdurchschnitt von 437 Punkten anzunähern (siehe auch POLITIK & EINFLUSS). Momentan liegt jener nämlich bei steuerparadiesischen 250 Punkten. Die Parteien lehnten einen entsprechenden Antrag von Bündnis 90/Die Grünen mit den Stimmen von CDU, SPD, AfD, FDP und Obladen Plus ab. Mit den Grünen votierten nur die Fraktionsgemeinschaft aus Volt und Bürgerliste, die Linke und die Klimaliste.
ÖKONOMIE & PROFIT
DAX-Gewinner BAYER
Der BAYER-Konzern zählt zu den Gewinnern des Börsenjahres 2025. Um über 90 Prozent legte der Aktien-Kurs gegenüber 2024 zu. Höhere Steigerungsraten verzeichneten nur RHEINMETALL, SIEMENS ENERGY, die COMMERZBANK und die DEUTSCHE BANK.
BAYER in den Epstein Files
Der Geschäftsbereich der Firma von Jeffrey Epstein umfasste unter anderem Vermögensverwaltung, Investment-Banking und Anlage-Beratung. Auch mit BAYER-Aktien spekulierte das Unternehmen. Dementsprechend taucht der Leverkusener Multi in den Epstein Files oft auf. Meistens ging es dabei um Käufe und Verkäufe. In den Akten finden sich aber auch kurs-relevante Informationen zu Schadensersatz-Prozessen, anderen Verfahren oder zur Einstellung der ersten Trump-Administration zu BAYERs MONSANTO-Deal.
IMPERIUM & WELTMARKT
BAYERs Geoökonomie
Die Corona-Pandemie, die Kriege in der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten, Trumps Zoll-Politik – all dies hatte massive Auswirkungen auf das Weltwirtschaftssystem. Beim BAYER-Konzern schlug sich das in einer veränderten regionalen Verteilung des Umsatzes nieder. Während der Anteil von Europa und Nordamerika an der Gesamtsumme relativ stabil blieb, ist eine Verlagerung weg von der Asien/Pazifik-Region mit China als stärkstem Partner hin nach Lateinamerika zu beobachten.
2025 hatte Nordamerika einen Anteil von 36,7 Prozent am Gesamt-Umsatz des Leverkusener Multis, 2024 einen von 35,4 Prozent und 2019 – dem letzten Jahr vor Corona – einen von 34,6 Prozent. Europa kam 2025 auf 29,7 Prozent, 2024 auf 30 Prozent und 2019 auf 30,3 Prozent. Die Asien/Pazifik-Region trug 2025 16,5 Prozent zum Gesamt-Umsatz bei, 2024 17,2 Prozent und 2019 19,7 Prozent. Lateinamerikas Anteil lag 2025 bei 17,1 Prozent, 2024 bei 17,4 Prozent und 2019 bei 15,4 Prozent.
RECHT & UNBILLIG
Glyphosat: neuer Vergleichsvorschlag
BAYER hat mit AnwältInnen von Glyphosat-Geschädigten einen Vergleichsvorschlag erarbeitet. Demnach will der Konzern über einen Zeitraum von 21 Jahren hinweg 7,25 Milliarden Dollar zur Beilegung vorliegender und zukünftiger Klagen zahlen, wobei die Summen Jahr für Jahr abnehmen.
Wie nicht anders zu erwarten, enthält die Vorlage jedoch einige heikle Regelungen und lässt viele Fragen offen. So begrenzt der geplante Sammel-Vergleich die Haftung auf kaum mehr als zwei Dekaden. Zudem bleibt mit fortschreitender Zeit immer weniger Geld für neu Erkrankte übrig. „Das Gefährdungspotenzial von Glyphosat kennt kein Ablauf-Datum, also muss der Anspruch auf Entschädigung so lange bestehen, wie das Mittel auf dem Markt ist. Eine Deckelung mag BAYER zwar die erhoffte ‚finanzielle Planungssicherheit‘ bescheren, das darf aber hier nicht der Maßstab sein“, hielt die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) deshalb in ihrer Pressemitteilung fest.
Darüber hinaus gilt die Vereinbarung nur für KlägerInnen, die am Non-Hodgkin-Lymphom – einer bestimmten Form des Lymphknoten-Krebses – leiden, Geschädigte mit anderen Tumor-Diagnosen gehen leer aus. Auch tritt der Deal nur in Kraft, wenn ihm genügend Betroffene zustimmen und der überwiegende Teil der 67.000 noch zur zur Verhandlung anstehenden Fälle damit ad acta gelegt werden kann.
Die Börsen reagierten dennoch zunächst euphorisch auf die Ankündigung. Erst nachdem die FinanzanalystInnen sich mit dem Kleingedruckten befasst hatten, sank die Aussicht auf eine unbeschwertere Profit-Jagd des Leverkusener Multi – und dementsprechend auch der Kurs der BAYER-Aktie wieder.
Patent-Klage gegen PFIZER & Co.
BAYER hat Klage gegen vier Hersteller von Corona-Impfstoffen eingereicht. Pfizer, Biontech und Moderna wirft der Konzern vor, bei der Produktion ein Patent seiner Tochter-Gesellschaft MONSANTO verletzt zu haben. Konkret handelt es sich dabei um ein gentechnisches Verfahren auf mRNA-Basis zur Stärkung der Widerstandskraft von Nutzpflanzen. Johnson & Johnson legt der Leverkusener Multi noch einen anderen Verstoß gegen Vorschriften zum Schutz des geistigen Eigentums zur Last.
An der Entwicklung von Impfstoffen gegen Corona hatte der Pharma-Riese sich mit Verweis auf fehlende Antiifektiva-Kompetenz nicht beteiligt. Jetzt aber behauptet er, mit der patent-geschützten Technik über den Schlüssel zu verfügen, um eine der „größten Herausforderungen der Impfstoff-Entwicklung zu lösen“. Der einfache Grund: Der Global Player will etwas von den Milliarden abhaben, die die Konkurrenz mit den Mitteln verdiente. Der Vorgang zeigt wieder einmal, wie absurd die Patent-Bestimmungen sind. Sie gehören abgeschafft, weil sie den medizinischen Fortschritt behindern.
Das sieht BAYER naturgemäß anders: „Das Patentsystem bietet einen wichtigen, berechenbaren Rahmen für die Förderung wissenschaftlicher Erkenntnisse, indem es Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum die Möglichkeit gibt, zumindest eine angemessene Lizenzgebühr für die unbefugte Nutzung ihrer patentierten Erfindungen zu erhalten.“ Überdies stehe es dem Konzern fern, „die laufenden Bemühungen von MODERNA im Zusammenhang mit COVID oder die Entwicklung von Impfstoffen für eine Vielzahl anderer Krankheiten durch MODERNA zu beeinträchtigen“. Er will nichts weiter als ein paar Milliönchen.
Wieder einmal unlautere Werbung
„Wir verpflichten uns (…) zu ethischer Werbung und Kommunikation für alle unsere Produkte und Leistungen“, heißt es bei BAYER. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Immer wieder müssen sich die Gerichte mit Gesetzes-Verstößen des Konzerns beschäftigen. Der letzte Fall betraf die Werbung einer prominenten Influencer-in für das Schmerzmittel ASPIRIN PLUS C. Gleich zwei Verstöße hatten die RichterInnen hier ausgemacht. In den Spots fehlte das obligatorische: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.“ Zudem dürfen die Pharma-Unternehmen laut Paragraf 11 des Heilmittelwerbegesetzes „Personen, die auf Grund ihrer Bekanntheit zum Arzneimittel-Verbrauch anregen können“, nicht für PR-Kampagnen engagieren.
EU-Mercosur-Vertrag: Rechtsprüfung
Vom EU-Mercosur-Vertrag profitieren auf der einen Seite BAYER & Co., weil sie ihre Produkte jetzt größtenteils zollfrei nach Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay exportieren können und auf der anderen Seite die großen Agrarbetriebe, weil der Deal ihnen noch mehr Einfuhren von Soja, Mais und anderen Ackerfrüchten in die europäische Union erlaubt. Mit entsprechenden Konsequenzen: noch mehr Pestizide, noch mehr Regenwald-Abholzungen und noch mehr Vertreibungen von indigenen Gemeinschaften.
Das Abkommen und die Art und Weise, wie es zustandegekommen ist, wirft allerdings auch einige juristische Fragen auf. Darum hat das EU-Parlament eine rechtliche Überprüfung beantragt. Sofort brach eine Woge der Kritik los. „Offensichtlich haben noch immer zu viele den Ernst der Lage nicht verstanden. Europäische Souveränität muss sich im konkreten Handeln beweisen, die Zeit der wohlfeilen Lippenbekenntnisse ist vorbei. Wenn Europa im internationalen Kräftemessen mit Chinas aggressiver Subventionspolitik und Trumps eskalierender Zoll-Spirale bestehen will, müssen wir erwachsen werden“, mit diesen Worten schallt Cem Özdemir die acht der zwölf deutschen Parteimitglieder, die im EU-Parlament für den Prüfantrag gestimmt hatten. Besonders schwer wog der allseits erhobene Vorwurf, bei der Abstimmung gemeinsame Sache mit den extrem rechten Parteien gemacht zu haben. Dabei haben 144 EU-Abgeordnete aus unterschiedlichen Fraktionen und Nationen für den Antrag votiert. Rechte durften sich der Eingabe explizit nicht anschließen. Sie mussten eine eigene auf den Weg bringen, die nicht die erforderliche Mehrheit erhielt.
Warum fraktionsübergreifend so viele EU-PolitikerInnen eine rechtliche Bewertung des Vertrags für erforderlich hielten, interessierte kaum ein Medium, dabei gibt es dafür gute Gründe. So hat die EU-Kommission ihn kurzerhand gesplittet, um die Möglichkeit zu haben, den Handelsteil ohne Zustimmung der nationalen Parlamente in Kraft zu setzen. Und ob dies noch durch das Mandat gedeckt ist, das von der Leyen & Co. vom Europäischen Rat erhalten haben, bedarf nach Ansicht der Abgeordneten-Gruppe der Prüfung. Auch der in dem Kontrakt verankerte Ausgleichsmechanismus wirft für sie Fragen auf. „Wenn wegen einer europäischen Umwelt-Gesetzgebung zum Beispiel Brasilien weniger Exporte in die Europäische Union hat, kann es auf Schadensersatz oder auf Ausgleich klagen. Damit könnte das Mercosur-Abkommen eine Gefahr für die autonome Gesetzgebungskompetenz der EU werden“, gibt die grüne EU-Parlamentarierin Anna Cavazzini zu bedenken. Für das Vorsorge-Prinzip der Europäischen Union birgt der Deal den PolitikerInnen zufolge ebenfalls Gefährungspotenzial, weil er eine Absenkung der Kontroll-Anforderungen für Agrar-Importe vorsieht. Deshalb mahnt die Resolution auch hier eine Klärung durch den Europäischen Gerichtshof an.
Die harsche Reaktion auf ihr Abstimmungsverhalten blieb bei den deutschen EU-Grünen nicht ohne Wirkung. Sie versicherten, sich einem vorläufigen Inkrafttreten des Handelsvertrags nicht in den Weg stellen zu wollen.
BAYER zieht Räumungsklage zurück
Der BAYER-Konzern beabsichtigt im Berliner Stadtteil Wedding Wohnraum en masse zu vernichten. Nicht weniger als 18 Häuser in unmittelbarer Nähe seines Werksgeländes will er abreißen und damit nicht nur 140 Wohnungen, sondern auch noch eine Kindertagesstätte, KünstlerInnen-Ateliers, Gewerbebetriebe und Büroräume dem Erdboden gleichmachen.
„Die betroffenen Gebäude sind planungsrechtlich nicht mehr für Wohnzwecke ausgewiesen“, erklärte der Global Player und beantragte den Abriss. Das Bezirksamt Berlin-Mitte stimmte dem zu. Daraufhin stellte der Leverkusener Multi den MieterInnen des Mettmannkiezes wegen „nichtwirtschaftlicher Verwertbarkeit“ der Immobilien die Kündigungen aus. Aber einige MieterInnen auf der Tegeler Straße wehrten sich. Sie folgten der Räumungsaufforderung nicht. Darum reichte der Agro-Riese eine Räumungsklage ein. Einen Tag vor dem Gerichtstermin zog er diese jedoch wieder zurück. Offenbar fürchtete BAYER schlechte Presse. Eine Betroffene reagierte spürbar erleichtert: „Das war ein hartes Jahr, und ich merke, wie hoch die Belastung war. Jetzt darf der Stress erst einmal abfallen, und ich bin überglücklich.“
