Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Beitrag veröffentlicht im “Tag: 1. Januar 2000

[ L.A. Klage] CBG informiert: Los Angeles verklagt Monsanto

CBG Redaktion

Giftige Chemikalie verursacht Millionen-Schaden

Los Angeles verklagt BAYER-Tochter

Die Stadt Los Angeles hat am 30. Mai 2019 Klage gegen MONSANTO eingereicht. Die Kommune wirft BAYERs Tochter-Gesellschaft vor, die Gewässer in der Vergangenheit wissentlich mit der gesundheitsschädlichen Chemikalie PCB verseucht zu haben und fordert eine Millionen-Summe ein, um die Reinigungskosten tragen zu können. Der Leverkusener Multi erkennt die Ansprüche nicht an und kündigte an, sich energisch zu verteidigen. Gleiches verlautbarte er schon zu den Prozessen, die fünfzehn andere Städte sowie der Bundesstaat Oregon angestrengt hatten. Allein Oregon macht Schadensersatz-Ansprüche von rund 100 Millionen Dollar geltend. Sie gründen sich unter anderem auf firmen-interne Dokumente von MONSANTO, die selber von Risiken und Nebenwirkungen wie „systemischen toxischen Effekten“ sprechen. Einen Produktionsstopp haben die ManagerInnen damals jedoch trotzdem abgelehnt, da es um „zu viel MONSANTO-Gewinn“ gehe.

Polychlorierte Biphenyle (PCB) gehören zu den giftigsten Hervorbringungen der Chlorchemie. Die vor allem von BAYER und MONSANTO in Umlauf gebrachten gefährlichen „Alleskönner“ kamen bis zu ihrem vollständigen Verbot, das in den USA 1979 und in der Bundesrepublik erst 1989 erfolgte, in Elektrogeräten, Fugendichtungsmassen, Farben, Ölen, Lacken und Bodenbelägen zum Einsatz. Wegen ihrer stabilen chemischen Struktur baut sich PCB in der Umwelt nur langsam ab. Darum gehen von dem Stoff bis heute Gefahren aus, was auch in der Bundesrepublik aufwendige Maßnahmen nötig macht. Vor allem bei der Sanierung PCB-kontamierter Gebäude fallen immense Kosten an. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN fordert den BAYER-Konzern seit langem auf, sich an diesen zu beteiligen, was das Unternehmen jedoch ablehnt.

Wir haben zu diesem Thema bereits im Jahr 2004 einen Artikel im Stichwort BAYER verfasst. Den Artikel findet ihr hier.

[Lateinamerika ] Presse-Information CBG 24.05.19

CBG Redaktion

Lateinamerika-Konferenz setzt falsche Schwerpunkte

Das fatale Treiben von BAYER & Co. gehört auf die Agenda!

Am kommenden Dienstag findet in Berlin die Lateinamerika/Karibik-Konferenz statt. Über 20 AmtskollegInnen erwartet Bundesaußenminister Heiko Maas im Weltsaal des Auswärtigen Amts. Erklärtes Ziel der Veranstaltung ist es, die Partnerschaft zu den betreffenden Nationen auszubauen. Die Region sei „zu lange aus unserem Blick geraten“, betont der SPD-Politiker. Vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet strebt er eine Vertiefung der Beziehungen an: „Lateinamerika, die Karibik und Europa dürfen nicht zum Kollateralschaden des Handelsstreits zwischen USA und China werden.“

Aber auch darüber hinaus hat das gesteigerte Interesse für den Raum vor allem geopolitische und geoökonomische Gründe. Die Bundesregierung registriert misstrauisch den wachsenden Einfluss Chinas auf dem südamerikanischen Kontinent. Zudem sieht sie sich durch Donalds Trumps „America First“-Politik dazu veranlasst, nach neuen Bündnispartnern auf internationalem Parkett und nach alternativen Absatz-Gebieten für die deutsche Industrie Ausschau zu halten.

Dieses Programm droht die schon bestehenden Ungleichgewichte im Handel Deutschlands gerade mit den großen südamerikanischen Ländern wie Brasilien und Argentinien noch einmal zu verstärken. Dabei wirkt sich die Geschäftspolitik bundesdeutscher Konzerne wie BAYER und BASF in diesen Staaten bereits jetzt verheerend aus. Beide Agro-Riesen haben einen großen Anteil an den fatalen Folgen der dort im Großmaßstab betriebenen Landwirtschaft. Die Zahl der Pestizid-Vergiftungen steigt von Jahr und Jahr, und die Soja-Plantagen fressen sich immer weiter in den für das Klima so wichtigen Regenwald hinein und gefährden damit auch die Lebensgrundlage der indigenen Völker.

„Deutsche Unternehmen wie BAYER und BASF treiben in Lateinamerika rücksichtslos das agro-industrielle Modell mit seinen Pestiziden, Gentech-Pflanzen und Monokulturen voran. Noch dazu bedienen sie sich dabei einer Politik der doppelten Standards. Viele Chemikalien, die auf unseren Feldern landen, dürfen in Europa wegen ihrer Giftigkeit gar nicht mehr vermarktet werden. Solche Themen müsste Heiko Maas in Berlin auf die Agenda setzen“, fordert Alan Tygel von der brasilianischen PERMANENTEN KAMPAGNE GEGEN AGRARGIFTE UND FÜR DAS LEBEN.

Auf der BAYER-Hauptversammlung am 26. April hatte Tygel dem Vorstand des Global Players die detaillierte Schadensbilanz präsentiert: In Brasilien erhöhte sich die Zahl der von Glyphosat & Co. verursachten Vergiftungen von 2.726 im Jahr 2007 auf 7.200 im Jahr 2017. Über 2.000 Sterbefälle registrierten die Behörden in diesem Zeitraum. Darüber hinaus kritisierte der Computer-Spezialist die politischen Interventionen des Leverkusener Multis: „Im Jahr 2018 dann waren es das große Agro-Business und die multinationalen Gift-Konzerne, die entscheidend dazu beigetragen haben, dass dieser rechtsextreme Präsident, der heute Brasilien regiert, an die Macht kam. Im Gegenzug wurden in den ersten 100 Tagen seiner Regierung 152 neue Agrar-Gifte (...) für den Verkauf freigegeben.“

In Argentinien stellt sich die Lage ähnlich dar: Tausende Pestizid-Vergiftungen pro Jahr, zahlreiche in der Europäischen Union nicht (mehr) zugelassene Agro-Chemikalien auf den Äckern sowie Grenzwerte, die um ein Vielfaches über denen der EU liegen. Und auch in Buenos Aires üben die Multis viel Druck auf die Regierung aus. „Da geht es um milliarden-schwere Interessen“, konstatiert die Aktivistin Sabrina Ortiz, deren 6-jähriger Sohn an einer Glyphosat-Vergiftung laboriert. Momentan versuchen die Unternehmen, ein Paragrafen-Werk zu lancieren, das die freie Verwendung von Saatgut unterbindet und dem Patent-Regime zur Geltung verhilft. Das „BAYER-MONSANTO-Gesetz“ hat die Öffentlichkeit die Vorlage vielsagend getauft, auf dessen Verabschiedung BAYERs Argentinien-Chef Christophe Dumont dringt. „Die derzeitige Rechtslage ist weder an die moderne Welt noch an den Fortschritt der Biotechnologie angepasst (...) Wir brauchen so schnell wie möglich einen Rechtsrahmen, der es den Unternehmen ermöglicht, eine Investitionsrendite zu erzielen“, so Dumont.

„Obwohl die Bundesregierung derzeit viele Worte über den ‚regelbasierten Welthandel’ verliert, thematisiert sie solche Themen nicht. Lieber stellt sich Bundesaußenminister Heiko Maas an die Seite des brasilianischen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro und gibt ausgerechnet mit diesem offenen Verfechter der Militär-Diktatur eine gemeinsame Erklärung ab, die sich für eine ‚Wiederherstellung der Demokratie“ in Venezuela durch den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó ausspricht“, so Axel Köhler-Schnura von der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN abschließend.

[Cristoph Koch] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Sehr geehrter Vorstand,
sehr geehrter Aufsichtsrat,
sehr geehrter Herr Baumann und Herr Wenning,
meine sehr geehrten Damen und Herrn Aktionäre,

mein Name ist Christoph Koch, auch Spätzle-Imker genannt, spreche ich zu ihnen als langjähriger Berufsimker und Meister, aber auch als einer der Geschädigten von 2008, der größten Bienenvergiftung aus legaler Anwendung.

Seither bin ich Aktionär geworden und stelle hier Fragen.
Bayer hat laut den Aussagen von letztem Jahr sehr viel unnötiges Geld wegen dem EU Neonicverbot ausgegeben! Ohne Erfolg!
Meine Damen und Herrn Aktionäre, der Vergiftungsweg von 2008 ist BAYER definitiv seit September 2002 bekannt.
Im Pollen Monitoring der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim wird immer noch das Maisbeizmittel MESUROL festgestellt.
Herr Baumann, Sie sagten letztes Jahr, dass jedoch keine Schäden zu erwarten sind und relativieren das „nur“ für unsere Honigbienen!
Wollen Sie allen Ernstes dieses Dampfwalzengehabe immer noch beibehalten?
Alle Bedenken schlicht und einfach platt machen?
Macht das noch Sinn?
Mit Blick auf den Kursverlauf?
Diese Ablenkmanöver mit Verweise auf Bienenkrankheiten und alles andere sind hier ja schon eine Standartantwort.
Damit hatte BAYER immer schon taktiert und oft genug ist es auch gelungen.
Manchmal aber auch nicht!
Inzwischen ist jedoch das nicht mehr mit doofen Imkern zu erklären!
Man spricht inzwischen von einem Insektensterben mit gigantischem Ausmaß.
Daran tragen Sie meine Damen und Herrn Aktionäre einen gewissen Anteil.
Denn Sie haben es in der Masse unterlassen, dem Vorstand die Rote Karte zu zeigen! Wir erleben heute das Gegenteil.
Warum nur tut sich BAYER dieses Killerimage immer noch an?
Haben Sie sich das schon einmal gefragt meine Damen und Herrn Aktionäre?
Hummeln haben keine doofen Imker!
Wildbienen auch nicht!
Die Fonmanager signalisierten letztes Jahr „noch“ Entlastung. Dieses Jahr habe ich schon von dreien vernommen, dass sie es nicht tun!
Ich weiß nicht mit welchen Argumenten wir Imker noch mehr überzeugen können, dies zu ändern!
Schadschwellen orientiertes Schädlingsmanagement mit Beizmittelen sind das jedenfalls nicht!
Dieses Volumensystem hat definitiv ausgedient!
Passen Sie scharf auf meine DHA, dass nicht andere, deutlich bessere Systeme zum Schädlingsmanagement am Markt etabliert werden.
Wie schon gesagt, KODAK hatte trotz Warnungen diese Weichenstellung verpasst.
BAYER kann das auch passieren. Anzeichen dazu gibt es genug.
Ihre eigene digitale Pflanzenschutzabteilung muss BAYER an BASF verkaufen ist das so?
BAYER Manager behaupten, das jetzige wäre eine modernen Lösung, die Welternährung zu sichern.
Das war vielleicht einmal so!
Ist die digitale Pflanzenschutzabteilung von MONSATO besser als die von BAYER?
Gibt es dort eine?
ohne Antwort, gehe ich davon aus, dass es nicht so ist.
Mit verbogener Bienenschutzstrategie, oder falschen LD50 Werten, die Probleme einfach platt machen, mag vielleicht noch ne weile funktionieren.
Wie lange hält so was der öffentlichen Kritik überhaupt noch stand?
Wann genau steigt also BAYER aus?
Raus aus der jetzigen Art Pflanzenschutz?
Wollen Sie hier weiter abwarten, bis von außen weitere Verbote hinzukommen?
aus den USA mit Klagewellen etc?
Herr Baumann ihnen ist schon klar, zwei Mal falsche LD50 Werte sind nicht gerade förderlich!
Bienenschutz sei wichtig, sagt man mir seit 10 Jahren.
Über den Weg, den BAYER dabei geht. sind viele nicht begeistert.
Inzwischen machen sich auch Verbraucher große Sorgen und auch Anleger um einen funktionierenden Bienenschutz.
Wie weit gesunken ist diese einstige Perle des DAX?
Der Rauch von uns am Eingang mag Sie gestört haben, unseren Bienen raucht dieses Dampfwalzengehabe schon lange!
Funktionierender Bienenschutz ist etwas anderes!
Meine Damen und Herrn Aktionäre, seien Sie mutig und zeigen Sie die Rote Karte! Verweigern Sie diesem Vorstand ihre Entlastung, unterstützen Sie bitte die entsprechenden Anträge!

Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit!

Es grüßt Sie ihr Spätzle-Imker

[Dr. Gottfried Arnold] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Sehr geehrter Herr Baumann,
sehr geehrter Herr Wenning,
sehr geehrte Bayer-Mitarbeiter,
sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

vorweg möchte ich feststellen, dass ich mit meiner heutigen Kritik nicht die engagierten Mitarbeiter von Bayer anspreche, die täglich ihre Arbeit für Bayer in Leverkusen verrichten, sondern die Verantwortlichen der Unternehmensführung, denn wieder einmal sind haupsächlich die Mitarbeiter die Leidtragenden der Firmenpolitik.

Mein Name ist Gottfried Arnold und ich überreiche als Kinderarzt dem Vorstand einen Strauß aus 3 bösen Blumen:

1. das kaum mehr beachtete -1980 vermarktete Produkt CYREN A°, ein künstliches weibliches Geschlechtshormon DES, das in den USA wegen Auslösung von Fehlbildungen und Krebs über mehrere Generationen heiß diskutiert wird;

2. das durch die Übernahme von Schering erworbene und noch nicht bezahlte Erbe des Schwangerschaftstests Duogynon, deren Opfer in England und Deutschland auf ihre Anerkennung und Entschädigung warten und

3. die letzte böse Blume, die von Hr Wenning befürwortete Giftgas-Pipeline, die seit 2002 hochgiftiges Kohlenmonoxid (CO) nahe an Wohngebieten vorbei von Dormagen durch den Kölner Norden nach Leverkusen leitet und anzeigt, was Sie unter „Science for a better life“ tatsächlich verstehen; da hilft es auch wenig, dass Sie diesen Schandfleck an Ihre Tochter mit dem bezeichnenden Namen CO-Vestro abgeschoben haben.

1. Bayer war am Gewinnspiel mit den Hormonen schon früh beteiligt mit dem östrogenartig wirkenden DES (DiEthylStilbestrol) unter dem Firmennamen CYREN A°. Als im Jahre 1971 nach etwa 30 Jahren weltweiter Vermarktung festgestellt wurde, dass DES bei jungen Mädchen -zu einem ganz ungewöhnlich frühen Zeitpunkt – Scheidenkrebs auslöst, hat Bayer das künstliche weibliche Geschlechtshormon noch – 1980 unter eingeschränkter Indikation 9 Jahre vermarktet! Weitere Folgen dieser Hormonanwendung in der Frühschwangerschaft sind sehr häufige Fehlbildungen im Genitalbereich bei Frauen und Männern, Brustkrebs, Gebärmutterhals- und Eierstockskrebs bei Frauen über mehrere nachfolgende Generationen. Der Gipfel: diese nachfolgenden Generationen hatten selbst nie Kontakt mit dem Hormon, aber trotzdem die Folgewirkungen! Der Grund ist die Fähigkeit von DES, Gene an- und abzuschalten, sog. epigenetische Veränderungen. Daher wird in den USA heftig über Vorsorgemaßnahmen für die Enkel-Innen-Generation mit ihrem erhöhtem Krebsrisiko nachgedacht: die Internet-Adresse in einem Wort: https://desaction.org
In Frankreich stellte 2006 ein Berufungsgericht fest, dass DES-Hersteller für Erkrankungen wie Scheidenkrebs und Unfruchtbarkeit nach DES verantwortlich gemacht werden können.
Daher meine Frage: Sind für Bayer in den USA oder Frankreich noch Prozesse anhängig von der
Vermarktung von CYREN A°?

2. Sehr ähnlich dem DES ist das Ethinylestradiol (EE) in dem Schering- Schwangerschafttest Duogynon . Auch für EE, das in z.T. in Antibabypillen von heute verwendet wird, gibt es Hinweise darauf, dass DNS-Schäden wie bei DES durch Radikalbildung und Reaktion mit der Erbsubstanz ausgelöst werden können, die dann zu Fehlbildungen und Krebs führen können.
Diese Fakten sind seit ca 50 Jahren bekannt. Die vielen Duogynon-Opfer aus England und Deutschland mit ihren Fehlbildungen an Nieren und Genitalorganen ähnlich wie bei DES, aber auch am Skelett und am Herzen, warten trotz dieser eklatanten Faktenlage immer noch auf Anerkennung und Entschädigung!
Daher meine Frage: War Ihren Chemikern die Ähnlichkeit der Hormone im Schwangerschaftstest EE und DES nicht bekannt? Wurden sie Ihnen nicht mitgeteilt oder haben Sie sie mißachtet?

3. Die letzte Blumen in diesem Strauß, ist die linksrheinische CO-Pipeline zwischen Dormagen und Leverkusen, durch die Ihre Tochter-Fa CO-Vestro in Ihrem Auftrag hochgiftiges, nicht wahrnehmbares Kohlenmonoxid leitet. Es ist Standard in der chemischen Industrie, dass Gifte wie CO nur dort hergestellt werden, wo sie sofort verbraucht werden. Dann ist also überhaupt kein Transport nötig. Sie aber, Herr Baumann und Herr Wenning, haben dort einen CO-Speicher außerhalb Ihres Firmengeländes und nehmen seit 2002 im Falle eines Rohrbruches den Tod und die bleibende Behinderung von Hunderten oder Tausenden Anwohnern in Kauf:
Science for a better life.

Meine Schluss-Frage richtet sich an die Damen und Herren Aktionäre: wollen Sie einenVorstand entlasten, der nicht einmal bereit ist, mit den Duogynon-Opfern zu sprechen ?

Dr. med. Gottfried Arnold

[Anne Isakowitsch] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Sehr geehrte Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat,

sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, der Mann, der hier neben mir steht, ist Paul Francois. Paul Francois ist 55 Jahre alt, Vater von zwei Kindern. Er ist Bauer im Südwesten Frankreichs, auf seiner Farm baut er Getreide an: Weizen, Hafer, Mais. Und Paul Francois ist schwer krank. Er leidet an Gedächtnisverlust, an Schwindel, an Kopfschmerzen. Vor 15 Jahren hat Paul ein Pflanzengift der Firma Monsanto auf seiner Farm eingesetzt. Ein Pflanzengift, von dem Monsanto gesagt hat, es sei sicher. Das Pflanzengift hat ihn krank gemacht.

Seit 12 Jahren kämpft Paul vor Gericht um Entschädigung. In diesen 12 Jahren hat er drei Mal Recht bekommen. 12 Jahre lang hat Paul gegen Monsanto gekämpft – und jetzt gegen Bayer.

Die Fusion mit Monsanto hat sich Bayer 62,5 Milliarden Dollar kosten lasten. Und das ist nur der Anfang. Für diese 62,5 Milliarden Dollar hat Bayer die Verantwortung für tausende Menschen übernommen, die unter den Folgen von Monsanto-Produkten leiden. Menschen wie Paul. Paul kann mit einer Entschädigung von 1 Millionen Euro rechnen. Das ist nichts im Vergleich zu den Summen, die vor US-Gerichten verhandelt werden: 81 Millionen Dollar hat ein US-Gericht letzten Monat einem Kläger zugesprochen. Und es sind tausende weitere Klagen anhängig. Tausende tragische Schicksale, wie Paul. Sie finden die Geschichten dieser Menschen im Raum. Sie alle verbindet, dass sie schwerkrank sind auf Grund Ihrer Pestizide.

Ich frage die Herren vom Vorstand, den Aufsichtsrat und auch Sie, liebe Aktionärinnen und Aktionäre: War es das wert?

Und ich frage Werner Baumann, den Geschäftsführer von Bayer: Wie teuer soll diese Fusion noch werden? Sprechen Sie hier ernsthaft noch von einem Erfolg für Bayer? Wann geben Sie zu, dass Sie sich verzockt haben? Wann ziehen Sie den einzig richtigen Schluss und treten zurück? Über 165 Tausend Menschen fordern schon ihren Rücktritt - darunter auch viele hundert Bayer-Aktionär/innen.

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

seit 12 Jahren wartet Paul Francois auf sein Recht. Seit 12 Jahren versucht Monsanto sich um seine Verantwortung zu drücken. Die Verantwortung für Paul liegt jetzt bei Bayer. Sie liegt bei Ihnen. Sie haben heute die Chance, das Richtige zu tun. Setzen Sie ein deutliches Zeichen und sagen Sie: Wir wollen, dass Bayer aufhört, Menschen zu vergiften. Wir wollen, dass Menschen wie Paul entschädigt werden, statt über Jahrzehnte durch Gerichtsprozesse geschleift zu werden. Wir wollen, dass Bayer wieder eine Firma ist, die Menschen heilt, statt sie krankzumachen. Tun Sie das Richtige und stellen Sie sich gegen die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Stellen Sie sich gegen die Leute, die die Verantwortung für die Fusion von Bayer und Monsanto tragen.

Vielen Dank.

[Gegenanträge] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Hier findet ihr die Gegenanträge, die wir auf der Hauptversammlung 2019 gestellt haben:

Gegenantrag: Arbeitsplatzvernichtung

Gegenantrag: Medikamentenversuche an Heimkindern

Gegenantrag: Verwendung des Bilanzgewinns

Gegenantrag: Wahl zum Aufsichtsrat

Wenn ihr auf der BAYER-Hauptversammlung sprechen möchtet und euren Protest kundtun wollt, sprecht uns an! Je länger die Liste derer, die Widerstand auf die Hauptversammlung tragen wollen, wird, desto besser! Wenn ihr Aktien an BAYER haltet, könnt ihr uns die Stimmrechte übertragen. Dies ermöglicht es uns, kritischen Stimmen auf der HV ein Forum zu geben.
Ihr erreicht uns unter info@cbgnetwork.org. Bitte gebt uns auch eure Postanschrift und Telefonnummer, damit wir euch zwecks Koordination der Aktionen kurzfristig erreichen können.

[Protest] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Protest-Veranstaltungen zur BAYER-Hauptversammlung 2019:

Vorabendveranstaltung am 25.4.2019: um 19.00 Uhr im Migrapolis Brüdergasse 18, 53111 Bonn

Auf unserem Podium werden internationale KritikerInnen des BAYER Konzerns darlegen, was seit der Übernahme von MONSANTO passiert ist und wo heute Widerstand geleistet werden muss.

Protestkundgebung 26.4.2019 ab 7 Uhr, World Conference Center Platz der Vereinten Nationen,53111 Bonn

Kommt zum direkten Protest! Konfrontiert die AktionärInnen von BAYER mit der Konzernpolitik!

Protest im Saal der HV selber!

Auf der HV werden RednerInnen zu allen Punkten sprechen, die ihr im Aufruf findet, und noch einige mehr. Pestizidgeschädigte, Betroffene von Medikamenten-Versuchen

[Bericht] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Historisch einmalig

Noch nie zuvor gelang es KritikerInnen, die Entlastung eines Vorstands eines DAX-Konzerns zu verhindern!

Am 26. April 2019 fand in Bonn das Treffens der BesitzerInnen des internationalen BAYER-Konzerns statt. Noch nie gab es derart umfangreiche Proteste! Auf der Straße, aber auch im Saal an den Mikrofonen. Im Ergebnis verweigerten mehr als 50 Prozent aller AktionärInnen dem Vorstand die Entlastung. Und auch der Aufsichtsrat schrappte nur knapp an der Verweigerung der Entlastung vorbei.

Axel Köhler-Schnura, Gründungsmitglied der CBG meinte dazu: „Es wird höchste Zeit, dass BAYER vergesellschaftet wird, wie es die Verfassung von NRW zum Wohle der Menschen vorsieht.“

Am Tag der HV schwollen die Proteste auf der Straße an wie nie zuvor. Hunderte TeilnehmerInnen aus Dutzenden von Organisationen von Attac bis hin zu Misereor nahmen an der traditionellen Kundgebung des Netzwerkes der CBG vor den Türen der BAYER-HV teil. Zu ihnen stießen 500 DemonstrantInnen des SchülerInnen-Klima-Bündnisses Fridays for Future. Ihre Sprechchöre „Kein GLYPHOSAT auf unserem Salat!“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ klingelten den AktionärInnen und dem BAYER-Management in den Ohren.

Im Saal platzte alles aus den Nähten. Es kamen fast doppelt so viele TeilnehmerInnen wie in den Jahren zuvor. Es gab nicht ausreichend Sitzplätze und nicht genügend Verpflegung mit Speisen und Getränken. An den Mikrofonen bildeten sich lange Schlangen, die die BAYER-Versammlungsleitung einzudämmen suchte: Rasche Schließung der RednerInnen-Liste, Beschränkung der Redezeit auf DREI Minuten, ab 14 Uhr kein Essen mehr. Es nützte alles nichts, trotzdem hatten sich 64 RednerInnen eingetragen.

Der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hatten mehr als 400 KleinaktionärInnen ihre Aktienstimmrechte übertragen. 34 Konzern-KritikerInnen ergriffen das Wort. Auch dabei bei den Aktionen der CBG waren mehr als 500 DemonstrantInnen des SchülerInnen-Klima-Bündnisses Fridays for Future. Ein 14-Jähriger las den AktionärInnen und dem Management auf der Kundgebung vom Lautsprecher-Wagen herunter in ausgesprochen bewundernswerter Weise die Leviten. Die Sprechchöre der Jugendlichen „Kein GLYPHOSAT auf unserem Salat!“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ klingelten den AktionärInnen und dem BAYER-Management in den Ohren.

Auch im Saal waren junge VertreterInnen der Klima-Bewegung Fridays For Future an den Mikrofonen. Alt-AktionärInnen hatten ihnen kurzerhand ihre Stimmrechte überlassen. Die Jugendlichen demonstrierten auch mit einem Transparent im Saal.

[Aufruf] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Hier findet ihr den Bündnis-Aufruf zu den Protesten zur BAYER-Hauptversammlung 2019:

Heraus zu den Aktionen am 26. April 2019 und am 18. Mai 2019!

Dieses Jahr findet die Hauptversammlung am 26.4.2019 in Bonn statt. Sie wird – das steht bereits heute fest – turbulenter denn je, die Proteste werden alles bisher Dagewesene übersteigen!

Die Aktionen werden bislang unterstützt von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), dem Dachverband der kritischen Aktionäre, Fridays for Future, Attac, Die Linke, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und anderen.

Wenn auch ihr dabei sein wollt, dann meldet euch unter info@cbgnetwork.org.

Bitte gebt uns auch eure Postanschrift und Telefonnummer, damit wir euch zwecks Koordination der Aktionen kurzfristig erreichen können.

Auch werden in diesem Jahr die „March against Monsanto“-Proteste der vergangenen Jahre unter dem Motto „March against BAYER“ fortgesetzt. Der internationale Widerstand gegen den Chemie-Giganten wird am 18.5.2019 auf die Straße getragen! Alle zusammen gegen BAYER, Gründe gibt es unzählige. Im Jahr eins nach der Übernahme von MONSANTO treten die Risiken und Nebenwirkungen offen zutage. Herausragend dabei:

- Auch der zweite große Glyphosat-Prozess vor einem US-amerikanischen Gericht droht für BAYER-zum Desaster zu werden!

- Die Aktie und damit der Wert des Konzerns sind in den letzten Monaten dramatisch abgestürzt und haben sich in ihrem Wert gedrittelt.

- In seiner Not wird BAYER mindestens 12.000 Arbeitsplätze vernichten, um an Geld zu kommen.

- Die Umweltbilanz des BAYER-Konzerns hat sich mit der Fusion mit MONSANTO noch weiter drastisch verschlechtert. Die CO2 Emissionen sind um 50% gestiegen. Der Konzern gehört damit zu den weltweiten Top-Klimakillern.

- BAYER ist als weltführender Gift-Konzern verantwortlich für das Aussterben der für die Welt-Ökologie und das Überleben der Menschen unabdingbar notwendigen Insekten.

- Mit seinen Medikamenten sorgt BAYER für Tod und Krankheit. Mit menschenverachtenden Menschenversuchen ruiniert er die Leben Unzähliger.
Es gibt auch 2019 wieder genug Gründe, die Hauptversammlung mit Protest zu begleiten. Wir laden euch ein, Teil der Aktionen gegen die BAYER-Hauptversammlung zu sein!

Der Aufruf wird unterstützt von:

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)

Attac Bonn

Attac Köln

Bonner Jugendbewegung

Brasilien Initiative Berlin

BUND Bonn

Colabora together

Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. (CBG)

Dachverband Kritische Aktionäre

Die Linke NRW

Die Linke SDS Kreisverband Bonn

DKP

FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika

Fridays for Future

goliathwatch

Honig Connection

Kollektiv Tonalli

March against Bayer und Syngenta Basel

MultiWatch Basel

Rapunzel

treemedia e.V.

unkonzerned

[March against BAYER ] March against BAYER 2019

CBG Redaktion

March against BAYER in Hamburg - Ein Bericht

Am vergangenen Samstag fanden mehr als 300 Leute ihren Weg zur „March against BAYER“-Demonstration in Hamburg, zu der die Coordination gegen BAYER-Gefahren zusammen mit machbar e.v., Hamburg genfrei, Robin Wood und vielen mehr aufgerufen hatte. Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierten die AktivistInnen, darunter viele Jugendliche, für eine nachhaltige Landwirtschaft, die nicht mehr in der Hand von Großkonzernen wie BAYER liegen sollte. Die Route führte durch die Hamburger Innenstadt. Der March wurde mit großem Interesse von den Hamburger BürgerInnen aufgenommen. Als ChemikantInnen mit Schutzanzügen verkleidete AktivistInnen stellten die allgegenwärtige Pestizidbelastung dar, die mit großindustrieller Landwirtschaft einhergeht.

Während der Demo gab es Redebeiträge von VertreterInnen vom Ernährungsrat Hamburg, Soil&More, Gegenstrom, Fridays for Future, Tomatenrettern und dem Chico Mendez Projekt aus Guatemala. Die AktivistInnen dieses Projektes hatten zum Teil den weiten Weg von Guatemala nach Hamburg auf sich genommen, um gegen die fatalen Auswirkungen von Monokulturen, Pestiziden und Konzerneinfluss auf die lokale Politik zu protestieren.

Der Protest, den BAYER nun von der „World's worst Company“ Monsanto geerbt hat, war abermals international. In 65 Städten gingen mehrere tausend Leute auf die Straße, um ein deutliches Zeichen zu setzen: Mit dem Verschwinden des „Monsanto“-Labels verschwinden nicht die unlauteren Geschäftspraktiken. Und auch nicht der Widerstand dagegen!

Die Abschlusskundgebung im Hamburger Park „Grüner Jäger“ eröffnete die CBG mit ihrem Redebeitrag. Wir berichteten von unserer Arbeit seit unserer Gründung im Jahr 1978 und gaben einen kleinen Einblick in den politischen Kampf, den wir mittels Dokumentation, Zusammenarbeit mit Betroffenen der Konzernpolitik, und Organisation von Widerstand führen. Selbstverständlich kommentierten wir auch die aktuelle Konzernpolitik. Wir widersprachen der BAYER-Lüge, dass die Übernahme allen Nutzen bringen würden und zeigten den wahren „Synergie-Effekt“ der Übernahme auf: Die Streichung von tausenden Arbeitsstellen aufgrund der abstürzenden BAYER-Aktie. Klar wurde herausgestellt: Die Fehler des Managements sollen nun den Beschäftigten aufgelastet werden. Unser wichtigster Punkt, mit dem wir die Rede schlossen, war herauszustellen, dass dies kein Zufall oder schlechtes Wirtschaften seitens BAYER war, sondern dass die Misere System hat. In einem Wirtschaftssystem, in dem Unternehmen gegeneinander um den höchsten Profit konkurrieren, haben nur die größten Player eine Chance, sich durchzusetzen. Der Überlebenskampf auf dem Markt drängt zu Monopolen hin. Wer die großindustrielle Landwirtschaft und deren fatale Auswirkungen für Mensch, Tier und Natur kritisiert, muss den Widerstand gegen den Kapitalismus organisieren.

[March against BAYER ] March against BAYER 2019

CBG Redaktion

Presseberichte

Hier findet ihr eine kleine Auswahl von Presseberichten über den March against BAYER 2019.

Artikel:

Deutsch:

https://www.bauernzeitung.ch/artikel/2000-personen-protestieren-in-basel-gegen-syngenta-co?fbclid=IwAR33uRk1d2wjnbiBZCP04Shd1De7kZB5421zCaGMTlJFxnLO--H-JpcPvSM

https://www.euractiv.de/section/landwirtschaft-und-ernahrung/news/tausende-demonstrieren-in-deutschland-und-frankreich-gegen-monsanto-und-bayer/?fbclid=IwAR1JeFTWCR5iAIOi0ZJ03__RUbSEivc8HzCxQUZZSDXLUmg-zekiV8MomiM

Englisch:

https://www.france24.com/en/20190519-france-monsanto-bayer-world-wide-march-environment-planet-roundup-glyphosate?fbclid=IwAR0thln9r7hvTkLxS9OCxvDy4SKQrupajlPP-1Ci2wP9CQybcJHy9tGNLaU

Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=ZVpuytLpFck

https://www.youtube.com/watch?v=tYKlHaRr3m0

March against BAYER and Syngenta in Basel:

https://www.youtube.com/watch?v=U8CAnOl8zUM

[March against BAYER] March against BAYER 2019

CBG Redaktion

Am vergangenen Samstag fanden mehr als 300 Leute ihren Weg zur „March against BAYER“-Demonstration in Hamburg, zu der die Coordination gegen BAYER-Gefahren zusammen mit machbar e.v., Hamburg genfrei, Robin Wood und vielen mehr aufgerufen hatte. Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierten die AktivistInnen, darunter viele Jugendliche, für eine nachhaltige Landwirtschaft, die nicht mehr in der Hand von Großkonzernen wie BAYER liegen sollte.

Den gesamten Bericht lesen...

Presseberichte

Eine Übersicht über Presseberichte findet ihr hier.

Bilder

Eine kleine Auswahl von Impressionen findet ihr hier.

Spenden

Eine Demonstration wie der March against BAYER ist nur möglich, wenn wir dabei von euch unterstützt werden! Die Zusammenführung und Organisation des Widerstandes kostet Geld - Ohne Geld keine Coordination. Spenden könnt ihr hier. Jede Spende hilft, Fördermitgliedschaften garantieren unsere Arbeit! Helft uns, den Widerstand zu organisieren - global und lokal.

[Jan Pehrke (CBG)] Redebeiträge BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Name ist Jan Pehrke. Ich bin Journalist, gehöre dem Vorstand der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN an und möchte heute zum Thema „BAYERs Umweltbilanz“ sprechen.

Die Übernahme von MONSANTO kostet BAYER nicht nur 12.000 Arbeitsplätze und Millionen-Summen durch die Schadensersatz-Prozesse in Sachen „Glyphosat“, sie verschlechtert auch die Umweltbilanz des Konzern immens. Und dass, obwohl die MONSANTO-Werte erst ab dem 7. Juni 2018 – dem offiziellen Vollzugstag des Deals – in die Umweltbilanz mit einfließen.

Allein die klima-schädlichen Kohlendioxid-Emissionen erhöhten sich um mehr als 50 Prozent von 3,63 Millionen auf 5,45 Millionen Tonnen. Als Grund dafür führt der Geschäftsbericht an – ich zitiere:

„Mit der Übernahme von MONSANTO hat BAYER neben Standorten für die Saatgut-Produktion auch eine Rohstoff-Gewinnung für die Herstellung von Pflanzenschutzmittel-Vorprodukten übernommen, mit der eine energie-intensive Aufbereitung und Weiterverarbeitung verbunden sind“

Hierzu meine ersten Fragen:

1. Um was für eine Rohstoff-Gewinnung handelt es sich dabei?

Und:

2. Handelt es sich dabei um eine einzige Anlage oder findet dieser Prozess noch an weiteren MONSANTO-Standorten statt?

Im letzten Jahr hat BAYER erstmals eine Umweltbilanz ohne das abgestoßene Kunststoff-Geschäft von COVESTRO vorgelegt. Dadurch sanken die CO2-Emissionen um mehr als die Hälfte auf 3,63 Millionen Tonnen. So weit, so gut. Aber BAYER hat die COVESTRO-Zahlen auch retrospektiv herausgerechnet und für 2016, 2015 und die Jahre davor aus der Klimabilanz getilgt. Nach dieser Logik hätte der Konzern die MONSANTO-Zahlen jetzt auch retrospektiv hinzurechnen müssen. Meine Frage:

Warum hat BAYER das nicht getan?

Die Energie-Effizienz leidet ebenfals unter MONSANTO. Der relative Energie-Einsatz – also der Energie-Verbrauch pro 1.000 Euro Umsatz – stieg von 209 Kilowatt-Stunden auf 278 Kilowatt-Stunden. Dazu wieder eine Frage:

Die „1.000 Euro“ Umsatz als Maß beziehen sich nur auf den Außen-Umsatz. Die konzern-internen Geschäfte zwischen den Tochter-Gesellschaften, etwa mit Arznei-Vorprodukten, fließen da nicht mit ein. Warum ist das so?

Bei den Energieträgern, die bei BAYER hauptsächlich zum Einsatz kommen, sticht 2018 vor allem der erhöhte Verbrauch von Flüssigbrennstoffen ins Auge. Die Zahl stieg von 230 Terrajoule auf fast 3.500, also um das 15-Fache.

Wie erklärt sich der Vorstand diesen Anstieg?

Und noch eine Frage zu den Energie-Trägern:

Wie hoch ist der Anteil von Energie-Trägern der BAYER-Tochter MONSANTO, die per Fracking gewonnen werden?

Aber nicht nur die klima-relevanten Umwelt-Daten verschlechtern sich bei BAYER durch den MONSANTO-Kauf. So sorgt die schon erwähnte Saatgut-Produktion und die Rohstoff-Gewinnung zur Herstellung von Pestizid-Vorprodukten nicht nur für eine Erhöhung des Kohlendioxid-Ausstoßes, sondern auch für mehr Feinstaub. Die Emissionen wuchsen hier von 60 Tonnen auf 2.370 Tonnen an – fast um das Vierzigfache also! Auch der Ausstoß von flüchtigen Substanzen und von Kohlenmonoxid legte zu. Letzeres ist dem Geschäftsbericht zufolge:

„im Wesentlichen auf die Einbeziehung der Fahrzeug-Flotte des akquirierten Agrar-Geschäfts zurückzuführen.“

Damit nicht genug, gibt es auch mehr Einleitungen von Schadstoffen in die Gewässer. Der Wert für Phosphor stieg von 40 auf 180 Tonnen, der für Stickstoff von 400 auf 450 Tonnen und der für Schwermetalle von 1,9 auf 3,4 Tonnen.

Hier hätte ich jetzt gerne gewusst, was der MONSANTO-Anteil in diesem Bereich ist und worauf er zurückzuführen ist.

Zusammengefasst verschlechtern sich in nahezu allen Bereichen die Umwelt-Werte, zum Teil sogar drastisch. MONSANTO stellt also nicht nur gefährliche Produkte wie Glyphosat her und bringt Risiko-Technologien wie die Gentechnik zum Einsatz – die BAYER-Tochter operiert auch noch mit veritablen Dreckschleudern. Hierzu jetzt meine letzten Fragen:

Was gedenkt BAYER da zu unternehmen? Gibt es bereits Pläne, die MONSANTO-Produktion umweltfreundlicher zu gestalten und wenn ja, welche Summe gedenkt BAYER hier zu investieren?

Und ganz konkret:

Wird BAYER weiter an der energie-intensiven Herstellung von Pestizid-Vorprodukten festhalten?

Schon die umweltschädlichen MONSANTO-Anlagen hätten für den BAYER-Vorstand ein Grund sein müssen, den Konzern nicht zu übernehmen. Er hat es aber dennoch getan. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN hat deshalb zu diesem Thema einen Gegenantrag gestellt mit der Forderung, den Vorstand nicht zu entlasten. Ich möchte Sie als Aktionäre abschließend bitten, für diesen Gegenantrag und alle unsere anderen zu stimmen. Sollten Sie den Saal vor den Abstimmungen verlassen, so möchte ich Sie bitten, der Coordination ihre Stimmrechte zu übertragen. Sie finden uns hier an der Seite.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

[Enthüllungen] Presse-Information CBG 15.05.19

CBG Redaktion

Enthüllungen über MONSANTO-Lobbying legen kriminelle Machenschaften nahe

CBG fordert Überprüfung der Glyphosat-Neuzulassung

Die von der BAYER-Tochter MONSANTO mit Lobbying-Aufgaben betraute PR-Agentur FLEISHMAN HILLARD arbeitet mit Geheimdienst-Methoden, wie firmen-interne Dokumente belegen. So hat das Unternehmen in Frankreich ein Dossier zu 200 JournalistInnen, PolitikerInnen, Verbands- und NGO-VertreterInnen sowie WissenschaftlerInnen mitsamt Hobbys und Kontaktdaten erstellt und deren Nähe zu MONSANTO mit Noten von „0“ bis „5“ bewertet.

Eine spezielle Liste zum umstrittenen Herbizid Glyphosat, die im Zuge der Ende 2017 anstehenden Entscheidung der EU über die Verlängerung der Zulassung entstand, führt 74 Personen auf und teilt diese in Kategorien wie „Verbündeter“, „möglicher Verbündeter“, „zu erziehen“ und „beobachten“ ein. Wohlmeinende fütterte FLEISHMAN HILLARD dann mit Propaganda-Material bis hin zu vorfabrizierten Twitter-Meldungen. Da das französische Gesetz es untersagt, politische Meinungen von Menschen ohne Zustimmung der Betreffenden in Datenbanken einzuspeisen, liegen den Staatsanwaltschaften bereits mehrere Strafanzeigen vor.

„MONSANTO hat offensichtlich mit schmutzigen Tricks gearbeitet, um 2017 erneut eine Genehmigung zur Vermarktung von Glyphosat zu erhalten. Darum muss die Europäische Union ihren damaligen Beschluss jetzt wieder auf den Prüfstand stellen“, fordert Axel Köhler-Schnura von der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG).

Laut Transparenz-Register der EU beschäftigt FLEISHMAN HILLARD in Brüssel 60 MitarbeiterInnen. Kein Lobby-Auftrag eines Einzelunternehmens hatte im Jahr 2018 bei der Agentur ein so großes Volumen wie der von MONSANTO. Er belief sich auf 400.000 bis 500.000 Euro. Und das Geld hat sich offensichtlich ausgezahlt. Das Webportal Politico feierte die PR-StrategInnen mit den Worten: „Es war Fleishmans multinationale Kampagne, die MONSANTO und wohlmeinende Regierungen mit den Argumenten versorgte, welche diese brauchten, um diejenigen in die Schranken zu weisen, die für einen Bann eintraten.“

FLEISHMAN HILLARD operierte auch auf deutschem Boden. Darauf verweisen die „Glyphosat-Gate“-Recherchen der französischen Zeitung Le Monde. Das Blatt zitiert dazu aus den berühmt-berüchtigten „MONSANTO-Papers“, welche durch die Schadensersatz-Prozesse in Sachen „Glyphosat“ publik wurden. Darin erwähnt MONSANTO Arbeitsgruppen, die mit FLEISHMAN HILLARD an einem Plan für Deutschland arbeiteten, „um es der Regierung zu erlauben, zu einer Position zurückzukehren, die der Glyphosat-Zulassungsverlängerung positiv gegenübersteht“. Und in der Tat ist der damals zuständige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) dann zu einer solchen Position zurückgekehrt, obwohl die damalige Koalitionsvereinbarung eigentlich eine Enthaltung bei der Abstimmung in Brüssel vorsah. „Die jetzigen Enthüllungen werfen ein neues Licht auf das Votum von Christian Schmidt. Nun müssen BAYER und das Landwirtschaftsministerium Rede und Anwort stehen, ob Schmidt unter Einfluss stand“, so Köhler-Schnura.

Der Leverkusener Multi distanziert sich von den Praktiken MONSANTOs. „Dies ist nicht die Art, wie BAYER den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde“, bekundete der Konzern.

„Das ist wieder einmal glatt gelogen!“, stellt Axel Köhler-Schnura (CBG) fest. „Die dreckigen MONSANTO-Methoden sind BAYER alles andere als fremd. Wenn es um die Profite geht, dann wird auch bei BAYER mit Geheimdienstmethoden, Erpressung, Bestechung und Schlimmerem gearbeitet.“ Immerhin hat BAYER sogar die großen Magazine Stern und Spiegel mit jahrelangem Anzeigen-Boykott belegt. „Damit die Jungs in Hamburg lernen, wer hier das Sagen hat“, so der damalige Chef der BAYER-Öffentlichkeit. Und natürlich hat BAYER selber langjährige Geschäftsbeziehungen zu FLEISHMAN HILLARD.

Stichwort BAYER, das Magazin der COORDINATION gegen BAYER-Gefahren (CBG), berichtet seit langem und immer wieder über die Dreck-Methoden von BAYER:

http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zeitschrift_SWB/SWB_1999/SWB01_99/Spionage/spionage.html

oder

http://www.cbgnetwork.org/5730.html

[Sylvia Gabelmann] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, dem Vorstand der Bayer-AG in diesem Rahmen ein paar Fragen stellen zu können.

Die erste Frage bezieht sich auf ein Hormonpräparat der von Bayer mittlerweile übernommenen Firma Schering:

Das Mittel Duogynon steht im hochgradigen Verdacht, schwerste Schädigungen bei mehreren hundert Kindern hervorgerufen zu haben. Es mehren sich Studien, die einen starken statistischen Zusammenhang belegen und auch medizinisch erklären können, wie dieser Zusammenhang zustande kommt. Von Betroffenen wurde mir allerdings bestätigt, dass Sie, vom Vorstand der Bayer AG bisher jedes Gespräch dazu verweigert haben.

Zum einen berufen Sie sich auf die inzwischen stattgefundene Verjährung.
Diese hat das Unternehmen allerdings selbst auf Antrag herbeigeführt. Denn sonst wäre das Gerichtsverfahren damals durchzogen worden.

Zum anderen berufen Sie sich darauf, dass ein kausaler Zusammenhang der Missbildungen mit der Einnahme von Duogynon nicht bewiesen sei.

Dabei müsste Ihnen doch klar sein: Mehr als eine sehr hochgradige Assoziation wird kaum möglich sein. Es sei denn, es würden ethisch nicht vertretbare Versuche mit Schwangeren und ihren Kindern durchgeführt werden.
Um den Betroffenen und ihren Familien wenigstens etwas Gerechtigkeit zukommen zu lassen, wäre die Unterstützung der Bundesregierung und von Bayer notwendig. Damit meine ich die Möglichkeit einer vollständigen Aufklärung und natürlich auch Entschädigungen - zum Beispiel über ein Stiftungsmodell.

Daher möchte ich vom Vorstand gerne wissen: Werden Sie bereit sein, mit den Opfern und deren Angehörigen zu reden und ihnen die Aufklärung erleichtern? Und werden Sie sich mit der Bundesregierung zusammensetzen und Ihre Bereitschaft erklären, sich finanziell an einer Entschädigungslösung zu beteiligen?
Das Thema wird übrigens auch im Bundestag intensiver angeschaut - vor kurzem haben sich bereits mehrere Dutzend Abgeordnete zusammengesetzt, um gemeinsam zu beraten, wie den Geschädigten und ihren Familien geholfen werden kann. Darum der Appell an Sie: Schieben Sie es nicht weiter auf die lange Bank und verweigern Sie den Betroffenen nicht weiterhin Auskunft und Gerechtigkeit.

Meine zweite Frage bezieht sich auf Medikamentenversuche an Heimkindern in den 50er bis 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es wurden Versuche gemacht unter anderem mit Impfstoffen, Psychotherapeutika und Präparaten zur Hemmung der Libido, deren Gabe medizinisch nicht indiziert war.

Solche Versuche fanden damals im ganzen Land statt, beteiligt waren neben den Heimleitungen sowie den Heimärztinnen und -ärzten auch viele Pharmaunternehmen.
Darum an den Vorstand die Fragen von mir: Sind Sie bereit, Ihre Archive zu öffnen, um offenzulegen, in welchem Umfang und wann und wo auch die Firma Bayer an den beschriebenen Medikamentenversuchen beteiligt gewesen ist?
Allein der Verweis auf die damals geltende Rechtslage und dass Bayer das Recht damals nicht verletzt habe, reicht mir nicht.
Denn es gibt auch eine moralische Verantwortung.

Und was die Rechtslage betrifft: Auch da gehen die Expertenmeinungen auseinander, wie ein Fachgespräch im Bundestag vor vier Monaten aufzeigte.
Darum möchte ich von Ihnen wissen: Sind Sie bereit, sich bei den Opfern zu entschuldigen, die unter den Arzneimittelstudien zu leiden hatten? Und sind Sie bereit, Entschädigungen zu zahlen, und zwar in einer Höhe, die diesen Namen dann auch verdient?

Über das Arzneimittelgesetz besteht heute ein anderer Rechtsrahmen – trotzdem möchte ich gerne von Ihnen wissen, welche Maßnahmen Sie einleiten oder eingeleitet haben, um zukünftig sicherstellen zu können, dass Arzneimittelforschung nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Probanden und Probandinnen stattfindet. Nicht nur in Deutschland , sondern weltweit.
Ich beziehe mich mit dieser Frage zum Beispiel auf Menschen in Pflegeheimen und auf fremd- oder gruppennützige Forschung auch an Kindern.

Meine Damen und Herren: Ich würde mich freuen, wenn Sie bereit wären, Verantwortung zu übernehmen, für Transparenz zu sorgen und den Weg für Entschädigungen der betroffenen frei zu machen.
Ich danke Ihnen.

[Sarah Schneider] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats,

ich bin Sarah Schneider, Referentin für Landwirtschaft und Welternährung bei MISEREOR, dem Hilfswerk der katholischen Kirche. Misereor setzt sich seit 60 Jahren gegen Armut und den Hunger in der Welt ein und arbeitet dafür mit Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen. Viele unserer Partnerorganisationen berichten von Gesundheits- und Umweltschäden durch Pestizide, vom Verlust bäuerlicher Saatgutsorten durch die Ausbreitung von genmanipuliertem Saatgut, und vom politischen Druck der Agrarkonzerne auf die Regierungen im Globalen Süden. Insbesondere Monsanto war in vielen Ländern für sein Geschäftsmodell berüchtigt.

Vor der Übernahme von Monsanto haben wir Sie bereits auf der HV im Jahr 2017 gewarnt. Uns war von Anfang an klar, dass Bayer mit Monsanto an Bord seiner menschenrechtlichen Verantwortung nicht nachkommen werde und die Nachhaltigkeitsversprechen heiße Luft bleiben. Bayer hat nicht nur Monsantos Produkte übernommen, sondern auch Monsantos Argumentation was beispielsweise die vehemente Verteidigung von Glyphosat angeht Ich habe Sie bereits 2017 gefragt, wie sich Bayer darauf vorbereitet, mit der Übernahme auch die Verantwortung für mögliche Klagefälle gegen Monsanto zu übernehmen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass sich Bayer angesichts der bevorstehenden Glyphosat-Klagewelle zur Übernahme entschlossen hat.

Daher habe ich folgende Fragen:

-Welches waren die zentralen Argumente, die Sie tortz des Ihnen bereits damals bekannten Klagerisikos dazu bewogen haben, Monsanto zu kaufen?
-Was hat der im Vorfeld der Übernahme angefertigte Due Diligence Report hinsichtlich der bevorstehenden Glyphosat-Klagen ergeben?
-Wie plant Bayer die Übernahmekosten von 66 Mrd. US-$ sowie die Schadensersatzzahlungen und die Gerichtskosten zu refinanzieren?
Ich habe den Verlauf der Übernahme und die Entscheidungen der Wettbewerbsbehörden in den verschiedenen Ländern mitverfolgt. Auch in Argentinien, einem großen Agrarland mit relevantem Pestizid- und Saatgutmarkt, stand eine Prüfung der Übernahme durch die nationale Wettbewerbsbehörde aus. Die Entscheidung aus Argentinien wurde für das Frühjahr 2018 erwartet. Dennoch lag im Juni 2018, als Bayer die Übernahme als final bekannt gab, noch keine Entscheidung aus Argentinien vor. Laut argentinischen Medien würden die beiden Unternehmen in ARG weiterhin getrennt operieren, bis die Genehmigung vorliege.
Da in den argentinischen Medien keine weitere Information verfügbar ist, wende ich mich an Sie mit der Frage, ob die argentinische Wettbewerbsbehörde der Fusion mittlerweile zugestimmt hat, und wenn ja, zu welchem Datum? Bitte nennen Sie mir auch die Registernummer der Veröffentlichung im argentinischen Amtsblatt.

Ein Thema, das Misereor mit Sorge verfolgt, ist Bayers Export von hochgiftigen Pestiziden in den globalen Süden. Bayer vertreibt dort Pestizide, die auf dem europäischen Markt aufgrund nachgewiesener Gefahren verboten sind. Die sichere Anwendung von Pestiziden ist in vielen Fällen nicht Realität. Einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen zufolge sterben 200.000 Menschen jährlich an akuten Pestizidvergiftungen. 99 Prozent dieser Todesfälle ereignen sich in Entwicklungsländern.

Anlässlich dieser Problematik und Ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht als international tätiges Unternehmen frage ich Sie:

-Ist Bayer aufgrund der gegebenen Gefahren bereit, der Verkauf von hochgefährlichen Pestiziden (HHP) zu verzichten und den Verkauf von Wirkstoffen, die in der EU nicht zugelassen sind, in Drittländer freiwillig einzustellen?
-Welche Möglichkeiten bietet Bayer den Betroffenen in Ländern des globalen Südens, um Schadensfälle zu melden und entschädigt zu werden? Welche konkreten Beschwerde-Mechanismen sind lokal zugänglich?

Aufgrund der erläuterten Sachverhalte stelle ich die Anträge, Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten und bitte alle Aktionäre und Aktionärinnen bei den entsprechenden Tagesordnungspunkten mit NEIN zu stimmen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

[Christophe Mailliet ] BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Baumann und sehr geehrter Herr Wenning,

mein Name ist Christophe Mailliet. Ich bin Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt in Berlin. Wir sind eine entwicklungspolitische Organisation und unterstützen in fünf afrikanischen Ländern, Brasilien und Indien kleine Initiativprojekte. Mit unseren Partner*innen vor Ort arbeiten wir zu den Schwerpunkten Menschenrechte und Frauenrechte im Besonderen, aber auch im landwirtschaftlichen Bereich. So unterstützen wir beispielsweise seit Jahrzehnten KleinbäuerInnen weltweit.

So kam es, dass wir 2017 zusammen mit einer unserer Partnerorganisationen in Südindien herausfanden, dass Monsanto – damals noch nicht von Bayer aufgekauft – illegal die Glyphosat-tolerante neue Gen-Baumwollsorte Roundup Ready Flex Bt Cotton verkaufte. Das Ziel war klar: Durch den illegalen Vertrieb dieser Bauwollsorte sollte ein noch höherer Umsatz von Glyphosat erreicht werden. Und dass, obwohl die IARC das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ bereits eingestuft hatte.

Die vielen tausend Klagen gegen Ihren Konzern allein in den USA und die bisher erwirkten Urteile gegen Sie zeigen, wie gefährlich der Einsatz von Glyphosat ist. Dieses Pestizid ist nicht zum Einsatz in der Landwirtschaft geeignet, da in den allermeisten Ländern eine sog. „sachgerechte Anwendung“ nicht möglich ist. Es geht aber nicht nur um die krebserregende Wirkung von Glyphosat, sondern auch um Auslaugung der Böden, dem Verlust an Biodiversität, und die Bildung von hochgradigen Resistenzen. Dennoch haben Sie mit Monsanto den Verkauf von überteuertem modifiziertem Saatgut und damit den Einsatz der Giftmittel in Indien auf alle Bundesstaaten ausgeweitet. Der versprochene Ertragszuwachs für die Kleinbäuerinnen und Bauern bleibt aber aus. Unter falschen Versprechen werden diese wissentlich in den Ruin getrieben. In Indien nehmen sich jedes Jahr über 10.000 Bauern das Leben, weil sie auch dadurch dramatisch überschuldet sind. Sie tun das oft, indem sie Pestizide trinken.

Die Indische Regierung hat reagiert. Mittlerweile gibt es verschiedene staatliche Initiativen, unterstützt von NGO`s wie uns, die eine ökologische vertretbare Landwirtschaft in Indien vorantreiben. Der Bundesstaat Sikkim ist bereits pestizidfrei, und der Bundestaat Andra Pradesh mit knapp 50 Millionen Einwohnern wird es bis 2025 sein. Nun zu unseren Fragen, an denen sich auch entsprechende Forderungen anschließen:

1.Wie wollen Sie sicherstellen, dass der illegale Vertrieb von pestizidresistentem und genmodifiziertem Saatgut in Indien und anderswo unterbunden wird?
2.Sind sie bereit, den Vertrieb von Glyphosat und anderen Ackergiften zu stoppen, solange nicht zweifelsfrei erwiesen ist, dass diese nicht gesundheitsgefährdend sind?

3.Sind Sie bereit, die Verharmlosung des Einsatzes eines laut IARC krebserregenden Mittels - indem sie beispielsweise immer wieder auf eine Nicht-Gefährlichkeit bei „sachgemäßer Verwendung“, die in den meisten Ländern aufgrund von fehlender Schutzkleidung und Atemschutz unmöglich ist, verweisen - zu beenden?

Unsere Forderungen werden von über 4500 Personen unterstützt, deren Unterschriften in dieser Petition aufgeführt sind, und die ich Ihnen heute überreichen möchte. Wir alle möchten unseren indischen Partner*innen den Rücken stärken und wünschen uns von Ihnen, dass Sie Ihre Verantwortung für Menschen und das Leben an sich als großes international agierendes Unternehmen wahrnehmen.
Solange das nicht geschehen ist, fordern wir alle Aktionäre auf, Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten.

Vielen Dank!

[Dr. Klaus Schepker] Redebeiträge BAYER HV 2019

CBG Redaktion

Redebeitrag Dr. Klaus Schepker

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Dr. Klaus Schepker, ich bin Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Ulm und beschäftige mich mit der Geschichte der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Ehemalige Heimkinder, einige von ihnen haben heute bereits zu Ihnen gesprochen, haben immer wieder berichtet, dass sie als Kinder und Jugendliche in den Anstalten und Heimen in den Fünfziger- bis Siebzigerjahren monatelang, teilweise über Jahre, Psychopharmaka erhielten.

Große psychiatrische Anstalten, wie das Landeskrankenhaus Schleswig, waren damals für die Bayer AG vor und nach Markteinführung ihrer Psychopharmaka von großem Nutzen. Vor der Markteinführung von Produkten diente das Landeskrankenhaus als Versuchsfeld, war eine sogenannte „Prüfstelle“. Eine Megaphen®-Studie 1956 und die „klinische Erprobung“ einer „Megaphen-Kombination“ 1958 sind belegt. Diese ethisch fraglichen Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen waren Industrie und Ärzten nur möglich durch den sehr großen gesetzlichen Spielraum, den Politik und Gesundheitsbehörden den Pharmaunternehmen und Ärzten vor 1978 einräumten. Ein neues Produkt musste lediglich registriert werden.

Bayer hat die gesetzlichen Spielräume maximal ausgenutzt. So hat Bayer seine Psychopharmaka bei Markteintritt gezielt für „pädagogische“ Indikationen angeboten ohne dass die „pädagogische“ Wirksamkeit durch Studien belegt war. Der dämpfende, sedierende Charakter z.B. von Aolept® sollte genutzt werden, um den Anstaltsalltag damit „effektiver“ zu gestalten, oder wie es in der Aolept® Werbung von Bayer formuliert wurde, die Dauermedikation „erleichtert das Zusammenleben“: das Ziel waren Anpassung, Ruhe und Schulfähigkeit.
Aolept® wurde „zur ambulanten Behandlung von Verhaltensstörungen bei Kindern, Jugendlichen“ empfohlen (Rote Liste 1969, S. 74). Psychopharmaka wurden trotz noch nicht genau bekannter Wirkung und noch völlig unbekannten Langzeitwirkungen, besonders bei den heranwachsenden Kindern, gezielt für den Heimeinsatz auf den Markt gebracht und beworben. Die Produkte wurden von Bayer marktgerecht für die Zielkundschaft in sogenannten „Anstaltspackungen“ verkauft, die laut Roter Liste 1969 zwischen „250 und 1000 Dragees“ enthielten.

Gemäß Bayer-Werbung wirkt Aolept® „emotional und affektiv ausgleichend, vermindert Impulsivität und Aggressivität, unterdrückt destruktive und asoziale Tendenzen, fördert die Anpassungsfähigkeit an Familie und Gemeinschaft“. Nur ganz nebenbei wird als „weitere Aolept-Indikation“ die „Dauertherapie aller Schizophrenieformen“ erwähnt.

Der Verkauf von BAYER-Produkten für nicht-medizinische, pädagogische Indikationen, zur Sedierung ist ethisch fragwürdig und eine monate-, sogar jahrelange Dauermedikation als Kind, mit quasi ungetesteten Medikamenten im Anstalts- und Heimalltag, lässt Folgeschäden zumindest möglich erscheinen.

Mein Fazit: Bayer ist ethisch mitverantwortlich für die massenhafte Dauersedierung von Heimkindern in den 50er- bis 70er- Jahren. Bayer hat dabei viel Geld verdient.

Meine Fragen:

Wird Bayer, anders als im Geschäftsjahr 2018, die Aufklärung jetzt aktiv unterstützen?

Wird Bayer sich für die Dauersedierung von Heimkindern bei den Betroffenen entschuldigen?

Wird Bayer sich an der Entschädigung der von Dauersedierung Betroffenen beteiligen?