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Beitrag veröffentlicht im “Tag: 1. Januar 2000

[Sibylle Arians / CBG] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Sibylle Arians

Herr Dekkers,
Sehr geehrte Damen und Herren!

Nach allem was ich heute hier gehört habe, bin ich erschüttert. Erschüttert und empört!
Letztes Jahr war ich erstmals auf der BAYER-HV. Ich war in vielerlei Hinsicht beeindruckt, aber nicht wirklich überrascht davon, dass die Unternehmenstätigkeit orientiert ist a finanziellem Erfolg um nahezu jeden Preis. – Die Behauptung, Verbrauchersicherheit stünde an oberster Stelle, das Unternehmen würde sich an Verhaltenscodices und nationale Gesetze halten, spricht dem Leid derer Hohn, die hier über ihr Schicksal berichtet haben. –
Am nachhaltigsten aber hat mich der Eindruck beschäftigt, Herr Dekkers, den Sie bei mir hinterlassen haben.
Ja, Sie hören richtig, Herr Dekkers!

Sie verkündeten letztes Jahr, dass Sie ihren Vorstandsposten bei BAYER 2016 aufgeben wollen. Als Grund dafür gaben Sie an, dass eine Ihrer Töchter in den USA studieren wolle und dass Sie mit der jungen Frau dorthin gehen werden. Welch ein treusorgender Vater, wird manch einer der Anwesenden gedacht haben.

Mir ging es anders, ich war irritiert. Und je länger ich darüber nachdachte, desto wütender machte es mich, Herr Dekkers, dass Sie Ihre eigenen Tochter anscheinen wie den eigenen Augapfel hüten, aber kaltlächelnd darüber hinweggehen, dass andere Väter ihre Töchter verlieren, nachdem sie von BAYER produzierte, Drospirenon-haltige Anti-Babypillen eingenommen haben. Sie sagten, sinngemäß, solange Prozesskosten deutlich geringer sind als Gewinnerwartungen, gebe es keinen Grund, (noch) zugelassene Mittel vom Markt zu nehmen.
Wie zynisch ist das! – Habe ich Sie da wirklich richtig verstanden?

Ich stimme Herrn Schickedanz vollkommen zu, der vorhin hier sehr emotional und klar und mutig dies angegriffen hat. Vielen Dank, Herr Schickedanz.

Herr Dekkers, ich wünsche Ihrer Tochter in den USA und für den Rest ihres Lebens alles Gute.

Auch Ihnen wünsche ich etwas: Ich wünsche Ihnen eine Tochter, die klug und mitfühlend ist. Eine Tochter die erkennt, wie ihr im Privaten treusorgender Vater im Beruf andere Töchter ind Lebensgefahr bringt und die Trauer der verwaisten Väter ignoriert. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Tochter sich abwendet von Ihnen, so dass auch Sie den Verlust Ihres Kindes erleben müssen – mit dem Unterschied, dass Ihre Tochter lebt und Ihr schlechtes Gewissen bleibt!
Wer weiß, vielleicht bewirkt das ja doch einen Gesinnungswandel. So mancher soll ja vom „Saulus“ zum „Paulus“ geworden sein.

An diesen Gedanken dockt meine Frage an die Herren und die wenigen Damen des Vorstands und des Aufsichtsrates an:
Angesichts der allein heute hier vorgetragenen Risiken, Ungeheuerlichkeiten, ja in meinen Augen Verbrechen müssten eigentlich alle verantwortungsbewussten Aktionäre sofort ihre BAYER-Aktion abstoßen und in Bereichen investieren, die ethisch einwandfrei sind. Das könnte durchaus negative Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse haben. – Zu Beginn war heute mehrfach davon die Rede, es müssten wieder mehr Risiken eingegangen werden. Das finde ich auch, allerdings unter anderen Vorzeichen, denn mir wird schlecht beim Gedanken daran, was meine Vorredner heute damit gemeint haben!

Könnten Sie sich vorstellen, das Risiko einzugehen, das Unternehmensmotto „Science For A Better Life“ so ernst zu nehmen, dass Ethik und Ökonomie über jeden Zweifel erhaben in Einklang gebracht werden?

In welcher Weise könnte das geschehen, so dass BAYER im Zuge der Divestment -Bewegung, die ja erst noch am Anfang steht, gestärkt anstatt geschwächt wird?
Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.

[Arnold / CO Pipeline] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Dr. Gottfried Arnold (Kinderarzt) zur CO-Pipeline

Sehr geehrter Herr Dekkers,
sehr geehrter Herr Wenning,
sehr geehrter Herr Baumann,
sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

mein Name ist Gottfried Arnold und ich spreche zu Ihnen als Kinderarzt, der seine Dr.-Arbeit über Kohlenmonoxid geschrieben hat.
Gegen die Rechtmäßigkeit der geplanten Kohlenmonoxid-Pipeline von Dormagen nach Krefeld wurde beim OVG MS geklagt. Von Münster wurde die Klage an das Bundesverfassungsgericht weitergeleitet, da das Gesetz als wahrscheinlich verfassungswidrig angesehen wurde. Zuvor hatten sich 460 Ärzte mit ihrer Unterschrift gegen diese Pipeline ausgesprochen. Weniger bekannt, aber noch erheblich gefährlicher ist die hier im Kölner Norden seit 15 Jahren betriebene CO-Pipeline von Dormagen nach Leverkusen, gegen die fast 100 Ärzte mit ihrer Unterschrift protestiert haben.

Wir Ärzte lehnen dieses Projekt ab,

•weil die CO-Pipeline von Dormagen nach Leverkusen -10 km linksrheinisch
durch den Kölner Norden – hochgefährlich für die Menschen in Dormagen,
Köln-Worringen, Rheinkassel, Merkenich und Leverkusen ist,
•weil durch den Bau eines CO-Reformers eine kostengünstigere Möglichkeit
existiert, bei der CO nicht durch Wohngebiete geleitet werden muss,
•weil die Leckerkennung todbringend ungenau ist,
•weil ein Unfall nicht beherrschbar ist und
•daher jede Rettung zu spät kommt.

Aus diesem Grund sollten die Aktionäre das Risiko der Bayer-Haftung für die ausgelagerte BayerMaterialScience, jetzt Covestro, genauer kennenlernen.
Unter Ihrer Verantwortung, Herr Wenning, wurde seit 2001 anstelle von Kohlendioxid das 1000 Mal giftigere Kohlenmonoxid (CO) durchgeleitet und zwar ohne ein toxikologisches Gutachten. Zusammen mit der Bezirksregierung Köln haben Sie die bereits damals uralten und maroden Rohre „umgewidmet“ auf CO und mussten später sogar wegen fehlerhafter Technik den kathodischen Korrosionsschutz unter dem Rhein abstellen. Ohne ein Wimpernzucken muten Sie den Anwohnern teilweise eine Halbierung der Rohrwände durch Rost zu. Eine Kampfmitteluntersuchung gab es nicht, obwohl wiederholt Bomben im Kölner Norden entschärft wurden. Den Mut, die Pipeline als gefährliche Kohlenmonoxidleitung zu kennzeichnen, hatten Sie bisher nicht.

Der aktuelle Neubau des Dükers unter dem Rhein stellt endlich das dortige hohe Gefahrenpotential ab. Er ändert aber nichts an dem hohen Risiko der restlichen CO-Leitung. Bayer hat gegenüber der Bezirksregierung Köln und der Bevölkerung auch dieGefährlichkeit des geruchlosen, unsichtbaren Gases CO massiv heruntergespielt. Insbesondere erwecken Sie den Eindruck, als hätten Sie die Möglichkeit, ein Leck der Leitung festzustellen und zu beheben, bevor Menschen schwer gesundheitlich geschädigt werden oder sogar zu Tode kommen. Dabei hat die Bezirksregierung Köln festgestellt, dass bei einem Leck erst etwa 30 Min. lang Kohlenmonoxid ausströmt, bevor überhaupt ein Alarm in der Bayer-Sicherheitszentrale durch die Messsysteme ausgelöst wird. In dieser Vor-Alarm-Zeit können laut Bezirksregierung bereits 105.000 L CO ausgeströmt sein. Diese Menge könnte bei Tausenden Erwachsenen und Kindern schwere Hirnschäden verursachen oder zum Tod führen. Schließlich reicht die Einatmung einer Menge von 100 mL(etwa 1 Weinglas) aus, um einen Mensch zu töten. Bei aller Hochachtung vor den Feuerwehren mit solch einem Massenanfall von CO-Vergifteten hat bisher keiner auf diesem Globus je zu tun gehabt!

Sie wissen auch Herr Dekkers, dass gerade wegen dieser mangelhaften Leckerkennung die Bezirksregierung Düsseldorf Ihren CO-Pipeline-Plan Dormagen-Krefeld, der jetzt beim Bundesverfassungsgericht liegt, solange zurückgewiesen hat, bis Sie das zusätzliche LeckErkennungsOrtungsSystem (LEOS) eingerichtet haben. Dieses von Ihnen „quasi-kontinuierlich“ genannte CO Mess-System reagiert zwar deutlich empfindlicher auf eine CO-Leckage. Dafür kann dieses System nur 1 – 2 Mal innerhalb von 48 Stunden einen Alarm auslösen.

Warum wurde nicht wenigstens dieses Warn-System gegen schleichenden Kohlenmonoxidverlust bei der Pipeline zwischen Dormagen und Leverkusen eingebaut?

Auch wegen dieser Unsicherheit haben Sie, Herr Dekkers, leider das Risiko der Kölner CO-Pipeline wie in eine Bad Bank in die Firma mit dem bedeutungsvollen Namen CO-vestro(Latein“Euch das CO!“) ausgelagert. Zum Schutz der Anwohner hätten Sie die CO-Pipeline von Dormagen nach Leverkusen ganz stilllegen müssen.

Im Laufe der Zeit haben immer mehr Bürger und aber auch Bayer-Mitarbeiter von dieser Pipeline erfahren und diese merken, dass sie einen Unsicherheitsfaktor für ihren Wohn- und Arbeitsplatz darstellt. Immer mehr Menschen leisten Widerstand gegen dieses gemeingefährliche Projekt, mit dem Sie Ihr Werksgelände in Form eines CO-Speichers über die Werksgrenzen hinweg ausgeweitet haben. Daher mussten Sie sich im Januar dieses Jahres vor dem Verwaltungsgericht Köln rechtfertigen.

Vertreter von CO-vestro nannten vor Gericht eine klitzekleine Wahrscheinlichkeit eines CO-Pipelinebruches. Auf meine schriftliche Anfrage bei Ihrer Tochter COVestro traute sich jedoch niemand weder die Zahl schriftlich zu wiederholen noch eine Berechnung für diese Zahl vorzulegen.

Den Aktionären empfehle ich zu überlegen,
•welche Haftungsprobleme auf Bayer und CO-vestro bei einem COPipeline-Unfall zukommen würden und
•ob bei einem so unverantwortlichen Projekt der Vorstand und Aufsichtsrat entlastet werden kann.

[Prakash (Indien)] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

ECCHR: mündliche Stellungnahme zur Bayer AG Hauptversammlung 2016 von Mani Prakash (Anwältin aus Bombay/Indien)

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, Sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats,

ich bin eine Anwältin aus Bombay. Vor Kurzem habe ich mehrere Dörfer in Indien besucht um mir selbst ein Bild zu machen von den Vorteilen der Pestizidnutzung durch die örtlichen Bauern. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass Bayer in diesen Dörfern erhebliche Verletzungen nationaler und internationaler Gesetze und Standards vorgeworfen werden kann.

Diese Verletzungen können in Indien durchaus zu hohen Bußgeldern führen, was auch für die hier anwesenden Aktionären relevant sein dürfte. Ich denke, dass es gute Gründe gibt davon auszugehen, dass sie alle von diesen Problemen und Rechtsverletzungen wissen. Ich frage mich daher welche Maßnahmen sie planen um im Interesse ihrer Aktionäre die Rechte der indischen Verbraucher zu schützen.

Die Tatsache, dass die Firma mit dem Slogan „Science for a Better Life“ wirbt, bringt mich zu der Frage wie sie über die Gesundheitsschäden an den Bauern, ihren Kindern, eigentlich ihrer gesamten Familie denken. Ich verstehe, dass sie eine Menge In Innovationen investiert haben, aber mich würde es doch sehr interessieren zu wissen, wie sie sicherstellen, dass all diese Innovationen korrekt angewendet werden anstatt die Gesundheit einer Vielzahl von Bauern zu beeinträchtigen.

Ich bin Anwältin in Indien und vertrete Bauern, Fischer, und Arbeiter vor dem Bundesverfassungsgericht und Landgerichten im Rahmen meiner Arbeit für die indische Menschenrechtsorganisation Human Rights Law Network. Ich und meine Kollegen haben im Rahmen unserer Pestizidarbeit Feldstudien in Punjab und Uttar Pradesh, zwei indische Bundestaaten, durchgeführt.

Vor einigen Wochen habe ich daher Lucknow besucht, die Hauptstadt von Uttar Pradesh in Indien. Dort habe ich mit Bauern und deren Familien gesprochen über den Einsatz der Pestizide. Ich habe auch mit lokalen Pestizidhändlern geredet die viele Bayer Produkte anbieten. Mir wurde immer wieder erzählt, dass die Pestizid-Unternehmen weder Schutzkleidung zur Verfügung stellen noch Informationen bezüglich der Gesundheitsrisiken.
Die Bauern dort haben viele Jahre ohne jegliche Schutzmaßnahmen mit Pestiziden gearbeitet. Mittlerweile erkennen sie die Folgen des kontinuierlichen ungeschützten Kontakts mit Pestiziden: Hautreizung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, und gebrochene Nägel. Besonders problematisch ist, dass viele Kinder auf den Äckern und auch beim Sprühen von Pestiziden helfen. Auch sie leiden dann unter brennenden Augen und Hautproblemen. Ein weiteres großes Problem ist die Entsorgung der Pestizid-Flaschen. Üblicherweise werden die gebrauchte Flaschen wiederverwendet in Küchen oder gar Toiletten.

Deswegen habe ich folgende Fragen:
1. Wie überwacht Bayer in Indien, dass ihre Produkte nicht von Kindern eingesetzt werden?
2. Welche Maßnahmen trifft Bayer damit Kinder auch im Übrigen nicht der Toxizität der Pestizide ausgesetzt sind?
3. Arbeitet Bayer mit der indischen Regierung zusammen, damit die gebrauchten Pestizidflaschen angemessen ensorgt werden? Welche Angestellte oder welches Gremium innerhalb Bayer ist zuständig für die gerechte Entsorgung der Flaschen in Indien?

Die Bauern verlassen sich ausschließlich auf die Information die sie von lokalen Händlern erhalten. Diese geben allerdings nur Angaben über anzuwendende Mengen und Anbausorten. Sie geben hingegen keinerlei Informationen zu Gesundheitsrisiken oder Schutzmaßnahmen. Für falsche Beratung bezüglich Anbau und Anwendung auf verschiedene Pflanzensorten durch lokale Verkäufer haben indische Gerichte Pestizid-Unternehmen bereits haftbar gemacht. Das bedeutet die Pestizidunternehmen müssen einstehen für mangelndes Wissen und unzureichende Vermittlung relevanter Informationen durch ihre Händler die als „Agents“ eingestuft wurden. Das muss auch für das Fehlen notwendiger Hinweise zu Gesundheitsrisiken und Schutzmaßnahmen gelten.
Lokale Händler haben mir bestätigt, dass Bayer keine Initiative zeigt Ihnen solche Informationen zu vermitteln oder überhaupt zu trainieren um Bauern angemessen beraten zu können. Bayer Vertriebspersonal besucht die lokalen Zwischen- und Einzelhändler zwar regelmäßig, allerdings nur um die Verkaufszahlen zu kontrollieren und zu steigern.

Deswegen haben wir folgende Fragen:
1. Wie kontrolliert Bayer ob deren autorisierte Händler vor Ort die Bauern angemessen beraten? Auf Grund welcher Kriterien werden die Händler von Bayer ausgesucht?
2. Wie viel Geld investiert Bayer in das Training von Händlern in Indien? Wie hoch ist der Anteil dieser Investition am jährlichen Marketingbudget?
3. Über wieviel autorisierte Händler verfügt Bayer in Indien. Wie viele von diesen wurden in 2015 trainiert und welchen Anteil am Training nahmen Gesundheits- und Sicherheitsaspekte ein?
4. Welche Angestellte oder welches Gremium innerhalb Bayer ist zuständig für die Durchführung der Trainings an Händler und Kunden in Indien?

Eine zu Lucknow vergleichbare Situation findet man in Punjab im Nordwesten von Indien. Angesichts eines hohen Anteils an Analphabetismus sind die Bauern auch dort nicht in der Lage die Gebrauchsanweisungen auf den Produkten zu lesen und zu verstehen. Die Bauern haben auch Schwierigkeiten die Farbkodierung oder Piktogramme zu verstehen welche die Toxizität der Produkte angeben.
Einige Produkte enthalten keine Sicherheitshinweise in der lokalen Sprache, Punjabi. Bauern erhalten kein Training – weder von der Regierung noch durch die herstellenden Firmen. Sie suchen den Rat von Händlern, aber auch hier verfügen die Händler selbst über ebensowenig Informationen bezüglich notwendiger Schutzmaßnahmen und Gesundheitsrisiken der Pestizide. Die Bauern berichten über Juckreiz und Brennen auf der Haut nach dem Sprühen und Mediziner in der Region berichten über eine Zunahme von Fruchtbarkeitsstörungen unter der weiblichen Bevölkerung.

In Indien gehören Bauern zu den niedrigeren Klassen der Gesellschaft. Es ist unerlässlich, dass die Schutzkleidung und -ausstattung gleichzeitig mit den toxischen Produkten verkauft bekommen. Schutzkleidung welche den Bauern für die Anwendung der Pestizide zugänglich sein sollte ist aber nicht erhältlich. Wenn einmal solche Ausrüstung verfügbar ist, macht der Preis von 20 bis 50 Rupien es für die meisten Bauern unerschwinglich. Folglich verwenden Bauern kaum solche Schutzmitteln.

Deswegen haben wir folgende Fragen:
1. Wieviel indische Bauern verwenden regelmäßig Bayerprodukte?
2. Wie viele dieser Bauern verfügen nach Bayers Erkenntnis über Schutzkleidung?
3. Wie viele von diesen Bauern wurden von Bayer im Jahr 2015 in der Anwendung trainiert? Wie viele Stunden dieser Trainings sind dabei Gesundheits- und Sicherheitsaspekten gewidmet?
4. Wie viel Prozent verwendet Bayer für Schutzkleidung und Training vom verfügbaren Budget für Marketing?
5. Viele Anwender von Pestiziden in Indien können weder lesen noch schreiben. Wie sorgt Bayer dafür, dass auch diese Kunden die Gesundheitsrisiken und Sicherheitsbestimmungen vermittelt bekommen?

Das Unterlassen der Unternehmen hat große Effekte auf das Leben der Bauern, da die meisten verschiedenste Gesundheitsproblemen haben. Auch ihre Familienmitglieder sind den Gesundheitsproblemen durch Pestizidkontakt zunehmend ausgesetzt, da die Bauern die Risiken nicht gut einschätzen können.
1. Wie überprüft Bayer, dass die empfohlenen Schutzmaßnahmen bei der Anwendung ihrer Produkte von den lokalen Bauern beachtet werden?
Schon mehrmals wurde die Problematik unsachgemäßer Anwendung und folgender Gesundheitsschäden bei verschiedensten Gerichte thematisiert. Aktuell ist eine Petition anhängig vor dem Landesgericht in Delhi um ein Verbot von 66 Pestiziden einzuklagen. Diese 66 Pestizide sind wegen der hohen Risiken in anderen Ländern bereits verboten. Das Gremium hat schon entschieden 18 dieser Pestizide von der Zulassung auszuschließen.

Mich interessiert in dieser Beziehung:
1. Einer der 66 Wirkstoffe ist Thiodicarb, schon längst nicht mehr zugelassen in der EU, aber dies wird im Moment noch von Bayer im Produkt Larvin in Indien verkauft. Angesichts der anhängigen Überprüfung möchte ich wissen, ob Bayer ein zukünftiges Verbot unterstützt?
Die persönlichen Geschichten der Bauern zeigen, dass es keinerlei Bemühungen der Firma gibt Gesundheit und Sicherheit der Bauern sicherzustellen. Weiter verkauft Bayer Pestizide in Indien ohne die notwendigen Warnungen und Etikettierungen. Wohlgemerkt ist dies nicht im Einklang mit bestehenden nationalen Gesetzen wie dem Insektizid- und Verbraucherschutzgesetzen was zu hohen Bußgeldern der Firma führen könnte.
Ich widerspreche zu Punkt 2 und 3 der Tagesordnung den Vorschlägen des Vorstands und des Aufsichtsrats. Daher fordere ich die anderen Aktionäre auf weder den Vorstand noch den Aufsichtsrat zu entlasten.

Berlin, April 2016

[Koch Bienensterben] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Christoph Koch (Erwerbsimkerbund) zu Bienensterben: Neonics gefährlicher als BAYER behauptet?

Sehr geehrter Vorstand,
sehr geehrter Aufsichtsrat,
meine sehr geehrten Damen und Herrn Aktionäre,

mein Name ist Christoph Koch und dies ist nun schon mein 8ter Auftritt hier. Ich spreche zu ihnen als Aktionär, aber vor allem auch im Namen des deutschen Berufs- u. Erwerbsimkerbundes und der EU-weiten Imkervertretung dem EPBA

Bei meinen Fragen geht es um die Neonics.

Alle meine bisherigen Fragen finden Sie übrigens auch ganz leicht im Internet und es lohnt sich diese mal in Ruhe zu lesen!

Herr Dekkers,

sie tun mir nun fast schon leid mit der dritten Wortmeldung schon so mit Bienenprobleme konfrontiert zu werden und das auch noch von Imkerinnen!
Respekt! Die Frauenquote zumindest stimmt hier schon mal!
BAYER ist bei den Pharmaka sehr Stolz und traut sich dort sogar Produkt bezogene Umsätze zu nennen.
Warum bei den Neonics nicht? Trauen sie sich das nicht mehr!
Warum nur? Haben Sie etwas zu verbergen?
BAYER war einmal stolz dazu Zahlen zu präsentieren
Doch das möchte man nicht mehr tun!
Und zwar genau seit es diese massive Kritik gibt.
Schon etwas eigenartig nicht wahr?
Daher die übliche Frage von mir:
Wie viel Umsatz haben die Neonics 2015 im Detail gemacht?
Ich hätte diese Umsatz-Zahlen gerne gesplittet nach den Wirkstoffen.

Dekkers Antwort hierzu: Weil es die Konkurrenz es auch nicht macht!

Meine Damen und Herren Aktionäre,

der Vorstand erklärt hier Jahr für Jahr, dass die Neonic-haltigen Produkte bei sachgerechter Anwendung alle Bienensicher seien und ganz andere Dinge die wirklichen Ursachen für die großen Bienenprobleme sind. Letztes Jahr haben Sie Herr Dekkers auch erklärt, dass sie sich mit der Klage gegen das EU Verbot Rechtssicherheit versprechen. Rechtssicherheit für was? Etwa dafür, dass Sie mit falschen Zahlen operieren durften? Den dazu gibt es ein paar ungeklärte Fragen:

Stimmt es, dass die ersten LD50 Werte für Imidacloprid noch in den 90ern korrigiert werden mussten?

Meine Damen und Herren Aktionäre zu ihrer Info:
Unter LD50 Wert versteht man beim Bienenschutz den Wert, welcher sich ergibt, wenn ein Wirkstoff nach 48 Stunden von 100 Bienen noch 51 am Leben lässt.
Nennen Sie uns bitte den ursprünglichen LD50 Wert und den später ermittelten Wert.
Stimmt es auch, dass es bei Clothianidin ebenfalls zweierlei LD50 Werte gab?
Nennen Sie uns bitte auch hier den ursprünglichen und den im Laufe von 2008 ermittelten LD50 Wert!
Herr Dekkers können sie uns bitte die Einrichtungen / Institutionen nennen, welche diese Ursprünglichen LD50 Werte ermittelt hatten.
Und wer hatte die zweiten Werte gefunden und warum gibt es da einen Unterschied?

Dekkers Antwort: Er widersprach dem nicht bzw. sagte, dass diese LD50 Werte immer wieder von verschiedenen Institutionen zu unterschiedlichen Zeiten Überprüft wurden. BAYER orientiert sich immer an den konservativsten und somit an den niedrigsten Werten und stellt so eine hohe Bienensicherheit her! So ergibt sich Imidacloprid 3,7 ng/Biene und für Clothianidin 3,8 ng/Biene

Hier stellt sich dann natürlich auch die Frage,
was versteht BAYER unter einer lebenden Biene?
Ist das eine Biene die noch eine Blüte befruchten kann?
Oder ist das eine Biene die (nur) noch atmet?
Ist dieser Begriff in irgendeinem Kodex formuliert oder gibt es hier interpretationsspielraum?
Herr Dekkers lösen sie uns bitte dieses Rätsel?

Dekkers Antwort: Die Schutzziele sind von den Zulassungsbehörden definiert und an diesen orientiert sich BAYER.

Meine Damen und Herren Aktionäre
die für Deutschland zuständige Zulassungsbehörde das JKI, eine Einrichtung des BVL ist auch die Anlaufstelle für Bienenvergiftungen.
Herr Dekkers, stimmt es, dass das JKI erst nach 2008 geeignete Messgeräte bekam um die tatsächlichen LD50 Werte für Clothianidin zu ermitteln?
Stimmt es, dass bis zu diesem Zeitpunkt (also vor 2008) immer die Labore von BAYER in Anspruch genommen werden mussten?
Auch von den deutschen Bieneninstitute?
Vor allem wenn es darum ging, dass Kritik ausgeräumt werden sollte?
Stimmt es auch, dass auf dem Postweg bzw. nach 8 Tagen nur noch 35% des LD50 Wertes bei Imidacloprid nachgewiesen werden können?
Welche Werte hat BAYER?
Ich hätte gerne eine Auflistung der in Honig-Bienen nachweisbaren Rückstandswerte gestaffelt nach Lagerungstagen bis hin zu 52 Tagen.
Bitte diese Zahlen für Thiacloprid, Imidacloprid und Clothianidin jeweils getrennt.
Sie müsste diese Daten parat haben, denn zum Zulassungsprozedere sollten diese ja mitgeliefert werden! Oder etwa nicht?
Klären Sie uns auch da bitte mal auf Herr Dekkers

Dekkers Antwort:Die Methoden zur Bestimmung der LD50 Werte war schon lange vor 2008 etabliert und wurde lange vor 2008 allgemein angewendet und dies auch von verschiedenen Laboren und nicht nur von BAYER.

Meine Damen und Herren Aktionäre,

BAYER versuchte in Frankreich die Zulassung von Poncho mit den Daten des DeBiMo zu erlangen. Doch das DeBiMo war nie für so etwas ausgelegt.
Herr Dekkers was machen Sie da nur?
Was macht da BAYER?
Haben Sie da alles noch im Griff?
Sie wollen also Rechtssicherheit für so etwas?

Dekkers Antwort dazu: Um eine Zulassung für ein PSM zu erhalten ist ein umfangreiches Datenpaket erforderlich. In diesem rahmen hat BAYER ergänzende Studien aus Deutschland eingereicht. Diese Daten des DeBiMo gehörten zu diesem Datenpaket.

Bienenschutz ist für sie sehr wichtig, das sagten Sie selber ja auch schon!
Aber handelt BAYER auch für einen guten Bienenschutz?
Mir kommt es nicht so vor!
Ich finde da etliche Widersprüche, um nicht zu sagen gezielte verschauklerei!
Herr Dekkers haben Sie nicht Angst, dass ihnen hier so langsam alles nach hinten losgeht, so wie letztes Jahr mit der Abmahnung gegen den BUND?
Herr Dekkers ist ihnen eigentlich klar, dass sich das alles schon seit langem abzeichnete? z.B. mit dem Verbot von GOUCHO also Imidacloprid in Frankreich in den 90ern. Spätestens jedoch seit September 2002 muss BAYER (bzw. zumindest ihren Insidern und Flüsterern) klar sein, dass so eine Katastrophe wie die in 2008 kommen musste!
Dafür gibt es Belege!
Sie selber, Herr Dekkers, haben für diese Geschichten aus der Vergangenheit nicht unbedingt die Verantwortung. Eher ihre Vorgänger! Im Grunde aber ist es die BAYER AG, an der dieses Bienenkillerimage nun hängen bleibt.

Meine Damen und Herren Aktionäre,

Honig-Bienen können ihre Brutnesttemperatur sehr präzise regeln.
35°C haben die da drin in ihrem Stock und das mit einer Genauigkeit von 0,2°C.
Stimmt es, dass Neonics einen sehr negativen Effekt auf die Brutnesttemperatur haben?
Genauer gesagt um bis zu 2°C

Dekkers Antwort hierzu: In zahlreichen Freilandstudien und Monitoring Aktivitäten wurde niemals ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Neonics und der Befallstärke von Bienenvölkern mit der Varroamilbe gefunden. Ebenso wurden keine direkten oder indirekten Effekte auf Missbildungen von Flügel festgestellt.

Stimmt es auch, dass zu niedrige Brutnesttemperatur die Varroa-Vermehrungsrate extrem begünstigt?

Dekkers Antwort: Dies hat Dekkers bestätigt

Stimmt es auch, dass zu niedrige Brutnesttemperatur zu Missbildungen der Flügel führen kann?

Dekkers Antwort: Siehe Antwort weiter oben

Oder sind das für BAYER alles realitätsferne Fakten?

Dekkers Antwort: BAYER nimmt den Bienenschutz sehr ernsts

Wie sieht es aus mit den Halbwertszeiten der Neonic-Beizen im Boden?

Wie haben sie diese Werte gefunden?
92 Tage sagt BAYER, andere reden von bis zu 1500 Tagen, wieder andere sprechen von Jahrzenten. Was stimmt jetzt wirklich?

Dekkers Antwort: Für Imidacloprid sind es 40-288 Tage; Für Clothianidin sind es 16-258 Tage; Beides unter europäischen Bodenbedingen und sind abhängig von den Bodenverhältnissen. Daher variieren diese Werte.

Meine Damen und Herren Aktionäre, mit der EU Klage hat BAYER nun ein Problem mehr bekommen mit dem Bienenschutz! Es wird eng und enger!
Das Bienen-Killer-Image klebt jetzt noch mehr als Bärendreck!
Meine Redezeit ist beschränkt. Ich würde gerne noch mehr hinterfragen.
Meine Damen und Herrn Aktionäre ich bin über all die Jahre, in welchen ich nun hier Fragen stellte, nicht nur enttäuscht und frustriert worden. Ich erkenne in diesem Konzern, was den Bienenschutz betrifft, eine total differenzierte Auslegung dessen, was vermutlich alle hier im Raum Anwesenden unter Bienensicher interpretieren. Mich macht das nicht sprachlos und mir bleibt auch nicht die Spucke im Hals stecken! Es geht um die Bienen ja das ist nicht zu vergleichen mit dem was BAYER mit den Menschen macht, wenn ich da an Produkte wie die Jasminell denke.

Bei Aktien geht´s immer ums Geld! Sogar um sehr viel Geld!
Doch mit Geld kann man sich nicht alles kaufen. Tote Bienen kann man nicht mehr lebendig machen und Menschen erst recht nicht!

Als Aktionäre haben sie es hier und heute selbst in der Hand, wie sie sich entscheiden.
Seien Sie daher mutig und zeigen Sie dem Vorstand ruhig auch mal die Rote Karte!
Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit!

Christoph Koch
3. Vorsitzender im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund
Landesgeschäftsführer für Baden-Württemberg
Karl-Friedrichstraße 15
D 77728 OPPENAU
Tel.: +49 7804 3589
E-Mail: vorstand@berufsimker.de
www.berufsimker.de

Mein Kommentar:

Bestritten wird aber, dass BAYER keinen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Neonics und Varroavermehrung erkennen kann. Zumindest nicht in den Freilandversuchen und Monitrings. Ja das kann ich auch wenn ich es nicht sehen will. Vielleicht liegt das auch daran, dass viele Versuche nicht lange genug dauern. Ob BAYER jemals diesen Zusammenhang untersuchte?

Um es also auf den wesentlichsten Punkt zu bringen:

Bei diesem seinem letzten Auftritt als Vorstandsvorsitzender belastet Miriam Dekkers das JKI bzw. das BVL auf das massivste. Warum?
Nun auf meine Fragen nach den LD50 Werten und dem Postweg hat er in ungefähr so geantwortet:

Das JKI gibt genaue Anweisungen, wie Bienenproben nach einen Vergiftungsfall zu verpacken und zu versenden sind. Damit wird sichergestellt, dass die Rückstandsanalytik der Proben für alle Wirkstoffe aussagekräftige Ergebnisse liefert.
.
Dekkers bezog sich nicht (direkt) auf die Resultate der Postweg-Studie und widersprach auch deren Ergebnisse nicht. Also stimmen sie. OK welche Erkenntnis ergibt sich damit für uns Imker und die Praxis aus der Zeit vor 2008?
Der Imker wendet sich bei einem Verdacht auf eine Vergiftung an den Pflanzenschutzdienst. Das allein ist ja schon eine schwierige Sache, wenn deren irrtümlichen Empfehlungen vielleicht ein Vergiftungsproblem ausgelösten. (Maiswurzelbohrer mit PONCHO oder PONCHO-PRO zu bekämpfen und die bis dato unbekannten oder geleugneten Probleme mit der Sätechnik)
Die Proben nimmt dann der Pflanzenschutzdienst mit. Ob diese dann vorschriftsmäßig Verpackt werden usw. kann der betroffene Imker also nicht überprüfen. Die Proben kommen zum JKI und dort wird der Larventest gemacht.
Also werden die Proben dort aufgetaut? Falls diese je eingefroren wurden! Der Betroffene weiß es ja nicht. Ist der Larventest positiv, werden diese Proben dann nach Berlin gesendet und dort analysiert. Werden die dann nochmal eingefroren?
Wie viel Zeit dafür verstreicht weis der Betroffene auch nicht. 2007 war der Larventest im Lörracher Fall positiv und bis heute gibt es eine Menge unklarer Vergiftungen, bei denen der tötende Wirkstoff nicht ausgemacht werden kann.
Um hinter diese Fragen also wirklich Licht zu bekommen, sollten wir nun wissen, wie diese Postwegstudie gemacht wurde? Auf welchen Annahmen wurden diese aufgebaut?
Und warum es überhaupt einen Anlass dazu gab, eine derartige Studie zu erstellen. Denn das Ergebnis wird von BAYER ja nicht in Frage gestellt. So jedenfalls kann man Dekkers Antworten interpretieren. Daraus ergibt sich aber nun die nächste Frage. Existierten diese Anweisungen zum Umgang mit Bienenproben, von denen Dekkers hier sprach, schon vor dieser Post-Studie oder erst danach? Oder war der Fall Lörrach schon der Auslöser? Das Ganze lässt also sehr viel Raum für Vermutungen aufkommen, welche letztlich gerade durch die Geschichte aus 2007 von Lörrach nochmals erneut erhärtet werden. Bayer schiebt also den schwarzen Peter ganz gezielt in Richtung BVL / JKI. Das wird zusätzlich bestärkt, in dem Dekkers sagt, dass die Analysetechnik seit Beginn an bekannt war und von mehreren Laboren angewendet wurde. Also stimmt es, dass die unabhängigen Labore in Frankreich schon recht bald die Gefahr der Neonics erkannten, während die deutschen Bieneninstituten dem ja aufs heftigste wiedersprachen. Unter anderem weil sie die falschen Messmethoden anwendeten oder mit Laboren zusammen arbeiteten, welche diese feinen Werte nicht detektieren konnten. Darunter auch vielleicht die falschen Labore im BAYER Konzern? Oder beim JKI ?
Hat also das JKI eine Mitschuld, wenn es nicht eher etwas gesehen hat, weil es die flache Brille verwendete? Vielen Dank Herr Dekkers jetzt wissen wir es!
Doch da ergibt sich eine weitere Frage: muss man nicht schon bei der Zulassung in den Datenpaketen auch die Analysetechnik und das Verfahren mit angeben? War das Verbot von GOUCHO nicht auch damit begründet, dass BAYER hier getickst hatte?

Trifft das tricksen nun auch für Glyphosat und alles andere zu?

Ein feiner Schachzug nun den schwarzen Peter auf die Zulassungsbehörde abzuwälzen, wenn man bedenkt, dass BAYER sich Mittel- bzw. Langfristig von Crop-Sience verabschieden will.

Dekkers bestätigte einen Effekt zwischen Brutnesttemperatur und Varroa-Vermehrung. Prima danke auch hierfür Herr Dekkers! Bestritten wird aber, dass BAYER keinen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Neonics und Varroavermehrung erkennen kann. Zumindest nicht in den Freilandversuchen und Monitrings. Ja das kann ich auch wenn ich es nicht sehen will. Vielleicht liegt das auch daran, dass viele Versuchen nicht lange genug dauern. Oder diese Freilandversuche in Ländern gemacht werden wo es oft Außentemperaturen von über 40° C gibt. Ob BAYER jemals diesen Zusammenhang untersuchte? Dass Neonics einen negativen Effekt auf die Brutnesttemperatur haben, Logisch ist jedenfalls dass BAYER dieser Zusammenhang nicht in den Kram past, sonst wäre die Varroa ja nicht der Belzebub, was seit nunmehr bald 20 Jahren ja gut funktionierte. Doch Alexander Papachristophoru hat schon 2005 einen Effekt auf die Brutnesttemperatur aufgezeigt. 2°C Temperaturdifferenz statt 0,2° leitet man hier etwa falsches ab? Etwa dass es ja auch 2° wärmer werden könnte? und somit sich die Verdeckelungszeit verkürzt? Könnte ja vielleicht sein, denn es war ja keine Freilandstudie sondern eine Laborstudie. Wenn BAYER also auf Tenneriffa diese Studien machte und nicht in Norwegen, oder einfach zu kurze Versuchszeiten wält, könnte es falsche Rückschlüsse geben. Ich selber würde die ganzsicher bei 40°C Außentemperatur machen, wollte ich den Zusammenhang verschweigen. Die Eisheilige mit eingeschlossen. Immerhin bestätige BAYER ja den Effekt der Brutnesttemperatur auf die Varroa! Das können sie heute nicht mehr leugnen.

Das große Problem aber bei der Fragestellung ist doch, dass die Neonics nicht alleine da sind. Auch nicht ein Neonics für sich alleine! Es sind ja bis zu 5 PSM Wirkstoffe zusammen im Pollen des DeBiMo gefunden worden, in BAYERS Lieblings-Monitoring. Alle diese PSM zusammen sorgen dafür, dass nach dem Öffnen einer Bienenwohnung, je nach umständen, es bis zu 18 Stunden braucht, bis da in der Kiste wieder diese 35°C herrschen.

Oha der Imker ist also selber schuld?
Haben wir das nicht schon so oft gehört?
Der Imker hätte also seinen Bienen-Kasten besser nie aufgemacht. PSM sind somit für Bienen dann kein Problem, das Problem steht tatsächlich hinter der Kiste! Vielen Dank Herr Dekkers, jetzt erst wird mir das Rätsel des Magischen Dreieck von Böcking, Liebig und Aumeier klar, und nun weiß ich auch, warum das Problem tatsächlich hinter der Kiste stehen muss! Sobald ein Imker oh nein eine Imkerin die Beute öffne und nicht gleich wieder zumacht (man nennt das dann diese hochgelobte Kippkontrolle) gibt es (dank PSM) ein Temperaturproblem im Stock, durch das in letzter Konsequenz die Varroa dann mächtig zurück schlägt. In den Zeiten vor der Varroa hat man ja stundenlang Königinnen suchen können, und die Völker haben das überlebt! Heute braucht ein erfolgreicher Imker laut dem magischen Dreieck ja keine Königinnen mehr suchen. Dafür gibt es nun viel bessere Lösungen. Prima dass ich das noch erleben durfte Herr Dekkers, echt vielen Dank für diesen Tipp!

Noch ein toller Tipp von ihnen hab ich da auf der JH gehört. Weil MESUROL kein Neonic ist, macht der Abrieb dieser Beize auch kein Bienenproblem. Toll das war mir bisher auch nicht ganz klar gewesen. Aber bestritten hat Herr Dekker nicht, dass der Wirkstoff draußen in der Natur ankommt. Trotz verbesserter Beiz und Saattechnik, die ja laut BVL /JKI auch für MESUROL gilt. Weis das der Herr Dekkers nicht? Wie soll man so trotz all dem bekannten Wissen den hochgelobten Begriff „bei Sachgerechter Anwendung sind unsere Produkte Bienensicher“ verstehen? Das frag ich mich jetzt ernsthaft. Diese (von BAYER gemachten?) Staubtest mit den Neonicbeizen wurden nach meinem Wissen immer nur auf 3000 m² gemacht und da kommt so gut wie nichts aus der Sämaschine, also draußen an. Obwohl sich ja der BAYER Mitarbeiter Dr. Richard Schmuck hierzu auch schon in Widersprüche verwickelt hatte, während der ersten Auswertungsgespräche zu den Ereignissen von 2008. Aber das ist ja alles total unbedeutend, glaubt man der BAYER AG.

Macht aber diese Tests aber auf 5000 m² oder mehr, dann findet man die realistischen Werte und die sind dann schon anders zu sehen hinsichtlich der Bienensicherheit. Ach so ja, da war ja das mit den zweierlei LD50 Werten.

Ergo Bienensichere Anwendung heißt alle 3000 m² die Sämaschinen putzen!

Das scheint also die „Sachgerechte Anwendung“ zu sein, die auch Bienensicher ist!
Vielen Dank Herr Dekkers auch für diese Lehrstunde!
Naiv wie ich nun mal war, wusste ich das alles ja nicht und muss mich ja jetzt fast schon schämen für meine ständigen Unterstellungen. Vor allem jene, dass eben immer noch der Vergiftungsweg nicht abgestellt werden kann, trotz Zyklonfilter, oder Abluft in den Boden oder noch besser, einer Staubwaschanlagen, es funktioniert halt einfach nicht! Das gilt also auch für den Vergiftungsweg des in 2008 angeblich so liederlich gebiezten Saatgutes! Denn damals hatten die Maisleute ja auch kaum noch Zeit das Saatgut in den Boden zu bringen, weil es vor dem Nato Gipfel ständig kalt und regnerisch war und man daher die Äcker nicht befahren werden konnten. Erst kurz vor dem Gipfel wurde es dann schon und warm. Es ist also völlig egal ob das Saatgut schlecht gebeizt war, wenn nicht alle 3000 m² die Maschine geputzt wird, gibt’s Bienenprobleme! Putzt man sie nicht kommt hinten immer was raus. Da BAYER ja die Beizqualitäten (seit 2008 und nicht schon seit 2002, als dieser Vergiftungsweg offiziell dokumentiert war) verbessert hat, ist das ja alles nun abgestellt und es kommt nur noch was hinten raus, wenn nicht richtig gebeizt wird. Das ist also die von BAYER hochgelobte Ernsthaftigkeit beim Bienenschutz!

Mir kommt das alles so vor, als würde man nach dem Motto handeln, so lange man den Pfurz nicht hört ist alles in Butter. Das blöde ist aber, manchen Pfurz riecht man halt trotzdem.

Und das sind oftmals genau die, welche auch am meisten stinken

und stinken tuts nun mal gewaltig!

[CBG/Mimkes] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Philipp Mimkes (CBG)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Philipp Mimkes, ich spreche für die Coordination gegen BAYER-Gefahren.

Wir alle hören zur Zeit sehr viel von den Panama Papers.
Aber auch hier in Europa gibt es leider Steuer-Oasen. Und auch BAYER verschiebt seine Gewinne systematisch in solche Niedrigsteuer-Länder.
Mit der Folge: die Finanzierung der öffentlichen Haushalte wird immer mehr den Kleinbetrieben + den Lohnabhängigen aufgebürdet.

BAYER hat sein Eigenkapital zu großen Teilen nach Benelux verschoben.
So entnehmen wir dem Jahresabschluss 2015, dass die Bayer Global Investments in Mijdrecht ein erstaunliches Eigenkapital aufweist: 12,2 Milliarden Euro.
Die Bayer World Investments (ebenfalls Holland) besitzt sogar ein Eigenkapital in Höhe von 14 Milliarden.
Von einer größeren Fabrik in Mijdrecht ist mir nichts bekannt => Es dürfte sich um bessere Briefkastenfirmen handeln.

Bayer World Investments und Bayer Global Investments halten Anteile an rund 70 Tochtergesellschaften von BAYER. Hierdurch werden die Voraussetzungen für interne Verrechnungen und Lizenzierungen geschaffen, mit denen Steuern gedrückt werden.

Erste Frage: wie viele Personen beschäftigen Sie in Mijdrecht?
(Antwort des Vorstands: 300)

Nicht viel anders sieht es in Belgien aus: Bayer Antwerpen besitzt ein Eigenkapital von 11,4 Milliarden Euro.

Der Grund für den Verschiebe-Bahnhof: die dortigen Steuer-Geschenke.
z.B. gewährt Belgien Zinszahlungen auf das Eigenkapital, wodurch fiktive Zinsen steuerlich geltend gemacht werden können.

Apropos Belgien: BAYER hat auch das firmeninterne Bank-Wesen in Antwerpen angesiedelt. So gewährte allein BAYER Antwerpen im Jahr 2014 anderen Konzern-Töchtern Kredite in Höhe von 13,4 Milliarden Euro. Die hierauf berechneten Zinsen werden in Belgien kaum versteuert – der Steuersatz liegt unter 5 %.

Meine nächste Frage: in welcher Höhe hat Bayer Antwerpen 2015 Kredite an Konzern-Töchter in anderen Ländern vergeben?

Das fortgesetzte Steuerdumping ist jüngst sogar der EU-Kommission zu bunt geworden => vor 3 Monaten erklärte sie die belgischen Steuer-Schlupflöcher für illegal und forderte Nachzahlungen von insgesamt 700 Millionen Euro.
Betroffen hiervon sind 35 transnationale Firmen. Wegen angeblicher Geschäftsgeheimnisse hat die EU-Kommission nicht bekannt gegeben, um welche Firmen es sich handelt. In der Presse wurden aber auch Chemie-Konzerne genannt.

=> Frage, Herr Dekkers: ist BAYER eines der Unternehmen, das in Belgien Steuern nachzahlen muss?
2. wenn ja: um welche Summe geht es dabei?

Ich nannte eben Eigenkapital-Beträge in Benelux in zweistelliger Milliarden-Höhe.
Zum Vergleich: die Bayer HealthCare AG mit Sitz in Leverkusen (also der große Gewinn-Bringer von BAYER) weist für 2015 gerade mal ein Eigenkapital von 1,1 Millionen Euro aus, und sogar einen operativen Verlust von 230 Mio Euro.

Herr Dekkers: bitte erläutern Sie, wie dieser angebliche Verlust von Bayer HealthCare zustande kommt.

Die Stadt Leverkusen, immer noch Sitz der BAYER-Konzernzentrale, verliert durch solche Tricks ihre Existenzgrundlage.
Leverkusen befindet sich in der Haushaltssicherung und gehört dem „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ an. Der Steuerzahler muss die Kommune also vor der Pleite retten.

Der Bürgermeister von Leverkusen, Uwe Richrath, fand hierzu im vergangen Sommer deutliche Worte: „Die Weltfirma BAYER beteiligt sich in Leverkusen sehr wenig am Gewerbesteuer-Aufkommen“.

Und noch ein Zitat, diesmal von Norbert Walter-Borjans, NRW-Finanzminister: „Dass eine Stadt wie Leverkusen mit der Weltmarke BAYER aus dem Stärkungspakt gestützt werden muss – das glaubt erst mal keiner. Wir können es uns nicht leisten, dass sich Unternehmen systematisch davor drücken, ihren Anteil an der Finanzierung des Gemeinwesens zu leisten“.

Dem kann ich mich nur anschließen.

Derweil ist sich BAYER nicht mal zu schade, steuerrelevante Abteilungen von Leverkusen nach Monheim zu verlagern, um Gewerbesteuern zu sparen.
Hierfür hat BAYER zum Beispiel seine Patentrechte ausgegliedert und eigens die Firma Bayer Intellectual Property GmbH gegründet. Steuer-Experten schätzen, dass BAYER allein durch dieses Manöver die Steuerzahlungen um rund 10 Millionen Euro gedrückt hat.

hierzu meine Fragen:
1. wie hoch ist die jährliche Steuerersparnis durch Verlagerungen von Leverkusen nach Monheim?
2. in welchen Ländern werden die Patentrechte und Lizenzeinnahmen von BAYER steuerlich veranschlagt?
3. welche Gewerbesteuer-Zahlungen hat BAYER 2015 an seinen Standorten Leverkusen, Dormagen, Wuppertal und Krefeld geleistet?

um ein klares Bild über Steuer-Vermeidung zu erhalten, benötigen wir dringend ein „country by country reporting“, also eine Auflistung der Umsätze, Gewinne und Steuern pro Land.

Herr Dekkers, warum hat Ihr LobbyVerband „BusinessEurope“ trotz der aktuellen Panama-Enthüllungen noch vor zwei Wochen ein solches „country by country reporting“ abgelehnt?

Ist Bayer bereit, an dieser Stelle voranzugehen und Gewinne und Steuer-Zahlungen länderweise auszuweisen?

Herr Dekkers: wir haben im vergangen Jahr eine Untersuchung zur Steuerflucht von BAYER veröffentlicht. Diese ist wiederholt von Medien aufgegriffen worden.

Ein Sprecher von BAYER äußerte auf Anfrage: „Unser Unternehmen sucht den Dialog – auch mit kritischen Gruppen und Vereinigungen“
Nicht jedoch mit der Coordination gegen BAYER-Gefahren.

Warum? Zitat BAYER: „Die Haltung der Coordination steht nicht immer mit den Grundwerten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Einklang. So hat die CBG beispielsweise zum Ziel, Bayer „unter gesellschaftliche Kontrolle“ zu stellen.“

Herr Dekkers: die Zentrale von Bayer steht hier in NRW.
Ich zitiere mal aus der Landesverfassung von NRW:

Artikel 27:
Paragraf 1: Großbetriebe der Grundstoffindustrie, und Unternehmen, die wegen ihrer monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in Gemeineigentum überführt werden.
(2) Zusammenschlüsse, die ihre wirtschaftliche Macht missbrauchen, sind zu verbieten.

Unsere Forderung, BAYER „unter gesellschaftliche Kontrolle“ zu stellen, geht also viel weniger weit als der Verfassungstext.

Von daher meine Frage, Herr Dekkers: Kennt BAYER den Text der nordrhein-westfälischen Landesverfassung?

Ich komme zu meinem 2. Thema:
BAYER hat seit langem die staatlichen Bildungseinrichtungen im Visier.
z.B. bietet BAYER kostenlose Lehrerfortbildungen an. Auch erstellt BAYER seit vielen Jahren Unterrichtsmaterialien, gerne zu umstrittenen Themen wie Gentechnik oder Pestiziden.

Früher richtete sich diese Beeinflussung nur an weiterführende Schulen, in letzter Zeit immer häufiger auch an Grundschüler.

Die BAYER-Tochter CURRENTA ist nun einen Schritt weiter gegangen:
an den Werks-Standorten wird ein eigens erstelltes „Wimmelbuch“ an Kindergärten verschenkt.

Wir sehen darin das „fröhliche Treiben“ in einer Chemie-Fabrik: Kranfahrer, Taucher, Clowns, bunten Luftballons etc.
Unter anderem wurde das Buch zu Weihnachten in Kindergärten verschenkt.

Herr Dekkers: Dies ist ein Angriff auf die Köpfe der Kleinsten!
Kleinkinder können die Risiken chemischer Anlagen nicht einordnen und sind gegenüber solcher Propaganda völlig wehrlos.

Ein ähnlich verharmlosendes Werk verteilen Sie in den USA zum Thema Bienensterben.

Die Beispiele zeigen, dass Kinder nirgendwo mehr vor der Einflussnahme von Unternehmen sicher sind.

Generell gibt es die Tendenz, dass Bildungseinrichtungen immer mehr für Werbezwecke missbraucht werden.

Dienstleister wie die Deutsche Schulmarketing Agentur bieten das ganz umverblümt an, Zitat: „Ziel ist es „die wirtschaftlichen Interessen werbetreibender Unternehmen mit dem pädagogischen Bildungsauftrag in Einklang zu bringen“.“
Werte wie eine eigenständige Meinungsbildung oder Kritikfähigkeit werden durch solche Manöver untergraben.

BAYER strebt augenscheinlich die Beeinflussung möglichst großer Teile der Gesellschaft an – und macht dabei nicht einmal vor Kleinkindern halt.

Herr Schmitt-Lord von der BAYER Science & Education Foundation hat das sogar offen eingeräumt: (Zitat) „Ich muss gestehen, wir fördern die Schulen nicht ganz uneigennützig. Wir sehen das als langfristige Investition“.

Hierzu meine Fragen:
1. mit welchen PR Agenturen arbeitet BAYER im Bereich Schule + Kindergarten zusammen?
2. wie viele verschiedene Unterrichts-Materialien haben BAYER oder BAYER-Tochterfirmen veröffentlicht? Und für welche Jahrgangsstufen?
3. wie viele Beschäftigte befassen sich mit der Erstellung von Lehrmaterialien? Welchen Etat haben sie?

Aus meiner Sicht müssen Grundschulen und Kindergärten ein Schutzraum sein. Werbung hat in Bildungsstätten nichts verloren.

Da der BAYER-Vorstand die Verletzung dieses Schutzraums zu verantworten hat, möchte ich Sie auffordern, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern.

[Bienensterben] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Annette Seehaus-Arnold, Kreisverband Imker Rhön-Grabfeld e. V.

Sehr geehrter Vorstand,
sehr geehrter Aufsichtsrat,
sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Annette Seehaus-Arnold. Ich spreche als Aktionärin, Imkerin und Kreisvorsitzende der Imker Rhön-Grabfeld.

Im vergangenen Jahr wurde mir bei der Aktionärsversammlung mitgeteilt, dass bis Ende 2015 ein neues Varroa-Mittel zugelassen wird. Daher die Frage: Wie weit ist die Forschung bzw. Zulassung? Um welches Mittel handelt es sich? Wie wird bzw. wurde das Zulassungsverfahren durchgeführt? Wer war an der Zulassung beteiligt? Gibt es noch weitere Forschung in diesem Bereich? Oder ist das neue Mittel etwa Apitraz? Wollen Sie uns etwa eine uralte Kamelle als neues, nun für Deutschland zugelassenes Mittel verkaufen? Dieses Mittel ist seit vielen Jahren bereits in Frankreich, Italien und vielen anderen Ländern zugelassen. Bisher hat die Fa. Bayer jedoch immer eine Zulassung für Deutschland erfolgreich verhindert. Woher kommt der Sinneswandel? Ist das die Art, wie die Fa. Bayer vorgeht? Wollen Sie uns mit alten Mitteln kommen und diese jetzt als endlich für Deutschland zugelassen verkaufen? Irgendwie fühlt man sich da schon von Ihren Bee-Care-Center-Mitarbeiter Fred Klockgether verschaukelt.

Das Seltsamste ist, dass gerade in Ländern, welche die größten Kritiker der Neonikotionoiden sind, Amitraz seit Jahren zugelassen ist. Sehr geehrter Herr Dekkers: Wie erklärt sich das?

Warum ist eigentlich Perizin weg? Obwohl Sie es immer wieder als erfolgreiches Varroa-Bekämpfungsmittel gelobt haben? Doch nicht etwa, weil angeblich die einzige Fabrik die Coumaphos herstellt in Indien abgebrannt ist? Seit wann ist dass ein Grund für Bayer eine Produktion einzustellen? Der Wirkstoff von Coumaphos war das einzige Varroazid, das die Bruttemperatur wirksam erhöht hat. Es verhärtet sich mittlerweile der Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Bruttemperatur und Varroa-Entwicklung geben soll. Stimmt das? Haben Sie das mal in ihrem eigens eingerichteten Bee-Care-Center überprüft? Oder was machen Sie dort eigentlich?

Nach ihren eigenen Angaben im letzten Jahr, wurden 2,7 Mrd. US-Dollar in Amerika für ein neues Bee-Care-Center ausgegeben. Für die wissenschaftliche Forschung der Bienenarzneimittel 10 Mio. €. Nach was forschen Sie eigentlich?

Die Fa. Bayer hat vor drei Jahren versprochen, darzulegen, wie die Ameisensäure funktioniert. War Bayer mittlerweile erfolgreich und hat die Wirkungsweise der Ameisensäure in ihrem Forschungszentrum entdeckt? Letztes Jahr wurde bei der Hauptversammlung lediglich mitgeteilt, dass weiter geforscht wird und die Ergebnisse diskutiert werden. Wird immer noch diskutiert? Oder gibt es mittlerweile einen Durchbruch diesbezüglich? Nein? Warum immer noch nicht? Forschen Sie etwa immer noch, warum bei den Ameisensäurebehandlungen die Bruttemperatur sinkt? Oder stehen Sie hier auch vor einem Rätsel, warum bei niedriger Bruttemperatur die Verdeckelungsdauer länger ist? Und somit auf einmal die Vermehrung der Varroa-Milbe rasanter ist? Wann machen Sie endlich Ihre Hausaufgaben?

Oder wird hier etwa ein Krisenherd, die Varroa-Milbe, künstlich aufrecht erhalten, um vom wirklichen Thema den Pestiziden abzulenken?

Neonicotinoide stehen bekanntermaßen im Verdacht Probleme bei Bienenvölkern hervorzurufen.

In Frankreich gab es eine historische Wahl. Die Nationalversammlung hat für das Verbot von Neonikotinoiden gestimmt und diese als besonders bienengefährlich eingestuft. Eigentlich müsste die Fa. Bayer dies als deutliches Signal sehen und zwar: „Die Zeiten der Bienenkiller-Pestizide sind vorbei!“ Denn wissenschaftliche Studien zeigen auf, dass nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge, Fische und Vögel betroffen sind. Wie stehen Sie zukünftig zu den Neonikotinoiden? Wie wird das Imagethema angegangen?
Etwa mit einer Klage gegen das weitreichende Verbot der EU-Kommission? Wie lange wollen Sie noch bestreiten, dass Neonikotiniode schädlich für Bienen sind? Oder versuchen Sie mit der Klage das Bienenkiller-Image los zu werden?

Letztes Jahr wurden Sie bei der JH auf Sivanto angesprochen. Dabei lobten Sie das Mittel als besonders bienenfreundliches Insektizid. Herr Dekkers hatte in seiner Antwort gesagt, dass diese Klassifizierung nicht Bayer selbst machen würde, sondern die Zulassungsbehörden.
Wie sieht es denn nun tatsächlich mit dem Wirkstoff Sulfoxaflor, denn Wirkstoff von Sivanto aus? Dieser wurde am 18. August 2015 für 10 Jahre als Insektizid zugelassen. Am Montag, den 25. April diesen Jahres stand auf Ihrer Internetseite dass Bayer CropSience die Zulassung von der US-Umweltbehörde EPA erhalten hat. Mittlerweile wurde die Zulassung in den USA von der Umweltbehörde zurückgenommen. Es wurde vom US-Gericht festgestellt, dass das Mittel niemals hätte zugelassen werden dürfen, da es bienengefährdend ist. Wie oder wo hat Bayer diese Zulassung in Europa erreicht, wie in Deutschland? Auf den Bahams? In Korea? Oder in Afrika? Sind sie etwa bei den VW-Abgas-Ingenieuren in die Lehre gegangen?

Wie sind Sie eigentlich bei Sulfoxaflor auf den LD 50 Wert gekommen? Wie haben Sie diese Werte für Sulfoxaflor erfunden? Sorry – meinte natürlich gefunden? Wer hat die Untersuchungen gemacht? Bekommen wir, wenn Bienenprobleme auftauchen wieder einen neuen LD50 Wert?

Warum steht lediglich auf Ihrer Internetseite ganz lapidar: „Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an die zukünftigen Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.“ Wäre es nicht besser, wenn ein Weltkonzern wie Bayer seine Internetseiten laufend an die Entwicklungen und Ereignisse anpasst? Warum wird hier so sorglos mit Informationen umgegangen?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kam ursprünglich zu der Einschätzung, dass Neonikotinoide nicht bienenschädlich sind. Wie kommt es, dass diese Behörde entgegen ihrer ursprünglichen Einschätzung die Neonics jetzt als bienenschädlich ansieht? Weil Sie sich früher ausschließlich auf die Angaben des Hersteller-Konzerns verlassen hat? Die offensichtlich nicht richtig waren? Warum waren die Werte nicht korrekt? Woher kommt bei den Behörden der Sinneswandel? Wie kommt das?

Meine Damen und Herren Aktionäre,
Sie haben es in der Hand, wie die Entwicklung weiter geht.
Auf Dauer kann sich auch die Fa. Bayer diese Negativ-Werbungen nicht mehr leisten.

Wie sieht das Ganze der Vorstand und der Aufsichtsrat? Wollen Sie noch länger für diese Negativ-Schlagzeilen sorgen?

Oder ist es nicht an der Zeit, die Aktivitäten von Bayer Cropscience in ökologisch sinnvolle, nachhaltige Forschung, besser noch in Landwirtschaft 4.0 zu investieren? Anstatt an fragwürdige Neonics wie Sulfoxaflor festzuhalten? Sind intelligente Lösungen nicht weitaus sinnvoller als chemische Keulen? Wollen Sie, sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat riskieren, dass es Ihnen geht wie die Firma Agfa, die zu lange an alten Techniken festhielt und dann den Anschluss verpasst hat? Können Sie sich auf Dauer das „Bienenkiller-Image“ noch leisten? Können Sie das verantworten?

Deshalb an alle Aktionäre: Zeigen Sie Flagge und stimmen Sie gegen eine Entlastung des Vorstandes.

Vielen Dank.

[ECCHR] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Christian Schliemann, ECCHR

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, Sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats,

Ich bin Christian Schliemann, Legal Advisor des European Center for Constitutional and Human Rights in Berlin und habe in den letzten zwei Jahren intensiv mit ausländischen Partnerorganisationen zu pestizidbedingten Gesundheits- und Umweltschäden in Indien und anderen Ländern gearbeitet. Auch Bayer trägt mit seinen Produkten zu diesen Gesundheits- und Umweltschäden bei. Meine Kollegin Mani Prakash wird noch näher über die Situation in Indien berichten und diesbezüglich Fragen an sie richten. Ich werde mich auf eine eher deutsche Perspektive beschränken.

Wie sie alle wissen, ist die BayerCropScience AG innerhalb Bayers für das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln zuständig. In ihrer Product Stewardship Policy verpflichtet sich Bayer die Herstellung und den Vertrieb von Pestiziden gemäß dem Internationalen Verhaltenskodex für Pestizidmanagement zu führen. Im Oktober 2015 hat meine Organisation mit weiteren europäischen und asiatischen Partnern bei der Welternährungsorganisation einen Monitoring Bericht eigereicht , der derzeit vom dortigen Expertengremium geprüft wird. Nach den Ergebnissen des Berichts liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass Bayer in Indien sowohl Bestimmungen des Verhaltenskodexes zum Pestizidmanagement als auch die indische Gesetzgebung verletzt.

Der Bericht beruht auf einer Befragung von Bauern und Händlern zur Verwendung von unter Anderem vier Pestiziden die vor Ort von Bayer vertrieben werden: Larvin, Nativo, Confidor und Regent. Zwei dieser Pestizide habe ich heute hier dabei, wenn sie später einen Blick drauf werfen möchten. Die Produkte werden zwischen moderat und hochgefährlich eingestuft. Larvin mit dem Wirkstoff Thiodicarb ist zum Beispiel nicht mehr in der EU zugelassen wegen verschiedener Gesundheitsrisiken unter Anderem für Kleinkinder.

Der Monitoring Bericht zur Welternährungsorganisation hebt im Ergebnis hervor, dass Anzeichen dafür vorliegen, dass die Etikettierung der Pestizide die Bestimmungen des Internationalen Verhaltenskodex verletzt. Zum Beispiel ist die Beschriftung auf der Confidor-Flasche offensichtlich zu klein. Mehrere befragte Bauern konnten den Text daher überhaupt nicht lesen. Auch fehlen beim Kauf der Pestizide regelmäßig die Gebrauchsanleitungen so dass die Bauern keine Möglichkeit haben sich zu informieren. Schließlich lassen die Aussagen der Bauern zu fehlender angemessener Schutzkleidung und unzureichenden Trainings für Anwender und Verkäufer ebenfalls auf eine Verletzung des Kodexes schließen. Ich kann ihnen persönlich versichern, dass EIN Besuch in der Gegend genügt, um diese alltäglichen Gefahren in der Anwendungspraxis zu beobachten. Nachdem ich hier in der Präsentation ihre drei Videos angesehen habe, wollte ich noch darauf hinweisen, dass meine Organisation bei der FAO ebenfalls ein Video eingereicht hat mit Interviews von Bauern. Dort wird ein ganz anderes Bild gezeichnet, als jenes was wir gerade hier gesehen haben.

Ich hätte daher folgende Fragen:
(1) Wußten Mitglieder des Vorstands-und Aufsichtrates bereits vor dem Beschwerdebericht bei der Welternährungsorganisation von den Anwendungsbedingungen in Indien?
(2) Wie und durch welches Vorstandsmitglied oder Gremium erfährt die Bayer AG von unakzeptablen Anwendungsbedingungen für die Konsumenten in anderen Ländern wie beispielsweise Indien?
(3) Welche Maßnahmen wurden getroffen um die möglichen Verletzungen des Internationalen Kodexes und der indischen Gesetzgebung zu beheben und in Zukunft zu vermeiden?
(4) Welches Gremium oder welche Person innerhalb der Bayer AG war für diese Maßnahmen verantwortlich?

Rückstände der Pestizide finden sich im Punjab dann auch laut wissenschaftlichen Studien im Grundwasser, im Boden sowie in Blutproben von Bauern und Bäuerinnen. Schließlich ist die Zunahme von Gesundheitsschäden unter der ländlichen Bevölkerung sowie zunehmende Umweltverschmutzung sowohl in Berichten der Regierung als auch in weiteren Analysen ausführlich dokumentiert. Trotzdem wird in kleinen Städten wie Bathinda und Faridkot von Bayer Vertriebsmanagern eine aggressive Vermarktungspolitik betrieben. Dies steht im Widerspruch zu Art. 5 des Verhaltenskodexes der FAO. Dieser verlangt, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen müssen für die Folgen ihrer Produkte, vor allem wenn staatliche Kontrollen und Regulierung im Gaststaat nicht ausreichend durchgeführt werden. Ist eine sichere Anwendung nicht zu gewährleisten sieht der Kodex vor, dass Unternehmen ihre Produkte in letzter Konsequenz vom Markt nehmen.

Hierzu eine weitere Frage:
1. Wer und auf welcher Grundlage entscheidet die Bayer AG darüber ob ein Produkt von einem ausländischen Markt genommen werden muss, da eine Anwendung nicht ohne Gesundheitsschäden gewährleistet werden kann?
2. Ist dies in Indien jemals erfolgt oder beabsichtigt für die Zukunft?
Dieses für den Bericht untersuchte Produkt, das Fungizid Nativo, wurde in Deutschland hergestellt, nach Indien exportiert und dort noch im Jahr 2015 verkauft. In der EU darf dieses Produkt nur mit der Warnung verkauft werden, dass die aktive Substanz das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen kann. Auf dem Etikett und auch in der Gebrauchsanleitung des indischen Bayer Produkts fehlt dieser Hinweis. Falsch etikettierte Pestizide sind in Indien strafbar nach Sektion 3 des indischen Pflanzenschutzgesetzes. Das ist der Fall, wenn auf Etiketten solche Warnungen fehlen, die notwendig sind um Risiken für Menschen zu vermeiden. Ein Hinweis auf vermutliche Reproduktionstoxizität stellt eine notwendige Warnung dar. Eine diesbezügliche Anzeige bei der zuständigen indischen Behörde ist daher derzeit anhängig.

Aber nicht nur in Indien, sondern auch in Deutschland liegt möglicherweise eine Rechtsverletzung vor. Das Deutsche Pflanzenschutzgesetz verlangt, dass bei der Ausfuhr von Pestiziden Warnhinweise die für den Schutz der menschlichen Gesundheit notwendig sind auf den Behältnissen aufgebracht sind. Fehlten Warnhinweise bei der Ausfuhr könnte dies als Ordnungswidrigkeit nach § 25 i.V.m. §69 zu qualifizieren sein.

In diesem Zusammenhang ergeben sich folgende Fragen:
1. Wie stellt der Vorstand oder ein anderes Gremium oder Angestellter der Bayer AG sicher, dass die Export-Vorschriften des deutschen PflSChG eingehalten werden?
2. Wie viel Nativo wurde im Geschäftsjahr 2015 nach Indien exportiert?
3. Wie wird sichergestellt, dass die erforderlichen Warnhinweise auf den in Indien vermarkteten Produkten aufgebracht sind?
Die Ergebnisse der FAO Beschwerde zeigen, dass Bayers Geschäftstätigkeit in Indien mit klaren Doppelstandards operiert und Konsumenten praktisch ungeschützt sind gegenüber Gefahren, die Bayer in Deutschland niemals zulassen würde.

Ich finde die Gesundheits- und Umweltschäden sollten eigentlich reichen um die oben geschilderte Praxis zu ändern. Da hier aber häufig finanzielle Interessen den Ausschlag für eine Politikänderung geben, noch ein weiteres Argument. Die geschilderten Fakten deuten stark auf potenzielle Gesetzesverletzungen hin. Es ist daher im Interesse der anwesenden Aktionäre zu erfahren wie die Bayer AG mit diesen Hinweisen umzugehen gedenkt, damit sich die geschilderten Umstände nicht in der Sektion rechtliche Risiken und produktbezogene Auseinandersetzungen im nächsten Jahresbericht wieder finden.

Auch hierzu zwei letzte Fragen:
1. Umfasst die Versicherung der Bayer AG Verletzungen des deutschen oder indischen Pflanzenschutzgesetzes durch die Firma wenn hieraus Schadensersatzansprüche oder Geldbußen resultieren?
2. Bis zu welcher Höhe werden solche Schäden gedeckt?
Im Ergebnis widerspreche ich zu Punkt 2 und 3 der Tagesordnung den Vorschlägen des Vorstands und des Aufsichtsrats. Daher fordere ich die anderen Aktionäre auf weder den Vorstand noch den Aufsichtsrat zu entlasten.
Mit Dank

[Essure] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Angelica del Valle, Essure

Guten Morgen.

Ich stelle mich vor: Mein Name ist Angelica del Valle, Repräsentantin der spanischen Assoziation von betroffenen Essurebenutzern.

Auch heisse ich Gemma und Elena.

Heute leihe ich meine Stimme der über 1000 betroffenen spanischen Frauen.
Ich bin auch Angie - 5300 betroffene Frauen in den Vereinigten Staaten, bin Marielle – 1550 Frauen inFrankreich, viele in Irland, Finnland, Schweden, Holland und Österreich und all diese Frauen, die sich noch nicht bewusst sind, dass Essure der Auslöser ihrer Beschwerden ist.
Wir wissen, dass es mehr Betroffene gibt.

Merkwürdigerweise wird das Verhütungsmittel Essure nicht in Deutschland vertrieben.
Gemäss Ihrer Aussage, hat Bayer 750.000 Essure Weltweit verkauft
¿Wieviele Betroffene gibt es?

Da Bayer nicht zugibt, dass das Verhütungsmittel Essure längerfristig schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Frau berwirkt, haben wir diese Daten nicht.

Das Gesundheitsamt wird über diese Auswirkungen nicht informiert, d.h. dass die betroffenen Frauen schutzlos und alleine durch den schmerzvollen Prozess gehen müssen.

80% der Frauen reagieren allergisch dem Nickel gegenüber , das Verhütungsmittel Essure hat eine Nickellegierung, auch hat es Pet Fasern, auf das Frauen, die auf dem Latex oder Poliester allergisch sind, reagieren.

Es werden vor dem einsetzen des Verhütungsmittels Essure keine Allergietests vollzogen und es wird in Frauen eingesetzt die Autoimmune Krankheiten haben. Das Dispositiv migriert zu anderen inneren Organen und kann diese sogar perforieren.

Es führt zu fehlgeburten, da es keine Prüfabläufe gibt um die gute Benutzung des Produktes zu bestimmen.

Die Nebenwirkungen sind:
- Unterleibsbeschwerden
- Monatsblutungsbeschwerden
- Schmerzvoller Geschlechtsverkehr
- Kronische Erschöpfung
- Aufgeblähtes Unterleib
- Unterleibsinfektionen
- Haarausfall usw

Sie verkaufen ein Produkt, das in einem hohen Prozentsatz schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Frauen bewirkt und diese Information wird nicht an den Verbraucher (Endabnehmer) weitergeleitet.
Diese Information zu unterlassen ist ein Verstoss gegen das allgemeine Gesundheitswesen und muss unumgänglich abgewägt werden.

In den Ländern, wo das Verhütungsmittel Essure eingesetzt wird, wird es mittlerweile mittels operation entfernt. Das ist ein chirurgischer Eingriff in dem man die Eileiter und in vielen Fällen auch die Gebärmutter entfernen muss.

Sind Sie sich über den entstehenden Kostenaufwand bewusst?
Wissen Sie, dass die Verantwortung auf den Produktinhaber (Hersteller) fällt?

Sie haben ein Produkt auf den Markt gebracht mit geringen, kontrastarmen und kurzfristigen Ergebnissen, was als definitiver Verhütungsmittel lebenslang im Körper der Frau eingesetzt wird.
Die Nahrung-und Medizin Verwaltung (FDA) hat den Essure als ein Produkt markiert, das mit Vorsicht benutzt werden darf. Wir werden den spanischen sowie den europäischen Behörden abverlangen, diesen Skandal zu untersuchen.

Nun stelle ich dem Vorstand folgende Fragen:

- Wieviele Dispositive haben Sie in Spanien verkauft?
- Wieviele Klagen haben Sie bis jetzt, bezüglich der Nebenwirkungen des Essure erhalten?
- In Sichtweite der Anzahl betroffenen Frauen weltweit, werden Sie dieses Produkt zurückziehen?

[Essure] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Gemma Lopez, Essure

Guten Morgen,

Ich heisse Gemma und mein aktueller Wohnsitz befindet sich in Spanien.
Ich wuchs in Deutschland auf, genau genommen wohnte ich 19 Jahre in Hannover.

Zu dieser Zeit machte ich mir keine Gedanken über einen definitiven Verhütungsmittel.

Doch eines bin ich mir jedoch sicher, wenn ich weiterhin in Deutschland gewohnt hätte, als ich die Entscheidung traf keinen Nachwuchs mehr zu haben, hätte man mir sicher die Eileiter unterbunden und bestimmt nicht den Essure eingesetzt, weil, meine Damen und Herren, HIER IN DEUTSCHLAND WIRD DIESES PRODUKT NICHT VERTRIEBEN UND DAS OBWOHL BAYER EINE DEUTSCHE PHARMAINDUSTRIE IST.

Man hätte mir Jahre von schmerzen vermeiden können.
Unterleibsbeschwerden, Uteruskontraktionen, kronische Erschöpfung, schmerzvoller Geschlechtsverkehr, unerwünschte Schwangerschaften durch die Migration des Dispositivs und perforation der Organe...

Heute bin ich mit meinem Ehemann hier. In den letzten 5 Jahren haben wir unsere Verzweiflung und frustration geteilt. In meinem Fall wegen der täglichen Schmerzen die ich erleiden musste und in seinem Fall, weil er nicht wusste wie er mir helfen konnte zudem er mir die Verantwortung der Empfängnisverhütung überliess.

Vor zwei Jahren fanden wir raus was die Ursache war, bis dahin hatten wir keine Ahnung. Die Ärzte wussten nicht was mir passierte, die Schmerzen waren manchmal unerträglich und unser leben verwandelte sich in ein Alptraum. Anscheinend musste man die Nebenwirkungen des Essure verweigern.
Es sahen mich verschiedene Fachärzte, musste verschiedene invasive Proben ertragen, bis mir endlich ein Frauenarzt mitteilte, dass die Ursache meiner Leiden die Nebenwirkungen des Verhütungsmittels Essure waren.

Mir wurden die Eileiter samt Essure letztes Jahr entfernt.
Mir wurde nicht mitgeteilt, dass ich eventuell, im Falle von Nebenwirkungen gesunde Organe verlieren könnte, da sobald der Essure eingesetzt wird dieser eine zystische Fibrosis in den Eileitern entwickelt.

Letze Woche teilte mir der Frauenarzt mit, dass ich reste des Verhütungsmittels Essure in meiner Gebärmutter habe, dass heisst, dass ich eine zweite operation erleiden muss und eine gesunde Gebärmutter verlieren werde.

Eine neue Operation, mit dem dementsprechenden Krankenhausaufenthalt, Krankschreibung und nachfolgen auf dem Arbeitsplatz.
Das passiert, weil Sie ein Produkt vertreiben, dass nur Einsetzungsanweisungen hat ohne in Erwägung zu ziehen, dass diese eventuell entfernt werden müssen, sodass die Extraktion je nach Chirurg vollzogen wird, da es kein Extraktionsprotokoll existiert.

Was machen nun die Betroffenen??
Wer erstattet meinem Mann, Kinder und mir die verlorenen Jahre, die wir durch die Schmerzen und Operationen verloren haben?

Wir entschlossen uns für dieses Produkt, weil es uns der Frauenarzt empfahl!!

Tausende von Frauen vertrauten Bayer und Essure doch jetzt wird es in allen Ländern wo es vertrieben wird mittels kostvollen Operationen entfernt.

Wer macht sich für die Betroffenen weltweit verantwortlich?

Seien Sie sich eines bewusst, die Betroffenen Frauen in Europa sowie in den Vereinigten Staaten mobilisieren sich damit die Gesundheitsämter in dieser Sachlage eingreifen.
Wir werden die Beseitigung (entziehung) dieses Verhütungsmittels verlangen.
Die FDA hat es schon mit dem obersten Mahnruft etiquettiert. In Spanien haben wir das gleiche in der spanischen medikamenten Agentur (AEMPS) verlangt.
Ihr Produkt zerstört das Leben der Betroffenen und dessen Familien. Wir werden nicht still stehen, bis dieses Produkt aus dem Markt entfernt wird.

Ich habe folgende Fragen:
- Warum wird Essure nicht in Deutschland vertrieben?
- Wieviele Essure haben Sie bis dato verkauft?
- Haben Sie Mitteilungen von den Betroffenen oder Frauenärzten erhalten über die in Spanien entstandenen Nebenwirkungen?
- Wieviele Mitteilungen haben Sie über die Nebenwirkungen aus den Ländern erhalten wo Essure vertrieben wird?

[Duogynon] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Rede Bayer Hauptversammlung 2016
Andre Sommer zu Duogynon

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Andre Sommer und ich spreche zum Thema Duogynon, ein ehemaliger hormoneller Schwangerschaftstest von Schering. Wahrscheinlich kam es dadurch zu zahlreichen Abgängen in der Frühschwangerschaft, viele Kinder starben kurz nach der Geburt oder leben bis heute mit schweren Missbildungen.

Die Inhalte meiner Rede basieren auf internen Unterlagen von Schering. Diese Unterlagen müssen Bayer bekannt sein.

Schon Ende der 60er Jahre bemerkte Schering in Tierversuchen, dass dieses Medikament gefährlich war. So meldeten die eigenen Wissenschaftler ernsthafte Auffälligkeiten bei Tierversuchen. Was sagen Sie zu diesen Ergebnissen? Das muss Sie doch erschrecken.

Ein anerkannter Experte beriet Schering. Er sagte, dass man schon Ende der 60er Jahre Studien an Affen hätte machen sollen, da man da schon die embryonalen Effekte an Kaninchen und Ratten kannte. Es gäbe keinen Zweifel, dass Schering schuldig sei und zu wenig getan hätte, insbesondere nach dem Verdacht des teratogenen Potentials. Die einzige Chance in einem Prozess sei die Kausalitätsfrage, also ob Schering genug Zweifel säen könne! Dies verfolgt Bayer bis heute bzw. heutzutage verlässt sich Bayer auf die Verjährung und gewinnt so leider die Prozesse.

Scherings Strategie war es damals, dass man das Medikament in den verschiedenen Ländern nur vom Markt nahm, wenn die Gesundheitsbehörden in den Ländern Druck machten. So verkaufte Schering das Produkt noch mehr als zehn Jahre nach den beängstigenden Ergebnissen der eigenen Tierversuche weiter.

Auch die deutschen Behörden schauten lange nur zu. Sie wussten, dass die Umsatzzahlen über die Jahre hinweg fast gleich hoch blieben, auch nach Streichung der oralen Version als Schwangerschaftstest. Die Mitarbeiter des BGA bezeichneten sich selbst als Advokaten von Schering.

In einem offiziellen Schreiben des Ministeriums wird über die ursprüngliche dritte Indikation von Duogynon gesprochen. Dies sei die Unterbrechung einer frühen Schwangerschaft, also praktisch ein Abortmittel. Wussten Sie von dieser Indikation?

Ein Mitarbeiter der englischen Gesundheitsbehörde traf sich auf den Bermudas mit Schering. Er entschuldigte sich bei Schering für seine letzte Studie, denn da stellte er einen Zusammenhang mit Missbildungen und der Medikamenteneinnahme fest. Er wolle nun die Gesundheitsbehörde verlassen, da er nun Hunderte von Anfragen zu der Studie und dem Thema hat. Er habe sein gesamtes Material, auf dem seine Untersuchung basierte, vernichtet bzw. unkenntlich gemacht, womit es unmöglich sei, die in die Untersuchung aufgenommen Fälle zurückzuverfolgen. Dies habe er anscheinend gemacht um zu verhindern, dass individuelle Ansprüche mit diesem Material gestützt werden könnten. So stellt man sich unabhängige Behörden vor.

Bayer spricht immer von unabhängigen Wissenschaftlern die keinen Zusammenhang zwischen Duogynon und Missbildungen feststellen konnten. Einer dieser unabhängigen Wissenschaftler sandte seine Studie vor Veröffentlichung bei Schering ein und fragte bei Schering nach Änderungswünschen:
- „Haben Sie wichtige Vorschläge für Textänderungen?“
- „Falls größere, gravierendere Passagen geändert werden müssten, könnte ich evtl. auch das Manuskript vom Verlag zurückerbitten bevor es in Druck geht.“

Dieser Report wurde an fast alle anfragenden Ärzte usw. versandt. Man sandte diesen Bericht, obwohl man wusste wie er zustande kam, auch an das Bundesgesundheitsamt. Sieht so für den Bayerkonzern unabhängige Wissenschaft aus? Ist das die gängige Art?

Es gab zahlreiche Anfragen von Ärzten bzw. Betroffenen an Schering. Viele bekamen diesen Report als Antwort zugesandt. Es war dem Konzern klar, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln konnte, denn es waren zu viele Anfragen. Warum hat Schering so lange nichts gemacht? Löste die Vielzahl von Anfragen keinen Alarm aus? Wie konnte man tatenlos zusehen?

Einem anderen Wissenschaftler bietet man ganz offen an, seine Forschungen zu finanzieren, falls das Ministerium dies nicht mehr tun würde. Auch er schrieb Berichte für Schering. Dazu passt, dass sich vor einigen Jahren ein Mann bei uns gemeldet hatte. Er gab sich als ehemaliger Schering Mitarbeiter aus. Er behauptete damals persönlich im Namen von Schering Mediziner bestochen zu haben. Diese Mediziner hätten dann Tierversuche „geschönigt“ und damals so um die 50.000 DM erhalten. Er würde nur nicht öffentlich aussagen, weil er um seine Betriebsrente fürchtet. Stimmt es, dass Sie den Mann in Berlin nach Berlin nun zitiert haben? Stimmt es, dass Sie wissen wollten ob er in England vorgeladen wird? Ich hoffe er wird vorgeladen.

Auch heute ist der Bayerkonzern ganz eng mit Wissenschaftlern “verbunden”. Die BfARM Studie über Duogynon wurde von einem Forschungsleiter mitverfasst, der zeitgleich Zuwendungen von BayerScheringHealthcare bekam. Das bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Schering England warnte damals die Zentrale in Berlin jahrelang, aber nichts geschah. Die englischen Behörden berichteten Schering von neuen Erkenntnissen. Sie sprachen von einem Missbildungsrisiko von 5:1 nach der Einnahme von hormonellen Schwangerschaftstests. Das löste in England Entsetzen aus.

Vorsichtshalber ließ Schering auch zahlreiche englische Abgeordnete “beurteilen”. Ein Urteil über einen Abgeordneten, der heute noch im engl. Parlament sitzt, lautete:
“ein führender linker Flügelspieler, unnachgiebig, sehr klug, ein gewaltiger Gegner vollkommen unbestechlich…“
Unbestechlich…. Warum dieser Vermerk? Waren die anderen Abgeordneten alle bestechlich? Wollte Schering bestechen?

Die englischen Scheringanwälte damals waren nicht so begeistert von der Sachlage. Sie sagten: „Sollten die internen Dokumente jemals in die Hände von Klägern geraten, wäre dies pures Dynamit“. Die Anwälte waren sich damals schon sicher: „Wir müssen akzeptieren, dass wir fahrlässig gehandelt haben...“
Es wurde z.B. intern auch ernsthaft diskutiert eine 500 Pfund Entschädigung an ein behindertes Opfer in England zu zahlen. Alleine der Tagungsraum damals kostete 300 Pfund pro Tag. Kann man ein solches Verhalten glauben?

Schauen Sie sich die Dokumente im Landesarchiv in Berlin an. Dort lagern mehr als 7.000 Seiten interner Papiere. Alle Journalisten können das Archiv betreten. Bilden Sie sich ihr eigenes Urteil.

Die Scheringleitung wollte im Falle eines Strafverfahrens genauso gut organisiert sein, wie das bei Chemie Grünenthal (dem Conterganhersteller) der Fall war.... Deswegen lautete eine Anweisung: „...von sofort an werden alle Berichte, Notizen und mündlichen Äußerungen zum Fall Duogynon daraufhin zu überprüfen sein, ob sie.... so abgefasst sind, dass sie nicht zu für uns nachteiligen Missdeutungen im Falle eines Strafverfahrens führen können...“
Dazu passt es, dass Schering sich mit Grünenthalvertretern bzw. Grünenthalanwälten traf. Die Angst ging um. Die Angst vor einem zweiten Fall Contergan. Im Vorstand wurde auch der Conterganeinstellungsbeschluss diskutiert. Vereinfacht dargestellt ging es den Herren darum wann Schering hätte handeln müssen? Wann ist die Grenze einer verantwortungsbewussten Handlungsweise erreicht? Reichen da alarmierende Tierversuche im eigenen Haus nicht längst aus? Halten Sie die Grenze nicht für überschritten?

Schering wusste auch längst über die Problematik der Aborte, also des Schwangerschaftsabbruches mit diesem Medikament Bescheid. Dazu hieß es damals nur, dass dies kein neuer Tatbestand sei. Es war also völlig klar. Ein Medikament, dass eine Schwangerschaft beenden kann, wird als Schwangerschaftstest eingesetzt. Unglaublich? Nicht für Schering.

Bis heute ist es mir ein Rätsel, dass das damalige Ermittlungsverfahren eingestellt wurde. Die Taten der Vergangenheit werden Sie nun aber einholen. In England findet der Untersuchungsausschuss statt und dort kommt alles auf den Tisch. Es wird nun auch wieder das Parlament eingeschaltet. Sie werden sich auf viel negative Presse einstellen müssen und zwar schon sehr bald.

Der Name Duogynon wird vielleicht für immer als der „vergessene Fall Contergan“ in Erinnerung bleiben und Bayer bleibt in Erinnerung als der Hersteller, der sich niemals dafür verantwortlich zeigte. Zahlen Sie den Opfern, die Hilfe im täglichen Leben benötigen, unverzüglich eine Entschädigung und entschuldigen Sie sich für die Fehler von Schering. Wann stellen Sie sich endlich Gesprächen und zeigen Charakter?

Ihr Verhalten ist eine Schande für die deutsche Industrie.
Wir fordern den Vorstand und den Aufsichtsrat auf nun endlich auf die Betroffenen zuzugehen und für einen Abschluss des Falles zu sorgen.

Ich danke für die Aufmerksamkeit
Andre Sommer

[Mellifera] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Michael Slaby (Mellifera): bienenschädigende Pestizide

Sehr geehrter Vorstand,
sehr geehrter Aufsichtsrat,
meine sehr geehrten Damen und Herren Aktionäre,

„Wo einst der herrliche Gesang der Vögel erschallte, ist es merkwürdig still geworden. Die gefiederten Sänger sind jäh verstummt. Schönheit, Farbe und der eigene Reiz, die sie unserer Welt verleihen, sind ausgelöscht …“.

Mit diesen Worten beschreibt Rachel Carlson die Wirkung von DDT, das in den 1970er Jahren weltweit geächtet und verboten wurde, weil immer mehr Belege dafür gefunden wurden, dass es sich im Gewebe von Mensch und Tier anreichert und verheerende Schäden für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verursacht. Die von Ihnen produzierten Neonicotinoide sind für Bienen 7.000 mal toxischer als DDT. Sie sammeln sich im Boden und im Grundwasser an, verbleiben dort für viele Jahre und vergiften Bodenlebewesen, Insekten und andere Tiere, die sich von den Insekten ernähren, wie die Singvögel.

Mein Name ist Michael Slaby, ich spreche zu Ihnen im Namen von Mellifera e. V. Unsere Vereinigung setzt sich seit 30 Jahren für die Bienen ein. Unter anderem koordinieren wir das Bündnis zum Schutz der Bienen, das wir 2006 als Zusammenschluss von dreizehn europäischen Imker- und Naturschutzverbänden gegründet haben.

Lieber Herr Dekkers, wie steht Ihr Unternehmen eigentlich zum Vorsorgeprinzip?

Das Vorsorgeprinzip ermöglicht es den staatlichen Behörden, die Möglichkeit schwerer Umweltschäden zu verhindern, auch in Situationen, in denen wissenschaftliche Kenntnisse fehlen oder keine abschließende Risikobewertung möglich ist.

Das Vorsorgeprinzip ist unter anderem auch Bestandteil des UN Global Compacts. Auf Ihrer Webseite rühmen Sie sich, zu den ersten Unterzeichnern des Global Compacts zu gehören. In Grundsatz 7 heißt es, dass sich die unterzeichnenden Firmen verpflichten, eine „vorsorgende Haltung gegenüber Umweltgefährdungen“ einzunehmen.
Lieber Herr Dekkers, wie passt Ihr Umgang mit den Neonicotinoiden zu dieser Selbstverpflichtung?

Erklären Sie uns mal bitte, wie die „vorsorgende Haltung“ Ihres Unternehmens aussieht gegenüber den sich verdichtenden Studien, die vor einer hirnschädigende Wirkung der Neonicotinoide nicht nur bei Insekten, sondern auch bei uns Menschen und insbesondere bei Föten und Säuglingen warnen, welche die Pestizidrückstände über die Plazenta bzw. die Muttermilch aufnehmen?

Wie reagieren Sie darauf, dass die öffentlichen Wasser- und Gesundheitsbehörden immer genauer nachprüfen, wie lange die Rückstände der eingesetzten Pestizide im Boden verbleiben und welche Wechselwirkungen vorhanden sind zwischen den verschiedenen Pestizidrückständen und deren Metaboliten im Boden und im Grundwasser, die teilweise in ihrer Kombination um ein Vielfaches toxischer sind als deren Ausgangsprodukte?

Gehe ich recht in der Annahme, dass Ihre derzeitige „vorbeugende Haltung“ vor allem darin besteht, eine ganze Armada von Wissenschaftlern und Rechtsanwälten zu beschäftigen, die entweder den Studien, die den Neonicotinoiden eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen nahelegen, die Wissenschaftlichkeit absprechen
oder die staatlichen Behörden, die auf der Basis dieser Studien aktiv werden, mit Klagen belegen?

Wenn ich keinen Widerspruch von Ihnen höre, gehe ich davon aus, dass diese Annahme korrekt ist.

Wie erklären Sie Ihr Vorgehen vor dem EuGH? In der Klage gegen die Teilverbote setzen Sie doch letztendlich darauf, dass der EuGH den Gewinneinbußen, die Ihr Unternehmen durch die Teilverbote erlitten hat, einen höheren rechtlichen Stellenwert einräumt als dem Vorsorgeprinzip, das von der EU-Kommission zum Schutz der Bienen angewendet wurde.
Herr Dekkers, damit treten Sie das Vorsorgeprinzip mit Füßen, zu dem sie sich selbst bekannt und verpflichtet haben!

Meine Damen und Herren Aktionäre, warum lassen Sie das zu? Warum zeigen Sie Ihrem Vorstand hier nicht die rote Karte?

Herr Dekkers, warum bringen Sie Imker und Umweltschützer gegen sich auf, statt mit ihnen zusammenzuarbeiten, wie es sich für ein modernes Unternehmen gehört?

Auf Ihrer Webseite heißt es, dass Sie sehr genau prüfen, wie sich Ihre Unternehmenstätigkeit auf die Umwelt auswirkt, dass Sie sich um kontinuierliche Verbesserungen bemühen und dass Sie dafür in einen aktiven, offenen und ehrlichen Dialog mit allen Interessentengruppen treten möchten.

Hier möchte ich Sie, Herr Baumann gerne beim Wort nehmen und einen konkreten Verbesserungsvorschlag unterbreiten: Die Zukunft der Landwirtschaft liegt nicht in den systemischen Pestiziden, die ganz unabhängig vom konkreten Schädlingsbefall wirken und deshalb mehr Umweltbelastungen verursachen als nötig.

Die Zukunft der Landwirtschaft ist ökologisch. Die Menschen in Deutschland möchten kein Gift auf ihren Äckern. Sie möchten kein Gift auf ihren Tellern, sie möchten auch keine akkumulierten Pestizid-Rückstände im Grundwasser, sie möchten keine industrialisierten, lebensfernen Monokulturen.

Sie möchten, dass große Unternehmen wie die Bayer AG sie mit ihren Sorgen, Themen und Anliegen ernst nehmen, und wollen nicht immer mit den gleichen Phrasen abgespeist werden.

Gestern hat das Bundesamt für Naturschutz die neue Naturbewusstseinsstudie veröffentlicht. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fasst die Ergebnisse der Studie so zusammen: "Die Bürgerinnen und Bürger senden uns starke Signale im Bereich der Agrarpolitik. Die Deutschen wünschen sich eine Landwirtschaft, die naturverträglich ist und das Wohl der Tiere respektiert. Es gibt eine große gesellschaftliche Mehrheit für eine Agrarwende.“

93 % der Menschen ist das Wohl der Nutztiere am wichtigsten – und die Biene ist das Drittwichtigste Nutztier. 76 % der befragten sehen den Anbau von genmanipulierten Pflanzen kritisch und zwei Drittel bewerten den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide als stark schädlich.
Im Energiesektor sind die großen Firmen aufgewacht: E.ON zum Beispiel hat erkannt, dass es in Deutschland keinen Markt mehr für Atom- und Kohlkraftwerke gibt und hat deshalb den radikalen Schritt gemacht, seine alte Atom-, Kohle- und Gas-Sparte auszugliedern und sich nur noch auf die erneuerbaren Energien der Zukunft zu konzentrieren.

Lieber Herr Baumann, ich rufe Sie auf: Nehmen Sie die Ergebnisse der Naturbewusstseinsstudie ernst und machen Sie Bayer zum E.ON der Chemiebranche!

Ziehen Sie die Klagen zurück, steigen Sie aus dem Geschäft mit den Neonicotinoiden aus und helfen Sie mit, die Agrarwende in Deutschland voranzubringen.

Wenn Ihnen wirklich an der Zukunftsfähigkeit Ihres Konzerns gelegen ist, dann steigen Sie in den Zukunftsmarkt des biologischen Pflanzenschutzes und der naturnahen Schädlingsbekämpfung ein, die auf Mischkulturen, Fruchtfolgen und robuste Sorten statt auf chemisch-synthetische Pestizide setzt.

Wenn Sie das tun, werden wir Imker die ersten sein, die Ihnen die Hand reichen und Ihnen zu diesem Schritt applaudieren werden.

Meine Damen und Herren Aktionäre, ich spreche zu Ihnen als Vater von 4 kleinen Kindern. Ich wünsche mir, dass meine Kinder und alle Kinder in einer Welt aufwachsen, in der es summt und brummt. Ich möchte nicht, dass sie in einer verarmten Welt aufwachsen müssen, auf der es still geworden ist, weil wir so viele Tiere ausgelöscht haben als Kollateralschäden eines überbordenden Pflanzenschutzes.
Deshalb bitte ich Sie im Namen der Bienen, der Hummeln, des Schmetterlings und der Feldlerche: Prüfen Sie Ihr Gewissen, ob Sie den derzeitigen Kurs Ihres Unternehmens mittragen können, Sie als Aktionäre haben eine Verantwortung vor der Natur und unseren Kindern und Enkeln.

Es ist nie zu spät für einen echten Wandel!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

[GenSoja] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Christoph Then (testbiotech) zu GenSoja von BAYER

In den Ländern in denen gentechnisch veränderte herbizidresistente Soja angebaut wird, haben sich in den letzten Jahren Dutzende von Unkrautarten an das Spritzmittel Glyphosat angepasst und sind jetzt ihrerseits resistent. Insbesondere auf den Äckern Nord- und Südamerikas findet deswegen derzeit ein regelrechtes Wettrüsten statt, Umwelt und Nahrungspflanzen werden mit immer höheren Mengen an Pestiziden belastet. Daran verdient auch die Firma Bayer: Sie hat Sojabohnen entwickelt, die mit mehreren Herbiziden gleichzeitig besprüht werden können. Sie verkauft das patentierte Saatgut und die Spritzmittel im Doppelpack.

Jüngstes Beispiel: Eine Soja, die unter dem Kürzel FG72 in der EU zum Import angemeldet wurde und deren Saatgut in Amerika als Balance Bean verkauft werden soll.

Gespritzt werden soll die Soja mit Glyphosat, bei dem zur Zeit ein Expertenstreit tobt, ob es krebserregend ist, sowie mit Isoxaflutol, das bereits offiziell als wahrscheinlich krebserregend klassifiziert ist. Die Mischung der Rückstände in der Sojaernte wurde nicht auf Gesundheitsrisiken untersucht – trotzdem behauptet Bayer, dass der Verzehr der Bohnen unbedenklich sei.

Sogar die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat jüngst festgestellt, dass die von Bayer vorgelegten Daten nicht ausreichen, um die Sicherheit zu beurteilen. Auch das Europäische Parlament hat sich gegen eine Zulassung der Soja ausgesprochen.

Meine Fragen:
• Wird die Firma Bayer den Antrag auf Zulassung der Gentechnik-Soja FG72 zurückziehen?
• Welche Strategien verfolgt die Firma Bayer, um in Zukunft den Aufwand an Unkrautvernichtungsmitteln beim Anbau von Soja zu reduzieren?

[CO Pipeline] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Dieter Donner: Kohlenmonoxid-Pipeline

Guten Tag an die Damen und Herren des Aufsichtrates und des Vorstandes. Und an Sie, Herr Wenning und Herr Dekkers als Vorsitzende danke für die Einladung!
Auch Ihnen, liebe Aktionäre wünsche ich einen guten Tag.

Mein Name ist Dieter Donner und ich habe nicht nur als Pressekoordinator der Stopp-Bayer-CO-Pipeline-Initiativen sondern auch als Vorstand der BUND-Regionalgruppe Düsseldorf vielfach mit Bayer zu tun.

Für diesen Tag der Aktionäre hat mich wieder eine langjährig treue Aktionärsfamilie gebeten, hier zu Ihnen zu sprechen. Einigen von Ihnen haben wir schon mit unserem Info-Flyer für Aktionäre mit Herz und Verstand einige Informationen geben können.

Seit 2008 darf ich Ihnen hier die Sicht der Anwohner in der nunmehr fast 10-jährigen Auseinandersetzung um die CO-Pipeline aufzeigen. Dabei haben wir uns als Bürgerinitiative immer bemüht, sachlich die Unsäglichkeit dieser CO-Pipeline vorzustellen und die scheinbare „Alternativlosigkeit“ dieses Vorhabens auch aus Sicht der Aktionäre zu hinterfragen. Dabei ging es um die Frage, weshalb hat sich Bayer diesen Mühlstein um den Hals gehängt? Und gibt es nicht bessere Alternativen hinsichtlich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit?

Wenn der Vorstand jetzt sagen möchte: Warum zeigt sich die Stopp-CO-Pipeline-Initiative überhaupt noch auf der Bayer-Aktionärs-versammlung, wo Bayer doch die CO-Pipeline ausgegliedert und COvestro an die Börse gebracht hat?

Aber so einfach ist das Problem und sind wir auch nicht abzuschütteln. COvestro ist keineswegs aus der Bayer-Familie weg und in dem hier vorgestellten Geschäftsbericht für 2015 voll integriert.

Der Geschäftsbericht zeigt nicht nur für die in der AG verbleiben-den Sparten ein gute Lage, auch für COvestro ist ein günstiges Bild gezeichnet.

Dazu können wir sogar in Anspruch nehmen, Auch einen Teil beigetragen zu haben. Denn immerhin haben wir gemeinsam mit den Klägern bisher BMS und jetzt COvestro davon abhalten können, zusätzliche Kosten zu den Herstellungskosten des
Rohstoffes CO in Form von Transportkosten zu produzieren. Das war ja ein für Bayer „überraschendes“ Ergebnis des Gutachtens der Landesregierung, worüber ich schon im letzten Jahr berichtet hatte.

Das Ergebnis von COvestro hat sich günstig entwickelt mit einem besonderen Sprung bei Polycarbonat - auf mehr als das dreifache im EBITDA. Dies ist den stark gefallenen Rohstoffpreisen z.B.auch des in Uerdingen eingesetzten Koks zu verdanken. Der kommt bei der dortigen CO-Produktion vor Ort zum Einsatz. Gerade diese vor Ort-Produktion von giftigen Stoffen war immer unsere Forderung und stellt sich jetzt als auch für Sie günstig heraus!
Da fällt mir doch das bekannte Sprichwort ein:
***Manchmal ist das Pferd doch klüger als der Reiter.***

Über Bayer und COvestro hängt als „Damokles-Schwert“ aber noch immer das Urteil aus dem Jahr 2011, in dem das Projekt als rechtswidrig, noch erheblich nachzuarbeiten beurteilt wurde. Vor allem durch den vom Gericht kassierte Planänderungsbescheid zum Geogrid-Abdeck-Gitter bleibt die fertig verlegte CO-Pipeline über mehr als 60 der 67 Kilometer das, was man normal als „Schwarzbau“ bezeichnet!
Dafür ist keine Betriebsgenehmigung zu erwarten und mit dem Vorlagebeschluss des OVG Münster liegt das Verfahren für weitere Jahre auf Eis.

Wenn man bei Bayer meint, das CO-Giftgas - Problem sei an COvestro weitergereicht. dann irrt man. Klar, bei dem hohen Anteil von BMS/COvestro - mit immerhin 11 von 12 berichteten „Umwelt-und Transportereignissen“- eigentlich Schadensereignisse - möchte man dies im nächsten Jahr lieber nicht mehr im Bayer-Konzern- Bericht sehen.

Dabei ist das CO-Problem einfach zu lösen: „Zurück zum ehernen Grundsatz der Chemie, Giftstoffe nur innerhalb der Werke erzeugen und dort unmittelbar zu verarbeiten.“
Dann erübrigt es sich, Giftgase in der Nähe von Wohngebieten in mehr oder weniger rostigen Röhren zu lagern und zu transportieren.
Wenn COvestro aber nur das „weiter so“ betreibt, ist man bei gleich zwei Projekten, der Pipeline von Dormagen nach Uerdingen und nach Leverkusen durch den Düker in der Falle! Das gilt auch für
die Currenta-Leitstellen. Denn bei einem Leck in einer Pipeline lassen die „hochgelobten, modernsten“ Lecküberwachungssysteme eine riesige und tödliche Lücke zu.

Bei dem Giftgas CO, das schon mit der Menge eines Weinglases -
das sind 100 Milliliter - eingeatmet einen erwachsenen Menschen ohnmächtig und bewegungsunfähig werden und letzlich sterben läßt, da ist es unverantwortlich, auf Warnsysteme zu setzen, die erst bei der tausendfachen Menge, 100 Liter pro Stunde und dann überhaupt erst nach 24 bis 48 Stunden anschlagen.
Kürzere Alarmzeit sind im technisch günstigsten Fall erst ab einer Menge von 60 cbm je Stunde möglich. Das entspricht 60.000 Liter also 6 Millionenfach stündlich die tödliche Dosis!
Kommt es also nur zu einer mittleren Leckage würde COvestro und natürlich auch Bayer für den Tod von hunderten oder tausenden von Anwohnern, Frauen und Kindern, Alten und Jungen verantwortlich gemacht.

Wenn jetzt von Ihnen wieder die Arie von der „sichersten Leitung“ kommt, dann empfehlen wir Ihnen, den jungen Künstlern der Musikschule Monheim zuzuhören. Die haben in „Rheinheim-Das Katastrophen-musical“ viele dieser Stereotypen musikalisch, künstlerisch gekonnt kolportiert.
Und auch die Häufung der Chemieunfälle im Sommer 2015 - in Gladbeck, Hamburg und im Chempark Uerdingen - sollte zu denken geben. Das erinnert fatal an die Serie aus dem Jahr 2008 und wieder war auch Bayer beteiligt.

Und wenn Sie, Herr Dekkers von den Anwohnern immer wieder und auch 2015 noch „mehr Mut zum Risiko“ gefordert haben,
möchte ich Ihnen mit Eugen Roths Versen antworten:

So mancher hat sich wohl die Welt
Bedeutend besser vorgestellt -
Getrost ! Gewiß hat sich auch oft
Die Welt viel mehr von ihm erhofft!

Folgt irgendwann das Bundesverfassungsgericht der Auffassung des OVG, dann könnte es noch schlimmer kommen: Dann muss sich COvestro und wohl auch Bayer wegen drohender Nachhaftung auf weitere Zig-Millionen Kosten zum Rückbau der Pipeline und zur Wiederherstellung der dann zu Unrecht in Anspruch genommenen Flächen einstellen. Auf wesentliche Entschädigungen brauchen Sie nicht zu hoffen, da Bayer auf eigenes Risiko gebaut hat. Ein Hinweis könnte der Streitwert des Verfahrens mit 50.000 Euro sein!

Für eine vergoldete Rolex würde das aber wohl noch reichen!
Wo und ob diese Risiken und auch die Milliarden-Lücke aus dem Börsengang sich in den Zahlen 2015 verstecken, sollten Sie eigentlich den Aktionären erläutern können!
Aber ob Sie das wirklich transparent tun, ist sehr fraglich?
(Die Einlage der Mutter Bayer an die COvestro von nur 140 Millionen sieht da doch sehr gering aus. Da ist Bayer - also eigentlich Sie als Aktionäre - bei der Kapitalerhöhung durch mit 1,7 Mrd und der Sacheinbringung mit ebenfalls 1,7 Mrd schon deutlich höher eingestiegen. Die Ausgabe neuer Aktien vor allem an Finanzinvestoren kam ldiglich auf 1,4 Mrd. Insgesamt hat sich der Vorstand gegenüber eigenen, früheren Planungen um mindestens 1 Mrd verschätzt. Die Zurückhaltung der langjährigen, treuen Bayer-Aktionäre gegenüber diesem Konstrukt ist da nur zu verständlich.)

Wir haben als Initiative mit Ihnen, Herr Deekers bald schon den zweiten Bayer-Chef „geschafft“. Von Ihnen ist die Hoffnung auf Information und Transparenz in Antworten des Vorstands leider bisher enttäuscht worden. Wir sind gespannt, ob es diesmal anders wird?
Aber zumindest für Sie Herr Baumann möchten wir wünschen, dass es Ihnen nicht genau so geht wie dem Mensch im folgenden Gedicht von Eugen Roth:

Ein Mensch geht leider ganz allein,
Und kauft sich neues Schuhwerk ein.
Er tritt zu seinem spätern Schaden
Gleich in den nächsten besten Laden,
Wo ihm ein milder Überreder
Die Machart anpreist und das Leder.
Und schwörend, dass der Schuh ihm passe,
schleppt er sofort ihn zu der Kasse.
Leicht ist es, Stiefel sich zu kaufen,
Doch schwer, darin herumzulaufen.

Aber Sie, Herr Baumann kennen ja zumindest diesen Laden!
Nur die richtigen Schuh zum, Laufen sollten sie noch finden.
Ihnen Herr Dekkers noch ein „Tot Ziens“ und vielleicht sieht man sich ja nochmal, wenn Sie irgendwann zu Bayer als Aufsichtsrat zurückkehren. Ob Bayer dann als möglicherweise „Nur - Pharmaunternehmen auch Übernahmekandidat eines noch größeren Akteurs“ wird, das kann heute wohl keiner sagen.
Eins ist viel wahrscheinlicher: Dass das CO-Pipeline-Problem immer noch an dem Bayer/COvestro Image haftet!

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit. Bleiben Sie kritisch bei Ihrer späteren Stimmabgabe, wenn Sie keine weiteren Image- und Geldschäden mehr wünschen. Und wenn Ihnen der Vortrag gefallen hat, dann ist vielleicht ein zarter Beifall angebracht.

[CBG/Pehrke] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Jan Pehrke (CBG): Arbeitsbedingungen bei BAYER

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Name ist Jan Pehrke. Ich bin Journalist, gehöre dem Vorstand der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN an und möchte heute zur Lage der Beschäftigten bei BAYER sprechen.

In dem vorliegenden Geschäftsbericht widmet BAYER auch der Belegschaft ein Kapitel. Es heißt darin, ich zitiere:

„Der wirtschaftliche Erfolg von BAYER beruht ganz wesentlich auf dem Wissen, Können, Engagement und der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter.“

Von einer Zufriedenheit der Mitarbeiter kann aber nicht die Rede sein. Am Standort Grenzach etwa, wo BAYER 220 der 670 Arbeitsplätze vernichtet, fasste der Betriebsratsvorsitzende die Reaktion der Belegschaft so zusammen:

„Die Kollegen sind spürbar entsetzt, fassungslos und enttäuscht.“

Die Beschäftigten hatten viele Zugeständnisse gemacht, als BAYER den Betrieb im Jahr 2004 von ROCHE übernommen hatte. Beispielsweise nahmen sie Abstriche bei den Betriebsrenten-Ansprüchen hin. Und jetzt stellt sich heraus: Das war alles umsonst. In diesem Zusammenhang macht die Belegschaft auch dem Führungspersonal große Vorwürfe. Sie wirft den Managern vor, sich nach und nach aus dem Staub gemacht zu haben und die Arbeiter und Angestellten mit ihren Sorgen und Nöten allein gelassen zu haben.

Über die genauen Modalitäten des Arbeitsplatz-Abbaus laufen derzeit Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Firmenleitung. Im Vorfeld der Gespräche hatte der Betriebsrat angekündigt, eine Standortsicherungsvereinbarung einzufordern. Dazu jetzt meine erste Frage:

Ist BAYER bereit, für Grenzach eine Standortsicherungsvereinbarung abzuschließen?

BAYER hat sich immer einiges auf solche Standortsicherungsvereinbarungen zugute gehalten. Da stellt sich mir die Frage, warum es in Grenzach nicht längst eine solche Vereinigung gibt. Und Grenzach ist kein Einzelfall: Für BAYER VITAL, BAYER Bitterfeld und unzählige andere deutsche Gesellschaften existiert ein solcher Vertrag ebenfalls nicht. Auch ist für diese Beschäftigten der Gesamtbetriebsrat nicht zuständig. Man kann also von einer 2-Klassen-Gesellschaft bei den BAYER-Beschäftigten sprechen. Dazu jetzt zwei weitere Fragen:

1. Kann der Vorstand mir alle deutschen Gesellschaften nennen, für die es keine Standortsicherungsvereinbarung gibt und mir die Gründe dafür nennen?

2. Für wie viele der rund 37.000 Beschäftigten an den deutschen Standorten ist der Gesamtbetriebsrat nicht zuständig?

Kommen schon nicht alle deutschen Beschäftigten in den Genuss der Standortsicherungsvereinbarung, so gehen diejenigen an den Standorten außerhalb Deutschlands ganz leer aus. Und das hat Konsequenzen. Zuletzt wurde das während der Trennung von BAYER MATERIAL SCIENCE deutlich. Da konnten sich die deutschen BMS-Beschäftigten auf die „Gesamtbetriebsvereinbarung zu Beschäftigungssicherung“ stützen, die für sie eine eine Arbeitsplatz-Garantie bis zum Jahr 2020 umfasste – also auch noch für die COVESTRO-Zeit galt. Für die BMS-Beschäftigten außerhalb Deutschlands gab es eine solche Gesamtbetriebsvereinbarung hingegen nicht. Diese Belegschaftsangehörigen sahen sich deshalb einer ungewissen Zukunft ausgesetzt. Die Beschäftigten von BAYER Antwerpen wollten sich das aber nicht bieten lassen, sie kämpften lange für eine Gleichbehandlung – und hatten schließlich auch Erfolg. Die Beschäftigten in den anderen europäischen oder außereuropäischen Ländern, die diesen Kampf nicht aufgenommen haben, müssen auf eine Arbeitsplatz-Garantie verzichten. Hieran anschließend möchte ich fragen:

Warum hat BAYER als global operierendes Unternehmen hier keine globale Lösung für alle ehemaligen Beschäftigten von BAYER MATERIAL SCIENCE gefunden?

Auch bei der Bezahlung gibt es große Differenzen. BAYER nimmt nicht nur wie selbstverständlich alle Vorteile wahr, die Billiglohnländer bieten, der Konzern macht auch innerhalb Europas feine Unterschiede. In Deutschland einigte er sich an der Seite der anderen Chemie-Arbeitgeber in den Verhandlungen mit der IG BERGBAU, CHEMIE, ENERGIE auf eine Entgelt-Erhöhung von 2,8 Prozent.

In Frankreich hingegen gibt keine solchen Verhandlungen für den gesamten Chemie-Bereich. Dort verhandeln die Gewerkschaften mit den einzelnen Unternehmen. Bei BAYER CROPSCIENCE sprang dabei nur ein Prozent mehr Lohn heraus. Zur Rechtfertigung führte BAYER an, eine größere Anhebung würde die Wettbewerbsfähigkeit einschränken und überdies zu wenig Geld für Investitionen in dem Land übrig lassen. Und überdies verwies er auch noch unverschämter Weise darauf, dass die Beschäftigten mit ein Prozent mehr angesichts einer Inflationsrate von 0,1 Prozent doch gut bedient seien.

Hierzu jetzt zwei Fragen:

1. Warum gefährdet eine Lohn-Steigerung, die über ein Prozent hinaus geht, in Frankreich die Wettbewerbsfähigkeit, in Deutschland aber nicht?

2. Wie legitimiert BAYER diese Ungleichbehandlung?

Den größten Unterschied, was sie Lage der Beschäftigen angeht, betrifft allerdings die Frage der Tarifverträge. Nur für etwas mehr als die Hälfte aller Belegschaftsmitglieder weltweit hat BAYER mit Gewerkschaften Tarifvereinbarungen abgeschlossen. Besonders düster sieht es in den USA aus. Dort gelten laut Geschäftsbericht nur für fünf Prozent der Beschäftigen Tarifverträge oder ähnliche Bestimmungen – Tendenz fallend. Im Jahr 2010 hatten noch 14 Prozent der US-amerikanischen BAYER-Beschäftigten Tarifverträge. Hierzu eine Frage:

Wie erklärt sich der Konzern diesen Rückgang?

BAYER hat 2009 in seinem Nachhaltigkeitsbericht erklärt, dass – ich zitiere –

die „Beschäftigten an allen Unternehmensstandorten die Möglichkeit haben, Arbeitnehmer-Vertretungen zu bilden“.

Da fragt man sich, warum sie sich dann freiwillig dieser Möglichkeit berauben sollten, obwohl es ihnen nur Nachteile bringt? Und das tun sie dann tatsächlich auch nicht, BAYER hilft stattdessen tatkräftig nach. Wenn in einem Betrieb die Gründung einer Gewerkschaftsgruppe ansteht, versucht der Konzern das mit allen Mitteln zu hintertreiben. Er trommelt die Belegschaft zusammen und warnt sie, eine solche Gründung gefährde das Werk und damit auch ihre Jobs. Am Standort Emeryville hat der Konzern Gewerkschaftler vor der Belegschaft sogar als Schmarotzer diffamiert, die es nur auf die Mitgliedsbeiträge der Beschäftigten abgesehen hätten. Auch müssen Gewerkschaftler bei Entlassungen immer als erste dran glauben wie etwa 2010 am Standort Berkeley. Zudem hat BAYER immer wieder bevorzugt Werke dichtgemacht, in denen Gewerkschaftler besonders aktiv waren. Hierzu jetzt meine abschließenden Fragen:

1. Wird BAYER diese Praxis beibehalten oder sich künftig an die eigenen Grundsätze halten?

und schließlich allgemeiner:

2. Wird der BAYER-Konzern die Praxis der Ungleichbehandlung der Belegschaft beibehalten und daraus weiter seine Vorteile ziehen oder wird er ihnen künftig überall – in Deutschland, Europa, Amerika und Asien – die gleichen Rechte einräumen?

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

[BUND] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Corinna Hölzel, BUND

Sehr geehrte Aktionäre, sehr geehrter Bayer-Vorstand,

mein Name ist Corinna Hölzel, ich arbeite beim BUND und bin seit 10 Jahren Hobbyimkerin.

während ich hier stehe und zu Ihnen spreche, finden gleichzeitig auch in den USA, in Canada und in Großbritannien Proteste vor Bayer-Niederlassungen statt. Aktivistinnen und Aktivisten unserer Partnerorganisation Friends of the Earth demonstrieren vor dem Bayer Gebäude in Wahington DC, vor einer kanadischen Niederlassung in Montreal und vor dem britischen Bayer-Firmensitz in Newbury gegen bienengefährliche Pestizide.

Das hat einen guten Grund: Bayer stellt sogenannte Neonikotinoide her, die z.B. im Raps- und Obstanbau aber auch im Hobbygarten gegen Schädlinge eingesetzt werden. Neonikotinoide sind hochwirksame Nervengifte, die nicht nur Planzenschädlinge, sondern auch nützliche Insekten wie Honigbienen, Wildbienen und sogar Vögel und Säugetiere schädigen und töten. Bayer beruft sich zwar immer wieder auf die behördliche Eingruppierung mit dem Prädikat „nicht bienengefährlich“. Doch diese Einstufung ist längst nicht mehr zeitgemäß. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben eine Gefährdung von bestäubenden Insekten durch Neonikotinoide bewiesen. Die Gifte stören das Orientierungsvermögen und das Gedächtnis von Bienen. Und sie schwächen deren Immunsystem. Dadurch werden Honigbienen anfällig für Krankheiten und die gefürchtete Varroamilbe.

Eine Studie hat erst kürzlich gezeigt: In NRW ist in den letzten 15 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um 80 Prozent geschrumpft. Die Neonikotinoide haben einen großen Anteil an diesem dramatischen Verlust.

Meine Frage: Wie reagiert Bayer auf Artenschwund und Rückgang von Insektenpopulationen, die als Kollateralschäden der Bayer-Produkte zu bewerten sind?

Wegen ihrer Gefährlichkeit hat die EU 3 Neonikotionoide teilweise schon verboten. Bayer will dies mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof wieder rückgängig machen. Ein weiteres Neonikotinoid ist Thiacloprid, auch von Bayer. Auch hier hat Bayer in den letzten Monaten intensive Lobbyarbeit betrieben, um Thiacloprid weiter in großen Mengen absetzen zu können. Leider geht das nicht nur auf Kosten der Bienen und der Umwelt, sondern es gefährdet auch die Gesundheit der Menschen. Bayer hat sich dafür stark gemacht, dass der Grenzwert – also die maximale Menge an Gift, die ein Lebensmittel noch enthalten darf - für Thiacloprid in Bienenhonig wieder angehoben wird. Das Argument dafür war: Thiacloprid ist ein wichtiger Baustein für die Schädlingsbekämpfung in vielen Anbaukulturen. Im Klartext heißt das: Thiacloprid wird viel und oft eingesetzt, also muss der Grenzwert dementsprechend angehoben werden.

Die EU-Kommission hat das Mitte April dann auch beschlossen. Bienenhonig darf dank Bayer 0,2 Milligramm Thiacloprid pro Kilogramm Honig enthalten. Das ist unverantwortlich! Wir alle wissen, dass besonders Kinder Honig lieben. Der höhere Grenzwert führt jetzt dazu, dass ein Kind bereits durch den Honigverzehr ein Drittel der akzeptablen Tagesdosis an Thiacloprid aufnimmt. Und nicht nur Honig ist Thiacloprid-verseucht. Auch Obst - was ebenfalls gern von Kindern gegessen wird - enthält Rückstände dieses Giftes. Thiacloprid kann vermutlich Krebs erregen und die Fortpflanzung schädigen. Honig ist ein Naturprodukt und sollte frei von allen Rückständen sein. Stattdessen sind ca. ein Drittel aller Honige mit Thiacloprid belastet.

Ich frage Sie: Ist Bayer tatsächlich der Meinung, dass sich ein Grenzwert für Lebensmittel am Absatz eines Pestizids und nicht an der Gefahr für die menschliche Gesundheit orientieren soll?
Findet es Bayer verantwortlich, angesichts der Tatsache, dass ein Kind durch Honig bereits ein Drittel der akzeptablen Tagesdosis aufnimmt, zu behaupten, dass dieser Honig „bedenkenlos verkauft werden kann“ und „keine Gefahr von Thiacloprid-Rückständen in Honig ausgeht“?

Und ganz offenbar ist Thiacloprid doch nicht so ungefährlich, wie Bayer gern behauptet.

Die Europäische Chemikalienagentur hat den Stoff im Frühjahr 2015 neu bewertet und als wahrscheinlich krebserregend (Kat. 2) sowie fruchtbarkeitsschädlich (Kat. 1B) eingestuft. Bayer musste darauf reagieren und ließ – angeblich aus strategischen Gründen - im August 2015 8 von 19 Thiaclopridhaltigen Produkte für den Hobbygarten widerrufen. Der Handel durfte noch bis Februar dieses Jahres die Produkte aus der Reihe Calypso, Lizetan und Etisso abverkaufen. Allerdings sind auch heute noch die nicht mehr zugelassenen Produkte im Handel. Auf mehreren Plattformen im Internet sind die widerrufenen Mittel weiterhin problemlos zu bestellen.

Der Verkauf an Hobbygärtner ist besonders kritisch, da man bei den Verbrauchern kein Fachwissen über die Gefährlichkeit und die Anwendung voraussetzen kann und unsachgemäße Anwendung oft vorkommen kann. Kinder können leicht mit den Mitteln in Kontakt kommen. Außerdem ist der Einsatz im Privatgarten nicht notwendig, da Schädlinge auch umweltfreundlich verdrängt werden können.

Ich frage Sie: Wann wird Bayer alle Thiaclopridhaltigen Produkte für den Hobbygarten widerrufen lassen?
Was unternimmt Bayer, um den Verkauf der nicht mehr zugelassenen Produkte zu stoppen?
Wann wird Bayer aus der Produktion der bienengefährlichen und gesundheitsschädlichen Neonikotinoide endgültig aussteigen?

Der BUND fordert Bayer auf, seine Klage gegen das Teilverbot von Neonikotinoiden fallen zu lassen und die Produktion dieser Mittel zu beenden. Nur so können wir das Bienensterben stoppen, Artenvielfalt erhalten und Honig wieder ein Naturprodukt sein lassen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

[Yasmin] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Stephan Schickentanz, Antibaby-Pillen

Meine sehr verehrten Damen und Herren. Mein Name ist Schickentanz.

Ich sehe mich heute zum wiederholten Male gezwungen, mich mit unseren Antibabypillen zu beschäftigen.

Zunächst ein paar Worte an die hier anwesenden geschädigten Damen. Sie leiden ja in der Regel an Embolien und Thrombosen. Ich weiß, dass diese Krankheiten, alles andere als ein Zuckerschlecken sind und das ganze ist ja auch mit sehr viel Schmerzen verbunden. Sie verdienen unser aller Mitgefühl.

Was ist Sache bei der Antibabypille? Es gibt neuere und ältere Pillen. Sie verhüten alle gleich gut. Ungewollte Schwangerschaften gibt es so gut wie überhaupt nicht.
Aber bei den neueren Pillen ist das Thrombose und Embolierisiko weit größer.

Welche Auswirkungen hat das für und Aktionäre? Finanziell keine guten. Denn Bayer mußte in den vergangen Jahren mehr Entschädigungen an die Frauen zahlen, als in diesem Jahr überhaupt Dividende gezahlt wird. Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe. Ja , wie viel menschliches Leid, muß damit bei den Frauen verbunden sein, wenn Milliardenbeträge an Entschädigungen gezahlt wurden.

Aber der Vorstand sagt, daß sind alles nur Einzelfälle. Entschuldigung, Milliardenbeträge für Einzelfälle?? Wie viel Geld hat den eine geschädigte Frau denn bekommen? 20 Millionen oder 50 Millionen Euro??? Nein, liebe Aktionäre keine Frau hat 20 Millionen Euro bekommen, sondern nur einen minimalen Bruchteil davon. Aber die Anzahl der geschädigten Frauen ist weit höher, von Einzelfälle kann man hier nicht mehr sprechen.

Aber was noch viel schlimmer ist, Bayer verkauft diese Todespillen weiter an eine unbestimmte Anzahl von Frauen. Also an unsere Partnerinnen, unsere Töchter und Schwiegertöchter. Unsere Enkelinnen und die Freundinnen unserer Enkel . Ich könnte es auch kurz zusammenfassen meine Damen und Herren. Das sind unsere Frauen!!!!!!!!!!!!! Das kann hier doch niemanden im Saal kalt lassen.

Im letzten Jahr stand hier eine Frau vor der Halle. Sie trug ein Plakat mit dem Bild ihrer Tochter. Darunter stand Lena verstorben mit 15 an einer Lungenembolie. Sie war unser Kind.
Herr Dekkers, weil das Sie wahrscheinlich kalt lässt, wie ich Sie so kenne, muß ich Ganze auf Ihre Familie beziehen.
Sie haben drei Töchter, nennen wir die Damen einmal Tochter 1 2 und 3. Mal angenommen alle drei sind mit einem jungen Mann eng befreundet.
Nennen wir die Herren einmal Schwiegersohn 1 2 und 3. Verhütet wird natürlich in allen drei Beziehungen mit Antibabypillen aus dem Hause Papa.

Herr Dekkers und jetzt stellen Sie sich einmal vor, Tochter 1 verstirbt an einer Lungenembolie. Ihre Familie stellt Sie anschließend zur Rede und Sie sagen dann :
Meine beiden Töchter. Eure Schwester ist zwar kürzlich an einer Lungenembolie verstorben. Aber nehmt Eure Pille ruhig weiter. Sie hat zwar ein hohes Embolierisiko, aber sie hat ein positives Nutzen Risiko Profil.
Ich glaube, wenn Sie das sagen würden, Ihre Familie würde sie anschließend zum Teufel jagen.
Aber uns Aktionären und den geschädigten Damen muten Sie so einen menschenverachtenden Mist zu.

Und nun Zu Ihren Nutzen Risiko Profil.
Sie sagen eine Pille hat ein positives Nutzen Risiko ,wenn von 10.000 Damen 9.990 mit der Pille zufrieden sind und 10 Frauen schwer erkranken.
Und das obwohl es Pillen gibt, wo das Verhältnis weit besser ist. Beziehen wir das doch einmal auf den Straßenverkehr. Stellen Sie sich vor ein Taxifahrer sagt Ihnen bei 10.000 Fahrten mache ich 10 Unfälle. Würden Sie bei so jemanden einsteigen, wenn nebenan der Taxikollege steht, der nur 3 Unfälle bei 10.000 Fahrten macht????????

Hinzu kommt auch noch , daß Sie die neuen Pillen als Lifestyle Produkt ( für Gewichtsabnahme und für eine schönere Haut) vermarkten. Teilweisewerden die Pillen auch von Damen genommen , die überhaupt keinen männlichen Partner haben.
Entschuldigung ein Mittel zur Gewichtsabnahme mit erhöhten Embolie und Thromboserisiko. Das soll ja wohl ein Witz sein. Esgibt doch Slimfast.Dort gibt es kein erhöhtes Thrombose und Embolierisiko.

Meine Damen und Herren,

wir haben hier auch im Saal die CO Pipeline Gegner, die sich zu Recht gegen die Pipline wehren. Aber zwischen beiden Sachen gibt es einen großen Unterschied. Bei der CO Pipline kann es zu einem großen Unglück kommen und dann sind ganze Landstriche entvölkert. Es kann aber auch sein, daß alles gut geht und niemand kommt zu Schaden. Nur bei der Antibabypille, die millionenfach verkauft wird, können wir uns sicher sein, daß mehere Frauen sie nicht vertragen und mindestens eine Frau ihr Leben einbüßen wird.

[Yasmin] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Risiko Pille - Rede Bayer HV 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Christin Berndt und ich spreche für die „Risiko Pille - Initiative Thrombose Geschädigter„.

Luisa wurde nur 17 Jahre alt. Sie starb nach dreistündigen Wiederbelebungsmaßnahmen an einer Lungenembolie.
Tina brach auf dem Bürgersteig zusammen, wurde vergeblich eine ¾ Std reanimiert und starb mit nur 22 Jahren an einer Lungenembolie.
Dorothea hatte starke Rückenschmerzen und wollte zum Arzt. Diesen Termin hat sie nicht mehr wahrnehmen können und verstarb mit nur 23 Jahren an einer massiven Embolie.

Lena erlitt nach nur dreimonatiger Einnahme der Pille eine Embolie und verstarb mit nur 15 Jahren.

Christina brach in den Armen ihrer Mutter zusammen. Ihr Zustand verschlechterte sich zunehmend, trotz intensiv-medizinischer Betreuung. Ihr Hirntod wurde neun Tage vor Ihrem 24. Geburtstag aufgrund einer Lungenembolie festgestellt.
Sophias Kindern wurde die Mutter genommen, ihrem Mann die Frau. Sie verstarb mit nur 34 Jahren wegen der Pille Diane 35 an einer Lungenembolie.
Christine nahm die Pille Aida und wurde nur 22 Jahre alt.
Nina nahm die Pille Petibelle und wurde nur 23 Jahre alt. Sie brach auf dem Weg zum Arzt zusammen und verstarb nach sechsstündigen Wiederbelebungsmaßnahmen im Krankenhaus an einer Lungenembolie

Wir möchten uns heute mit Ihnen an sie erinnern.

Denn diese acht Frauen, ihre Partner, Eltern und Angehörigen haben den Produkten von Bayer und ihrem Tochterunternehmen Jenapharm vertraut. Diese acht Frauen haben eine Ihrer Antibabypillen mit erhöhter Thrombosegefahr genommen und mit ihrem Leben bezahlt.

Diese acht Frauen, Herr Dr. Dekkers, sind Teil Ihrer Bilanz und Ihrer zukünftigen Bilanz Herr Baumann.

Es sind die Frauen, deren Namen Sie nun kennen und sie stehen stellvertretend für die hunderten von toten und zehntausenden von geschädigten Frauen weltweit, die nach der Einnahme Ihrer Produkte schwere gesundheitliche Schäden erlitten haben oder verstorben sind. Und bei allen diesen Frauen ist es immer dieselbe Geschichte:

Sie wollten sicher verhüten und bekommen von ihrem Gynäkologen eine Ihrer Antibaby-Pillen wie die Yasmin, die Yasminelle oder die Aida verschrieben, die ihnen als „besonders verträglich“ angepriesen wird und von Bayer mit Versprechungen wie „Gewichtsabnahme“ und „wirkt gegen Akne“ beworben werden.

Über das deutlich höhere Risikopotenzial dieser Pillen wurden die Anwenderinnen 14 Jahre lang nicht eindeutig im Beipackzettel informiert, geschweige denn von ihrem Arzt. Und so nehmen Millionen von Frauen Ihre Pillen, bis einige von Ihnen eines Tages einfach umkippen oder Rückenschmerzen bekommen oder andere Symptome einer Thrombose oder Embolie, die – obwohl sie einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen – erst viel zu spät erkannt werden.
Warum ist das so? Weil BAYER und seine Tochterfirma Jenapharm jahrelang das höhere Thromboserisiko seiner Antibabypillen verheimlicht hat.

Bayer hat Anwenderinnen und Mediziner nicht darüber aufgeklärt und geht sogar noch weiter, Sie leugnen das höhere Risiko trotz aller wissenschaftlichen Beweise weiterhin. Sie sind das herstellende Pharmaunternehmen, Sie sind daher für Ihre Produkte und deren Sicherheit verantwortlich! Und damit auch seit dem Jahr 2000 verantwortlich für eine doppelt so hohe Anzahl an toten und geschädigten Frauen, die nur sicher verhüten wollen.

Laut Recherchen der ARD-Dokumentation „die story„ wusste Bayer allerdings schon lange vom erhöhten Thromboserisiko, hat es aber nicht für nötig befunden, dahingehend den Beipackzettel zu ändern. Das hat Bayer erst auf Druck des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte im Jahr 2014 gemacht.
Sieht so Ihre Definition von Verantwortung und „science for a better life“ aus?

Wir, die „Risiko Pille - Initiative Thrombose-Geschädigter", vertreten die geschädigten Frauen und die Hinterbliebenen aus Deutschland. Sie kennen uns, denn leider ist es unsere Pflicht, Sie jedes Jahr aufs Neue an die Ihre zu erinnern, Herr Dekkers. Ihre Pflicht lautet:

Nehmen sie diese Pillen endlich vom Markt!
Alle Fakten sprechen dafür:

- Es gibt 17.500 geschädigte Frauen in den USA, an die Bayer bis Februar 2016 alleine für Vergleiche über 2 Milliarden US-Dollar zahlte. 2300 Klagen sind in den USA immer noch anhängig.

- In Kanada gibt es 13 Klagen, in Israel zwei. In Europa klagen betroffene Frauen in Frankreich, Österreich, Italien, in der Schweiz und in Deutschland.

- In Frankreich werden die Kosten von Pillen der 3. und 4. Generation inzwischen nicht mehr von der Krankenkasse übernommen. In Großbritannien, den Benelux-Ländern, Dänemark und Norwegen warnen die Gesundheitsbehörden vor den erhöhten Risiken.

- In Deutschland empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für Erstanwenderinnen und Anwenderinnen unter 30 Jahren Anitbabypillen mit niedrigerem Risiko, und NICHT eine Ihrer Pillen der 3. und 4. Generation, die ein erhöhtes Risiko bergen.

- Die Techniker Krankenkasse veröffentlichte im Oktober 2015 einen Pillenreport, in dem sie von der Einnahme der Antibaby-Pillen der 3. und 4. Generation abrät.

Sie können die Gefährlichkeit ihrer Produkte doch nicht ernsthaft weiterhin leugnen!
Zeigen sie doch mal Courage und gestehen Sie sich und Ihren Aktionären endlich ein, dass Bayer einen großen Fehler begangen hat.

Wir sind dieses Jahr zum siebten Mal auf der Hauptversammlung, stehen zum siebten Mal hintereinander an diesem Podest und auch dieses Mal werden Sie nicht drumrum kommen, uns Rede und Antwort zu stehen:

1. Wie viele Todesfälle aufgrund der Einnahme einer Antibabypille mit höherem Thromboserisiko sind Ihnen bisher weltweit bekannt?

2. Wie viele Klagen sind Ihnen weltweit bekannt? Wie viele wurden schon verhandelt?

3. Im Jahr 2010 haben Sie noch auf der Hauptversammlung behauptet, dass das Risiko für drospirenonhaltige Pillen genauso hoch sei, wie bei levonorgestrelhaltigen Pillen der zweiten Generation. 2014 musste Bayer den Beipackzettel der Pillen der Yasmin-Familie ändern und auf das höhere Thromboserisiko hinweisen.
Behaupten Sie also allen Ernstes immer noch, dass Ihre eigen initiierten und finanzierten Studien das richtige Ergebnis vorweisen? Sollten Sie in den Antworten auf unsere Fragen tatsächlich immer noch diese Studien nennen, obwohl Sie im Beipackzettel auf das höhere Risiko hinweisen müssen, wäre das - gelinde gesagt - äußerst unglaubwürdig.

4. Wie hoch sind die bereits geleisteten Entschädigungszahlungen? An wie viele Frauen wurden sie geleistet?

5. Übersteigen die bereits geleisteten Zahlungen Ihren Versicherungsschutz?

In internen Schreiben an Ihre Aktionäre, weisen Sie, Herr Dekkers, immer wieder darauf hin, dass die Argumentation unserer Initiative, die gegen die Pillen mit erhöhtem Thromboserisiko kämpft, rein emotional wäre und keine wissenschaftliche Grundlage hätte. Sie haben uns noch nie ernst genommen. Jeder neue Todesfall, den wir öffentlich gemacht haben, war und ist ihnen egal. So wie Sie ja offen zugeben, dass Sie die Pillen so lange auf dem Markt lassen, wie die Gewinnsumme die Entschädigungszahlungen übersteigt.

Die Hauptversammlung ist Ihre letzte Amtshandlung, danach haben Sie ja vielleicht mehr Zeit zum Lesen. Ich würde Ihnen dringend empfehlen, sich alle Studien zur Gefährlichkeit der Pillen der 3. und 4. Generation durchzulesen. Dann werden Sie sehen, dass Sie falsch lagen. Dass es besser gewesen wäre, uns ernst zu nehmen. Und Ihnen Herr Baumann möchte ich sagen, Sie leben in Krefeld, nicht in den USA. Wir sind Nachbarn. Schauen Sie mich an und verschließen Sie nicht Ihre Augen. Wollen Sie allen ernstes die Verantwortung für weitere Todesfälle übernehmen?

Im Dezember fand der erste mündliche Verhandlungstag der ersten Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld gegen Bayer statt. Eine der Gründungsmitgliederinnen unserer Initiative hat BAYER verklagt, weil sie durch die Einnahme einer drospirenonhaltigen Pille fast gestorben wäre und nie wieder ganz gesund wird. So wie wir alle Betroffenen nicht. Sie kann heute aus gesundheitlichen Gründen nicht hier sein. Aber eines sollte Ihnen klar sein, Herr Dekkers und Herr Baumann:

Bayer wird erstmals in Deutschland auf Schadenersatz und Schmerzensgeld verklagt und das Gericht hat entschieden, den Prozess fortzuführen. Die Klage von Felicitas Rohrer wird nicht die Einzige bleiben. Der Verlust von den genannten neun jungen Frauen schmerzt Bayer nicht, doch der Verlust ihres guten Rufes wird Ihnen noch richtig weh tun!
Sie nehmen uns nicht ernst. Besser wäre es.

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[Jan Salzmann] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Dr. Jan Salzmann; MEZIS (Mein Essen zahl ich selber)

„Science for a better life“ Mit dieser Botschaft richtet sich Bayer an die Beteiligten im Gesundheitssystem. Bei genauerer Betrachtung der aktuellen Unternehmenspolitik sollte der Slogan eher „science for better profits „ heißen oder treffender „marketing for better profits“

Wir Ärzte erwarten von einem Pharmazieunternehmen, dass es Medikamente für die Erkrankungen entwickelt, an denen unsere PatientInnen leiden. Bayer macht es manchmal umgekehrt. Da werden Krankheiten für Medikamente entwickwickelt oder Indikationen ohne jede medizinische Rechtfertigung ausgeweitet. Zwei Beispiele:

Männer jenseits der 50 fühlen sich nicht mehr wie 20, wie die meisten hier Anwesenden vermutlich bestätigen würden. Antriebsmangel, Reizbarkeit, Muskelabbau, Erektionsstörungen, Schlafstörungen, innere Unruhe, Mattigkeit und noch weitere häufige Beschwerden werden zu dem Krankheitsbild „Wechseljahre des Mannes“ zusammengefasst, die Lösung „Testosteron“ gehört ja schon zum Sortiment von Bayer und dann wird eine Marketingfirma beauftragt, die frisch erfundene Diagnose an die Zielgruppen (Ärztinne und Ärzte sowie alternde Männer) zu bringen.

Konsens der endokrinologischen Fachgesellschaften ist, dass es keine Wechseljahre des Mannes gibt. Ab 40 fällt der Testosteronspiegel – bei allen Männern. Das ist normal und keine Krankheit. Nicht indikationsgerechter Gebrauch von Testosteron schädigt nicht nur den Geldbeutel der Patienten und das Budget der Krankenkassen, er ist auch gefährlich. Testosteron erhöht das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden und fördert das Wachstum okkulten Prostatakrebses.

Xarelto, Blockbuster und Hemmer der Blutgerinnung, hochumstrittenen wegen gefährlichen unerwünschten Wirkungen wird in Ärztezeitschriften schon lange heftig beworben, neuerdings auch im Einsatz auf Intensivstationen. Dieses Medikament erhöht massiv das Blutungsrisiko, die Wirkung ist im Gegensatz zu anderen Medikamenten nicht aufzuheben und wer schon mal auf einer Intensivstation war, weiß, dass dort ständig Schläuche und Katheter in alle möglichen Körperstellen eingebracht werden. Xarelto in diesem Kontext ist nicht nur unsinnig sonder hochgefährlich.

Ich vertrete eine kritische Ärzteschaft, die nicht bereit ist, unethisches Verhalten der Arzneimittelhersteller mit zu tragen, egal ob es um Patente, Arzneimittelangebote in armen Ländern, Forschungsverlagerung unter schlechteren sozialen Bedingungen, mangelnde Forschung an vernachlässigten Krankheiten oder Patentpolitik geht.

Die aktuelle Unternehmenspolitik von Bayer sorgt für gute Umsätze und schlechte Presse. Patientinnen, Ärztinnen und Apotheker werden zukünftig immer mehr durch ein kritisches Konsumverhalten Einfluß nehmen und - bei vorhandener Alternative – Medikamente anderer Firmen kaufen, bzw verschreiben. Dann folgen schlechte Umsätze bei schlechter Presse. Ich hoffe, Sie erkennen die Zeichen der Zeit und ändern die Unternehmensausrichtung, dass der Slogan „Scienece for a better life“ nicht wie eine Farce klingt, sondern ein Markenzeichen wird.

[Redebeiträge] Hauptversammlung 2016

CBG Redaktion

Kritische Redebeiträge in der Hauptversammlung der BAYER AG am 29. April 2016:

=> Jan Pehrke (CBG): Entlassungen bei BAYER

=> Redebeitrag von Axel Köhler-Schnura

=> Philipp Mimkes (CBG): Steuerflucht und BAYER Propaganda in KITA´s

=> Dr. Jan Salzmann (MEZIS):Risiken von Testosteron-Präparaten

=> Christoph Then (testbiotech): GenSoja von BAYER

=> Christian Schliemann, ECCHR: gefährliche BAYER-Pestizide in Indien

=> Mani Prakash (Anwältin Bombay/Indien), ECCHR: gefährliche BAYER-Pestizide in Indien

=> Helmut Hesse (Gutachter) zur Deponie Dhünnaue (Leverkusen)

=> Corinna Hölzel, BUND: Bienensterben durch Pestizide

=> Andre Sommer: Fehlbildungen durch Duogynon

=> Christin Berndt (Risiko Pille): gefährliche Antibaby-Pillen

=> Stephan Schickentanz: gefährliche Antibaby-Pillen

=> Dieter Donner (BUND): Kritik an CO-Pipeline

=> Dr Gottfried Arnold (Kinderarzt): Kritik an CO-Pipeline

=> Gemma Lopez: Sterilisationspräparat Essure

=> Angelica del Valle: Sterilisationspräparat Essure

=> Michael Slaby (Mellifera): Bienensterben durch Pestizide

=> Annette Seehaus-Arnold (Imkerin): Bienensterben durch Pestizide

=> Christoph Koch, Erwerbsimkerbund: Bienensterben durch Pestizide

=> Sibylle Arians: Risiken von BAYER-Präparaten